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Kategorien-Archiv: Bildende Kunst

Verführerisch: Ausstellung „Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros

08 Dienstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Opulente Farbenfülle: Malerei von Leonore Adler


Reizvolle Blicke auf den Körper & Schönheit: Das Künstler-Paar Thomas Reichstein und Doreen Wolff stellt erstmals in der Galerie Kunst & Eros aus.


Liebevolle Auswahl: Galeristin Janett Noack zeigt frühe Kleinplastik von Horst Hille.

Ein Fest für die Sinne

Reizvolle Kunst in aller Vielfalt versammelt die Gruppenausstellung „Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 noch bis 12. September.

Die Früchte des Sommers locken verführerisch in opulenter Farbenfülle. Drei Nymphen im Gras und Bachantinnen mit Trauben tummeln sich auf Leinwänden und eine Dame sitzt auf einer Muschel am Meer mit hochgerecktem Daumen. Reizvolles für die Sinne in großer Vielfalt versammelt die traditionelle Gruppenausstellung “Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden (noch bis 12. September
zu sehen. Geöffnet: Mo bis Sa 11 – 15 Uhr).

Zu sehen sind farbschwelgende und wandlungsreiche Malerei im Zeichen der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft von Leonore Adler. Außerdem farbintensive, beschwingte Zeichnungen, feine Grafik und  bemalte Keramik von Michele Cyranka und lustvoll-heitere Kleinplastik und Bilder von Horst Hille. Dazu kommt ein in der Corona-Zeit entstandenes, filigran und liebevoll bemaltes Teeservice „Schneckenliebe“ der Porzellanmalerin und Galeristin Janett Noack.

„Eros ist mehr als systemrelevant, er ist lebensrelevant“, sagte sie bei der Ausstellungseröffnung. Erstmals ist das Künstlerpaar Doreen Wolff und Thomas Reichstein mit einigen Werken dabei. Ein „Hingucker“ sind ihre zwei Collagen gleich neben dem Eingang. Sie zeigen den weiblichen Körper verlockend und verletzlich im Wechsel von Licht und Schatten. Die Konturen sind mal rasierklingenscharf und weich gespült mit Muscheln umlegt. Ein anderes Mal umspielt die Körperrundungen Eigenhaar neben fließenden Formen und sticht am Bauch eine Sicherheitsnadel heraus. „Sie weist auf eine Narbe am Körper, auf das Unperfekte. Manche Leute fühlten sich sehr provoziert von demAnblick und finden das krank, andere öffnen sich und fragen was dahinter steht“, sagt Doreen Wolff über ihre Collage „Fremd“.

Darin setzt sie sich mit öffentlichen Rollenbildern wie frau sein soll und der Frage, was ist schön auseinander. Der Bildhauer Thomas Reichstein zelebriert Schönheit durch Bewegung in seinen grazilen und kraftvollen Tanzfiguren aus Bronze, eine davon ist eine Hommage an „Palucca“. Schön auch die Mondfrau mit ihrer doppelseitigen Wirkung: eine Sichel glänzt über ihrem Kopf und eine unter den Füßen. Der Mond trägt die Frau und die Frau ihn. In vielen seiner Figuren sieht er auch Doreen als Vorbild.

Die Werke von beiden sind körperbetont und es geht ihnen um einen offenen Umgang mit Sinnlichkeit und Emotionen. „Die Brückemaler, Penck und Gerhard Richter haben diese Stadt aufgemischt mit ihren Arbeiten. Wir müssen das weiterführen, sonst erstickt die Stadt in ihren Verklemmungen“, sagt der aus Halle stammende Künstler Thomas Reichstein. Einige seiner sinnlichen Figuren stehen jetzt im Jüdenhof, den er umbenannte in „Damenhof“ neben dem Verkehrsmuseum. „Das wird ein modernes Nymphenbad, wenn der Brunnen dazukommt“, so Reichstein. Dort haben sie eine kleine Galerie „Skulpturen Wolff und Reichstein“ seit Februar. Doreen Wolff ist als Künstlerin und Yogalehrerin tätig. „Kunst und Spiritualität gehören zusammen“, sagt sie. Beide haben ihr Atelier im Künstlerhaus auf der Pillnitzer Landstraße. „Wir haben verschiedene Ausgangspunkte und auch keineswegs nur harmonische Diskussionen, z.B. über das Perfekte in der Kunst“, sagt Thomas Reichstein. „Reibung erzeugt Wärme. Sonst wäre es ja langweilig“, sagt sie lächelnd.

Text + Fotos Lilli Vostry

http://www.kunstunderos.de


Muschelfrau. Frühes Bild von Horst Hille. Mondfrau. Kleinplastik von Thomas Reichstein.

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Session der Künste: Intensiver WortKlangZauber & Ausstellung „Das Unsichtbare“ beim Moritzburger Kunstsommer

28 Freitag Aug 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte

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Mal schwebend, mal lebenssprudelnd: eine erste Hörprobe aus ihrem neuen Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ gaben die Autorin Lilli Vostry, Aerdna Harp an der Harfe und Jazzmusiker Hartmut Dorschner am Saxofon. Fotos (2): Kathrin Krüger-Mlaouhia

Stimmungsreiche WortKlangBilder

Bei einer Session der Künste innerhalb des Moritzburger Kunstsommers im Roten Haus in Friedewald am Mittwochabend konnten die Besucher Ausschnitte aus dem neuen Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ hören.

