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22 Donnerstag Jul 2021
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart



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22 Donnerstag Jul 2021
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart

Titelbild von Erika Richter: Erosion VI (Bloßstockwand) 2021, Öl auf Leinwand und Jonas Engelhardt, ohne Titel, Digitaler Prototyp, 2021
Wir sind umgeben von Strukturen, von Gesetzmäßigkeiten und Kompositionen inmitten der scheinbaren Entropie der Welt. Langjährige Beobachtung und Erforschung ermöglichen es manchen von uns, die Regeln, nach denen unsere Umwelt aufgebaut ist, zu durchschauen und wiederum andere vermögen es auch, diese Gefüge aufzuschlüsseln, zu dekonstruieren und darzustellen, auf das sie auch uns Einblick und Verständnis gewähren können.
«CODES OF NATURE» ist der Titel der diesjährigen Ausstellung, in der Erika Richter und Jonas Engelhardt, in unterschiedlichen Medien und Techniken erforschen, wie sich Strukturen auflösen, umordnen und zu neuen Gefügen aufbauen lassen.
Erika Richter, geboren 1994 in Dresden, schloss 2020 ihr Diplom an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ab und studiert seitdem als Meisterschülerin von Professor Macketanz. In ihren Arbeiten untersucht sie Aufbau und Gesetzmäßigkeiten von Gestein und öffnet den Blick für die künstlerischen Formen im Alltäglichen.
Jonas Engelhardt wurde 1990 in Dormagen geboren und studiert bei Professor Kerbach und Professor Honert an der HfBK. Seit seinem Diplom 2020 ist er Meisterschüler von Professor Honert. Seine Arbeiten in variierenden Medien reichen von provokativ-humoristischen Darstellungen des Menschen zu aufwändigen Soundinstallationen und 3D-gedruckten Plastiken.
Seit drei Jahren kooperiert der Kunstverein Meißen mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und lädt MeisterschülerInnen ein, ihre Werke zu präsentieren.
Text + Foto: Matthias Lehmann
20 Dienstag Jul 2021


