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Elbhangfest 2017: „Martins Most und Katharinas Äpfel“ zum Reformationsjubiläum
03 Freitag Mär 2017
03 Freitag Mär 2017
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28 Dienstag Feb 2017
„Glück auf“: So grüßen sich die Freiberger noch heute.
Mit ihrem komplett restaurierten und denkmalgeschützten Altstadtensemble gilt die Stadt am Fuße der Montanregion Erzgebirge/Krusnohori als einer der schönsten Orte Sachsens.
Im Stadt- und Bergbaumuseum am Untermarkt können Besucher Kostbarkeiten aus der Historie der Silberstadt entdecken. Im Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ fahren sie wie die Bergleute mit dem Förderkorb 150 Meter hinab in den Schacht und erleben auf geführten Touren eines der bedeutendsten Silberbergwerke Sachsens.
Lebendig wird die bergmännische Tradition jährlich bei den Aufzügen der traditionellen Bergparade zum Bergstadtfest am letzten Juni-Wochenende und während des erzgebirgischen Christmarktes. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist außerdem das Schloss Freudenstein, das als Burg zum Schutz des Silberbergbaus errichtet wurde, mit der Ausstellung „terra mineralia“. Dort sind mehr als 3 500 farbenprächtige Minerale, Edelsteine und Meteoriten von fünf Kontinenten zu bestaunen. Zurzeit gibt es dort eine erlebnisreiche, spannende und interaktive Sonderausstellung, bei der kleine und große Besucher zu Detektiven werden unter dem Titel: „CSI Freiberg. Ein Mordfall in der terra mineralia“ (vom 12. April bis 27. August zu sehen). Die Kleineren ab sechs Jahren helfen Gecko Gustav, einer Eidechse aus Madagaskar und Haustier von Prof. Bauer, bei der Suche nach seinem Stein. An zwölf Stationen der Sonderschau tauchen Touristen und Schulklassen in die Welt der Seltenen Erden, in Bergbau und globalisierte Ressourcennutzung ein.
Mit dem Mittelsächsischen Theater besitzt Freiberg außerdem – seit 1791 – das älteste Stadttheater der Welt. In der warmen Jahreszeit lockt der Theaterzauber auf der neu errichteten Seebühne Kriebstein. Zurzeit umgebaut wird das Wohn- und Werkstatthaus Gottfried Silbermanns, das im Sommer wieder zugänglich sein soll. Vier Orgeln des berühmten Meisters sind in Freiberg erhalten: je eine in St. Petri und St. Jacobi und zwei im Dom mit reicher Innenausstattung. In die Freiberger Historie eintauchen kann man bei einem Stadtrundgang, wo man mehr über Lebenswerk und Lebenswandel des weltberühmten Orgelbaumeisters erfährt, augenzwinkernd ausgeplaudert von seiner geschwätzigen Haushälterin, und bei ihr auch einen echten Freiberger Silberkräuter und ein Stück der legendären Freiberger Eierschecke probieren kann. Spannendes zur Entstehung der Silberstadt und der traditionsreichen Geschichte des Freiberger Biers hält eine Führung mit einem Braumeister mit Verkostung bereit.
Bei den Silbermanntagen 2017 (vom 6. bis 17. September) locken wieder Konzerte mit internationalen Stars der Orgelmusik und Spitzenensembles Musikfreunde aus aller Welt nach Freiberg.
Text: (lv)
Foto: Sammlung „terra mineralia“
Weitere Infos unter http://www.freiberg-service.de
28 Dienstag Feb 2017
Posted in Bildende Kunst, Kultur, Musik, Unterwegs

Die wild-romantische Landschaft der Sächsischen Schweiz hat Künstler schon immer magisch angezogen und zu ihren Werken angeregt. Auf ihren Spuren können die Besucher der neuen großen Sonderausstellung „Inspirierende WanderWelten – Die Schweiz(en) in Malerei, Grafik und Wagners Werk“ im Stadtmuseum Pirna und in den Richard-Wagner-Stätten Graupa wandeln (ab 9. April zu sehen).
„Noch nie gezeigte Schätze aus der Grafiksammlung des ,Gebirgsvereins für die Sächsische Schweiz` und zahlreiche authentische Exponate zu Wagners Wanderungen werden in beiden Museen zu sehen sein“, sagt Christian Schmid-Doll, Geschäftsführer der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna. Der Komponist Richard Wagner war ein leidenschaftlicher Wanderer, der nach seiner Flucht aus Sachsen in der Schweiz in höchst anspruchsvollen Touren die Berge erkundete. Bereits in seiner Dresdner Zeit war er viel in der Sächsisch-Böhmischen Schweiz unterwegs. An beiden Orten gewann er tiefgreifende Eindrücke, die er später in seinen Werken szenisch und musikalisch umsetzte. Im Museum in Graupa sind Wagners Wanderrouten auf historischen Karten dargestellt. Seine damit verbundenen inneren Bilder, die er in seinen Musikstücken umsetzte, sind in Grafiken, Zitaten, Musikbeispielen und Bühnenbildmodellen skizziert.
Zeitgleich zeigt das Stadtmuseum Pirna in einer separaten Ausstellung bedeutende Bilder aus seiner Kunstsammlung, die auf den 1878 gegründeten Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz zurückgehen, bei dem wissenschaftliche und soziale Interessen mit ausgeprägtem Kunstsinn zusammentrafen. Die Zeichnungen, Kupferstiche, Radierungen und Lithografien sowie einige Gemälde werden nach aufwendiger Restaurierung nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Unter den Landschaftsansichten aus 200 Jahren befinden sich Werke von Matthäus Merian, Johann Alexander Thiele, Bernardo Bellotto, Adrian Zingg und Karl Gustav Täubert. Die Sammlung eröffnet dem Betrachter einen Blick in die Landschaft, so wie sie Wagner einst sah und wie sich die Landschaftsdarstellung seither verändert hat.
