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Kategorien-Archiv: Kultur

Zu Besuch im Malkurs an der Volkshochschule Radebeul

25 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte

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„Gönnen Sie sich diese Linie !“

Der Malkurs von Mechthild Mansel an der Volkshochschule Radebeul ist sehr gefragt und das musische Angebot soll ausgebaut werden. Eine Ausstellung mit Arbeiten von Freizeitkünstlern eröffnet am 28. Februar, um 19.30 Uhr.

Die Staffeleien wirken wie ein großes, aufgeschlagenes Bilderbuch, an dem noch emsig gearbeitet wird. Hinter den fächerartig aufgestellten Zeichenbrettern stehen die Malkursteilnehmer. An diesem Abend ist Porträtzeichnen angesagt. Sie zeichnen mit Bleistift einen jungen Mann, der in der Raummitte auf einem Stuhl sitzt. Elf Zeichnungen sind zu sehen und auf jedem Blatt sieht er anders aus. „Das ist auch das Spannende, Details sehen zu lernen“, sagt Martina Metzenroth. Sie arbeitet in der Verwaltung und besucht seit zwei Jahren den Malkurs in der Volkshochschule im Landkreis Meißen in Radebeul. Hier finde sie Anleitung im Malen und Zeichnen.
„Das ist sehr beflügelnd und macht Spaß“, sagt sie. „Es belebt, entspannt und hinterher trägt man ein Bild nach Hause.“ Ein anderes Mal wird mit Pinsel und Farben gemalt und im Sommer gehen sie auch ins Freie und suchen sich Malmotive wie Schloss Wackerbarth oder an der Elbe.

„Der Ausgangspunkt ist für alle gleich, was jeder daraus macht, unterschiedlich und das bereitet Freude beim Betrachten“, sagt Uwe Buchholz, der bisher als Architekt arbeitete und jetzt mithilft in der Apotheke seiner Frau in Meißen. Das Malen sei auch ihr Hobby und sein Schwiegervater, 77 Jahre, zeichnet ebenso neben ihm an der Staffelei. Uwe Buchholz übt sich gerade im Zeichnen mit der linken Hand, um nicht festzufahren und ins Stereotype zu fallen. “Das ist ungewohnt, man muss sich sehr konzentrieren und es dauert länger“, sagt er. „Wir haben aber eine super Lehrerin, sehr direkt, aber zielführend und schön, was sie aus jedem herauskitzelt“, sagt Uwe Buchholz über Mechthild Mansel.

Sie geht zwischen den Staffeleien umher, gibt Hinweise und geht auf die Arbeiten ein: „Immer das Modell im Blick behalten.“ “Bitte hier die Dunkelheit herstellen zum einfallenden Licht“ und „Gönnen Sie sich diese Linie!“, sagt sie zu den Zeichnenden und macht sie auf Feinheiten der Gesichtspartie, Augen, Ohren und Nase aufmerksam.
Seit 2010 gibt die in Dresden lebende Künstlerin Mechthild Mansel als Dozentin Malkurse für Anfänger und Fortgeschrittene an der Volkshochschule in Radebeul. Bereits mit zehn Jahren nahm sie Unterricht in der Dresdner Hochschule für Bildende Künste. Zu ihren Lehrern gehörte der bekannte Maler Bernhard Heisig, wegen ihm habe sie schließlich in Leipzig Kunst studiert.

„Im Malkurs geht es darum, die Wahrnehmung zu vertiefen, das kann man ins tägliche Leben mit übernehmen. Außerdem entwickeln die Teilnehmer verschiedene malerische und zeichnerische Techniken und Ausdrucksmöglichkeiten für eigene Gefühle, Erfahrungen und Eindrücke“, so Mechthild Mansel. „Malen hat auch etwas Meditatives und ist gut für die Seele.“ In ihrem Malkurs treffen sich jeden Mittwochabend, 19 Uhr, maximal zwölf Teilnehmer im Alter von Mitte 20 bis über 80 Jahren, um gemeinsam zwei Stunden zu zeichnen und malen. Ein Kurs umfasst fünf Veranstaltungen.

„Die künstlerischen Kurse sind immer sehr gut nachgefragt. Da viele Teilnehmer dabeibleiben im nächsten Kurs mit neuen Schwerpunkten, gibt es wenig freie Plätze für Neueinsteiger“, sagt Ines Ragala. Seit Oktober 2019 leitet sie den Fachbereich Gesundheit, Kunst und Gesellschaft an der Volkshochschule in Radebeul. Es gibt außerdem einen Malkurs mit der Künstlerin Sylvana Arndt dienstags um 9.30 Uhr, den meist Senioren besuchen. Weitere künstlerische Kursleiter sind willkommen. Außerdem wird das musische Angebot ausgebaut, vorerst mit Kursen für Gitarre, Schlagzeug und andere Rythmusinstrumente. „Beim Malen hören wir auch oft Musik von Klassik bis Jazz und man merkt, dass der Stift dann auch leichter wird“, sagt Carolett Kaselowski. Sie malt und musiziert seit ihrer Jugendzeit und betreibt zwei Musikschulen in Radebeul und Dresden. Dass jeder seinen eigenen Stil hat, dem er treu bleiben und sich zeichnerisch weiterentwickeln kann, gefällt ihr am Malkurs mit Mechthild Mansel.

