BilderAlbum: Ausstellung „Alltagsrausch“ von Mirjam Moritz bei art + form

Die Poesie der kleinen Dinge

Farbe und Form, Natur und Alltagsdinge verbinden sich in den mal zarten, mal kraftvollen, leuchtenden, stillen und kargen Grafikblättern, Monotypien und Mischtechniken. Sie versetzen den Betrachter in einen wundervollen, stimmungsreichen „Alltagsrausch“ in der gleichnamigen Ausstellung von Mirjam Moritz in der Galerie art + form (noch bis 21. März zu sehen). Sie ist Künstlerin, Gärtnerin und Gastgeberin. Kunst und natürlich Gewachsenes sprießen nah beieinander in ihrem Wohnhaus mit Atelier und Gästewohnungen am Stadtrand von Dresden, wo sie mit ihrer Familie lebt und arbeitet.

Der Garten ist Mirjam Moritz Ruhe- und Kraftort, Platz zum Gestalten und Inspirationsquelle in einem. Bevor sie zur Kunst kam, betrachtete und erfreute sie sich schon als Kind an der Schönheit der Natur, am Reifen, Blühen und Ernten. Ihr Opa war Gärtner. Ersten Zeichenunterricht nahm sie bei dem Bildhauer Michael Weihe. Während ihres Restaurierungsstudiums an der FH für Werbung und Gestaltung Potsdam von  1992 bis `95 lernte sie nicht nur Vergolden und Versilbern, sondern auch Grundieren der Leinwände und Herstellen von Temperafarben. Diese handwerklichen Grundlagen helfen ihr noch heute. Von 1995 bis 2001 studierte sie an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. In dieser Zeit zeichnete sie oft Stillleben, während ihr Sohn Jannis schlief, ein, zwei Stunden blieben zum Arbeiten. Mit dem Abwasch, der dastand und zu einer Kohlezeichnung wurde, machte sie ihr Diplom an der Kunsthochschule, erzählt sie schmunzelnd rückblickend.

Seitdem finden Alltag und Kunst in ihren Arbeiten, meist auf kleinen Formaten, sehr atmosphärisch zusammen. Vorwiegend sind es Monotypien, bei der Eigenschaften von Malerei, Zeichnung und Druckgrafik zusammenfließen. Jede ein Unikat. Sie geht sehr sparsam mit Linien und Farbe um. Mal konkret, mal abstrahiert, luftig-leicht, poetisch und fantasievoll. „Die Monotypie führt ein Eigenleben, sie druckt mit, hinterlässt Spuren und mit den Händen kommt etwas von außen hinzu“, sagt Mirjam Moritz. „Dieser unkontrollierbare Moment ist der Reiz für mich.“ Der Anlass zum Sehen, Spielen und Beobachten biete, anrege. Daraus entwickle sich das Bildmotiv. Und sie lässt sich selbst gern überraschen.

Der Blick aus dem Fenster, Zweige in der Vase, Schale mit Blüten, Apfel und Tasse, Licht auf einer Teekanne. Oder auch mal eine „fliegende Untertasse“. Die Künstlerin erholt sich am besten im Schaffensrausch, wenn die Dinge fließen.

Beim diesjährigen „Tag der offenen Gartenpforte“ Anfang Juni steht ihr Kunst- und Gartenreich wieder für Besucher offen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo – Fr 10 – 20 Uhr, Sa 10 – 18 Uhr

http://www.artundform.de

Ausstellungseröffnung Pavel Kohout – „Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel“ im Haus des Buches Leipzig

Aus dem Leben eines Europäers

Die Ausstellung mit Lesung des Autors und Gespräch mit Tereza Boučková ist am 19. März, um 19.30 Uhr im Literaturcafé im Haus des Buches Leipzig, Gerichtsweg 28 zu erleben.

Pavel Kohout, einer der international bekanntesten Schriftsteller, Dramatiker und Bürgerrechtler, kommt anlässlich des tschechischen Gastlandauftritts nach Leipzig und eröffnet die Ausstellung im Haus des Buches, die anhand von Zeitzeugnissen wie Briefen, Fotografien, Zeitungen dokumentiert, wie die Politik das persönliche Schicksal Kohouts bestimmte: seine Wandlung vom überzeugten Kommunisten zum freiheitsliebenden Demokraten.