Den Fährten der Tiere folgen… Und wie sie uns Menschen sehen, erfährt man neugierig, staunend, gerührt und erschüttert in der Open-Air-Inszenierung „Gefährten“ im Ostragehege. Fotos: Sebastian Hoppe
Wie fühlt es sich an Tiere zu haben? Was ist artgerechte Haltung? Bleibt der Mensch oder die Tiere und Natur als letztes zurück oder schafft er sich am Ende selber ab, nachdem er alles andere ausgerottet hat?! Spannende Fragen, die sich die Akteure der Aufführung „Gefährten“ zu Beginn stellen. Die Besucher lauschen ihnen mit Kopfhörern im Garten der Börse Dresden im Messegelände, auf der Wiese sitzend zur Einstimmung. Die Antworten darauf sind so unterschiedlich und konträr, dass bald eine lebhafte Diskussion zwischen den Akteuren entsteht, die das Heikle und die Tragweite des Themas schon deutlich vor Augen führen.
„Wir haben die Freiheit in uns“, sagt eine Akteurin. „Die Tiere begleiten mich oder ich begleite die Tiere.“ Sie würde nie sagen, dass sie die Tiere hat. Wir alle würden irgendwie Tiere einsperren und wir haben in der Gesellschaft eine Verantwortung auch für die Tiere.
Wie passen Freiheit und Haustiere überhaupt zusammen? Und was ist ihre eigentliche Umgebung heute? Von Tieren, die ursprünglich in der Wildnis lebten, die aber seit vielen Jahrhunderten von Menschen gehalten werden? Eine Frau erzählt, dass sie monatelang mit einer Spinne zusammenlebte. „Bis sie sich entschied auszuziehen…“ Der einzige Mann in der Runde lacht bei dem geäußerten Gedanken, dass wir mehr Wale bräuchten, die das angeschwemmte Plastik aus dem Meer fressen. Eine Veganerin findet, allein mit dem Fleischverzicht sei den Tieren nicht geholfen. Es brauche Lösungen, die die Leute wachrütteln. So wie bisher könne es nicht weitergehen.,
Sieben Spielerinnen und Spieler mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrungen und Verbindungen zu Tieren folgen deren Fährten und ergründen das zwiespältige Verhältnis zwischen Mensch und Tier, die geliebt, geschätzt, genutzt und getötet werden, auf einem inszenierten. surrealen und dokufiktionalen Hörspaziergang durch das Ostragehege, wo ehemals Europas größter Schlachthof war. Regie, Raum und Sound lag in den Händen von Juliane Meckert und Diana Wesser in dieser Produktion der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels Dresden.
Die sieben Darsteller erzählen und spielen mit viel Ironie und Situationskomik, Unbehagen, Wut und Wehmut, nahegehend und streitbar, fantasiereich kostümierte Mischwesen aus Tier und Mensch, die mal belustigt, mal bedrückend, beängstigend und grotesk-komisch mit den Zuschauern spielen – als Versuchsobjekte für ein Experiment. Zuerst geht es hinauf in den Festsaal der Börse mit nachgebildeten Tiertrophäen, Läufer aus Tierhaut und eine ausgestopfte weiße Eule auf dem Kaminsims. Wo es wissenschaftlich ausführlich und eindringlich um Objekt, Subjekt und Abspaltung der Spezies Mensch, die Naturausbeutung als Ressource des Industriekapitals, die Höherbewertung von Kultur gegenüber der Natur und die Suche nach Alternativen geht, die aus ökologisch feministischen Naturvorstellungen heraus auf gleichberechtigten Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Tieren beruhen.
Das Publikum folgt den Gestalten mit Tierköpfen, die Hasenkopf, Federkleid, Bärenfell oder eine durchsichtige, kugelige Hülle wie eine Qualle tragen. Ein gefiedertes Wesen (Ivana Kromat), vielleicht ein Huhn in golden schimmernder Jacke zieht eine lange rote Schleppe wie eine blutrote Spur durch eine helle, leere helle Messehalle, auf dem Boden die weiß gezeichneten Umrisse von Tieren, die einst hier geschlachtet wurden.
Dieses Wesen stellt sich im nachhinein als Pferd-Mensch-Chimäre heraus.
Es sind Tiergeräusche zu hören, Schweine grunzen, Schafe mähen, Kühe muhen und Pferde wiehern. Ein Mann erklärt die Bewegungsabfolge, welche die Zuschauer mit ausführen sollen: „Greif mit der linken Hand in die Luft, zieh etwas an dich heran und stich mit der rechten Hand zu! So geht das.“ Und wiederholt die Worte immer wieder und die meisten Zuschauer machen es mit. Fast 700 Millionen Geflügel, 60 Millionen Schweine und 30 Millionen Rinder sterben jährlich in Deutschland auf die Art. Rund 30 000 Arbeiter in Schlachthöfen töten im Akkord die Tiere.
Eine Gestalt mit Federrock und Fernglas (Hayret Ulusoy) steht im Gestrüpp hinter einem Gitterzaun und klagt über die Gitterkäfige und die ständige Beleuchtung. Die Augen tun so weh, dass sie den Sternenhimmel nicht mehr sieht, dafür stinkt es nach faulen Eiern und Tod. Ihr habt doch schon alles von mir! Was wollt Ihr noch?!, kreischt sie verzweifelt dramatisch die Zuschauer an. Ein Bär (Karl Theodor Uschner) wühlt in einer Mülltonne nach Essbarem.
Hinter den verfallenen Schlachthofbaracken und den Brombeerhecken versammelt sich das Publikum zu einem geheimen Treffen mit einer Gruppe von radikalen Tierrechtsaktivisten am imaginären Lagerfeuer, die überlegen und erbittert streiten, wie sie das sinnlose Machtspiel zwischen Mensch und Tier beenden und die Erde retten können. Im Chor verkünden sie kämpferisch ihre neue fantastische Gesellschaftsutopie: „Menschliche Tiere und tierische Menschen!“ Sie wollen die Grenze auflösen, Einssein mit den Tieren.
Sie malen sich aus wie es wäre als Mischwesen, Chimäre. Zu fliegen wie die Vögel oder im Wasser gleiten wie die Fische. Den Kopf frei machen und nichts tun. Pure Freiheit. Es gäbe keine Zoos mehr und man könnte in den natürlichen Lebensraum der Tiere mit einfließen.
Im nächsten Moment beschimpfen sie sich mit Tierausdrücken als „dumme Gans“, „fettes Schwein“, „Opferlamm“… Der Hase, das Versuchskaninchen zeigt stolz das gläserne Versuchslabor für die neuen Mischwesen unter der Holzbrücke. Unterdessen ziehen Gewitterwolken herauf am Himmel.
Auf einer begrünten Rampe werden die Zuschauer von den Tiergestalten einer gründlichen Selektion unterzogen, sie drehen den Spieß um, nehmen drastisch die Einteilung in Nutz- und Haustiere auf die Schippe und überlegen gruslig-komisch, was brauchbar ist am Menschen und wie er zu optimieren sei. „Sex ist unhygienisch! Wer braucht das noch?! Und wozu dann noch Geschlechter?“, ruft eine Frau, die Leiterin des Experiments (Romy Kunert) im schwarz-weiß karierten Kostüm mit vier Händen spöttisch in die Runde. Gipfelnd in der Frage, ob es dann überhaupt noch Menschen brauche?! Tiere haben bessere Sinne, sie sehen und hören viel mehr als Menschen. Der Hase (Sarah-Luisa Bracke) erzählt von schlimmen Tierversuchen, seitdem zuckt er ständig. Zusammen mit der Frau, die unter ihrem karierten Mantel eine Haut wie ein Reptil trägt, verteilt er Tierfelle an die Zuschauer. Jetzt ist Rundumerneuerung angesagt. Sich häuten, alles schön und neu wachsen lassen… Ein paar Hände, Klauen und Flügel würde die Reptilfrau auch gern nehmen. Die Qualle (Lydia Müller) balanciert auf einem Seil und sagt weise: „Bekommt etwas zu viel Gewicht, gerät es aus dem Gleichgewicht. Wir alle kämpfen, um nicht unterzugehen.“
Über die Straße geht es hinüber in den Wald, in naturgeschütztes Gebiet mit entsprechender Beschilderung. Dort sind Insekten und Grün streng geschützt. Der Widerspruch stößt den anderen Tiergestalten auf. Eine Spaziergängerin mit vier Galgohunden schaut neugierig auf den bunten Tierumzug. Im Wald hält der Bär hungrig ein Gewehr, an seiner Seite sitzt auf einem roten Stuhl eine schwarze Gestalt (Paula-Sophie Graband) mit einer Krone aus Zweigen und einem roten Herz in der Hand. Ein Schuss und ein Tierschrei sind zu hören. Sie erzählen von Jagd und Töten von Wildtieren berührend und zwiespältig. Gerade hat das Reh noch gelebt, jetzt liegt es tot am Boden und sein Herz pulsiert noch warm in der Hand. Ein unangenehmes Gefühl. Doch das Tier wäre auch gestorben, wenn sie nicht da gewesen wäre, tröstet sich die Frau. Sein Herz bekommt, in Scheiben geschnitten, ihr Hund, der zur Jagd mitlief und dem sie damit etwas Gutes getan habe, er freut sich.
Auf einer Waldlichtung sitzen die Zuschauer auf der Wiese auf den Tierfellen und lauschen meditativen Klängen. Eine Stimme sagt salbungsvoll: „Wir sollten diese Verbindung immer wieder sehen – jede Blume ist eine Welt für sich. Jeder Baum. Jede Bewegung.“ Die Tiergestalten verteilen wie für ein Festmahl silberne Teller. Die Vogelfrau zerteilt ein Tier mit dem Messer, das sei doch auch ein „Teil von Kultur“!, und wirft den Zuschauern rohe, rote Fleischstücke samt Fell und Krallen zu. Guten Appetit!
Man fühlt sich hin und her gerissen bei diesem Rundgang an konkrete und symbolische Orte und Szenen, in denen an das Leid der Tiere dieser Welt erinnert wird. Das geschieht ergreifend, traurig, aberwitzig und schmerzlich, aber auch feierlich und würdevoll wie bei einer Zeremonie. Mit abschließendem Ritual an der Elbe für all die getöteten und täglich weiter sterbenden Tierarten durch Naturzerstörung. Währenddessen bricht die Sonne durch die Wolken, Die Tiergestalten teilen Spiegel aus, den sich jeder Zuschauer vors Gesicht hält und sich vorstellt, welches Tier er ist, Wild- oder Haustier und mit der Energie dieser Wesen in Resonanz geht. Auf der Spiegelrückseite steht: „Wir werden gemeinsam oder wir werden gar nicht“. Ein Zitat der Wissenschaftshistorikerin Donna Haraway aus ihrem letzten Buch „Unruhig bleiben“. Die ganze Aufführung ist ein Experiment mit wechselnden Mensch-Tier-Perspektiven. Ob es geglückt ist und etwas bewirkt, kann jeder für sich entscheiden.
Es ist auf jeden Fall an der Zeit, das Verhältnis Mensch – Tier neu zu gestalten, sie als fühlende Geschöpfe und Lebewesen anzuerkennen, ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten, zu schützen und sie einfach in Ruhe leben zu lassen. Mensch und Tiere können nicht ohne einander, sondern nur miteinander Wege finden, sie naturnah und verträglich zu halten und auf die Bedürfnisse der Tiere zu achten. Nicht die Tiere brauchen ein Bewusstsein, sondern die Menschen mehr Bewusstsein und Mitgefühl für einen angemessenen, besseren Umgang mit Tieren als Mitlebewesen.
Viel Beifall für ein besonderes Theatererlebnis, das einen nicht so schnell loslässt.
Text + Fotos (2) (lv)
Weitere Infos + Tickets unter http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Skurril und gruslig-komisch: das Experiment mit Mischwesen aus Mensch und Tier und eine Zeremonie, auf der schmerzlich, wütend und würdevoll an das Tierleid in der Welt erinnert wird. Fotos: Sebastian Hoppe
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Nach dem Abschlussritual an der Elbe. Die „Gefährten“ und die sie begleitenden Menschen bekamen reichlich Beifall zur Uraufführung. Fotos (2) (lv)
17 Samstag Jul 2021
Zu dritten Mal locken unter dem Motto „Kunst geht in Gärten“ Spazieren gehen, Entdecken und Genießen besonderer Seh-Erlebnisse im Grünen an diesem Wochenende in Radebeul (23. und 24. Juli 2022, von 13 – 18 Uhr). Insgesamt 20 Gartenbesitzer und Kunstschaffende öffnen ihre Türen für Besucher und weitere Künstler, die in der Naturkulisse ihre Werke, Malerei, Grafik, Fotografie, Objekte und Skulpturen zeigen. Begleitet werden die Ausstellungen im Freien von umherziehenden Musikern und Wein. Die Besucher werden gebeten, ihr eigenes Glas und wer will, das eigene Picknickkörbchen mitzubringen. Getränke sind vor Ort erhältlich. Eintritt frei. Die Künstler freuen sich über eine Spende in den Hut.
Text (lv)
Weitere Infos: http://www.radebeul.de/stadtgalerie





Refugium, Rückzugs- und Schaffensort in einem ist sein Garten mitten im Wald
im Radebeuler Lößnitzgrund: der Bildhauer und Sozialarbeiter Friedemann Dietzel vor seinem Sägebild „Ikarus“.








