BilderAlbum: Die DNA des Ostens & viele weitere spannende Neuerscheinungen von Verlagen aus Mitteldeutschland


Leselust & Bücher & die Menschen dahinter: 20 Verlage stellten ihre Neuheiten vor, eine bunte, illustre, einfallsreiche, spannende und beeindruckende Mischung aus historischer Regionalliteratur bis zu hochaktuellen Themen. Für Neugierige und Lesehungrige kurz und anschaulich zusammengestellt in der Broschüre „Wir sind Dein Buch“, herausgegeben vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen.

Bühne frei für die Bücher-Neuheiten

20 Verlage aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stellten ihre druckfrischen Werke in beeindruckender Vielfalt am Mittwoch im Haus des Buches in Leiipzig vorab zur Leipziger Buchmesse vor.

Wie vielfältig, lebendig und überraschend die hiesige Verlagslandschaft ist, zeigten am Mittwoch 20 Verlage mit je drei Neuerscheinungen in einem Pressegespräch im Haus des Buches vorab zur Leipziger Buchmesse (vom 19. bis 22. März). Eingeladen hatte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, der erstmals eine Broschüre „Wir sind Dein Buch“ – Lesetipps aus Mitteldeutschland und die Menschen dahinter – herausgab. Darin stellen sich insgesamt 35 Verlage, neue und bekannte, mit einer Fülle an literarischen Genres und Themen vor, die mit Herz, Fantasie, Humor und Anspruch für alle Altersgruppen gestaltet, für reichlich Entdeckungen und Lesevergnügen für verschiedene Geschmäcker sorgen.

Text + Fotos (lv)
Mehr zu einzelnen Büchern demnächst auf diesem Blog.

Link zur online-Ausgabe von „Wir sind Dein Buch“: https://www.book2look.com/book/imNcvqLDGF

Leipziger Buchmesse: Literarische Vielfalt mit den Unabhängigen Verlagen & Lyrikpanorama zum Welttag der Poesie

Das Forum » Die Unabhängigen « auf der Leipziger Buchmesse 2026

Vom 19. bis 22. März 2026 ist das Forum » Die Unabhängigen « zum neunten Mal auf der Leipziger Buchmesse zu finden. An vier Messetagen werden bei rund 45 Veranstaltungen zahlreiche Autor:innen, Herausgeber:innen, Übersetzer:innen und Verleger:innen vor Ort sein. Im Zeitraum von 10.30 Uhr bis 18.00 Uhr (am Sonntag bis 16.30 Uhr) finden halbstündige Lesungen zu Neuerscheinungen sowie die Verleihung des Kurt Wolff Preises statt. Mit zahlreichen Verlagen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Podiumsgästen aus ganz Europa wird der Blick in diesem Jahr erneut darauf gerichtet, was uns als Gesellschaft bewegt und welche ästhetischen Maßstäbe Literatur setzt. Organisiert wird das von Carolin Callies kuratierte Projekt von der Kurt Wolff Stiftung und der Leipziger Buchmesse. Das Programm findet live in Halle 5 / H313 statt und wird zudem via Livestream online zu verfolgen sein.

Die Bar am Forum bietet neben erfrischenden Getränken den besten Espresso der Buchmesse ausgeschenkt von Verlegerinnen und Verlegern unabhängiger Verlage.

Darüber hinaus geht es am Buchmesse Samstag (21. März) mit » Die Unabhängigen. Spätausgabe « für einen Abend runter vom Messegelände in den Westflügel Leipzig. Dort lesen ab 19.30 Uhr achtzehn Autor:innen auf zwei Bühnen aus ihren Romanen, Lyrikbänden und Sachbüchern.

»Die Unabhängigen « auf dem Messegelände

Das Programm rund um die Neuerscheinungen bildet auch in diesem Jahr wieder die literarische Vielfalt und die hohe Qualität der unabhängigen Verlage ab. Etablierte Stimmen treffen auf neue literarische Talente, internationale auf deutschsprachige Perspektiven. Hochkarätige Literatur hören wir mit den Romanen von Ruth Herzberg, Verena Stauffer, Leander Steinkopf oder Julia Weber; Prosadebüts wie die von Clemens Brodeßer (»Corky«) und Jessica Mawuena Lawson (»Kekeli«) dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Erneut sind internationale Autor:innen auf dem Forum zu Gast: Mit Emanuela Anechoum (Italien), Gaëlle Bélem (Frankreich), Simon Chevrier (Frankreich), Dario Ferrari (Italien), Julia Fiedorczuk (Polen), Unė Kaunaitė (Litauen), Marek Torčík (Tschechien) und Suzana Tratnik (Slowenien) sind herausragende Stimmen weiterer Sprachräume vertreten – vorgestellt mit oder von ihren Übersetzer:innen. Das Fokusthema der Messe unter dem Motto »Donau – Unter Strom und zwischen Welten« findet mit der literaturgeschichtlichen Publikation »Aufbruch ins Innere Europas. Von Hermann Hesse bis Peter Handke« von Werner Anzenberger seinen Aufschlag.

Mehrere Neuerscheinungen widmen sich dieses Mal dem Thema des Erinnerns an eine zurückgelassene Heimat: Der gebürtige Ukrainer Yuriy Gurzhy, der in Berlin lebt, erzählt in »Ein Aquarium voller Schlüssel« von Charkiw und den Fotos seines Vaters. Die georgische Lyrikerin Bela Chekurishvili vermisst mit »Margo ist fort« den Abstand zwischen der verlassenen Heimat und dem Leben im selbstgewählten Exil – ebenso wie die kurdische Lyrikerin Yildiz Çakar in »Dunkles Siegel«. Die in Bagdad geborene Mona Yahia erzählt mit »Vier Tage. Eine nahöstliche Tetralogie« das Leben von vier Generationen einer jüdischen Familie.