Ein Fest fürs Auge ist außerdem die XIV. Deutsche Kamelienblütenschau im Landschloss Pirna-Zuschendorf, zu der die Botanischen Sammlungen der TU Dresden einladen (vom 4. März bis 9. April). Zu sehen und bewundern sind in farbenfroher Pracht über 1 000 Einzelblüten, darunter eine Vielzahl historischer Sorten aus dem 19. Jahrhundert auf der 1 700 Quadratmeter großen Gewächshausfläche. Das Publikum darf zusammen mit der Mitteldeutschen Kameliengesellschaft die allerschönste Blüte wählen. Ein besonderes Vergnügen ist diesmal für Pflanzenfreunde und Kunstliebhaber, dass vis à vis zu den lebendigen Blüten auch Kamelien in der europäischen Malerei aus der schlosseigenen Sammlung sowie Leihgaben zu sehen sind.
Hauptsächlich Ölbilder und Aquarelle, darunter die allererste gezeichnete Kamelienblüte des sächsischen Gärtners George Meister um 1682, ein Selbstbildnis mit Kamelienzweig der Dresdner Malerin Paula Modersohn-Becker um 1906/07 aus dem Museum Folkwang Essen, ein Stillleben mit weißen Kamelien und gelben Rosen von Wilhelm Lachnit von 1942 und ein Bildnis der aus Alexandre Dumas` Roman berühmten Kameliendame Alphonsine Plessis von Edouard Viénot. Im Festsaal ist das Maleratelier eines Bohème aufgebaut und im Vestibül ein Stilleben exotischer Blumen des ehemals Königlichen Gartens von Berlin nachgestellt. Aus den Pillnitzer Versuchsgewächshäusern kommen außerdem Edelpelargonien nach Zuschendorf. Diese Pflanzenschönheit soll noch bekannter werden und bald auch in einer Vielfalt neuer Sorten erblühen.
Text: (lv)
Fotos: Landschloss Zuschendorf
27 Montag Feb 2017
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23 Donnerstag Feb 2017
Posted in Theater
„Gott wartet an der Haltestelle“ von Maya Arad Yasur, das unter der Regie von Pınar Karabulut am 9.12.2016 im Kleinen Haus 2 des Staatsschauspiels Dresden seine Deutsche Erstaufführung feierte, ist zum Theaterfestival „Radikal jung 2017“ am Münchner Volkstheater eingeladen. Die Vorstellungen finden am 4.5.2017, 19.30 Uhr sowie am 5.5.2017, 17.00 und 21.00 Uhr, statt. Pınar Karabulut zeigt sich begeistert über die Ehre: „Ich freue mich sehr, wieder mit dabei zu sein. Es ist ein besonderes Festival und ein Privileg, als junge Regisseurin teilnehmen zu dürfen.“
Jürgen Reitzler, Intendant des Staatsschauspiels Dresden, ergänzt: „Es freut mich sehr, dass diese Spielzeit, die wesentlich geprägt wird durch junge Theaterschaffende, seien es Regisseur_innen, Schauspieler_innen, oder Autor_innen, so erfolgreich verläuft. Die Einladung von Pınar Karabuluts ‚Gott wartet an der Haltestelle‘ zum renommierten Festival ‚Radikal jung‘ ist für unser Haus ein Höhepunkt des Jahres.“
„Gott wartet an der Haltestelle“ ist die nächsten Male am 25.2., 9.3., 15.3., 24.3. sowie 5.4. und 30.4. im Kleinen Haus 2 des Staatsschauspiels Dresden zu sehen.
. Interview mit Maya Arad Yasur
Ziel des Festivals ist es, die neue Generation der Theatermacher zu fördern, ihre thematischen und ästhetischen Vorlieben zu präsentieren und sowohl einem Fachpublikum als auch einer breiten Öffentlichkeit Perspektiven einer möglichen Theaterlandschaft von morgen aufzuzeigen.
Text+ Fotos: Pressestelle/Staatsschauspiel Dresden
www.staatsschauspiel-dresden.de
23 Donnerstag Feb 2017
Posted in Bildende Kunst

Aus Weidenröschen, Gänseblümchen, Rosenblättern, Kornblumen, Gräsern und vielen anderen Blütengaben schafft Angela Straßberger zauberhafte Blütenbilder, die allen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Seit über zehn Jahren sammelt sie die Blütenpracht der Natur und kombiniert die getrockneten Blüten in allen Variationen zu freundlich-lieblichen Gesichtern und Collagen, einz igartig in Deutschland. Nun bringt die Rabenauer Künstlerin eine Auswahl ihrer Werke nach Pillnitz. Just zur Blüte der berühmten Pillnitzer Kamelie zeigt ihre Werkschau unter dem Titel „Gesichter der Natur“ vom 1. März bis einschließlich 30. April in der Galerie Alte Wache 35 farbenfrohe Blütenkunstwerke.
Dank eines speziellen Pressverfahrens und der liebevollen Verarbeitung lässt Straßberger wunderschöne Kunstwerke entstehen, die jeden Betrachter fast schon automatisch in eine freundlich-glückliche Stimmung versetzen. In der Natur gesammelt, gepresst und liebevoll gestaltet, hält die Künstlerin mit ihren „Gesichtern der Natur“ zauberhafte kleine Blütenfeen fest. Außerdem erschafft sie aus den Gaben der Natur bunt-prächtige Collagen. Alle Motive sind handgefertigt, die schönsten Bilder werden gescannt und bleiben als Kunstdrucke ewig „frisch“.
