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meinwortgarten.com

~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Kategorien-Archiv: Bildende Kunst

Ausstellung „Traffic“ des Berliner Künstlers DAG eröffnet in der Artbox Dresden

14 Donnerstag Mai 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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DAG, Club Watergate. 2017 Mural (Wandmalerei), 300 x 300 cm

Geregeltes Chaos

Die zweite Ausstellung in der Artbox Dresden zeigt abstrakte Wandmalerei des Berliner Künstlers DAG.  

Die Eröffnungsveranstaltung entfällt aufgrund der aktuellen Bestimmungen.

Geöffnet ab: Freitag | 15.5.2020 | 19 h
Einführung auf Video: John Hinnerk Pahl (Kunsthistoriker)
Ausstellungsdauer: 16.5. – 28.6.2020 im 24 h Ausstellungsraum an der Ecke Hafenstraße/Uferstraße

„Die Artbox Dresden präsentiert ab dem 15. Mai 2020 die Ausstellung „TRAFFIC“ des Berliner Künstlers DAG. Seine abstrakten Bildwelten werden bevölkert von geometrischen Formen wie Dreiecken, Kreisen und Rechtecken, die durch ihre serielle Aneinanderreihung in Bewegung geraten.
Der 1964 in Eberswalde geborene Dag Przybilla entwickelte seine Kunst in den 90er Jahren im Umfeld der Berliner Techno-Kultur. Ausstellungen folgten in Paris, Tel Aviv, Chicago, Tokio, Zürich, Singapur, Amsterdam, Brüssel, London und vielen anderen Städten weltweit. DAG vermag es, „Strukturenfelder“, so nennt er seine Murals und Gemälde, mittels präziser Linienführung beinahe wie gedruckt erscheinen zu lassen.
„Es ist ein geregeltes Chaos“, erläutert der Künstler, „aber es muss kontrolliert ablaufen“. Im Gegensatz zur Perfektion technisch produzierter Bilder, die unseren Alltag heute prägen, lässt DAG auch Abweichungen, vermeintliche Fehler, zu. So vermag er es, die Welt in elementare Formen zu zerlegen und neue Welten zu bauen, die doch trotz ihrer Ungegenständlichkeit den Bezug zur Wirklichkeit nicht verlieren.“ John Hinnerk Pahl
Die Artbox Dresden, Kunstschaufenster wird gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz in Dresden.

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Kunstprojekt „Das weite Land“ mit Christina Wildgrube im Kunstverein Meißen

04 Montag Mai 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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Die Künstlerin Christina Wildgrube realisiert im April und Mai 2020 unter dem Titel „Das weite Land“ im Kunstverein Meißen ihr für das Residenzstipendium eingereichtes künstlerisches Vorhaben. Sie zeichnet und sammelt dafür Formen, Ornamente und Muster der Albrechtsburg Meissen und überträgt diese in einen neuen Kontext.
Besucher haben die Möglichkeit am Entstehungsprozess der künstlerischen Arbeit, über die Schaufenster des Kunstvereins oder zu bestimmten Terminen im persönlichen Gespräch mit der Künstlerin, teilzuhaben:
jeweils Mittwoch, den 6., 13. und 20. Mai, von 16 – 18 Uhr
Daran können zeitgleich max. 5 Besucher teilnehmen. Bitte haben Sie Ihre Gesichtsmasken dabei.

Vorankündigung:

Das weite Land – Christina Wildgrube
Stipendiat*innenausstellung 2020
23. Mai bis 20. Juni
von Christina Wildgrube, Rückkehr, Linotype 12 Cicero, 2020
Ausstellungs-Eröffnung „Das weite Land“ am Samstag, 23. Mai  17- 20 Uhr
Zur Eröffnung besteht die Möglichkeit mit Christina Wildgrube über ihre realisierte Arbeit ins Gespräch zu kommen.
Dazu lädt der KV Meißen unter Vorbehalt einer begrenzten Besucherschaft ein. Es werden zeitgleich nur 5 Besucher eingelassen. In der Zwischenzeit können die Besucher sich die Arbeiten über die großen Schaufenster anschauen. Bitte etwas Geduld und Gesichtsmasken mitbringen.
Text: Matthias Lehmann
Kunstverein Meißen e.V. · Burgstraße 2 · 01662 Meißen · Tel. / Fax: 03521 476650 · www.kunstverein-meissen.de · Öffnungszeiten: Donnerstag bis Freitag 12 – 18 Uhr und Samstag 10 – 15 Uhr  ·  Sonntag bis Dienstag und zwischen den Ausstellungen geschlossen. Eintritt frei.

Der Verein arbeitet auf ehrenamtlicher und gemeinnütziger Basis. Eine kontinuierliche Vereinsarbeit ist nur möglich mit Hilfe von öffentlichen Fördermitteln und privaten Spenden. Bereichern auch Sie das kulturelle Angebot der Stadt und Region Meißen, indem Sie die Arbeit des Kunstvereins mit einer Spende unterstützen! (Spenden an gemeinnützige Vereine sind steuerlich voll abzugsfähig.)
Spendenkonto: Kunstverein Meißen e.V.
IBAN DE86 85055000 3150000202 · BIC SOLADES1MEI · Sparkasse Meißen · Wir stellen nach Eingang Ihrer Spenden eine Spendenbescheinigung aus. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Oder werden Sie Mitglied bzw. Fördermitglied. So sorgen Sie mit Ihren Mitgliedsbeiträgen für eine kontinuierliche Unterstützung. Das Anmeldeformular gib es auf unserer Webseite: www.kunstverein-meissen.de, ausfüllen und versenden an kontakt@kunstverein-meissen.de, Vielen Dank!