Als einer der Hauptunterzeichner der Charta 77 wurde der Prager Frühling für Kohout zum Wendepunkt: Der meistgespielte Stückeschreiber der ČSSR und treues KP-Mitglied wurde zum Dissidenten, der Partei und des Landes verwiesen, seine Stücke verboten. Erst während der Samtenen Revolution 1989 kehrte er nach Prag zurück. – Kohouts Leben, eine Entscheidung gegen die Ideologie und für die Freiheit, ist aktuell nachzulesen in seinem jüngst erschienen Werk „Aus den Tagebüchern eines Europäers“ (Osburg Verlag).

Tereza Boučková, 1957 in Prag als Tochter von Pavel Kohout und seiner zweiten Frau Anna Kohoutová geboren, ist Roman- und Drehbuchautorin, Dramatikerin und Kolumnistin. Ihr bekanntester Roman „Rok kohouta“ („Das Jahr des Hahns“, Karl Rauch Verlag) wurde in Tschechien zum Bestseller und löste leidenschaftliche Diskussionen aus.

Gastland Tschechien und Junges Literaturhaus Leipzig e.V. laden herzlich ein zur

Ausstellungseröffnung sowie Lesung und Gespräch mit Pavel Kohout und Tereza Boučková am Dienstag. 19. März, 19.30 Uhr, im Literaturcafé, Haus des Buches/ Literaturhaus Leipzig, Gerichtsweg 28, 04103 Leipzig.

Tomáš Kubíček, Projektleiter des Tschechischen Gastlandauftritts auf der Leipziger Buchmesse 2019 und Direktor der Mährischen Landesbibliothek, hält eine Laudatio, das Gespräch moderiert Marko Martin.

Die Ausstellung ist vom 20.3. bis 24.4.19 geöffnet. Der Eintritt ist frei.

„Pavel Kohout – Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel“ wird veranstaltet vom Jungen Literaturhaus Leipzig e.V., der Mährischen Landesbibliothek und dem Mährischen Landesmuseum im Rahmen des Tschechischen Gastlandauftritts auf der Leipziger Buchmesse.

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

www.ahojleipzig2019.de

Ausstellung mit Comics aus Tschechien in Leipzig

Währenddessen an einem anderen Ort. Ein Jahrhundert des tschechischen Comics

Das Buchmesse-Gastland Tschechien lädt zu Comics-Ausstellung in die Galerie KUB, Kantstraße 18 in Leipzig ein, die gestern eröffnete. Bis 31. März zu sehen.

Comics aus der Tschechischen Republik sind hierzulande kaum bekannt. Erst in den letzten Jahren eroberten sich Graphic Novels wie „Alois Nebel“ des tschechischen Comic-Zeichners Jaromír 99 ihren Platz auch bei den deutschen Leserinnen und Lesern. Die Ausstellung „Währenddessen an einem anderen Ort“ füllt diese Lücke anlässlich des tschechischen Gastlandauftritts bei der Leipziger Buchmesse und stellt ein Jahrhundert des tschechischen Comics vor – vom Comic im Dritten Reich über die Zeit des Kommunismus bis hin zu aktuellen Comics und Graphic Novels.

Konzipiert wurde die Ausstellung von zwei Comic-Liebhabern, die sich seit vielen Jahren mit der Theorie und Geschichte des Comics auseinandersetzen: Pavel Kořínek ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für tschechische Literatur an der Akademie der Wissenschaften Prag. Tomáš Prokůpek forscht an der philosophischen Fakultät der Palacký Universität in Olomouc und ist Herausgeber der Comic-Sammlung AARGH! – In der Leipziger galerie KUB stellen sie die tschechische Comic-Kunst in der Vielfalt ihrer Formen und im historischen Zusammenhang vor. Durch das Prisma des Comics geben sie Einblick in die Geschichte einer Republik, die seit ihrer Gründung stürmische Zeiten erlebte. Die Ausstellung ist thematisch ausgerichtet und zeigt, welche geschichtlichen Ereignisse und Stoffe das künstlerische Schaffen zwischen Freiheit und strikter Zensur prägten: die Besetzung der Tschechoslowakei, die kommunistische Machtübernahme, der Prager Frühling, die Zeit der Normalisierung, die Revolution und schließlich die Digitalisierung – Momente der kollektiven Hoffnung und der Umgang mit Bedrohung sind dabei die Motive, die Eingang auch in den gegenwärtigen tschechischen Comic finden.