Nur die besten Blüten und Gräser werden beim Sammeln ausgewählt. „Das Sammeln der Blüten ist nur der erste Schritt, anschließend werden diese mit einem Pressverfahren weiterverarbeitet. In meiner Werkstatt habe ich eine spezielle Tischlerpresse, und je nach Pflanzenart werden sie entsprechend lange und stark gepresst“, verrät Angela Straßberger. Zahlreiche Erfahrungen über die Stärke und Länge des Pressens sowie die Besonderheiten jeder einzelnen Blüte hat die Sächsin in den letzten zehn Jahren gesammelt. Manche Pflanzen bleiben bis zu zehn Tage in der Presse und werden anschließend von der gelernten Gebrauchsweberin mit viel Geduld und in liebevoller Feinarbeit auf ihrem Blumentisch zu individuellen Blütengesichtern und Collagen zusammengesetzt. Diese Liebe zum Detail brachte der Künstlerin schon zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter auch eine für die Einzigartigkeit ihrer Blütenbilder 2009 auf der Hannovermesse, Deutschlands größter Industrie- und Handelsmesse.
In der Pillnitzer Schau im ersten Stock des historischen Wachgebäudes zeigt Straßberger aber nicht nur Blütengesichter und Collagen, sondern präsentiert in Vitrinen auch ihre Bücher, Postkarten und Kalender. „Für 2018 habe ich erstmals zwei Kalender zusammengestellt. Einmal ein DIN-A4-Kalender mit Mädchengesichtern und aufgrund zahlreicher Nachfragen auch einen DIN-A3-Kalender mit Collagen“, verrät Straßberger. Alle Bildbände, Postkarten und Kalender können im Museumsshop im Erdgeschoss der Alten Wache käuflich erworben werden. Auch die 35 Bilder der Ausstellung selbst können erworben werden. Mit nach Hause nehmen kann man diese Werke verständlicherweise aber erst nach dem Ende der Werkschau am 30. April.
Geöffnet ist die Werkschau „Gesichter der Natur“ in der Pillnitzer Galerie Alte Wache täglich (auch an Sonn- und Feiertagen) im März von 10.00 bis 17.00 Uhr und im April von 9.00 bis 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Nach der Pillnitzer Schau wird Angela Straßbergers Blumenkunst vom 7. Mai bis einschließlich 11. Juni im Kloster Sankt Marienstern und vom 20. Mai bis 20. August auf Schloss Lauenstein zu sehen sein. Außerdem öffnet die Künstlerin am 4. und 5. Juni ihr Rabenauer Atelier für Besucher im Rahmen von „KUNST:offen in Sachsen“.
Alle Bücher und Jahreskalender sind auf der Webseite http://www.gesichter-der-natur.de zu sehen und können per direkte Mailanfrage an angela.strassberger@gmx.de bezogen werden.
Text + Fotos: Medienkontor Dresden
21 Dienstag Feb 2017
Posted in Bildende Kunst
Ein Bildnis zeigt eine Frau in geblümtem Kleid mit feschem Hut. Das Ölbild von Marion Wilhelm, der Frau des Malers entstand um 1930. Neben ihr hängt ein Selbstporträt von Paul Wilhelm mit Hut und Pinsel, um 1950. Er gehört zu den bekanntesten Künstlern der Lößnitzmalerei neben Karl Kröner und Theodor Rosenhauer.
Es sind zwei herausragende Werke in der Ausstellung „Neueste Schenkungen“ für die Städtische Kunstsammlung Radebeul, die derzeit in der Stadtgalerie in Altkötzschenbroda 21 zu sehen sind. Diese vereint außerdem Malerei, Grafiken, Objekte und Dokumente wie Fotos und Skizzenbücher von Dieter Beirich, Horst Hille und Dieter Melde. Der Maler und Grafiker Dieter Beirich weiß sein reichhaltiges Werk noch zu Lebzeiten gut aufbewahrt in der Städtischen Kunstsammlung Radebeul und erlebte die Ausstellungseröffnung mit, auch wenn das Gehen schon schwer fällt. Die anderen Arbeiten stammen aus den künstlerischen Nachlässen und widerspiegeln lebhaft und kontrastreich das vielseitige Schaffen dieser Künstler. Die Natur und Erlebnisse des Moments hält Dieter Beirich in seinen atmosphärisch dichten, auf und ab schwingenden, abstrakten Farblandschaften fest.
Licht und Farben des Südens durchziehen die meist kleinformatigen Bilder und Materialcollagen von Dieter Melde, der gern auf Kreta weilte, in denen er figürlich-zeichenhafte und florale Formen faszinierend verwebt auf hellem und dunklem Hintergrund. Von Horst Hille sind neben seinen bekannten, verschmitzt-sinnenfrohen Miniatur-Grafiken wie „Paradiesgärtlein“ drei Arbeiten aus der Wendezeit von 1989 bis 1992 zu sehen. Mit feinem Humor nimmt er das Groteske des ausklingenden DDR-Alltags zwischen wehenden Fahnen und Konsumseligkeit aufs Korn. Für die Schenkung der Kunstwerke an die Städtische Kunstsammlung dankte Bürgermeister Winfried Lehmann den Hinterbliebenen sowie dem Förderkreis der Stadtgalerie Radebeul. Dieser ermöglichte mit einem Zuschuss von 1 500 Euro den Erwerb des Porträts, das Marion Wilhelm darstellt, aus seinem Fond, der damit allerdings auch aufgebraucht ist. Der Förderkreis der Stadtgalerie mit derzeit 12 Mitgliedern hofft daher auf weitere Unterstützer.
