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Kategorien-Archiv: Bildende Kunst

Ausstellung „Tabula Rosa“ von Wiebke Herrmann im Stadtarchiv Dresden

02 Montag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Vielfarbige Bildwelten zwischen Wildem und Filigranem

Am 2. März 2020, 19 Uhr wird die Kunstausstellung:  „Tabula Rosa – Malerei von Wiebke Herrmann“ im Stadtarchiv Dresden im Stadtarchiv Dresden auf der Elisabeth-Boer-Str. 1 eröffnet. Freunde und Kunstinteressierte sind herzlich zur Vernissage eingeladen.

Die Ausstellung ist vom 3. März bis zum 15. Mai 2020 zu sehen.Am Anfang steht die unbemalte Leinwand. Mit dem Titel ihrer Ausstellung „Tabula Rosa“ im Dresdner Stadtarchiv, in der sie Arbeiten in Öl auf Leinwand aus den letzten drei Jahren zeigt, spielt die Dresdner Künstlerin Wiebke Hermann unmissverständlich auf die gelöschte und für erneutes Beschreiben bereite Wachstafel, die tabula rasa, an. Lediglich einen Buchstaben hat sie ausgetauscht, um auf die Grundierung ihrer Gemälde zu verweisen. Wegen ihrer Zusammensetzung aus mit Titanweiß gebrochenem gebranntem Terra di Siena besitzt sie ein warm-rosafarbenes Kolorit. Darauf öffnen sich eindrucksvolle Bildwelten, die um mehrere Themengebiete kreisen: Tiere, oft zusammen mit einem ihre Wildheit bezwingenden Menschen; Stillleben mit Porzellangefäßen; Menschen in Interaktion miteinander.

Wiebke Hermanns Gemälde zuerst auf einen Hintersinn oder eine Ikonographie abzutasten, führt in die Irre. Primär trifft die Künstlerin ästhetische Entscheidungen, die zur Motivwahl, Komposition und jeweiligen Farbigkeit führen. Vorbilder findet sie bevorzugt in Werken spanischer Künstler der Frühen Neuzeit wie Zurbarán oder Velázquez. Auch ihre Farbwahl rekurriert auf Alte Meister, der Farbauftrag erfolgt jedoch alla prima bei fast unsichtbarem Pinselstrich. Filigrane Orientteppiche, blaudekoriertes Porzellan, viele Bestandteile ihrer Bildwelt erhalten ihre Bedeutsamkeit durch den Rückgriff auf das inhaltliche Repertoire altmeisterlicher Vorbilder. Im Ergebnis bietet uns Wiebke Hermann mit ihren Gemälden ein Instrument zur Reflexion über unsere Wirklichkeit, unser Leben, unsere Gesellschaft, unseren Umgang mit der Welt.

Text:
Stadtarchiv Dresden
Elisabeth-Boer-Str. 1
01099 Dresden

www.dresden.de/stadtarchiv

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Ausstellungseröffnung „Heimatkunde“ im Kunstverein Meißen

02 Montag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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Lebhaft pulsierender Sound kontra dumpfen Gleichklang: Klangkünstler Joules bei der Ausstellungseröffnung.


Siegmund Jähn, der erste DDR-Bürger im Weltall in einem Porträt von Kerstin Junker, daneben ein Brief von ihm an die Künstlerin. 
„Hau ab!“-Rufer von Heinz Schmöller
Alles nur Kinderspiel, Spaß oder Ernst? Die Grenzen sind fließend in den kunterbunten Porträts von Lucas Oertel.

In Sachen Heimatschutz in Dresden unterwegs: Aktionskünstler Dada Vadim
„Flames of love“: Installation von Heinz Schmöller, hier im Gespräch mit Dada Vadim.

Heimatschützer und Hau-ab-Rufer
näher betrachtet

Die Ausstellung „Heimatkunde“ zeigt seit Sonnabend in den Räumen des Kunstvereins Meißen Malerei, Objekt- und Videokunst von vier Dresdner Künstlern, die sich mit Utopien und Realität des Begriffes auseinandersetzen.

Auf einem Platz in der Altstadt singt ein junger Straßenmusiker
zur Gitarre. „Weit weg, weit weiter lass uns gehen und sehen,
wer dann noch kommt…“  Im Schaufenster der Buchhandlung
gegenüber locken viele Reiseführer. Der Markt ist fast menschenleer.
Einige Familien und Ausflügler kommen vorbei. Kinder werfen dem
Musikanten ein paar Münzen in die Gitarrenhülle. Er heißt Joscha,
wohnt in Meißen und spielt schon lange auf der Straße, hier und anderswo
in der Welt, Lieder von Peter Licht und eigene Songs. „Lass uns auf`s Meer
fahren, lass uns nach den Inseln sehen…“ Die Zeilen klingen nach auf dem
Weg zur Ausstellung „Heimatkunde“, die am Sonnabendnachmittag mit viel
Besucherresonanz in den Räumen des Kunstvereins Meißen auf der Burgstraße 2 eröffnete. Das Titelbild am Eingang von Kerstin Junker wirkt apokalyptisch und visionär zugleich. Grellfarbig zeigt sie Bewohner einer fernen Weltraumkolonie, die vor einer nahenden Katastrophe in ihre Behausungen flüchten.

