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Kategorien-Archiv: Lebensart

Atelierbesuch bei Mandy Baldauf in Dresden-Altfranken

07 Samstag Dez 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Bilder voller Farbenfreude & Fantasie, in denen Träume und reales Leben zusammenfließen: die Künstlerin Mandy Baldauf zeigt Illustrationen für ihren neuen Kunst-Kalender in ihrem Dachatelier in Dresden-Altfranken. Darunter ein Schlüsselbild von ihr, „Der Weg“.

Haarfein verwobene Traumwelten

Mandy Baldauf ist Friseurin und Künstlerin mit Leidenschaft. Ihren bereits dritten Kunst-Kalender mit eigenen Arbeiten verkauft sie auf dem Weihnachtsmarkt auf Schloss Burgk in Freital an den ersten beiden Adventswochenenden.

Eine Frau im weißen Kleid sitzt traumversunken an einem Teich und taucht nur die Fußspitze hinein. Da schweben Körper schwerelos unter Wasser und tauchen nach Schlüsseln, die zu verborgenen Türen und zurück in die Kindheit führen. Immer wieder taucht ein Mädchen mit Zöpfen auf, mal fröhlich am Strand mit den brausenden Wellen, mal auf einem knorrigen Baum übermütig sitzend und von einer Blumenwiese in ein Erdloch fallend, wo an Wurzelgeflechten winzige dunkle Männchen hoch hangeln oder sie steht mit rotem Regenschirm auf einem Auge, aus dem belebendes Nass rinnt.

Traumhaft surreale Welten und Wirklichkeit, Figürliches und Natur, Menschen und Tiere verbindet Mandy Baldauf reizvoll, ausdrucksstark und farbintensiv, oft in flirrenden Blau-, Grün- und Gelbtönen, in ihrer Bilderwelt. Diese erinnert ein bisschen an die zauberhaften Geschichten von Alice im Wunderland von Lewis Carroll. In denen es auch fantasievoll, verspielt, unbeschwert, offen, vieldeutig und geheimnisvoll zugeht. Ihre oft symbolhaften Bilder wirken wie Seelenlandschaften. Spiegelbilder der Seele. Und der Betrachter kann selbst eintauchen in den See der Träume bis auf den Grund und schauen was dort ist. Manchmal kreiseln, strudeln und wogen die Formen und die Farbschwünge erinnern an Meeres- oder Haarwellen. Haare wirbeln, wehen im Wind, umgeben von dunklem Geäst, Schilf und Schlingpflanzen und verwoben mit Baumwurzeln, ein Haarzopf hängt fein geflochten von einer Schulter lose hinab, traumblau und weiß wie ein ausgeworfener Anker im Wasser. Ein Fuchs liegt wie in einem Nest im Haargeflecht einer Frau.

Mandy Baldauf lebt und arbeitet in Freital, sie ist von Beruf Friseurin und Künstlerin mit Leidenschaft. Dort hat sie ihr erstes Atelier, in dem auch ihre großformatigen Acrylbilder stehen. Außerdem malt Mandy Baldauf häufig in ihrem neuen Dach-Atelier mit großen Fenstern, weiter Aussicht und Holzbalkendecke, ruhig gelegen in einem alten, restaurierten Haus auf dem Pesterwitzer Schulweg 4 in Dresden-Altfranken. Hier wohnt sie zusammen mit ihrem Partner Frank Arlt, der das weiß strahlende Gebäude mit Sandsteineinfassungen saniert hat. Er ist zudem Hobbyimker und hat 50 Völker an mehreren Standorten. Einige Bienenstöcke stehen auf dem Grundstück am Haus. Die farbenfrohen Etiketten für die Honiggläser gestaltete Mandy Baldauf.

Zum Drucken bereit liegen schon die mit Aquarellfarben liebe- und fantasievoll gezeichneten Illustrationen, gedacht als Postkarten für verschiedene Anlässe mit aufmunternden Gedanken und für ihren bereits dritten Kunst-Kalender mit eigenen Arbeiten. Darin taucht das Mädchen mit Zöpfen und roter Herzkappe wieder auf, das begleitet wird von einer Katze und einem Rotkehlchen, mal aus einer Blümchentasse herausschaut, mal in einem Regenschirm übers Wasser schaukelt und mal mit Grammophon gemütlich auf dem Sofa sitzt. Auf einem Kalenderblatt ist das Mädchen mit Imkerhut vor einem Bienenstock zu sehen.

Ihre Bilder wollen Freude und Leichtigkeit bringen, so Mandy Baldauf, auch als Kontrastprogramm zu den schlechten Nachrichten täglich in der Welt.
Sie freut sich schon auf den Weihnachtsmarkt auf Schloss Burgk, wo ihr neuer Kunst-Kalender zusammen mit dem Honig von Frank Arlt und Kerzenleuchtern und Weihnachtsschmuck von einem Kunsthandwerker zu sehen und erhältlich ist an den ersten beiden Advents-Wochenenden.

Begonnen zu malen hat Mandy Baldauf mit Anfang zwanzig. Inzwischen in der Lebensmitte, ist für sie Beides kreativ und gestalterisch. Ob sie mit Farben, Pinsel oder Pastellstiften auf Leinwänden und Papier malt oder wenn sie Menschen ganz individuell Frisuren kreiert. „Die Zeit, in der ich ihnen die Haare und Seele schön mache, können sie sich mitteilen und ich höre ihnen zu. Es kommt zu einem für beide Seiten inspirierenden Austausch“, sagt Mandy Baldauf. Dabei merkt sie, dass jeder seine Themen zu tragen hat und das ist wiederum das, was sie malt. Die Freuden, Ängste, Erwartungen, Wünsche und alte Wunden, die zum Vorschein kommen und Dinge über die es schwerfällt zu reden, verwandelt Mandy Baldauf in feinfühlig und facettenreich widergespiegelte „Emotionen in Kunst“, so ihr Motto. Mit ihrer Malerei kann sie ihr Farb- und Formgefühl, ihre Ideen, Erlebtes und Empfundenes und ihre Ausdrucksfreude ausleben. „Ja, meine Bilder leben mein Leben, meine Träume, Sehnsüchte und Erfahrungen“, so die Künstlerin. „Jeder, der schon negative Erfahrungen gemacht hat und Zugang zu seinen Gefühlen hat, wird seine eigene Geschichte darin lesen und erkennen.“ Das habe auch etwas Verbindendes, indem man sich darüber austausche. „Das ist doch das, wonach wir uns sehnen, nach wahrer, tiefer Verbindung zu anderen Menschen, bei denen wir uns so zeigen dürfen wie wir sind“, so Mandy Baldauf.

Als Künstlerin mag sie Frida Kahlo sehr, die auch ihre Emotionen in ihren Bildern widerspiegelt. „Sie hat nie aufgegeben trotz vieler Schicksalsschläge in ihrem Leben.“ Auch bei Mandy Baldauf gibt es neben den dunklen immer helle Farbtöne. „Das Leben geht in Wellen, mal hoch und wieder runter.“ Sie freut sich, wenn ihre Bilder berühren und die Betrachter etwas in ihnen wiederfinden. Ihre ersten Bilder hängen in einem Pflegeheim, das ergab sich damals so. Mandy Baldauf möchte ihre Arbeiten gern weiter in der Öffentlichkeit zeigen. „Auch um denen, die sie sehen zu sagen: He, du bist nicht allein mit deinem Kummer!“ Das schaffen sie wunderbar. Bilder, die mit ihrer Leichtigkeit, Tiefgang und Ausdrucksreichtum überraschen, farbenfreudig und erfrischend unkonventionell. Mit einem kreativen Potenzial, das sich weiter entfalten möchte und auch die Begegnung mit kunstfreudigen Menschen sucht, die sich darauf einlassen.

Text + Fotos (lv)

Aufnahmen der Werke von Mandy Baldauf: Tobias Kade

Kontakt zur Künstlerin: auf Instagram unter k_u_nst_mandy
Eintauchen in surreale Traumwelten…

Fröhlich bunt & verspielt fantasievoll: Das Titelblatt zum neuen Kunst-Kalender für 2025 mit Zeichnungen von Mandy Baldauf.

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Ausstellung „Mit Holz, Farbe und Witz – die fantasievolle Welt des Fredo Kunze“ im Stadtmuseum Pirna

06 Freitag Dez 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Mit viel Witz, Freude, Einfallsreichtum und Fantasie drechselt, schnitzt und bemalt der Holzkünstler Fredo Kunze seine illustre, farbenfrohe Figurenwelt.

Fantastische Geschichten von Münchhausen
und Märchenzauber in Holz gedrechselt

Farbenfrohe, originelle, liebevoll und detailreich gestaltete Holzplastiken von Fredo Kunze zeigt die diesjährige traditionelle winterliche Sonderausstellung zur Weihnachtszeit ab 1. Dezember im StadtMuseum Pirna.

