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Kategorien-Archiv: Lebensart

Gedicht-Lesung mit Musik „Ein Meer aus WortKlängen“ mit Lilli Vostry & Aerdna Harp beim Neustadt Art Festival

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Mal leise, sanft fließend, mal lebhaft, farb- und fantasiereiche WortKlänge können die BesucherInnen bei der Gedicht-Lesung mit Lilli Vostry und Harfenspiel von Andrea Dorschner alias Aerdna Harp beim Neustadt Art Festival am 23.9. im Dresdner Szenevertel erleben.


Kunstreicher Ort: Thomas Schreiter, Grafikdesigner, Maler und Organisator des Festivals, stellt das Atelier vom Neustadt Art Kollektiv anderen Kreativen für Veranstaltungen zur Verfügung. An vielen Orten in der Neustadt gibt es von Freitag bis Sonntag ein pralles Programm mit Ausstellungen, Aktionen, Konzerten, Lesungen… Foto: TS

Ein Meer aus WortKlängen

Neuer Wort & Klangzauber mit Gedichten von Lilli Vostry und Andrea Dorschner alias Aerdna Harp an der E- und Akustikharfe lockt bei unserer Lesung während des Neustadt Art Festival am 23. September, 16 bis 17 Uhr sowie 17.30 bis 18.30 Uhr im Atelier Rudolf-Leonhard-Str. 19 zur Finissage der Ausstellung der italienischen Fotokünstlerin Maura Miletta (extra Beitrag zu ihren Arbeiten folgt).

Umgeben von den farbenfrohen und fantasievollen Fotografien in der derzeitigen Ausstellung „Dresden mit verschiedenen Augen“ von Maura Miletta können Poesie- und Musikliebhaber im Atelier in der Rudolf-Leonhard-Straße 19 Gedichte über Zauberhaftes in der Natur und Zwischenmenschliches, Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des immer wieder Anfangens hören. Sie erzählen von Spätsommertagen am Meer, Möwen, Wind, Wolken und Weite, Glückskäfern in der Seegras-Hängematte, Herzriesen, Zwergen und Vagabunden, fliegenden Fischen, Katzentieren, wildem Mohn und einem seltsamen weißen Tier am Elbufer. Stimmungsreiche Wort- und Klangmalerei, begleitet von wunderbar sphärischen Klängen von Aerdna Harp an der E- und Akustikharfe. Der Eintritt zur Lesung mit Musik ist frei. Spenden sind willkommen.

Ich freue mich sehr, beim diesjährigen Neustadt Art Festival mit seinem kreativ-innovativen Ambiente und vor buntgemischtem Publikum meine noch ganz frischen Gedichte vom Meer und frühere, auch noch nie gelesene Texte vorstellen zu können. Erstmals wieder gemeinsam mit Andrea Dorschner alias Aerdna Harp, die auch meine ersten Gedicht-Lesungen in ihrem KlangLabor in Dresden begleitete. Sie ist eine leidenschaftliche Musikerin an der E-Harfe und Akustik-Harfe, spielt seit 2013 vom Klavier kommend Harfe, bevorzugt Freie Improvisation….Free Jazz…. Experimentalmusik….Neue Musik. Sie spielte z.B. auf Konzerten in Dresden, Freiberg, Leipzig, Bremen, Basel, Tschechien, begleitet Lesungen und Vernissagen…gründete einstmals das KlanGLaboR in Dresden Mickten – ein Atelier der Freien Improvisation aller Künste…..wohnt jetzt im Osterzgebirge.

Kommt, schaut, lauscht, genießt Bilder und WortKlänge und lasst Euch verzaubern und anregen.

Text + Fotos (3) (lv)


Farbenfroh, fantasievoll, poetisch und wie gemalt wirken die mit der Kamera festgehaltenen Blicke auf Dresden von Maura Miletta. Dabei verbinden und verwandeln sich bekannte Sehenswürdigkeiten, Bilder auf Hauswänden, Bäume, Steine, Blätter und Blumen durch Doppelbelichtung wie übereinander gelegte Bilder auf reizvolle Weise. Da erscheint Kleines groß, Großes und Erhabenes heiter und verspielt und Graues heller und freundlicher mit dem Betrachten aus verschiedenen Blickwinkeln, erschaffen die Bilder eine neue, eigene Wirklichkeit, die für jeden anders aussieht.

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BilderAlbum: Neue Meer-Gedichte

18 Montag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Spätsommer

Das Seegras fängt Sonnenstrahlen
an der Zimmertür
der Vorhang wiegt windbeweht mit
Möwenrufe und Vogelgezwitscher
im Gezweig mit Wolkenfächer
aus einem Baum ragt die Kirchturmspitze
ein weißer Falter überbringt
einen Gruß von dir
hohe Stängel Minze und Rosmarin
duften im Hochbeet
Weinlaub klettert an der alten Mauer
ein Blütenblatt schaukelt halb lose
einen Augenblick später
liegt es im Gras wo immer noch
Gänseblümchen und bunte Winzlinge
unverdrossen blühen
als wollte der Sommer nie enden

LV
11.9.2023

 

Am Meer

Der Himmel geteilt
in federleicht und wolkenreich
verschmilzt mit dem Meer
das gluckst und tost
sanft gewellt
wie die Federn der Möwen

eine grauweiße liegt im Sand
seiden flaumig wie eine stille
Liebeserklärung
der Sand voll spitzer Füßchen
die Gefiederten kehren zurück
bringen Unbeschwertheit
und Leichtsinn mit

schenken mir Flügel
vom Himmel ein Stück

LV
12.9.2023

Ückeritz – Meer der Erinnerungen

Oben an der Steilküste
zwischen den hohen Buchenstämmen
scheint das Meer noch weiter
als läge es einem zu Füßen
der Blick vertraut scheinbar unverändert
als stehe die Zeit still auf lichtbefleckten Wegen

im nassen Sand liegen Seetangfäden
zeichenhaft schlängelnd entlang am Strand
dazwischen aufgereiht die Möwen
kleine weiße mit roten Füßchen graubraun
gesprenkelte und silberweiße mit gelbem Schnabel

streife mein Strandkleid vom ersten Urlaub ab
tauche ein ins Meer der Erinnerungen
Welle für Welle steigen sie auf und ab
tragen höher und tiefer
wiegen mich von Woge zu Woge
mit den Möwen schaukelnd
über die Wellenberge