Die Ausstellung reflektiert Wunschvorstellungen, Sehnsüchte und Realität
eines Begriffes, der in letzter Zeit hierzulande immer mehr zum Reizwort wird. Damit setzen sich in ihren Arbeiten die Künstler David Adam, Kerstin Junker, Lucas Oertel und Heinz Schmöller, alle aus Dresden stammend, überraschend vielseitig und vieldeutig auseinander. Zu sehen sind assoziationsreiche Tafelbilder, Objekt- und Videokunst. „Es geht um den Heimatbegriff als utopische Hoffnung im Sinne von Ernst Bloch. Heimat als etwas, an dem wir immer bauen und das in die Zukunft gerichtet ist“, sagt John Hinnerk Pahl, Kunsthistoriker, Galerist in verschiedenen Projekten und Kurator der Ausstellung. Matthias Lehmann, der Vorsitzende des Kunstvereins Meißen lud ihn als Kurator der Ausstellung „Heimatkunde“ ein. Wie nah oder fremd einem Heimat sein kann, deren Bedrohung teils vehement heraufbeschworen wird und der Umgang mit rechtspopulistischen Tendenzen spiegelt sich ebenso in den Werken. Da marschieren fünf Männer mit kindlich-naivem Ausdruck in grünrot gesprenkelten Uniformen in Reih und Glied, um ihr Heimatland zu verteidigen. „The Volonteers, freiwillig verpflichtet“ heißt diese Wandinstallation von Lucas Oertel von 2019. In einer Serie kleinformatiger, farbenfroher Ölbilder zeigt er außerdem witzig-hintersinnig ein „Paar im Sommer“ oder im Heimaturlaub, einen Fäuste ballenden „Sieger in Blau“, ein anderer hält die Hände vors Gesicht: „bin weg“. Auf einem Sockel steht eine kleine weiße Porzellanfigur, die unter dem zwiespältigen Titel „bringing the light“ einen Molotov-Cocktail werfenden Menschen zeigt. Nicht weniger ironisch-gruslig karikiert Heinz Schmöller radikal politische Zündler mit seinem „Empfangskomitee“, eine Gruppe von vier kinetischen Menschenpuppen, mausgrau und mit gescheiteltem Haar, die aktiviert durch einen Bewegungsmelder im Chor die Worte „Hau ab!“ in Anspielung auf “Pegida“-Kundgebungen allen entgegen rufen, die sie sehen. Halb belustigt und bemitleidend betrachtet man die starr ihre Parolen plappernden Geschöpfe.

Während die aus frei hängenden Bierflaschen flackernden „Flames of love“ von Schmöller eher Lagerfeuerromantik verbreiten, wirken die farbkräftig lodernden Szenarien mit Menschen im Weltraum von Kerstin Junker faszinierend, geheimnisvoll und unbehaglich zugleich. Da schauen Kinder gebannt auf ein sternförmiges glänzendes Teil im Wasser, während hinter ihnen eine Riesenfeuerwolke in den Himmel steigt. Ihre Bilder lassen in der Schwebe, was im nächsten Moment passiert und die Figurenumrisse leuchten aus dem Dunklen heraus. Sie erinnern an Maler der Romantik und in der Malweise an Neo Rauch. Für den sie auch am Bühnenbild mitarbeitete in der Oper Lohengrin bei den Bayreuther Festspielen 2018, erzählt Kerstin Junker. „Es muss immer etwas weh tun“, sagt die diplomierte Künstlerin und Theatermalerin über ihre kontrastreichen Bilderlandschaften. Von ihr stammt auch ein Porträt des 2019 verstorbenen Kosmonauten Siegmund Jähn, daneben hängt ein Brief des ersten DDR-Bürgers im Weltall an die Künstlerin. David Adam ist als Aktionskünstler „Dada Vadim“ als „Heimatschützer“ in Dresden unterwegs, festgehalten in zahlreichen aberwitzigen Fotografien. Er sieht sich in der „radikalen Mitte“ und strebt die „Vereinigung der Widersprüche“ an. „Ich bin mein eigener Feind, das ist die menschliche Natur“, sagt Dada Vadim. Er zeigt ein Video, „Geste des Scheiterns #2-Heimat“ aus Dresden und ein Video „Wo bitte geht es hier zur Heimat“, wo er 2018 Menschen in einem Flüchtlingslager in Libanon besuchte, um zu erfahren wie die Menschen dort bereits seit Generationen leben und auf Rückkehr in ihre Heimat warten. Er läuft durch dieses Niemandsland  wie durch ein Labyrinth.

„Die Ausstellung ist ein Angebot mit sehr unterschiedlichen Positionen, wie man Heimat sehen kann“, sagt Matthias Lehmann. In die neuen Räume des Kunstvereins im Erdgeschoss kämen wesentlich mehr Besucher und auch Laufpublikum. Um junges Publikum zu locken, hat der Kunstverein ein Förderprogramm für Nachwuchskuratoren, die Ausstellungen gestalten, gestartet. Dafür sind weiterhin Unterstützung und private Spenden willkommen. Die Ausstellung „Heimatkunde“ ist noch bis 18. April zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Do bis Fr 12 bis 18 Uhr und Sa 10 bis 15 Uhr

http://www.kunstverein-meissen.de


Schönes und Bedrohliches, Aufbruch und Absturz liegen nah beeinander in den farbkräftigen Bilderlandschaften von Kerstin Junker.

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Ausstellung „Heimatkunde“ im Kunstverein Meißen

25 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Haut ab! Auf der Suche nach Heimat

Die Ausstellung „Heimatkunde“ reflektiert Wunschvorstellungen, Sehnsüchte und Realität eines Begriffes, der immer mehr zum Reizwort wird. Zu sehen sind Tafelbilder, Objekt- und Videokunst von David Adam, Kerstin Junker,  Lucas Oertel undHeinz Schmöller in den Räumen des Kunstvereins Meißen vom 29. Februar bis 18. April.

Die Ausstellung ist Teil des Förderprogramms des Kunstverein Meißen für Nachwuchskurator*innen und wurde kuratiert von John Hinnerk Pahl, Kurator und Kunsthistoriker.