Eine fröhlich bunte, wundersame Figurenschar tummelt sich in Vitrinen, auf drehenden Pyramiden und in Krippen. Bekannte Märchengestalten wie Rotkäppchen und der Wolf, Hänsel und Gretel samt Hexe, die sieben Geißlein sorgsam numeriert hinter der Mutter, tapferes Schneiderlein mit einem Einhorn an der Leine und der Müller mit seinem Goldtaler kackenden Esel geben sich ein Stelldichein. Die Schildbürger ziehen eine Kuh an einem Strick auf eine begrünte Mauer. Da begegnet man dem Lügenbaron Münchhausen bei seinen legendären Abenteuern, reitet er mal auf einer Kanonenkugel, fliegt mit einer Schar Wildenten hoch in die Lüfte, seilt sich am Mond ab und galoppiert auf einem Seepferdchen auf einem güldenen Denkmal für den Freiherr von Münchhausen. Da sieht man außerdem Adam und Eva unter dem Apfelbaum, Engel und Teufel im Himmel, eine Urzeitfamilie reitend auf einem Saurier neben Don Quijote und Sancho Pansa, Robinson Cruso und Freitag sowie eine witzige Mäusewelt.

Sie alle stehen bereit zum Anschauen in der traditionellen winterlichen Sonderausstellung „Mit Holz, Farbe und Witz – die fantasievolle Welt des Fredo Kunze“, die am 1. Dezember ihre Türen öffnet im StadtMuseum Pirna. Die von Gerburg Sturm kuratierte Schau lockt kleine und große Besucher in die gemütlichen Räume im altehrwürdigen Klosterhof 2. Zu sehen sind über 60 Arbeiten von Fredo Kunze, der in diesem Jahr seinen 88. Geburtstag feierte. Seine farbenfrohen, originellen, liebevoll und detailreich gestalteten Holzplastiken laden klein und groß zum Staunen, Schmunzeln und Träumen ein. Sie spiegeln feinsinnig den Humor des ideenreichen Künstlers.

Die in dieser Ausstellung gezeigten Plastiken vorwiegend aus Lindenholz entstanden erst nach seinem Renteneintritt. Geboren in Dittersbach (Detrichov) im böhmischen Isergebirge, kam Fredo Kunze nach Kriegsende mit seinen Eltern nach Sachsen. Bereits als Kind und Jugendlicher malte und bastelte er mit Begeisterung. Einige seiner frühen märchenhaften Zeichnungen mit Buntstiften und Füllfederhalter, die ihn später auch zu seinen Holzplastiken anregten, sind auch ausgestellt. Außerdem Ansichten von Bauern- und Fischerhäusern, eine rundliche Dorfkirche und Boote am Meer sind auch zu sehen aus seiner Studienzeit. Fredo Kunze absolvierte eine Tischlerlehre und kam nach dem Meisterabschluss zum Studium der Innenarchitektur nach Heiligendamm. Seit Mitte der 90er Jahre modelliert er Figuren aus Masse und wechselte 2012 zum Werkstoff Holz. Kunze drechselt die Figuren, die er anschließend beschnitzt, bemalt und oft mit textilen Materialien bekleidet. Letztes Jahr war bereits eine große Ausstellung von Fredo Kunzes fantasievoller Figurenwelt im Stadtmuseum Riesa zu sehen.

Ein Großteil seiner Arbeiten befindet sich inzwischen in der Sammlung des Museums für Sächsische Volkskunst in Dresden und wurde leihweise für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt. Für die Schau im StadtMuseum Pirna kreierte Kunze jedoch noch ein paar neue originelle Figuren, die Mäuseweihnacht, die Flugschule Flatterich und Fallobst Hand in Hand. Zu sehen sind auch viele Mäusefallen, die Kunze in seinen Figurenszenen einfallsreich mit verbaut „wegen der Nachhaltigkeit und als Siegeströphäe.“ Seine Mäusewelt erzählt sehr menschliche Geschichten. Da sieht man einen Mäusevater, der eine Fußbank zwischen die Falle stellt, um an den Käse zu gelangen. Sein kleiner Sohn hat weniger Glück und steckt mit dem Kopf drin. Daneben eine Szene aus besseren Tagen mit Mäusehochzeit. Die Mäusefamilien gehen spazieren mit Sonnenblumenschirmen und Kinderwagen, sie demonstrieren gegen Mausefallen, gründen eine Anti-Mausefallenband und geben sich der Bildhauerei und Aktmalerei hin. „Wir freuen uns sehr, dass Fredo Kunze uns beehrt mit dieser Ausstellung“, sagt Christian Schmidt-Doll, Geschäftsführer der Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH.

„Man merkt den Sachen an, dass sie mit Muße und ohne Zeitdruck entstanden sind. Da steckt viel Seele drin“, sagt die Kuratorin Gerburg Sturm. In der Schauwerkstatt können die Kinder selbst Mäuse basteln, Rätsel zu den Figuren lösen und Fredo Kunze wird bei Ausstellungsrundgängen Geschichten zu seinen Arbeiten erzählen. “Seine dynamischen und farbenfrohen Holzplastiken provozieren eine Schaufreude und keiner geht ohne ein Lächeln hinaus. Diese Figuren lassen niemanden kalt und begeistern sicher auch die Besucher hier“, sagt Karsten Jahnke, der Entdecker Fredo Kunzes und Konservator im Museum für Sächsische Volkskunst Dresden. Die Ausstellung ist bis 2. März 2025 zu sehen mit Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen, Konzerten und Puppenspiel in der Ausstellung. Lilli Vostry

Geöffnet: Di bis So 10 bis 17 Uhr, 2. Weihnachtstag 13 bis 17 Uhr geöffnet, 24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei.

http://www.pirna.de/stadtmuseum


Mäuseweihnacht. Die Mäuse tanzen um einen Tannenbaum aus vier Fallen errichtet und allerhand Leckereien.

Mäusekunst

Mäuseprotest gegen Mausefallen.

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„Lolas Vermächtnis“ – Für meine Fellmusen

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kurzgeschichten, Lebensart

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Innige Verbindung: Lilli Vostry, meinwortgarten-Inhaberin und freie Journalistin, mit ihrer ersten Katze Lola, die sie achtzehn Jahre durchs Leben begleitete und von der sie viel über die ganz eigene Art die Welt zu sehen der wundervollen, felligen Wesen lernte.

Sanft, aufgeweckter Stauneblick, voller Eigensinn und Lebensfreude & unzertrennlich: Die gemeinsame Zeit mit Lina & Jade dauerte leider nur drei Jahre. Der plötzliche Verlust der beiden in diesem Jahr schmerzt sehr.

Lolas Vermächtnis

Eine Geschichte über Katzenliebe, Abschied, Erinnerungsplätze im Lichtzimmer und wilde fellige Jungspunde, die alles umkrempeln und ihren Platz im Herzen erobern.

Im Wohnzimmer ist es still. Ein rotes Kerzenglas, auf dem Sterne und Katzen auf einer Mondsichel sitzend zu sehen sind, leuchtet vor Lolas Bild und einem Bild, das Jade und Lina ähnelt. Die beiden tragen eine rote Weihnachtsmütze mit weißem Fellrand und Bommel und Elchhörner auf dem Kopf und umarmen sich. Fantasius Firlefanz sitzt vor ihnen auf dem Schreibtisch, hinter ihm steht eine Möwenfigur umrahmt von wundervollen Federn, lange weiße, weiß-schwarz umrandete, braun-weiß gesprenkelte, seidige und flaumige ragen da auf wie kleine Segel und lassen die Frau immer wieder eintauchen in die unbeschwerte Zeit am Meer. Der kleine Holzvogel, ihr geflügelter Begleiter wundert sich über die Stille. Im Wohnzimmer ist er schon länger allein mit der Frau, die meist nur hereinkommt, wenn die Arbeit ruft und sie am Schreibtisch sitzt. Alles steht immer noch so wie zu der Zeit als Jade und Lina noch bei ihr waren. Die Zweige auf dem Tisch, Kerzenengel, silberne Elche, Papiersterne, ein Hexenräucherhäuschen und ein Schokoweihnachtsmann vom letzten Jahr.

Das Sofa ist leer. Die Decken und Spielsachen der Katzen liegen noch da. Bilder von Lola, Jade und Lina. Im Wintergarten der Blumenkasten mit Pflanzen, Federn, Spielmaus, wo sie gern saßen. Ein Kerzenglas erhellt die Dunkelheit. Vor der Zimmertür im Flur herrscht Trubel. Es raschelt und poltert. „Ist das Knecht Ruprecht, der dort umhergeht und Geschenke versteckt zum bevorstehenden Nikolaustag?“, fragt sich Fantasius. Er weiß nichts von den drei Kätzchen, die dort in der Wohnung herum tollen, am liebsten auf einem großen Karton, in dem der neue Katzenbaum verpackt war. Sie springen auf dem Pappkasten herum wie auf einem Trampolin oder Sprungbrett, rutschen rauf und runter und verstecken sich darin wie in einer Höhle. Reißen Pappfetzen vom Karton ab und verstreuen sie wie bei einer Schnipseljagd.