Am Samstag, dem 21. März, wird der Welttag der Poesie mit der besonderen Veranstaltung »Lyrikpanorama« gefeiert – eine ganze Stunde mit vier Neuerscheinungen: Die Herausgeber:innen Tamer Düzyol & Alina Plohmann bringen ihre Anthologie »Bad Times Poetry. Schluss mit schönen Worten« mit, Anke Bastrop (»Verborgene Landschaften«), Hannah K Bründl (»schilfern«) und Nasima Sophia Razizadeh (»Entschwebung«) sind mit ihren druckfrischen Lyrikbänden dabei.

Das Forum widmet sich seit jeher wichtigen gesellschaftlichen Debatten. Der Historiker Alexander Querengässer unternimmt mit »Gewalt. Eine Kulturgeschichte des Krieges« einen Erklärungsversuch, warum gewaltsame Konflikte der Menschheit eingeschrieben zu sein scheinen; Robert Schuberth bespricht in »Vom Antisemitismus, der keiner sein will« die Linie zwischen berechtigter Antisemitismusdiagnose und Diffamierung, während der Band des Soziologen und Ökonoms Friedrich Pollock (1894-1970) mit »Schriften zu Nationalsozialismus und Antisemitismus« eine historische Perspektive bietet. Am Messedonnerstag, 19. März 2026, um 11 Uhr, wird, eingeladen vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, zum Thema »Zwischen Algorithmus und Aufklärung: Unabhängige Verlage und die Zukunft der Demokratie in Zeiten von KI und Desinformation« diskutiert.

Auch die Popkultur findet ihren Platz: Wolfgang Wissler untersucht in »Based on a true Story« Filme nach ihren wahren Begebenheiten, die Musikerin und Autorin Ariana Zustra feiert in »Don’t Stop the Music« unsterbliche Popstars und Rüdiger Dannemann widmet sich Bob Dylans Songphilosophie. Der Schauspieler und Regisseur Pierre Sanoussi-Bliss stellt seine Autobiografie »Den Rest hab ich verdrängt« vor, und der Hörfunkjournalist Philipp Cavert präsentiert die Biografie von Harry Meyen, dem Schauspieler und Ehemann von Romy Schneider.

Wichtige Anziehungspunkte sind zudem die Verleihung des Alfred-Kerr-Preises für Literaturkritik, (19. März, 14 Uhr), der »Buchhandelstreff« unser Empfang für Buchhändlerinnen und Buchhändler (20. März, ab 17 Uhr) sowie traditioneller Höhepunkt am Messe-Freitag um 13.00 Uhr, die Verleihung des Kurt-Wolff-Preises, der in diesem Jahr an die Edition Tiamat (Hauptpreis) und an Starfruit Publications (Förderpreis) geht.

Die Unabhängigen. Spätausgabe

Zum sechsten Mal zieht das Forum » Die Unabhängigen « in die Stadt zur » Spätausgabe « Im Westflügel Leipzig beginnt die Veranstaltung mit achtzehn Autor:innen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich am Messesamstag, dem 21. März 2026, um 19.30 Uhr. Auf zwei Bühnen lesen die Autor:innen in thematisch kuratierten Blöcken. Mit dabei sind: Wilhelm Bartsch, Xaver Bayer, Dirk Bernemann, Alisha Gamisch, Bernard Hoffmeister, Bianca Jankovska, LJ Jeschke, Ricarda Junge, Ulli Lust, Domenico Müllensiefen, Lisa-Viktoria Niederberger, Hendrik Otremba, Annette Ramelsberger, Ulrike Almut Sandig, Sophie Sumburane, Kinga Toth, Cornelia Travnicek, Eva Christina Zeller. Die Spätausgabe moderieren Sabine Franke, Linn Penelope Rieger und Jörg Schieke.

Das komplette Programm im Forum ›Die Unabhängigen‹: kurt-wolff-stiftung.de/dua-2026/#programm 

Das Programm der Spätausgabe: kurt-wolff-stiftung.de/dua-spaetausgabe-2026/

Tickets für die Spätausgabe: westfluegel.de/veranstaltung/die unabhaengigen spaetausgabe/

Live Streams: youtube.com/@kurtwolffstiftung6170/streams

Die Leipziger Buchmesse findet vom 19. bis 22. März 2026 statt. Tickets sind im Online-Ticketshop erhältlich.

Text: Felix Wisotzki, Pressesprecher Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:     
www.leipziger-buchmesse.de
https://blog.leipziger-buchmesse.de

Leipziger Buchmesse auf Social Media:
www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
www.instagram.com/leipzigerbuchmesse
www.linkedin.com/company/leipziger-buchmesse
www.threads.net/@leipzigerbuchmesse

Manga Comic Con:
www.manga-comic-con.de
www.facebook.com/mangacomiccon
www.instagram.com/mangacomiccon

Neue Lyrik zur Frühlingszeit: Fließen & Farblächeln

Fließen

Ein Aufleuchten
Auftauchen
wie aus der Ferne
alles vertraut und
doch anders
die Wege und Gassen
neue Häuser dazwischen
alte steinerne Vorgärten
vorn die Straße zum Fluss
am blauen Himmel steht
schon der Neumond
schwirren federleichte Wolkengeister
Schient Ihr mir herab
vor Freude
wieder hinaus in die Welt
könnt Ihr nun als Buchkatzen
funkelnd mit den Lichtstrahlen
und den Wolkenspielen im Wasser
durchzogen von der Brücke der Zauberin
auf dem Geländer
und den Bäumen am Ufer
ziehen Wasservögel ihre Kreise
hör ihr Flügelschlagen und die Rufe
der Wildgänse
endlich zurück
wieder im Fließen

LV
24.2.2026

Farblächeln

Im schon verblühten
verglühten unvollkommenen
noch unfertigen noch das Schöne
den Glanz das Wollen
und Werden sehen
nichts ist verloren
was vergilbt
weit weg
unerreichbar scheint
alles möglich
was mit Liebe geschieht
das Verblühte alles wandelt
sich mit uns
neu

LV
8.3.2026

Texte und Fotos: Lilli Vostry

Neuer Besucherrekord bei der Blumenschau „Dresdner Frühling im Palais“ Großer Garten in Dresden


Opulent inszeniert: Mit der „Tafel der Vielfalt“ entfaltete sich beim Dresdner Frühling im Palais eine eindrucksvolle Komposition aus gärtnerischen und floristischen Arbeiten. Besucher konnten die facettenreiche Blütenpracht aus nächster Nähe erleben. Foto: Sebastian Thiel

Besucherrekord für Dresdner Frühling im Palais

Dresden, 8. März 2026 (tpr) – Am Sonntagabend endet die zehnte Ausgabe der Blumen- und Floristikausstellung „Dresdner Frühling im Palais“ im Palais im Großen Garten Dresden. Die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen (FGS) rechnet damit, dass bis zum Abend insgesamt etwa 43.000 Besucher das Gesamtkunstwerk aus Tausenden blühenden Pflanzen und Gehölzen sowie meisterhafter Floristik gesehen haben werden. Das ist ein neuer Rekord für die Schau, die unter der Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stand.