ich bin verwoben mit diesem Ort
für immer
mit allen die ich liebe
und nicht mehr sind
meine schwarzfellig samtig gelbäugige
die mich tagelang freudig zeternd
zuhause zurückempfing

oben im Wäldchen an der Steilküste
zwischen den Brombeersträuchern
ziehen Spinnen ihre Fäden
weben ihre Netze
hangle nach den noch reichlich dunklen
vollmundigen Beeren wie reifer Rotwein

dahinter rauscht das Meer
kräuselt und raunt
am Saum die verrinnende Zeit

LV
15./16.9.2023

Spätsommertag

Eine Fliege summt
durch den Tag
Krähen rufen sich
heiser zwischen den Dächern

das gelbe Badehandtuch mit den
Brombeerflecken trocknet in der Sonne
sitze ich am Tisch barfuß im Gras
übersät mit funkelnden Regentropfendiamanten

mein Gesicht warm von den Strahlen
sehe den leeren Stuhl mit der geschwungenen
Herzlehne gegenüber
wer wird dort einmal sitzen
an einem Tag wie diesem
mit den Füßen im Gras

P.S.: Kaum geschrieben, kam Besuch von Carlos, einem prächtigen roten Kater von nebenan.

LV
15.9.2023

Glückskäfer

Als die Sonne gerade unterging
saß er plötzlich da
rot und schwarz gepunktet
im wallenden wolligen Seegrastopf
vor dem Ferienzimmer
zuerst mit ausgebreiteten durchsichtigen
Flügeln wie bereit zum Flug
vielleicht von der Hitze des Tages ermattet
schaukelte das kleine Krabbeltier
kopfüber an den langen Halmen
wie in einer Hängematte

ich konnte mein Glück kaum fassen
sah immer wieder nach
ob er noch da ist im Dunkeln
ja er schlief schon
am nächsten Tag war er fort

leer wiegten die Seegräser
sich weiter im Wind
letzte Nacht im Traum erschienen
viele Katzen alle hatten Namen
Fellwärme und Futter
eine ließ Ringe kreisen
jonglierte wie ein Artist
mit vergangenen Träumen

LV
16.9.2023

Stille Romanze

An der Promenade am Ostende`r Tor
gegenüber vom Strandhotel
unterm gelben Sonnenschirm
sitzt ein älteres Paar
sie im weißen Strandkorb mit der Nummer siebzehn
er neben ihr auf einem Stuhl
beide rühren in ihrem Milchkaffee
und essen frisch gebackene Waffeln
sie gibt ihm von ihren Kirschen
er ihr von seinem Vanilleeis
und schwelgen jeder still für sich
zusammen im Hochgenuss

LV
16.9.2023

Texte: Lilli Vostry
Fotos folgen noch

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Premiere „Peer Gynt“ nach Henrik Ibsen im Kleinen Haus

10 Sonntag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Theater

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Peer Gynt
eine Produktion der Bürger:Bühne mit Dresdner Jugendlichen auf einem Trip in den Sozialen Medien
nach Henrik Ibsen
in einer Fassung von Joanna Praml und Dorle Trachternach. Foto: Sebastian Hoppe

Internet als Bühne

Sie wollen alle nur das Eine: Peer Gynt sein. Die Hauptrolle spielen, alle Blicke und Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der Trollkönig, der im Internet regiert, erfüllt ihnen all ihre Wünsche. Sie können sein, wer immer sie sein wollen, sich ein neues Ich zulegen… Doch woran erkennt man Kopie und Original, wer und wie man wirklich ist?! Das erkunden zehn Dresdner Jugendliche auf einer witzig-fantasievollen Selbst-Suche zwischen virtueller Welt und echtem Leben in der Inszenierung Peer Gynt“ nach Henrik Ibsen (Regie: Joanna Praml), mit der am Donnerstagabend die neue Spielzeit im Staatsschauspiel Dresden eröffnete.

Text  (lv)Mehr Text zur Aufführung demnächst.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Wieder zu sehen am 28.9., 19.30 Uhr im Kleinen Haus.

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Neue Jahresausstellung „Aktfotokunst heute“ im Museum „aktfotoart“ im Kunstkeller Dresden

02 Samstag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Zwischenmenschliches

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„Erfreulich vielfältige fotografische Handschriften, doch unübersehbar der neue Trend weg vom Natürlichen, Körperlichen hin zu einer neuen Prüderie, die aus der westlichen Welt und den USA zu uns herüberschwappt“, sagt der Inhaber des aktfotoart-Museums und Fotokünstler Volkmar Fritzsche zur neuen Jahresausstellung im Kunstkeller.

Reizvolle Körperblicke und neuer Umgang mit Nacktheit

Ein facettenreiches Spiel mit Körperformen, Nacktheit, Verletzlichkeit und Individualität zeigt die 4. Jahresausstellung „Aktfotokunst heute“ mit Arbeiten von zwölf FotokünstlerInnen derzeit im Museum „aktfotoart“ im Kuntskeller Dresden.

Mehr hüllenlose Evas als Adams wie gewohnt, allein und zu zweit in freier Natur oder vor fantasievollen Kulissen fotografiert. Ein facettenreiches Spiel mit Körperformen, Nacktheit und Verletzlichkeit, aber auch unübersehbar weniger pure Sinnlichkeit als sonst zeigt die 4. Jahresausstellung „Aktfotokunst heute“, die Bilder von zwölf Fotokünstlerinnen und Fotokünstlern vereint zurzeit im Museum „aktfotoart“ im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15 in Dresden.

Unter ihnen acht neue, auch jüngere und studierte Fotografinnen aus ganz Deutschland und den Niederlanden stellen jeweils sechs Bilder ihrer Wahl aus. Alle im gleichen Format, Schwarz-Weiß-Aufnahmen ebenso wie farbige Aktbilder. Reizvoll sind die verschiedenen künstlerischen Positionen und Sichtweisen auf den menschlichen Körper, die sich sehr gewandelt haben. Nicht mehr nackte Tatsachen stehen im Vordergrund, sondern der Körper selbst wird zum Ausdrucksmittel und der Umgang mit Nacktheit in der heutigen Zeit thematisiert. Erfreulich vielfältige Blicke, Handschriften und neue fotografische Möglichkeiten der Darstellung sind das Besondere dieser Ausstellung.