Die Kätzchen lagern oft vor der Tür und wollen gern hinein in das geheimnisvolle Zimmer, in das die Frau hinein huscht. Schnell, damit die Kleinen nicht auch hinterher rennen. Versucht haben sie es schon. Der weiße Kater schaffte es schon zwei, drei Mal. Er sah sich um, staunte über die vielen, ihm neuen Dinge und die Frau dirigierte ihn mit viel Geduld wieder hinaus. Die Kätzchen dürfen noch nicht ins Wohnzimmer, das auch ihr Arbeitszimmer und Rückzugsort ist. Sie sind kleine, wilde Kobolde, die toben, springen, klettern, alles was ihnen im Weg steht beiseite fegen und umreißen. Blumen, Bilder, Bücher, wenn sie Bällen nachjagen, sie unter Schränken und Regalen suchen und wieder hervorholen wollen. Dann reißen sie alles mit sich, was gerade da steht. Einiges ging schon zu Bruch, Lieblingsteller, Blumentöpfe, am Wäschegestell im Bad hinterließen sie im Stoff ihre Kratzspuren und eine schöne Pflanze, Buntnessel zerrupften sie. Einige Pflänzchen konnte sie gerade noch retten, die in einem Wasserglas stehen und darauf warten, eingepflanzt zu werden im Wohnzimmer. Schon etliche Wertsachen musste die Frau vorsorglich wegstellen, darunter ein schöner, großer Clown, bunt bemalt aus Ton, mit Akkordeon in den Händen, der schon viele Jahre auf dem Bücherregal in der Küche stand und zu ihrem Schreibtisch dort hinsah, nun in einer Schrankecke im Wohnzimmer hinter Glas steht neben den Andenken von den Seeurlauben. Den freien Platz im Regal beanspruchen die Kleinen nun erst recht für sich, in das sie hinein springen, lümmeln und im Bücherregal ein Klettergerüst sehen, an dem sie sich tollkühn Fach für Fach empor hangeln und herunter reißen, was ihnen gefällt als Beute, die dann unbeachtet verstreut am Boden liegen bleibt.

Wenn die Frau ihnen zu lange am Schreibtisch im Wohnzimmer bleibt, sie muss schließlich auch arbeiten und Futter verdienen für die drei Katzen, die felligen Jungspunde sind noch in der Wachstumsphase und fressen wie die Scheunendrescher, machen sie Rabatz im Flur und werfen sich gegen die Tür.
Die Frau holte die Kätzchen im Sommer, Ende Juli von einem Bauernhof. Es sind Geschwister, ein Katzenmädchen und zwei Kater. In die kleine getigerte Minnie Jade verliebte sie sich sofort. Ein flauschiger, grau weißer, der immer vorneweg stürmt und sobald er die Frau sieht ihr auf den Schoß springt und ein weißer Kater mit schwarzen Flecken, der sie ein wenig an Lina erinnert, gehören zu der Rasselbande. Was würden wohl Jade und Lina zu ihnen sagen, die sie völlig unerwartet trotz intensivem Bemühen und tierärztlicher Behandlung in diesem Jahr verlor. Gib ihnen die Zuneigung und Zeit, die du uns auch gegeben hast. Wir hatten es zuerst auch nicht leicht, hört sie die getigerte Jade sagen. Die Frau holte die beiden nach dem Abschied von Lola aus einem Katzenhaus gleich bei ihr um die Ecke. Lola war ihre erste Katze und ihr Seelentier. Achtzehn Jahre an ihrer Seite, saß immer bei ihr, auch wenn sie schrieb, sah ihr vom Sofa aus zu und manchmal saß sie neben ihr, ohne dass die Frau es bemerkte.

Lola war ein Sonnenschein, allerliebst, charmant, schlau, geduldig, gelassen und eigen. Ein Herz und eine Seele waren sie. Nun ist ihre schwarzsamtene Lola eine Sternaugenkatze. Einen Tag vor Nikolaus hielt die Frau sie ein letztes Mal im Arm und Lola gab ihre Pfote zum Abschied. Es war ein Sonnabend, die Sonne schien an diesem Dezembertag unglaublich hell und sanft und jeder Lichtstrahl ist seitdem wie ein Gruß von Lola, verbindet sie weiterhin. Hilft ihr das Schöne weiter zu sehen. Nur zwei Monate hielt die Frau es ohne Katze aus. Im Januar vor drei Jahren zogen zwei neue Katzenmädchen bei ihr ein. Anfangs waren Jade und Lina wild und ihr sehr fremd. Die Frau wusste nichts von ihrem Vorleben und sie verhielten sich ganz anders als Lola. Sie waren ängstlich und scheu und es dauerte lange, bis sie ihr Vertrauen gewann, sie sich zuerst beim Füttern vorsichtig anfassen und streicheln ließen und schließlich von alleine kamen einmal auf den Geschmack gekommen. Manchmal sagte sie sogar Lola zu den neuen Katzen, nachdem sie nach und nach Eigenschaften von ihr bei den beiden entdeckte, sie immer mehr in ihr Herz schloss und sich so auch Lola weiter nahe und mit ihr verbunden fühlte.

Das Wohnzimmer war ihr Lichtzimmer. Vor allem in der letzten Zeit als Lina so krank war und sie zusammen mit Jade Tag und Nacht in der Küche verbrachten, sie nahe bei ihr sein wollte, um schnell zu reagieren im Notfall. Sie lag auf der karierten Picknickdecke auf dem harten Boden nachts und konnte kaum schlafen vor Sorge. Morgens sahen sie zusammen die aufgehende Sonne, atmeten die frische, klare Winterluft vor der Balkontür ein. Die ersten, roten Tulpen blühten vor sich hin und warmes Licht floss die Wände entlang im einsamen Wohnzimmer, das sie nur einen Spalt breit durch die Tür sehen konnte. Jade wollte gleich mit hinein. Die Frau hatte Angst, dass Lina sich unter dem Sofa verkroch und nicht mehr vorkam, da sie nicht mitkommen wollte zu den täglichen Tierarztbesuchen. Eine Woche lang. Eines Nachmittags ließ sie Jade und Lina dennoch ins ersehnte und vertraute Lichtzimmer und in den Wintergarten, wo sie sich auf ihre sonnenreichen Lieblingsplätze legten. Es war das letzte Mal, dass sie beide dort zusammen waren.

Als Lina dann still in der blauen Box saß, saß Jade unruhig davor, schaute zu ihr, streckte und putzte sich ausgiebig die Pfote, lehnte dann ihren Kopf an die Stäbe und es sah aus als ob sie still trauernd für sich Abschied nahm von ihrer Spielgefährtin. Als die Frau dann mit der leeren blauen Box aus der Tierarztpraxis zurückkam, sah Jade sie schweigend fragend an, verstand nicht, wo Lina blieb und die Stille legte sich bedrückend tagelang über sie. Die Frau war nun allein mit Jade wie vorher mit Lola. Sie suchte Lina, die Lücke war immer spürbar. Jade setzte sich auch nicht mehr aufs Sofa, wo die beiden sonst saßen, einschliefen und aufwachten. Später lag sie auf Linas Platz auf dem Sofa und sprang hin und wieder auch auf den Schoß der Frau, was sie vorher nie tat. Drei Monate nach dem schmerzlichen Verlust von Lina, vier Jahre war sie alt, verlor die Frau auch noch ihre geliebte Jade, sie war fünf Jahre alt, voller Energie und Lebensfreude. Bei einer Routineuntersuchung entdeckte die Tierärztin zwei entzündete Zähne bei ihr, die unbedingt raus sollten. Nach der Zahn-OP, bei der ihr unter Narkose schließlich neun Zähne gezogen wurden, erlitt Jade in der Aufwachphase plötzlich einen Herzstillstand. Ursache konnte ihr die operierende Tierärztin keine nennen.

„Warum lässt du die neuen Kätzchen nicht zu uns ins Wohnzimmer?“, fragt Fantasius Firlefanz die Frau. Der sich oft alleine fühlt und die fröhlich umhertollenden Katzenmädchen sehr vermisst. Es stehen so viele Sachen dort, die ihr lieb und teuer sind, die die Kätzchen umreißen würden, erwidert sie. Sie müssen erst lernen, Dinge an ihrem Platz stehen zu lassen. Lola ließ ihre Sachen sein, nie musste die Frau etwas verbergen vor ihr. Nie ging etwas entzwei. Sie verstand wie von selbst, kletterte und balancierte auf Fensterbrettern schon im jungen Alter elegant um die Blumentöpfe herum, schnupperte an Blumen, ohne die Blüten abzureißen. An den Decken auf dem Sofa sind noch der Duft und Fellhaare von Jade und Lina. Im Wintergarten im Blumenkasten die Andenken an die beiden. Die Frau hat Angst davor, dass all diese sichtbaren Plätze der Erinnerung, mit ihnen die Präsenz von Jade und Lina auch noch verloren gehen, wenn die kleinen Katzen hereinkommen und darüber herfallen, alles als Abenteuerspielplatz betrachten und sich nicht im geringsten darum scheren, dass sie alles durcheinander wirbeln und es der Frau weh ums Herz dabei ist. Sie erträgt es nicht, wenn alle Spuren fort sind von Lola, Jade und Lina eines Tages und es ihr vorkäme, als ob die geliebten Katzen nie dagewesen wären.

Die Frau ist hin und her gerissen. Sie möchte einerseits das Wohnzimmer und den Wintergarten öffnen für die neuen Kätzchen, damit wieder Leben einzieht und es nicht so einsam und verlassen in diesen schönen Räumen ist, in denen sie so glücklich war. Lola, Jade und Lina sollen jedoch auch weiterhin ihre Plätze hier haben, damit die Frau sie weiter spüren, ihnen nahe sein kann. “Eine schöne Idee“, findet Fantasius Firlefanz. Vielleicht fühlen sie sich dann auch weniger allein. Sicher würde es ihnen auch gefallen, wenn ihre Plätze nicht die ganze Zeit leer bleiben. Das wäre auf Dauer zu traurig. Lola, Jade und Lina waren ja auch sehr aufgeweckte, neugierige, lebensfrohe und eigensinnige Wesen. „Genau deswegen liebst du sie doch so sehr“, sagt Fantasius. Und auf diese Weise wollen wir vor allem an sie denken und sie im Herzen behalten. Indem wir ihre ansteckende Energie, Sanftmut, Keckheit, Charme und Lebensfreude weiter leben, ehren wir sie am besten, unsere liebsten drei Fellmusen. Sie werden immer bei uns sein, uns darin erinnern, auf unser Herz zu hören und die Eigenart der Katzen zu sehen und verstehen zu lernen.