Abbildung: Kerstin Junker: They saw the rise and fall, 23,5 x 16 cm, Öl und Acryl auf Karton, 2019, Detail

Eröffnung am Samstag, 29. Februar 17 Uhr

Begrüßung: Matthias Lehmann
Einführung: John Hinnerk Pahl, Kurator und Kunsthistoriker
Musik: Joules

Heimat birgt etwas Utopisches. In seinem Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“ verkündet der Philosoph Ernst Bloch: „Die Wurzel der Geschichte aber ist der arbeitende, schaffende, die Gegebenheiten umbildende und überholende Mensch. Hat er sich erfaßt und das Seine ohne Entäußerung und Entfremdung in realer Demokratie begründet, so entsteht in der Welt etwas, das allen in die Kindheit scheint und worin noch niemand war: Heimat.“ Dass der Begriff heute viel bemüht wird, dass sogar ein Ministerium nach ihm benannt worden ist, dass sein Schutz eingefordert und mitunter seine Bedrohung heraufbeschworen wird, regt an zu einer kreativen Auseinandersetzung.

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Kunstverein Meißen e.V. vergibt für 2020/21 zwei Residenzstipendien

Die Jury des Kunstverein Meißen wählte vergangene Woche die Künstlerinnen Christina Wildgrube und Gaby Taplick für die Residenzstipendien 2020/21 aus.

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Vorschau

Residenzstipendium des Kunstverein Meißen für 2020 geht an
Christina Wildgrube

27. April bis 20. Juni

Die Künstlerin Christina Wildgrube wird im April und Mai 2020 unter dem Titel „Das weite Land“ für vier Wochen in Meißen ihr für das Residenzstipendium eingereichtes künstlerisches Vorhaben unter Einbeziehung von Formen, Ornamenten und Mustern der Albrechtsburg verwirklichen, diese zeichnerisch sammeln und in ein großformatiges Landschaftsbild übertragen. Dieses ist dann in der anschließenden Ausstellung den Räumen des Kunstvereines zu sehen.

Das weite Land – Christina Wildgrube

Stipendiat*innenausstellung 2020
23. Mai bis 20. Juni

von Christina Wildgrube, Rückkehr, Linotype 12 Cicero, 2020

Eröffnung am Samstag, 23. März 17 Uhr

Begrüßung: Matthias Lehmann
Künstleringespräch mit Einführung in das Werk der Stipendiatin

Finissage am Samstag, 20. Juni 17 Uhr
Begrüßung: Matthias Lehmann

Künstleringespräch mit Katalogpräsentation und Einblicke in das Werk der Stipendiatin

Text + Fotos:  KUNSTVEREIN MEISSEN

ÖFFNUNGSZEITEN

Mittwoch bis Freitag 12 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 15 Uhr, Sonntag bis Dienstag und zwischen den Ausstellungen geschlossen.

Eintritt frei. Kunstverein Meißen e.V. Burgstraße 2 • 01662 Meißen
Telefon: 03521 – 476650

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Zu Besuch im Malkurs an der Volkshochschule Radebeul

25 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte

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„Gönnen Sie sich diese Linie !“

Der Malkurs von Mechthild Mansel an der Volkshochschule Radebeul ist sehr gefragt und das musische Angebot soll ausgebaut werden. Eine Ausstellung mit Arbeiten von Freizeitkünstlern eröffnet am 28. Februar, um 19.30 Uhr.

Die Staffeleien wirken wie ein großes, aufgeschlagenes Bilderbuch, an dem noch emsig gearbeitet wird. Hinter den fächerartig aufgestellten Zeichenbrettern stehen die Malkursteilnehmer. An diesem Abend ist Porträtzeichnen angesagt. Sie zeichnen mit Bleistift einen jungen Mann, der in der Raummitte auf einem Stuhl sitzt. Elf Zeichnungen sind zu sehen und auf jedem Blatt sieht er anders aus. „Das ist auch das Spannende, Details sehen zu lernen“, sagt Martina Metzenroth. Sie arbeitet in der Verwaltung und besucht seit zwei Jahren den Malkurs in der Volkshochschule im Landkreis Meißen in Radebeul. Hier finde sie Anleitung im Malen und Zeichnen.
„Das ist sehr beflügelnd und macht Spaß“, sagt sie. „Es belebt, entspannt und hinterher trägt man ein Bild nach Hause.“ Ein anderes Mal wird mit Pinsel und Farben gemalt und im Sommer gehen sie auch ins Freie und suchen sich Malmotive wie Schloss Wackerbarth oder an der Elbe.

„Der Ausgangspunkt ist für alle gleich, was jeder daraus macht, unterschiedlich und das bereitet Freude beim Betrachten“, sagt Uwe Buchholz, der bisher als Architekt arbeitete und jetzt mithilft in der Apotheke seiner Frau in Meißen. Das Malen sei auch ihr Hobby und sein Schwiegervater, 77 Jahre, zeichnet ebenso neben ihm an der Staffelei. Uwe Buchholz übt sich gerade im Zeichnen mit der linken Hand, um nicht festzufahren und ins Stereotype zu fallen. “Das ist ungewohnt, man muss sich sehr konzentrieren und es dauert länger“, sagt er. „Wir haben aber eine super Lehrerin, sehr direkt, aber zielführend und schön, was sie aus jedem herauskitzelt“, sagt Uwe Buchholz über Mechthild Mansel.

Sie geht zwischen den Staffeleien umher, gibt Hinweise und geht auf die Arbeiten ein: „Immer das Modell im Blick behalten.“ “Bitte hier die Dunkelheit herstellen zum einfallenden Licht“ und „Gönnen Sie sich diese Linie!“, sagt sie zu den Zeichnenden und macht sie auf Feinheiten der Gesichtspartie, Augen, Ohren und Nase aufmerksam.
Seit 2010 gibt die in Dresden lebende Künstlerin Mechthild Mansel als Dozentin Malkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an der Volkshochschule in Radebeul. Bereits mit zehn Jahren nahm sie Unterricht in der Dresdner Hochschule für Bildende Künste. Zu ihren Lehrern gehörte der bekannte Maler Bernhard Heisig, wegen ihm habe sie schließlich in Leipzig Kunst studiert.