Die Ausstellung wird zur Leipziger Buchmesse von verschiedenen Lesungen und Diskussionen begleitet, darunter:

Jan Novák und Jaromír 99 – Tschechenkrieg (dt. Verlag Voland & Quist): 21.3., 18.30 Uhr, galerie raum

Petr Stančík – Pérák. Der Superheld aus Prag (dt. Verlag edition clandestin): 22.3., 18:30 Uhr, galerie raum Nr. 2

Marek Šindelka und Vojtěch Mašek – Heilige Barbora: 22.3., 18:30 Uhr, galerie raum

Lucie Lomová und Jiří Grus – Tschechischer Comic heute: 22.3., 21:30 Uhr, galerie raum

Die Ausstellung „Währenddessen an einem anderen Ort. Ein Jahrhundert des tschechischen Comics“ in der galerie KUB (15.-31.3.19) wurde von den Tschechischen Zentren organisiert und in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München realisiert. Mit freundlicher Unterstützung der Mährischen Landesbibliothek Brünn.

Programm-Informationen

galerie KUB

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

www.ahojleipzig2019.de 

Neue Lyrik: Lesung mit dem Alfred-Kerr-Preisträger Michael Braun & dem Dichter Volker Sielaff


Buchladen, Lesebühne und Treffpunkt: die Buchhandlung „LeseZeichen“ in der Äußeren Neustadt. Foto (lv)

„Aus Mangel an Beweisen“

Eine Lesung mit Lyrik aus dem Zeitraum 2008 bis 2018 mit Michael Braun und Volker Sielaff und ein Gespräch über Poesie (Moderation: Patrick wilden) gibt es am 19. März, um 20 Uhr in der Buchhandlung „LeseZeichen“ auf der Prießnitzstraße 56 in der Äußeren Neustadt.

Seit nunmehr 40 Jahren begleitet das Tandem Michael Braun und Hans Thill die Szene der zeitgenössischen Poesie im deutschsprachigen Raum. Drei bahnbrechende Anthologien sind, in der Tradition von Walter Höllerers legendärer Lyriksammlung „Transit“, mittlerweile erschienen. Und jede nahm ein Jahrzehnt ins Blickfeld, versammelte, was es an maßgeblichen Stimmen in diesem Zeitraum gab: „Das verlorene Alphabet“ (1998), „Lied aus reinem Nichts“ (2010) und jetzt „Aus Mangel an Beweisen“ (2019).

„Selten hat man so geballt die ungemeine Vielstimmigkeit der deutschsprachigen Dichterszene bestaunen können“, schreibt die „Berliner Zeitung“ über Braun / Thills „Aus Mangel an Beweisen“. „Diese Anthologie konfrontiert das Radikalste und das Konservativste, Avantgarde da, Formstrenge dort“, meinen die Blogger vom gedichteblog.

Michael Braun, einer der beiden namhaften Herausgeber und vielen bekannt als Kritiker von Deutschlandfunk und Neuer Zürcher Zeitung, hochdekoriert mit dem „Alfred Kerr Preis“ für Literaturkritik, stellt das gewichtige Buch nun in Dresden vor. An seiner Seite wird Volker Sielaff eigene und ausgewählte Gedichte aus der Anthologie lesen. Patrick Wilden wird beide in ein Gespräch über die Üppigkeit der modernen Poesie, die Tiefen und Untiefen der Literaturkritik und manches Andere ziehen.

Eine Veranstaltung der Buchhandlung LeseZeichen mit dem Literaturforum Dresden.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!

Text: Jörg Scholz-Nollau/Buchhandlung LeseZeichen

http://www.buchlesen.de

Humorzone Dresden: Mimeclown Rainer König trifft die Elbhangzombies


Skurrile Typen & Schräge Lieder: Rainer König und die Elbhangzombies
Foto: Robert Jentzsch

Humorvolle Originale vom Elbhang

Im Rahmen der „Humorzone Dresden“ gibt es am 17. März, um 18 Uhr eine fetzige Veranstaltung mit den „Elbhangzombies“ und dem Mimen und Clown Rainer König in „Merlins Wunderland“ in Dresden. Eine musikalisch-verbale Pöbelei mit Menü und Tanz.