Die Ateliertüren zum Roten Haus in Friedewald, dem einstigen Sommerfrische-Domizil der Brücke-Künstler, standen weit offen. Draußen am Teich zeichneten einige Kunstfreudige. Einer mit Staffelei im Sand am Ufer. Zwei Frauen ließen auf einer Bank mit Blick auf die Teichlandschaft ihre Eindrücke in leuchtend farbige Aquarelle fließen. Während die Kleinbahn fröhlich schnaufend und pfeifend am See entlang durch den Wald fuhr. Ein Erlebnis für sich. Einen schöneren Ort als diesen mit fantastischer Naturkulisse konnte es nicht geben als Auftakt meines neuen Gedicht-Programms „Vom Zauber endloser Anfänge“, das ich nach der Premiere im Mai im KlangLabor Dresden weiter entwickelt habe, gefördert mit einem Arbeitsstipendium „Denkzeit“ der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Unter dem Motto: KlangLabor Dresden trifft Moritzburger Kunstsommer fand diese Session der Künste am Mittwochabend im Roten Haus in Friedewald statt. Dort traf intensiver KlangZauber auf Poesie und Bildende Kunst. Stimmungsreich, mal sacht schwebend, mal wild wirbelnd, energiegeladen, pulsierend, fließend und lebhaft sprudelnd, unbeschwert, skurril und nachdenklich, fanden – ohne vorherige Probe – die WortKlangBilder von Lilli Vostry, freie Autorin, Aaerdna Harp an der Harfe und Hartmut Dorschner am Saxofon zusammen. Spannend und faszinierend für Publikum und Ausführende gleichermaßen. Rund 15 Zuhörer lauschten aufmerksam eine Stunde den Programm-Ausschnitten.

Auf den Tischen ringsum lagen Farbkästen, Zeichenblöcke und halbfertige Bilder neben Blättern von Bäumen und mit Tier- und Pflanzenmotiven bedruckte Stoffbeutel und T-Shirts. Die Besucher können außerdem in der ersten Etage in der Ausstellung „Das Unsichtbare“ (noch bis 30. August zu sehen) während des Kunstsommers entstandene, von der Umgebung inspirierte, farb- und formreiche Malerei, Grafik und Zeichnungen der Künstlerinnen Alexandra Wegbahn, Manuela Henschke und des Fotokünstlers Michael Melerski betrachten.

Heute am 28.8. geht der Moritzburger Kunstsommer mit einer Abschlussveranstaltung mit einem Konzert von Dirk Hessel und Austausch mit den Künstlern zu Ende. Noch bis 21 Uhr ist Gelegenheit dazu.

Die Austellung im Roten Haus ist geöffnet Sa und So von 10 – 18 Uhr.

Text + Fotos (2) lv


Auf den Spuren der Brücke-Künstler. Das Rote Haus in Friedewald ist ein Nachbau des um 1900 erbauten roten Badehauses am Dippelsdorfer Teich, hier in einem Bild von Ernst Ludwig Kirchner. Hier trafen sich in den Jahren 1909 – `011 die Brücke-Künstler Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Max Pechstein abseits vom Großstadttrubel in der Natur zum Malen. Unzählige expessionistische Werke entstanden in dieser Zeit. 2015 wurde der Brücke-Weg eröffnet. Er führt vorbei an den ehemaligen Wirkungsstätten in der Moritzburger Teich- und Kulturlandschaft und lässt sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.
Die nächsten Brücke-Führungen: am 6. und 27. September, 11 – 13 Uhr.
Anmeldung unter Tel.: 035207 – 8540

http://www.kunstsommer-moritzburg.de

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Ausstellung „Max Schwimmer und der heitere Eros“ in der Galerie Himmel

30 Donnerstag Jul 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Ausstellung | 25. Juli – 10. Oktober 2020

Max Schwimmer und der heitere Eros
Malerei und Zeichnung

Aufgrund der Corona-Beschränkungen findet keine Vernissage zur Ausstellung statt.

Die GALERIE HIMMEL präsentiert mit der Ausstellung „Max Schwimmer und der heitere Eros“ über neunzig Gemälde, Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen des Leipziger Künstlers.

Anlässlich des 60. Todesjahres von Max Schwimmer nimmt die Ausstellung die Spur des Eros, speziell des heiteren Eros in Schwimmers Werk auf. Der Künstler bevorzugte Motive leichterer Genres, neben der Landschaft und dem Stillleben immer wieder das amouröse Fach. Akte, Halbakte, unzulänglich Verhüllte, Liebeleien, grazile Schönheiten, gern auch Frivoles, von der erotischen Andeutung bis zur charmanten Anzüglichkeit – beim Zeichnen dieser Dinge schien seine Fabulierlust besonders inspiriert, sein Strich besonders vibrierend. Der heitere Eros versetzte ihn in einen Zustand schöpferischer Schwerelosigkeit, verhalf ihm zu einer Ästhetik der Anmut, vor allem aber zu gesteigerter Sinnlichkeit, die sich all seinen Kreationen, auch den Stillleben und Landschaften mitteilte.