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Unbequeme Wahrheiten: Das neue Buch „Das gespaltene Land“ von Hans-Joachim Maaz

03 Sonntag Mai 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Literatur

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Tiefenpsychologische Wahrheiten

Warum das neue Buch „Das gespaltene Land“ von Hans-Joachim Maaz weh tut, ehrlich ist und eine konsequente Fortsetzung seiner früheren Analysen.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Hans-Joachim Maaz, Psychotherapeut und Psychoanalytiker aus Halle, hätte es mit 77 Jahren wesentlich ruhiger haben können. Statt dessen hat er bei C.H. Beck nach „Der Gefühlsstau“ 1990, „Die Liebesfalle“ 2010, „Hilfe! Psychotherapie“ 2014 oder „Das falsche Leben“ 2016 ein weiteres Werk nachgelegt. Das so schonungslos wie kein früheres die unbewussten Blockaden unseres gesellschaftlichen Miteinanders offenlegt. Niemand, auch er selbst nicht, ist bei dieser Analyse ausgenommen. Das muss Probleme bringen.
*
Haben viele den „Gefühlsstau“ noch bejubelt, weil er erstmalig und umfassend ostdeutsche Befindlichkeit erklärte. Und damit auch ehemaligen DDR-Bürgern die Augen über ihre innerseelische Lage öffnete. So war schon „Das falsche Leben“ für manchen eine unerträgliche Zumutung. Dass viele Menschen keine wirklich stabile Identität und keine gefestigten Selbstwertstrukturen haben sollen, ist eine harte Konfrontation. In der frühesten Kindheit erlittene Zurückweisungen, Liebesentzug, Beschämungen, Vernachlässigung oder körperliche bzw. seelische Übergriffigkeit sollen dafür verantwortlich sein.
*
Maaz weiß, dass das stimmt. In rund 40 Jahren Berufserfahrung hat er erlebt, wie aufgestaute Gefühle, diese berechtigte Wut, die im Kleinkindalter nicht ausagiert werden durfte, den Menschen im Inneren doch Zeit seines Lebens zu schaffen machen, ohne das er das merkt. Emotional schützende Abspaltung und Verleugnung sorgen bei den Betroffenen für Widerspruch, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Erst in einer Krise kann sich, zum Beispiel in einer Psychotherapie, diese aufgestaute Energie intensiv entladen.
*
Maaz schreibt: „Wenn die Angst, der mörderische Hass, der herzzerreißende Schmerz und die abgrundtiefe Trauer über die erlittenen frühesten Beziehungsstörungen zwischen Mutter, Vater und Kind oder anderen frühen Betreuungspersonen zur Entladung kommen, versteht man plötzlich etwas von Kriegsbegeisterung, Mordlust, Vernichtungswut, von sozialer Gewalt, Denunziation, Verfolgung und Diffamierung, von Neid, Eifersucht, Gier und Sucht.“
*
Gerade aus diesem Grund belässt es Hans-Joachim Maaz nun nicht nur bei der Betrachtung von falschem Leben Einzelner. Er sieht eine gesellschaftliche Krise gekommen, in der Ersatzbefriedigungen nicht mehr für alle ausreichend zur Verfügung stehen. Gesellschaftsanalytiker aller Colour sehen das ähnlich. Es geht aber nicht nur um materielle Werte. Es geht erneut und nun gesamtgesellschaftlich um Anerkennung, Einbeziehung, Wertschätzung. Maaz zitiiert Jakob Augstein: „Der Erfolg der Rechten ist das Fieber Europas. – Die Rechten sind das Symptom.“
*
Nur wer ernsthaft und vorurteilsfrei bei Maaz nach tiefenpsychologischen Erklärungen sucht, wird sie finden. Allerdings liest sich „Das gespaltene Land“ teilweise nur mit Anstrengung. Denn so treffende Formulierungen und schlüssige Erläuterungen der Autor auch findet – über weite Strecken schreibt er sehr intellektuell und fachspezifisch. Lesern ohne Vorbildung könnte das größere Verständnisschwierigkeiten bringen.
*
Doch schon nach den ersten Rezensionen des Buches in den Medien zeichnet sich ab, dass die düsteren Erklärungen, was unsere kollektiven Selbst-Entfremdungen anrichten, zurückgewiesen und umgedeutet werden. Maaz` Einschätzung, „es gibt keinen überzeugenden demokratischen Diskurs mehr“, wird vielfach abgelehnt, der Autor wird zum Populisten abgestempelt. Damit hatte er gerechnet. Er hat die Normopathie – also die gesellschaftliche Anpassung und das Mitläufertum, verbunden mit den entsprechenden Schutzreaktionen – ja selbst wissenschaftlich ergründet. So hat er sich selbst als Sündenbock angeboten.
*
Für alle Leser, die es ernst meinen mit der innerseelischen Demokratisierung – als Voraussetzung, damit auch gesellschaftliche Demokratie gelingt – gibt es sinnvolle Hinweise. Stichwort Schulung von Würde, Gefühlskunde, Beziehungskultur, und immer wieder Selbsterkenntnis und Auflösung unbewusster Konflikte. Das allerwichtigste aber ist, Kinder so aufwachsen zu lassen, dass ihre eigene Lebendigkeit nicht unterdrückt wird. Die nicht zu übersehende gesellschaftliche Spaltung kann überwinden, „wer sich frei durch den Dschungel der Pluralität zu bewegen weiß“. Wer den Konfliktfeldern der Kommunikation und Entscheidungsfindung „die Energie für Feindseligkeit entzieht“. Wer erkennt, dass man auch Wirtschaft und Politik am besten mit Psychologie erklären kann. Denn sie werden von Menschen bestimmt.