„Die Hand zittert, beschwert sich, dass zu viel radiert wird, altersbedingt“, sagt Barbara Müller, fast 90-jährig und die älteste Teilnehmerin im Malkurs. Doch sie sei froh, dass sie noch gut sehen und zeichnen kann und einer der Teilnehmer nimmt sie mit ins Pflegeheim in Radebeul. Nach dem Kurs lehnen alle Porträtzeichnungen an der Wand, gegenüber sitzen die Teilnehmer und sprechen mit Mechthild Mansel darüber. Der Austausch über die Bilder ist ihnen so wichtig wie das Malen.

Nun sind sie gespannt auf die Ausstellung. Dafür wählte Mechthild Mansel insgesamt 18 Bilder von acht Malkursteilnehmern, die am längsten dabei sind, aus. Die Ausstellungseröffnung ist am 28. Februar, um 19.30 Uhr in der VHS Radebeul auf der Sidonienstraße 1a. Dann wird auch die Schülerband aus der Musikschule “sound of harmony“ von Carolett Kaselowski spielen. Kursleiterin Mechthild Mansel selbst wird am 20. März, um 19.30 Uhr eine Personalausstellung anlässlich ihres 60. Geburtstages mit Ölbildern, Grafiken und Keramik in der Stadtgalerie Radebeul eröffnen, wo auch alle ihre Kursteilnehmer hinkommen. Der nächste Malkurs mit ihr an der VHS Radebeul startet am 26. Februar.

Text + Fotos (lv)

http://www.vhs-lkmeissen.de


Zeichnen entspannt und schärft den Blick: die Künstlerin Mechthild Mansel mit den Porträts ihrer Malkursteilnehmer.

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BilderAlbum: Frank Zander stellt im Fischrestaurant „Kastenmeiers“ aus

25 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik

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„Hier kommt Kurt“: Das passende Bild zum Hit hängt auch in der Ausstellung.
Der Musiker und Comedian mit der Reibeisenstimme Frank Zander ist gelernter Grafiker. Natürlich sang er auch ein Lied gemeinsam mit seinen Fans („Nur nach Hause woll`n wir nicht“…)


Kochfisch & Hamburg, Große Freiheit

Bunt beflügelte Zander-Fische

Der Musiker, Comedian und Grafiker Frank Zander stellt zurzeit farbenfrohe Zeichnungen und Gemälde mit und ohne Flossen und Charisma im Fischrestuarant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“ Dresden aus. Er ist ein Unikum wie seine Bilder, direkt aus dem Bauch. Es geht um Genuss, Spaß, aber auch ein offenes Herz und geben denen, die wenig haben. Zur Ausstellungseröffnung signierte, sang und machte Zander viele Selfies zusammen mit den zahlreichen Besuchern. Das erste Bild wurde gleich verkauft, das der stolze Besucher hier hält. Die 33 „echten Zander“ sind noch bis 27. Februar zu sehen.

Text + Fotos (lv)

http://www.kastenmeiers.de
  

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Experimental Improvisation: Musik & Malerei live im KlangLabor

20 Donnerstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Musik, Projekte

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Harfenklänge & Pinselschwünge: Aerdna Harp & Manuela Neumann


Gitarrenklänge steuert Christoph Ball bei zur Impro-Session im KlangLabor.


Auf der Trompete begleitet Marcous „Albinoni“ Kliesch die Musik & Malerei-Performance.

Wenn Musik und Farben zusammen fließen

Der Pinsel harft über`s Papier. Die Harfe schwelgt in verschiedensten Farbtönen, trifft auf im Raum umher schwirrende Gitarren- und Trompetenklänge. Die Kunst der Improvisation in gemeinsamem Agieren von Musik & Malerei kann man diesen Sonnabend hautnah im KlangLabor in Dresden erleben. Aerdna Harp spielt an der E-Harfe. Sie ist die Initiatorin dieses neuen Begegnungsortes verschiedener Künste. Marcous „Albinoni“ Kliesch bläst die Trompete. Er ist Berufsmusiker, gibt auch Unterricht und hat ein Tonstudio.
Christoph Ball steuert Klänge auf der Gitarre und Ukulele bei und singt. Er ist ebenfalls als Musiker tätig und unterrichtet. Beide wohnen in Dresden. Manuela Neumann, die an der Dresdner HfBK studierte, beteiligt sich an dem Experiment mit improvisatorischem Malen. Von ihr sind zurzeit auch Miniatur-Zeichnungen unter dem Titel „Faszination der Linie“ im Kabinett in einer Ausstellung in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49 am Fetscherplatz noch bis 14. März zu sehen. Zusammen sind die vier Künstler das Quartett „Pinhartromgit“. Man darf gespannt sein auf die spontan entstehenden Klangbilder und Bilderklänge dieser Musik & Malerei-Performance am 22. Februar, 19.30 Uhr im KlangLabor auf der Lommatzscher Straße 6 in Dresden. Eintritt frei. Spende willkommen.