Max Schwimmer ist heute vor allem als Zeichner, als Illustrator unendlich vieler reich ausgestatteter Bucheditionen der Weltliteratur bekannt. Jeder literarisch Interessierte hielt schon ein Buch in seinen Händen, von den belebt-belebenden Zeichnungen Schwimmers geschmückt. Doch Max Schwimmer war kein reiner Illustrator. Der Leipziger Maler und Zeichner hat in seinen Jugendjahren, ausgehend von dem ihm seelisch zutiefst verwandten Impressionismus, ein ganz eigenes Kolorit entwickelt. Eine Farbpalette, geprägt von lockerer Duftigkeit, von gesteigerter Eleganz und lebendiger Leuchtkraft.

Fragile Figuren und Landschaften von Reinhard Springer im Kabinett

Im Kabinett präsentiert die Galerie Himmel zeitgleich eine Auswahl der expressiven und zugleich fragil anmutenden Figuren und Landschaften des Dresdner Malers und Grafikers Reinhard Springer (geb. 1953). Springers Werke thematisieren die Schönheit, Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit des Lebens. Seine metaphorischen Bilder zeigen Landschaften als „Seelenlandschaften“ und Bildnisse als „Spiegel der Seele“. Aufleuchtend helle Farben werden von dräuend dunklen Tönen begleitet, sowohl das Lichte als auch die Verschattungen des Lebens offenbarend.

Die Ausstellungen „Max Schwimmer und der heitere Eros“ und „Reinhard Springer – Fragile Figurationen“ sind vom 25. Juli bis 10. Oktober 2020 während der regulären Öffnungszeiten Mo-Fr 10-18 Uhr und Sa 10-16 Uhr zu sehen.

Text + Abbildungen: Anja Himmel & Michael Böhlitz

GALERIE HIMMEL
Obergraben 8
01097 Dresden
0351-4843578

email@galerie-himmel.de
www.galerie-himmel.de

Online-Shop Grafikliebhaber.de

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Ausstellung „Motion of Matter“ von Julia Oschatz in der Artbox Dresden

23 Donnerstag Jul 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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„Motion of Matter“ (übers. Bewegung der Materie), Videostill von Julia Oschatz, 2020


Objekt Mensch: Erschaffer und Gefangener seiner Welt. Foto (lv)

Wenn die Dinge den Menschen bewegen

In der nunmehr dritten Ausstellung, „Motion of Matter“ in der Artbox Dresden zeigt die Künstlerin Julia Oschatz assoziationsreiche Zeichnungen und ein Video über das zunehmende Einswerden von Mensch und Technik.

 
„Was ist der Mensch? Der Mensch handelt und interagiert mit der Welt, erschafft und gestaltet Lebensräume und wirkt zugleich wie ein Gefangener seiner eigenen Technik. Die Künstlerin Julia Oschatz spürt diesen Erfahrungen nach und erschafft mit dadaistisch anmutenden Inszenierungen und Zeichnungen ein Wechselspiel zwischen dem Objekt-Mensch und seinen Geschöpfen. Dabei gibt sie unbelebten Dingen Leben und experimentiert mit philosophisch-physikalischen Gesetzmäßigkeiten.
Die 1970 in Darmstadt geborene Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin und Sandau an der Elbe. In der Dresdner Artbox zeigt sie eine abgewandelte Auswahl von Arbeiten aus ihrer Ausstellung in Madrid dieses Jahres und stellt in Videosequenzen und auf Papier die Absurdität der menschlichen Handlung in den Raum und lädt zur Selbstreflexion ein.“ Dr. Michael Wächter (Kunsthistoriker)
Die Ausstellung „Motion of Matter“ ist noch bis 30. August zu sehen.
Artbox Dresden – 24h Ausstellungsraum – Kunstschaufenster | Ecke Hafenstraße / Uferstraße | 01097 Dresden

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Ausstellung „Räume & Dinge“ mit Fotografik von Bernd Hanke in der Stadtgalerie Radebeul

15 Mittwoch Jul 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Fotografie

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Bilder aus besonderem Blickwinkel

Die Ausstellung „Räume & Dinge“ zeigt vielseitige Fotografik von Bernd Hanke in der Stadtgalerie Radebeul.

Leere Räume, leere Stühle und Tische. Auf den ersten Blick
scheint es, als seien viele Bilder während der laufenden
Corona-Krise entstanden. Doch es ist vielmehr ein Prinzip, um die Gedanken, Geschichten und Fantasie des Betrachters anzuregen. Dazu lädt die Ausstellung “Räume & Dinge“ mit Fotografik von Bernd Hanke derzeit in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21 ein.

Damit beginnt eine neue Reihe, womit in Radebeul geborene Künstler mit ihren Arbeiten hierher zurückkehren. Erstmals wird in der Stadtgalerie zudem die noch neue Kunstform der Fotografik vorgestellt, die vorwiegend auf die grafische Wirkung der Bilder setzt. Bernd Hanke ist als Grafikdesigner, Plakatgestalter und Fotografiker seit 1982 freischaffend tätig. Er wurde 1947 in Radebeul geboren und zog als Vierjähriger mit den Eltern nach Radeberg um. Das Kinderfoto auf der Biografietafel entstand noch in Radebeul, das ihn mit skeptisch schelmischem Blick auf eine Polizistenhandpuppe zeigt. Ein weiteres Bild schwelgt mit weinseligem Blick auf Landschaft, Weintrauben und Rebstöcke unter dem Motto: „Radebeul ist einfach schön“.