Hans-Joachim Maaz, „Das gespaltene Land“, C.H. Beck 2020, 16,95 Euro, als Ebook: 12,99 Euro
Leseprobe unter https://beckassets.blob.core.windows.net/productattachment/
readingsample/14597445/30262056_leseprobe%20das%20gespaltene%20land.pdf
*
Kollektive Selbstentfremdung passend zu Maaz`Buch: das Bild „Die Kleinen Leiden“ des Großenhainer Künstlers Sebastian Bieler.
*

Vielstimmigkeit
(zu H.J. Maaz „Das gespaltene Land“)

Gleichklang
der Worte Stimmen Schritte
im Gleichschritt marsch
versiegt Vielklang
Gleichgewicht verliert
gleichviel
bleibt
bleiern
Eintönigkeit
einig Vaterland
Gleichgültigkeit
Lilli Vostry
4.5.2020

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Die Galerie Himmel verlängert die Ausstellung „Paragone“ mit Malerei von Johannes Heisig & Plastik von Sylvia Hagen

28 Dienstag Apr 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Kunstgenuss mit Maske in Corona-Zeiten: Inhaber Michael Böhlitz vor dem Titelbild  „Waterloo Sunset“ von Johannes Heisig in der Galerie Himmel. Kraftvoll und zerbrechlich zugleich sind auch die Plastiken von Sylvia Hagen in der derzeitigen Ausstellung „Paragone“.

„Apokalyptischer Reiter“, 2016/17, Terrakotta, engobiert von Sylvia Hagen
„Aprilwetter“, 2016 & „Neujahrsspaziergang“, 2020, Öl auf Leinwand von Johannes Heisig und figürliche Plastiken von Sylvia Hagen.
„Fischgericht“, 2018/19 von Johannes Heisig und „Ach, Glück“, 2013 von Sylvia Hagen.

„Blick nach St. Maximin“, 2016 von Johannes Heisig.

Frühlingsfrische Landschaften und apokalyptische Reiter

Nach reichlich vier Wochen Schließung wegen der Corona-Krise hat die Galerie Himmel am Obergraben 8 wieder geöffnet. Schönheit und Abgründe der heutigen Welt spiegeln figürliche Arbeiten, Landschaften und Stillleben von Johannes Heisig und ausdrucksreiche Plastiken von Sylvia Hagen noch bis 9. Mai.

Aus dunkler Häuserkulisse vor untergehender Sonne stürzt eine Taube. Gesichter tauchen schemenhaft auf. Eine Frau in schwarzem Kleid liegt puppenhaft auf rotem Tuch inmitten von Trümmern. Davor hält der Maler das bizarre Weltszenario auf der Leinwand fest. „Waterloo Sunset“ heißt dieses Gemälde von Johannes Heisig, das 2019 entstand. Es scheint die derzeitige Krise vorwegzunehmen. Nun wurde die Ausstellung „Paragone“ mit Malerei von einem der bekanntesten ostdeutschen Künstler und Plastiken von Sylvia Hagen in der Galerie Himmel am Obergraben 8 im Barockviertel bis 9. Mai verlängert.

Gezeigt werden 35 Werke, die vielschichtig in expressiv lodernden Farbtönen die Schönheit, Brüchigkeit und Verletzlichkeit der Natur und des Lebens widerspiegeln. Dabei treten die Bilder mit den Bronze- und Terrakottaplastiken in einen spannungsreichen Dialog. Eine frühlingsfrische Landschaft trifft auf Wellenreiter und Apokalyptische Reiter, der aufgeschnittene große Fisch auf dem Teller auf eine Bilderserie, „Requiem für eine Hornisse“, rote Amaryllis leuchten neben dem Herbstfeuer und einem davor sich wärmenden Paar.

„Geplant war als Highlight der Ausstellung am 13. April ein Kunstgespräch zwischen dem Schriftsteller Volker Braun, von dem auch ein Porträt zu sehen ist, dem Maler Johannes Heisig und der Bildhauerin Sylvia Hagen, welches wir absagen mussten wegen der Corona-Krise. Das ist verloren, unwiederbringlich“, sagt Michael Böhlitz, Kunstwissenschaftler und Inhaber der Galerie. Diese führt er zusammen mit seiner Frau Anja Himmel seit 2014. Nach reichlich vier Wochen Schließung hat die Galerie Himmel jetzt wieder geöffnet wie andere Läden bis 800 Quadratmeter Größe unter Beachtung der erforderlichen Hygienemaßnahmen. Michael Böhlitz trägt hellblauen Mund- und Nasenschutz, den die Designerin Dorothea Michalk vom Modegeschäft um die Ecke nähte. Musik klingt einladend aus der Galerie nach draußen. Die Tür steht offen, damit Besucher die Klinke nicht anfassen müssen und mit Gesichtsschutz ausgestattet die Kunst betrachten können. Im weiten Oberlichtsaal stehen auf dem Grafiktisch zwei Flaschen Desinfektionsspray, den man in die Hände verreiben kann, um in den Künstlerkatalogen zu blättern.

Drei Besucher sehen sich gerade in der Ausstellung um. Eine ältere Frau ist begeistert von den Plastiken. Zwei Männer unterhalten sich lebhaft vor Heisigs Bildern. Im Kabinett sind derzeit außerdem unter dem Titel „Hintereis“ alpine Landschaften des jungen Berliner Künstlers Konrad Henker zu sehen. „Die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise merken wir schon seit Jahresbeginn durch Umsatzeinbrüche“, so Böhlitz. Zwei Galeriemitarbeiter sind bereits in Kurzarbeit. Er glaubt aber nicht, dass die derzeitige Corona- Pandemie zu einem Preisverfall der Kunst führt.

„Solange wir mit lebenden Künstlern zusammenarbeiten, ist nach unten außerdem eine preisliche Grenze festgelegt. Wir setzen auf den Wert und die Qualität der Kunst.“ Die einzige Einnahmequelle sei zurzeit der Shop der Galerie Himmel, der eine große Bandbreite mit über 10 000 Grafiken und Zeichnungen von der Renaissance über klassische moderne bis zu zeitgenössischer Kunst für Kunstliebhaber bereithält. „Wichtig für den Galeriebetrieb sind jedoch vor allem die Ausstellungseröffnungen und persönlichen Begegnungen, bei denen Interesse für die künstlerischen Arbeiten geweckt wird“, sagt Galerieinhaber Michael Böhlitz.