Umgeben von hohen Bäumen im Lößnitzgrund taucht das bezaubernd urwüchsige Gartenreich von Friedemann Dietzel auf. Von Grün umwucherte Treppenstufen führen den Hang hinauf zu seinem Garten mit Sommerhaus. Das Dach ist üppig berankt mit Weiß- und Blauregen. Davor steht eine Bank und ein alter Holztisch. Ein Stück weiter eine hohe, farbig bemalte Holzskulpur mit erhobenen Armen wie eine Tanzende. Kleine und größere Skulpturen wachsen aus dem Grün und zwischen blühenden Hortensien hervor. Begleitet von kaukasischen Vergissmeinnicht, Kugeldisteln, Flox, Rosen und Dahlien. Noch eine Terrasse höher befindet sich Dietzels Werkstatt „PrijArtzwo“ (auf russisch: Obdach). Hier hat er ein neues “Obdach für die Kunst“ errichtet aus hellem Fichtenholz, mit großem Fenster und weitem Blick auf die Lößnitzlandschaft, nachdem seine Werkstatt 2015 nach einem Kurzschluss abbrannte.
Verkohlte Skulpturen erinnern daran. Neben ihnen steht eine grazile Figur in blauen und sonnigen Farbtönen. Eine „Himmelsguckerin“, die vom Scheitern und Fliegen erzählt, sagt Friedemann Dietzel. Er ist erstmals dabei bei der letztes Jahr ins Leben gerufenen Aktion „Kunst geht in Gärten“, initiiert vom Kulturamt der Stadt Radebeul, am 17. und 18. Juli von 13 bis 18 Uhr. Die Besucher können Natur, Kunst und Gartenlust an 23 Stationen mit rund einhundert Künstlern erleben.
Bei Friedemann Dietzel in seinem Garten auf dem Langenwiesenweg 64 unweit der Schefflermühle lockt eine reichhaltige Figurenwelt aus meterhohen Holzskulpturen und kleinen, filigranen Bronzegussfiguren. Sie haben auffallend große Hände und verkörpern mal kraftvoll, raumgreifend, springend, tänzerisch bewegt und mit Krücken das Zerbrechliche des menschlichen Seins.
Da kann man poetische Texte und Notizen von ihm zu seinem bildhauerischen Schaffen an der Werkstattwand lesen, stehen philosophische Zitate entlang des Treppenaufgangs zum Garten und wird zum Verweilen und Genießen bei Kaffee und Kuchen und Wein vom Winzer Michail Kruchak nebenan in die Kunstoase im Grünen eingeladen. Außerdem können die Gäste den Klängen der in den Gärten umherwandelnden Musiker lauschen.
„Alles Leben begann in Gärten. Sie erzählen wie der Mensch sich in der Welt einrichtet“, sagt Friedemann Dietzel. Der Garten sei sein Refugium, Rückzugsort für die Seele und Schaffensort seiner Skulpturen. Darunter ein Figurenzyklus mit dem Titel „Zeichen der Zeit“, zu denen „die Haltung“ und „die Hoffnung“ gehören. Diesen Winter entstanden „die Dankbarkeit“ und „die Würde“, „die Versöhnung“ ist gerade im Entstehen. Die über zwei Meter hohen Eichenholzskulpturen stehen in einem weiteren Garten in der Nähe, den Dietzel für Interessierte öffnet. „Das Spiel zwischen Freiheit und Begrenzung und einen Umgang damit finden“, darum geht es ihm vor allem in seinem Werk. Zusammen mit seinem Vater kümmert er sich außerdem um zwei Bienenvölker mit je 50 000 summenden Insekten und bald im Sommer wird der Honig geerntet.
Friedemann Dietzel wurde 1968 in Dresden geboren. Er lernte bei einem Tischlermeister, der viel in Künstlerkreisen unterwegs war, arbeitete in diesem Handwerk mit Herz und Seele und studierte nach der Wende Sozialpädagogik. Er ist als Sozialarbeiter in der Wohnungsnotfallhilfe in einer Beratungsstelle in Dresden tätig. Berufsbegleitend absolvierte Dietzel ein Bildhauerstudium in Bonn. Seit 2006 ist er künstlerisch tätig. In seinem Tun verbinden sich drei Energien, die effizient handwerkliche, die emphatische, einfühlende und die künstlerische, die sich ausdrücken möchte, so Dietzel. Diese werden vielfältig sichtbar in seinem Garten. Das Werden und Vergehen in der Natur immer vor Augen, finden sich hier Erschaffenes und Unfertiges nebeneinander, hegt und pflegt er das Kreative und Intuitive. Der Genuss liegt im Wilden, Verspielten, so Dietzel, nicht im akkurat Abgezirkelten.
„Nach einer Weile fallen die Schnitte wie sie wollen/Sie fressen und schlürfen sich hungrig und rasend/einen eigenen Rhythmus findend/der Sound hallt durch das Tal/malt die Begleitmusik“, beschreibt er die Arbeit mit der Kettensäge an den Skulpturen. Im Sommerhaus hängen Sägebilder, in denen die Kettensäge zum Pinsel wird in einer Mischung aus Bildhauerei, Grafik und Malerei. Da verbrennt sich “Ikarus“ die Flügel und funkelt ein „Sternenhimmel von van Gogh“.
Außerdem wird innerhalb der Veranstaltung „Kunst geht in Gärten“ erstmals zu einem Plenair mit 16 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region im Areal von Schloss Wackerbarth eingeladen. Der Rotary Club Radebeul veranstaltet dieses gemeinsam mit dem Erlebnisweingut. Ein ganzes Wochenende (täglich ab 10 Uhr, Eintritt frei) verwandelt sich die barocke Anlage in ein Freiluft-Atelier, wo die Besucher den Künstlern beim Zeichnen, Malen, Drucken und plastischen Gestalten über die Schulter schauen können. Zudem gibt es Musik, Wein und kulinarische Genüsse. Wackerbarth ist seit 20 Jahren das Clublokal des Rotary Club Radebeul mit derzeit 32 Mitgliedern aus verschiedenen Berufen.
Neulinge, die sich auf Empfehlung vorstellen, sind in der Runde gern gesehen. „Wir wollen mit dem Plenair Künstler unterstützen, die nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen, aber dennoch hervorragende Arbeit leisten und oft mit Zweit- und Drittjobs ihren Lebensunterhalt sichern müssen“, sagt Matthias Kratschmer, amtierender Präsident des Rotary Clubs für ein Jahr. Als freiberuflicher Grafik- und Industriedesigner kennt er die Sorgen und Nöte freiberuflicher Kunst- und Kulturschaffender.
Letztes Jahr startete er mit einer “KünstlerKartenBox“, die 34 Kunst-Faltkarten in einer Auflage von 500 Stück für 29 Euro (85 Cent pro Karte) enthält. „Aktuell ist ungefähr die Hälfte verkauft. Der Verkauf war im letzten dreiviertel Jahr coronabedingt fast komplett unterbrochen“, so Kratschmer. Von den Einnahmen wird u.a. das Plenair finanziert, bei dem die teilnehmenden Künstler eine Aufwandsentschädigung von 250 Euro erhalten. Hier ist die Kunstbox auch weiterhin zu erwerben. Außerdem wird eine Ausstellung mit den Künstlerfaltkarten in einer Ausstellung unter dem Mott „Manufakturzauber“ in der Vorweihnachtszeit im Schloss Wackerbarth zu sehen sein und die Werke vom Plenair sollen in einer Dokumentation erscheinen und ebenfalls ausgestellt werden.
Die Besucher von „Kunst in Gärten“ bringen ihr eigenes Glas mit und wer will, das eigene Picknickkörbchen mit. Getränke sind vor Ort erhältlich.
Einritt frei.
Die Künstler freuen sich über eine Spende in den Hut.
Weitere Infos + Orientierungsplan mit den Veranstaltungsorten unter http://www.radebeul.de
Gorsleben, Anna
Gräfe, Roland
Hennig, Sebastian
Koschnik, Karen
Kunath, Franziska
Liebscher, Klaus
Mansel, Mechthild
Neumeyer, Karla
Pautze, Stefan
Rauch, Joachim
Uhlig, André
Uhlig, Ralf
Wieland, Irene
Winkler, Renate
Wittwer, Susan
Wolf Tobias
Text + Fotos (lv)











Genuss im Grünen: Im Garten am Hang stehen alte Pflaumen-, Kirschen- und Apfelbäume und die Zucchini auf dem Teller stammen auch aus eigenem Anbau.