Eine klare Formsprache und feine Ironie durchzieht die fotografischen Arbeiten, Injekt-Prints auf Papier von Bernd Hanke. Er greift Vorgefundenes auf wie das schwarz gesprühte Graffito „langweilig“ auf einer Hauswand und hält im Bildtitel am Galerieeingang entgegen: “Erst mal guggen…“ Ein kleiner schwarzer Pfeil auf einer riesigen Wand erklärt rigoros: „Da geht es lang…“ und weckt Neugier, was sich dahinter verbirgt. Während vor abstrakt zeichenreichen Wandbildern, aufgenommen auf der „dokumenta 14“ in Kassel 2017, die Ausstellungsbesucher sich fragen: „Wohin jetzt…“ Mit besonderem Blick für markante Details und dem Spiel mit Kontrasten und Gegensätzen lässt Hanke in seinen Momentaufnahmen bereiste Orte, Situationen und Stimmungen originell und ausdrucksstark für sich sprechen.

Da scheint ein knuffiger Sandsteinputto nach dem Kreuz auf der Frauenkirche zu greifen, stolzieren Möwen auf dem Vatikandach, fließen und schlängeln leuchtendfarbig Formen im Treppenhaus und an der Fassade des „Gaudi-Casa“ in Barcelona, steht echte Graffiti mit farbspielerischer Ornamentik neben klar-zeitloser Bauhausarchitektur, wohlgeordneten Ladenregalen und Wühltischen. Da tanzen vielerlei Figurengeister auf der weißblättrigen Fassade des „Palazzo Mora“ in Venedig, umkreisen sich rote und schwarze Farbflecken auf einem Kaffeetisch in Rom, prangt ein Farbkreis auf einem Gullydeckel in Paris, umrankt Weinlaub den Zugang zu Mülltonnen und versperrt ein gelbes Schild „Buhne“ den Blick.

„Der Ästhet entdeckt die Kunst im scheinbar Belanglosen“, sagt Stadtgalerist Alexander Lange über die Arbeiten von Hanke. “So lenkt er den Blick des Betrachters auf das Wesentliche, auch auf Zusammenhänge. Wie verändert die Zeit den Stadtcharakter z.B. eine Dachlandschaft in Bamberg oder Wände in Barcelona.“ Mit seiner Kunst mischt Bernd Hanke sich politisch bis heute ein. Im Lichtraum der Galerie hängt frei schwebend und mehrdeutig interpretierbar ein Bild mit einer Ober- und Unterseite, das den Gully herunter fließende, blaue Farbe zeigt. Die nicht immer nur schön und erquicklich ist. Der Betrachter ist mehr denn je gefordert zu hinterfragen den äußeren Schein und sich ein eigenes Bild zu machen. Die Ausstellung ist noch bis 23. August zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do 14 – 18 Uhr, So 13 – 17 Uhr

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Ausstellung Flora & Fauna in Emaille-Bildern auf Kupfer von Günter Gläser in der Hochschule Meißen

25 Donnerstag Jun 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Die Vernissage am 5. März war mit ca. 80 Gästen trotz der Virus-Angst gut besucht. Das Duo Kratschkowski hat begeisternde Musik über 90 Minuten dargeboten. Ein Bild von den 40 ausgestellten wurde sogar verkauft. Das Echo war ausnahmslos positiv.

Die farbenreiche Fülle des Moments genießen

Leuchtend farbige Malerei auf Kupfer von Günter Gläser, welche eindrucksvoll Landschaften, Flora und Fauna einfängt, zeigt eine Ausstellung der heute seltenen Emaillekunst in der Verwaltungsfachhochschule Meißen noch bis 15. Juli.

Die farbenfrohen Emaillebilder des Radebeuler Künstlers Günter Gläser können seit einer Woche wieder besucht werden in einer Ausstellung der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen, Herbert-Böhme-Straße 11 (Haus 1, 1. OG). Er war mit Gästen bereits zwei Mal dort. „Das Virus hat uns alle ziemlich stark mitgenommen, ohne dass es uns unmittelbar erwischt hat“, sagt Günter Gläser. „Vielleicht wird es aber dazu führen, dem Turbokapitalismus mit mehr Menschlichkeit entgegen zu wirken.“

Der reichhaltige Farbenzauber seiner Bilderlandschaften und vielfältige Motive aus Flora und Fauna ziehen den Betrachter sofort in Bann. Sie spiegeln die Schönheit und Fülle, die uns die Natur schenkt und erinnern uns zugleich an ihre Fragilität, Gefährdung und Vergänglichkeit alles Lebendigen.

Wie schnell sich alles von einem Moment zum anderen ändern kann, nichts mehr selbstverständlich ist, das bisherige Leben und die Welt plötzlich aus den Fugen geraten, zeigten uns die letzten Monate mit den gravierenden Einschnitten durch die Corona-Maßnahmen drastisch. Man fiel zunächst in die Leere und hatte viel Zeit, sich darauf zu besinnen, was wirklich zählt im Leben, es buchstäblich mit neuen Augen zu sehen. Nicht in der Angst vor dem was kommt zu verharren, sondern vielmehr die Möglichkeiten des Moments zu sehen. Beispielsweise die Freude darüber, das Werden und Wachsen, Aufblühen in der Natur trotz Corona-Krise zu erleben, noch inniger und intensiver in die Stimmung des Augenblicks einzutauchen und zu genießen. Und daraus Kraft und Halt zu schöpfen für die nächsten Schritte.