Den künstlerischen Nachlass von Horst Hille betreut seine Lebensgefährtin Ute Gebauer und um das hinterlassene Werk von Dieter Melde kümmert sich nun seine Tochter Mara Woldt. „Mir ist es wichtig, dass seine Arbeiten in öffentlichem Besitz und allen zugänglich sind“, sagte sie. Das sei auch im Sinne ihres Vaters. Mara Woldt ist noch mit dem Sichten und Erfassen der Bilderfülle, darunter auch viele Zeichnungen und Aquarelle, beschäftigt. In der Stadtgalerie Radebeul wird erstmals ein kleiner Schaffensausschnitt aus dem Werk von Dieter Melde vorgestellt. Er lebte eine Zeitlang in Radebeul-Zitzschewig sehr naturverbunden und war nach seinem Studium der Theatermalerei und Plastik an der Kunsthochschule seit 1990 dann freischaffend als Künstler in Dresden tätig.
„In seinem und anderen Nachlässen gibt es noch viel zu entdecken. Mit der Städtischen Kunstsammlung besitzt Radebeul einen Schatz, den es zu pflegen und vermehren gilt“, sagte Stadtgaleristin Karin Baum zur Ausstellungseröffnung. Dort werden bereits Werke von über 150 Künstlern aus der Lößnitzstadt sorgsam aufbewahrt. Außerdem steht dieses Jahr gleich ein dreifaches Jubiläum bevor: „Wir feiern 35 Jahre Stadtgalerie Radebeul, davon 20 Jahre am neuen Standort in Altkötzschenbroda und und das 25jährige Bestehen der Kunstsammlung Radebeul mit einer großen Ausstellung im September“, so Karin Baum.
Die Ausstellung mit den neuesten Schenkungen ist noch bis 12. März zu sehen, an diesem Tag findet auch eine Sonderführung um 16 Uhr statt.
Öffnungszeiten: Di., Mi., Do., So. von 14 – 18 Uhr.
Text + Fotos (lv)
Titelbild: Bildnis Marion Wilhelm, der Frau des Malers, um 1930 und Selbstbildnis mit Hut von Paul Wilhelm, um 1950.

21 Dienstag Feb 2017
Posted in Kultur, Lebensart, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

„Tausche doch mal die Brezel gegen das Croissant“, steht auf einem Plakat an der Bürotür. Denn ein Tausch des Gewohnten bringt nicht nur neue Geschmackserlebnisse, sondern vielleicht auch neue Ideen. Andy Guagnini ist aus Marseille nach Dresden gekommen, um ein Jahr im Programm ‚Arbeit beim Partner‘ des Deutsch-Französischen Jugendwerkes (DFJW) erste Arbeitserfahrungen in Deutschland zu sammeln.
Er interessiert sich für interkulturelle Begegnungen, Reisen und Sprachen und möchte dadurch mehr über Land und Leute erfahren und sich beruflich weiterbilden. Das Deutsch-Französische Jugendwerk, das seit mehr als 50 Jahren den Jugendaustausch beider Länder unterstützt, fördert auch einige Projekte des Europa-Direkt e. V. Er habe eine Leidenschaft für deutsche Kultur und Sprache, erzählt der junge Mann. Dresden sei eine schöne Stadt, in der es viel zu entdecken gebe.
Die Sache mit Pegida sieht er gelassen. “Das gibt es nicht nur in Dresden, es ist zurzeit europa- vielleicht sogar weltweit ein Phänomen.“ Andy Guagnini wollte die osteuropäische Kultur kennen lernen und dafür ist Dresden mit der Nähe zu Prag, Breslau und anderen Orten ein idealer Ausgangspunkt, und er wollte auch Erfahrungen im Ausland für sein weiteres berufliches Leben sammeln. In der Schule lernte er seit seinem 13. Lebensjahr Deutsch als zweite Fremdsprache.
Er hat in Frankreich Geschichte, Kulturwissenschaften und Romanistik studiert und ein Masterstudium in Politikwissenschaft mit Schwerpunkt ‚Europäische Union‘ abgeschlossen. Sein Pflicht-Studienpraktikum absolvierte er bei der Französischen Botschaft in Berlin. Nun arbeitet Andy Guagnini für ein Jahr in Dresden. Das Team bei Europa-Direkt e. V. besteht im Moment aus fünf Personen – Deutsche, Franzosen und Polen. Andy kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, die Kommunikation sowie die Werbung für die vielfältigen Projekte.
Dazu gehören Sprachtandem-Kurse in Deutsch und Französisch für Jugendliche und Erwachsene. Sie richten sich an junge Deutsche, die ihre Sprachkenntnisse erweitern möchten und im Tandem mit Franzosen gemeinsam lernen. Dabei ist jeder Teilnehmende Lernender und Lehrender gleichermaßen. „Diese Methode ist authentisch und bringt viel Spaß beim Lernen.“ so Andy Guagnini. Projekte für Auszubildende aus unterschiedlichen Berufen und Ländern, immer in Kooperation mit Berufsausbildungseinrichtungen, stehen genauso auf dem Programm wie Ausbildungen für Jugendleiter. Sie kommen in den erwähnten Projekten der Jugendbildung zum Einsatz kommen, führen Gruppen, moderieren und übersetzen zwischen den einzelnen Sprachen.