10 Samstag Jul 2021

Geht ein Leben ohne Eingriff und Folgen für die Natur überhaupt? Und wie? Zum Nachdenken darüber lädt der Roman „Fest der Folgenlosigkeit“ von Friedrich von Borries ein. Foto: Hannah Jonas
Friedrich von Borries liest aus seinem druckfrischen Roman »Fest der Folgenlosigkeit«, zum allerersten Mal überhaupt. Borries ist Architekt, 2008 war er Generalkommissar des Deutschen Beitrags auf der Architekturbiennale in Venedig. Er lehrt als Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Doch in seinem Buch geht es um Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Gibt es etwas Langweiligeres als Thema für einen Roman? Ja. Ein langweiliges Buch. Und das ist »Fest der Folgenlosigkeit« ganz sicher nicht!
Die Managerin Cornelia bittet den Kurator Florian, für die »Stiftung Nachhaltigkeit der Deutschen Industrie« ein Museum für ökologische Kunst zu entwickeln. Florian trifft John, der als radikaler Öko-Aktivist gegen die Kohleindustrie und die Abholzung des Goldbacher Forstes kämpft, den Flüchtling Issa, der Florians Selbstgewissheiten hinterfragt, die frustrierte PR-Frau Suzanna, die für die EU Umweltpolitik macht, aber lieber Bienen züchten will, und den Bergmann Ronald, der Sorge um seinen Arbeitsplatz hat. Selbstüberschätzung trifft auf Lebensangst, Verzweiflung auf Hoffnung, Aktivismus auf Gewalt. All das gipfelt in einem verschwenderischen Fest.
Der Roman erzählt die Geschichte eines Kampfes: des Kampfes zwischen ‚Versuchen‘ und ‚Aufgeben‘, zwischen ‚Gelingen‘ und ‚Scheitern und der Ausweglosigkeit aus einem Kapitalismus des 21. Jahrhunderts, in dem Konzerne subversive Kunstprojekte sponsern. Zugleich hinterfragt er sich permanent selbst. Auf einer Meta-Ebene kommentiert der Autor sein eigenes Erzählen, hinterfragt seine Figuren, stellt selbst die Parallelen zur Wirklichkeit her. Verstörend. Amüsant. Anregend. Ein Buch, das den Leser zum Mitdenker macht.
Friedrich von Borries hat aber nicht ‚nur‘ einen Roman geschrieben, über den es sich zu sprechen lohnt – mit einer Ausstellung, einer App, einem Stipendium des Nichtstuns und Symposien kommt er auf breiter Front mit der Frage: Wie sähe ein Leben aus, das – im ökologischen Sinne – möglichst folgenlos bleibt?
Tickets gibt es hier: https://www.societaetstheater.de/veranstaltung/fest-der-folgenlosigkeit/
Text: Team des Societaestheaters & Büchers Best
09 Freitag Jul 2021

Voll Abenteuerlust Neues entdecken in der Lößnitzstadt: Old Shatterhand, Karl May und Ganove Locci entführen fabulierfreudig und humorvoll in die Geschichtenwelt des großen Radebeuler Schriftstellers. Fotos: André Wirsig
In diesem Jahr wandert Karl May abseits des gewohnten Pfads im Lößnitzgrund raus in die Weiten der Stadt. Angelehnt an die Fantasiereisen Karl Mays, begeben sich die Besucher am 10. Und 11. Juli auf unbekannte Pfade in urbane Gefilde. Dabei begegnen ihnen rauflustige Ganoven, orientalische Tänzer und Karl May höchstpersönlich, der von seinen abenteuerlichen Reisen berichtet.
Bereits Karl Mays angeborener Tatendrang führte ihn hinaus in die Welt und so wagen auch die Organisatoren in außergewöhnlichen Zeiten einen Schritt ab des gewohnten Weges zu gehen und locken unter dem Motto „Karl May – Abseits des Pfades“ in die Stadt. An fünf Standorten in der Lößnitzstadt tauchen die Besucher in die Zeit des Wilden Westens ein, erhalten Einblick in fremde Kulturen oder träumen sich in ferne Welten. Wild und lebhaft geht es in der Wahnsdorfer Prärie zu. Ein tollkühner Apache vollzieht waghalsige Stunts auf seinem Pferd. Nach einem gelungenen Banküberfall stellt sich zwischen Halunke Big Eddy und Ganove Locci die Frage, welcher Anteil der geraubten Beute jedem zu steht. Da ist der Ärger schon vorprogrammiert, handfeste Raufereien werden vom Zaun gebrochen und auch vor arglosen Besuchern nicht Halt gemacht.
Tonangebend für einen mitreißenden Rhythmus sind die Fünf Patronenhülsen.
Poetisch, frech und witzig wird es am Bahnsteig des Santa-Fe-Express‘ am Kultur-Bahnhof Radebeul mit einer modernen, komödiantischen Inszenierung von „Winnetou“ der Theaterfirma Erfurt. Für ausgelassene und tanzlustige Stimmung sorgen Countrymusik und Westerntanz. Die Eastside Linedancer legen eine flotte Sohle aufs Parkett und animieren Tanzwillige, um dann bei waschechtem Folk der Band „The Road
Brothers“ selbst das Tanzbein zu schwingen.
Neben Amerika führten Karl Mays Fantasiereisen auch in den Orient. Fernöstliche Klänge und fröhliche Tänze locken in die Oase der Streuobstwiesen am Elbufer in Altkötzschenbroda und verleiten zum gemeinsamen Tanzen. Märchen und Geschichten entführen die Besucher in eine Welt wie aus Tausendundeine Nacht.
In Karl und Klara’s Orientzelt im Karl-May-Hain begrüßen der Schriftsteller und seine Romanfigur Kara Ben Nemsi persönlich ihre Gäste und berichten von ihren spannenden Abenteuern. Auf dem Gelände des Karl May Museums geht es vielfältig und lebhaft zu. Mit Tänzen, Gesängen und Erzählungen geben Akteure der ostdeutschen Indianistikszene, unter der Leitung von Hartmut Felber, Einblicke in die indigene Kultur.
Große und kleine Besucher können beim Westernschießen ihre Zielgenauigkeit unter Beweis stellen und beim KarlMay-Puppenspiel in Kindheitserinnerungen schwelgen.
Bei der Führung „Auf den Spuren von Karl May durch Radebeul“ erfahren Interessierte bei einem gemeinsamen Spaziergang Wissenswertes zu den Wirkungsstätten des Meisters. Abenteuerlust treibt alle kleinen Entdecker in den Lößnitzgrund. Im Lößnitz-River können sie nach verborgenen Goldvorkommen schürfen und an Seilen durch urige Wälder hangeln. Während Neugierige vom Eselrücken aus die Umgebung erkunden und am Lagerfeuer den Klängen der Natur lauschen.
Text: Kulturamt Radebeul
Mehr Infos & Tickets:
http://www.karl-may-fest.de
http://www.facebook.com/karlmayfesttage

Seilklettern für kleine Entdecker im Lößnitzgrund.
PROGRAMM „KARL MAY – ABSEITS DES PFADES“ (10. und 11. Juli 2021)
An diesem besonderen Wochenende haben alle Gäste freien Eintritt in das Karl May Museum! Das Museum hat am Samstag exklusiv bis 22 Uhr auf.
Öffnungszeiten:
Samstag: 9 bis 22 Uhr
Sonntag: 9 bis 18 Uhr
Ort: Event-Tipi
Uhrzeiten: Samstag: 12 Uhr, 14 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr und 21:45 Uhr Sonntag: 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr
Dauer: jeweils ca. 30 Minuten
Ort: Museumspark und Karl-May-Hain
Künstler: Thomas Szymanski (Frankfurter Puppentheater)
Uhrzeiten: ganztägig
Ort: Vordach Villa Nscho-tschi
Uhrzeiten: 12 bis 20 Uhr
Ort: Schießstand links neben der Villa Bärenfett
Uhrzeiten: Samstag: 12 bis 18 Uhr, Sonntag: 11 bis 17 Uhr
Ort: rechts neben dem Teich
Uhrzeiten: Samstag: 12 bis 20 Uhr, Sonntag: 11 bis 18 Uhr
Ort: Karl-May-Hain
Künstler: Roland Wichmann (Kara Ben Nemsi) und Robby Langer (Karl May)
Uhrzeiten: Samstag: 12 bis 21 Uhr (21 Uhr: Gutenacht-Geschichte)
Sonnatg: 12 bis 17 Uhr
Uhrzeiten: Samstag und Sonntag jeweils 11 Uhr (Route 1) und 15 Uhr (Route 2)
Route 1: Schwerpunkt Wohnhäuser
Route 2: Karl May Grab
Startpunkt: Eingang Karl May Museum
Dauer: jeweils ca. 90 Minuten
Uhrzeiten: Samstag 18 Uhr und Sonntag 17 Uhr
Startpunkt: Eingang Karl May Museum
Dauer: jeweils ca. 60 Minuten
Ort: Event-Tipi
Künstlerin: Kerstin Groeper (Traumfänger Verlag)
Uhrzeiten: Samstag: 13, 15, 17 und 19 Uhr
Sonntag: 11, 13 und 15 Uhr
Traumfänger Verlag und Leonard-Peltier-Support-Group Rhein/Main
Ort: Vordach Villa Bärenfett
Uhrzeiten: ganztägig
Info: Kevin Sternitzke/Karl-May-Museum
Weitere Informationen unter www.karl-may-museum.de
04 Sonntag Jul 2021