Text (lv)

Fotos: Veranstalter

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„Die Live Butterfly Show“ – Lesung mit Jan Wagner im Stadtmuseum Dresden

19 Mittwoch Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie

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Kalifornische Sonette und ein kleiner Krähenhymnus

Der Berliner Dichter und Preisträger der Leipziger Buchmesse 2015, Jan Wagner liest aus seinem neuen Gedichtband „Live Butterfly Show“ am 20. Februar, um 19 Uhr im Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2 (Eingang Landhausstraße).

Man kann sich Jan Wagner als zeitgenössischen Klassiker vorstellen. Seitdem dem Berliner Dichter und Übersetzer im Jahr 2015 für seinen Gedichtband „Regentonnenvariationen“ der Preis der Leipziger Buchmesse zugesprochen wurde, wuchert sein mittlerweile berühmtes Gedicht „giersch“, „mit dem begehren schon im namen“, in den Köpfen von Lesern, Kritikern und Lyrikerkollegen. Selten hat ein kleines Sonett mit angedeuteten Reimen und hinters Licht führender Heimeligkeit derart die Geister geschieden. Schön, wenn Poesie so etwas kann!

Lyrische Anverwandlungen von Rettich und Weißkohl, „kalifornische sonette“, ein „kleiner krähenhymnus“ oder ein „lob des kamels“ bevölkern auch die „Live Butterfly Show“, Wagners neuesten Gedichtband, mit dem der gebürtige Hamburger morgen im Dresdner Stadtmuseum zu erleben ist. Es finden sich darin die ausgeklügelten Beschwörungen der Dingwelt, die man bereits zu kennen meint: Neunaugen als „glitschige urzeitwesen aus ocker / und schlamm“ oder Weißdorn als ein „lokal /begrenzter schneefall, der nicht / aufhört, nicht aufhört“.

Genauso segelt Wagner durch die abendländische Tradition von Jonas im Walfisch bis Horaz, widmet dem Maler John Constable und Dornröschen aus dem Märchen Sestinen und steht dann wieder unvermittelt „am ganges“.

Aber welcher Dichter, bitteschön, hat schon einmal über einen „einstellungstag im meerjungfrauenmuseum“ geschrieben? Der von der irischen Westküste stammende Matthew Sweeney, dessen Gedichte Wagner übersetzt hat, bemerkte einmal, dass man in maritimen Dingen und in puncto Akkuratesse bei Jan Wagner an der richtigen Adresse sei. Sein Hang zu sprachlicher Präzision, zu historischen Blitzlichtern, zum Fortschreiben von Traditionen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das dem kürzlich verstorbenen Sweeney gewidmete „glasauge“ uns anstarrt, „wie um zu sagen: bleibt und seht“. Und was sehen wir? Einen dem Trunke ergebenen „onkel“ etwa, der „an seinen hosenträgern“ hereinschwebt „wie ein prächtiger fesselballon“. Wir sehen „die kapitäne“, die „in unserer straße an land“ gingen und „ankerten in der witwenbucht“.

Unbedingt hervorzuheben ist auch Wagners feiner, ins Absurde spielende Humor, der allerdings ohne Reim kaum zu haben ist: „vergib mir“, heißt es im Titelgedicht, in dem vielleicht sogar von Schmetterlingen die Rede ist, „daß ich aufging in der schar / von eilenden, geblendeten, touristen, / undankbare blüte, die ich war“.   Patrick Wilden, DNN 19.2.2020

Eine Kooperation der Literarischen Arena e.V. mit der Evangelischen Akademie Meißen und den Museen der Stadt Dresden.

Eine Veranstaltungs-Empfehlung von Jörg Scholz-Nollau

-- 
Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

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Familienzentrum Radebeul feiert seinen 30. Geburtstag

18 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Kultur, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Kaum ein Radebeuler, der nicht schon einmal hier war. Der Geschäftsführer des Familienzentrums Radebeul, Mathias Abraham zeigt das prall gefüllte, neue Programmheft. Zum Kinder-Fasching am 25.2., von 15.30 bis 18 Uhr, sind Kinder, Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und Freunde herzlich zum Feiern eingeladen, zu Knüppelkuchen am Feuer und einem kleinen Theaterstück (Anmeldung unter Tel.:  0351 – 83 973 – 0).

Ein Begegnungsort für alle Generationen

Das Familienzentrum Radebeul feiert seinen 30. Geburtstag am 8. März und lockt mit einer Fülle an Angeboten für kleine und große Besucher.

Wer einmal das trostlos verfallene Haus Anfang der 90er Jahre auf dem Dorfanger in Altkötzschenbroda sah, staunt um so mehr über die wundersame Verwandlung. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als die Gründerinnen der Familieninitiative Radebeul mich damals durch das alte Gemäuer samt morschem Dachboden führten und erzählten, was hier einmal alles entstehen soll. Elan und Träume können viel bewirken. Auf ein helles Stofftuch schrieben sie in leuchtenden Farben an die Hausfassade: “Hier baut die Familieninitiative ein Familienzentrum“.