Was haben Prinz Albrecht, August Lingner und Dracula gemeinsam? Sie alle sind ja eigentlich schon tot. Doch gibt es Anlässe, zu denen sie wieder unter uns weilen.

Der nächste bietet sich am 17. März im Rahmen der „Humorzone“. Entsprechend lustig wird der Abend, wenn sich frühere Bewohner des Elbhangs als „Elbhangzombies“ vereinigen und die Gäste im Restaurant-Theater „Merlins Wunderland“ mit musikalisch-verbalen Pöbeleien unterhalten. Schräge Lieder mit Witz, aber auch mit Tiefgang, denn hier gibt es einiges zu lernen! Dieter Beckert verkörpert den „Earl of Findlater“, der die ersten Weinstöcke am Elbhang pflanzte und als Schotte natürlich den Whisky verehrt. Prinz Albrecht alias Wolf-Dieter Gööck besingt den Albrechtsapfel, der ihm zu Ehren gezüchtet wurde.

Jungpionier Max erinnert an den früheren Pionierpalast und die Mutti, die früh zur Arbeit geht. Auch August Lingner (Odol du riechst so gut!) und Heinsius von Meyenburg (Hoch lebe die Zahnpasta!) werden auferstehen, verkörpert von Robby Langer und Robert Jentzsch.

Als prominenten Gast haben sie sich Rainer König eingeladen. Für ihn beginnt der Abend in liegender Position, denn er wird als Dracula einem Sarg entsteigen. Vielen Dresdnern als Hexe Baba Jaga bekannt, stellt er hier abermals seine Vielseitigkeit unter Beweis.

Dazu gibt es ein üppiges Drei-Gang-Menü, und wer die Kalorien nicht mit nach Hause nehmen möchte, kann sie zur Musik eines DJs einfach wegtanzen.

Text: Sabine Mutschke

Beginn 18:00 Uhr
Ort: Merlins Wunderland, Zschonergrundstraße 4, 01157 Dresden

Tickets überall sowie unter Tel. 03 51 421 99 99 | info@merlins-wunderland.de

www.merlins-wunderland.de

3-Gang-Menü

Brotvariation vom Dresdner Backhaus, dazu frischer Topfen vom Markt mit Gartenkräutern, Paprika-Tomaten-Frischkäsecreme, Thunfisch-Chili-Dip, hausgemachtes Speckfett mit Apfel und Röstzwiebeln

***

Karotten-Kokos-Süppchen mit Chili & gerösteten Croutons & Blattspinat-Kartoffelcreme mit Schmand & sautierten Kirschtomaten

***

Gefüllte Rinderroulade wie bei Muttern, dazu feine Buttermöhren, klassischer Apfelrotkohl und Kartoffelklöße mit Semmelbutter

***

Süße Überraschung: Merlins Dessertvariation

Vegetarisches/Veganes Menü

Tapenade aus sonnengereiften Oliven, gegrillter Tomate und Hummus mit geröstetem Sesam

***

Feine Karottencrème mit Kokos, Chili und Kürbiskernen

***

Pastavariation mit sautiertem Gemüse

***

Marinierte Waldbeeren und Zitronensorbet mit Minze

 

Erlesene Kostbarkeiten: 25. Leipziger Antiquariatsmesse auf der Leipziger Buchmesse

Schätze aus sieben Jahrhunderte Buchgeschichte

In Zeiten der Digitalisierung und „Fake News“ und der daraus erwachsenen Unsicherheit ist es besonders wichtig, sich mit bleibenden Werten und real existierenden Objekten der Kultur zu beschäftigen. In Halle 3 der Leipziger Buchmesse (vom 21. bis 24. März)  findet bereits zum 25. Mal die größte und zugleich einzige Antiquaratsmesse in den neuen Bundesländern statt. Zum silbernen Jubiläum präsentieren 53 Aussteller ihre Kostbarkeiten aus sieben Jahrhunderten Buchgeschichte. 