Seit einigen Wochen arbeitet eine Gruppe von jungen Dresdnerinnen zwischen 14 und 18 Jahren gemeinsam an neuen Themenschwerpunkten für das Kursprogramm der JKS. Im kreativen Beteiligungsprozess „Meine JugendKunstschule“ suchte das neu gegründete „Dreamteam“ nach Themen, die für sie als Vertreterinnen ihrer Altersgruppe von Bedeutung sind. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden zum Sommerfest künstlerisch dargestellt. Gleichaltrige Besucherinnen haben die Möglichkeit ihre Meinung einzubringen und per Abstimmung Einfluss auf die Themenauswahl zu nehmen. Das meistgewählte Thema dient als Grundlage für die inhaltlichen Angebote der JKS zwischen Januar und Juli 2022.
„Für die zukünftige Ausrichtung der JugendKunstschule Dresden ist eine solche aktive Teilhabe und Gestaltung durch junge Menschen in der Stadt eine unabdingbare Voraussetzung, um neue Wege der Zusammenarbeit von Jugendlichen und Erwachsenen zu erproben“, so Leiterin Valentina Marcenaro.
Neben dem Angebot des „Dreamteams“ finden weitere kreative Mitmachangebote von Mitarbeiterinnen der JKS statt. Von der Schmuckwerkstatt, über Upcycling-Angebote, bis hin zu Tanzdarbietungen und einer Keramikwerkstatt – Kinder und Erwachsene können sich, wie jedes Jahr, kreativ am Sommerfest beteiligen.
Um 18 Uhr findet die Aufführung des Theaterprojektes „Hate Speech“ statt. Im Rahmen des Projektes „Wege ins Theater – Kultur macht stark“ setzten sich Jugendliche der Oberschule Weixdorf mit dem Thema des verbalen Mobbings künstlerisch auseinander. Die Ergebnisse präsentieren die Projektteilnehmerinnen auf der Bühne der JKS.
Ab 20 Uhr können die Besucherinnen im Hof unter freiem Himmel bei der Musik von DJ Hafi tanzen und bis 22 Uhr den Abend vor der Kulisse des Schlosses Albrechtsberg ausklingen lassen.
Text: JKS
Fotos: Katrin Silbermann
01 Donnerstag Jul 2021
Posted in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Projekte
Internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Kunst
Robotron-Kantine als Kunstort
Bis kurz vorher wird gebaut und eingerichtet: Die 13. internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste, OSTRALE, wird am Abend des 1. Juli eröffnet und ist ab Freitag für den Besucherverkehr geöffnet. Zum dritten Mal als Biennale stattfindend, versteht sich die OSTRALE als „Schaufenster nach Osteuropa“, was aktuell auch in der Wahl der vier Kuratoren (Natasa Bodrozic und Ivana Mestrov/Kroatien, Patricija Gilyte/Litauen, Krisztián Kukla/Ungarn) zum Ausdruck kommt. Deren kuratorischem Konzept folgend sind unter dem Titel „Atemwende“ („Breathturn“) 557 Werke verschiedener Genres zu sehen. Die 138 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler kommen aus 34 Ländern, sie stammen überwiegend aus Osteuropa oder ehemals sozialistischen Ländern Südeuropas. Mit „Atemwende“ beschäftigt sich die OSTRALE künstlerisch mit den Grenzen des Wachstums, mit Fragen der Nachhaltigkeit und des Lebens am Wasser. Die Ostrale Biennale O21 ist Teil des Projektes „Flowing Connections“, das durch das Creative Europe Programm der Europäischen Union kofinanziert wird. Unter diesem Titel wird im kommenden Jahr eine Präsentation ausgewählter OSTRALE-Werke in Budapest, Split sowie in der Europäischen Kulturhauptstadt 2022, Kaunas (Litauen) folgen, Städte, die mit Dresden durch ihre jeweilige Lage am Wasser verbunden sind. Das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst ist damit im Jahre 2022 wie auch in den vergangenen Jahren erneut ein wichtiger Partner einer Europäischen Kulturhauptstadt.
Passend zum Selbstverständnis der OSTRALE Biennale als „Schaufenster nach Osteuropa“ findet die Hauptausstellung in diesem Jahr in der „Robotron-Kantine“, einem Zeugnis der ostdeutschen Architekturmoderne statt (circa 3.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche). Der typische Pavillonbau der siebziger Jahre wurde zwischen 1969 und 1972 vom Architektenkollektiv Herbert Zimmer, Peter Schramm und Siegfried Thiel errichtet.
„Als einer der letzten noch verbliebenen Einzelbauten in Dresden steht die Robotron-Kantine exemplarisch für modernes Bauen in der DDR. Sie bietet ideale Voraussetzungen für die Präsentation zeitgenössischer Künste im Zentrum Dresdens und natürlich einen wunderbaren architektonischen Rahmen für den Blick nach Osteuropa“, so OSTRALE-Direktorin Andrea Hilger.
Neben der Hauptausstellung umfasst die 13. OSTRALE auch Interventionen im Klärpark Kaditz der Stadtentwässerung Dresden sowie erneut in der Gedenkstätte Bautzner Straße. Erstmals öffnet sich zudem auch die „OSTRALE.Basis“ in Dresden-Übigau für Besucher, wo während der Biennale Artists in Residence leben, arbeiten und mit den Besuchern in Kommunikation treten werden.
Das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst bereitete die Ausstellung unter schwierigsten Umständen vor. Unter Pandemiebedingungen musste zusätzlich zur Ausstellungsorganisation erneut eine leerstehende Immobilie gefunden und mit großem Aufwand für den Besucherverkehr ertüchtigt werden. Für dieses Jahr stellt das Immobilienunternehmen Gateway Real Estate diese freundlicherweise temporär zur Verfügung. http://www.ostrale.de
Tickets und Öffnungszeiten:
Ticket-Vorverkauf über http://www.etix.com http://www.etix.com/ticket/online/newHomePage.do?method=getLuceneResult&sortBy=relevance&keywords=Ostrale
Robotron-Kantine: Mi-Fr 10-19 Uhr, Sa-So 11-20 Uhr
Gedenkstätte Bautzner Straße (ab 6.7.): Mo-So 10 bis 18 Uhr
Stadtentwässerung Dresden, Klärpark Kaditz (ab 6.7.): Di, Do, Sa: Führungen um 10, 12, 15 Uhr
OSTRALE.Basis, Übigau, Rethelstr. 45 (ab 17.7.): Di-Sa 12 bis 18 Uhr
Internationales Kuratorenteam
Kuratorischer Ansatz
„In den Flüssen nördlich der Zukunft / werf ich das Netz aus“ (Paul Celan) – verbunden mit diesem Zitat des Lyrikers Paul Celan haben die Kuratorinnen und der Kurator der „O21“ den Titel ATEMWENDE gegeben. Die unter der künstlerischen Leitung von Andrea Hilger und Antka Hofmann, eingeladenen Kuratoren sind: Natasa Bodrozic und Ivana Mestrov (Kroatien), Patricija Gilyte (Litauen) und Krisztián Kukla (Ungarn). Ihr gemeinsames Statement erläutert den kuratorischen Leitgedanken, unter dem sie die Ausstellung zusammengestellt haben:
„Mensch sein ist nicht genug und doch schon zu viel. Manchmal verhalten wir uns wie Roboter, möchten aber wie Tiere fühlen. Wie können wir Arbeit und Vergnügen, Kunst und Industrie, Politik und Poetik neu atmen und denken, wenn alles ineinanderfließt, wie Ströme in einen Fluss? Ist der ganze Planet unser Zuhause oder nur die Quadratmeter, die wir einnehmen? Zwischen Desorientierung und Neuorientierung, um neue Wege zu finden und Sackgassen zu vermeiden, müssen wir anders atmen. Wir müssen die Perspektive wechseln und auf die achten, die am Rande unseres Blickfeldes stehen: die Außenseiter, die Unterdrückten, die Unbekannten, aber auch Biosphären, Bauwerke und soziale Räume. Am Tor einer neuen, post-pandemischen Ära, erschöpft aber hoffnungsvoll, neugierig und bereit für eine Wende erforscht die OSTRALE in 2021, wie wir mit unseren Mitmenschen, Tieren und unserer komplexen Umwelt zusammenleben.“
Zitat der Schirmherrin:
„Ich freue mich sehr, dass die OSTRALE als eine große internationale Biennale der bildenden Kunst hier in Dresden und in Sachsen stattfindet und wir wieder erleben, dass die Welt in Wirklichkeit rund, real und riesig ist. Wir haben gerade in den letzten Jahren gelernt, dass gesellschaftliche Debatten – etwa über Menschenrechte, über Werte, über die wünschenswerte Struktur von Gesellschaften und nicht zuletzt über Identitäten – auch in die Kunst hineinragen. Gleichzeitig können überzeugende Kunstwerke der Gegenwart dazu beitragen, dass wir alle mehr und Tieferes über unsere Gegenwart erfahren und erleben und Anstöße gewinnen zum Weiterdenken. Ich danke allen Kunstschaffenden, den Kuratierenden, dem OSTRALE-Team sowie den Förderern und Unterstützern aus dem öffentlichen und privaten Bereich, welche die OSTRALE möglich machen“, so die Kulturministerin des Freistaates Sachsen, Barbara Klepsch.
Almost Nothing (Film)
Wie Jean-Luc Nancy sagt, ist unser Vergnügen am Sehen, Riechen und Hören seit der Geburt Europas ein Politikum. Die Idee einer Landschaft hat nichts mit der Idee der unberührten Natur gemeinsam. Landschaften werden durch geplante Abholzung, Aufforstung und kontrollierte Bepflanzung geformt. Diese Prozesse werden von wirtschaftlichen, gesundheitspolitischen und anderen Richtlinien beeinflusst und im Grundbuch dokumentiert. Durch die Kartierung der Inselflora und die Aufzeichnung des vegetativen Widerstandes gegen den Wind sowie der daraus resultierenden Reibungsgeräusche, dokumentiert die Künstlerin Klangsignale, die die Veränderungen, Moden und wirtschaftlichen Bedingungen eines Ortes widerspiegeln. Diese Anbaustrategien kehren wie der Wind in unsere Behausungen zurück und schaffen eine komplexe Rückkopplungsschleife zwischen Innen- und Außenräumen. „Almost Nothing“ nimmt auch Bezug auf Luc Ferraris wegweisendes, gleichnamiges Stück, das 1968 auf der Insel Korcula komponiert wurde.
A Room for Living (Film)
Der Film problematisiert den Raum des Wohnzimmers und die Ereignisse, die dort stattgefunden haben könnten. Diese möglichen Ereignisse, die auf Erinnerung oder auf Vermutungen beruhen, wurden durch Ton – dokumentarisches Material, Studioaufnahmen und Hintergrundgeräusche – nachgestellt und finden im realen Raum und in mehr oder weniger realistischen Nachbildungen eines bestimmten Wohnzimmers statt. Genau wie der Rest der Wohnung ist das Wohnzimmer nur ein Raum, der durch architektonische Maße und gesellschaftliche Normen geregelt wird, die seinem Zweck entsprechen. Es ist ein Raum, der auch der Öffentlichkeit (den Gästen) ausgesetzt ist, ein repräsentativer Ort innerhalb eines privaten Raumes, und ein immer weniger genutzter Raum, da er mehr freie Zeit für seine Bewohner beansprucht – was sich durch die jüngste pandemische Heimeinschließung geändert haben könnte. Die menschliche Präsenz im Film wird durch Dialoge aus verschiedenen literarischen und theoretischen Quellen manifestiert: „Daten der Architekten“ (E. Neufert), „Narratologie“ (M. Bal), „Garten, Asche“ (D. Kis) und „Das Hausbuch“ (T. Conran).
studio ASYNCHROME – Marleen Leitner, Michael Schitnig (Österreich)
http://www.asynchrome.com
RESISTANCE / INFLUENCE / AWARENESS / BORDER? / DISTRIBUTION (UV-Druck auf Plexiglas)
Diese narrative Installation thematisiert die Verbreitung, den Einfluss und die Macht von (Fake-)News. Wie werden Geschichten erzählt und was sind die Konsequenzen unserer Entscheidungen? Die Plexiglasscheiben der Arbeit erscheinen wie Fenster zu Ereignissen der Vergangenheit und der Gegenwart. Die Künstler zeigen eine subjektiv ausgewählte und auf den ersten Blick heterogene Fülle von Begebenheiten und Situationen in einem turbulenten, überladenen Bild. Die einzelnen Elemente bilden kein linear lesbares Panorama, sondern ein Netz von Bedeutungen und Nicht-Bedeutungen, die zwischen den einzelnen Bildern gewebt werden können. Die Transparenz der Tafeln ermöglicht es dem Betrachter, je nach Blickwinkel – und dem Hintergrundwissen des Besuchers – verschiedene Teilerzählungen zu erfassen. Es wird also keine Behauptung im Sinne einer Abfolge von Ursache und Wirkung aufgestellt, vielmehr geht es darum, das eigene Bild von (vermeintlichen) Realitäten zu konstruieren.