Diese Lebensfreude und Zuversicht strahlen mit ihrer leuchtenden Farbigkeit, Ausdrucksvielfalt und Experimentierfreude auch die Emaillebilder von Günter Gläser aus. Die Atmosphäre und Malmotive sind durchlebt und beeinflusst von impressionistischer Malerei, artverwandt mit Monet und van Gogh und angeregt vom spanischen „Maler des Lichts“, Joaquín Soralla. Einfach und klar in der Form, schwelgen seine Natur- und Lebensbilder in der Stimmung des Moments. Seine „Bilder aus dem Ofen“, wie er die farbige Malerei auf Kupfer nennt, halten Erlebtes und Empfundenes fest.

Ein rotes Mohnfeld. Wogender Lavendel. Gesäusel der Gräser und Pollen im Wind, das leise Rauschen der Wellen und der Möwenstreit um einen toten Fisch.
Linien und Formenspiel sind noch bewegter, fließender geworden in den neuen Emaillebildern von Günter Gläser, was gewiss auch mit der unruhigen, wechselvollen Gegenwart zu tun hat. Nunmehr 84-jährig, ist er immer noch voller Ideen und Schaffensfreude, auch wenn die Gesundheit nachlässt, will er noch einige „Auftragswerke“ für seine Familie und Enkelinnen schaffen.

Letztes Jahr erschien ein opulenter Bildband:“Farbimpressionen aus dem Feuer“ von Günter Gläser (NOTschriften Verlag Radebeul) mit zahlreichen Werksabbildungen und ausführlichen Texten zu seinem Schaffen. Ein Exemplar widmete er mir mit den Worten: „Frage dich nicht nach gelebten Jahren, aber erhalte dir die Augenblicke, die du genießt.“

Die Ausstellung mit dem Titel „Brillante Farben aus dem Ofen“ in der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen wurde bis 15. Juli verlängert. Dabei sind einige Vorsichtsmaßnahmen wegen Covid-19 zu beachten. Interessenten wird empfohlen, sich direkt an den Künstler zu wenden, um einen gemeinsamen Besuch in der Ausstellung zu vereinbaren.

Text (lv)
Fotos: Jens Kuhbandner, Günter Gläser

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo – Do 8 bis 17 Uhr, Fr 8 bis 15 Uhr

http://www.bilder-aus-dem-ofen.de

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BilderAlbum: Ausstellung „ShutdOWN“ im Lügenmuseum Radebeul

24 Mittwoch Jun 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz

≈ 2 Kommentare


„Atempause“ von Sophie Cau

„Wake up!“ und „The one and only“ von Juliane Vowinckel
„Rot sehen oder nicht sehen?“ von Katrin Süss
„Fundstücke“ von Reinhard Zabka

„Tagebuch“ von Dorota Zabka

„DDR-Karaoke“ von Justus Ehras

„Bilderaltar“ von Klaus Liebscher
 
Zeitreise zurück in die DDR: Installation von Reinhard Zabka, Gründer des Lügenmuseums.

Im Tanzsaal mit bröckligem Charme & Orchester mit besonderem Sound aus Alltagsdingen probt schon auch mal ein Paar zu beschwingten Tangoklängen.

Kochtopf-Karaoke und Träume für die Welt

Bilder, Objekte und Installationen von zehn Künstlern versammelt die Ausstellung „ShutdOWN“ im wieder geöffneten Lügenmuseum in Radebeul.

Vor einer Staffelei mit weißer Leinwand stehen zwei Liegestühle, wo man entspannt sitzen, wundersamen Klängen lauschen und in die Zukunft träumen kann. Da lockt eine Aufschrift: “Dresden 2025. Kulturhauptstadtträumer“ neben einem aufgeklappten Koffer mit bunt bemalten Sonnenbrillen. „Atempause“ heißt diese Installation von Sophie Cau. Sie lädt die Besucher ein, sich Zeit zu nehmen, einfach eine Sonnenbrille aufsetzen und die Welt mal etwas anders betrachten.

Reichlich Gelegenheit dafür bietet die Ausstellung  “shutdOWN“
(übers.: Herunterfahren, Stilllegung) im Lügenmuseum Radebeul im ehemaligen Gasthof Serkowitz, Kötzschenbrodaer Straße 39. Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben zehn Künstler die Initiative ergriffen und die Ausstellung aufgebaut. Zu sehen sind ihre Bilder, Objekte und Installationen zum Träumen, Staunen und Schmunzeln im Tanzsaal im Obergeschoss des Hauses. Überaus witzig ist das wie von Zauberhand allein spielende Orchester, bestehend aus skurrilen Dingen aus DDR-Zeiten, die ausgedient und aussortiert anschaulich Geschichte spiegeln, zusammengetragen von Reinhard Zabka, dem Gründer des Lügenmuseums.