Intensive, innige Momentaufnahmen von Paaren in der Natur zeigt Matthias Naumann aus Dresden, der zum ersten Mal im Kunstkeller ausstellt. Die Fotografien entstanden vor ca. fünf Jahren, das unter einem Baum sich umarmende Paar sei nicht mehr zusammen. Doch der Augenblick von Nähe in diesem Bild bleibt. Eine Frau umarmt sich alleine. Lust und pure Hingabe an die Natur spiegelt eine Aufnahme mit zwei nackten Evas, eine lehnt an einem weit wurzelnden Baumstamm, eine liegt davor auf dem Waldboden. Lichtvoll, schwebend leicht ein sitzender Frauenakt in einem Raum mit Pflanzentatoo auf der Haut ebenfalls von Naumann fotografiert.

Die holländische Fotokünstlerin Henriette van Gasteren (ehemals Lilith) zeigt eine Serie Körperfotografien, die skurril und beunruhigend zugleich wirken. Eine Frau hält den Kopf ins Waschbecken, eine andere steht auf dem Wannenrand, der Duschstrahl zielt in ihre Körpermitte, wie um etwas wegzuwaschen, zu bereinigen. Auf einem Foto kriecht sie auf allen vieren und schaut herausfordernd in den Spiegel. Ihre Selbstporträts zeigen subtil und ausdrucksstark seelische und körperliche Verletzungen und sexueller Missbrauch. Auffällig viele Rückenakte sind in der Ausstellung zu sehen. Fotografien mit formspielerischen Körperumrissen, wo der Körper wie ein Instrument oder Bank wirkt oder die Körperlinien miteinander verschmelzen, zeigt die in Dresden lebende ausgebildete Fotografin Anna Försterling.

Frauen, die vor und hinter bemalten Leinwänden agieren und mit Farbe auf der Haut hält in fotografisch reizvollen Kontrasten der in Delft lebende Industriedesigner und Fotograf Alexander Groenwege mit der Kamera fest. Frauen oberkörperfrei vor blättriger Kulisse, die mal auf einem Tisch allein und zu zweit liegen, mal an einem Stuhl lehnen und einander halten, hat der Leipziger Fotograf Tobias Schreiter in seinen spielerisch surrealen Szenarien mit Alltagsdingen festgehalten. Das Spiel mit Körperidealen, Individualität und Masse, auch Körpermasse, spiegeln die originellen Aufnahmen der Leipziger Fotografin Katja Heinemann. Aktmodelle vor wolkenreicher Landschaft, Felsen und in expressiv tänzerischer Bewegung zeigt Georg Knobloch aus Dresden mit seiner analogen Lichtbildnerei.

Im Kabinett sind außerdem Fotografien von Solvig Frey aus ihrer Serie „Nackte Kunstbetrachtung“. Sie ist dem Kunstkeller seit vielen Jahren verbunden mit eigenen Programmen, Fotoshootings vor und jetzt auch hinter der Kamera. Sie ist auch die Vorsitzende des im Mai gegründeten Vereins „Freundeskreis des Museums aktfotoart“ im Kunstkeller, der den Betreiber Volkmar Fritzsche in dem deutschlandweit einmaligen Museum unterstützt und sein Lebenswerk bewahren möchte. Der Verein hat bereits zwölf Mitglieder. Der Spielplan für die Veranstaltungen ab September im Kunstkeller steht bereits. Geplant sind auch Gesprächsrunden und Workshops zu zeitgenössischer Aktfotografie.

Von Volkmar Fritzsche (82) sind farbenfrohe digital-fotografische Szenografien im hinteren Raum zu sehen. Er sagt zur Ausstellung: „Die vielen unterschiedlichen fotografischen Handschriften sind toll. Die Fotografien spiegeln aber auch einen neuen Trend, weg vom Natürlichen, sich Ausziehen und Zeigen hin zu einer neuen Prüderie und andererseits ungezügelten Freizügigkeit in TV und Werbung, die aus der westlichen Welt und den USA immer mehr zu uns herüberschwappt. Viele Fotografen finden kaum noch Aktmodelle.“ Das Natürliche in der künstlerischen Aktfotografie gehe dadurch verloren, bedauert Fritzsche. „Wir hatten mit der FKK-Kultur schon immer einen freieren Umgang mit Körperlichkeit und Nacktheit im Osten Deutschlands.“ Solange er gesund ist, will er das aktfotoart-Museum weiterführen. Die Ausstellung „Aktfotokunst heute“ ist bis Sommer nächsten Jahres zu sehen.

Text + Fotos (lv)

http://www.kunstkeller-dresden.de

Geöffnet: Mo 11 – 18 Uhr, Di 15 – 21 Uhr, Do 15 – 18 Uhr, Sa 11 – 15 Uhr. An Feiertagen geschlossen.


Paare und Frauenakte in freier Natur zeigt Fotograf Matthias Naumann aus Dresden.


Skurril, beunruhigend und berührend: die Körperbilder, Selbstporträts der holländischen Fotokünstlerin Henriette van Gasteren zeigen subtil seelische und körperliche Verletzungen.

Spiel mit Alltagsobjekten &  Körperausdruck. Schweben, Halten, Fallenlassen, Anlehnen, Gehalten werden, Suche nach Balance… Sinnlich assoziative Körperbilder von Tobias Schreiter aus Leipzig.

Zusammenspiel von Bildender Kunst & Fotografie in Aktfotografien von Alexander Groenwege aus den Niederlanden.

Tänzerische, expressive Bewegungen, die an Gret Palucca erinnern und hüllenlose Damen in der Landschaft zeigt Georg Knobloch aus Dresden mit seiner analogen Lichtbildnerei.

Farbenfrohe & fantasievolle digital-fotografische Szenografien, die neue aktfotografische Bildräume eröffnen, stellt Volkmar Fritzsche aus. Immer wieder auf`s Neue überraschend und experimentierfreudig.

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Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große im Hofküchengebäude am Fasanenschößchen Moritzburg

01 Freitag Sept 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Tafelfreuden mit vielen Facetten

Die Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große spiegelt eindrucksvoll und vieldeutig die Verbundenheit zwischen Mensch, Tier und Natur im Hofküchengebäude am Fasanenschlößchen Moritzburg.

Essensduft steigt am Eingang des Hofküchengebäudes verlockend in die Nase. Im Restaurant werden die Tische eingedeckt. Oben am Treppenaufgang ist das Bildnis einer Frau zu sehen. Ihr Blick versunken, der  Körper weiß, fast durchsichtig, von feinfaserigem Gewebe überzogen. Im Yogasitz, die Arme vor der Mitte verschränkt, hält sie zwei Totenkopfäffchen. Eins liegt zu ihren Füßen mit einer Kugel, das andere greift nach ihr. „Fürsorge (Affenwiege)“ heißt das ovale Ölbild in ockerbraunem Rahmen. Es führt hinein in die Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große im Hofküchengebäude am Fasanenschlößchen in Moritzburg.

