Ausstellung „Zeige dem Engel die Welt“ von Ju Sobing in der Stadtgalerie Radebeul

Baummuse und Rapswurzelvolk

Zum Träumen, Besinnen und Nachdenken lädt die Ausstellung „Zeige dem Engel die Welt“ mit Malerei, Grafik und Objekten von Ju Sobing in der Stadtgalerie Radebeul ein.

Eine wundersame Gestalt in einem Papierkleid, aus deren Kopf Zweige wie Antennen, Fühler wachsen, steht im Eingangsraum der Stadtgalerie Radebeul. Die „Baummuse“ ist umhüllt von Zeitungsseiten und übersät mit Gedichtversen in schwarzer Tusche, die Natur und Menschsein in aller Fülle, Schönheit und Abgründen zeigen. Hinter ihr an der Wand wirbeln Farben und Formen heftig durcheinander in der Collage-Serie „Chaoszeit“ aus dem Jahr 2014, daneben leuchtend farbig über schwarzen Umrissen
der „Sommertanz“.

Zum Träumen, Innehalten, Besinnen und Nachdenken lädt die Ausstellung von Ju Sobing “Zeige dem Engel die Welt“ zum 75. Geburtstag der Radebeuler Künstlerin ein. Zu sehen sind Malerei, Grafik und Objekte von Mitte der 90er Jahre bis heute.
Da mischen sich Traumhaft-Surreales, Konkretes, Abstraktes, Ernstes, Poetisches und leise Komisches, Bilder und Sprache auf den Leinwänden, oft Mischtechniken, übermalten Collagen, Zeichnungen und Dingen. Da erhebt sich ein knorrig-lustiges, kleines „Rapswurzelvolk“ auf Steinsockeln, aus Wurzeln und Seidenpapier gestaltet, auf dem Fensterbrett. Blickt man in den Collagen, die farb- und kontrastreich Lebensmomente spiegeln, in Gesichter von Menschen, kleinen, großen, jungen, alten, unbekannten und Politikern.

Licht und Schatten, Glück und Leid, Hunger, Gewalt und lautes Schweigen liegen nah beieinander in diesen Bildern aus aller Welt, zusammengesetzt aus  Zeitungsausschnitten, die die „Unerreichbarkeit des Paradieses“ vor Augen führen und zugleich ein achtsames Erinnern daran sind. In einer Ecke liegt ein Stapel alter Zeitungen und Bücher als gesammelte „Zeitpäckchen“. Die wunderbare Collage „Tundra“ in grünen und erdigen Tönen, als Malgrund dient eine vergilbte Schulwandkarte, mit einem durch die weite Steppe im Rentierschlitten fahrenden Paar entführt in eine Welt, wo noch die Natur den Lauf des Lebens bestimmt. Am Treppenaufgang zum oberen Galerieraum wirft die Künstlerin ihre reichhaltigen Ideen- und Gedankennetze aus, die an einer Pinnwand festgehalten als „Kleine Zeitsammlung“ voller Skizzen, Notizzettel mit Künstlerzitaten und Lebensweisheiten und einem Artikel über „Die Sprache des Sehens“ zum Werk von Andreas Feininger ebenso spannend wie anregend sind für den Betrachter.

Ins ausdrucksreiche „Eigenland“ von Jo Sobing führt zeichen- und wortspielreich ein von der Decke bis zum Boden reichendes, leuchtend rotes Wandbild. „Wenn die Worte verschwinden, verschwinden auch die Bilder“, heißt es da. Und: „Das Zeitrad dreht sich/Du siehst seine Spur in deinem Antlitz – Aufgebrochenes Erdreich zeigt dir/die Wunden die nicht mehr verheilen Verletzungen/Aufgelöste Zeichen des Herzens und Gewinn“, so ihr Blick auf Veränderungen und Vergänglichkeit und Bleibendes. Ju Sobing ist seit 1989 freischaffend tätig als Bildende Künstlerin und Autorin. Sie lebt und arbeitet in Radebeul und in Sorbolongo/Italien.