Da hämmern Trommelwirbel vor einem hölzernen Wachturm, streichen Schlegel über eine Zither, umschwirren Kugeln Klangschalen und klingen sacht Glöckchen. Flimmern Farben und blinkt ein Erdball in der Höhe wie ein Alarmlicht über der bizarren Szenerie. Davor dreht sich im Saal mit seinem bröckligen Charme ein Tanzpaar, das gerade dort probte, hingebungsvoll zu beschwingten Tangoklängen für die Besucher der Ausstellungseröffnung am vergangenen Sonntag.

Ein roter Kreis mit fließenden Farbübergängen hängt an der Wand gleich neben dem Eingang. „Rot sehen oder nicht sehen“ nennt Katrin Süss ihr Objekt. „Man weiß heutzutage oft nicht mehr, was ist wahr und was nicht“, sagt sie dazu. Manchmal wisse sie auch nicht, ob sie sich gerade in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft bewege. Zum Nachdenken darüber will sie mit ihrem Werk anregen. Auf einer Stele steht ein kleiner spitzer Turm aus bemaltem Pappmaché von Gabriele Reinemer, der dazu ermuntert: “Wehrt euch“. Juliane Vowinckel malt ihre Träume für die Welt mit Bildtiteln wie: „Wake up!“ und „The one and only“. Eine originelle Soundcollage mit Kochtöpfen, aus denen bei geöffnetem Deckel Reden und Schlager von einst hervor strömen,  braute unter dem Motto: „DDR-Karaoke“ Justus Ehras. Fundstücke aus dem Lößnitzbach und „Lenin´s rote Socke“ zeigt Reinhard Zabka und in bambusbespannten Rahmen hängen tagebuchähnliche Blätter, Tuschezeichnungen und bemaltes Schokoladenpapier von Dorota Zabka. „Gedankenverarbeitungsmaschinen“ nennt sie ihre Zeichenblätter. Die Sammlung wächst weiter.

Einen Bilderaltar mit leeren Rahmen, welche die Betrachter selbst füllen und anschauen können aus verschiedenen Blickwinkeln, stellte Klaus Liebscher zusammen mit Reinhard Zabka wie eine „soziale Skulptur“ aufs Podium. Außerdem ist eine Bilderserie von Abrisshäusern mit dem Aufdruck „Fotografieren verboten“ von Kurt Buchwald und Wolfgang Krause zu sehen. Und ein Erinnerungsraum vom Schaubudensommer voller wunderlicher Dinge, im Gedenken an den letztes Jahr verstorbenen Künstler Lutz Fleischer. Die Ausstellung „ShutdOWN“ ist bis 16. August zu sehen im Lügenmuseum. Dazu gibt es auch ein Video vom Kulturnetzwerk Radebeul live von der Vernissage, bei der die Künstler ihre Arbeiten vorstellten.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Mo – So 13 – 18 Uhr

http://www.luegenmuseum.de

Kunst & Kommunikation in Corona-Zeiten

Die Künstler Katrin Süss und Klaus Liebscher bei einer spontanen Aktion, mit den  Abstandsregeln experimentierend, zur Ausstellungseröffnung „ShutdOWN“ am vergangenen Sonntag im Lügenmuseum. Fotos (lv)

Kunst- und Naturgewächse sprießen reichlich im Garten des Lügenmuseums.

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Ausstellung „ShutdOwn“ im Lügenmuseum Radebeul

19 Freitag Jun 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

≈ Ein Kommentar


Ein Ort zum Wundern, Staunen und Träumen: das Lügenmuseum im ehemaligen Gasthof Serkowitz in Radebeul.


Oase für Kunst- und Naturliebhaber. Im Garten vom Lügenmuseum.


Kunst macht erfinderisch, regt an und stiftet Sinn: Reinhard Zabka, Künstler und Gründer des Lügenmuseums.


Im Wunderreich der Fantasie. Fotos: Lilli Vostry

Kunst gegen Stilllegung

Eine neue Ausstellung mit Arbeiten von zehn Künstlern eröffnet am 21. Juni im Lügenmuseum Radebeul, Kötzschenbrodaer Straße 39. Die Vernissage ist von 17 bis 19 Uhr. Zu sehen ist die Schau bis 16. August.

Das Lügenmuseum, ein familientaugliches Kunstmuseum von hohem Schauwert, ist wieder geöffnet und zeigt eine neue Künstlerausstellung.

Nach den  Lockerungen der durch Corona bedingten Beschränkungen des kulturellen Lebens haben zehn Künstler die Initiative ergriffen und die Ausstellung shutdOWN im Tanzsaal aufgebaut. Sophie Cau, Klaus Liebscher, Katrin Süss, Justus Ehras, Gabriele Reinemer, Juliane Vowinckel, Kurt Buchwald/Wolfgang Krause, Lutz Fleischer, Dorota Zabka und Richard von Gigantikow meinen: Kunst macht kreativ, regt an, stiftet Sinn.

Hintergrund Lügenmuseum in Radebeul:

Die Kultur hat einen hohen Wert in Radebeul. Das Lügenmuseum befindet sich seit 2012 nach einem Beschluss der Radebeuler Stadträte im alten Gasthof Serkowitz. In den letzten acht Jahren wurde im Gasthof Serkowitz ein Kulturzentrum in freier Trägerschaft aufgebaut. Als Teil der freien Kulturszene mit einem spartenübergreifenden Kunst- und Kulturangebot wirkt es nah an den Bürgern.