Diese Schätze sind authentisch, wirklich und unverfälscht vorhanden und dürfen auch gleich gekauft und mitgenommen werden. Unter den Ausstellern sind Antiquare aus den Niederlanden, Österreich, Italien, Slowenien und dem Gastland Tschechien. – So zeigt der Antiquar Tomas Lazar eine schöne Sammlung tschechoslowakischer Avantgarde.
Erstmals sind zwei Galerien dabei: Die Galerie Erik Bausmann aus Halle zeigt hochwertige zeitgenössische Kunst und der Leipziger Kollege Martin Koenitz ist neben seinem Graphikantiquariat mit seiner Galerie für Werke der klassischen Moderne vertreten.
Im Außenbereich der Antiquariatsmesse befindet sich für den Leser mit kleinem Geldbeutel die beliebte
Literaturmeile mit über 15.000 Titeln. Dort wird solide Literatur zu kleinem Preis angeboten. In ihrem durch Taschenkontrolle am Ein- und Ausgang gesicherten Innenbereich bieten die 53 Aussteller zahlreiche Schätze für bibliophile Sammler zum Kauf an.

Schwerpunkte der diesjährigen Leipziger Antiquariatsmesse sind zum Beispiel eine umfassende Upton Sinclair-Sammlung beim Antiquariat Lenzen, rare Exilliteratur ab 1933 bei Walter Markov. Hans Lindner präsentiert Struwwelpetriaden und das Antiquariat KaraJahn bietet eine nahezu vollständige Sammlung aller je erschienenen Lederbände der Inselbücherei an.

Alle Aussteller bringen wertvolle alte Bücher zu vielen Sachgebieten, aber auch seltene Erstausgaben, Autographen, Bücher mit Signatur oder Widmung des Autors nach Leipzig. Angeboten werden sammelwürdige Dokumente und Fotos, Luxusausgaben, Handeinbände aus Leder und Pergament, Pressendrucke, illustrierte Bücher, Kinderbücher, Musikalien, Landkarten, Globen, dekorative Graphik und Kunst.

Der reich illustrierte Gemeinschaftskatalog enthält einen Teil der wertvollsten Objekte. Alle diese Titel sind bis zum Messebeginn reserviert. Der Katalog wurde weltweit verschickt und er findet immer großen Anklang. Bei mehr als einem Interessenten für einen Titel entscheidet das Los. Dies ist für viele Anbieter, Sammler und Zuschauer ein dramatischer und emotionaler Einstieg bei der Eröffnung.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Katalog & Informationen zu den Ausstellern

http://www.abooks.de

Erich Kästner Museumsfestival, Zweites Kapitel: Lesung mit Durs Grünbein – „Aus der Traum (Kartei)“

Von Vielfalt und Neuer Sachlichkeit

Das Festival zum 120. Geburtstag Erich Kästners und dem 20. Geburtstag des Micromuseums im Literaturhaus Dresden am Albertplatz geht weiter. Das zweite Kapitel steht unter dem Motto: „Der synthetische Mensch“* (Aus Erich Kästner, „Gesang zwischen den Stühlen“, 1932). Hier die Veranstaltungen vom 14. bis 20.3.

Humanismus? Weltbürgertum? Liberale Demokratie? Bauhaus? Neuer Populismus? Neue Heimat? Neuer Mensch?

Erich Kästner, Jahrgang 1899, wurde Zeuge und Handelnder in einem Jahrhundert voller Kontinuitätsbrüche und Gewalt, Neuanfänge und technischer Fortschritte. Wo stehen wir, die Erben von 1919, 1949 und 1989 heute? Welche Wirklichkeiten bestimmen unsere Haltung?

Do., 14.3. Die Kraft der Imagination
19 h
Durs Grünbein, „Aus der Traum (Kartei)“ / Lesung und Gespräch /
Moderation Uwe Hübner 

Provokativer könnte ein poetischer Buchtitel nicht sein, und doch lässt der Dichter an einem nicht zweifeln: »Ganz insgesamt wird das, was man die Realität nennt, überschätzt.« Und so steuert er im ersten Teil seines Buches mit aller Kraft der Imagination konsequent hinein in die Sturmzone jener Realität, die den meisten als das Maß aller Dinge erscheint.