„Frei von Meinungen und Tendenzen arbeite ich, umkreise meine Themen mit spielerischem Ernst. Bilde, baue, zerstöre, überarbeite, lasse die Natur zuweilen mitarbeiten“, sagt Ju Sobing über ihre Arbeiten. “Kunst heißt umkreisen von Leben und Sterben in allen Facetten.“ Die Ausstellung ist noch bis 15. Dezember in der Stadtgalerie Radebeul zu sehen.

Text + Foto (lv)

Geöffnet:  Di., Mi, Do., So. von 14 bis 18 Uhr

Auszeichnung für das Dresdner Musikprojekt „Erkenne Dich selbst im Fremden“


Musik kennt keine Grenzen: Konzert des Ensembles „Wirbeley“ mit Bassem Hawar am 28. September 2019 in Chemnitz. Fotos: Heike Neubauer-Antoci

Dresdner Musikprojekt erhält Preis der Bundeszentrale für politische Bildung

Das Projekt „Erkenne Dich selbst im Fremden“ der Musikgruppe WIRBELEY wird im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2019“ ausgezeichnet.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt der Bundeszentrale für politische Bildung zeichnet jährlich Projekte aus, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und für kulturellen Austausch einsetzen. In diesem Jahr wurde u.a. der gemeinnützige Verein Erkenne Dich selbst im Fremden e. V. in Dresden aus 254 eingereichten Vorschlägen mit dem Prädikat „vorbildlich“ ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld von 2 000 Euro.

Das Ensemble WIRBELEY, das seine Arbeit programmatisch unter den Titel „Barrierefreie Volksmusik“ stellt, startete 2018 die Konzert- und Workshopreihe „Erkenne Dich selbst im Fremden“, in der Gastmusiker aus einem fremden Kulturkreis zu einer konzertanten Begegnung mit der Gruppe eingeladen werden. Ziel ist es, eine gemeinsame musikalische Sprache und Vertrautheit zu entwickeln und den Prozess der Annäherung greifbar zu machen. Das Programm richtet sich an ein breites Publikum, das mitunter wenig interkulturelle Vorerfahrung hat. Es fanden mittlerweile 22 Konzerte in Ostdeutschland mit 18 beteiligten Künstlern aus Sizilien, Griechenland, Irak, Brasilien, Syrien, Indien, Iran u. a. statt.

Für das nächste Jahr sind konzertante Begegnungen mit Musikern aus Japan („Die Rückkehr des Samurai mit der Laute“, 28.02.2020), Jamaika und Tschechien geplant sowie ein Ferienprojekt mit Kindern aus sozialen Brennpunkten.

Text + Fotos: Anna Katharina Schumann

mailto:info@erkenne-dich-selbst-im-fremden.de
http://www.erkenne.dich-selbst-im-fremden.de
http://www.wirbeley.de

Weitere Neuigkeiten immer wieder unter:
https://www.facebook.com/wirbeley/

Premiere „Mein Kampf“ von George Tabori im Kleinen Haus


Vom wilden, ungeliebten Außenseiter zum größenwahnsinnigen, skrupellosen Führer der Nationalsozialisten: Bedrückend und befreiend zugleich mit der Kraft des Humors erzählt Taboris „Mein Kampf“ über Adolf Hitler und wie er ihn besiegte. Fotos: Sebastian Hoppe

Das Nutella-Ungeheuer

Das Bild des bösen Verführers erscheint in frisch gerösteten, schokobraunen Toastscheiben zusammengesetzt in der absurd-komischen Farce „Mein Kampf von George Tabori. Das Stück über Glauben und Werte hatte einen Tag vor dem ersten Advent Premiere im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

In der kältesten Nacht des Jahres kommt ein junger Mann mit zotteligem Haar, Bartund Rucksack in ein Wiener Männerasyl. Er sucht ein Obdach für die Nacht und trifft auf Juden, die ihn gastfreundlich aufnehmen, obwohl er sie hasst. Ein absurd-komisches Spiel auf Leben und Tod, Sieg oder Niederlage zwischen dem Juden Schlomo Herzl und dem jungen Adolf Hitler entfacht das Stück “Mein Kampf“ von George Tabori in der deutschen Übersetzung von Ursula Grützmacher-Tabori.
Die Premiere war am 30. November im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Taboris Farce „Mein Kampf“, 1987 von ihm selbst am Akademie Theater des Wiener Burgtheaters uraufgeführt, greift eine historische Episode aus Hitlers Leben auf, versucht hinter die Maske des Feindes zu schauen, ihn weder dämonisierend noch verharmlosend und regt furchtlos, tragikomisch und streitbar zur Auseinandersetzung mit dem Wegbereiter des deutschen Nationalsozialismus an.