Nun heißt es abwarten, ob die Einschränkungen für Veranstaltungen nach dem 4. Mai weiter gelockert werden. Eventuell eine begrenzte Personenzahl nach und nach in die Galerie kann. Die nächste Ausstellung zum 80. Geburtstag des Dresdner Künstlers Klaus Drechsler mit dem Titel „Vita brevis“ (übers.: Das Leben ist kurz) sollte eigentlich Anfang April eröffnen. Katalog und Einladungskarten liegen druckfrisch bereit. In weiteren Ausstellungen will die Galerie Himmel noch dieses Jahr Werke von Max Schwimmer und Andreas Wachter zeigen.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten der Galerie Himmel:
Mo – Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 16 Uhr

http://www.galerie-himmel.de


„Halfpipe“, 2016 von Johannes Heisg und „Wellenreiter“, 2019, Bronze, von Sylvia Hagen.

„Herbstzweige“, 2018 von Johannes Heisig und „Uns neu zu gründen – Porträt Volker Braun“, 2018

„Amaryllis II“, 2020 von Johannes Heisig.

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Ostrale-Zentrum für zeitgenössische Kunst muss internationalen Künstleraustausch in Kenia abbrechen

30 Montag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Kultur in Zeiten von Covid 19
Kaum angereist, schon Rückflug

OSTRALE – Zentrum für zeitgenössische Kunst muss internationalen Künstleraustausch in Kenia zunächst abbrechen. Pandemie gefährdet auch anstehende Gastspiele in Uganda und in der europäischen Kulturhauptstadt 2020 Rijeka (Kroatien).

Dresden, Nairobi, Kampala, Rijeka. Die Dresdner OSTRALE Biennale musste eines ihrer diesjährigen Auslandsprojekte aufgrund des Coronavirus‘ teilweise abbrechen. Der zweite Teil des gemeinsam mit dem Fonds Turn der Kulturstiftung des Bundes geplanten Projektes „WomanIsm“ wurde kurz vor dem Start in Nairobi, Kenia unterbrochen. Die ersten beiden, erst am Vortag angereisten Künstlerinnen Frenzy Höhne (Leipzig) und (Neubrandenburg) mussten umgehend wieder abreisen. Das Kenianische Gesundheitsministerium hatte am Morgen des 16. März alle öffentlichen Veranstaltungen bis einschließlich 31. März abgesagt. Der erste Teil des Kunstaustausches zwischen deutschen und afrikanischen Künstlerinnen hatte bereits im Rahmen der Dresdner OSTRALE Biennale 2019 stattgefunden. Im Rahmen des zweiten Teils in Nairobi waren unter anderem gemeinsame Workshops geplant. Auch die von der OSTRALE Biennale-Kuratorin Syowia Kyambi kuratierte Ausstellung „GET YOUR FOOT OFF MY NECK“ in der Circle Art Gallery, Nairobi ist betroffen, die Kunstwerke werden zwar gehängt, jedoch zunächst jedoch nur virtuell im Internet präsentiert.

Auch die in Kooperation mit dem Goethe-Zentrum in Kampala (Uganda) vorbereitete dortige Vernetzung zeitgenössischer Künstlerinnen wird voraussichtlich verschoben werden müssen. OSTRALE Biennale Direktorin Andrea Hilger: „Wir sind natürlich schockiert und hoffen, dass wir den zweiten Teil dieses wertvollen internationalen Kulturaustausches noch in diesem Jahr gemeinsam mit unseren Partnern nachholen können.“

„Besonders trifft uns auch, dass die im Auftrag der Europäischen Kulturhauptstadt 2020 Rijeka von uns kuratierte Aussstellung „Watergate“ in der kroatischen Hafenstadt voraussichtlich ebenfalls nicht wie geplant wird stattfinden können.“, so Andrea Hilger.

Die nächste OSTRALE Biennale in Dresden findet voraussichtlich vom 1. Juli bis 3. Oktober 2021 statt. Der „Open Call“ wurde soeben auf der Website http://www.ostrale.de publiziert. Künstler aus aller Welt sind eingeladen, sich für die Auswahl durch die Kuratoren zu bewerben.

WomanISM:

Kuratorinnen des Projektes WomanISM: Syowia Kyambi (KE), Antka Hofmann (DE)
Teilnehmende Künstlerinnen: Sonia E Barrett (GB / DE / JM), Frenzy Höhne (DE), Ramona Seyfarth (DE), Carolin Koss (FI / DE), Immy Mali (UG), Hannah Nitsch (DE), Usha Seejarim (ZA)

WomanISM wird gefördert durch den Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes und das ifa Institut für Auslandsbeziehungen.

Die OSTRALE Biennale ist mit zuletzt insgesamt über 300 Kunstwerken von ca. 180 Künstlern aus über 34 Nationen eine der größten temporären Ausstellungen für zeitgenössische Künste in Deutschland. Sie ist keine Verkaufsausstellung per se, was ihr die Freiheit gibt, gesellschaftlich relevante Themen abseits des Marktgeschehens zu diskutieren. Die Leitgedanken der OSTRALE, wie unter anderem friedliches Miteinander, Akzeptanz des Fremden / Unbekannten, respektvoller Umgang, religiöse Vielfalt und Internationalität spiegeln sich in den Ausstellungen inhaltlich wieder. Das Team der OSTRALE hat bereits mehrfach große Teile des Programms zeitgenössischer Künste in Europäischen Kulturhauptstädten gestaltet, so 2010 in Pécs, 2016 in Breslau und 2018 in Valletta/Malta. Auch im Auftrag der Europäischen Kulturhauptstadt 2020 Rijeka/Kroatien hat die OSTRALE Teile des Programmes mitgestaltet.

Text: Tobias Blaurock
Fotos: Ostrale

Ostrale – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Andrea Hilger, 1. Vorsitzende, Rethelstraße 45, 01139 Dresden, Tel. +49 351 653 37 63, post@ostrale.de, http://www.ostrale.de

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Lasst Eure Fantasie blühen! Neue Ausstellung anlässlich 30 Jahre Lügenmuseum Radebeul

29 Sonntag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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Der Eingang zum Lügenmuseum in Radebeul im alten Serkowitzer Gasthof.