Sie wollten einen Platz für Eltern und Kinder in der Öffentlichkeit schaffen, an dem sie sich treffen, austauschen, selbst gestalten und gegenseitig stärken können. Bei der Umsetzung half den Frauen ein Preisgeld einer Stiftung und sie kauften das völlig marode Haus. Inzwischen strahlt der sanierte Dreiseithof sonnengelb wie einst auf dem Plakat. Die Aufnahme ist einem Faltblatt mit dem Jubiläumsprogramm zu sehen. Die Familieninitiative Radebeul e.V. feiert am 8. März ihr 30-jähriges Bestehen.

Mit einem Familien- und Frauentagsfrühstück von 9 bis 13 Uhr im Familienzentrum in Radebeul-Altkötzschenbroda 20. Außerdem gibt es ein fröhlichen Benefizkonzert für Familien in der Friedenskirche um 15.30 Uhr. In der Ausstellung „FamilienFreundeInitiativ“, die um 17.30 Uhr im Familienzentrum eröffnet, werden die Erinnerungen an die Anfangszeit und Entwicklung des Hauses lebendig.

„Das Besondere ist, dass hier alle Angebote unter einem Dach stattfinden. Die Eltern-Kind-Gruppen werden gern in Anspruch genommen und dabei entstehen auch Freundschaften und gegenseitige Unterstützung und wird Gemeinschaft aktiv gelebt“, sagt Mathias Abraham, seit 2004 angestellt und seit 2011 Geschäftsführer im Familienzentrum Radebeul, das Mitarbeiter und Stammbesucher liebevoll „Fami“ nennen. „Wir merken schon, dass Gesichter und Kontinuität wichtig sind und das Haus über die Jahre zu einem etablierten Ort geworden ist.“

Seit 2007 ist das Familienzentrum auch ein Mehrgenerationenhaus, das auch eine verlässliche Finanzierung und Stabilität im Rahmen eines Förderprogramms gebracht hat, so Abraham. Es ist ein Begegnungsort für kleine und große Besucher, jung und alt, wo sie sich auf vielfältige Weise betätigen können. Das 80seitige Heft mit dem neuen Halbjahresprogramm enthält täglich mehrere Angebote  von Musik und Bewegung für Babys und Kleinkinder, Prager Eltern-Kind-Programm (PEKIP), einem Stammtisch Malen und Zeichnen und Fotografie, Spielnachmittage, Singen, Yoga am Morgen, Kochkurs für Männer, Fortbildungen für Tagesmütter und Tagesväter bis zu Beratung für jede Lebensphase, Hilfsangeboten für Demenzkranke, Angehörige und Pflegende und einem Trauercafé.

Das Logo des Familienzentrums zeigt vier farbige Häuser, die miteinander verbunden sind wie ein vierblättriges Glücks-Kleeblatt,  lebhaft wie ein Schmetterling und gemütlich wie Waben. Ein Familiencafé und Spielzimmer laden im Erdgeschoss ein.
“Wenn man mit Radebeulern redet, kommt das Familienzentrum in vielen Lebensläufen vor. Kinder waren in den Ferien oder zum Fasching Seit einigen Jahren kommen die damals kleinen Kinder mit ihren eigenen Kindern hierher und das Familienzentrum ist selbst Bestandteil von Familiengeschichten“, sag Mathias Abraham.

Inzwischen nutzen 60 000 Besucher im Jahr die Angebote im Familienzentrum Radebeul mit nunmehr 25 angestellten Mitarbeitern. Das Familienzentrum setzt sich ebenso für ein lebendiges Miteinander von Bürgern und Vereinen für ihre Stadt ein in der Initiative „Team Radebeul – Mach mit im Leben“. Dazu soll eine Ehrenamtsbörse im Februar ans Netz gehen und der Spendenlauf im Lössnitzstadion am 7. Juni, ab 10 Uhr, unterstützt vier soziale Projekte.

Ab  März öffnet außerdem ein Freitagscafé (von 10 bis 14 Uhr) im Kulturbahnhof Ost parallel zum Wochenmarkt, um die ehemalige Bahnhofshalle und den Vorplatz gestalterisch neu zu beleben. „Es soll ein schöner, einladender Ort werden, der die Bedürfnisse der Radebeuler berücksichtigt“, sagt Mathias Abraham. Das Familienzentrum bringt sich ebenso ein wie die im Areal ansässige Stadtbibliothek und Volkshochschule Radebeul.

Text + Foto (lv)

Öffnungszeiten des Familienzentrums:

Mo bis Do  9  – 17 Uhr, Fr 9 – 14 Uhr. Mittagstisch von 11 -13 Uhr.

www.Familienzentrum-Radebeul.de 

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Radebeuler Kultur e.V.: Liebe zur Musik und Erschließung neuer Kreativräume

18 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte

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Gemeinsamer Einsatz für eine lebendige, künstlerisch-kreative Szene in Radebeul: Björn Reinemer kurbelt die Projekte im Radebeuler Kultur e.V. an, in dem auch seine Mutter, die Bildhauerin Gabriele Reinemer aktiv ist.