Internationale Vernetzung / OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst erneut Partner einer Europäischen Kulturhauptstadt
Die vom Creative Europe Programm der Europäischen Union kofinanzierte Kooperation „Flowing Connections“ http://flowingconnections.eu (FLOC spielt bei der Gestaltung der OSTRALE Biennale O21 eine entscheidende Rolle: Denn das Projekt ermöglicht die europäisch-interkulturelle Zusammenarbeit insbesondere im kuratorischen Prozess. Die von den Kuratoren gemeinsam erarbeitete Ausstellung wird zunächst im Rahmen der OSTRALE Biennale O21 in Dresden gezeigt. Im Anschluss wird eine Auswahl der Kunstwerke in Zusammenarbeit mit dem Art Quarter Budapest (Ungarn), Slobodne Veze (Kroatien) und dem ECOC-Büro Kaunas 2022 (Litauen) jeweils in Budapest, Split sowie abschließend in der Europäischen Kulturhauptstadt Kaunas 2022 (Litauen) präsentiert.
Robotron-Kantine als Kunstort
Andrea Hilger, Leiterin des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Kunst: „In der Robotron-Kantine steht der OSTRALE Biennale dank der Unterstützung durch die Immobiliengesellschaft Gateway erstmals im Zentrum Dresdens eine Ausstellungsfläche von circa 3.500 Quadratmetern zur Verfügung (weitere circa 1.000 Quadratmeter an den dezentralen Ausstellungsorten). Das Gebäude ist ein wertvolles Zeitzeugnis der Ostmoderne und als oft übersehener Teil der Architektur- und Sozialgeschichte der Stadt Dresden derzeit leider im Verfallen begriffen. Mit Zwischennutzungen durch das Kunsthaus Dresden und die OSTRALE Biennale zeigen wir der Öffentlichkeit einen Raum, der prädestiniert ist für Kunst und Kultur.“
Ausstellende KünstlerInnen
Die Ausgabe OSTRALE Biennale O21 präsentiert 138 KünstlerInnen aus 34 Ländern, Deutschland, Litauen, Kroatien, Ungarn, Schweden, Serbien, Türkei, Indien, Nordmazedonien, Singapur, Italien, Frankreich, Togo, Niederlande, Russland, USA, Polen, Österreich, China, Ukraine, Slowenien, Moldawien, Tschechien, Bulgarien, Finnland, Bangladesch, Luxemburg, Aserbaidschan, Peru, Kosovo, Irland, Norwegen, Schweiz, Großbritannien.
Nils Agdler & Timo Menke (http://konstnarshuset.org/medlemmar/alla/nilsagdler/) (SE), Emil Andersson (http://emilandersson.net) (SE), Sanja Anđelkovic (http://sanjandjelkovic.com) (RS), Katharina Andress (http://katharinaandress.de) (DE), Aleksas Andriuskevicius (http://www.mmcentras.lt/autoriai/aleksas-andriuskevicius/7807) (LT), Aurelija Maknyt (http://maknyte.com) (LT), Seçkin Aydin (TR), Devadeep Bani Sarmah Gupta (http://devadeepgupta.com) (IN), Gildo Bavcevic (https://gildo-bavcevic-portfolio.tumblr.com/) (HR), Dávid Biró (http://www.birodavid.com) (HU), Bojan Mrđenovic (http://www.bojanmrdenovic.com) (HR), Jana Borsche (http://janaborsche.1100101.de) (DE), Viktor Brim (https://viktorbrim.com) (DE), Janos Brückner (http://www.brucknerjanos.com) (HU), Gaby Burckhardt (http://www.ckdt.de) (DE), Daniel Burkhardt (http://www.danielburkhardt.de) (DE), Nadja Buttendorf (https://nadjabuttendorf.com/) (DE), Elena Chemerska (MK), Daniel Chong (https://danielchongart.com/) (SG), István Csákány (http://www.csakanyistvan.com) (HU), Mauro Cuppone (http://www.maurocuppone.com) (IT), Márta Czene (http://czenemarta.hu) (HU), Etienne de France (http://www.etiennedefrance.com) (FR), Abdoul-Ganiou Dermani (https://artfacts.net/artist/abdoul-ganiou-dermani/409928) (TG-DE), Tibor Dieters (http://www.instagram.com/tibor.dieters) (NL), Alexei Dmitriev (http://www.alexeidmitriev.info) (RU), Katerina Duda (http://katerinaduda.net) (HR), Gabriele Engelhardt (http://www.gabriele-engelhardt.com) (DE), Lucy Cordes Engelman (http://lucycordesengelman.com) (US), Anna Fabricius (https://vimeo.com/annafabricius) (HU), Zsolt Ferenczy (https://www.works.io/zsolt-ferenczy-1) (HU), Mona Freudenreich (DE), Márk Fridvalszki (http://markfridvalszki.com) (HU), Áron Galambos (HU), Nadia Galbiati (http://www.nadiagalbiati.eu) (IT), Mindaugas Gapsevicius (http://triple-double-u.com)(LT), Gabriel Gervickait (http://www.gabrielegervickaite.com/) (LT), Bron Sofija Gideikait (http://gideikaite.lt) (LT), Harald Gnade (http://www.haraldgnade.de) (DE), Goran Skofic (http://www.goranskofic.com) (HR), Igor Grubic (https://www.igorgrubic.org/) (HR), Michael Grudziecki (http://michael.grudziecki.com) (PL-DE), Marko Gutic Mizimakov (http://performing.site) (HR), László GyÖrffy (https://www.varfok-galeria.hu/muveszek/laszlo-gyorffy/?lang=en) (HU), Péter Tamás Halász (http://petertamashalasz.com/) (HU), Willem Harbers (http://www.willemharbers.nl) (NL), Michael Heindl (http://www.michaelheindl.net) (AT), Roland Hermanns (http://bbk-aachen.de/author/roland-hermanns/) (DE), Di Hu (CN), Ana Husman (http://anahusman.net) (HR), doplgenger (http://www.doplgenger.org) (Isidora Ilic & Bosko Prostran, HR), Alexander Jakimenko (UA-DE), Yuki Jungesblut (http://www.yukijungesblut.net) (DE), Nikita Kadan (http://nikitakadan.com/) (UA), Eginhartz Kanter (DE), Anuschka Kilian-Buck (http://anuschka-kilian-buck.de) (DE), Neza Knez (http://www.nezaknez.com/) (SI), Eugenijus Kolmogorcevas (http://lukaskolm.com) (LT), KOLXOZ (Maxim Polyakov, Anton Polyakov & Viktor Vejvoda, MD & CZ), Vikenti Komitski (http://www.vikentikomitski.com) (BG), Endre Koronczi (http://www.koronczi.hu) (HU), Volker Kreidler (http://volkerkreidler.de) (DE), Áron Kútvölgyi-Szabó (http://aronkutvolgyiszabo.com) (HU), Marcus Lerviks (http://marcuslerviks.com) (FI), Irma Lescinskait (http://www.irmalescinskaite.com) (LT), Glorija Lizde (http://glorijalizde.com) (HR), Larion Lozovoy (http://cargocollective.com/lozovoy) (UA), Dean Maassen (http://www.dean-maassen.com) (DE), Éva Magyarósi (https://www.instagram.com/magyarosi.eva/) (HU), Firoz Mahmud (http://www.academia.edu/43378598/Firoz_Mahmud_Artworks_on_Time) (BD), Casey McKee (http://caseymckee.com) (US), Toni Mestrovic (http://www.macaknara.hr) (HR), studio ASYNCHROME (http://www.asynchrome.com) (Marleen Leitner & Michael Schitnig, AT), Niko Mihaljevic (http://www.nikomihaljevic.com) (HR), Péter Lichter (http://peterlichter.com) (HU), Ivan Milenkovic (https://www.behance.net/IvanMilenkovic) (RS), Judit Lilla Molnár (https://www.works.io/judit-lilla-molnar) (HU), Sarvenaz Mostofey (IR), Petra Mrsa (http://petramrsa.com) (HR), Christoph & Sebastian Mügge (http://www.christophmuegge.com) (SE), Sali Muller (https://www.salimuller.com/) (LU), Csaba Nemes (http://nemescsaba.com/) (HU), Thomas Neumaier (http://www.thomas-neumaier.de) (DE), Klára Orosz (http://www.klaraorosz.hu) (HU), Andrea Palasti (http://andreapalasti.com) (RS), Lav Paripovic (HR), Predrag Pavic (https://predragpavic.com) (HR),Julija Pocit (https://www.julijapociute.com/)(LT), Renata Poljak (http://www.renatapoljak.com) (HR), Ghenadie Popescu (MD), Marko Rodics (http://markorodics.com) (HU), Ivan Ramljak (HR), Farid Rasulov (http://www.faridrasulov.com) (AZ), Jens Rausch (http://www.jensrausch.de) (DE), Melanie Richter (http://www.melanierichter.de) (DE), Jana Rinchenbachová (http://www.rinchenbachova.com) (CZ), Fátima Rodrigo (https://liviabenavides.com/expos-artistas/fatima-rodrigo/) (PE), Sandra Rosenstiel (http://rosenstiel.eu) & Hanne Lange (http://hanne-lange.de/) (DE), Nika Rukavina (https://nikarukavina.wordpress.com) (HR), Neli Ruzic (http://neliruzic.com) (HR), Catherine Sanke (http://catherine-sanke.de) (DE), Remis Scerbauskas (LT), Philipp A. Schäfer (http://www.philippalexanderschaefer.de) (DE), Jan Sebesta (https://jansebesta.ch/) (CZ), Driton Selmani (https://dritonselmani.com/) (XK), Stipan Tadic (http://stipantadic32.blogspot.com) (HR), Lana Stojicevic (HR), Kamen Stoyanov (http://www.kamenstoyanov.com) (BU), Attila Szabó (https://szatsan7.wixsite.com/antiflicker) (HU), Ottó Szabó (http://www.robotto.eu) (HU), Eszter Szabó (HU), Zsuzsanna Szegedi-Varga (http://ghostoflukacs.com/) (US), Kamilla Szij (http://www.szijkamilla.hu) (HU), Hajnal Szolga (http://hajnalszolga.com) (HU), József Szolnoki (HU), Casper ter Heerdt (https://casperterheerdt.com) (NL), Ivana Tkalcic (https://ivanatkalcic.com) (HR), Laura Erika Urbanski (http://lauraurbanski.de) (DE), Philipp Valenta (http://www.philippvalenta.de) (DE), Arturas Valiauga (LT), Daina Vanagait-Belzaikien (LT), Vangjush Vellahu (http://vangjushvellahu.com) (AL), Xueying Wang (http://xueyingwang.site) (GB), Guido Weggenmann (http://guidoweggenmann.de) (DE), Anette Wörner (http://www.anette-woerner-fotografie.de) (DE), xtro realm (http://www.xtrorealm.hu) (HU), Dia Zékány (http://zekanydia.blogspot.com/) (HU), Yinglin Zhou (CN), Die Zukunft – Studenten der Kunsthochschule Dresden und Wrocław (Ida Sielska, Jarosław Słomski, Taina L. Bemmerlein & Veronika Pfaffinger, PL & DE)
Die OSTRALE Biennale ist eine der großen temporären Ausstellungen für zeitgenössische Künste in Deutschland. Sie ist keine Verkaufsausstellung per se, was ihr die Freiheit gibt, gesellschaftlich relevante Themen abseits des Marktgeschehens zu diskutieren. Die Leitgedanken der OSTRALE, wie unter anderem friedliches Miteinander, Akzeptanz des Fremden bzw. Unbekannten, respektvoller Umgang, religiöse Vielfalt und Internationalität, spiegeln sich in den Ausstellungen inhaltlich wieder. Das Team der OSTRALE hat bereits mehrfach große Teile des Programms zeitgenössischer Künste Europäischer Kulturhauptstädte gestaltet, wie 2010 in Pécs, 2016 in Breslau, 2018 in Valletta/Malta, in der Rijeka/Kroatien (2020), wo allerdings wegen der Covid-19 Pandemie nur digital (https://rijeka2020.eu/dogadjanja/digitalna-izlozba-watergate-ostrale-bijenale-suvremene-umjetnosti/) präsentiert werden konnte, und eine Präsentation einer Auswahl von OSTRALE-Werken in der Europäischen Kulturhauptstadt 2022 Kaunas/Litauen folgt. In den Jahren 2021-2022 ist die OSTRALE federführend am Projekt Flowing Connections (https://vimeo.com/487416772), (https://vimeo.com/544940287) beteiligt, das vom Creative Europe Programm der Europäischen Union co-finanziert wird. In Zusammenarbeit mit dem Art Quarter Budapest (Ungarn), Slobodne Veze (Kroatien) und dem ECOC-Büro Kaunas 2022 (Litauen) umfasst das Projekt die OSTRALE Biennale O21 in Dresden und OUT of OSTRALE-Ausstellungen in Budapest, Rijeka, Split, Zagreb und Kaunas im Jahr 2022, ergänzt durch ein Artist in Residence-Programm und mehrere Workshops zu digitalem Kulturmanagement, postindustriellen Kulturräumen, Kunstvermittlung und der Inklusion von Menschen mit Behinderungen.
Text: blaurock markenkommunikation Inh. Tobias Blaurock
01 Donnerstag Jul 2021