In der tristen Absteige mit grauen Wänden und kalt weiß glitzernden Zweigen führt der Jude Herzl (großmütig: Hans-Werner Leupelt) gerade einen Streit mit Gott, in Gestalt eines extravaganten Ex-Koscher-Kochs Lobkowitz, der sich dafür hält (Moritz Dürr). Herzl verweigert den Gehorsam und schreibt an einem geheimnisvollen Buch. In dem Moment kommt der junge Hitler (zwischen Mitleid und Entsetzen erregend: Philipp Grimm) zunächst ohne anzuklopfen herein. Dann wird sein Klopfen immer lauter, dröhnender, beunruhigender. Er fühlt sich als verkanntes Künstlergenie, allein, ungeliebt, leidet unter Verstopfung, lässt die Hosen runter, schreit, heult, röchelt und rennt ungelenk in weißer Unterhose panisch umher und steht schließlich splitternackt da.

Ein packender, dramatisch-komischer Zweikampf um das Gute und Böse, Zwiespältige im Menschen entbrennt zwischen Schlomo Herzl und Hitler in dieser spannenden, aufregenden, emotions- und wandlungsreichen Inszenierung zwischen Staunen, Lachen und Beklemmung unter Regie von Daniela Löffner. Beide belauern sich gegenseitig. Wie der Dompteur ein Raubtier, das er bändigen will. Das jeden Moment ausbrechen, ihn überwältigen und töten kann. Der Geruch von heißem Toastbrot hängt in der Luft. Hitler schmiert sich Nutella ins Gesicht und bestreicht Toastscheiben damit. Aus weißen und schokobraunen Toastscheiben fügt er ein riesiges Bildnis an der grauen Bühnenwand zusammen.

Anfangs noch ein absurdes Spiel, wandelt sich Hitler als Politiker und selbsternannter Weltretter. Immer ernster, kälter und unberechenbar wird sein Auftreten und Gebaren. Er trägt jetzt einen braunen Anzug, weißes Hemd und Schlips, schwarz gegeltes Haar und Lippenbärtchen und steht hoch auf einem Gerüst auftrumpfend, angestachelt von seiner blonden Geliebten Gretchen (machtlüstern: Ursula Hobmair). Seinen Gegner Schlomo lässt er auf einem Stuhl festbinden, den Mund vollgestopft mit Nutellabrot, bis er sein Buch rausrückt. Die Dreckarbeit wie das Huhn schlachten überlässt Hitler anderen, sein Gefolgsmann Heinrich (Sven Hönig) erklärt detailliert die Zubereitung von Hühnerkotelett in delikater Blutsoße. Zum Schluss reicht Hitler dem Tod, kahlköpfig und elegant in schwarzem Kleid (schön sarkastisch: Christine Hoppe) galant die Hand: “Gnädige Frau, ich werde Sie nicht enttäuschen!“ Viel Beifall für einen außergewöhnlichen, bitterkomischen Theaterabend.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Zeitreise ins Mittelalter mit Musik, Gaukelei & Leckereien im „Prinzenkeller“


Spielleute und Gaukler sorgen für Spaß und Kurzweil im mittelalterlichen
Erlebnisgasthaus „Prinzenkeller“ in Niederwartha. Foto: Veranstalter

Feiern wie im Mittelalter

In die Welt des Mittelalters kann man eintauchen im Erlebnisgasthaus
Prinzenkeller in Niederwartha. In dem urigen Sandsteingewölbe sitzen die Gäste an riesigen Holztafeln. Fackel- und Kerzenlicht sorgen für eine zugleich behagliche und geheimnisvolle Atmosphäre.