Eintauchen in die Wunderwelt der Fantasie

Wenn man im Lügenmuseum lügt, spricht man dann die Wahrheit?

Dreißig Jahre Lügenmuseum
Dreihundert Jahre phantastischer Erzähler Baron von Münchhausen

Das möchte gefeiert werden. Das Lügenmuseum lädt ab dem 1. April 2020 (internationaler Weltlügentag) zur Teilnahme an einer fantastischen Ausstellung zum Thema “Erzähl mir vom Lügen” ein.

Erzähl mir vom Lügen: Alle Welt ist eingeladen, mit einer eigenen Kurzgeschichte, mit einem Foto oder einer Zeichnung zur Ausstellung beizutragen. Alles zusammen maximal eine A4-Seite (Schriftgröße mindestens 11 und Seitenränder mindestens 1.5 cm). Fantasie ist ein wunderbar zu spielendes Instrument. Ist es erst einmal zum Klingen gebracht, wachsen der Vorstellungskraft Flügel. In diesem Sinne: zückt eure Feder, holt die Schreibmaschine raus oder schnappt euch euer Smartphone!

Bitte sendet Eure Beiträge als PDF an info@luegenmuseum.de oder ganz oldschool via Post an Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Str. 39, 01445 Radebeul

Die eingesandten Beiträge werden auf der Webseite des Lügenmuseums und anderen sozialen Netzwerken präsentiert. Als lose Blätter werden sie an Wäscheleinen in angemessenen Abständen rund um den Gasthof Serkowitz aufgehängt.

Das Lügenmuseum entführt in die fabelhafte Welt der Fantasie. Wenn man den verschlungenen Ideen folgt, entsteht oft das Gefühl, man werde aus diesem faszinierenden Labyrinth vielleicht nie mehr herausfinden. So kommt man irgendwann an einen geheimnisvollen Punkt, an dem man nicht mehr den einen einzig richtigen Sinn-Ausweg sucht, sondern das immer tiefere Sich-Verlieren in dieses Gedankengebäude zu genießen beginnt. Damit lernt man nicht nur etwas über zeitgenössische Kunst und Sensibilität, sondern auch über sich selbst. Diese Art einer träumenden Rezeptionshaltung ist der nachhaltigste Gewinn, der einem durch die Auseinandersetzung mit diesem geheimnisvollen Ort zuwachsen kann.

Text:
Reinhard Zabka
Lügenmuseum
Kötzschenbrodaer Str. 39
01445 Radebeul / Dresden
+49 176 99 02 56 52

www.luegenmuseum.de


Der Gründer des Lügenmuseums Reinhard Zabka und eine seiner skurrilen Installationen. Fotos: Lilli Vostry

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Wie Künstler die Corona-Krise sehen & Soforthilfeprogramm im Stadtrat beschlossen

26 Donnerstag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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Heiß begehrt in diesen Tagen: Toilettenpapier, das massenhaft gehortet schon zum Markenzeichen der Corona-Krise geworden ist. Während das gesamte öffentliche Leben brach liegt, wovon Kulturschaffende derzeit besonders betroffen sind. Not macht erfinderisch: Künstler Oskar Staudinger zeigt eines seiner Klopapier-Bilder in limitierter Auflage.

Kunst auf Klopapier

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus verändert sich gerade vieles in der Welt. Eine Zeit, die mit Rasanz unser bisher gewohntes Leben durcheinander wirbelt, aber auch einlädt, über die Werte des Lebens neu nachzudenken.

In einer Bilderserie taucht der Coronavirus auf Klopapier auf. Oskar Staudinger hat ihn wie eine Heiligenikone mit schwarzer Tuschefeder auf hellem Grund gezeichnet. Eine Parodie auf die Leute, die gerade wie verrückt Klopapier bunkern und keiner weiß warum. Seine Klopapier-Bilder kann man in limitierter Auflage im Passpartout auch kaufen. „Besondere Maßnahmen erfordern besondere Kunst“, sagt der 30-jährige Künstler. Er erwarb 2018 sein Diplom an der Dresdner Kunsthochschule.  Humor ist die beste Medizin, lautet sein Motto. Durch den Ausbruch des Corona-Virus wurde Staudinger zu Bildern inspiriert, die sich mit dem Thema Pandemie befassen. Den „freiwilligen Hausarrest“ verbringt er in seinem 40 Quadratmeter großen Wohnatelier auf der Lilienthalstraße in Dresden. Den Raum nutzt er ohnehin 24 Stunden, so dass er den Unterschied zu vorher kaum merkt. Er ist hauptsächlich Grafiker und Auftragsporträtist. „Im Moment habe ich einige Aufträge fertigzustellen, darunter eine Buchillustrationsgeschichte und ein Gemälde vom Blauen Wunder“, sagt Staudinger. Er könne noch einen Monat seine Miete zahlen.

Wenn das mit der Quarantäne schärfer wird, wird es eng. Dann kann er seine Bilder nicht rechtzeitig verkaufen, wenn alles zuhause stehen bleibt. „Ich bin auf jeden Cent angewiesen und ernähre mich die nächste Zeit nur noch von Haferflocken“, sagt Oskar Staudinger augenzwinkernd. Ähnlich wie ihm ergeht es zurzeit vielen Künstlern, deren Existenzgrundlagen jetzt wegbrechen wegen der einschneidenden Maßnahmen, die eine Weiterverbreitung des Corona-Virus eindämmen sollen. Theater, Clubs und Galerien bleiben geschlossen. Abgesagt wurde auch eine Ausstellung von Angela Hampel mit dem passenden Titel „Sei dennoch unverzagt“, die am 22. März bei art + form eröffnen sollte. Stattdessen wird ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung zu erleben sein (www.artundform.de).