Ein wildes Wesen, dem Menschen nicht unähnlich. Was unterscheidet uns
von Tieren, was verbindet uns? Dem geht die Aufführung „Gefährten“ ab Freitag auf einem Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und früheren Ostrale-Gelände im Dresdner Ostragehege nach. Foto: Sebastian Hoppe

Ein Gesicht mit gelben Augen, ein Wesen zwischen Mensch und Tier, schaut halb versteckt aus grünem Dickicht hervor auf dem Titelbild von „Gefährten“. Das gleichnamige Theaterprojekt der „Bürger:Bühne“ des Staatsschauspiel Dresden entführt die Zuschauer zu einem surrealen doku-fiktionalen Hörspaziergang auf dem neuen Messe- und ehemaligen Ostrale-Gelände im Ostragehege.
Die Uraufführung ist am 2. Juli, 17 und 19.30 Uhr. Der Rundgang startet in Gruppen mit jeweils maximal fünfzehn Teilnehmern am Treffpunkt Börse Dresden, Messering 7. Mit dieser Aufführung betritt die “Bürger:Bühne“ rätselhaftes Neuland nicht weit von der Innenstadt entfernt auf einem Gelände, das einst Europas größter Schlachthof war.
„Es geht um das Thema Nachhaltigkeit und das zwiespältige Verhältnis von Menschen zu ihren Tieren, wobei wir die Tiere mehr in den Fokus rücken“, sagt Diana Wesser. Gemeinsam mit Juliane Meckert führt sie Regie, entwickelten sie den Raum und Sound für den Hörspaziergang. Um Szenografie und Kostüme kümmerte sich Louise Walleneit. Eigentlich sollte es ein Bühnenstück werden und die Premiere ursprünglich im September 2020 sein. Doch wegen Corona ging das nicht. So hielten sie nach einem Aufführungsort draußen Ausschau, auch der Große Garten war im Gespräch. Bevor sie sich für das Ostragehege entschieden, das schon der Maler Caspar David Friedrich in seinem geheimnisvollen Gemälde „Das große Gehege“ verewigte und den Soziologen Bruno Latour veranlasste, das Verhältnis, die Hierarchie der Über- und Unterordnung zwischen Mensch und Umwelt neu zu bestimmen.
Zu erleben ist eine Stückentwicklung mit sieben Spielern, unter ihnen eine
Tierärztin, eine Pferdetherapeutin, eine Frau, die mit Tieren zusammenlebt, eine
Tierschutzaktivistin und ein Jäger, der noch nie geschossen hat. Sie verkörpern
skurrile Wesen zwischen Tier und Mensch, radikale Tierrechtsaktivisten und denken in ihren Texten und Szenen nach über den Umgang mit Tieren, über Fleischkonsum, Haustiere, Zoonosen, Zucht und den eigentlichen Ursprung des Menschseins. Die Akteure führen das Publikum per Kopfhörer über das Gelände, rund um den ehemaligen „Schweinedom“, die Fettschmelze und den Amtsschlachthof. “Die Zuschauer tauchen ein in die Welt der Tiere, die ihre Fährten legen und sie an verschiedene Orte im Gelände führen“, sagt Juliane Meckert. Als Kulisse dienen morbide Ruinen, gähnend leere Messehallen und idyllische Natur im Landschaftsschutzgebiet, in dem sich immer noch zahlreiche Tiere tummeln. Es sei aber kein Stationen-Theater, sondern es wird eine durchgehende akustische Spur über den weiträumigen Spielort gelegt.
“Bei diesem Hörspaziergang in Verbindung mit szenischen Bildern und wechselnden Blickrichtungen erfährt der Besucher den Raum im Messegelände neu“, so Diana Wesser (51). Die gebürtige Stuttgarterin hat Medienkunst und Grafikdesign in Leipzig studiert. Juliane Meckert (39) stammt aus Leipzig, studierte Schauspiel am Mozarteum in Salzburg und hat bereits in mehreren Theaterprojekten genreübergreifend im öffentlichen Raum u.a. in Wien, Bremerhaven und in Leipzig mitgearbeitet. Dort lud sie zusammen mit Diana Wesser 2017 in ein „Kasino der Werte“ in einer Ladenpassage ein. “Gefährten“ ist ihr viertes gemeinsames Theaterprojekt.
Der Ausgang bleibt offen. „Es gibt nicht die eine Antwort, aber klare Warnhinweise wie das weltweite Artensterben, Klimakatastrophen und Corona-Krise“, sagt Juliane Meckert. „Wir müssen wieder erkennen, dass wir Teil der Natur sind. Sie kann ohne uns leben.“ Insgesamt zehn Vorstellungen von „Gefährten“ sind bis 22. Juli, jeweils 17 und 19.30 Uhr im Ostragehege geplant.
Text + Fotos (3) (lv)
http://www.staatsschauspiel-dresden.de