„Im Malkurs geht es darum, die Wahrnehmung zu vertiefen, das kann man ins tägliche Leben mit übernehmen. Außerdem entwickeln die Teilnehmer verschiedene malerische und zeichnerische Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten für eigene Gefühle, Erfahrungen und Eindrücke“, so Mechthild Mansel. „Malen hat auch etwas Meditatives und ist gut für die Seele.“ In ihrem Malkurs treffen sich jeden Mittwochabend, 19 Uhr, maximal zwölf Teilnehmer im Alter von Mitte 20 bis über 80 Jahren, um gemeinsam zwei Stunden zu zeichnen und malen. Ein Kurs umfasst fünf Veranstaltungen.

„Die künstlerischen Kurse sind immer sehr gut nachgefragt. Da viele Teilnehmer dabeibleiben im nächsten Kurs mit neuen Schwerpunkten, gibt es wenig freie Plätze für Neueinsteiger“, sagt Ines Ragala. Seit Oktober 2019 leitet sie den Fachbereich Gesundheit, Kunst und Gesellschaft an der Volkshochschule in Radebeul. Es gibt außerdem einen Malkurs mit der Künstlerin Sylvana Arndt dienstags um 9.30 Uhr, den meist Senioren besuchen. Weitere künstlerische Kursleiter sind willkommen. Außerdem wird das musische Angebot ausgebaut, vorerst mit Kursen für Gitarre, Schlagzeug und andere Rythmusinstrumente. „Beim Malen hören wir auch oft Musik von Klassik bis Jazz und man merkt, dass der Stift dann auch leichter wird“, sagt Carolett Kaselowski. Sie malt und musiziert seit ihrer Jugendzeit und betreibt zwei Musikschulen in Radebeul und Dresden. Dass jeder seinen eigenen Stil hat, dem er treu bleiben und sich zeichnerisch weiterentwickeln kann, gefällt ihr am Malkurs mit Mechthild Mansel.

„Die Hand zittert, beschwert sich, dass zu viel radiert wird, altersbedingt“, sagt Barbara Müller, fast 90-jährig und die älteste Teilnehmerin im Malkurs. Doch sie sei froh, dass sie noch gut sehen und zeichnen kann und einer der Teilnehmer nimmt sie mit ins Pflegeheim in Radebeul. Nach dem Kurs lehnen alle Porträtzeichnungen an der Wand, gegenüber sitzen die Teilnehmer und sprechen mit Mechthild Mansel darüber. Der Austausch über die Bilder ist ihnen so wichtig wie das Malen.

Nun sind sie gespannt auf die Ausstellung. Dafür wählte Mechthild Mansel insgesamt 18 Bilder von acht Malkursteilnehmern, die am längsten dabei sind, aus. Die Ausstellungseröffnung ist am 28. Februar, um 19.30 Uhr in der VHS Radebeul auf der Sidonienstraße 1a. Dann wird auch die Schülerband aus der Musikschule “sound of harmony“ von Carolett Kaselowski spielen. Kursleiterin Mechthild Mansel selbst wird am 20. März, um 19.30 Uhr eine Personalausstellung anlässlich ihres 60. Geburtstages mit Ölbildern, Grafiken und Keramik in der Stadtgalerie Radebeul eröffnen, wo auch alle ihre Kursteilnehmer hinkommen. Der nächste Malkurs mit ihr an der VHS Radebeul startet am 26. Februar.

Text + Fotos (lv)

http://www.vhs-lkmeissen.de


Zeichnen entspannt und schärft den Blick: die Künstlerin Mechthild Mansel mit den Porträts ihrer Malkursteilnehmer.

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BilderAlbum: Frank Zander stellt im Fischrestaurant „Kastenmeiers“ aus

25 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik

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„Hier kommt Kurt“: Das passende Bild zum Hit hängt auch in der Ausstellung.
Der Musiker und Comedian mit der Reibeisenstimme Frank Zander ist gelernter Grafiker. Natürlich sang er auch ein Lied gemeinsam mit seinen Fans („Nur nach Hause woll`n wir nicht“…)


Kochfisch & Hamburg, Große Freiheit

Bunt beflügelte Zander-Fische

Der Musiker, Comedian und Grafiker Frank Zander stellt zurzeit farbenfrohe Zeichnungen und Gemälde mit und ohne Flossen und Charisma im Fischrestuarant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“ Dresden aus. Er ist ein Unikum wie seine Bilder, direkt aus dem Bauch. Es geht um Genuss, Spaß, aber auch ein offenes Herz und geben denen, die wenig haben. Zur Ausstellungseröffnung signierte, sang und machte Zander viele Selfies zusammen mit den zahlreichen Besuchern. Das erste Bild wurde gleich verkauft, das der stolze Besucher hier hält. Die 33 „echten Zander“ sind noch bis 27. Februar zu sehen.

Text + Fotos (lv)

http://www.kastenmeiers.de
  

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Experimental Improvisation: Musik & Malerei live im KlangLabor

20 Donnerstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Musik, Projekte

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Harfenklänge & Pinselschwünge: Aerdna Harp & Manuela Neumann


Gitarrenklänge steuert Christoph Ball bei zur Impro-Session im KlangLabor.


Auf der Trompete begleitet Marcous „Albinoni“ Kliesch die Musik & Malerei-Performance.