Vom Jazz-Festival bis zur musischen Förderung
für Kinder und Jugendliche

Der Radebeuler Kultur e.V. setzt neue Akzente und will ein Altes Fabrikareal zusammen mit Kreativfirmen neu beleben.

Für eine vielfältige Kulturszene in der Stadt setzt sich der Radebeuler Kultur e.V. ein. Als erstes Projekt unterstützte der Verein im Juni 2019 das XJazz Edition Radebeul Festival. Schirmherr war die Radebeuler Free Jazz Legende Günter Baby Sommer und die bekannte Dresdner Sängerin und Kabarettistin Anna Mateur. Über 800 Besucher erlebten an drei Tagen an mehreren Spielorten, darunter die Landesbühnen Sachsen, Weingut Aust und Haus Steinbach Konzerte mit hochkarätigen lokalen und internationalen Künstlern.

In diesem Jahr findet das genreübergreifende Jazzfestival vom 5. bis 7. Juni wieder in Radebeul statt. Eröffnet wird es mit Jazzrock und Beat der Band „Get The Blessing“ aus Großbritannien am 5.7., um 20.30 Uhr in der Lutherkirche. Mehrere Gruppen spielen wieder im Weingut Aust am 6.6. ab 16 Uhr.

„Uns verbindet alle die Liebe zur Musik, zur Region und der Wunsch, die kulturelle Lebensqualität zu erhalten und zu fördern“, sagt Björn Reinemer.
Der 32-jährige kümmert sich um die Geschäftsführung des Radebeuler Kulturvereins. Er ist Musiker und Inhaber der Konzertagentur Dynamite und arbeitet als Booker im Verlag Voland und Quist in Dresden. Der Kulturverein ist inzwischen auf 27 Mitglieder angewachsen und insgesamt 32 Leute engagieren sich für dessen Projekte. Sie sind zwischen 19 und 83 Jahre alt, arbeiten in der IT-Branche, als Architekten, Baumpfleger, Bühnenbildnerin und Künstler wie die aus Frankreich stammende Sophie Cau oder der Radebeuler Uri Weber.

Der Radebeuler Kulturverein unterstützt und initiiert einzelne Projekte wie Konzerte, Workshops, Lesungen oder Theaterproduktionen. Eine Mischung aus Lesung und Konzert mit Esther Bejarano, eine 95-jährige jüdische Autorin und Holocaust-Überlebende und einem Rapper, ist für den 2. Oktober geplant, der Veranstaltungsort stehe noch nicht fest. „Sie war Musikerin und musste während der Ankunft der Züge im Vernichtungslager spielen als Pianistin. Das Akkordeonspiel hat sie sich selbst beigebracht und die Musik rettete ihr das Leben“, erzählt Björn Reinemer.

Der Kulturverein sammelt mit seinem Projekt „MusikArche“ Spenden
für Instrumente und eine musikalische Ausbildung für Kinder und Jugendliche, die besondere Hilfe benötigen. Gerade gestartet ist ein Jahreskurs, die Kosten von 700 Euro trägt der Radebeuler Kultur e.V., für ein Kind aus einer Betreuungseinrichtung der Kinderarche Sachsen e.V., das nun die Musikschule des Landkreises Meißen in Radebeul besuchen kann.

Ein weiteres Vorhaben ist die Stärkung der künstlerisch-kreativen Szene. Sein Domizil hat der Radebeuler Kulturverein in einem ehemaligen Fabrikgebäude auf der Meißner Straße 21 an der Stadtgrenze zu Radebeul. In dem weiß gestrichenen Gebäude haben sich bereits einige Kreativwirtschaftsfirmen angesiedelt. Björn Reinemer betreibt hier seine Konzertagentur Dynamite. Auf derselben Etage sind die „Centre-Films“-Firma und ein kleines Tonstudio ansässig. Es gibt einen größeren Veranstaltungsraum mit ca. 100 Plätzen. Von Filmvorführungen, hauptsächlich Programmkino, auch kombiniert mit Musik über Ausstellungen bis zu kulturellem Experimentierraum sei hier vieles denkbar.

„Wir wollen etwas in die Lücken gehen mit unseren Angeboten“, so Reinemer. Zunächst sollen quartalsweise Veranstaltungen wie Kinoabende stattfinden, wobei der Radebeuler Kultur e.V. gern mit dem Kulturverein der Stadtbibliothek Radebeul-Ost kooperieren würde. Die weiten Gebäudeflure bieten viel Hängefläche für Bilder.
Die Bildhauerin Gabriele Reinemer ist wie ihr Sohn ebenfalls aktiv im Radebeuler Kulturverein. „Ich finde es wunderbar, dass eine Etage in diesem Gebäude neu belebt wird und der Vermieter offen für eine kreative Nutzung ist“,  sagt sie. Daher sei es wichtig, dass der Verein weiterhin unterstützt wird, um ein breitgefächertes Angebot für junge wie ältere Künstler und Besucher zu entwickeln.