Schwerpunkt der Arbeit des Europa-Direkt e. V. ist neben den Begegnungen mit Teilnehmenden aus Frankreich und Deutschland auch Mittel- und Osteuropa, vor allem Polen, Litauen, Serbien und die Ukraine sowie Bosnien-Herzegowina.
Andy Guagnini fuhr im Oktober 2016 für fünf Tage mit einer Gruppe von Deutschen und Franzosen nach Serbien, in einen kleinen Ort in der Nähe von Novi Sad zum Austausch über dortige soziale Jugendprojekte. Er war auch schon in Polen und der Ukraine zu Workshops im Rahmen der interkulturellen Jugendleiterausbildung unterwegs. „Den Wortschatz, den man während der Begegnung erweitert, kann man auch gleich anwenden“ erzählt Andy Guagnini. Die Themen reichen dabei oft von Musik über Geschichte oder Sport bis hin zum gemeinsam Kochen und somit bis zur Küche und der Kultur des Partnerlandes.
Außerdem vermittelt Europa-Direkt e. V. Praktikumsplätze in sächsischen Unternehmen an französische oder polnische Auszubildende oder Absolventen verschiedenster Berufsrichtungen im Rahmen des „Erasmus+“-Programmes der EU. „Wir haben im Moment ca. vierzig Praktikanten aus Frankreich, zwanzig aus Polen kommen demnächst noch für vier Wochen dazu. Wir begleiten sie in den ersten Tagen, organisieren Unterkünfte und interkulturelle sowie sprachliche Einführungswochen, schlagen auch gemeinsame Ausflüge zu kulturellen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung vor und helfen so, sich in Dresden einzugewöhnen“, so Guagnini.
Die Praktikas dauern zwischen vier Wochen und sechs Monaten und einige Praktikanten haben sich so in die Stadt verliebt, dass sie blieben. „Dabei haben wir nicht nur die jungen Franzosen glücklich gemacht sondern auch die Unternehmen, die genau dieses Personal gesucht haben“ sagt Andy.
Mittlerweile schon Tradition bei Europa-Direkt ist der bereits seit Ende der neunziger Jahre veranstaltete „Sprachensommer“ des Vereins „Europa-Direkt“ im Juli und August eines jeden Jahres, der auch vom DFJW gefördert wird. Die vier Tandemkurse für junge Deutsche und Franzosen bestimmter Altersgruppen finden für jeweils eine Woche in Deutschland und Frankreich statt. Die Zwischenreise ist organisiert und wird gemeinsam erlebt.
Jugendliche beider Länder zwischen 13 und 17 Jahren können daran teilnehmen. Ziel ist es nicht nur, die Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern gemeinsam eine erlebnisreiche Ferienzeit zu verbringen und durch viele Aktivitäten den Anderen besser kennenzulernen und neue Bekanntschaften und Freunde zu gewinnen. Los geht es am 21. Juli in Berlin und nach der gemeinsamen Reise wird der zweite Teil dann in der nordfranzösischen Hafenstadt Malo-Les-Bains fortgesetzt. Vom 30.7. bis 6.8. dann nach La Rouchette bei Paris und Berlin. Andere Kurse finden im August in Bourget-du-Lac bei Chambery in den französischen Alpen und in Berlin oder bei Paris und in Berlin statt.
Rechtzeitig anmelden empfiehlt sich, da die Teilnehmerzahl auf jeweils zehn deutsche und französische Plätze begrenzt ist und ein Kurs bereits vollständig gebucht wurde.
Text + Fotos (lv)
Weitere Infos unter http://www.sprachensommer.eu
21 Dienstag Feb 2017
Posted in Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik
Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse präsentiert sein Programm: Rund 100 Autoren und Künstler treten in über 60 Veranstaltungen auf im März.
Auf der heutigen Pressekonferenz „Leipzig liest“ der Leipziger Buchmesse hat das Lithuanian Culture Institute unter der Leitung von Direktorin Aušrinė Žilinskienė das Programm des Schwerpunktlandes Litauen präsentiert sowie die litauischen Autorinnen und Autoren vorgestellt, die im März nach Leipzig kommen, darunter der Lyriker und Essayist Eugenijus Ališanka.
„Was verbindet so unterschiedliche Städte wie Leipzig und Troja?“, fragte Ališanka. „Erstens kann die Literatur Verbindungen auch dort schaffen, wo es gar keine gibt. Zweitens bereitet Litauen der Stadt Leipzig ein Geschenk – das Trojanische Pferd –, mit dem sich eine Truppe bewaffneter Autoren nach Leipzig drängt: bewaffnet aber nicht mit Schwertern und Speeren, sondern mit Büchern. Ich bin froh, einer dieses litauischen Trupps zu sein, und wünsche mir zugleich, dass die Stimme jedes einzelnen Schriftstellers gehört werde. Wenn überhaupt irgendwo, dann ist dies bestimmt in Leipzig möglich, denn Leipzig ist die Literatur-Stadt!“
„Die Literaturen kleinerer Sprachräume wie des Litauischen haben es schwerer, sich international durchzusetzen. Die Buchmesseschwerpunkte helfen, das Interesse der Verleger für die litauischen Titel zu gewinnen. Der deutsche Markt ist besonders wichtig für die Autorinnen und Autoren, weil er als Sprungbrett in die internationale Verbreitung gilt. Wir freuen uns, dass die litauische Literatur in diesem Jahr über den Länderauftritt Litauens in Leipzig deutlich präsent und unübersehbar ist“, so Aušrinė Žilinskienė, Direktorin des Lithuanian Culture Institute.