Wenn Musik und Farben zusammen fließen

Der Pinsel harft über`s Papier. Die Harfe schwelgt in verschiedensten Farbtönen, trifft auf im Raum umher schwirrende Gitarren- und Trompetenklänge. Die Kunst der Improvisation in gemeinsamem Agieren von Musik & Malerei kann man diesen Sonnabend hautnah im KlangLabor in Dresden erleben. Aerdna Harp spielt an der E-Harfe. Sie ist die Initiatorin dieses neuen Begegnungsortes verschiedener Künste. Marcous „Albinoni“ Kliesch bläst die Trompete. Er ist Berufsmusiker, gibt auch Unterricht und hat ein Tonstudio.
Christoph Ball steuert Klänge auf der Gitarre und Ukulele bei und singt. Er ist ebenfalls als Musiker tätig und unterrichtet. Beide wohnen in Dresden. Manuela Neumann, die an der Dresdner HfBK studierte, beteiligt sich an dem Experiment mit improvisatorischem Malen. Von ihr sind zurzeit auch Miniatur-Zeichnungen unter dem Titel „Faszination der Linie“ im Kabinett in einer Ausstellung in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49 am Fetscherplatz noch bis 14. März zu sehen. Zusammen sind die vier Künstler das Quartett „Pinhartromgit“. Man darf gespannt sein auf die spontan entstehenden Klangbilder und Bilderklänge dieser Musik & Malerei-Performance am 22. Februar, 19.30 Uhr im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Eintritt frei. Spende willkommen.

Text (lv)

Fotos: Veranstalter

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Die Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Radebeul feierte ihren 20. Geburtstag – Ein Atelierbesuch

17 Montag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Atelier & Galerie in einem: Der Maler und Grafiker Markus Retzlaff ist von Anfang an dabei im „Atelier Oberlicht“ in Radebeul-Altkötzschenbroda 23.

Im Bilderreich: Markus Retzlaff und Simone Ghin. Sie hat hier ihr Atelier für Malerei und Glaskunst.

Kunst hautnah erleben

Die Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Altkötzschenbroda feierte ihr 20jähriges Bestehen. Markus Retzlaff ist von Anfang an dabei. Simone Ghin seit 2015. Zur Kultur- und Kneipennacht am 4. April öffnen sie die Ateliertüren wieder für Besucher.

Mit seinem Glasdach erinnert der Atelierraum an ein Gewächshaus. Hier ist reichlich Kunst gewachsen in 20 Jahren. Überall hängen, liegen, lehnen Bilder
an den Wänden, in und auf den Grafikschränken und Tischen und über der gemütlichen Sofaecke mit Bücherregal. Vorwiegend Grafik, Zeichnungen und Malerei sind zu sehen.

„Die Idee war, eine Künstlergemeinschaft zu gründen, wo jeder sich entfalten und etwas aufbauen kann, Zugang zur Öffentlichkeit hat und die Möglichkeit, die Arbeiten frei zu verkaufen“, sagt Markus Retzlaff. Er ist Diplommaler und Grafiker und Mitgründer der Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Radebeul-Altkötzschenbroda 23.
Im November letztes Jahr wurde das Jubiläum gefeiert im Gebäude, errichtet auf den Grundmauern einer alten Scheune. Da viel Licht von oben hereinfällt, bekam der Kunstraum den Namen „Oberlicht“ von Ingo Kuczera, einem der Künstler aus der Anfangszeit, der 2004 starb. Sechs Künstler eröffneten hier im Juli 1999 ein insgesamt 166 Quadratmeter großes Gemeinschaftsatelier mit Produzentengalerie.

Dazu gehörten Frank Hruschka, Markus Retzlaff, Nikolaj Bachmann, Julius Hempel, Ingo Kuczera und der deutsch-afghanische Künstler Homayon Aatifi. Jeder hatte eine Ecke für sich und der Hauptplatz für die Bilderpräsentation im Atelier war immer sehr begehrt, erinnert sich Retzlaff. Es entstanden gemeinsame Grafikeditionen. Elf weitere Künstlerinnen und Künstler waren zeitweise dabei im „Atelier Oberlicht“. Zusammen mit Frank Hruschka lud Markus Retzlaff oft zum Schaudrucken beim Herbst- und Weinfest auf dem Dorfanger ein.

„Früher gab es dafür noch mehr Interesse und die Grafiken wurden uns gleich aus den Händen gerissen von den Leuten“, so Retzlaff. Es fand auch ein „Farbenforum“ mit einer Tagung und Ausstellung im Jahr 2001 im „Atelier Oberlicht“ statt. Dafür bekamen die Künstler von der Farbenfirma aus Nerschau Hochdruck- und Ölfarben. Außerdem hatten die „Oberlichter“ zwei Ausstellungen im Kunstfachmarkt Gerstaecker in Dresden.

„Uns ging es auch darum, eine Verbindung zwischen Kunst und Wirtschaft herzustellen“, sagt Markus Retzlaff. “Es gibt ja sehr viele freie Räume in öffentlichen Gebäuden, wo Künstler ausstellen könnten. Das wird leider zu wenig genutzt oder es gibt keine finanziellen Mittel dafür.“ Das vom Künstlerbund geforderte Ausstellungs- bzw. Leihhonorar für die gezeigten Werke der Künstler werde noch nicht überall gezahlt von den Unternehmen und auch Bilderankäufe sind nicht selbstverständlich.

Letztes Jahr hatte Markus Retzlaff zusammen mit dem Radebeuler Künstler Claus Weidensdorfer eine große Ausstellung im Stadtmuseum Döbeln und verkaufte auch einige Bilder. Gleich hinter der Ateliertür steht die Tiefdruckpresse. Sie ist fast immer in Betrieb. Markus Retzlaff zeigt eine Grafik mit einem knorrigen Zwillingsbaum, gewachsen aus einem Stamm mit zwei Kronen, den er auf Usedom entdeckte. Eine Ansicht von einem märchenhaft wirkenden, uralten Fachwerkhaus in erdigen Farben, winterlich verschneit. Eine Bilderwand füllen Landschaften, Architektur und Porträts, Reiseeindrücke aus Indien und Italien.