“Sehr wichtig für Künstler ist, dass man zu Vernissagen geht, Kontakte knüpft, hält und sich austauscht. Das fällt jetzt alles weg“, sagt die Malerin Helena Zubler. Sie war im Gespräch mit Galerien, doch nun sei alles offen. Außerdem hatte sie bereits eine Jobzusage in einem Museum, das nun geschlossen ist. Viele Künstler haben zwei bis drei Nebenjobs, doch auch Kurse und Stipendien sind abgesagt. Helena Zubler wollte im April einen Zeichenkurs im Kulturforum „riesa efau“ beginnen. Wenn die Ausgangssperre kommt, liegt auch ihr Atelier außer Reichweite. „Als Künstler kann man zuhause reduziert arbeiten, anders als kleine Geschäfte. Da hängt bei allen Freiberuflern viel dran.“ Als nächstes will sie ihre Webseite um eine virtuelle Galerie erweitern mit der Möglichkeit, die Künstlerin zu unterstützen.  Und während die Bilder im Atelier trocknen, geht Helena Zubler in den Garten und findet dort neue Energie. „Man kann wieder anfangen Briefe zu schreiben, öfter anrufen und für andere da sein, einkaufen für ältere Menschen und die Lebensmittel vor die Wohnungstür stellen.“

Musiker geben inzwischen Wohnzimmer-Konzerte, die im Internet, auf Youtube übertragen werden. „Es wird weiterhin Kunst produziert, aber die Wege und die Vermittlung zwischen Künstler und Umwelt werden derzeit massiv umgekrempelt“, erlebt Helena Zubler. Das stellt alle Kreativschaffende vor enorme Herausforderungen. Betroffen sind auch darstellende Künstler. Darunter der Travestiekünstler „Miss Chantal, der mit Charme, Herz und Gefühl in seinen Shows in Dresden und Leipzig das Publikum bezirzte und oft im Boulevardtheater zu Gast war. Außerdem fallen Großveranstaltungen und zwei Kreuzfahrtschiffsreisen mit der Aida aus, wo er im März und April auftreten sollte. „Dadurch habe ich zu hundert Prozent Verdienstausfälle. Zwei Monate schaffe ich durchzuhalten. Doch dann kommt die Angst, wie es weitergeht“, sagt “Miss Chantal“. „Die fetten Jahre sind vorbei. Von dem Plus muss ich Kostüme kaufen, Krankenversicherung und Lebensunterhalt finanzieren. Da bleiben keine Rücklagen“, sagt er.

„Auf eine Art ist es gut, dass mal etwas zum Stillstand, man zur Ruhe und zu sich selbst kommt. Ich genieße es, zuhause und viel draußen im Wald mit meinen Hunden zu sein.“ Er habe Zeit, neue Lieder und Konzepte zu schreiben. „Mit ein paar Kollegen wollen wir ein Livestreaming im Netz machen, wo wir eine Stunden singen, plaudern und interaktiv mit den Zuschauern sind“, so „Miss Chantal“.

Inzwischen startete eine Initiative von Bündnis 90/Die Grünen und „Wir gestalten Dresden – der Verband der Kreativwirtschaft in Dresden“, die eine Maßnahmeliste für Soforthilfen zur Unterstützung von Kultur- und Kreativschaffenden im Wirtschaftsförderausschuss der Stadt am Mittwoch vorlegten.  “Doch dort war keiner nicht mal fünf Minuten bereit, sich mit dem Thema zu befassen und über die Vorschläge aus der Kulturszene zu diskutieren“, sagt der Grünen-Stadtrat Torsten Schulze. Der Kulturrat hatte bereits letzte Woche ein Notfallpaket von Bund und Ländern für Kulturschaffende gefordert. Die Frage, was die die Stadt tun kann für die Dresdner Kulturszene in der Corona-Krise, soll auf der nächsten Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag wieder auf die Tagesordnung.

Erfreulich: Heute wurde das Soforthilfeprogramm der Stadt Dresden für Selbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmen, die durch die Corona-Krise starke Umsatzeinbußen erlitten haben oder in Zukunft erleiden werden, mit 42-Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen im Stadtrat beschlossen. Die Soforthilfe wird als Zuschuss in Form einer Pauschale von 1 000 Euro gewährt, dh. sie muss nicht zurückgezahlt werden, sondern soll kurzfristig zur Liquidität der Betroffenen beitragen. Zum Einsatz kommen städtische Mittel, die aus dem Jahresabschluss 2019 stammen, so Grünen-Stadtrat Torsten Schulze. „Das Budget beträgt insgesamt fünf Millionen Euro.“ Wermutstropfen: Der Vorschlag der Grünen, dass auch Kulturschaffende, die im Nebenerwerb freiberuflich tätig sind, zu berücksichtigen sind, bekam leider keine Mehrheit im Stadtrat.

Text (lv)
Fotos: Oskar Staudinger

Weitere Infos zum Antragsverfahren und -unterlagen stehen unter http://www.dresden.de/wirtschaftsservice
Fragen dazu werden unter Tel.: 0351 – 488 87 26 (Mo bis Fr von 8 – 18 Uhr) oder per mail unter wirtschaftsfoerderung@dresden.de beantwortet.


Die Zeit der Corona-Krise wird produktiv genutzt: die Malerin Helena Zubler in ihrem Atelier. http://www.helenazubler.com


Nie war Klopapier so kostbar: Während Corona ursprünglich eine Schutzheilige gegen Seuchen war, muss ihr Name nun für das rätselhafte, hoch ansteckende Virus weltweit herhalten. Wie es um den Stellenwert der Kunst angesichts der heiligen Klorolle aussieht, demonstriert hier Oskar Staudinger (www.oskarstaudinger.com). Er widmet Corona eine eigene Bilderserie. Vielleicht hilft es und trägt ein wenig zur Heilung bei.