Dort zeigt sie derzeit Malerei, Grafik und Plastik aus den letzten zehn Jahren. Darunter große Holzdruckstöcke mit figürlichen und pflanzlichen Motiven, die wie ein Wandbild wirken. Zwei Meter fünfzig mal fünf Meter groß, ist es ein Blickfang in der Ausstellung, dem man buchstäblich nachgehen und näherkommen kann im hinteren Raum. Dort können die Besucher auch Filme zu den Restauierungsarbeiten der historischen Ausstellungsstücke wie kostbare Ledertapeten im Schloss Moritzburg sehen. In einer Vitrine steht die Bronzeplastik einer Raubkatze, unter deren Hinterläufen ein Mensch kauert. In der Schwebe gehalten, ob „Schutzsuche oder Bedrohung“, so der Bildtitel. Eine „Schöne im Natterkleid“ ist in Messingbronze patiniert zu sehen. Eine Mücke aus hellem Keramik ans Kreuz genagelt. „Täter-Opfer-Ausgleich“, kommentiert Catrin Große das lakonisch. Mal der Mensch, mal das Tier nehmen diese Rolle ein in den Arbeiten. „Ich möchte die Betrachter einladen, sich auf einen Perspektivenwechsel einzulassen. Die Sicht der `Krone der Schöpfung` auf Festessen und Genuss einerseits und die Schlachtviehperspektive“, sagt Catrin Große. Dabei auch ein Augenzwinkern zu zulassen, um sich zu laben.

Der altdeutsche Begriff Labsal bedeutet Erfrischung, Erquickung, Genuss, Wohltat. Speisen und Getränke oder auch ein kühler, schattiger Platz und auch Worte können ein Labsal für die Seele sein. Es meint auch Segen und Linderung. Die Tafelfreuden haben aber auch eine Kehrseite. Für den einen ist Labsal Genuss, für andere der Tod, so Catrin Große. Der Ausstellungstitel sei ein Spiel mit der Nahrungskette und nehme Bezug auf die Funktion des Hofküchengebäudes. Ein „Octopus – leicht zuzubereiten und gesund“ mit langen Perlenarmen aus Keramik liegt in einer Vitrine. Ob man ihn als Kunstobjekt anders sieht, nicht nur als Nahrungsmittel, fragt sie sich. „Die Anmut von solch einem Tier reizt schon, mit der Abstraktion zu spielen“, sagt die Künstlerin. Begehren, Verzehren, Genießen hat viele Facetten. Davon erzählt die Ausstellung von Catrin Große eindrucksvoll, vieldeutig, witzig-ironisch und feinfühlig zum Nachdenken anregend. Auf einem Totempfahl aus Messingbronze, der auf Hühnerfüßen steht, schwebt eine weibliche Figur „Schwere los“.

Aus einer Vitrine blickt dem Besucher „Schlachtreife lächelnd“ mit einem Beil im Rücken entgegen, daneben steht ein „Hängebauch-Mastschwein“ ergeben auf den Hinterpfoten mit einem Messer im Kopf auf einem Spiegelpodest. Darin spiegeln sich archaische Kämpfer von einem Wandbild. Darunter sitzt ein kleiner, lächelnder Buddha. Die zwei Schweine-Keramikobjekte provozieren. „Mir geht es darum, dass man bedenkt, was mit den Tieren passiert, vom abstrakten Fleischessen wegkommt und wieder das Ganze sieht“, so Catrin Große. Sie ist auf dem Land in Doberlug-Kirchhain großgeworden. Ihre Eltern besaßen Hühner und mit zehn Jahren hat sie selbst die ersten geschlachtet. „Mir war klar, dass das ein Opfer war. Das war dann aber auch ein Festessen.“  Neben den Plastiken zeigt sie Grafiken im von ihr entwickelten Ambossdruck, eingefärbten Prägedrucken mit figürlichen, ornamentalen und pflanzlichen Formen.

„Das Florale, Verweben als ein Sinnbild des Lebens an sich, die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur, aber auch die Entfremdung von den Ursprüngen finde ich im Werk von Catrin Große besonders stark“, sagt Margitta Hense, Kuratorin der Ausstellungen im Schloss Moritzburg und Fasanenschlößchen. Sie kennt ihr Werk bereits seit den 90er Jahren, als Catrin Große mit einem Stipendium im Schloss Moritzburg künstlerisch arbeitete. Sie wurde 1964 in Finsterwalde geboren, hat Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule und am Royal College of Art London studiert und arbeitet seit 1995 als freischaffende Künstlerin in Dresden und Doberlug-Kirchhain. Sie hat zwei Kinder. In der Ausstellung zegt sie unter dem Motto: „Allein unter Flaschen: Parteitag scheinheiliger Geister“ auch eine Flaschensammlung mit illustrem Innenleben. Ein erfrischendes Labsal ist außerdem ihre Plastik „Wasserträgerin“.  Die Ausstellung „Labsal“ von Catrin Große ist noch bis 1. November im Hofküchengebäude zu sehen.

Text (lv)
Fotos: Catrin Große

Öffnungszeiten: täglich von 10.30 bis 16 Uhr

Weitere Infos unter http://www.schloss-moritzburg.de
„Schutzsuche oder Bedrohung“ & „Schlangenfrau“: die Künstlerin Catrin Große vor einer Vitrine mit ihren Arbeiten in der Ausstellung in Moritzburg.
„Fürsorge“ & „Schlachtreife lächelnd“

Verbundenheit zwischen Mensch und Tier: die Plastiken „Teenager“ & „Schwere – los“ von Catrin Große gefallen mir besonders.

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Erinnerung an 210 Jahre Schlacht bei Dresden: Moreautag im Schloss Nöthnitz

26 Samstag Aug 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

≈ 4 Kommentare


Geschichtsträchtiger Ort: Heiko Brunner als französischer Grenadier und Schlossherr Jan Horsky mit einem Bildnis von Jean-Victor Moreau erinnern an den General, der in Dresden mit einem Heer alliierter Truppen gegen Napoleon im August 1813 kämpfte und schwer verwundet wurde. Heute, am 26.8., 17.30 Uhr wird eine Gedenktafel im Schloss Nöthnitz in der Gemeinde Bannewitz enthüllt.