Daneben hängen leuchtend farbige mediterrane Farblandschaften von Simone Ghin. Das „Atelier Oberlicht“ hat jetzt in der Mitte eine Schiebewand. Seit 2015 hat Simone Ghin im Nebenraum ihr Atelier für Malerei und Glaskunst. Farbenfrohe Leinwände mit Mohnfeldern und den Radebeuler Weinbergen und schimmernden Glassteinen auf Bildern, filigrane Schmuckanhänger und Objekte locken in ihrem Atelier zum Umschauen und Erwerben.

Zur Kultur- und  Kneipennacht in Altkötzschenbroda am 4. April öffnet das „Atelier Oberlicht“ ab Mittag für Besucher mit Druckvorführungen und Glasmalerei. Außerdem trifft sich hier eine kleine grafische Arbeitsgemeinschaft donnerstags ab 18 Uhr, die weiteren Künstlern offensteht. Markus Retzlaff ist der einzige Künstler, der von Anfang an dabei ist. Drei der Gründungsmitglieder (Julius Hempel und Ingo Kuzcera) sind inzwischen verstorben, andere weggezogen. Im November 2019 starb Frank Hruschka. „Ich bin ihm dankbar für die Gründung des Ateliers Oberlicht und die vielen künstlerischen Projekte hier“, sagt Markus Retzlaff über den langjährigen künstlerischen Weggefährten.

Der Freundesförderkreis des „Atelier Oberlicht“ mit derzeit 94 Mitgliedern feierte 2019 zehnten Geburtstag mit einem Galeriekonzert. Für den Jahresbeitrag von 35 oder 75 Euro erhalten sie eine Jahresgabe in Form einer Farbradierung von Markus Retzlaff, es findet eine gemeinsame Veranstaltung statt und gleichzeitig unterstützen Kunstinteressierte damit das „Atelier Oberlicht“.

Text + Fotos (lv)

Kontakt: www.markus-retzlaff.de
www.ghinmalerei.de

Der Pennyzähler
(zu einem Bild von Markus Retzlaff)

Das Blau des Himmels liegt
zu deinen Füßen
hüllt dich ein
doch du senkst den Blick
es macht dich nicht satt
nicht weniger als die Pennys
in deiner Hand
auf die du starrst
als läge darin ein Schatz
als fielen ein paar Sterne zu dir
dich zu führen in einen warmen
fernen Morgen

Lilli Vostry
15.02.2020


Markus Retzlaff am Eingang zur Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ mit Mischlingshündin „Lene“.

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Ausstellung „Franzosen in Dresden – Malerei des Impressionismus und Fauvismus“

14 Freitag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Galerist José Manuel Ladrón de Guevara und Kunsthistorikerin Regina Gerisch in der Ausstellung vor dem Bild „Die Kirche von Piana auf Korsika“ von Charles Camoin.

Zehn neue Bilder zur Midissage

Die Galerieausstellung „Franzosen in Dresden – Malerei des Impressionismus und Fauvismus 1894 – 1925“ wird ergänzt und bis zum 30. April 2020 verlängert.

 Aufgrund ihres großen Erfolges wird die laufende Galerieausstellung „Franzosen in Dresden – Malerei des Impressionismus und Fauvismus 1894 – 1925“ bis zum 30. April verlängert. Seit 6. Februar werden zudem auch zehn neue Bilder präsentiert. In seiner diesjährigen, eintrittsfreien Winterausstellung zeigt José Manuel Ladrón de Guevara in der gleichnamigen Galerie am Obergraben aktuell Werke des französischen Impressionismus und Fauvismus.

Die Auswahl von ca. dreißig Gemälden spiegelt die spannende Koexistenz beider Stile wider und bietet einen faszinierenden Einblick in diese aufregende und innovative Phase der Kunstgeschichte. Mit Guillaumin, Luce, Camoin, Le Beau und Valtat sind dabei einige Künstler vertreten, die zuletzt in den Jahren 1906 und 1908 in Dresden zu sehen waren – in Ausstellungen, die schon damals Furore machten und wiederum die jungen Künstler der „Brücke“ in Dresden nachhaltig beeinflusst haben. Die zehn neuen Bilder umfassen in Dresden bisher nicht gezeigte Werke unter anderem von Boch, Picard, Schuffenecker, Le Beau, Rousseau-Decelle und De Belay. 

Im Jahr 1906 zeigte die Dresdner Galerie Arnold fünfzig Werke des französischen Impressionismus und Postimpressionismus, unter anderem von Seurat, Gauguin und van Gogh. 1908 legte der Kunstsalon Richter mit einer van Gogh Retrospektive nach, während die Galerie Arnold wiederum sechzig Werke der französischen Fauvisten, unter ihnen bekannte Größen wie van Dongen, Marquet, Vlaminck und Friesz, präsentierte.

An diese Ausstellungen schließt nun die aktuelle Schau bei Ladrón de Guevara an. In ihrem Zentrum stehen nicht die ganz großen Namen wie Monet oder Matisse, deren Werke nur noch für ganz wenige Spitzensammler erschwinglich sind. Präsentiert werden hier die anderen, nicht minder großartigen, aber nicht ganz so bekannten Künstler, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankreich die Stile des Impressionismus und des Fauvismus mit entwickelten. Unter ihnen lassen sich aufregende und auch noch bezahlbare Entdeckungen machen. Die gezeigten Werke sind in der Galerie zu Preisen ab 8 000 Euro zu erwerben – aber auch Kunstinteressierte, die nur schauen wollen, sind zum kostenlosen Besuch eingeladen.