Rund 100 litauische Autoren und Künstler treten in über 60 Veranstaltungen auf. Zentrale Themen sind der litauischen Kultur, Geschichte und Politik gewidmet: der polyglotten Tradition der Stadt Vilnius und den Beziehungen Litauens zu seinen deutschen, polnischen und russischen Nachbarn. Darüber hinaus geht es um das Thema Ostpreußen, das zwischen der litauischen und deutschen Literatur eine wichtige Brücke bildete, über die Autoren wie Thomas Mann und Johannes Bobrowski wirkten. Zudem machen Grafiker, Komponisten, Buchgestalter, Musiker und Textildesigner neugierig auf die litauische Künstlerszene.
„Mit unserem Schwerpunktlandkonzept rücken wir bewusst kleinere literarische Landschaften ins Scheinwerferlicht“, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Damit wollen wir die Aufmerksamkeit von Büchermachern und Lesern auf die vielfältigen europäischen Wirklichkeiten und Perspektiven erhöhen.“
Auf dem Messegelände werden litauische Bücher in Halle 4 D 300 präsentiert, ein weiterer Stand in Halle 3 G 400 widmet sich der jungen litauischen Grafikkunst. Studenten der Vilnius Art Academy laden hier in Workshops zum kreativen Gedankenaustausch. Das Autorenprogramm des Schwerpunktlandes findet auf der Messe, 23. bis 26. März, im Forum OstSüdOst, Halle 4 E 505, statt sowie an verschiedenen Orten der Innenstadt. Das kulturelle Rahmenprogramm, das litauische Künstlerinnen und Künstler gestalten, beginnt bereits vier Wochen vor Messestart:
Kulturelles Rahmenprogramm
Vom 23. Februar bis zum 6. April präsentiert das Lithuanian Culture Institute gemeinsam mit seinen Partnern ein Rahmenprogramm, das das Kulturland Litauen in seiner großen Vielfalt zeigt.
Experimentelle Klangkunst
Am 23. Februar wird junge experimentelle Klangkunst in der Schaubühne Lindenfels zu Gehör gebracht: die Orgelsafari-Chroniken von Arturas Bumšteinas. Der litauische Komponist reiste entlang der deutsch-tschechischen Grenze durch Sachsen, besuchte Kirchen und nahm deren Orgelmusik auf. Von dieser Reise mit all ihren überraschenden Begegnungen und Klängen erzählen die Orgelsafari-Chroniken. Die Installation kombiniert Videoprojektionen und Sprachperformances mit Original-Tönen und Improvisationen an selbstgebauten Instrumenten.
Nach Messeende, am 29. und 30. März, gibt es einen Nachklang des Buchmesseprogramms im Lofft: mit der Monoper im Dunkeln „Confessions“, präsentiert von der Spatial Opera Company. Das siebenteilige Libretto der Monoper umkreist die Todsünden Habgier, Hochmut, Völlerei, Neid, Zorn, Wollust, Trägheit. Alle Zuschauer tragen während des gesamten Stücks eine Augenbinde. Auf diese Weise werden ihre Klangerlebnisse verstärkt und intensive emotionale Bilder erzeugt.
Ausstellungen
In der Leipziger Baumwollspinnerei wird am 25. Februar die Kunst-Ausstellung „Oxymora“ gezeigt, die gleich drei Ausdrucksformen verbindet: Malerei, Text und Textildesign. Die Ausstellung, die bis zum 25. März zu sehen sein wird, zeigt eine Kollektion aus Grafiken, Malerei und Texten der Berliner Malerpoeten, einer 1972 von der in Litauen geborenen Künstlerin Aldona Gustas gegründeten Autoren- und Künstlergruppe. Ergänzend dazu werden Werke litauischer Gegenwartskünstlerinnen vorgeführt, die verschiedene Kulturtechniken eindrucksvoll verbinden: Tapisserie oder Stickerei mit Digitaldruck oder Videoanimation.
Vom 17. bis 30. März wird in der Galerie Hier + Jetzt eine Fotoausstellung anlässlich des 100. Geburtstages von Johannes Bobrowski gezeigt: „Johannes Bobrowskis Litauen: Beiderseits der Memel, zwischen Osten und Westen“ von Arturas Valiauga. Keiner repräsentiert die kulturelle Verbindung zwischen Deutschland und Osteuropa besser als Johannes Bobrowski, geboren im ostpreußischen Tilsit, verbrachte er die Sommer in Dörfern entlang der Memel. Der litauische Fotograf Arturas Valiauga besuchte Orte, in denen Bobrowski lebte und über die er schrieb.
Konzerte
Am 21. März tritt der akademische Mädchenchor „Liepaitės“ in der Leipziger Nicolaikirche auf und zeigt höchste Gesangskunst aus Vilnius. Die ‚Besten der Besten‘ zwischen 14 bis 17 Jahren geben unter der Leitung von Jolita Vaitkevičienė Konzerte in aller Welt. In der Nicolaikirche präsentieren die Sängerinnen litauische Volkslieder, Werke von Bach, Mendelssohn-Bartholdy, Holst und anderen litauischen und internationalen Komponisten.
In der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ ist am 24. März ein Gesprächskonzert zu erleben: Vytautas Landsbergis spricht über den litauischen Künstler M. K. Čiurlionis und spielt dessen Werke am Klavier. Vytautas Landsbergis wurde an der Litauischen Musikakademie zum Pianisten ausgebildet. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit wurde Landsbergis zu Litauens erstem Staatsoberhaupt gewählt. Von 2004 bis 2014 Mitglied des EU-Parlaments, war er insgesamt 25 Jahre in Parlamenten tätig.