Fantasius` Augen glänzen, als er die Worte sagt, wie die helle Perle und die winzigen Glitzerpunkte auf seiner Kappe, bekrönt mit stolzer Feder. Die Frau ist gerührt, wie sehr er doch ihre geheimsten Gedanken und Wünsche kennt. Und sie immer wieder aufs Neue beflügelt. Innerlich zögert sie noch etwas. Sie weiß, nichts wird mehr wie vorher sein, wenn sie das Wohnzimmer und die Welt von Lola, Jade und Lina und ihre eigene bald für die drei wilden kleinen Kobolde öffnet. Doch es wird anders schön und voller Leben mit ihnen sein.

Text + Fotos: Lilli Vostry

(Am 5.12.2024 geschrieben, am Tag des 4. Jahresgedenkens an meine geliebte erste Katze Lola. Und In Erinnerung an meine geliebten Fellmusen Jade & Lina, die ich dieses Jahr tragisch verlor.)

Geliebte Fellmusen: Jade & Lina

Wenn Euch mein Text gefallen hat und Ihr mir helfen wollt, die immens hohen Tierarztkosten für die ZahnOP von Jade zu tragen, die anfallen obwohl sie es nicht überlebte, könnt Ihr eine Spende auf mein Konto bei der Deutschen Bank überweisen: IBAN: DE88 8707 00240525 231700

Herzlichen Dank!
Lilli Vostry


Jade am Abend vor der ZahnOP Ende Mai 2024.

 

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Premiere „Die Weihnachtsgans Auguste“ im Boulevardtheater Dresden

24 Sonntag Nov 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Fröhlich-vergnügt, Flügel schlagend watschelt die Weihnachtsgans Auguste (in der Titelrolle Stefanie Bock) in ihrem neuen Zuhause umher und erobert die Herzen aller. Nichts ahnend, dass der Hausherr Luitpold Löwenhaupt (Michael Kuhn) sie zum Fressen gern hat. Fotos: Michael Schmidt

Zauberhafte Geschichte mit echten Gänsen und viel Herz statt Bratröhre!

Herzergreifend, humorvoll und mit viel Schwung kam die bekannte Geschichte „Die Weihnachtsgans Auguste“ frei nach Friedrich Wolf als musikalische Familienkomödie auf die Bühne im Boulevardtheater Dresden.

Sie ist schneeweiß, reckt neugierig ihren Kopf und Hals aus der Holzkiste und wundert sich gar sehr, wo sie gelandet ist. Das Wohnzimmer der Familie Löwenhaupt ist schon feierlich geschmückt. Alle sind voller Vorfreude auf das schönste Fest im Jahr. Doch dann bricht der Streit los um den Festbraten, aufgeregtes Schnattern ertönt und es kullern Tränen. Was nun? Die bekannte Geschichte „Die Weihnachtsgans Auguste“ erlebte frei nach Friedrich Wolf als musikalische Familienkomödie (Buch: Kenny Friedmann, Musik: Andreas Goldmann) ihre Premiere vergangene Woche am Sonntagnachmittag im Boulevardtheater Dresden.

Während die Kinder bei der Chorpobe mit Theo Schreyer, dem Chorleiter (heiter-gelassen: Andreas Goldmann) für das Weihnachtskonzert sind und mit Hingabe das Lied „Sind die Lichter angezündet“ gemeinsam mit dem Publikum singen,  genießt Mutter Gerlinde Löwenhaupt (liebevoll-energiegeladen: Henriette Fee Grützner) einen Moment Ruhe auf dem Sofa. Das Hausmädchen Theres, genannt Resi (Sammy Szkopiak) wirbelt fröhlich singend umher, träumt von einer Karriere als Sängerin und wünscht sich ein „Einhorn oder die wahre Liebe zu Weihnachten.“ Vater Luitpold Löwenhaupt, ein leidenschaftlicher Kammersänger, Lebemann und Genießer (reichlich schräg: Michael Kuhn) bringt überraschend eine lebende Gans mit nach Hause. Während er durch den Zuschauersaal gehend die Arie des Vogelfängers Papageno aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ inbrünstig singt, die Gans im Arm trägt, herzt und streichelt, sie zum Fressen gern hat, schwelgt er schon in Vorfreude auf den knusprigen Festbraten mit Thüringer Klößen und Rotkraut.

In „Gudruns Gänsehof“ hat er die Qual der Wahl, die dicke Gänsefrau – auch von Andreas Goldmann gespielt – gibt ihm forsch eine von den dreien, die auf der Bühne im Gras scharren. Und just in dem Moment als sie sagt: „Schmecken lassen!“ schnattert, protestiert die Gans laut. Die Freude der Kinder, Peterle (wissbegierig, mitfühlend-beschützend: Elia) und Elli (cool-aufgeregt: Ella) ist groß beim Anblick des wundervollen, sanftmütigen Tiers und es zieht bei ihnen im Kinderzimmer ein. Die Mutter und das Hausmädchen sehen es mit gemischten Gefühlen. Wer soll das bezaubernde Tier dann rupfen, schlachten und zubereiten als Weihnachtsbraten? Und was sagt man den Kindern?!

Davon erzählt herzergreifend, humorvoll, mit viel Musik und Schwung, abwechselnd lustigen, traurigen und anrührend komischen Szenen diese bezaubernde Inszenierung in der Regie von Olaf Becker. Es erklingen altbekannte und neue Weihnachtslieder und stimmen auf das Fest der Liebe und Hoffnung ein. Besonders schön und berührend: Es sind auch echte Gänse und echte Kinder, mal still und vergnügt schnatternd und gaaanz liebevoll miteinander umgehend zu erleben. Als aufgeweckt-arglose Gans Auguste, die auch das Weihnachtsfest mitfeiern will, erobert Stephanie Bock in der Titelrolle sofort die Herzen aller.

Wie sie immer wieder knapp der knallroten Bratpfanne des Hausherrn in rasant-komischer Verfolgungsjagd und dem Schlachtruf: „Nu pagadi, Federvieh !“ (russ: Na warte, Federvieh!) entkommt. Schließlich gerupft, nackt und frierend dasitzt und die Mutter und Kinder ein weißes Kleid und einen bunten Schal für Auguste stricken, geht einfach nahe. Als die Gans zuletzt auch noch „Papa“ zu ihrem Verfolger sagt, wird es aber auch Peterle „zu kitschig“. Sie sind stolz auf ihre schönste Weihnachtsgans der Welt. Auguste freut sich, dass sie noch eine Weile leben darf und wünscht sich nicht nur zu Weihnachten Freundschaft, Liebe und Respekt auch zwischen Mensch und Tier. Reichlich Beifall gab es für diesen vergnüglichen, besinnlichen und nachdenklichen Theaternachmittag für klein und groß.

Text + Fotos (2) (lv)

http://www.boulevardtheater.de

Während Auguste mit Schlafmittel betäubt ein Nickerchen hält, träumt der Hausherr schon von knusprigem Gänsebraten am Weihnachtsabend.
Vorfreude auf Weihnachten mit der Weihnachtsgans Auguste, die es hoffentlich erleben darf, nicht nur hier auf der Bühne.

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Plenair-Ausstellung im Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul

24 Sonntag Nov 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Farbenschwelgende Malerei & Wetterlaunen flossen mit ein in die während des Plenairs vor Ort entstandenen Bilder der reizvollen Weinbaulandschaft rings um das Hoflößnitz in Radebeul. Hier Ansichten von Roland Gräfe und von Anita Rempe.

Saftige Trauben unter gelben Blättersegeln

Wetterlaunen mit ihrem wechselnden Licht und Farben flossen in die Bilder von zehn Künstlerinnen und Künstlern ein. Zu sehen sind sie in der Sonderausstellung „Inspiration Hoflößnitz“ zum 100-jährigen Jubiläum des Weinbaumuseums in Radebeul.

Das Graublau des Himmels und gelbes Herbstlaub fließen in schimmernden Goldtönen ineinander am regenassen Treppenaufgang zur Weinterrasse. Die weiße Fassade des Lusthauses spiegelt sich in der Weinflasche im Fenstersims gegenüber. Beeinflusst von Wetterlaunen, ihrer besonderen Stimmung und der Faszination des Ortes angeregt sind die Blicke aus reizvollen und ungewohnten Perspektiven auf eine besondere Kulturlandschaft in der Sonderausstellung „Inspiration Hoflößnitz“ anlässlich 100 Jahre Weinbaumuseum Hoflößnitz, Knohllweg 37, in Radebeul. Insgesamt zehn Künstlerinnen und Künstler aus der Region zeigen dort derzeit ihre Arbeiten und gratulieren zum Jubiläum.