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Erste Ausstellung „Samsara“ eröffnet in der Artbox Dresden

13 Freitag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Belle Shafir vor ihrem Werk „Samsara“. Eine Horse Hair Installation, 2017,
1000 cm x 100 cm. Foto: Artbox Dresden

Ein Kunstschaufenster in der Hafenstraße

Die erste Ausstellung eröffnet am heutigen 13. März, 18 – 20 Uhr mit einem Wandbild der Objekt- und Performancekünstlerin BELLE SHAFIR in dem 24h-Ausstellungsraum an der Ecke Hafenstraße/Uferstraße.

Die in Tel Aviv lebende Objekt- und Performancekünstlerin Belle Shafir (geb. 1953) schafft derzeit vor allem subtile Objekte unter Einbeziehung von erinnerungshaltigen Dingen wie Fotografien, altem Kartenmaterial oder ausgerissenen Bücherseiten. Belle Shafir, Tochter polnischer Holocaust-Überlebender, wuchs im bayerischen Amberg auf dem elterlichen Pferdehof auf. Seit einigen Jahren bezieht sie auch Elemente ihrer Familiengeschichte, so auch das häufig wiederkehrende Material Pferdehaar, in ihre Kunst ein.
„Ich verhäkle mich mit meiner Welt“, so beschreibt Belle Shafir ihre eigenwillige Art, subjektive und kollektive Erinnerungen zu netzartigen Strukturen zu arrangieren, indem sie als verbindendes Element das Pferdehaar, manchmal auch Wachsfäden, einsetzt. In der Ausstellung „Samsara“ verhäkelt und verknotet sie das Haar zu filigranen, tierähnlichen Geschöpfen. Die Installation weckt Assoziationen zu Labors, Eingriffen ins Erbgut und die Erschaffung künstlichen Lebens, akzentuiert aber zugleich die tief empfundene Liebe zu allem Lebendigen. (John Hinnerk Pahl)
Einführung: John Hinnerk Pahl (Kunsthistoriker)
Ausstellungsdauer: 14.03.- 26.04.2020
Die Artbox (Schaufenster Uferstraße, Ecke Hafenstraße) betreibt Pahl zusammen mit den Künstlern Heinz Schmöller und Ulrike Mundt.  Im Urban Sh*t auf der Hoyerswerdaer Str. 31 zeigt John Hinnerk Pahl noch bis zum 3. April. die Ausstellung „KONTERFEI – Malerei von Janna Gerdes“ Sie ist Studentin der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. 

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BilderAlbum: Ausstellung von Michael Klose & Jürgen Cominotto „Im Wald und auf der Heide…“ in der Galerie Mitte

11 Mittwoch Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Wundervolle Orte und Figurenzauber

Der Wald als Ort zum Wandern, Lichtbaden, Innehalten und Träumen. Augen- und Entdeckungslust verbindet die Ausstellung „Im Wald und auf der Heide…“ mit wunderbar farb- und formspielender Malerei, Grafik und Plastik von Michael Klose und Jürgen Cominotto, die noch bis 14. März in der Galerie Mitte am Fetscherplatz/Striesener Straße 49 (1. Etage) in Dresden zu sehen ist. Im Kabinett sind außerdem sinnlich-farbenfrohe Miniatur-Zeichnungen unter dem Titel „Faszination der Linie“ von Manuela Neumann zu sehen. Schön und ausdrucksvoll sind auch ihre bemalten Ostseesteine, deren Formen sie nachspürt, aus denen Figuren erwachsen, die sinnend, träumend und wach in die Welt schauen.

Michael Klose (Jahrg. 1963) ist Architekt und ein Malerpoet, der eng mit dem Wald verbunden ist. Täglich fuhr er durch die Dresdner Heide in sein Architekturbüro. Seine Bilder, die Brücken, Seerosenteiche, Wald und Berge zeigen, sind licht- und farbspiegelnd, abstrakt und teils schemenhaft figürlich reizvoll in der Schwebe gehalten, lassen dem Betrachter viel Freiraum für eigene Fantasie.

„Es ist eine Zwischenwelt, die uns lockt, den nebulösen Fata Morganen zu folgen, um uns neu zu entdecken“, sagt die Galeristin Karin Weber über seine Arbeiten. Er hat eine Vorliebe für die Farbe Blau, die Farbe des Himmels und der Transzendenz, des Meers, der Träume und der Romantik.

„Es ist ein Zustand des noch nicht und nicht mehr, den Klose beschreibt“, so Karin Weber. Berauscht von der Naturbetrachtung, entdeckte Michael Klose für sich die Pleinair-Malerei neu. Mit Malkoffer und Staffelei ausgestattet, setzt er sich der Natur aus. „Er ist fasziniert von den atmosphärischen Stimmungen, dem Licht, den wechselnden Witterungsbedingungen und der Wiedergabe dieses intensiven Augenblicks einer vollkommenen sinnlichen Verschmelzung mit dem Gesehenen.“ Im Atelier werde kaum etwas verändert. Seit 15 Jahren arbeitet er an Bildern und Aquarellen in seinem Atelier in der ehemaligen Schokoladenfabrik in Dresden-Johannstadt. Sein Architektendasein habe er an den Nagel gehängt, um sich ganz der Malerei zu widmen.

Jürgen Cominotto, 1952 in Bremen geboren, studierte Bildhauerei an der HKM in Bremen bei Waldemar Otto, der sich vor allem der figürlichen Arbeitsweise verschrieben hatte, während seinerzeit in den 70er Jahren in Westdeutschland alle nach Abstraktion strebten. 1994 folgte er dem Ruf als Kunsttherapeut an die Vamed Klinik im Schloss Pillnitz. Er lebt und arbeitet seit vielen Jahren mit seiner Familie in Ohorn. „Die menschliche Figur und die menschliche Seele verschmelzen mit dem Werkstoff Ton, mit dem er Metaphorisches und Mythologisches ausformt: spannend, witzig und universell. So gibt es immer eine Verbindung zwischen dem Menschen, der Natur und seiner Geschichte“, beschreibt Karin Weber seine Figurenwelt.