Text + Fotos (lv)

Kontakt: http://www.radebeuler-kultur.de


Neue Oase für Kreativfirmen. In dem früheren Fabrikgebäude auf der Meißner Straße 21 an der Stadtgrenze zu Radebeul hat jetzt auch der Radebeuler Kultur e.V. sein Domizil.

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Die Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Radebeul feierte ihren 20. Geburtstag – Ein Atelierbesuch

17 Montag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Atelier & Galerie in einem: Der Maler und Grafiker Markus Retzlaff ist von Anfang an dabei im „Atelier Oberlicht“ in Radebeul-Altkötzschenbroda 23.

Im Bilderreich: Markus Retzlaff und Simone Ghin. Sie hat hier ihr Atelier für Malerei und Glaskunst.

Kunst hautnah erleben

Die Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Altkötzschenbroda feierte ihr 20jähriges Bestehen. Markus Retzlaff ist von Anfang an dabei. Simone Ghin seit 2015. Zur Kultur- und Kneipennacht am 4. April öffnen sie die Ateliertüren wieder für Besucher.

Mit seinem Glasdach erinnert der Atelierraum an ein Gewächshaus. Hier ist reichlich Kunst gewachsen in 20 Jahren. Überall hängen, liegen, lehnen Bilder
an den Wänden, in und auf den Grafikschränken und Tischen und über der gemütlichen Sofaecke mit Bücherregal. Vorwiegend Grafik, Zeichnungen und Malerei sind zu sehen.

„Die Idee war, eine Künstlergemeinschaft zu gründen, wo jeder sich entfalten und etwas aufbauen kann, Zugang zur Öffentlichkeit hat und die Möglichkeit, die Arbeiten frei zu verkaufen“, sagt Markus Retzlaff. Er ist Diplommaler und Grafiker und Mitgründer der Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Radebeul-Altkötzschenbroda 23.
Im November letztes Jahr wurde das Jubiläum gefeiert im Gebäude, errichtet auf den Grundmauern einer alten Scheune. Da viel Licht von oben hereinfällt, bekam der Kunstraum den Namen „Oberlicht“ von Ingo Kuczera, einem der Künstler aus der Anfangszeit, der 2004 starb. Sechs Künstler eröffneten hier im Juli 1999 ein insgesamt 166 Quadratmeter großes Gemeinschaftsatelier mit Produzentengalerie.

Dazu gehörten Frank Hruschka, Markus Retzlaff, Nikolaj Bachmann, Julius Hempel, Ingo Kuczera und der deutsch-afghanische Künstler Homayon Aatifi. Jeder hatte eine Ecke für sich und der Hauptplatz für die Bilderpräsentation im Atelier war immer sehr begehrt, erinnert sich Retzlaff. Es entstanden gemeinsame Grafikeditionen. Elf weitere Künstlerinnen und Künstler waren zeitweise dabei im „Atelier Oberlicht“. Zusammen mit Frank Hruschka lud Markus Retzlaff oft zum Schaudrucken beim Herbst- und Weinfest auf dem Dorfanger ein.

„Früher gab es dafür noch mehr Interesse und die Grafiken wurden uns gleich aus den Händen gerissen von den Leuten“, so Retzlaff. Es fand auch ein „Farbenforum“ mit einer Tagung und Ausstellung im Jahr 2001 im „Atelier Oberlicht“ statt. Dafür bekamen die Künstler von der Farbenfirma aus Nerschau Hochdruck- und Ölfarben. Außerdem hatten die „Oberlichter“ zwei Ausstellungen im Kunstfachmarkt Gerstaecker in Dresden.

„Uns ging es auch darum, eine Verbindung zwischen Kunst und Wirtschaft herzustellen“, sagt Markus Retzlaff. “Es gibt ja sehr viele freie Räume in öffentlichen Gebäuden, wo Künstler ausstellen könnten. Das wird leider zu wenig genutzt oder es gibt keine finanziellen Mittel dafür.“ Das vom Künstlerbund geforderte Ausstellungs- bzw. Leihhonorar für die gezeigten Werke der Künstler werde noch nicht überall gezahlt von den Unternehmen und auch Bilderankäufe sind nicht selbstverständlich.

Letztes Jahr hatte Markus Retzlaff zusammen mit dem Radebeuler Künstler Claus Weidensdorfer eine große Ausstellung im Stadtmuseum Döbeln und verkaufte auch einige Bilder. Gleich hinter der Ateliertür steht die Tiefdruckpresse. Sie ist fast immer in Betrieb. Markus Retzlaff zeigt eine Grafik mit einem knorrigen Zwillingsbaum, gewachsen aus einem Stamm mit zwei Kronen, den er auf Usedom entdeckte. Eine Ansicht von einem märchenhaft wirkenden, uralten Fachwerkhaus in erdigen Farben, winterlich verschneit. Eine Bilderwand füllen Landschaften, Architektur und Porträts, Reiseeindrücke aus Indien und Italien.