Durs Grünbeins neues Buch ist eine über Leitmotive miteinander verbundene Sammlung von Schriften verschiedener Genres: aus Aufsätzen, Reflexionen, Reden, Traumnotizen, Vorträgen, Sprechertexten und Gedichten. Ihr Ursprung verdankt sich der speziellen Arbeitsweise des Dichters. Aus der sammelnden und ordnenden Kartei seiner Stichworte ist ein Fundbuch hervorgegangen, das sich auf jeder Seite gewinnbringend aufschlagen lässt.

Fr., 15.3. Homunkulus
10 h
Décalcomanie-Workshop unter der Leitung von Marleen Andreev. Schüler*innen erarbeiten in der Kreativen Werkstatt Dresden Farbabzüge zu Kästners Text „Der synthetische Mensch“ 

Unter Décalcomanie versteht man die künstlerische Technik des Farbabzuges oder des Farbabklatsches. In Anlehnung an Kästners Gedicht beschäftigt uns die Frage, welchen radikalen Umbau des Menschen technologische Entwicklungen und Künstliche Intelligenz zur Folge haben können.

Mi, 20.3. Die Kunst und das unvollständige Leben
19 h
Jewgeni Wodolaskin, „Luftgänger“ / Lesung und Gespräch / Moderation Hartmut Mangold / Lesung der Texte in deutscher Sprache: Dirk Strobel 

Ein Mann erwacht in einem Krankenzimmer und kann sich an nichts erinnern. Sein Arzt verrät ihm nur seinen Namen: Innokenti Platonow. Als die Erinnerung langsam zurückkommt, formt sich das Bild eines bewegten Lebens: Eine behütete Kindheit im Russland der Zarenzeit, der Sturm der Revolution, roter Terror und der Verlust einer ersten großen Liebe. Bald treibt ihn vor allem eine Frage um: Wie kann er sich an den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erinnern, wenn die Tabletten auf seinem Nachttisch aus dem Jahr 1999 stammen?
In der Tradition großer russischer Autoren wie Michail Bulgakow und Fjodor Dostojewski entfaltet Jewgeni Wodolaskin am Schicksal eines Einzelnen ein faszinierendes Panorama Russlands.

Jewgeni Wodolaskin, geboren 1964 in Kiew, arbeitet nach einem Philologie-studium und der Promotion seit 1990 in der Abteilung für Altrussische Literatur im Puschkinhaus (Institut für russische Literatur) in St. Petersburg. Sein Roman „Laurus“, ein internationaler Bestseller, wurde in 20 Sprachen übersetzt. „Luftgänger“ wurde bisher in 14 Sprachen übersetzt und stand auf der Shortlist für den russischen Booker Prize. Jewgeni Wodolaskin lebt mit seiner Familie in St. Petersburg.

Das Festivalkapitel findet in Kooperation mit Kreative Werkstatt Dresden e.V. und Aufbau Verlag GmbH & Co. KG statt, gefördert von der Landeshauptstadt Dresden.

Festivalfortsetzung von 3.-7. April

Drittes Kapitel: Lassen Sie sich nichts weismachen!*
Themenfeld Bildung

*Aus: Erich Kästner, „Weisheit der Bücher“, erschienen am 17.12.1926 in der Neuen  Leipziger Zeitung (Nr. 348)

Weitere Infos unter http://www.literaturhaus-dresden.de

Ausstellung „Archiv der Modelle“ in der Galerie Ursula Walter


„Zimmer mit Aussicht“, Pfelder 2008

Kunst am Bau

Die Ausstellung „Unrealised projects – Archiv der Modelle“  eröffnet am kommenden Samstag ab 16 Uhr in der Galerie Ursula Walter am Neustädter Markt 10. Diese ist der erste Teil einer Ausstellungsreihe Kunst im und für den öffentliche Raum und wird von Claudia Reichardt kuratiert. Eingeladen sind 17 Künstler*innen mit nicht realisierten Modellen und Entwürfen aus Kunst-am-Bau-Wettbewerben bzw. Ausschreibungen für Kunst im öffentlichen Raum.