Zu sehen sind farb- und formenreiche Malerei, Aquarelle, Mischtechniken und Kohlezeichnungen auf Papier in der letzten Ausstellung dieses Jahres in den Ausstellungsräumen im Bergverwalterhaus. Die Bilder entstanden rings um die Weinhänge und historischen Gebäude im Areal Hoflößnitz an drei Plenair-Maltagen. Anders als zur Ausstellungseröffnung, die bei sonnigem Bilderbuchwetter mit großer Besucherresonanz stattfand, regnete es an dem Plenair-Wochenende im September fast ununterbrochen. Die ursprüngliche Idee, Künstler von außerhalb einzuladen, die das Hoflößnitz nicht täglich vor Augen haben und ihre Staffelei in der Natur aufstellen können zum Malen, ging leider nicht auf, so Museumsleiter Frank Andert. Er hatte Künstler von der Sächsischen Schweiz bis Diesbar-Seußlitz und aus Radebeuls Partnerstadt St. Ingbert angeschrieben. Doch entweder hatten diese keine Zeit, waren unterwegs oder keine Landschaftsmaler. „Damit die magische Zahl zehn voll wird, haben wir doch noch einige Künstler aus Radebeul angesprochen“, so Andert.

Die Anregung zu diesem Plenair im Hoflößnitz in malerischer Umgebung kam von der Radebeuler Künstlerin Renate Winkler, die letztes Jahr hier ausstellte. Große lila Trauben, die unter gelben Blättersegeln hängen mit Blick auf die  Lößnitzlandschaft und glänzende Rebstöcke von einem Torflügel aus gesehen im Weingut Aust, zeigen zwei Acrylbilder von ihr. Das Plenair veranstaltete die Stiftung Hoflößnitz in Kooperation mit der Roland Gräfe Stiftung in Radebeul, die seit 2014 besteht, Kunst und Kultur fördert und Brücken schlagen möchte mit ihren Projekten auch zu den Nachbarländern Tschechien und Polen. Die Gräfe-Kunststiftung stellte die Leinwände und Malmaterial für die Künstler bereit und lud die Musiker zur Vernissage ein.

„Am ersten Tag haben wir unter Zelten gestanden und gemalt. Das war eine Herausforderung und daher sind die Blicke und Motive ähnlich, da wir in eine Richtung schauten“, sagt Roland Gräfe, selbst Künstler. Das gemeinsame Erleben und der Austausch der Künstler untereinander seien für alle wichtig gewesen. „Wir saßen im Gewölbesaal, haben uns unterhalten über Kunst und Kulturlandschaft und wurden gut versorgt. Alle Beteiligten haben sich sehr wohlgefühlt und fleißig gearbeitet“, so Gräfe. Er ist ein erfahrener Freilichtmaler, der auf Reisen seine Eindrücke und hier im Hoflößnitz seine in kräftigen Farben schwelgenden, impressionistischen Weinberglandschaften zeigt. Künstler sind nicht nur Schönwettermaler, das spiegeln die Werke in dieser Ausstellung beeindruckend. Der Regen und das wechselnde Farb-Licht-Spiel von Wasser, Wolken und Himmel floss in die Bilder ein. Sie erzählen von der Fülle des Lebens in allen Farben, vom Werden, Wachsen und Vergehen, von Licht und Dunkel, Lebensfreude und Melancholie.

Von André Uhlig sind erdig kraftvolle und zarte Federzeichnungen vom Schloss Hoflößnitz und den Weinhängen zu sehen und von seinem Vater Ralf Uhlig in warmen Herbstfarben gehaltene Aquarelle der Lößnitzlandschaft. Jochen Rohde hielt diese in zarten Pastelltönen fest, in der Zeit des Plenairs starb sein Vater. Anita Rempe zeigt zauberhaft farb- und formspielende Blicke auf die Weinhänge, Schloss und Lusthaus. Bettina Zimmermann aus Batzdorf holte Rebstöcke, die der Sonne entgegenstreben und feinnervig, farbschimmernde Weinbätter aufs Papier. Der Landschaftsmaler Jochen Fiedler aus Cunnersdorf in der Sächsischen Schweiz malte nach zehn Jahren erstmals wieder im Hoflößnitz, ein Pastell vom Weinberg Goldener Wagen mit Spitzhaus und die Kastanienbäume auf der Terrasse in ockerfarben flimmendem Licht. Johannes Jakob Wagner aus Dresden zeigt Weinreben in flirrenden Grüntönen vor grauem Himmel und ziegelfarbenen Häuserdächern und einen Blick ins Lößnitztal mit grauem, weitem Nebelhimmel in der Art der Romantikmaler. Das still verträumte Regenbild vom Schloss Hoflößnitz malte Gabi Keil.

Die Plenair-Ausstellung, zu der auch ein Bilder-Katalog erscheint, ist noch bis 1. Dezember im Hoflößnitz Radebeul zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis So 10 bis 18 Uhr

http://www.hofloessnitz.


Inspiration Hoflößnitz: Über die vor malerischer Kulisse entstandenen, stimmungsreichen Arbeiten und die rege Besucherresonanz zur Ausstellungseröffnung freute sich Museumsleiter Frank Andert (Bildmitte).
Kunst & Weingenuss: Peter Pit Müller, selbst ein versierter Plenairmaler, der auch schon im Hoflößnitz ausstellte, betrachtete interessiert die Arbeiten der Künstlerkollegen.

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„Drama & Paradies“: Südwinter in Afrika. Eine Reise-Reportage in Bildern von Kirsten Balbig

14 Donnerstag Nov 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Projekte, Reportagen, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Die Künstlerin und Autorin Kirsten Balbig aus Dresden reiste allein durch Namibia. Kapstadt, Botswana, Sambia und Simbabwe. Von ihren abenteuerlichen Erlebnissen und Eindrücken erzählt sie in ihrer Diashow im Rahmen der Kulinarischen Weltreise (mit leckerem afrikanischen Drei-Gänge-Menü, all inclusive 30 Euro) am kommenden Sonntag, dem 17. November, um 19 Uhr im Gasthof Hermsdorf. Karten gibt es unter:

http://www.hermsdorfer-gasthof.de/veranstaltungen

Am Donnerstag, dem 28. November, um 19.30 Ihr ist sie mit ihrer Reise-Reportage im Programmkino Ost in Dresden zu erleben:

https://programmkino-ost.de/shows/29649/tickets

Mehr Infos zur Reise von Kirsten Balbig unter diesem Link:
148x210_flyer-Afrika-Kirsten_v2

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Romantischer Gruselabend „Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen“ im Tom Pauls Theater Pirna

14 Donnerstag Nov 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte, Theater, Zwischenmenschliches

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In eine düster romantische Welt voller Geister, Geheimnisse & Wunderbarem entführen mit Spiel, Gesang und sphärischen Klängen Tom Pauls und die Musiker des Freddie Ommitzsch Studio Ensemble in ihrem Gruselmärchenabend frei nach Grimm im Tom Pauls Theater Pirna. Foto: Siegfried Michael Wagner

Von der Sehnsucht, die Angst zu verlieren

Im romantischen Gruselabend frei nach Grimm wandern Tom Pauls und Ensemble zu düsterkomisch sphärischen Klängen durch die Gefilde des Geheimnisvollen und Magischen in seinem Theater in Pirna.

Es wird kein lustiger Abend, sagt Tom Pauls gleich zu Beginn seines neuen Programms. Schließlich kommen darin Geister, Irrlichter und Untote aller Art vor im Gruselmärchen „Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen“ der Gebrüder Grimm, das mit Pauls und dem Freddie-Ommitzsch-Studio-Ensemble neu erzählt auf die Bühne kam am Mittwochabend im Tom Pauls Theater in Pirna. Vor vollen Rängen zogen der Komödiant und die anderen Darsteller alle Register mit Musik, Gesang und Spiel und ließen dabei nichts aus im Wechsel von Licht und Dunkel, schaurigen Gruseleffekten und romantischen Szenen mit bekannten Volks- und Wanderliedern.

Jedem gruselts vor etwas, dem einen vor seiner Frau oder vor der Regierung in Berlin, so Pauls. Dem anderen vor dem neblig trüben Novemberwetter. „Man sieht und hört nischd mehr!“ Während er aus dem Märchenbuch vorlas und erzählte, steckten seine Söhne Maximilian, Felix und Konstantin Pauls nacheinander, neugierig lauschend die Köpfe durch den roten Vorhang, denen er als sie noch klein waren auch oft Märchen vorlas. Pauls führte als Erzähler und in allen Rollen, mit ernster Miene und schelmisch ironischen Unterton, mal sachlicher, hoher und tiefer Stimme, erschrocken oder Schrecken einjagend, zögernd oder vorpreschend, raunend, zischelnd oder schallend lachend, herzhaft, wehmütig, still und aufbrausend in eine rätselhaft undurchschaubare Welt, die sich mit Seeelenzuständen wie Angst, Tod und Trauer beschäftigt. Das Motiv der Furcht wird variantenreich durchgespielt. Tom Pauls sieht es als Gleichnis für das „angstdurchzogene Lebensgefühl heutiger Menschen.“ Und spürt mit seinem romantischen Gruselbabend frei nach Grimm, neu erzählt von Autor Mario Süßenguth und inszeniert einschließlich Choreografie von Irina Pauls, dem romantischen Lebensgefühl zu Lebzeiten von Caspar David Friedrich nach.