Filmkunst
Den Abschluss des litauischen Rahmenprogramms bilden vier Filmpräsentationen, 3. bis 6. April, in der Schaubühne Lindenfels: ein Oskar prämierter Stummfilm, eine Familiengeschichte, ein Episodenfilm und eine Romanverfilmung als Rockoper. „Sonnenaufgang“ zählen viele Filmhistoriker zu einem der zehn schönsten Filme aller Zeiten. „Für immer zusammen“ führt disparate Lebensentwürfe vor. „Wenn wir vom KGB reden“ handelt von sowjetischen Verbrechen und wiedererrungener Freiheit, und „Teufels Braut“, einer der populärsten Filme Litauens, basiert auf einer nationalen literarischen Legende.
Autorenprogramm
Die Buchpräsentationen und Diskussionen des Autorenprogramms gestalten u.a.: der Lyriker und Essayist Eugenijus Ališanka, der Kulturgeograf Laimonas Briedis, der Lyriker Antanas A. Jonynas, der Essayist Laurynas Katkus, der Kulturhistoriker Rimvydas Laužikas, der Autor Kęstutis Navakas, der Lyriker Sigitas Parulskis, die Autorinnen Undinė Radzevičiūtė, Giedra Radvilavičiūtė und Renata Šerelytė, der Erzähler Alvydas Šlepikas, der Lyriker Rimvydas Stankevičius, der Lyriker und Menschenrechtler Tomas Venclova sowie der Grafiker, Illustrator und Essayist Mikalojus Vilutis, zudem deutsche Übersetzerinnen und Übersetzer wie Saskia Drude, Cornelius Hell, Markus Roduner und Claudia Sinnig.
Auch Themen des Kinderbuchmarkts sind vertreten, u.a. mit dem Kinderbuchautor und Illustrator Kęstutis Kasparavičius. Außerdem werden neu übersetzte litauische Klassiker präsentiert, darunter Grigori Kanowitsch, Jurgis Kunčinas, Romualdas Granauskas und Antanas Škėma.
Neue Literatur aus Litauen
Eine „Nacht der litauischen Literatur“ wird am 23. März im Schauspiel Leipzig/ Baustelle gefeiert: mit Autoren, Verlegern, Übersetzern und Musikern. Dabei sind moderne Romane und Erzählungen von Renata Šerelytė, Jurgis Kunčinas, Kęstutis Navakas, Grigori Kanowitsch u. a., präsentiert von ihren Autoren, Übersetzern oder Verlegern in Kurzlesungen und Gesprächen.
In Horns Erben heißt es am 25. März: „Wir sind die Neuen. Eine junge Autorengeneration stellt sich vor“. Auch, wenn jeder der 14 Autoren die Welt aus ganz eigener Perspektive betrachtet, haben sie etwas gemeinsam: Sie stammen aus einer Epoche, die man als das „sowjetische Litauen“ bezeichnet. Wie sich die Zeiten des Umbruchs in Literatur verwandeln lassen, zeigen sie in Prosa, Lyrik und Poetry-Slams.
Große Lyriker Litauens werden am 25. März in der „Nacht der litauischen Poesie“ vorgestellt. Im Schauspiel Leipzig/ Baustelle treten zehn Dichterinnen und Dichter auf: Rimvydas Stankevičius, Kęstutis Navakas, Gytis Norvilas, Antanas A. Jonynas, Giedrė Kazlauskaitė, Agnė Žagrakalytė, Aivaras Veiknys, Sigitas Parulskis, Laurynas Katkus, Eugenijus Ališanka. Sie lesen ihre aktuelle Lyrik, umrahmt von litauischen Klängen.
Vilnius: Herzstadt Litauens
„Vilnius, Wilno, Wilna, eine multikulturelle Stadt“ heißt die Diskussion am 24. März mit Tomas Venclova, Laimonas Briedis, Eugenijus Ališanka und Felix Ackermann. Jerusalem des Nordens, Zentrum polnischer Kultur, litauische Hauptstadt, belarussischer Sehnsuchtsort, Heimat russischsprachiger Einwohner: Vilnius ist ein Fixpunkt für viele Suchbewegungen, die in der Historie der Stadt ein Bergwerk für Rohstoffe sehen, aus denen heutige Erzählungen gemacht sind.
„Vilnius als Spiegelkabinett“ erklärt der Kulturgeograf Laimonas Briedis am 25. März. Selbst in Vilnius geboren und aufgewachsen ging er zum Studium nach Vancouver, wo er seit über 25 Jahren lebt. Der Blick von außen bestimmt auch „Vilnius. Reisen in die ferne Nähe“, mit dem Briedis internationales Aufsehen erregte. Virtuos verknüpft er Briefe, Tagebücher, Äußerungen von Napoleon, Dostojewski, Stendal, Döblin und anderen zu einer ganz persönlichen (Stadt-)Geschichte.
Litauen im Spannungsfeld der Politik
Gleich zu Beginn des Litauischen Messeprogramms, am 23. März, steht die Diskussion „Quo vadis, Europa? Außen- und sicherheitspolitische Herausforderungen aus der baltischen Perspektive“, u.a. mit Linas Linkevičius, Außenminister der Republik Litauen. Das hochkarätige Podium diskutiert, welche außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen sich den Ländern Litauen und Deutschland stellen.
In der Bibliotheca Albertina geht es am 23. März um „Chiffren, Mythen und Schweigen in sowjetlitauischer und DDR-Literatur“, u.a. mit Tomas Venclova und Ines Geipel. Ob in annektierten Sowjetrepubliken wie Litauen oder in Satellitenstaaten wie der DDR: Als Dogma und Kanon war hier wie dort einzig der sogenannte sozialistische Realismus zulässig. Wie wirkte und wirkt sich das bis heute auf die Literatur beider Länder aus?