Die Plastiken werden von Hand aufgebaut, glasiert und bemalt und im Brennofen bis zu 1 140 Grad gebrannt. Es sind alles Unikate. Formal gehe es um das Konvexe, die runde Form, das Weibliche, das Werden, der Kreis, der Anfang und Ende in sich vereint, das Innen mit dem Außen. „Vieles passiert im Kopf, auf und in dem sich vieles ereignen kann: Auf dem Kopf von Flora blüht es, Ikarus zerschellt am Kopf, Adam steht auf einem Kopf, Zeus als Stier verwandelt ergibt sich dem Kopf von Europa“, so Karin Weber.

Im Kabinett zeigt Manuela Neumann ganz auf die zeichnerische Linie konzentrierte Figurationen. Für dieses unbeschreibliche Glücksgefühl zu zeichnen brach sie den Klavierunterricht ab. Jede freie Minute zeichnete sie sich von der Seele, was anders nicht auszudrücken war, so Karin Weber. Sie besuchte parallel zu einer Apothekenfachlehre die Abendschule und studierte danach an der HfBK Dresden. Sie wechselte von der Malerei zur Plastik und diplomierte bei Prof. Heinze. Nach dem Studium kehrte sie zur Zeichnung als spontanere Gefühlsäußerung zurück. „Ihre Poesie integriert Geschichten vom Alltag, vom Werden und Vergehen, von Natur, Wind und Sonne, von einem harmonischen Gleichgewicht in der Welt, das sie so ersehnt“, sagt Karin Weber über die Arbeiten von Manuela Neumann.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis Fr von 15 – 19 Uhr, Sa von 10 – 14 Uhr sowie nach Vereinbarung.
Tel.: (0351) 459 00 52

http://www.galerie-mitte.de

Vorschau

Frank Panse „Frühe Zeichnungen – späte Bilder“ heißt die nächste Ausstellung. Die Eröffnung ist am 19. März, um 19.30 Uhr in der Galerie Mitte. Im Kabinett wird von Gudrun Trendafilov künstlerische Druckgrafik zu sehen sein.


Magie der roten Wälder: Aquarell von Michael Klose.

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Ausstellung „Toi toi toi – Ein Blick hinter die Theaterkulissen“ von Birgit Köhler in den Landesbühnen Sachsen

07 Samstag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Theater

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Theaterleben in Bildern

Die Theatermalerin und Requisiteurin Birgit Köhler zeigt augenzwinkernd den Bühnenalltag. Eine Ausstellung mit ihren Zeichnungen und Linolschnitten eröffnet am 7. März, um 17 Uhr im Glashaus der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 

Birgit Köhler studierte Theatermalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, eröffnete 2004 ihr eigenes Atelier, gibt Kurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet jeden Sommer die „Sommermalreise“ auf dem Darß. Sie ist seit 2011 Requisiteurin an den Landesbühnen.

Bei mehr als 30 Theaterproduktionen war sie beteiligt und hat ihre Eindrücke in Zeichnungen und Linolschnitten festgehalten. Birgit Köhler ist seit ihrem Auftritt im Kinderchor 1985 bei „Hänsel und Gretel“ den Landesbühnen Sachsen verbunden. Sie studierte Theatermalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, eröffnete 2004 ihr eigenes Atelier, gibt dort Kurse für Kinder und Erwachsene, und veranstaltet jeden Sommer die „Sommermalreise“ auf dem Darß.  Seit 2011 ist Birgit Köhler Requisiteurin an den Landesbühnen.

Als Requisiteurin ist Birgit Köhler verantwortlich für die Beschaffung und Herstellung von Requisiten (alle beweglichen Ausstattungsgegenstände auf der Bühne), also Kleingegenstände, Möbel, Einrichtungsgegenstände aller Art und besorgt. Sie kümmert sich um alles von der Büroklammer bis zum Maschinengewehr. Dabei bewältigt sie die unterschiedlichsten Aufgaben mit Geschick und Kreativität. Wenn man mit ihr über ihren Beruf spricht, merkt man ihr an, dass sie mit Leidenschaft dabei ist.

An mehr als 30 Theaterproduktionen war sie beteiligt und hat ihre Eindrücke in Zeichnungen und Linolschnitten festgehalten. Entstanden sind diese Bilder, weil es bei Premieren üblich ist, dass die Beteiligten sich untereinander beschenken und Glück wünschen. Einem alten Aberglauben folgend, der auf das 19. Jahrhundert zurückgeht, sagt man sich dabei „Toi, toi, toi“. Indem das Böse heraufbeschworen wird – „Toi“ steht für Teufel –, soll es gleichzeitig abgewendet werden, im Sinne von „Es möge gelingen!“. Diese Formel hat Birgit Köhler in allen ihren Bildern verwendet, manchmal auf kunstvolle und originelle Weise versteckt.

Die Bilder geben außerdem wieder, welchen Herausforderungen sie sich in den Theaterproduktionen stellt. Da ist zum Beispiel in der Operette „Eine Nacht in Venedig“ ein Topf voller Spaghetti gefragt. Für jede Vorstellung Nudeln kochen, ist für ein Reisetheater eine echte Herausforderung und zudem werden sie auf der Bühne kalt… kurzerhand wird ein Wollgeschäft aufgesucht, gefärbt und gebastelt, und fertig sind die kleinen „Nudelnester“.

So beschreibt es Birgit Köhler, und der Spaß, den die Beteiligten auf der Bühne hatten, spiegelte sich in den Reaktionen des Publikums, wie auch in der Zeichnung zur Premiere wieder.

Ihre Liebe zum Theater und ihrem Beruf lässt die dargestellten Szenen lebendig werden, und durch ihr großes handwerkliches Können und die besondere Fähigkeit, mit wenigen Strichen und einem Augenzwinkern eine Situation auf den Punkt zu bringen, machen ihre Kunstwerke zu etwas Besonderem.

Texte: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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