In diesem Jahr seines 250. Geburtstages und inspiriert von Friedrich als herausragendem Maler von Licht und Atmosphäre und als Vorreiter der Moderne, nehmen Pauls und Ensemble dies zum Anlass für eine stimmungsreiche, märchenhaft-musikalische Wanderung in die Gefilde des Geheimnisvollen, Magischen, Wunderbaren, kontrastiert mit der rational nüchternen Suche nach dem unterschwelligen Gefühl der Angst. Da wechseln lyrische, mehrstimmige Männerchöre mit Melodien von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Carl Maria von Weber und sphärische, geisterhafte und moderne Klänge, komponiert von Konstantin Pauls. Am Klavier begleitet und die musikalische Bearbeitung der Chöre hat Benjamin Rietz inne. Tom Pauls trägt ein weißes Hemd und Kniebundhosen wie ein Wanderbursche und fragt sich als Hauptfigur Hans in der Geschichte immer wieder, was es wohl mit dem Gruseln auf sich habe und seufzt laut: „Ach, wenn`s mich nur gruselte!“ Das klingt komisch und traurig zugleich, als wäre dies der Schlüssel zu einer anderen, ihm verborgenen Welt, als lebe er in einer Art Dämmerzustand. Das Getöse, Geister ohne Kopf und Stimmengewirr um ihn herum sieht er, doch es berührt ihn nicht.

Der furchtlose Hans weiß nichts von Leid und Schmerz, das er anderen Lebewesen zufügt, wenn er mit Stöcken Vögel tot schlägt, Katzen peinigt oder Fliegen die Beine ausreißt. Den Pfarrer hält Hans im Dunklen für einen Spitzbuben und stößt ihn die Treppe hinunter. Sein Vater schickt den ungehobelten Taugenichts daraufhin hinaus in die Welt, um das Fürchten zu lernen. In einem verwunschenen Schloss übernachtet Hans drei Nächte lang, erlebt ungerührt allerlei Geisterspuk. Gruslig-komischer Höhepunkt dabei, wie die Männer in dunklen Kutten weiße Totenköpfe halten, hochwerfen, tanzen und damit kegeln zu hämmernden Technoklängen. Als Belohnung für seine Unerschrockenheit erhält Hans die Königstochter.

Mit dem Gruseln ist es wie mit dem Verlieben. Es geschieht einfach oder eben nicht. Auf der Hochzeitsfeier zur Geisterstunde, beim Auftritt einer Kapelle mit Schlagersänger in goldener Glitzerjacke und blondem Haar und seinem geschmachteten „Alles was du willst“ packt Hans plötzlich das Gruseln, hält er sich die Ohren zu mit leidender Miene. Nichts geht über echtes Gefühl, tief aus dem Inneren. Reichlich Applaus gab es für diesen romantischen Gruselabend mit Tom Pauls und Ensemble. Die Vorstellungen gestern und an diesem Freitagabend sind schon ausverkauft. Mit etwas Glück gibt es noch Restkarten an der Abendkasse, die 18.30 Uhr öffnet, sagt Kerstin Kochan vom Tom Pauls-Theater. Ab Mai 2025 steht der Gruselabend dort wieder im Spielplan.

Text + Fotos (3) (lv)

Weitere Spielplan-Infos:
http://www.tom-pauls-theater.de

Unter dem Titel „Wandergefährten“ gibt es zum 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich auch eine Ausstellung mit Landschafts-Bildern aus seiner Zeit im Tom Pauls Theater in Pirna zu sehen.

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Neue Lyrik zur HerbstZeit: Trauben & In neuem Licht & Zauberwesen

03 Sonntag Nov 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Trauben

Dunkles Tiefblau schimmernd wie Nachtseide
stößt an Rotviolett daran hängt noch der Glanz
und Duft des Sommers
schwelgend raunen sie mir aus dem Karton zu:
Greif zu!
kitzeln meine Sinne verführen
und verschließen mir den Mund
mit wohlig würziger Süße
Bitternis verrinnt
Es sind weniger Trauben dieses Jahr
nur ein Drittel der sonstigen Ernte
sagst Du die anderen erfroren nach der Wärme
der Kälteschock im Frühjahr
einhundertjährige Reben die am Haus Spalier stehen
und die Nachzügler auf dem Dach der Werkstatt mit
den sich im Wind drehenden Monden
sah hinterm Weinlaub die grünen Beeren wie sie
wuchsen blau sich ins Wachstum vertieften alle
Widrigkeiten hinter sich ließen
in vollen Reben wie Perlen an einer Schnur
jede einzelne ein Wunder
in reifer Fülle strahlen sie mich nun an
wie Du der sie mir schenkte
mir scheint die Trauben werden gar nicht weniger
sie wiegen leicht und schwer
einige winzig und runzlig wie Rosinen
liegen bei den anderen süß saftig und prall rund
wie ein langes gutes Leben

LV
21.10.2024

In neuem Licht

Der Himmel flammt auf
in Goldtönen Rot und Violett
spiegeln sich im Fluss
dahinter dunkle Baumumrisse
blättrige Gesellen am Ufer
tasten und tanzen im Schattenlicht
bangte davor dass es erlischt
zu Samhain vor einem Jahr
nach dem Flimmern den Lichtblitzen
im Dunkeln die Schockdiagnose
die Netzhaut löste sich zur Hälfte
von einem Auge schon am nächsten Tag
OP brannte tagelang ins Sonnenlicht zu sehen
wieder eintauchen in die lichten Farbschwünge
die sich im Blau ausbreiten wie Flügel
endlos weit
ein Junge steigt mit einer Mondlaterne auf
die Ufermauer
von der Seite ein klirrendes Geräusch
eine schwarze Gestalt nähert sich
mit weißem Grinseschädel der Sensenmann
läuft an mir vorbei
stützt sich auf sein blitzendes Schwert
jeder Schritt ein Aufschlag
wie ein Herzschlag
vor einer Haustür leuchtet mit breitem Lachen
ein Kürbiskopf

LV
31.10.2024

Zauberwesen

Sie rühren sich nicht
von der Stelle
sehen still vor sich hin
lächeln verzückt milde
traurig oder verwegen
staunend fragen ihre Blicke
Bin ich noch am Leben
Wie auf ein geheimes Zeichen hin
wie von Zauberhand bewegt
aus einem Traum entstiegen
einer anderen Zeit
zwischen Gestern und Morgen
Tag und Nacht
vergessen sie die Fäden
an denen sie hängen
regen ihre Glieder
die in dunklen Kleidern und Anzügen
stecken elegant und vornehm ihr Auftreten
kokett zierlich zurückhaltend ergeben
versponnen oder pikiert
einige tragen spitze Hüte
einer spitze Ohren ein anderer eine
Herznase
in weißen und verwitterten Gesichtern
leuchten Augen auf rollen lebhaft hin
und her
sehen sich an und um im
Raum halb Salon und Rumpelkammer
brennende Kerzen Kürbisse morsche Äste
und dunkle Rosenblätter
Geisterhaft wiegen sie im Takt zu
zauberhaften Klängen
alle halten etwas in den Händen manche
wie Krallen
kleine Figuren an Fäden
zappelndes Getier
Gezweig und lange Stäbe
alle scheinen auf etwas zu warten
das sie losreißt
ein paar Jungen nehmen Reißaus in
großen Sprüngen in Zeitlupe als könnten
sie die Zeit anhalten oder ihr entfliehen
dem Zauber des Zerfalls der
Vergänglichkeit und Zeitlosigkeit
entgehen
Stumm schreiend hält ein Mann ein
zuckendes Etwas wie ein Herz in der Hand
im blutigen Mund

LV
31.10.2024

Alle Texte + Fotos: Lilli Vostry

https://www.facebook.com/reel/1199148747808229

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Kunst ohne Worte in allen Spielarten lockt wieder beim 39. Internationalen Pantomime Festival Dresden

03 Sonntag Nov 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Projekte, Theater, Zwischenmenschliches

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Clownerie mit dem Bewohner einer Kuckucksuhr und ihrem Besitzer.
Kuku, 9.11., 18 Uhr, Familienvorstellung mit Anatoli Akerman & Christoph Schiele. Foto N. Milatovic


„flying kuku“, 9.11., 18 Uhr. Foto: D. Shakin


„Mime on the Moon“, 8.11., 19 Uhr mit Radim Vizváry aus Tschechien.

Slapstick, Clownerie und Tragikomik entführen in die faszinierende Welt der Pantomime

Vom 6. bis 10.November 24 findet das 39. Internationale Pantomime Theater Festival Dresden im Theaterhaus Rudi, Fechnerstraße 2a statt. Der Mitbegründer des Festivals und  „Vater der Pantomime“ in Dresden, Ralf Herzog wird für seine Verdienste geehrt bei der Eröffnungsgala am kommenden Mittwoch.

Eine wunderbare Dresdner Tradition nimmt Anlauf auf den 40. Geburtstag im nächsten Jahr: Das Internationale PantomimeTheaterFestival Dresden findet vom 6. bis zum 10. November 2024 bereits zum 39. Mal statt. Künstler und Ensembles aus Deutschland, Tschechien, Frankreich, Österreich und der Ukraine laden zu sechs Vorstellungen in das Theaterhaus Rudi ein. So vielfältig, wie die Spielarten des Bewegungstheaters sind, so breit gefächert ist das Programm. Ein schräges Nummernprogramm mit Slapstick und Comedy ist ebenso dabei wie komisch-tragische Clownerie, klassische und zeitgenössische Spielarten der Pantomime und Performances in Verbindung mit ausdrucksstarken Tanzelementen.