Daneben hängen leuchtend farbige mediterrane Farblandschaften von Simone Ghin. Das „Atelier Oberlicht“ hat jetzt in der Mitte eine Schiebewand. Seit 2015 hat Simone Ghin im Nebenraum ihr Atelier für Malerei und Glaskunst. Farbenfrohe Leinwände mit Mohnfeldern und den Radebeuler Weinbergen und schimmernden Glassteinen auf Bildern, filigrane Schmuckanhänger und Objekte locken in ihrem Atelier zum Umschauen und Erwerben.

Zur Kultur- und  Kneipennacht in Altkötzschenbroda am 4. April öffnet das „Atelier Oberlicht“ ab Mittag für Besucher mit Druckvorführungen und Glasmalerei. Außerdem trifft sich hier eine kleine grafische Arbeitsgemeinschaft donnerstags ab 18 Uhr, die weiteren Künstlern offensteht. Markus Retzlaff ist der einzige Künstler, der von Anfang an dabei ist. Drei der Gründungsmitglieder (Julius Hempel und Ingo Kuzcera) sind inzwischen verstorben, andere weggezogen. Im November 2019 starb Frank Hruschka. „Ich bin ihm dankbar für die Gründung des Ateliers Oberlicht und die vielen künstlerischen Projekte hier“, sagt Markus Retzlaff über den langjährigen künstlerischen Weggefährten.

Der Freundesförderkreis des „Atelier Oberlicht“ mit derzeit 94 Mitgliedern feierte 2019 zehnten Geburtstag mit einem Galeriekonzert. Für den Jahresbeitrag von 35 oder 75 Euro erhalten sie eine Jahresgabe in Form einer Farbradierung von Markus Retzlaff, es findet eine gemeinsame Veranstaltung statt und gleichzeitig unterstützen Kunstinteressierte damit das „Atelier Oberlicht“.

Text + Fotos (lv)

Kontakt: www.markus-retzlaff.de
www.ghinmalerei.de

Der Pennyzähler
(zu einem Bild von Markus Retzlaff)

Das Blau des Himmels liegt
zu deinen Füßen
hüllt dich ein
doch du senkst den Blick
es macht dich nicht satt
nicht weniger als die Pennys
in deiner Hand
auf die du starrst
als läge darin ein Schatz
als fielen ein paar Sterne zu dir
dich zu führen in einen warmen
fernen Morgen

Lilli Vostry
15.02.2020


Markus Retzlaff am Eingang zur Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ mit Mischlingshündin „Lene“.

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Ausstellung „Franzosen in Dresden – Malerei des Impressionismus und Fauvismus“

14 Freitag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Galerist José Manuel Ladrón de Guevara und Kunsthistorikerin Regina Gerisch in der Ausstellung vor dem Bild „Die Kirche von Piana auf Korsika“ von Charles Camoin.

Zehn neue Bilder zur Midissage

Die Galerieausstellung „Franzosen in Dresden – Malerei des Impressionismus und Fauvismus 1894 – 1925“ wird ergänzt und bis zum 30. April 2020 verlängert.

 Aufgrund ihres großen Erfolges wird die laufende Galerieausstellung „Franzosen in Dresden – Malerei des Impressionismus und Fauvismus 1894 – 1925“ bis zum 30. April verlängert. Seit 6. Februar werden zudem auch zehn neue Bilder präsentiert. In seiner diesjährigen, eintrittsfreien Winterausstellung zeigt José Manuel Ladrón de Guevara in der gleichnamigen Galerie am Obergraben aktuell Werke des französischen Impressionismus und Fauvismus.

Die Auswahl von ca. dreißig Gemälden spiegelt die spannende Koexistenz beider Stile wider und bietet einen faszinierenden Einblick in diese aufregende und innovative Phase der Kunstgeschichte. Mit Guillaumin, Luce, Camoin, Le Beau und Valtat sind dabei einige Künstler vertreten, die zuletzt in den Jahren 1906 und 1908 in Dresden zu sehen waren – in Ausstellungen, die schon damals Furore machten und wiederum die jungen Künstler der „Brücke“ in Dresden nachhaltig beeinflusst haben. Die zehn neuen Bilder umfassen in Dresden bisher nicht gezeigte Werke unter anderem von Boch, Picard, Schuffenecker, Le Beau, Rousseau-Decelle und De Belay. 

Im Jahr 1906 zeigte die Dresdner Galerie Arnold fünfzig Werke des französischen Impressionismus und Postimpressionismus, unter anderem von Seurat, Gauguin und van Gogh. 1908 legte der Kunstsalon Richter mit einer van Gogh Retrospektive nach, während die Galerie Arnold wiederum sechzig Werke der französischen Fauvisten, unter ihnen bekannte Größen wie van Dongen, Marquet, Vlaminck und Friesz, präsentierte.

An diese Ausstellungen schließt nun die aktuelle Schau bei Ladrón de Guevara an. In ihrem Zentrum stehen nicht die ganz großen Namen wie Monet oder Matisse, deren Werke nur noch für ganz wenige Spitzensammler erschwinglich sind. Präsentiert werden hier die anderen, nicht minder großartigen, aber nicht ganz so bekannten Künstler, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankreich die Stile des Impressionismus und des Fauvismus mit entwickelten. Unter ihnen lassen sich aufregende und auch noch bezahlbare Entdeckungen machen. Die gezeigten Werke sind in der Galerie zu Preisen ab 8 000 Euro zu erwerben – aber auch Kunstinteressierte, die nur schauen wollen, sind zum kostenlosen Besuch eingeladen.