Historisches Feldlager im Schlosshof Nöthnitz

Mit einem vielfältigen Programm für klein und groß erinnert der Moreautag am 26. August an das Ereignis 210 Jahre Schlacht bei Dresden.

Der Schlossturm mit der Uhr strahlt hell in der Abendsonne. In weißer Leinenjacke und Hose steht ein Mann auf dem Schlosshof. Er zieht eine blaurote Uniformjacke mit Schulterstücken und Bronzeknöpfen an und setzt den Schakko, einen hohen Helm auf. Er holt ein Vorderladergewehr, eine Nachbildung und historische Flaggen verschiedener Nationen, eine davon mit bronzenem Adlerkopf, aus dem Auto. Mit ernster Miene stellt sich Heiko Brunner als französischer Grenadier zusammen mit Jan Horsky, dem Eigentümer von Schloss Nöthnitz vor den Eingang. Der hält eine schwarze Plakette mit dem Bildnis von General Jean-Victor Moreau (1763-1813) in der Hand. Eine Gedenktafel für ihn wird am kommenden Sonnabend feierlich am Schlossgebäude enthüllt.

„Wir möchten, dass Schloss Nöthnitz in der Öffentlichkeit als geschichtsträchtiger Ort wahrgenommen wird, an dem sich denkwürdige Ereignisse abgespielt haben, die Einfluss auf die gesamteuropäische Geschichte hatten“, sagt Jan Horsky. „Es ist auch ein authentischer Ort. Die Steine, über die wir laufen sind dieselben, die Moreau abgelaufen ist. Die Besucher gehen die Wendeltreppe im Schloss hoch mit derselben Verkleidung mit niederländischen Fliesen, die Moreau und der russische Zar Alexander I. gesehen haben.“

Auf Initiative von Jan Horsky findet rings um das Schloss Nöthnitz in der Gemeinde Bannewitz ein Moreautag am 26. August statt, um an das Ereignis 210 Jahre Schlacht bei Dresden am 26. und 27. August 1813 zu erinnern. Moreau war ein französischer Revolutions-General, der nach einem Komplott gegen ihn verbannt und zum Gegner von Napoleon wurde. Als Generaladjutant des russischen Zaren Alexander I. kämpfte Moreau gegen Napoleon. Den Oberbefehl über die Verbündeten, Österreicher, Preußen und Russen, lehnte er jedoch ab und befürwortete auch nicht den Angriff auf Dresden. Während eines Gesprächs mit Alexander auf der Räcknitzhöhe wurde Moreau von einer Kanonenkugel schwer verwundet am 27. August 1813. Beide Beine mussten ihm danach amputiert werden vom Leibarzt des Zaren, dem Schotten James Wylie. Während der Operation soll Moreau Zigarren geraucht haben, erzählt Horsky. Nachdem er noch über das Gebirge nach Böhmen gebracht wurde, starb Moreau dort wenige Tage später mit 50 Jahren an den Folgen seiner Kriegsverletzung.

Schloss Nöthnitz war damals das Quartier des Zaren mitsamt seinem Gefolge. In dem Raum, wo Moreau operiert wurde, in der ersten Etage ist bereits ein Moreau-Zimmer eingerichtet. Horsky betrachtet den Moreautag auch „als Hommage an Christian Girbig, ein Herr aus Dresden, 82 Jahre, der sich für die Sanierung des Moreau-Denkmals an der Räcknitzhöhe einsetzte, mir seine Erfahrungen nahegebracht hat und sein Wissen weitergibt.“ Seit einem Jahr bereitet Jan Horsky den Gedenktag vor und wird diesen gemeinsam mit Sponsoren und vielen ehrenamtlichen Helfern gestalten. In Erinnerung an die Schlacht wird ein historisches Feldlager im Schlosshof aufgebaut, vor dem Soldaten und Marketenderinnen umhergehen. Außerdem gibt es einen Tisch mit Büchern, Drucken und Grafiken aus der Zeit der Napoleonschen Befreiungskriege. Im Programm steht ein Spaziergang durch Altkaitz, das damals auch niedergebrannt wurde, mit dem dortigen Geschichtsverein.

Im Schloss Nöthnitz können die Besucher Vorträge über die Schlacht bei Dresden und Moreau hören und für Kinder wird ein Spaziergang „Auf der Suche nach dem Schatz des General Moreau“ angeboten nebst Schminktisch und Ausmalbögen. Für Speis und Trank wird gesorgt. Die zeitgenössische musikalische Umrahmung übernimmt das „Quintetto Soffio“ ganztags im Schlosshof. Zum Ausklang gibt es ein Konzert mit Yossi Arnheim und Musikern vom Israelic Philharmonic Orchestra. „Wir möchten mit dem Programm am Moreautag jung und alt ansprechen, vor allem aus der Gemeinde Bannewitz und der Dresdner Südvorstadt“, so Horsky. „Die Gedenktafel für Moreau soll auch ein Mahnmal gegen den Krieg insgesamt sein und an die Tausenden Toten der Schlacht in Dresden und Umgebung erinnern“, so der 27-Jährige.

„Viele wissen heute nichts mehr von diesem Ereignis. Wir erzählen es, um die Leute aufzurütteln und erinnern an die Grausamkeiten von damals“, sagt Heiko Brunner. Die Uniform trage er nicht weil er sie toll finde, sondern das Gegenteil sei der Fall. „Wir versetzen uns in die Historie und stellen Szenen damaliger Ereignisse nach.“ Heiko Brunner arbeitet seit 13 Jahren als Energieberater für den Mittelstand und ist eit 30 Jahren Hobbyhistoriker. Seit anderthalb Jahren ist er Mitglied im Verein Torhaus in Markleeberg 1813 e.V. Brunner hat ganze Bücherregale zu den Napoleonischen Befreiungskriegen zu Hause und sogar eine Kanonenkugel, eine zwölf Pfünder, 6,5 Kilo schwer, von der Schlacht bei Dresden. „Eine solche Kugel hat zehn bis fünfzehn Menschen auf einen Schlag getötet“, weiß Brunner. Die alte Kanonenkugel wurde bei Ausgrabungsarbeiten in einer Gartensparte in Dresden vor mehr als 30 Jahren gefunden. Brunner bekam sie von seinem Gartennachbar. Jan Horsky hat 2012 mit 16 Jahren das Schloss Nöthnitz von seinem Vater geerbt. Das Treppenhaus im Schloss wird gerade gestrichen aus eigenen Mitteln, so Horsky. Er lebt in Prag und ist dort mit einem Unternehmen in der Immobilienverwaltung tätig. Ein Café und ein Veranstaltungssaal sollen bald das Schloss Nöthnitz kulturell weiter beleben. Außerdem stehen Büroräume in der zweiten Etage zur Vermietung. Der 2019 gegründete Förderverein „Freunde Schloss Nöthnitz“ organisiert vier Konzerte mit Klassik im Jahr. Nun wird sich ein Parkverein am Schloss Nöthnitz am 23. August gründen, der sich der Pflege des wunderschönen alten Baumbestandes annimmt.