Mit dem Impressionismus erreichte der Naturalismus seinen Höhe- und Endpunkt. Der Pointillismus führte nicht weiter, sondern nur zum Erstarren im Formalen. In dieser Situation traten Ausnahmekünstler wie van Gogh und Gauguin auf den Plan, die einen neuen, „wilden“ Stil jenseits des Impressionismus erprobten. Die Fauvisten („Fauves“, franz. für „Wilde“ oder „wilde Tiere“) lösten die Malerei aus der Erstarrung, indem sie auf Naturnähe verzichteten, die Formen vereinfachten, mit kräftigen Primärfarben aufluden und die Farbe vom Gegenstand und aus ihrer dienenden Funktion lösten. Eine wichtige Rolle spielte dabei der in der Ausstellung vertretene Guillaumin, der, von Gauguin, van Gogh und Cézanne bewundert, mit seinen farbstarken Werken zum Vorreiter des Fauvismus wurde. Ladrón de Guevara zeigt unter anderem eine der Provence-Landschaften Guillaumins von 1894. Von den „Fauvisten“ Camoin, Dufy, Le Beau und Valtat sind teils sogar mehrere Werke zu sehen.

Trotz gegensätzlicher Ansätze sind die Übereinstimmungen bei Impressionisten und Fauvisten groß: Zusammengekommen in Paris, freundeten sie sich an, prägten sich gegenseitig, konkurrierten miteinander, rangen angesichts gemeinsamer Vorbilder um ihren persönlichen Stil und arbeiteten so maßgeblich an der Entstehung der Moderne mit. Beide hielten nichts von akademischer Bevormundung, verzichteten auf die Darstellung großer Zeitereignisse, Historien oder Allegorien und konzentrierten sich stattdessen auf ihr konkretes Umfeld: die moderne Großstadt, die Badeorte an der Küste und sinnlich schöne Gegenstände. Beide liebten Freilichtmalerei und setzen unmittelbare Licht-, Farb- und Gefühlserlebnisse in Malerei um. Für Vertreter beider Stile sind Subjektivität und die Individualität der Pinselschrift ganz entscheidend. „Der Übergang vieler Künstler von impressionistischen zu fauvistischen Gestaltungsweisen und umgekehrt beweist die strukturelle Verwandtschaft beider Stile und ist zugleich der rote Faden der Ausstellung.“, so Ladrón de Guevara.

Text + Foto: Regina Gerisch, Tobias Blaurock

Öffnungszeiten:

Geöffnet bis 30. April 2020, Di bis Fr 12 bis 18 Uhr und Sa 11 bis 16 Uhr. Termine außerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung (Tel. 0172 790 59 46). Kunsthandel und Galerie Ladrón de Guevara, Obergraben 10, 01097 Dresden

Kunsthandel und Galerie Ladrón de Guevara, José Manuel Ladrón de Guevara, Obergraben 10, 01097 Dresden,
Tel. +49 351 200 00 10, Funk +49 172 790 59 46, jm@ladron-de-guevara.de, www.ladron-de-guevara.de

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Ausstellung „Paragone“ von Sylvia Hagen & Johannes Heisig in der Galerie Himmel

29 Mittwoch Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Johannes Heisig, „Waterloo Sunset“


Sylvia Hagen, „Apokalyptischer Reiter“

Kraftvolle Zeit-Bilder über Störung und Zerstörung

Plastik und Malerei von Sylvia Hagen und Johannes Heisig zeigt die Ausstellung „Paragone“. Die Vernissage ist am 31. Januar, 19 Uhr in der Galerie Himmel in Dresden

Die GALERIE HIMMEL präsentiert mit der kommenden Ausstellung Bronze- und Terrakotta-Plastiken von Sylvia Hagen sowie Gemälde von Johannes Heisig. Die Ausstellung will keinen „Wettstreit der Künste“ ausfechten, wie es der Ausstellungstitel „Paragone“ versprechen mag, sondern widmet sich vielmehr den Handschriften zweier herausragender ostdeutscher Künstler, deren Hauptthemen Figur und Mensch sind.

Sylvia Hagen (*1947 Treuenbrietzen)
Charakteristisch für die faszinierenden Bronze- und Terrakotta-Plastiken der Bildhauerin Sylvia Hagen sind die rauen, spröden und schrundigen Oberflächen mit ihren Durchbrechungen, den unzähligen kleinen Höhlungen und Buckeln, die ein reiches Licht-und-Schatten-Spiel ermöglichen. Diese pulsierende „Haut“ lässt die fragmentierten und wahrhaftigen Figuren zum Leben erwachen. Ihr Volumen scheint allein dem Zweck zu dienen, um ausgehöhlt, durchbrochen und zerklüftet zu werden und seine Oberfläche als Grenze zu verlieren. So wird das Innen nach Außen und das Außen nach Innen gekehrt, Oberfläche und Kern der Skulptur verwachsen wesenhaft miteinander.

Das Werk von Sylvia Hagen steht für die Auflösung kernhaften Volumens und für das Vergängliche, das Verletzliche. Der tektonische Aufbau einiger Figuren zeigt eine klare Strenge, fragil anmutende Werke eine besondere Empfindsamkeit. In der Technik des schichtweisen Aufbaus aus Tonplatten baut die Bildhauerin statische Konstruktionen wie ein Architekt. Dieses Verfahren ermöglicht das scheinbare Auflösen des Körperhaften. Exemplarisch steht dafür die amorphe Figur des gesockelten „Apokalyptischen Reiters“, ein Symbol der Angst für Krieg und Zerstörung. Sylvia Hagen sucht kein naturalistisches Abbild von etwas Gesehenem, sie geht weit darüber hinaus. Ihre Figuren sind nicht erzählerisch, vielmehr metaphorisch. Sie verkörpern auf tief beeindruckende Weise die gesamte Ausdruckskraft existenzieller Seinszustände.