„Die Besucher haben sich von den Wundern der Natur verzaubern lassen“, sagt der Veranstalter und FGS-Geschäftsführer Tobias Muschalek. „Das Gästebuch ist voller Worte des Dankes und der Begeisterung – das berührt uns! Viele haben lange Anfahrtswege und teilweise Wartezeiten in Kauf genommen, um die Ausstellung zu sehen. Dafür bedanke ich mich im Namen aller, die an dieser Schau mit Herzblut mitgewirkt haben, ganz herzlich.“ Neben Dresdnern und Gästen aus Sachsen kamen auch Besucher aus allen weiteren ostdeutschen Bundesländern sowie aus Niedersachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.Die Jubiläumsausgabe stand unter dem Motto „Oh Blütenwelt – welch‘ Wunder!“ und zeigte in den Sälen und Salons des Lustschlosses zehn Tage lang farbenprächtige und frühlingshaft duftende Szenen. Höhepunkt war eine fast sechs Meter hohe Baumskulptur im großen Saal des Palais. Als Weltenbaum stand sie für die majestätische Schönheit der Natur. 22 Gartenbaubetriebe aus Sachsen hatten monatelang darauf hingearbeitet, etwa 40.000 Pflanzen punktgenau zum Blühen zu bringen. Eigens für die Ausstellung produzierten sie dabei auch besondere Sorten wie Butterfly-Ranunkeln oder frühblühenden Islandmohn.

Nächstes Highlight: Blühendes Sachsen
dresdner Frühling im Palais ist die größte Indoor-Frühlingsblütenausstellung in Deutschland. Seit 2006 knüpft sie alle zwei bis drei Jahre an die Tradition der opulenten Blüten-, Pflanzen- und Früchteschauen in Dresden an, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Die nächste Schau ist für 2028 geplant – genau 200 Jahre nach der ersten öffentlichen Ausstellung seltener Früchte und Gewächse im Palais im Großen Garten.Blumen- und Gartenfreunde können sich schon in diesem Jahr auf ein weiteres Highlight freuen: Am 25./26. April laden bei der Aktion „Blühendes Sachsen“ etwa einhundert Gärtnereien und Baumschulen im Freistaat zum Besuch und präsentieren aktuelle Blumen- und Gartentrends. Es ist der offizielle Start in die Beet- und Balkonpflanzensaison. Informationen gibt es unter www.bluehendes-sachsen.de.

Rückblick Besucherzahlen Dresdner Frühling im Palais:
2023: 42.050 Besucher
2020: 40.700 Besucher
2018: 36.800 Besucher

Text: Anne Jungowitz

Über Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mbH:
Die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mit Sitz in Dresden fördert alle Zweige des Gartenbaus und seiner Betriebe in beruflicher, wirtschaftlicher, fachtechnischer und kultureller Hinsicht. Die Förderung besteht u.a. in der Durchführung von Gärtner- und Floristenbörsen, in der Durchführung von Ausstellungen, Blumenschauen und Messen sowie von Seminaren, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen. Darüber hinaus fördert sie den Berufsnachwuchs und berät die u.a. die im Gartenbauverband Mitteldeutschland e.V.  organisierten berufsständischen Unternehmen, darunter rund 320 Gemüsebau- und Zierpflanzenbetriebe, Einzelhandels-, Stauden- und Friedhofsgärtnereien sowie Baumschulen.

 

Ausstellung „Reflexion“ von Michael Klose & Bilder von Angel Hampel mit dem Titel „Handsam“ im Kabinett in der Galerie Mitte in Dresden


Stille, traumversunkene Bilderlandschaften: der Maler Michael Klose bei seiner Ausstellungseröffnung „Reflexion“ mit viel Besucherresonanz in der Galerie Mitte in Dresden.

Das Schweben der Farben und des Lichts

In Farben und Formen schwelgende Bilderlandschaften mit Brücken, Seerosen und Stadtansichten zeigt der Maler Michael Klose derzeit in seiner Ausstellung „Reflexion“ in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49, in Dresden. Im Kabinett sind expressive, figürliche Arbeiten von Angela Hampel unter dem Titel „handsam“ zu sehen.

Helle und dunkle Grün- und Blautöne verflie0en, entführen in einen Zustand zwischen Wachen und Träumen, fern und nah zugleich, in dem Sehnsucht, Fantasie und Reales Gestalt annehmen in den wunderbaren Bilderlandschaften der Ausstellung „Reflexion“ mit Malerei, Zeichnung und Druckgrafik von Michal Klose, die mit viel Besucherresonanz und romantisch beschwingten Klängen der Musiker unlängst in der Galerie Mitte, Fetscherstraße 49, in Dresden eröffnete.

Außerdem werden im Kabinett von Angela Hampel unter dem Titel „handsam“ sinnlich expressive, zarte und kraftvolle figürliche Arbeiten in ihrer Jubiläumsaustellung zum 70. Geburtstag geteigt, in denen es um Licht- und Schattenseiten des Menschseins geht, um Naturgöttinnen begleitet von vielerlei Getier und um Berührungen innen wie außen.

Die Ausstellung ist noch bis 4. April zu sehen.