Das Lügenmuseum beschäftigte sich mit der absurden Maschinerie des Lebens und führt in eine träumende Rezeptionshaltung. Es handelt vom Spiel der Fantasie. Manch einer mag die Kanonenkugeln, auf denen Baron Münchhausen die türkischen Festungen ausgespäht hat, Bilder der Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf, die drei Federn von Winnetou oder das Loch aus der Zauberflöte von Mozart suchen. Andere sind begeistert, endlich Fontanes Wanderschuh gefunden zu haben.

Fakt ist, die Besucher des Lügenmuseums beweisen einen hohen Geschmack, weil sie in der Lage sind, dieses von den sonstigen Angeboten zu unterscheiden. Geschmack beruht auf der Fähigkeit, zu unterscheiden. Freie gemeinnützige Träger sind eine sehr junge Errungenschaft, die erst nach der Friedlichen Revolution wachsen konnten. Das Lügenmuseum transzendiert den Geschmack. Dann gehört das Phänomen zur Alltagskonvention und jeder kennt es.


Text: Juliane Vowinckel
M.A. Kulturgeographin * Künstlerin
Cultural Geographer * Artist
+49 (0)175-4726348
*
Weitere Infos unter:
http://www.luegenmuseum.de

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Ausstellung „Frühstück im Freien“ von Karen Roßki im Restaurant „Kastenmeiers“

19 Freitag Jun 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Farbspuren aus der Natur fließen in die Malerei von Karen Roßki. 
„Imagination“, 2020, Öl auf Leinwand, 150 x 190 cm von Karen Roßki

Farbenreiches Schwelgen in den Formen und Kräften der Natur

Die Dresdner Künstlerin Karen Roßki stellt ihre Arbeiten im Restaurant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, Taschenberg 3 aus. Die Vernissage ist am 21. Juni ab 13 Uhr. Die Ausstellung geht bis 31. Juli.

„Frühstück im Freien“ nennt die Dresdner Künstlerin Karen Roßki ihre aktuelle Ausstellung  im Restaurant Kastenmeiers im Taschenbergpalais. Hier sind bis zum 31. Juli insgesamt 24 farbintensive Ölgemälde zusehen, die auf den ersten Blick abstrakt anmuten, in der Fantasie des Betrachters jedoch konkrete Motive erzeugen. Bilder mit Namen wie „Schweben“, „Ferne“ oder „Sommertag“ verschmelzen Natur- und Blautöne und erinnern an Kompositionen aus Landschaft und Himmel. Andere Werke wie „Urkraft“ oder „Inneres Leuchten“ wiederum ziehen mit flammendem Rot und strahlendem Gelb die Blicke auf sich. Damit entfalten die überwiegend großformatigen Bilder auf den organischen, in elegantem Grau gehaltenen Lehmputzwänden im „Kastenmeiers“ eine spannende Wirkung.

Dies ist bereits die 70. Ausstellung im Restaurant Kastenmeiers seit seiner Eröffnung im Herbst 2010 im Kurländer Palais. Die Tradition der wechselnden Bilderausstellungen wurde nach dem Umzug in die Räumlichkeiten im Taschenbergpalais fortgeführt. Eine Besichtigung der Ausstellung unabhängig von einem Restaurantbesuch ist täglich zwischen 15 Uhr und 17 Uhr möglich. Die Hygieneregeln sollten dabei eingehalten werden. Das Restaurant hat von 17 Uhr bis 23 Uhr geöffnet.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

„Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, Taschenberg 3, Dresden,
Tel. 0351/ 48 48 48 01

http://www.kastenmeiers.de

Die Künstlerin über ihre Ausstellung

„Häufig und gern bin ich im Freien; bewege ich mich durch die Landschaft und die Wälder. Vieles von dem, was ich unterwegs erlebe, berührt mich nachhaltig. Ich nehme Strukturen, Farben, Düfte, Geräusche auf und erlebe Massen und Kräfte, die in der Natur aufeinander treffen. Einige dieser Eindrücke beeinflussen mich in meiner Arbeit und fließen in meine Bilder ein.“

Die Künstlerin über sich selbst

„In einer großen Dichte und mit hohem Sensorium nehme ich Momente, Bewegungen, Begegnungen, Verknüpfungen, Zustände und Abfolgen auf, die mich in ihrer Spezifik berühren, die nachhallen und anhaltende Spuren hinterlassen. Dabei sammle ich intuitiv. Die Größe oder das Spektakuläre einer Situation ist nicht maßgeblich für meine Aufmerksamkeit. In die Sammlung meines inneren Bilderarchivs finden auch kleine, unaufgeregte Momente Eingang, die mich in ihrer Konsequenz und Unmittelbarkeit faszinieren. Die Spuren meiner Fundstücke fließen in meine Zeichnungen, Bilder und Objekte ein und entwickeln sich in neuen Zusammenhängen zu eigenständigen Gefügen. In großer Offenheit beginnend, finden Linien, Formen, Farben und Materialien zueinander und verweben sich zu neuen Gebilden. In der Betrachtung können diese Zeichnungen, Bilder und Objekte Gefühle evozieren, sich mit Erinnerungen verknüpfen und einen Sog an Assoziationen entwickeln, den jeder Betrachter anders erleben kann. Mit großer Sorgfalt wähle ich meine Materialien aus, die oft nicht nur Bildträger, sondern auch über ihre Funktionalität hinaus Bestandteil meiner Arbeiten sind.“

Kurzbiografie

1965 in Dresden geboren, Studium und Diplom an der Hochschule Halle Burg Giebichenstein. Stipendien und Preise: Stipendium des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt, Kunstpreis der Stadtsparkasse Magdeburg, Stipendien Studios International, Denkmalschmiede Höfgen, Stipendium der Stiftung Kulturfonds, Stipendium im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf, Stipendium Röderhof Harz, Stipendium Mazedonien

Karen Roßki lebt und arbeitet in Dresden.