Text + Fotos (lv)

Programm (witterungsabhängig)
Moreautag im Schloss Nöthnitz

– Tag: 26.8.
– Ort: Schloss Nöthnitz, Am Schloss 2, Bannewitz/Schlosshof
– Veranstaltungen:

10 Uhr, Spaziergang geführt vom Geschichtsverein Kaitz e.V.
“Auf den Spuren General Moreaus“, Treffpunkt auf der Tränenwiese (Kreuzung Altkaitz und Possendorfer Str.);

ab 11 Uhr, ganztägig im Schlosshof:
historisches Feldlager mit Soldaten, zeitgenössische Musik mit dem „Quintetto Soffio“, Bücherstand und Programm für Kinder.

– Im Schloss, 1. Etage:
13 Uhr, Vortrag „Schlacht bei Dresden 1813“ mit Manfred Buder vom Arbeitskreis Sächsische Militärgeschichte;
14.30 Uhr, Vortrag „Jean-Victor Moreau“ mit Christian Girbig, Hobbyhistoriker;
16 Uhr, Vortrag „Le Temple de la Gloire – ein Denkmal für Moreau in Paris“ mit Jan Horsky, Schlosseigentümer;
17.30 Uhr, Feierliche Enthüllung einer Gedenktafel für General Moreau im Schlosshof;

19 Uhr, Abendkonzert mit zeitgenössischer Musik aus der napoleonischen Ära,  mit Yossi Arnheim (Israelic Philharmonic Orchestra), Flöte und Kollegen, Moderation: Kerstin Doelle.
– am Abend Gemütlichkeit am Lagerfeuerr.
– der Eintritt zum Moreautag ist frei.
– Parkmöglichkeiten: Winckelmannstraße

– Mehr Infos unter www.freunde-schloss-noethnitz.d

Eindrücke vom Moreautag

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BilderAlbum: Neue Lyrik vom Meer & mehr

08 Dienstag Aug 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Poesie

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Möwenfüttern

Eine große weißgraue Möwe
mit gelbem Schnabel
ohne Gabel
stand auf einem Steinsockel
hinter ihr das Meer
als schöne Kulisse
vor ihr eine lange Warteschlange
vor der Fischhütte
ihr war nicht bange
dass für sie etwas abfiele
geduldig stand die Möwe
und wartete mit

sie schlugen sich die Bäuche voll
doch gaben nichts her
sahen die Möwe belustigt
als Fotoojekt
nicht mehr

meine Matjeshappen fing sie
gekonnt wie ein Akrobat in der Luft
die Bedienung schritt ein
verwies auf ein Schild
dass sie selbst nicht verstand
der Sprache nicht mächtig
dort stand dass die Gäste
auf ihr Essen achten sollen
doch kein Wort von Möwenfüttern
verboten

die Fischhütte selbst lockt
die Möwen an mit ihrem Geruch
im Souvenirgeschäft weiter vorn
stehen künstliche Möwen bemalt
aus Holz und Kunststoff
beliebte Mitbringsel vom Meer
die lebendigen Meervögel lästig
ähnlich wie die Tauben

Möwen gehören zum Meer
wie der Fisch
geben sie ihm die Würze
viele Schiffe fahren am Horizont
die Sonne geht unter
im Möwengekicher

LV
9.7.2023

Morgen Gewitter

Heute morgen keine Möwenrufe
dafür Donnergeheul
als bräche der Himmel entzwei
davon aufgewacht
aus dunklem Traum
in dem bebte schwankte
ein Raum
sah Trümmer
und suchte mich

draußen hinter dem Fenstervorhang
strömte der Regen
tröstlich
erschütternde Stille
danach flehend klägliche Laute
in der Luft

der Seewind tobte sich weiter aus
gestern schon das Meer aufgewühlt
die hohen Wipfel der Kiefern wankten
hin und her
wie auf schwankenden Schiffsplanken
die Möwen konnten ihr Futter
kaum fangen

gegen Mittag schien die Sonne wieder
der Wind trieb eine grau schwere
Wolkenherde vor sich her
die zerstob nach und nach
in alle Himmelsrichtungen
das Meer wogte bernsteinfarben
in der Tiefe

der Himmel golden
zwischen den Kiefern
ging noch ein warmer leichter
Sommerregen nieder

LV
12.7.2023

Texte + Fotos (lv)

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Ausstellung „Ein Vogel bin ich ohne Flügel“ von Roger Loewig im Stadtarchiv Dresden

08 Dienstag Aug 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart

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Zeichnung von Roger Loewig, 1970: „Im Flämingland auf meinem Hügel bin ich die alte Mühle ohne Wind.“

Poetische Bilderreise auf der Suche nach Heimat

Eine Ausstellung mit Arbeiten von Roger Loewig (1930 – 1997) mit dem Titel „Ein Vogel bin ich ohne Flügel“ eröffnet am 14. August, 19 Uhr im Stadtarchiv Dresden.

Roger Loewigs Bilder und Texte über Krieg, Flucht, Vertreibung und Unfreiheit machen ihn zu einem der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit. Kaum ein anderer hat die unmittelbar erlebten Folgen des »Dritten Reiches« und des Zweiten Weltkrieges einschließlich der deutschen Teilung so wie er mit wachem, jede Künstlereitelkeit ausschließenden Gewissen zum alleinigen Gegenstand seines Schaffens gemacht.