Wie in alten Zeiten trinkt man zur Begrüßung den Met, Honigwein aus echten Bullenhörnern. Die üppigen Speisen nimmt man nur mit Dolch und Fingern zu sich. Außerdem kann man  mehrgängige Prinzenmahle genießen. Hier wird die Zeit der Ritter, Gaukler und Spielleute für einen Abend lebendig, die das Volk einst auf Marktplätzen und in Schankwirtschaften amüsierten. Für die stimmungsvolle Umrahmung beim Speisen und Feiern sorgen Minnesänger, Schauspieler, Bauch- und Schlangentänzerinnen, Herolde oder Zauberer aus ganz Deutschland in den wechselnden Shows im „Prinzenkeller“. Es erklingt mittelalterliche Musik, Gaukelei und Animation sorgen für Spaß und Kurzweil. Im Laufe des Abends weihen die Künstler die Gäste in die Rituale des Mittelalters ein, das hier ebenso unterhaltsam wie humorvoll und einzigartig erlebbar wird in Verbindung mit hervorragender Gastronomie. Das weihnachtliche Mahl wird serviert vom 15.1. bis 18.1.2020. Aufgetischt wird gebratenes Federvieh mit verschiedenen Beilagen und hausgemachten Pfifferlingssemmelknödeln. Als Nachtisch gibt es weihnachtliche Krapfen. Angeboten wird auch ein vegetarisches Menü u.a. mit frischer Pasta mit soutiertem Gemüse und frittiertem Rucola.

Text (lv)

Nächste Vorstellung: 11.12., Beginn: 19 Uhr

http://www.Prinzenkeller.de

 

Ausstellung „Sieben Leben“ von Lutz Bleidorn in der Galerie Himmel


Lutz Bleidorn, „Die Rauhnächte“, Öl auf Leinwand, 2017
„Change of Season“, Öl auf Leinwand, 2018

„Der Sonntagsspaziergang“, Öl auf Leinwand, 2019 Fotos: Galerie Himmel

Wunderbare Farb-Spaziergänge

Die Ausstellung „Sieben Leben“ zeigt Malerei, Collagen & Zeichnung von Lutz Bleidorn in der Galerie Himmel. Im Kabinett sind zeitgleich Radierungen und Lithografien des Hallenser Malers Albert Ebert zu sehen.

In der Ausstellung sind über dreißig Gemälde, Collagen und Zeichnungen des Malers Lutz Bleidorn (Jg. 1973) zu sehen. Er  studierte 2003 bis 2009 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und war Meisterschüler bei Elke Hopfe. 2011 erhielt Lutz Bleidorn das Hegenbarth-Stipendium der Kulturstiftung der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, das der Förderung herausragender Nachwuchskünstler dient. In den Jahren 2015 und 2016 lehrte Lutz Bleidorn an der Dresdner Kunstakademie, heute lebt und arbeitet er in Dresden und im schleswig-holsteinischen Rendsburg.

Die Malerei von Lutz Bleidorn ist inspiriert von der Landschaft seiner Heimat Schleswig-Holstein. Sie erzählt fein verwoben, oft textile Flächengebilde eines Bildteppichs evozierend, von Eindrücken und Erinnerungen. Mit besonderer Imagination begibt sich der Künstler auf Spurensuche, im Hier und Jetzt sowie in Ereignissen und Träumen der Kindheitstage. Die aus der Tiefe leuchtenden Bilder wachsen in aufwendigen, farblich subtil orchestrierten Schichtungen, der bewegte Pinselstrich changiert zwischen Linie und pastosem Auftrag.

Im Kabinett präsentiert die Galerie Himmel zeitgleich Radierungen und Lithografien des Hallenser Malers Albert Ebert (1906-1976). Kleinformatige, in altmeisterlicher Manier behandelte Gemälde sowie Druckgrafiken von Albert Ebert waren bei Kunstliebhabern und Sammlern hoch begehrt. Eberts hintergründiger Witz und sein autodidaktisch entwickelter künstlerischer Ausdruck blieben unberührt von den kulturpolitischen Forderungen der DDR. Die Bildwelten des „Rousseau von der Saale“ reichen vom märchenhaft glücklichen Kinderfest bis zur abgründigen Groteske, sie schildern auf poetische Weise den Alltag der „kleinen“ Leute.

