Lebhafte Kunst der Körpersprache: die Mimekünstler Jan Romberg, Projektleiter
des Pantomime-Festivals, Hannah Senft aus Berlin und Arne König aus Dresden.
Foto: Sabine Mutschke

Kunst ohne Worte mit Funk, Futurismus & Co.

Mit neuen Spielarten und Workshops will das Pantomime-Fest vom 9. bis 12. November in Dresden auch Kinder und junge Leute begeistern.

Ralf Herzog und der Mimenstudio Dresden e.V. laden zum bereits 34. Internationalen Pantomime-Theater-Festival in Dresden ein. Hier kann man in sieben Vorstellungen die faszinierende Vielfalt an Spielarten der „Kunst ohne Worte“ erleben, darunter eine Kindervorstellung und die beliebte Improvisationsshow mit allen Festivalteilnehmern zum Abschluss des Festivals.

Das diesjährige Motto lautet „Funk, Futurismus & Co.“ und verdeutlicht die Wege, die sich die Pantomime auch in die Popkultur sucht. Gleichzeitig rücken Kinder und Jugendliche mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit. „Es gibt einen tollen Workshop speziell für Kinder, der schon sehr gut gebucht ist“, erzählt Jan Romberg vom Mimenstudio e.V., der das Festival als Projektleiter betreut. „Außerdem gibt es eine Sonntagsvorstellung für Kinder ab vier Jahre und die Auftakt-Gala auf der Schülerbühne Vitz, die sich für die ganze Familie eignet. Aber auch zur Improvisationsshow laden wir den Nachwuchs herzlich ein. Hier kann er mit entscheiden, was gespielt wird – das macht gerade Kindern einen Riesenspaß.“

Erstmals gibt es eine extra Homepage, auf der die Angebote für Kinder und Familien gebündelt vorgestellt werden. http://www.pantomaniacs.de/kinder/

Künstler aus fünf Ländern zeigen sieben Vorstellungen

Insgesamt stehen von Donnerstag bis Sonntag sieben Vorstellungen auf dem Programm. Spielstätten sind das Theater August und das Stadtteilhaus „Rudi“. Die Künstler kommen aus Kanada, den USA, Polen, der Ukraine und Deutschland. Die Spielarten beinhalten klassische Pantomimetechniken ebenso wie ein „Mime Musical“ mit Livemusik, Slapstick im Rhythmus eines Trickfilm und Clownstheater.

„Moderne Pantomime ist heute die Symbiose verschiedener Genres“, sagt Ralf Herzog, Gründer und Künstlerischer Leiter des Festivals. „Die Technik der Pantomime ist die Basis der darstellenden Künste, und was dabei alles möglich ist, kann man jedes Jahr auf`s Neue beim Pantomimefestival erleben. Hier lernt jeder von jedem. Gemeinsam führen wir die Kunst der Pantomime in die Zukunft, erzählen mit Körpersprache fantasievolle Geschichten, erzeugen Bilder im Kopf und erreichen das Herz der Zuschauer.“

Der Mimenstudio Dresden e.V. bzw. seine Akteure im Ensemble der pantoMimenbühne im AUGUST Theater im Stadtteil Pieschen ist zum 34. Mal Gastgeber für die Kollegen aus aller Welt. Beim Festival sind sie mit ihrer erfolgreichen Inszenierung „Weiber Weiber“ zu erleben. Außerdem leitet Ralf Herzog am Sonntag die legendäre Improvisationsshow zum Abschluss des Festivals.

Spannende Workshops auch für Laien mit Vorerfahrung

Ein wichtiges Anliegen des jährlichen Festivals ist der fachliche Austausch der Mimen, um für die weitere Entwicklung des vielseitigen Genres neue Impulse zu setzen. Daher sind Workshops für Profis und interessierte Laien mit Vorerfahrung fester Bestandteil. Neben drei Workshops für Erwachsene wird erstmals ein Workshop für Kinder angeboten, der durch Izabela Czesniewicz vom renommierten Wroclawer Pantomimetheater geleitet wird. Die Workshops können nur nach vorheriger Anmeldung besucht werden.

Das Festival hat eine lange Tradition. Das PantomimeTheaterFestival Dresden wurde 1982 von Rainer Petrovski und Ralf Herzog als „Pantomimenwerkstatt“ gegründet und entwickelte sich schnell von einem Treffen der lokalen Szene zu einer international wahrgenommenen Veranstaltung, auf der sich Stars wie Marcel Marceau die Ehre gaben. Damals galt Dresden neben Berlin und Jena als ein Mime-Zentrum der DDR. Im Jahr 1999 wurde der Mimenstudio Dresden e.V. gegründet, der heute das Festival organisiert. Spielstätte des Vereins ist die Mimenbühne, die anfangs im Stadtteilhaus Neustadt zu Hause war und nach einem Brand im Juni 2004 auf die Maternistraße zog. Heute spielt die Mimenbühne im August Theater auf der Bürgerstraße in Pieschen.

Starke Impulse aus Dresden beleben die Szene

Das Pantomimefestival hat sich in den letzten Jahren den Ruf erarbeitet, dass es starke künstlerische Impulse in die Szene sendet und sich verstärkt der Nachwuchsförderung widmet. Aufgrund der begrenzten finanziellen Ausstattung des Festivals lassen sich zwar nicht alle künstlerischen Ambitionen abdecken, dennoch hat das Festival eine große Bedeutung für die Entwicklung des Genres im internationalen Maßstab.

„Durch den intensiven Kontakt der Mimen und die Workshops in Dresden entstehen immer wieder neue Kooperationen und Projekte“, erzählt Jan Romberg. „Beispiele sind das Zusammenspiel der Gruppen MI MINOR aus St. Petersburg und MATINEE aus Jerusalem oder auch die gemeinsamen Vorstellungen von Shinya Morayama aus Japan und Wolfgang Fendt aus dem Allgäu. Sie hatten sich ursprünglich in Dresden kennengelernt.“

Durch Initiativen wie das Dresdner Festival sind die Mimen heute international bestens vernetzt und pflegen regelmäßig den Kontakt. In diesem Jahr hat das Dresdner Festival in Berlin und Poznań „Töchter“ bekommen, im Jahr 2018 sollen weitere Festivalausgründungen in Rom und Barcelona folgen.

Das Dresdner PantomimeTheaterfestival findet vom 9. Bis 12. November statt. Die Tickets für die Vorstellungen sind über die Homepage, unter Tel. 0351/ 32 37 15 28 und an allen Reservix-Vorverkaufsstellen erhältlich.
Mehr Informationen findet man unter http://www.pantomimefestival-dresden.de.

Das diesjährige Festival wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, das Amt für Kultur und Denkmalschutz der LH Dresden, die Ostsächsische Sparkasse Dresden, den Bund Deutscher Amateurtheater zusammen mit dem Auswärtigen Amt und das Adam Mickiewicz Institut.
Langjähriger Partner und Unterstützer ist das Autohaus Mellmers,

Text: Sabine Mutschke

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