Roger Loewig wurde am 5. September 1930 im schlesischen Striegau geboren. Von 1951 bis 1953 durchlief er in Ostberlin eine Lehrerausbildung. Neben einer zehnjährigen Tätigkeit als Lehrer für Russisch, Deutsch und Geschichte widmete sich Loewig intensiv dem Malen, Zeichnen und Schreiben. 1963 wurde er nach einer privat organisierten Ausstellung in der DDR verhaftet. Der Vorwurf lautete „staatsgefährdende Hetze“. Ein Großteil seiner Bilder und literarischen Texte wurden beschlagnahmt. Nach fast einjähriger Untersuchungshaft wurde Roger Loewig in einem Prozess, der durch Zahlungen der Bundesrepublik und unter Einschaltung der Evangelischen Kirche beeinflusst wurde, zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Roger Loewig verlor daraufhin seine Stellung als Lehrer und machte nun die bildende Kunst zu seinem Hauptberuf. Die DDR zu verlassen, konnte er sich nicht entschließen. Dennoch empfand er den auf ihm lastenden Druck der politischen Verhältnisse mit der Zeit als unerträglich. 1972 reiste er schließlich in die Bundesrepublik Deutschland aus und lebte fortan in West-Berlin.

Über hundert Einzelausstellungen im In- und Ausland sowie zahlreiche Veröffentlichungen machten das Gesamtwerk einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Bereits von schwerer Krankheit gezeichnet, erhielt er 1997 für sein Werk das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.  Kurz danach, am 4. November 1997, starb Roger Loewig in seiner Atelierwohnung im Märkischen Viertel.

Die Ausstellung im Stadtarchiv zeigt eine Auswahl des bildkünstlerischen Werkes von Roger Loewig, die der Sammlung des lebenden Freundes und Weggefährten Wolfgang Woizick angehören.

Öffnungszeiten:
Montag/Mittwoch von 9 bis 16 Uhr
Dienstag/Donnerstag von 9 bis 17 Uhr
Freitag von 9 bis 12 Uhr

Ausstellungszeitraum: 15. August bis 22. September 2023

Der Eintritt ist kostenfrei.

Text + Bild:

Stadtarchiv
Landeshauptstadt Dresden
Geschäftsbereich Kultur und Tourismus | Stadtarchiv

Telefon 0351-4881515 | stadtarchiv@dresden.de
Elisabeth-Boer-Straße 1, 01099 Dresden | Postfach 120020, 01001 Dresden
stadtarchiv@dresden.de | www.dresden.de | www.facebook.de/stadt.dresden

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Songs, Gedichte & Geschichten beim Palaissommer

08 Dienstag Aug 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Poetisches Sommervergnügen

Songs, Gedichte und Geschichten gibt es beim diesjährigen Palaissommer am Freitag, den 11. August, 20 Uhr im Ostra-Dome (Zur Messe 9a, Dresden).

Große Wiese. Coole Bühne. Gastronomie. Wasserfläche. Büchertisch.

Görda (Konzert) / Manuela Bibrach / Verica Trickovic / Marcel Beyer (Lesung) Volker Sielaff (Moderation)

Weil sich zu den Gedichten nun auch Geschichten und Songs hinzu gesellen, heißt das kultige Format jetzt ‚Songs, Gedichte & Geschichten‘. Es wird ein so kurzweiliger Abend, wie das Publikum ihn seit Jahren gewohnt ist. Ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung, Performance und wunderbarer Musik, bei dem namhafte Dichter, ein Romancier und ein berauschendes Songwriterinnen-Duo dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörern ihre Lieder und Texte vorstellen.

Ein Novum beim diesjährigen Abend von „Songs, Gedichte und Geschichten“: Am Schluss des Abends wird jeder Autor gemeinsam mit Görda zu deren Musik noch ein Gedicht performen („Music meets Poetry“). Man darf gespannt sein!
Görda: Das female Duo aus Leipzig, verwebt in einer multi-instrumentalen Live Performance Vocals, E- Bass, Querflöte, Synthesizer, Cello und Beats zu vielschichtigen Klangteppichen. Görda ist eine schillernde Kreuzung aus Alternative Pop und Experimental Songwriter, durch die immer wieder der Jazz Background blitzt. Kraftvoll, poetisch und gewitzt erzählen ihre Geschichten von Alltag und Utopie, Tagtraum und Ekstase. Das Duo schafft einen Raum, der inspiriert und verbindet

Manuela Bibrach, 1971 in Dresden geboren, absolvierte eine Ausbildung als Diplom-Ingenieurin (FH) für Landschaftsnutzung und Naturschutz (Verteifung: Umweltbildung und – psychologie). Neben einer Tätigkeit als Umweltpädagogin arbeitete sie als Verkäuferin, PR-Referentin und Auftragstexterin. Sie lebt in der Oberlausitz. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, u.a. „Der Maulkorb“, „Am Erker“, „Ort der Augen“, „Ostragehege“ und der Anthologie „Weltbetrachter“ (Poetenladen Verlag). Ihr erster Lyrikband ist in Vorbereitung. Preise u.a.: Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen in Breslau, 3. Preisträgerin des Feldkircher Lyrikpreises, nominiert zum Lyrikpreis München und 1. Preisträgerin des 14. Irseer Pegasus.

Verica Tričković, geboren 1961 in Nerav, Mazedonien, ist Dichterin, Herausgeberin und Übersetzerin. Sie wanderte nach dem Abitur nach Serbien aus und emigrierte 1999 während der Luftangriffe der NATO in Serbien mit ihren zwei Kindern nach Deutschland, wo sie in Isernhagen bei Hannover lebt. Zuerst auf serbisch erschienen sind ihre Gedichtbände Tražim deo neba, 2001, und Lokvanj i pelen, 2007. Nach den Gedichtbänden Als rettete mich das Wort, 2011, und Im Steinwald, 2016, beide zweisprachig serbisch-deutsch im Leipziger Literaturverlag erschienen, schreibt sie ausschließlich auf deutsch. 2022 erschien im gutleut Verlag Frankfurt a. M. ihr Gedichtband um | schrift. Seit 2014 zahlreiche Übersetzungen deutschsprachiger Gegenwartslyrik. 2022 wurde Tričković mit einem Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds für die Übersetzung von Anja Utlers Gedichtband münden – entzüngeln ausgezeichnet, 2023 mit einem Stipendium des Deutschen Übersetzerfonds für die Übersetzung von Kerstin Preiwuß Gedichtband Rede.