„Pantomime ist die Basis für viele künstlerischen Ausdrucksformen und erzählt mit Mimik und Körpersprache wunderbare emotionale Geschichten“, so Michael Meinel, Vorsitzender des Vereins Mimenstudio Dresden, welcher das Festival mit viel Herzblut im Ehrenamt auf die Beine stellt. „Ob zum Lachen, zum Nachdenken oder als inspirierende Reise in die Phantasie – das Festival hat viele Facetten und das auf sehr hohem künstlerischem Niveau.“

Die Eröffnungsgala am Mittwoch zeigt Ausschnitte aus den Shows des Festivals

Den Auftakt des Festivals bildet traditionell die Eröffnungsgala am 6. November. Hier zeigen die bereits angereisten Künstler Auszüge aus ihren Shows. Das Galaprogramm gestalten das Duo Diagonal aus Deutschland, die 044 Mime Company und Anetta Anisimova aus der Ukraine, die Franzosen Mangano & Massip und ihre Werkstatt-Teilnehmer und das Derevo Creative Lab aus Deutschland. Außerdem zeigen die gastgebenden Akteure des Mimenstudio Dresden e.V. eine Etüde zu „Kafka – der Prozess“, die sie im offenen Pantomimekurs unter Regie von Ralf Herzog derzeit erarbeiten.

Die einzelnen Vorstellungen bedienen ein breites künstlerisches Spektrum

Am Donnerstag kann man über das Jubiläumsprogramm des Duo Diagonal herzlich lachen. Seit 25 Jahren verbinden Deana und Holger Ehrich Comedy, Mime, Tanz und Slapstick und lassen hintergründigen Witz auf gekonnten Unfug treffen. Am Freitag ist Radim Vizvary aus Tschechien zu Gast, einer der angesehensten Vertreter der zeitgenössischen Pantomime in Europa. In „Mime on the Moon“ erzählt er von einer Flucht aus einer Welt, die von Perfektion besessen ist. Das Publikum erwartet ein poetisches Spiel auf einem hohen mimisch-künstlerischen Niveau.

Clownerie der alten Schule wird in der Vorstellung „kuku“ am Samstag gezeigt. Sie beginnt bereits 18 Uhr und richtet sich an Familien mit Kindern ab sechs Jahren. Hier geht es um den Bewohner einer Kuckucksuhr und den Besitzer jener Uhr, die zusammen wunderbare tragisch-komische Momente erleben, aber auch Absurdes und hinreißend Fröhliches. Am Sonntagvormittag zeigen Künstler aus der Ukraine eine Doppelvorstellung und laden im Anschluss zu Kaffee und Kuchen und Gesprächen ein. Die 044 Company beschäftigt sich in ihrem Stück „News“ mit der Nachrichtenflut und ihrem Einfluss – Was ist wahr und was ist falsch? Die Künstler pflegen die Kunst der klassischen Pantomime und spiegeln die verschiedenen Charaktere in ihrem Stück sowohl auf groteske als auch komödiantische Weise.

„Peace inside us“ titelt im Anschluss die Solo-Performance mit Anetta Aleksandra
Animisova. Die Künstlerin hat sie während des Krieges nach ihrer eigenen Geschichte entwickelt und kommt zum Credo: “Wenn jeder im Inneren Frieden schafft, wird es auf der ganzen Welt Frieden geben“. Am Sonntagabend kann man eine Premiere mit Anton Adasinskij und Derevo erleben. Die deutsch-russische Company veranstaltet parallel zum Festival einen fünftägigen „DerevoArtHouse Pantomime Creative Lab“ und präsentiert mit den internationalen Teilnehmern das Ergebnis – eine Performance mit dem Titel „Durch den Spiegel“.

Workshops sind ein wichtiger Teil des Festivals – noch gibt es freie Plätze

Am Wochenende vor dem Festival (am 2./3.11.) konnte man im Projekttheater einen 10-stündigen Workshop mit Mangano-Massip aus Frankreich besuchen, Schüler des berühmten Pantomimen Marcel Marceau. Sara Mangano und Pierre-Yves Massip waren 2022 mit zwei eigenen Stücken Gäste des Festivals. In diesem Jahr sind sie als Dozenten für die offene Werkstatt dabei, die Neugierige, Amateure und professionelle Künstler einlädt, das Medium Pantomime kennenzulernen oder ihre Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.

Ein weiterer Workshop findet während des Festivals statt. Am Samstag von 10 bis 12 Uhr führt Anetta Aleksandra Animisova im Projekttheater Amateure und Profis in die Grundlagen mimischer Körpertechniken und des Improvisierens ein. Die Teilnahme kostet 10 Euro. „Die Workshops und der fachliche Austausch unter den internationalen Künstlern sind von jeher ein ganz wesentlicher Teil und eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Festivals“, betont Michael Meinel. „Dieser Austausch ist neben der familiären Atmosphäre beim Festival einer der wichtigsten Gründe, dass sich Künstler aus aller Welt für die Teilnahme bewerben. Auch wir als Gastgeber nehmen jedes Jahr neue Impulse für das vielfältige Genre der „Kunst ohne Worte“ mit.“

Die Ausstellung über die „Geschichte der Pantomime in Europa“ wurde erweitert
Im vergangenen Jahr wurde das Festival durch eine Ausstellung mit dem Titel „Geschichte der Pantomime in Europa“ begleitet. Sie wurde vom Mimenstudio Dresden e.V. organisiert in Zusammenarbeit mit Nils-Zdenek Kühn, Vorsitzender der FEM – Federation of European Mime und über 37 Jahre Leiter der ETAGE Schule für Darstellende Künste Fine Arts e.V. Nils-Zdenek Kühn ist in diesem Jahr leider verstorben. Ihm zu Ehren widmet sich ein neuer Teil der Ausstellung seinem Schaffen.

Eine weitere Tafel erzählt die Geschichte eines Pantomimen, dessen Werdegang mit der Tradition des Pantomimefestivals in Dresden untrennbar verbunden ist. Die Rede ist von Ralf Herzog, „Vater der Pantomime“ in Dresden, Mitbegründer des Festivals und langjähriger Intendant der Mimenbühne. Nach wie vor leitet er im Mimenstudio einen Pantomimekurs und hat im Laufe der Jahrzehnte ungezählte Schüler geprägt und inspiriert. Für seine herausragenden Verdienste in der Kunst der Pantomime wird er im Rahmen der Eröffnungsgala mit dem Special Award „Golden Hands“ der World Mime Organisation ausgezeichnet.

Karten für die Shows gibt es bei SAX-Ticket (saxticket.de), Reservix und an allen Vorverkaufskassen, die mit Reservix zusammenarbeiten. Reservierungen sind auch unter Telefon +49 1515 5619899 möglich. Wer sich für einen Workshop interessiert, meldet sich bitte per E-Mail: info@mimedresden.de

Das 39. Internationale PantomimeTheaterFestival wird durch die Kulturstiftung des  Freistaats Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden, die Ostsächsische Sparkasse, das Stadtbezirksamt Dresden Pieschen, den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und den Bund Deutscher Amateurtheater gefördert.

Text: Sabine Mutschke i.A. des Mimenstudio Dresden e.V.

http://www.mimedresden.de
Mimenstudio Dresden e.V.
Vereinsvorsitzender und Künstlerischer Leiter
Michael Meinel
http://www.mimedresden.de /
info@mimedresden.de /
Telefon 0151/ 55619899


25 Jahre Romantik & Slapstick – das Jubiläumsprogramm mit dem Duo Diagonal aus Deutschland, am 7.11., 19 Uhr. Foto O.Haas.

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Ausstellung „Similar“ von Steffen Petrenz in der Galerie „ArtToGo“ in Dorfhain

01 Freitag Nov 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Natur, Projekte

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Beflügelnde Aufnahmen

Zauberhafte Momentaufnahmen bekannter und seltener Vogelarten versammelt die Ausstellung „Similar“ des Freitaler Künstlers Steffen Petrenz derzeit in der Galerie „ArtToGo“ in Dorfhain.

Traumwandlerisch, federleicht fliegt eine Schar weißer Vögel mit weiten Schwingen vor schwarzem Hintergrund über einer Teichlandschaft. In Großaufnahme schweben sie frei im Raum. Zwei Silberreiher sehen aus als ob sie verliebt schnäbeln. Doch die Idylle trügt. „Viele denken es wäre Balz. Doch das ist ein Positionskampf. Der beißt den anderen in den Hals“, sagt der Künstler Steffen Petrenz, der die Szene mit der Kamera festhielt. Die Gruppe Silberreiher ist aufgeflogen und geflüchtet vor einem Seeadler, der mit sechs Kilo um einiges mehr wiegt als sie. „Da sind schon Welten dazwischen“, so Petrenz. Silberreiher, Seeadler, Haubentaucher, Tauben, Rauchschwalben… Bekannte und seltene Vogelarten wie die Bekassine, in Mooren anzutreffen, tummeln sich zwischen Himmel und Erde und laden den Betrachter mit den stimmungsvollen Fotografien ein mitzufliegen in ihre Welt.