Über die Beziehungen zwischen Litauen, Polen und Russland diskutieren am 24. März im Forum OstSüdOst Tomas Venclova, Adam Michnik und Lilija Schewzowa. In der heutigen Kontroverse zwischen dem Westen und Russland heben sich die Stimmen Litauens und Polens aus dem Chor der europäischen Staaten heraus. Beide Länder dienten dem nach Demokratie strebenden Teil der russischen Gesellschaft als Orientierung.
Litauisch-deutsche Beziehungen
Wie kaum ein anderer hat Thomas Mann die Verbindung zwischen Litauen und Deutschland befördert. Drei Sommer verbrachte er auf der Kurischen Nehrung. Heute beherbergt sein ehemaliges Domizil das Thomas-Mann-Museum und -Kulturzentrum. Am 23. März resümieren dessen Kurator Antanas Gailius und der Präsident der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft Hans Wißkirchen den literarischen Ertrag der Niddener Sommer 1930 bis 1932 und sprechen mit Ruth Leiserowitz über die Perspektiven des Hauses.
Eine Diskussion über die „Wolfskinder: das geweckte Schicksal Ostpreußens“ steht am 25. März auf dem Programm – mit Alvydas Šlepikas und Ula Lachauer. Das Schicksal der sogenannten Wolfskinder war in Litauen und Deutschland weitgehend bekannt. Nun findet das tragische Kapitel der Nachkriegsgeschichte auch Einzug in die Literatur: „Mein Name ist Marytė“ von Alvydas Šlepikas oder „Salz für die See“ von Ruta Sepetys geben der Erinnerung an den Untergang Ostpreußens einen eigenen Raum.
Aus Anlass der Leipziger Buchmesse haben Rimvydas Laužikas und Antanas Astrauskas das Buch „Wie der gepökelte Stier nach Konstanz fuhr“ geschrieben: die erste Studie über die Wechselbeziehungen der litauischen und der deutschen Küche und ihrer kulinarischen Traditionen. Am 24. März lädt das Lithuanian Culture Institute zur Buchpremiere – „Meschkines, Schuppnis und Spirgel: das deutsch-litauische Verhältnis als Leib- und Magengeschichte“.
Alle Veranstaltungen und Informationen zu Autoren und Programm unter: http://www.litaueninleipzig.lt
Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017 wird veranstaltet vom Lithuanian Culture Institute und der Leipziger Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium der Republik Litauen, dem Kulturrat Litauen, der Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, dem Litauischen Verlegerverband, dem Staatlichen Tourismusamt Litauen sowie dem Goethe-Institut Litauen.
Text: Pressestelle Leipziger Buchmesse
17 Freitag Feb 2017
Posted in Theater

Foto: Robert Jentzsch
Er ist ein genialer Denker und etwas schrulliger Gentleman, der Licht in jedes Verbrechen bringt und immer einen kühlen Kopf bewahrt. Dem berühmtesten Detektiv aller Zeiten aus den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle, der erste erschien vor nunmehr 130 Jahren, huldigt die Kriminalkomödie “Sherlock Holmes und die Schnecken von Eastwick“ aus der Feder von Schauspieler Michael Kuhn.
Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater Dresden. Dieser ebenso verwicklungs- wie verführungsreiche Kriminalfall stellt den britischen Meisterdetektiv im karierten Mantel und Kappe und seinen Gehilfen Dr. Watson vor sehr weibliche Rätsel unter Regie von Olaf Becker. Im Salon des mondänen Landsitzes treffen sie in einer unheimlichen Gewitternacht auf den leblos auf dem Chesterfield-Sofa sitzenden Earl of Eastwick (Stephan Schill). Der nicht nur ein passionierter Rosenzüchter und Schneckenforscher war, sondern auch den Frauen sehr zugetan. Alle vier Damen in seinem Haus sind des Mordes verdächtig, sie kokettieren mit ihren Reizen, lästern übereinander mit spitzer Zunge und jede hat ihr kleines pikantes Geheimnis. Das blonde, kesse Hausmädchen Melody (Sarah Gebert) und die raffinierte ägyptische Köchin Yasmina (Ilona Raytman) ebenso wie die eifersüchtige Ehefrau Carla (Dorothee Krüger) und ihre ungeniert liebestolle Mutter (Monika Hildebrand).
Cool und galant löst Sherlock Holmes (Boris Schwiebert) den verzwickten Fall, in Denkerpose, im Rauch der Tabakpfeife und mit Lupe, begleitet von seinem gewitzt-tolpatschigen Gehilfen Watson (René Geisler). Um ein Haar erwischt es auch die so neugierig wie geschwätzige Hauswirtin Mrs. Hudson (Katrin Jaehne). Eine gelungene Mischung aus Spannung, schwarzhumorigem und verruchtem Witz und Grusel mit altenglischen, mitreißenden Musik- und Tanzeinlagen und überraschenden Wendungen ist diese Inszenierung.
Zuletzt bleibt nur noch der Gärtner mit auffallendem Bart übrig, der unerwartet auftaucht, sich genauso gut mit Rosen und Schnecken auskennt wie der Hausherr und gelegentlich Schach spielt. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Begeisterter Beifall vom Publikum für einen intelligent-vergnüglichen Abend.
Nächste Vorstellungen: 27.2., 19.30; 2. und 3.3., 19.30; 4.3., 15+19.30; 5.3., 14+18
und 6.3., 19.30 Uhr