Text + Fotos (lv)
Mehr Text und Fotos zur Ausstellung folgen.

Heute am 7. März, um 17 Uhr liest die Schauspielerin Annette Richter Texte romantischer Dichter in der Ausstellung.

Geöffnet: Di bis Fr 15 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

Ausstellung „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich im Einnehmerhaus Freital


Steinsonne & Eisblumen & Baumstrukturen… Die Natur malt, zeichnet mit in der derzeitigen Ausstellung mit Fotografie im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital, Dresdner Straße 2.

Farben- und Formenfülle in Bildern & Klängen:  Mit zauberhaftem Spiel voller Hingabe an der Harfe begeisterte Aerdna Harp (Andrea Dorschner) zur Ausstellugseröffnung die Besucher. Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus bedankte sich herzlich.

Steinfarben & Steingesichter: Einen besonderen Blick dafür hat Jürgen Dittrich, von Beruf Geologe und seit vielen Jahren als Fotograf in der Natur unterwegs.

Zauberhafte Naturaufnahmen

Die reichhaltige Farb- und Formenfülle von Gesteinen und Landschaften zeigt die Ausstellung „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich derzeit im Einnehmerhaus Freital.

Steinfarben, Eisblumen, Baumstrukturen und Schwünge in der Landschaft. Die Natur malt, zeichnet mit in reichlicher Farben- und Formenfülle in der ersten  Ausstellung dieses Jahres mit dem Titel „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital e.V., Dresdner Straße 2. In der Reihe „Sinn und Eigensinn“, in der Vereinsmitglieder und Freunde des Hauses ihre Arbeiten vorstellen, zeigen sie in langjähriger Freundschaft entstandene Aufnahmen von ihren gemeinsamen Fototouren und der Suche nach besonderen Motiven.

Zur Eröffnung in der Keramikwerkstatt am vergangenen Sonntagnachmittag waren alle Plätze besetzt. „Vor einem Monat standen wir hier noch im Bauschutt und sind froh, dass wir es geschafft haben“, sagte Bettina Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus. Das gehört  jetzt dem Verein.

Das Einnehmerhaus gehört jetzt dem Kunstverein

Im Dezember 2024 wurde der Kaufvertrag mit der Stadt Freital unterzeichnet wurde. Damit wird auch das Engagement des Kunstvereins gewürdigt und sichert ihm langfristig sein Domizil. Die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen werden peu a peu umgesetzt. Mit viel Hingabe und zauberhafter Klangfülle an der Harfe brachte Andrea Harp alias Andrea Dorschner die Räume zum Klingen. Feinsinnig, ausdrucksreich und fantasievoll lassen die Fotografien dem Betrachter viel Raum für eigene Wahrnehmung. Sie zeigen faszinierende Naturaufnahmen, darunter rote Flechten auf Gestein, Blätter unterm Eis, hauchfeines „Haareis“, Wasserbewegung, Lerchennadeln, eine Steinsonne, ein Fensterblick mit getigerter Katze und ein Sandsteingesicht. „Die Stein-Geschichten liegen mir besonders am Herzen, ihre verblüffend natürliche Vielfalt bezüglich Struktur und Farbe“, sagt Jürgen Dittrich. Er ist Jahrgang 1944, Geologe von Beruf und seit vielen Jahren ambitionierter Hobbyfotograf.

„Wir wollten diese Ausstellung noch zusammen machen. Wolfgang Nassler wusste davon und war erfreut darüber“, so Dittrich. Vier Monate später, im April 2025 starb er 85-jährig nach langer, schwerer Krankheit. Jürgen Dittrich erinnerte an dessen reges Schaffen und stellte Nasslers Bilder vor. Seine Frau hörte es gerührt und freute sich über die Blumen. Wolfgang Nassler war Urfreitaler, erfolgreich als Diplomingenieur im Hochbau und Leiter von Ingenieurbüros und viele Jahre fotografisch kontinuierlich unterwegs. Die beiden hatten 2017 bereits eine Ausstellung „Unterwegs in Nah und Fern“ mit ihren Fotografien im Einnehmerhaus.

Variationen zur Farbe in der Landschaft

Die neue Ausstellung vereint verschiedene Sichtweisen, die kontrastieren und einander ergänzen. Von Wolfgang Nassler stammen die fotografischen Variationen zur Farbe in der Landschaft. Ein Bild von ihm hängt einzeln, fast schwarz-weiß, mit rotem Signal am Waggon. „Der Zug ist abgefahren…“, so der vieldeutige Bildtitel. „Die Zeichen des Käfers“ im Holz von Dittrich erinnern in der Form an die Kunst der Aborigines, den australischen Ureinwohnern und andere Naturvölker. „Ich sehe das Schöpferische, wenn dort in einer Aufnahme das kleine Bäumchen wie aus dem Nichts wächst“, sagt Ausstellungsbesucherin Rosemarie Halmel aus Dresden begeistert. „Die Schönheit und die Kraft, die in der Natur liegen, sind beeindruckend.“ Die Ausstellung ist noch bis 26. April im Einnehmerhaus zu sehen. Zum Mittun in der Dunkelkammer und Fotolabor lädt Thomas Unger vom Kunstvererein im Einehmerhaus nach Absprache ein.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Do und Sa 10 – 17 Uhr, Fr und So 14 – 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de

Bleibende Bilder & Erinnerungen: Die Frau von Wolfgang Nassler, der die Ausstellung nicht mehr selbst miterleben konnte. Er starb nach schwerer Krankheit 85-jährig im April letzten Jahres.

Fasziniert von der Schönheit & Schöpferkraft der Natur: Besucherin Rosemarie Halmel im Gespräch mit Thomas Unger vom Kunstverein im Einnehmerhaus und ebenfalls Fotograf.