Die Ausstellungen „Lutz Bleidorn – Sieben Leben“ und „Albert Ebert – Der müde Amor“ sind noch bis 25. Januar 2020 während der Öffnungszeiten Montag-Freitag von 10-18 Uhr und Samstag von 10-16 Uhr zu sehen.

Text: Anja Himmel & Michael Böhlitz

GALERIE HIMMEL
Obergraben 8
01097 Dresden 
0351-4843578

email@galerie-himmel.de
www.galerie-himmel.de

Premiere „XV Magische Momente“ – Jubiläumsshow 15 Jahre Sarrasani Trocadero Varieté

Zauberland voller Wunder

Spektakulär, spannend und berührend feiert Sarrasani Trocadero mit seiner neuen Show 15 Jahre Dinner-Variètheater in Dresden.

Sarrasani liebt es, sein Publikum zu verblüffen und zu überraschen. In der Jubiläumsshow verbindet der Star-Magier und Illusionist André Sarrasani 15 magische Momente mit den Highlights der letzten vierzehn Jahre und entführt die Zuschauer in ein Zauberland voller Wunder. Der Varieté-Chef übernahm 2002 die Leitung des weltberühmten Circus Sarrasani. Vor 15 Jahren feierte die erste kulinarische Show im Trocadero Variètheater Dresden Premiere. Hier trifft Tradition auf Neues, atemberaubende Spannung auf Emotionen, Comedy auf Gaumenfreuden. Zu erleben ist wieder ein Ensemble aus internationalen Top-Artisten im Trocadero-Theater am Elbepark. Die Show steigert sich von einer Darbietung zur nächsten.

Für Staunen und Nervenkitzel sorgen The Cardenas Brothers (Chile) mit ihren atemberaubenden Stunts auf dem Todesrad in schwindelerregender Höhe unter der Kuppel. Wie „fliegende Menschen“ schwingen sie sich hinauf, vollführen teils mit verbundenen Augen waghalsige Sprünge, Hand- und Kopfstände in dem rasant auf und ab rotierenden, zweiteiligen Rad.

Das Duo Polishchuck (Ukraine) schwebt leicht wie Federn an lianengleichen Bändern durch die Luft und fesselt das Publikum mit einer eleganten Luftakrobatik-Show. Die kolumbianischen Devil Riders jagen im Motor Globe auf ihren Motorrädern umher im Rausch der Geschwindigkeit.
Noel Itquilar (Mexiko) zieht als Meister der Jonglage mit vollem Körpereinsatz, Witz und Charme die Zuschauer in Bann. Für komische Momente sorgt der Comedykünstler Pascal de Boer aus den Niederlanden. Mit Schönheit, Eleganz und tollen Choreografien  verzaubern wieder die Sarrasani Dancers.

Ebenso geheimnisvoll wie reizvoll sind die Zaubereien von André Sarrasani. Er lässt Frauen erscheinen und verschwinden im Handumdrehen. Sie entsteigen unversehrt Spiegelkisten, durchbohrt von Dolchen und befreien sich aus Käfigen. Und er beeindruckt als passionierter Wildkatzenbeschwörer. Sarrasani stellt als jüngsten Nachwuchs in der Circusfamilie das zweijährige, schwarze Panthermädchen Jada vor, die er auf eine Silberkugel setzt, sie frisst ihm aus der Hand und geht mit ihm ein Stück an der Leine, während er mit ihr spricht. Ein bewegender, mit Spannung erwarteter Moment ist der, als die weiße Tigerdame Kaya im Käfig auf der Bühne  auftaucht. Sarrasani steht davor, reicht ihr vertraut die Hand und schmust mit der Tigerin. Er sagt mit leiser Stimme, dass es an ihm lag, dass sie die letzten zwei Jahre nicht zu sehen war, und es habe sich gelohnt, dafür zu kämpfen, dass sie zusammen wieder auf der Bühne stehen können. Das geht nahe und Sarrasani bekommt herzlichen Applaus vom Publikum.

Am Schluss der Show steht die bunte, großartige Varietètruppe zusammen auf der Bühne. André Sarrasani überreicht seiner Frau rote Rosen, die ihn hinter den Kulissen sehr unterstützt und hat auch seinen kleinen Sohn schon mit der Circusbegeisterung angesteckt. Eine goldene Zehn und Luftballons schweben nach oben am Premiereabend. Bereits zum zehnten Mal verwöhnt Starkoch Mirko Reeh dieses Jahr die Gäste mit einem besonderen Gourmet-Menü, sehr lecker und originell angerichtet.
Die Sarrasani-Dinnershow ist noch bis 2. Februar 2020 zu sehen.