Marcel Beyer, geboren am 23. November 1965 in Tailfingen/Württemberg, wuchs in Kiel und Neuss auf. Er studierte von 1987 bis 1991 Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen. Bis 1996 lebte Marcel Beyer in Köln, seitdem ist er in Dresden ansässig. Beyer, der zunächst stark beeinflusst war von Friederike Mayröcker und den Autoren des französischen Nouveau Roman, ist Verfasser von Lyrik, Essays und Romanen, die sich immer wieder mit der deutschen Geschichte – insbesondere mit der Zeit des Nationalsozialismus – auseinandersetzen. 2016 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. In der Begründung erklärt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung: „Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich. So ist während dreier Jahrzehnte ein unverwechselbares Werk entstanden, das die Welt zugleich wundersam bekannt und irisierend neu erscheinen lässt.“

Programmpartner: Loose Notes | Literaturforum Dresden e.V.
EINTRITT FREI!

Anfahrt: PKW (PKW-Parkplätze direkt am Festivalgelände), Straßenbahn (Anfahrt Straßenbahn: Linie 10) oder Fahrrad.

Mit den besten Empfehlungen

Jörg Scholz-Nollau

—
Unsere Ladenöffnungszeiten:

Montag bis Freitag
10 – 13 Uhr und 15 – 19 Uhr
Samstag 10 – 14 Uhr

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01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
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Skulpturen-Ausstellung von Matthias Jackisch im Schlosspark Freital-Burgk

07 Montag Aug 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Reizvolles Stein-Geflüster

Eine Steindame mit Hündchen und neuem Kopf und viele andere  wundersame und geheimnisvolle Skulpturen des Tharandter Künstlers Matthias Jackisch können die Besucher derzeit im Schlosspark Freital-Burgk entdecken.

Eine Vielzahl an Steinwesen überraschen, erstaunen und beleben derzeit den Schlosspark Freital-Burgk. Kleine und große Figuren, allein und zu zweit, fein oder rissig und verwittert ihr Aussehen, erheben sich auf Stelen oder stehen im Gras und unter Bäumen, sichtbar oder halb verborgen in Mauern und Nischen. Der Besucher entdeckt sie beim Spaziergang durch den Park in der Skulpturenausstellung mit dem Titel „Die Dame mit dem Hündchen – kopflos“ von Matthias Jackisch.

Letzten Sommer war erstmals Kunst im Schlosspark Burgk zu sehen. Nach den begehbaren Metallskulpturen von Steffen Petrenz wird das erfolgreiche Debüt nun fortgesetzt mit den Steinskulpturen des in Tharandt lebenden Künstlers Matthias Jackisch. „Er ist es gewohnt, seine Skulpturen direkt mit der Umgebung interagieren zu lassen. Sie gehen auf das Vorgefundene ein, spielen mit ihrem Umfeld, interpretieren es vielleicht ganz neu“, sagt Kristin Gäbler, die Leiterin der Städtischen Sammlungen Freital im Schloss Burgk. Die Kunstwerke fügen sich harmonisch ein in die Gartenlandschaft und Architektur und verwandeln sie zugleich. Sie wecken Neugier und regen die Fantasie an, laden zum Anschauen, Verweilen und stiller Zwiesprache mit dem Gesehenen ein.

Wie die Titelfigur der Ausstellung, die rätselhafte, kopflose Dame im edlen Kleid mit ihrem Hündchen, die aus dunklem Stein aus einer Steinmauer hervor wächst, nahe am Besucherbergwerk im unteren Teil des Parks. Matthias Jackisch hat ihr einen Kopf mit Haube aus hellem Stein aufgesetzt für die Zeit der Ausstellung. Mit versonnenem Blick. Die Skulptur vervollständigte er angeregt von der bekannten Erzählung „Die Dame mit dem Hündchen“ von Anton Tschechow. Ein Stück weiter steht auf einer Anhöhe eine große, erhabene Sandsteinfigur, „Moira“, die Schicksalsgöttin, entstanden 2021. Zwischen Bäumen ruht die „Große Liegende“ in einer steinernen Pferdetränke, die ehemals im Schlosshof stand. Am Bach sitzen kleine, zauberhafte Figuren. Vor dem Wiesenhügel ragt ein Relief mit zwei Rubensdamen aus Stein und daneben liegt ein „gefallener Engel“ kopfüber zwischen gelben Wiesenblumen.

Umgeben von Rhododendronbüschen haben sich zu den barocken Sandsteinfiguren, mit Buch, Kugel oder Sternrohr in der Hand, die reizvoll geheimnisvollen Steinwesen von Jackisch gesellt. Sie sind oft aus sprödem, spurenreichem Stein hervorgeholt, mal konkret und mal abstrahiert schemenhaft die Gesichter, von fragiler, traumhaft entrückter, wunderlicher und anrührender Gestalt. Manchmal haben die Skulpturen geschwungene, gedrehte und abstehende Formen wie aus einem Stamm gewachsen und ähneln Flügeln. Licht und Schatten, Blätterrauschen und Pflanzen umspielen die Steinfiguren und lassen sie immer wieder anders erscheinen. Auf der Schlossrückseite am Baldachin stehen auf Sockeln zwei grazile Sandsteinfiguren von Jackisch, eine männliche und weibliche, als stünden sie schon immer dort.

Nah bei ihnen auf der Wiese trifft man eine kleine sandfarbene  Figur mit Kappe, der gewölbte Körper von verdorrtem Moosgeflecht überzogen. Sie wirkt wie eine Erdmutter und man möchte sie am liebsten aus der Sonne unter einen der schattigen, hohen alten Bäume stellen. Vor einer offenen Baumgruppe neben der Metallglocke hockt eine Figur sinnend. Gleich daneben ein Flötenspieler auf  der Wiese, dem jeder still für sich lauschen kann. Unten am Teich mit hohem Schilf steht eine große metallene Frauenfigur, die einen bärtigen Kopf an ihrem Körper hält, Salome oder Undine vielleicht. In der Sonne glänzen die keramischen Relieftafeln in einer Marienandachtssäule im Schlosspark, deren Nischen Jackisch mit Bildern füllte. Darunter ein Rabe, sein Lieblingstier. Zur Ausstellung ist ein Begleitheft mit Bildern und Titeln der Skulpturen, Lageplan und Wissenswertem zur Historie von Schloss Burgk und dem Schaffen des Künstlers erschienen. Dieses ist kostenfrei an der Museumskasse erhältlich. Die Skulpturen von Matthias Jackisch sind noch bis 10. März 2024 im Schlosspark Burgk zu sehen, der immer geöffnet hat.

Text + Fotos (lv)

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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