Ausstellung „Moment mal!“ – eine Werkschau von Werner Pinkert, 97 Jahre und der älteste lebende Dresdner Künstler, im Kulturrathaus


Das Magische des Augenblicks festhalten: Das reizt Werner Pinkert, den mit 97 Jahren ältesten Dresdner Künstler, sein Leben lang zu malen und zeichnen. Die Kunst half ihn auch, schwere Zeiten zu überstehen. Ihm zur Seite seine Tochter Gabrielle Pinkert, die auch die Ausstellung ihres Vaters im Kulturrathaus, Königstraße 15 in Dresden zusammengestellt hat. Chapeau für dieses reichhaltige Lebenswerk!

Bilderzauber mit Karneval, Hosenfischen und Fußballglück

Besondere Momente aus seinem Leben und Schaffen aus über 80 Jahren zeigt Werner Pinkert, der mit 97 Jahren älteste lebende Dresdner Künstler derzeit in einer Ausstellung im Kulturrathaus.

Vor einer Häuserkulisse in zarten, winterlichen Pastellfarben liegen zwei Boote auf dem Wasser. Davor steht eine Frau traumversunken. „Karneval in Venedig“ heißt das Bild, eine Mischung aus Aquarell und Collage. „Es war unsere erste Reise nach dem Mauerfall. Eine Zeit des Aufbruchs, denn über Nacht stand die Welt offen“, erinnert sich Werner Pinkert. Den venezianischen Karneval erlebte der Künstler zusammen mit seiner Familie damals am 24. Februar 1990. „Alles war still und verzaubernd. Zugleich zeigte sich die Lagunenstadt als lebendiges Theater, in dem die Menschen in prächtigen Kostümen wandelten und mystische Figuren mit Masken über dem Markusplatz tänzelten, gar zu schweben schienen“, erzählt er. Ein geheimnisvoller Zauber schwebt auch über dem Bild. Es ist das Titelbild der Ausstellung „Moment mal!“ – eine Werkschau von Werner Pinkert, dem mit 97 Jahren ältesten in Dresden lebenden Künstler, im Kulturrathaus, Königstraße 15.

Mit seinen Bildern nimmt Pinkert die Besucher mit auf eine faszinierende Reise durch sein reichhaltiges Lebenswerk von mehr als 80 Jahren. Die Bandbreite reicht von Zeichnung, Linolschnitt, Ölmalererei bis zu typografischen und buchgestalterischen Arbeiten und SZ-Zeitungsartikel von ihm und Zeichnungen über alte Dorfkerne u.a. Ihn treibt das Motiv an. „Es ist der Versuch, den Moment festzuhalten, ein interessantes Geschehen: sei es ein Bauensemble, eine Menschengruppe, Köpfe, Situationen oder die Besonderheit einer Landschaft. Das Magische des Augenblicks“, erzählt Werner Pinkert. Manchmal spiele Originalität hinein, immer sei ihm das Charakteristische wichtig. Als Kind sah er seiner Mutter gern beim Zeichnen zu und „bewunderte sie, wie sie Aquarelle aufs Papier brachte.“ Das war in Mügeln bei Oschatz, wo Werner Pinkert aufwuchs. Mit 14 Jahren begann er eine Ausbildung zum Steinmetz. Kurz vor Kriegsende 1945 wurde er zum Arbeitsdienst eingezogen und geriet er in amerikanische Gefangenschaft.

Die Kunst half ihm, die schwere Zeit zu überstehen und ein wenig Glück. „Ich wurde beim Zeichnen entdeckt“, so Pinkert. „Genauso wie ein anderer Soldat, der viel älter war und daraufhin einen Auftrag von den amerikanischen Soldaten erhielt.“ Als junger Mann sollte Pinkert  ihm für dieses Werk Modell stehen. „Das  dauerte einige Wochen. Und zum Glück war ich nur wenige Monate in Gefangenschaft.“ In Mügeln lebten auch nach der Kriegszeit einige Künstler, die aus der Stadt geflohen waren und das Leben auf dem Land bevorzugten. Pinkert schloss sich ihnen gern an, weil er „ihnen zuschauen, von ihnen lernen, mit ihnen malen wollte.“ Einer dieser Künstler war Curt Wild-Wall, der ihn mehrfach ermuntert habe, die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden abzulegen. „Dort bin ich zu meinem eigenen Erstaunen sofort aufgenommen worden.“ Eine Aufgabe war, aus dem Kopf einen Schubkarren zu zeichnen, so Pinkert. „Den habe ich dann für einige andere mitgezeichnet, die gar nicht wussten, wie so etwas aussieht. Auf dem Land aufgewachsen, fiel mir das leicht.“ Von 1948 bis 1953 studierte Werner Pinkert Malerei und Grafik an der hiesigen Hochschule. Seine Lehrer waren Rudolf Bergander, Erich Fraaß und Fritz Dähn.

30 Jahre unterrichtete er dann selbst Kunsterziehung bis 1990 an der Pädagogischen Hochschule in Dresden. Dort hatte Pinkert seine Grafikwerkstatt, wo er Kunstbücher und Plakate mit Studenten gestaltete. Pinkert leitete auch Mal- und Zeichenzirkel, betreute Malreisen und war Mitbegründer der Dresdner Sommermaltage. Die gibt es auch heute noch für Malbegeisterte, die Austausch und Anleitung suchen. „In meiner Tätigkeit als Lehrer habe ich versucht, das Beste aus den Schülern herauszuholen. Mit Geduld und Großzügigkeit. Ich habe immer versucht, sie zu befähigen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, erklärt Pinkert. Zu seinen Bildern sagt er: „Es muss mich erfassen, so berühren, dass ich entsprechend meiner Empfindung das Ganze aufs Papier zu bringen versuche, ohne mich in kleinen Details zu verlieren.“ Über Kultur generell macht er sich auch Gedanken: „Kunst, egal ob es eine Melodie, eine Performance, ein Film oder eine Zeichnung ist, kann zum Schweigen bringen oder Lautwerden lassen, sagt er über ihre Wirkung. „Kunst ist ein seltenes Mittel. Sie braucht keine Sprache, keine Übersetzung, sie lebt aus sich selbst heraus und über Grenzen hinweg. Und echte Berührung ist wichtig – auch und vor allem in der jetzigen Zeit, in der technische und digitale Möglichkeiten vieles zu ersetzen scheinen.“ In einem Öbild aus den 1960er Jahren vor schon abblätterndem, sepiafarbenen Hintergrund erscheint „Die Nachbarin“ in leuchtend gelber Bluse mit großen sehnsuchtsvollen Augen.