Text + Fotos (lv)

http://www.sarrasani.de

Von Malerei bis Buchkunst – Zweiter Kunst-Weihnachtsmarkt am Ersten Advent in Klotzsche


Augenschmaus zum Genießen und für den Gabentisch

Vorfreude, schönste Freude

Der zweite Kunst-Weihnachtsmarkt im Kunstforum von Erika Walther  auf der Rostocker Straße 12 in Dresden-Klotzsche öffnet am Ersten Advent diesen Sonntag von 11 -18 Uhr seine Türen. Es lockt ein vielseitiges Angebot von Künstlern aus Dresden und Radebeul. Malerei, Grafik, Buchkunst, Textilschmuck, Keramik und Porzellan laden zum Anschauen, Innehalten und Entdecken ein. Wer besondere Geschenke für den Gabentisch sucht, wird hier bestimmt fündig.

Zum Aufwärmen gibt es Glühwein. Man kann gemütlich am Feuer sitzen und echte ungarische Gulaschsuppe aus dem Ofen probieren und zum Kaffee selbstgebackene Kuchen der Künstler naschen.

Text+ Foto: Erika Walther/Kunstforum

„Zucker auf der Zunge“ – Erinnerung an den Kunsthistoriker Erhard Frommhold in der Kirche Prohlis

Über geistigen Reichtum im Gespräch

An den bekannten Dresdner Kunsthistoriker Dr. Erhard Frommhold erinnert ein Abend am 29. November, um 19 Uhr in der Kirche Prohlis. Zu hören ist ein Essay seines langjährigen Freundes Markus Krebs.

Dr. Erhard Frommhold ist langjähriger Cheflektor des Verlages der Kunst Dresden gewesen und hat außerordentliche Verdienste bei der Publikation und Verbreitung moderner Kunst in hierzulande nicht einfacher Zeit. Zum kleinen Preis in großer Auflage, dass die Botschaft möglichst viele Menschen erreicht und nicht nur Fachleute.

Der namhafte Kunsthistoriker stammte aus einfachem Hause, wohnte schließlich in Prohlis zwischen Bergen von Büchern. Und: Der Verlag bekam internationale Geltung. Er rannte sich in den Hierarchien mehrfach den Kopf ein. Und setzte sich durch. Zwischen sich Anpassen und Widerstehen- gilt das nur für das untergegangene Land des Nachkriegs ?

Dr. Erhard Frommhold war Mitglied der Annahmekommission zur X. Kunstausstellung.

Zucker auf der Zunge

Zu diesen Worten Frommholds über geistigen Reichtum im Gespräch hat sein langjähriger Freund Markus Krebs einen Essay verfasst, der im Mittelpunkt des Abends steht.

Markus Krebs war im letzten Jahrzehnt der DDR Bezirkssekretär des Kulturbundes für Künste, Wissenschaft, Fotografie und Esperanto. Er wurde 1999 als Dozent vom Ministerium für Kultus u.a. für Kunstgeschichte bestätigt und war langjähriger Juror im Internationalen Jugendwettbewerb Bereich Malerei und Grafik. Ihm wurde mehrfach der Juryvorsitz zu den deutschen Porträtfotoschauen übertragen. Er veröffentlichte in Signum, Dresdner Hefte und Landtagskurier.

Text: Markus Krebs

Dinnershow „Mafia Mia – Viva Espana“ im Ostra-Dome


Der Pate, Tänzerin Bea und Leibwächter Schlicht. 
Witzig-temperamentvoll: das Komiker-Duo Schlicht & Kümmerling.
Fotos: Michael Schmidt

Schlicht & Kümmerling als komisch-feurige Eroberer

„Mafia Mia! – Viva Espana“, unter diesem Motto entführt die neunte Ausgabe der turbulenten Dinner-Show in den sonnigen Süden nach Andalusien. Erstmals findet das Familientreffen des Paten im neuen „Ostra-Dome“ statt, der zusammen mit den Ostra-Studios mehr Platz und mehr Spektakel bietet. „Tagsüber Siesta – abends Fiesta“, so das Lebensmotto der tollpatschigen Leibwächter des Paten, gespielt vom Comedy-Chaos-Duo Schlicht & Kümmerling.