30 Mittwoch Jun 2021






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Im Wald, über den Dächern muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…, sang
Regina Felber angelehnt an ein bekanntes Lied von Reinhard Mey.
„Das wahre Theater ist, wo man fühlt und lacht, wo es mit einem im Innern was macht….“, begrüßte die Schauspielerin und Initiatorin des Projekts Regina Felber vergnügt die Zuschauer am Eingang zum Wald-Theater. Von Bildschirmbildern habe sie genug. Darum zog es sie nach draußen in die Natur, genauer, in den Stechgrund in der Dresdner Heide. Diese gibt eine traumhafte Kulisse für ein besonderes künstlerisches Erlebnis. „Luftholen“ – ein musikalisch-theatralischer Spaziergang hatte am Sonntagnachmittag Premiere. Gleich zwei Vorstellungen, beide ausverkauft!
Bei schönstem Sommerwetter luden insgesamt fünfzehn Künstlerinnen und Künstler, Schauspielerinnen, Komödianten, Musiker und Tanzende ihr Publikum ein zum Schauen, Innehalten und Genießen mit allen Sinnen mitten im Grünen. Flirrende Sonnenflecken auf den Waldwegen und würzige, angenehm kühle Waldluft. Weite Aussicht, dem Himmel nah, Vogelgezwitscher, Bachplätschern. In mehreren Gruppen gingen Zuschauer und Akteure gemeinsam vom Waldpark Weißer Hirsch aus auf dem ca. zweistündigen Spaziergang auf unebenen, romantisch-verschlungenen Pfaden immer tiefer hinein in den Wald, gab es an zehn Spielorten Wundersames, Urwüchsiges, Lustig-Versponnenes und Bezauberndes zum Thema Luft und Wald zu sehen und zu hören, lauschten, lachten und ließen sich kleine wie große Zuschauer verzaubern von der Kunst im Wald. In der Natur Vorgefundenes entfachte die Fantasie der Künstler. Wie ein umgefallener, „sprechender“ Baum, dem Schauspieler Thomas Stecher seine Stimme lieh per Toneinspielung in berührenden Worten über Zeit und Vergänglichkeit. Da taucht auf einer Holzbrücke plötzlich ein Riese auf, dem das Luftholen schwer fällt und der verwundert die vielen vor ihm schwebenden Seifenblasen betrachtet.
Mehr Text zur Aufführung folgt.
Fazit. Bitte mehr davon! Die Natur als Bühne und Raum für Träume und neue Erfahrungen.
Text + Fotos (lv)
