„Das Bild kommuniziert mit sich selbst, die Zeit frisst schon die Farbe auf, doch die Frau bleibt ewig jung“, sagt Gabrielle Pinkert, die Tochter des Künstlers. Sie ist Moderatorin und Filmemacherin und pendelt zwischen ihrer Heimat und Bayern, wo sie wohnt, um nach ihren Eltern in Dresden zu sehen. „Die Nachbarin“ fasziniere viele Besucher der Ausstellung. Von eigenem Reiz und erstmals zu sehen ist auch ein Akt von Pinkert – sein Modell eine Studentin. „Sie hielt immerzu den Kopf geneigt und nestelte an ihrem Strumpf, weil sie nicht erkannt werden wollte“, erzählt Werner Pinkert. Das Pastellkreidebild wirkt natürlich, spontan, zeitlos schön. Schmunzeln lassen seine Kohlezeichnungen mit „Felsen der Teufelsmauer“ im Harz und aus dem Gestein blickenden, schelmischen Gesichtern. Auf zwei kleinen Acrylbildern strahlt „Fußballglück“ mit energiegeladenen Bewegungen.

In witzigen Collagen treten „Mantel- und Hosenfische“ gegeneinander an, die formspielerisch Schals mit Fransen als Kiemen tragen. „Die Grossen fressen immer die Kleinen“, steht darunter. Im Frühjahr will er wieder rausgehen und zeichnen.Werner Pinkert schaut mit Offenheit und Neugier in die Welt, besitzt ganz offensichtlich immer noch Heiterkeit und Freude an den kleinen Dingen. Und er hat eine innige Beziehung mit seiner Frau und der Familie. Sie gehen spazieren, reden und lachen viel zusammen, sagt seine Tochter, die die Ausstellung kuratiert hat. Jeder Moment sei ein Geschenk. Das Venedig-Bild sieht sie auch als ein Sehnsuchtsbild, das daran erinnert, in einer schnelllebigen Zeit seine Träume nicht zu vergessen und immer wieder den Aufbruch zu wagen.

Die Ausstellung von Werner Pinkert wird wegen großen Interesses noch bis Ende April verlängert im Kulturrathaus Dresden in der ersten Etage gezeigt.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo bis Do von 9 bis 18 Uhr und Fr von 8 bis 16 Uhr

http://www.dresden.de/galerie2stock

BilderAlbum: Blütenzauber bei der Ausstellung „Dresdner Frühling“ im Palais Großer Garten in Dresden


Im Blütenmeer. Schwelgen & Genießen: meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry.

Im Blütenmeer im Palais Großer Garten in Dresden

Rund 40 000 Blumen und Pflanzen können die Besucher bei der deutschlandweit einzigartigen Frühlingsblumenschau in den wundervollen Räumen im Palais Großer Garten in Dresden bestaunen und bewundern. Noch bis 8. März täglich von 9 bis 20 Uhr.

Die Morgensonne lächelt. Die Luft ist frühlingshaft mild. Auf der Wiese vor dem Palais sprießen die ersten, lila Krokusse. Die Bäume ringsum recken ihre noch schwarzen, filigranen Zweige in die Höhe. Um so reichlicher grünt und blüht es gleich hinter dem Eingang im Palais im Großen Garten, im größten Park der Stadt. Sonnenlicht scheint aus blauem Himmel herein durch die hohen Fenster auf die zauberhafte Blütenpracht. Betörender Duft empfängt die Besucher beim Gang durch die Räume frühbarocker Baukunst. Wasser rinnt leise und sanfte Klänge begleiten den Rundgang durch das Blütenmeer bei der diesjährigen Blumenschau „Dresdner Frühling im Palais“, die bereits zum zehnten Mal stattfindet und schon am Eröffnungswochenende viele Menschen aus nah und fern anzog, die sich an der Vielfalt an Farben, Formen und der Fülle an Frühjahrsblühern und bezaubernden Gewächsen erfreuten.

Mit dieser Frühlingsblumenschau hat die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen eine große Dresdner Tradition wiederbelebt. Deren Wurzeln reichen bis ins 19, Jahrhundert zurück. Und auch der Schirmherr der Schau, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer sah sich das blühende Wunder an, das durch gärtnerische Kunst und Floristik zu sehen ist, noch bevor der Frühling in der Natur Einzug hält.

Bezaubernd gleich im ersten Raum ein großes Blumenbeet, um das herum man wandeln und all die Blumenschönheiten, vom kleinen Schneeglöckchen, Anemonen, Tulpen, Hyazinthen und viele mehr, die das Herz um diese Jahreszeit erfreuen, betrachten kann. Unter der weißen, schon restaurierten, prachtvollen Raumdecke hängen mit Zweigen geflochtene Blumenkränze. An einer Holzwand tummeln sich Schmetterlinge aus Seide vor Blütenblättern. Schönheit und Vergänglichkeit liegen nah beieinander. Glanz, kunstvolle sandsteinerne Skulpturen und rohe Ziegelwände. „Der August der Starke wusste schon was schön ist, dem wir die Kunstschätze in Dresden zu verdanken haben“, sagt eine Mitarbeiterin der Blumenschau mit Blick auf die wunderschönen Räume. Sie steht in einem Raum mit zart rosa blühenden Mandelbäumchen und Torten, geformt aus Mandelblättern und verziert mit leuchtend farbigen Frühlingsblüten. Ein Augenschmaus!

In jedem Raum locken auf zwei Etagen verschiedene, liebe- und fantasievoll in Szene gesetzte Blumenkunstwerke von meisterlicher Hand der Floristen, begleitet von Licht, Klang und Kunstobjekten und Zitaten großer Dichter von Novalis bis Rilke inmitten der Blütenpracht. Im Foyer sind außerdem die Gedichte der Gewinner eines Poesie-Wettbewerbs zur Frühlingsblumenschau zu lesen, umgeben von prächtigen Rhododendronbüschen.