Insgesamt 36 Aufnahmen, farbige und schwarz-weiße, zumeist großformatige, der luftigen gefiederten Gesellen, zeigt die Ausstellung „Similar“ – das steht für Ähnlichkeit, Übereinstimmung – des Freitaler Künstlers Steffen Petrenz, der sich seit längerem intensiv der Vogelfotografie widmet, derzeit in der Galerie „ArtToGo“ der Georado-Stiftung, Talstraße 7,  in Dorfhain. Er fühlt sich ähnlich den Zugvögeln, die nicht ortsgebunden sind und sich genau wie er auf ewiger Wanderschaft befinden. Die Fotografien haben keine Bildtitel und auch keine Bezeichnung der Vogelarten. Da es weniger um eine ornithologische Betrachtung als um die Athmosphäre und Wirkung geht. „Für mich sind die Bilder von Steffen Petrenz Grafiken von besonderer, narrativer Poesie. Einer Poesie, die uns die Wunder der Natur vor Augen führt“, sagt Olaf Stoy, Kurator der Ausstellung und Galerist. Besonders in den Großformaten werde das deutlich, mit denen man vollkommen in die Situation eintauchen kann. „Das ist großes Kino!“, so Stoy. Er kennt Steffen Petrenz und sein künstlerisches Schaffen seit 20 Jahren und dies ist die dritte Ausstellung, die er gemeinsam mit ihm eröffnete. Petrenz lebt und arbeitet seit 2007 als freischaffender Bildhauer, Fotograf und Keramiker in Freital. Er absolvierte eine Meisterausbildung zum Bildhauer und Gestalter an der Friedrich-Weinbrenner-Gewerbeschule in Freiburg. Faszinierend an diesen Momentaufnahmen ist vor allem, wie nahe er dern so scheuen und schnellen Wesen kommt, wie man die Vögel selten zu Gesicht bekommt. Die Bilder berühren mit ihrer Unmittelbarkeit.

Er zeigt die gesichteten und beobachteten Vögel in all ihrer Schönheit, Anmut, Zartheit, Kraft, Erhabenheit und Größe, im Flug, lockend bei der Balz, auf und an Teichen still versunken oder elegant tänzelnd wie ein Corps de Ballett und Beute fangend, in zauberhaftem, wechselnden Spiel von Licht, Farben, Federkleid, Tages- und Jahreszeit und Landschaft. In einem Bild breitet ein Vogel seine Schwingen aus und ein anderer fliegt davon. „Das war ein symbolischer Moment, das alte und das neue Jahr, das schon bereitsteht“, so Petrenz. Das Foto entstand am letzten Tag des Jahres 2023 in Tiefenau im Landkreis Meißen. Eine Feldlerche fliegt vor dem Sonnenkreis in den Himmel in einer Schwarz-Weiß-Aufnahme. Sehnsuchtsvoll, frei und schwerelos wirkt sie zugleich. Offen und frei interpretierbar sind seine Fotografien. Für Petrenz spiegeln sie auch Kommen und Gehen, Werden und Vergehen in der Natur und im Leben. Steffen Petrenz ist fast täglich mit der Kamera, Rucksack mit Tarnzelt, Tarnnetz und Tarnanzug unterwegs. Oft noch vor Sonnenaufgang begibt er sich in Position, vor Tageswerwachen und Erscheinen der Vögel an Teichen und auf Wiesen.

Er ist meist an Teichen im Landkreis Meißen  rechts und links der Röder zum Fotografieren. Sein Motto dabei: „Das Tier kommt zum Fotografen und nicht umgekehrt.“ Er harrt für seine nuancenreichen Bilder geduldig oft stundenlang aus, ob Hitze oder Kälte, Bremsen, Brombeersträucher, Mücken, Brennesseln. Das nimmt er für ein gutes Foto in Kauf. Manchmal komme er auch ohne Foto zurück. „Die Silberreiher haben es mir schon etwas angetan“, so Petrenz. Aber sonst habe er keine Vorlieben. „Im Licht sehen alle schön aus.“ Das Naturerlebnis und Fotografieren verschmelzen bei Steffen Petrenz miteinander und ergreifen ihn immer wieder. Er versucht sich so zu bewegen, dass er niemand stört. „Das ist auch ein Respekt vor der Natur.“

„In der Natur gibt es kein Gut und Böse, sondern es gibt nur Konsequenzen“, zitiert Petrenz einen Naturwissenschaftler. Das war für ihn auch ein Beweggrund, die Vielfalt der Vogelwelt in seinen Aufnahmen zu zeigen und das was noch da ist, zu bewahren und ihr natürlichen Lebensräume. Ca. 150 Vogelarten hat er inzwischen fotografiert, rund ein Dutzend davon sind in der Ausstellung zu sehen. Steffen Petrenz kennt viele seiner gefiederten Modelle, die oft beringt sind. „Fast alle Fischadler in der Radeburger Ecke, die beringt sind, habe ich inzwischen fotografiert.“ Und wenn er sie wiedersieht, meldet Petrenz es der Beringungszentrale Hiddensee. Von dort erfährt er, wohin die Vögel reisen und wo sie wieder auftauchen. So auch an diesem Nachmittag in der Ausstellung in Dorfhain kommt eine Nachricht per Handy von der Beringungszentrale.

„Das Mühlbacher Fischadler-Pärchen, das im Juli beringt wurde, hat dieses Jahr Nachwuchs bekommen und sie sind nun zusammen in den Süden geflogen“, erzählt Petrenz mit freudiger Miene. Er bietet auch Fotografie-Workshops an und hält Vorträge über die Vogelarten und seine Exkursionen. Interessierte können sich bei ihm melden.  Die Ausstellung ist noch bis 3. Januar 2025 zu sehen.

Geöffnet auf Anfrage und zu Veranstaltungen in der Galerie ArtToGo in Dorfhain. Dort gibt es außerdem eine Lesung mit dem Dresdner Autor Uwe Salzbrenner aus seinem neuen Roman „Die Talente“ am 1. November, 19 Uhr.

Text + Fotos (lv)

Weitere Fotos zur Ausstellung folgen.

http://www.georado.de/veranstaltungen


Besondere Liebe zu Kunst, Fotografie und Zugvögeln, die sich facettenreich in den Bildern in der Ausstellung widerspiegeln: Der Künstler Steffen Petrenz im Gespräch mit Olaf Stoy, Kurator und Galerist von „ArtToGo“ in Dorfhain bei Freital und selbst ein vielseitiger Künstler.

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Über uns

Willkommen in diesem reichhaltigen Garten der Künste – Hier blüht Euch was! Hier wächst vieles, Schönes und Dorniges, Auffälliges und Verborgenes, Seltenes und Seltsames nebeneinander. Hier erfahrt Ihr das Neueste aus der Dresdner Kultur- und Kunstszene in aller Eigenart und Vielfalt. Sitzt man auf der Gartenbank mit namhaften und weniger bekannten Kulturmenschen und Menschen mit Ideen und Visionen aus anderen Lebensbereichen. Zeigen Künstler beim Atelier-Besuch ihre neuesten Werke, bevor sie in der Ausstellung hängen und erzählen, welche Bilder sie nie ausstellen würden. Wird Neues aus der Bühnen- und Bücherwelt vorgestellt, Augen- und Ohrenschmaus weitergegeben. Es gibt ein Traumtagebuch, für die Bilder der Nacht und Lebensträume. Es ist Platz für Poesie und Kurzprosa, Reisereportagen, Beiträge über das Leben mit anderen Kulturen, über Lebensart und Zwischenmenschliches. Es werden WortRaritäten gesammelt und Wort-Rätsel mit geheimnisvollem Inhalt gelüftet. Und nun: Schaut Euch um, entdeckt, genießt und lasst Euch anregen von der Fülle an Kulturgewächsen. Und vor allem: Bleibt schön neugierig und empfehlt meinwortgarten weiter.
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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
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  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
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  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
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  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • Premiere "Ein Sommernachtstraum" von William Shakespeare im Innenhof des Japanischen Palais in Dresden
  • Ausstellung "Zauberhaft" von Rita Goldschmidt in der Galerie mit Weitblick in Radebeul
  • Wo der Humor wilde Blüten treibt - Das Kleine Welttheater in Radebeul
  • Premiere "Achtsam morden" - Krimikomödie in der Comödie Dresden
  • Von Monet, van Gogh zu Klimt: Kunst in Bewegung in multimedialer Ausstellung
  • Bücher-Schatzkiste: "Der Federndieb" von Kirk Wallace Johnson
  • Tango in Dresden: "Die Szene ist sehr bunt und offen."
  • Rania El-Chanati mit ihrem ersten Stück "Der Bruch" im projekttheater
  • Ausstellung "Landschaften, Frauen, Tod und TV" von Hans Scheib im Einnehmerhaus Freital
  • Ausstellung: Liebesbriefe von Max Schwimmer in der Galerie Himmel in Dresden

Aktuelle Beiträge

  • Opera en miniature: „Abu Hassan“ – Musiktheater mit Puppen im Schloss Lauenstein
  • Letzte Gelegenheit in die fantastische Welt im Lügenmuseum Radebeul einzutauchen
  • „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ – Vielleicht bringt die 25. Vorstellung Glück!
  • Klangwanderung & Konzert mit Agnes Ponizil & Anne Kathrin Wagler an zwei Klavieren beim Musiksommer Bärenstein
  • Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung
  • Wunderreiche Welt & unbequeme Wahrheiten: dem Lügenmuseum Radebeul droht die Räumung
  • Gastspiel „Manche mögen`s heiss“ in Hoppes Hoftheater in Weissig
  • BilderAlbum: Konzert im Milchschafhof Bärenstein & Ausstellungen beim Musiksommer
  • Ausstellungs-Eröffnung: „Wenn Farben Liebe machen“ mit Malerei von Oliver Estavillo in der Galerie Holger John in Dresden
  • Neue Lyrik: Gedichte von Zoe Nora Goerges

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