Bis zum 20. September ist die Kunst von Karen Roßki auch Teil der Sonderausstellung 30 Jahre Künstlerbund – 60 Perspektiven“ in der Städtischen Galerie. An der Ausstellung sind 60 Künstlerinnen und Künstler mit jeweils einem Werk beteiligt.

http://www.karenrosski.de

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Ausstellung „Blickwechsel“ von Mechthild Mansel in der Stadtgalerie Radebeul

14 Sonntag Jun 2020


Aus dem Weinberg in die Ausstellung: Künstlerin Mechthild Mansel

Farbreiche Muntermacher

Wieder zu sehen ist die Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik zum 60. Geburtstag von Mechthild Mansel in der Stadtgalerie Radebeul. Am 14. Juni, um 15 Uhr gibt es ein Gespräch mit der Künstlerin in der Ausstellung.

Heftig wirbelnde Farbwogen treffen auf Lichtblitze im Dunklen, eine beschwingte „Windorgel“ auf zarten „Sphärenklang“. Hinter den zunächst wie hingeschleudert, unruhig und undurchdringlich wirkenden Farblandschaften kann der innehaltende Betrachter eine Menge entdecken in der Ausstellung „Blickwechsel“. So heißt die derzeitige Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik von Mechthild Mansel in einer Retrospektive-Schau anlässlich ihres 60. Geburtstages in der Stadtgalerie Radebeul in
Altkötzschenbroda 21.

„Wir sind froh, dass die Galerie wieder geöffnet hat und diese Ausstellung bis 21. Juni verlängert wurde“,sagt Stadtgalerist Alexander Lange. Zu beachten sind die Hygieneregeln wie Mindestabstand von 1,5 Meter und Mund-Nasenschutz. Maximal fünf Besucher können auf einmal in die Galerieräume. “Sie hat die Farbe und Struktur für sich entdeckt, die sich kontinuierlich in ihren Grafiken und auch neuen Werken widerspiegeln“, sagt er über das Schaffen von Mechthild Mansel, Sie hat ihr Atelier jetzt in der alten Schuhfabrik in Radebeul.

In der Stadtgalerie zeigt sie rund 70 Arbeiten, Ölbilder, Lithografien, Radierungen und Keramik. Darunter frühe figürliche Arbeiten, die in lebhaften Linienschwüngen ausdrucksreich Tanzende, steigende und fallende Figuren mit filigranem Netz, Paare, Träumende und eine schwarz schattenhafte Gestalt, den „Rufer“ nach Lyrik von J.L. Borges zeigen. Zwei Kopf-Bilder erinnern in der Handschrift an ihren geschätzten Lehrer Bernhard Heisig, wegen dem Mechthild Mansel 1993 zum Malerei- und Grafikstudium nach Leipzig ging und 1997 als Meisterschülerin abschloss.
Außerdem war sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen
Austauschdienstes 1994 bis `95 für das Studium in Malerei und Skulptur
an der Accademia di Belle Arti in Florenz. Seitdem ist Mechthild Mansel
als freischaffende  Künstlerin und als freie Dozentin u.a. an der Volkshochschule Radebeul tätig.

Ihre abstrakte Malerei ist in ebenso bewegtem Farb- und Linienspiel gehalten wie die Grafiken. Diese halten mal expressiv, energiegeladen, kantig und in luftig-leichten Formen und intensiv leuchtenden, zuweilen grellen Farbtönen Landschaften, Orte, Meer und Hafen als Ausdruck innerer Befindlichkeit und Reibung mit der Außenwelt fest. Viele Bilder hängen in schönen alten Rahmen aus ihrer Sammlung. Die Titel stehen versteckt unten am Bildrand. Der Betrachter soll erst die Arbeiten ansehen und sich seine eigenen Gedanken machen.

Ihre Bilder sind „Muntermacher“, „Lichtgesang“, „mehrstimmig“, schwingen auch mal farbbrodelnd die “Kopf-Keule“, führen an „Zauberorte“, sie lässt eine “Eis-Blume“ rot leuchten und die „Wintersonne“ hell strahlen. Dazu gesellen sich große Vasen und Schalen blau und grün bemalt mit Tanzenden, Blättern und Blumen. „Man kann die Bilder wie Musik auf sich wirken lassen“, sagt Mechthild Mansel über ihre Arbeiten.

Die Ausstellung von Mechthild Mansel ist noch bis 21. Juni in der Stadtgalerie Radebeul zu sehen. 

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do von 14 – 18 Uhr und So von 13 – 17 Uhr

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Verfasst von Lilli Vostry | Filed under Aktuelles, Bildende Kunst

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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