Dresdner Frühling im Palais ist noch bis 8. März täglich von 9 bis 20 Uhr im Palais im Großen Garten zu erleben. Mit etwa 40 000 Blumen und Pflanzen ist es Deutschlands bedeutendste Indoor-Frühlingsblumenschau. Aus heimischen Blumen, gärtnerischen Raritäten und kunstvoller Floristik schaffen Gärtner und Floristen inspiriert von faszinierenden Prozessen in der Natur auf zwei Etagen des historischen Palais im Großen Garten begehbare Raumbilder. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer ist Schirmherr der Ausstellung. www.dresdner-fruehling-im-palais.de

Text + Fotos (lv)

Frühlingsmelodie

Die Morgensonne lässt
den rauen Gesellen
blass aussehen
in den dunklen knorrigen Bäumen
hängen noch welke Blätter
einige treibt der Wind vor sich her
die ersten Knospen schimmern
hell im Geäst emsiges Klopfen
Gezwitscher und johlende Raben
die Gefiederten sind zurück
mit gellenden Rufen
lassen sich einige Wildgänse
im noch leeren Großen Garten nieder
die Sonne wärmt ihr Gefieder
auf der Hauptallee spazieren sie
Richtung Palais
Davor eine lange Warteschlange
drinnen die kunstvolle Blütenpracht
zu sehen noch bevor der Frühling beginnt
die Wildgänse fliegen vergnügt kreischend
über die Köpfe der Wartenden
hin zum Palaisteich
das Wasser funkelt

Im Palais fallen die Tropfen
leis auf das farbreiche Blütenmeer
das betörend duftet
und verrinnt mit der Zeit
unzählige Blüten ranken
klettern schweben und wogen
halten ihre Blütenköpfe aneinander
als könnten sie halten
als wäre es für immer
das Farbleuchten Summen
Säuseln Schwirren
begleitet sie
ringsum Menschen
andächtig und entzückt
wie nie
lächeln und zücken ihre Kameras
zur berauschenden Frühlingsmelodie

LV
1.3.2026

Ein Fest für alle Sinne: Der „Dresdner Frühling im Palais“ im Großen Garten beginnt


Der Weltenbaum als Sinnbild für die Natur ist Mittelpunkt der Frühlingsblumenausstellung „Dresdner Frühling im Palais“, die vom 27. Februar bis 8. März im Palais im Großen Garten Dresden zu erleben ist. Die fast sechs Meter hohe Baumskulptur steht inmitten eines großen Blumenmeers. Foto: Sebastian Thiel
Dresdner Frühling im Palais beginnt
Ein historisches Lustschloss, Gärtnerkunst und meisterhafte Floristik: Nach drei Jahren Pause ist Deutschlands bedeutendste Indoor-Frühlingsblumenschau wieder in Dresden zu erleben – vom 27. Februar bis 8. März als Jubiläumsschau.

Am Freitag, pünktlich neun Uhr beginnt in Dresden der Frühling – zumindest im barocken Palais im Großen Garten. Dann startet hier die Blumenausstellung „Dresdner Frühling im Palais“. Sächsische Gartenbaubetriebe bringen dafür Tausende Frühlingsblumen, gärtnerische Raritäten und Gehölze punktgenau zur Blüte. Zusammen mit Meisterschülern der Floristik, Theaterplastikern sowie Holz-, Glas- und Fotokünstlern präsentieren sie unter dem Thema „Oh Blütenwelt – welch‘ Wunder!“ in den Sälen und Salons des Lustschlosses farbenprächtige und frühlingshaft duftende Szenen, akzentuiert durch Licht und Klang. Nur zehn Tage, bis zum 8. März, währt die vergängliche Pracht. Realisiert wird die zehnte Ausgabe der Ausstellung durch die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen (FGS). Schirmherr ist Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer.

„Der Dresdner Frühling im Palais ist ein Fest für alle Sinne. Er verbindet das historische Ambiente des Großen Gartens mit der Kreativität und Leistungsfähigkeit unserer sächsischen Gartenbaubetriebe“, sagt Ministerpräsident Michael Kretschmer. „Die Verbindung aus Pflanzen, Licht, Klang und Gestaltung macht den Dresdner Frühling im Palais zu einem besonderen Erlebnis. Gleichzeitig erinnert er uns daran, wie kostbar und wunderbar die Natur ist und wie viel Staunen sie in uns auslösen kann, wenn zehntausende Blüten ihre Farben entfalten. Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus nah und fern herzlich ein, sich von dieser einzigartigen Blütenwelt verzaubern zu lassen.“

Wunderbare Naturwelten

„Wir machen das Unscheinbare sichtbar – winzige, verborgene Wunder, die oft übersehen werden“, umschreibt die künstlerische Leiterin Bea Berthold die Idee hinter dem Motto der diesjährigen Schau. Besucher spazieren in den zehn Themenräumen über leuchtende Glühwürmchenwiesen, betrachten überdimensionale Blütenkelche aus der Froschperspektive oder beobachten die Metamorphose eines Schmetterlings – all das eingebettet in die üppige Farbenpracht des Frühlings. Höhepunkt ist eine fast sechs Meter hohe Baumskulptur im großen Saal des Palais. Als Weltenbaum steht sie für die majestätische Schönheit der Natur.

Blühende Vielfalt zum Winterende

Zehntausende Pflanzen öffnen pünktlich zum Ausstellungsbeginn ihre Blüten: Das ist die Kunst der 22 mitwirkenden sächsischen Gartenbaubetriebe, die seit Monaten auf die Schau hinarbeiten und die Pflanzen durch gezielte Licht- und Temperaturreize so vorziehen, dass sie deutlich früher als in der Natur bereits zum Winterende blühen. Koordiniert wird die botanische Vielfalt erstmals von Stephan Wartenberg, dem ehemaligen Leiter des Zierpflanzenbaus in Pillnitz.