SVEA DUVE, PAUL ELSNER, KERSTIN FRANKE-GNEUSS, INGO GÜTTLER, SEBASTIAN HEMPEL, BRITTA JONAS, MATTHIAS LEHMANN, STEFAN NESTLER, PFELDER, UTE RICHTER, URSULA SAX, STEFAN SCHRÖDER, BIRGIT SCHUH, TOBIAS STENGEL, ANDRÉ TEMPEL, PATRICIA WESTERHOLZ, AREND ZWICKER

Eröffnung: Samstag 16.03.2019, 16 – 21 Uhr
Einführung: Claudia Reichardt, 18 Uhr

Ausstellung: 16.03. – 27.04.2019

Die Ausstellungsreihe Kunst im und für den öffentlichen Raum wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

GALERIE URSULA WALTER
Neustädter Markt 10
Am Goldenen Reiter
01097 Dresden

Geöffnet: Do – Fr 15 – 18 Uhr, Sa 12 – 16 Uhr

www.galerieursulawalter.de

Das Jahresprogramm 2019 wird gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz und den Paten des Fördervereins Galerie Ursula Walter e.V.

Premiere „Ich bin Kain“ im Theater Junge Generation


Zwei Brüder, zwei Weltsichten: Vom Umgang mit Unterschieden und Konflikten erzählt das Stück „Ich bin Kain“ im TJG. Foto Marco Prill

Wie lange ist für immer?

Die biblische Geschichte über den Brüder- und Glaubenszwist hat als Puppentheater-Stück mit Videoprojektion „Ich bin Kain“ (Regie: Nis Søgaard, ab 12) Premiere am Sonnabend, den 23. März, 18 Uhr, im Kraftwerk Mitte, Kleine Bühne. 

                
Laut Kains Vater Adam ist die Welt kompliziert. Kain möchte sie verstehen und hat viele Fragen: Wieso müssen wir sterben? Ist tot sein besser oder schlechter als lebendig sein? Wo ist meine Heimat? Wie lange ist „für immer“? Diese Neugier findet Kains Vater übertrieben. Und Schlange, ein alter Bekannter aus früheren Tagen, pflichtet ihm bei: „Seht auf jeden Fall zu, dass euer nächster Sprössling anders wird als Kain. Einer, der die Welt nicht komplizierter macht, als sie eh schon ist.“

Dann bekommt Kain tatsächlich einen kleinen Bruder: Abel. Kain will ihm alles beibringen, was er weiß. Aber Abel ist nicht interessiert. Während Kain Antworten auf seine Fragen sucht, forscht und Dinge erfindet, vertraut Abel auf eine unsichtbare Macht: „ER sagt mir alles, was ich wissen muss.“ Die beiden Brüder sind so unterschiedlich, dass die Konflikte nicht lange auf sich warten lassen. Dabei gerät sogar Kains Überzeugung ins Wanken, dass das Leben das Wertvollste ist, was es gibt.

Regisseur Nis Søgaard beschäftigt sich mit den innerfamiliären Konflikten der aus dem Paradies verstoßenen Eltern und ihrer Söhne. Er fokussiert – mit den Mitteln des Puppentheaters und Videos – auf das Zusammenprallen zweier verschiedener Weltsichten und Glaubensweisen.

Text: Norbert Seidel/TJG

Die nächsten Premieren:
Sa 23. Mrz ~ Ich bin Kain ~ von Jens Raschke ~ 12+    
Di 02. Apr ~ #nofilter UA ~ eine analoge Suche nach dem Ich im Digitalen ~ von Sophia Keil und Anna Lubenska ~ 12+
Sa 13. Apr ~ Der starke Wanja ~ nach dem Buch „Die Abenteuer des starken Wanja“ von Otfried Preußler ~ 6+
Sa 25. Mai ~ Auf der Suche nach dem unschätzbaren Wert der Dinge UA ~ von Konradin Kunze ~ eine Zusammenarbeit des tjg. und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ~ 8+        
So 02. Jun ~ Ginpuin – Auf der Suche nach dem großen Glück ~ von Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson ~ spartenübergreifend~ 5+        

http://www.tjg-dresden.de                  

 

Premiere „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden


Mit der Schwalbe, Kassettenrekorder und heißer Ostmusik durch die Zeit vor und nach dem Mauerfall brausen die jungen Darsteller im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden. Kultverdächtig!
Fotos: Robert Jentzsch

Zündende musikalische Zeitreise mit viel Ost-Feeling

Ostmusik hat eine besondere Aura, da unter besonderen Umständen entstanden. Sie ist und bleibt unverwüstlich, lebendig, Herz und Geist gleichermaßen berührend. Zu erleben im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden.