Die beiden bekommen einen diffizilen Auftrag von ihrem umtriebigen Chef, der in Andalusien ein neues Standbein aufbauen und das Imperium des berühmten Likörherstellers Osborne übernehmen will. Das geht aber nur, indem man ins Familienunternehmen einheiratet. Dafür müssen zwei Schwestern unter die Haube. Schlicht & Kümmerling sollen sie erobern und ihr Ja-Wort gewinnen. Das verspricht reichlich Zoff, Spaß und Turbulenzen, um aus ihnen unwiderstehliche Traummänner zu machen. Die musikalische Würze zu dieser witzig-temperamentvollen Show liefert wie immer die Leipziger Band The Firebirds, verstärkt durch die Vollblutsängerin Georgina Peach und Tänzerinnen.

Außerdem mischen entfernte spanische „Verwandte“ der Mafia-Mia-Familie mit, die sich am Ende als exzellente Artisten erweisen. Darunter das Trio „Olé“, das mit Jonglage begeistert und mit seiner heißblütigen Musik-Comedy viel spanisches Flair verströmt. Die Show begleitet ein exklusives Menü. Hinterher wechselt die Party in die Ostra-Studios mit viel Musik zum Tanzen.

„Mafia Mia! – Viva Espana“ ist vom 29.11. bis 12.1.2020 zu sehen.

Text (lv)

http://www.mafia-mia.de

„Palais-Revue – eine magische Dinnershow zum Verlieben“ im Kurländer Palais


Sinneszauber von romantisch bis frech-charmant: Rashid Daniel Sidgi, Fräulein Clara und Magier Milko Bräuer. Foto: Veranstalter


Charme & Hingabe: die Sängerinnen der „Pearlettes“. Foto: Robert Jentzsch

Verführerische Genüsse, Klänge und Comedy

Schon der Titel klingt verführerisch. „Palais-Revue – eine magische Dinnershow
zum Verlieben“ hält kulinarische Genüsse und Sinneszauber im  Kurländer
Palais bereit. Der prachtvolle, stimmungsvoll beleuchtete Festsaal verwandelt sich in der Vorweihnachtszeit wieder in ein feines, kleines Dinner-Theater. Die neue Show spielt mit dem Mythos der Liebe und ihren Launen. Romantisch bis frech-charmant, unterhaltsam und leidenschaftlich kommt sie daher und auf die Bühne in einer wohldosierten Mischung aus Musik, Artistik, Comedy, Zauberei und Conférence, um in den Herzen der Zuschauer zu landen.

Die magischen Gefühlsmomente werden begleitet von einem liebevoll angerichteten Gourmet-Menü. Durch den Abend führt Rashid Daniel Sidgi. Der Deutsch-Sudanese ist Schauspieler, Musiker und Rapper und agiert humorvoll als “Botschafter der Liebe“ und „staatlich anerkannter Herzensbrecher“. Als „magischer Junggeselle“ ist der Illusionist Milko Bräuer zu erleben. Die musikalischen Perlen des Abends überreichen die drei reizenden, nicht mit ihren Reizen geizenden Sängerinnen der „Pearlettes“. Mit ihren mit viel Hingabe gesungenen Ohrwürmern begeisterten sie schon letztes Jahr im Kurländer Palais. Natürlich singen sie vor allem Liebeslieder von „Natural Woman“ bis „Every breath you take“. Höhepunkt der „Palais-Revue“ ist ein außergewöhnliches Liebespaar. Die beiden Artisten Lena & Sven – auch im wirklichen Leben sehr verliebt – zeigen hoch über den Köpfen der Zuschauer eine sinnlich-poetische Darbietung an den Strapaten. Die Dinnershow ist vom 22.11. bis 5.1.2020 zu sehen.

Text (lv)

Nächste Vorstellung: 30.11., 19.30 Uhr

http://www.Palais-Revue.de