Johannes Heisig (*1953 Leipzig)
In der ostdeutschen Kunstszene der 1980er Jahre mit Hubertus Giebe und Walter Libuda als „Junger Wilder“ apostrophiert, wurde Johannes Heisig 1978 Meisterschüler von Gerhard Kettner an der Dresdner Kunsthochschule. Hier fand er Anschluss an spezifische Traditionslinien der Dresdner Malerei, wie sie unter anderem durch Oskar Kokoschka und Otto Dix vertreten waren. Auch Wegbereiter der Moderne wie Van Gogh oder Cézanne waren richtungsweisend für Heisigs ausdrucksstarke, unorthodoxe und scheinbar unbefangene Malerei. Mit wuchtigem Gestus gestaltet Johannes Heisig seine Themen in Alltag und Geschichte, in Literatur und Musik, in Kunst und Religion. Über fünf Jahrzehnte hinweg hat der Maler eine glanzvolle Handschrift entwickelt, welche durch die selbstkritische Praxis des Verwerfens und Suchens der Form erst zur Vollendung gelangt.
Johannes Heisigs kraftvolle Bilder entfalten einen mitunter betörenden Kolorismus, in dem sensibel orchestrierte Klangfarben aus dem Tonbett eines lichthaltigen Grau heraus leuchten.

In der Porträtmalerei ist das zentrale psychologische Moment der Malerei Johannes Heisigs mit Händen zu greifen. Selten gleitet der Pinsel an der bloßen Oberfläche des Sichtbaren ab. Die Erscheinung des Gegenübers wird als bisweilen schöne, immer jedoch empfindlich dünnhäutige und – ähnlich wie die Landschaften und Stillleben – vergängliche Existenz beschrieben, anfällig für die stets zu gewärtigenden Zufügungen des Lebens. Andere Bilder, in denen sich die Wahrnehmung in phantastische Farbräume hinein weitet, erzählen von inneren Zuständen, von Störung und Zerstörung, von Selbstzweifel, von Hoffnung. Aus dunstig-nebulösen, teils chaotisch strukturierten Farbfeldern lösen sich Figuren, Dinge und Architekturen auf der Suche nach ihrer Rolle im Bild, ihrem Ort in der Welt. Diesen Bildfindungen eignet etwas Dramatisches, ja Bühnenartiges. Doch statt hermetischem Welttheater haben hier bizarre Tagträume ihren Auftritt.

Im Kabinett präsentiert die Galerie Himmel zeitgleich Radierungen von Konrad Henker (*1979 Weimar). Konrad Henker, der sich ausschließlich der Radierung widmet, verbringt mehrere Wochen jährlich in der Gletscherlandschaft des alpinen Hochgebirges, um vor Ort zu arbeiten. In der Einsamkeit und Stille über 3000 m Höhe sind es die elementaren und unmittelbaren Eindrücke, die der Künstler auf schweren Zinkplatten zu fassen sucht. Im Atelier werden die Radierungen mit Aquatinta und Strichätzung aufwendig überarbeitet und weiterentwickelt. Zeichnerische Leichtigkeit, lebendige Dynamik und technische Bravour geben den „Seelenlandschaften“ eine faszinierende Tiefe.

Die Ausstellungen „Sylvia Hagen | Johannes Heisig – Paragone “ und „Konrad Henker – Hintereis. Alpine Radierungen“ werden am Freitag, dem 31. Januar 2020, um 19 Uhr, mit einer Vernissage eröffnet. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor a.D. der Museumslandschaft Hessen Kassel, spricht einführende Worte. Die Künstler werden anwesend sein.

Die Ausstellungen sind vom 1. Februar bis 28. März 2020 zu sehen.

Text:
Anja Himmel & Michael Böhlitz
GALERIE HIMMEL
Obergraben 8
01097 Dresden

Tel. 0351-4843578

email@galerie-himmel.de
www.galerie-himmel.de

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Das passt! Frank Zander stellt im Fischrestaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais aus

17 Freitag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Farbenfrohe und humorvoll beflügelte Zander-Fische

Die Walentowski Galerie Dresden und Frank Zander präsentieren bis 27. Februar „Echte Zander“- Bilder im „Kastenmeiers im Taschenbergpalaia“, Am Taschenb erg 3 in Dresden. Der Musiker und Comedian mit der Reibeisenstimme ist gelernter Grafiker. Bei der Vernissage ist der Künstler anwesend und wird auch singen!

Der Berliner Künstler Frank Zander gehört seit über 40 Jahren zu den bekanntesten Unterhaltungskünstlern des Landes. Hits wie „Oh Susi“, „Hier kommt Kurt“ oder „Ja, wenn wir alle Englein wären“ machten ihn zu einem überaus erfolgreichen Comedy Sänger. Für sein soziales Engagement erhielt der Ur-Berliner 2002 das Bundesverdienstkreuz.

Seit einigen Jahren greift der gelernte Grafiker wieder zum Pinsel. Markenzeichen sind seine bunten und humorvoll beflügelten Zander-Fische. Aber auch große Stars wie Freddie Mercury oder Paul McCartney lässt er in seinen Kunstwerken leben.
Bis zum 27. Februar präsentieren die Walentowski Galerie Dresden und Frank Zander nun „Echte Zander“- Bilder im Restaurant Kastenmeiers im Taschenbergpalais
Bei der Vernissage am 19.1.2020 ist der Künstler anwesend.

Text + Foto: Sabine Mutschke

http://www.kastenmeiers.de

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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