Zu sehen sind 40.000 Blumen und Pflanzen aus 450 Arten und Sorten – darunter zahlreiche Zwiebel- und Knollenpflanzen wie Tulpen, Hyazinthen und Narzissen. Neben klassischen Frühlingsboten, wie Primeln, Krokussen, Hortensien und Lenzrosen präsentiert die Schau auch Raritäten, etwa den frühblühenden Islandmohn, Minikaiserkronen, Tränende Herzen und Nördliches Mannsschild. Auch die eher selten in Gärtnereien produzierten Maiglöckchen, Märzenbecher und Schneeglöckchen mischen sich darunter.

Ergänzt wird die Blumenpracht von über einhundert Gehölzarten von Heidekraut und Birke bis zum blühenden Mandelbaum. Auch eine Auswahl an „lebenden Fossilien“ wie Farn, Magnolie, Ginkgo und Schachtelhalm wurden für die Ausstellung ins Palais gebracht. Ein Highlight wird ein Exemplar der Wollemi-Kiefer sein. Sie galt in der Natur lange Zeit als ausgestorben und wurde erst 1994 in Australien wildwachsend wiederentdeckt. Dutzende Dresdner Gärtner im Ruhestand sowie Pillnitzer Fachschüler der grünen Branche arbeiteten an den Pflanztagen im Palais mit, um die Ausstellung pünktlich fertig zu stellen.

Floristik von Meisterschülern

Den floristischen Teil der Schau gestaltet die Meisterklasse der FM Academy Dresden. Unter der Leitung von Floristmeisterin Anja Schneider haben fünf Schülerinnen und Schüler aufwendige Blumenarrangements kreiert. In wochenlanger Vorarbeit fertigten sie die Gefäße und Grundgerüste unter anderem aus Wachs, Holz und Stahl für die Arrangements. Auch Absolventen und Dozenten der renommierten Ausbildungsstätte steuern Werkstücke bei. Ergänzt werden die floralen Werke durch Keramikkunst des Dresdner Künstlers Johannes Makolies.

10. Dresdner Frühling – und eine noch längere Tradition

Dresdner Frühling im Palais knüpft seit 2006 an eine große Tradition an, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Die opulenten Blüten-, Pflanzen- und Früchteschauen im Palais im Großen Garten vor etwa 200 Jahren waren weltberühmt. Schon damals wurden Pflanzen zu Szenen arrangiert und gemeinsam mit floristischen Arbeiten präsentiert. Der Aufwand für die Schau in ihrer heutigen Form ist groß, sodass sie nur alle zwei bis drei Jahre stattfinden kann. Die letzte Ausgabe im Jahr 2023 wurde von etwa 40.000 Besuchern gesehen. In diesem Jahr feiert die Schau ihr zehntes Jubiläum. Mit der Fortführung der Tradition möchte die FGS die Kreativität und Leistungsfähigkeit der grünen Branche in Sachsen zeigen.

Frühling für zuhause: Erstmals Blumenverkauf im Palais

Anlässlich des Jubiläums gibt es in diesem Jahr eine Neuerung: Eine Auswahl an Blumen, die in der Ausstellung zu sehen sind, wird vor Ort zum Verkauf angeboten. Der Laden befindet im Untergeschoss des Palais; der Zugang erfolgt unabhängig vom Ausstellungsbesuch von außen. Auch ein Blumen-Steckpuzzle ist dort als Souvenir erhältlich.

Dresdner Frühling im Palais ist von Freitag, 27. Februar, bis Sonntag, 8. März, täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet, letzter Einlass ist jeweils 19 Uhr. Für den Besuch werden erstmals Zeitfenstertickets angeboten. Der Eintritt beträgt 16 bis 20 Euro, je nach Wochentag und Tageszeit. Kinder, Schüler und Studenten erhalten Ermäßigungen. Außerdem gibt es Familientickets. Karten sind unter www.dresdner-fruehling-im-palais.de, an ausgewählten Vorverkaufsstellen und in teilnehmenden Gärtnereien erhältlich. Kurzentschlossene erhalten außerdem Tickets an der Tageskasse – sofern das gewünschte Zeitfenster noch verfügbar ist. Für die Anreise sollten Besucher etwa zehn Minuten Fußweg durch den Großen Garten einplanen. ■

10. Dresdner Frühling im Palais: Oh Blütenwelt – welch‘ Wunder!
27. Februar bis 8. März 2026, tägl. 9 – 20 Uhr
Palais im Großen Garten, Hauptallee 8, 01219 Dresden
Tickets: ab 16 Euro im Vorverkauf (Zeitfenstertickets)
www.dresdner-fruehling-im-palais.de

Text: Anne Jungowitz

Über Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mbH:
Die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mit Sitz in Dresden fördert alle Zweige des Gartenbaus und seiner Betriebe in beruflicher, wirtschaftlicher, fachtechnischer und kultureller Hinsicht. Die Förderung besteht u.a. in der Durchführung von Gärtner- und Floristenbörsen, in der Durchführung von Ausstellungen, Blumenschauen und Messen sowie von Seminaren, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen. Darüber hinaus fördert sie den Berufsnachwuchs und berät die u.a. die im Gartenbauverband Mitteldeutschland e.V.  organisierten berufsständischen Unternehmen, darunter rund 320 Gemüsebau- und Zierpflanzenbetriebe, Einzelhandels-, Stauden- und Friedhofsgärtnereien sowie Baumschulen.

Singspiel „Abu Hassan“ von Carl Maria von Weber in der SLUB Dresden

KulturTipp: Neue Musik- und Puppenttheater-Aufführung „Abu Hassan“ mit der Opera en Miniature in Dresden


Zu einer besonderen Aufführung lädt das deutsche Singspiel „Abu Hassan“ von Carl Maria von Weber, neu bearbeitet für drei Vocalsolisten, Chor, Puppenspiel und Kammerensemble auf historischen Instrumenten am morgigen Donnerstag, den 26. Februar, um 19.30 Uhr, in die Sächsische Landesbibliothek (SLUB), Zellescher Weg 18, in Dresden ein. Eintritt frei.

(Info: Katrin Meingast)