Ein Koffer mit persönlichen Erinnerungsstücken, ein Liebesbrief, Schlafsack und Filmplakate aus zwei legendären Defa-Filmen wecken Erinnerungen und sind die zündenden Zutaten im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ von Michael Kuhn und E.B. Marol. Die Aufführung vereint grandios die 50 größten Amiga-Hits aller Zeiten. Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater Dresden.

Vor der Kulisse einer Kirche mit hohen, regenbogenbunten Fenstern probt eine junge Band. Der umtriebige John (Andreas Köhler), Sohn des ehemaligen Amiga-Produzenten, plant eine Konzerttournee, um das historische Ereignis 30 Jahre Mauerfall und gleichzeitig den Sound des Ostens zu feiern. Für einigen Wirbel sorgt Sängerin Nina (kess-selbstbewusst: Katharina Eirich), die unerwartet aus Hamburg auftaucht, weder Ernst Thälmann noch einen einzigen Osthit kennt, aber im heissen Sommer `89 gezeugt wurde. Neben dem coolen John ist auch der schüchterne Bandleader Richi (Janis Masino) in Nina verliebt, was zu Spannungen führt, so dass das Konzert beinahe platzt.

Liebessongs und echtes Leben kommen sich während der Konzertproben gefühlreich in die Quere, nebenbei werden Ost-West-Klischees humorvoll auf die Schippe genommen in dieser wunderbaren musikalischen Zeitreise unter Regie von Olaf Becker, die Musik kuratierte Jörg Stempel, der letzte Amiga-Chef. Mittendrin im Publikum saßen viele bekannte Ostmusiker, eine Reihe vor mir Dieter „Maschine Birr“ von den Puhdys, neben ihm Jäcki Reznicek, Bassist auch bei „Silly,“ in der Reihe neben mir Wolfgang Ziegler, Petra Zieger, Angelika Mann…

„Tourneemutti“ Helga in Blümchenschürze (trocken humorvoll: Julia Henke bei ihrem  ersten Auftritt im Boulevardtheater) schmiert Fettbemmen, erzählt von früher, auch ungehörige politische Witze, singt und moderiert im schrillen Nina-Hagen-Outfit das Konzert und lüftet ein Geheimnis um John und Ninas Herkunft.

Die Dialoge sind voller Anspielungen auf Amiga-Hits, sie begleiten die Handlung und spiegeln Eindrücke aus der DDR-Zeit und dem Lebensgefühl. Da wechseln Kinderlieder, Kampf- und Arbeiterlieder, Gute-Laune-Medley und das aufrüttelnd-zeitlose „Sag mir wo du stehst“ vom Oktoberklub. Vom ersten bis zum letzten Song sprang der Funke sofort aufs Publikum über, wurde geklatscht und mitgesungen. Begonnen bei Holger Bieges „Sagte mal ein Dichter“ über „Jugendliebe“ von Ute Freudenberg, “König der Welt“ und „Über sieben Brücken“ von Karat, „Casablanca“, „Purpursonne“ und „Am Fenster“ von City, „Katzen bei Nacht“ von Petra Zieger, „Heute bin ich allein“ von Reinhard Lakomy, „Als ich fortging“ von Karussell bis „Bataillon d`amour“ von Silly. Zu Filmbildern aus „Paul und Paula“ und „Heißer Sommer“ erklingen die Hits „Geh zu ihr“ und „Alt wie ein Baum“ von den Puhdys und Ohrwürmer von Frank Schöbel.

Stehende Ovationen gab es bei dem berührenden Titel „Gib mir Asyl hier im Paradies“, den Silly-Sängerin Tamara Danz kurz vor ihrem Tod aufnahm. Ob kraftvoll rockig oder liedhaft poetisch, diese Musik kann sich immer noch hören lassen und hat etwas zu sagen. Wer Ost-Feeling erleben und verstehen will, ist hier bestens aufgehoben! Stürmischen Beifall gab es dafür vom Publikum.

Eine Doppel-CD zur Legende vom heissen Sommer mit den
Amiga-Originalen und dem Soundtrack zur Theater-Show erscheint übrigens am 7. Mai und ist im Boulevardtheater erhältlich.

Text und Foto (1) (lv)

http://www.boulevardtheater.de