Mit dem Impressionismus erreichte der Naturalismus seinen Höhe- und Endpunkt. Der Pointillismus führte nicht weiter, sondern nur zum Erstarren im Formalen. In dieser Situation traten Ausnahmekünstler wie van Gogh und Gauguin auf den Plan, die einen neuen, „wilden“ Stil jenseits des Impressionismus erprobten. Die Fauvisten („Fauves“, franz. für „Wilde“ oder „wilde Tiere“) lösten die Malerei aus der Erstarrung, indem sie auf Naturnähe verzichteten, die Formen vereinfachten, mit kräftigen Primärfarben aufluden und die Farbe vom Gegenstand und aus ihrer dienenden Funktion lösten. Eine wichtige Rolle spielte dabei der in der Ausstellung vertretene Guillaumin, der, von Gauguin, van Gogh und Cézanne bewundert, mit seinen farbstarken Werken zum Vorreiter des Fauvismus wurde. Ladrón de Guevara zeigt unter anderem eine der Provence-Landschaften Guillaumins von 1894. Von den „Fauvisten“ Camoin, Dufy, Le Beau und Valtat sind teils sogar mehrere Werke zu sehen.

Trotz gegensätzlicher Ansätze sind die Übereinstimmungen bei Impressionisten und Fauvisten groß: Zusammengekommen in Paris, freundeten sie sich an, prägten sich gegenseitig, konkurrierten miteinander, rangen angesichts gemeinsamer Vorbilder um ihren persönlichen Stil und arbeiteten so maßgeblich an der Entstehung der Moderne mit. Beide hielten nichts von akademischer Bevormundung, verzichteten auf die Darstellung großer Zeitereignisse, Historien oder Allegorien und konzentrierten sich stattdessen auf ihr konkretes Umfeld: die moderne Großstadt, die Badeorte an der Küste und sinnlich schöne Gegenstände. Beide liebten Freilichtmalerei und setzen unmittelbare Licht-, Farb- und Gefühlserlebnisse in Malerei um. Für Vertreter beider Stile sind Subjektivität und die Individualität der Pinselschrift ganz entscheidend. „Der Übergang vieler Künstler von impressionistischen zu fauvistischen Gestaltungsweisen und umgekehrt beweist die strukturelle Verwandtschaft beider Stile und ist zugleich der rote Faden der Ausstellung.“, so Ladrón de Guevara.

Text + Foto: Regina Gerisch, Tobias Blaurock

Öffnungszeiten:

Geöffnet bis 30. April 2020, Di bis Fr 12 bis 18 Uhr und Sa 11 bis 16 Uhr. Termine außerhalb der Öffnungszeiten nach telefonischer Vereinbarung (Tel. 0172 790 59 46). Kunsthandel und Galerie Ladrón de Guevara, Obergraben 10, 01097 Dresden

Kunsthandel und Galerie Ladrón de Guevara, José Manuel Ladrón de Guevara, Obergraben 10, 01097 Dresden,
Tel. +49 351 200 00 10, Funk +49 172 790 59 46, jm@ladron-de-guevara.de, www.ladron-de-guevara.de

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Preisverdächtig: 15 nominierte Werke für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 stehen fest

12 Mittwoch Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur

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Jury gibt 15 Nominierte für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 bekannt

Die nominierten Autoren kann man vorab auf Veranstaltungen erleben, bevor die Leipziger Buchmesse wieder ihre Türen öffnet in diesem Jahr vom 12. bis 15. März. 

Die Jury hat entschieden: Aus 402 eingereichten Titeln stehen die 15 für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 nominierten Bücher und ihre Autoren in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung fest. Viele Werke in den Kategorien Belletristik und Sachbuch beschäftigen sich in dieser Preissaison mit dem Jahr 1990, wie Jury-Mitglied Dr. Katrin Schumacher betont. „Dabei sind autobiografische und biografische Werke ebenso wie Texte, die ganz nah am Menschen sind.“ Jury-Vorsitzender Jens Bisky lobt die großartigen Neu- und Wiederentdeckungen in der Kategorie Übersetzung: „Es ist gelungen, auch sprachlich sehr schwierige Werke in ein ungeheuer angenehmes Deutsch zu übertragen voller Witz und Intelligenz.“ Am 12. März erhalten drei der Nominierten zur Leipziger Buchmesse den begehrten Preis.

Das sind die Nominierten 2020:  

Kategorie Belletristik:

  • Verena Güntner: Power (DuMont Buchverlag, 10. März 2020)
  • Maren Kames: Luna Luna (Secession Verlag,12. August 2019)
  • Leif Randt: Allegro Pastell (Verlag Kiepenheuer & Witsch, 5. März 2020)
  • Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder (S. Fischer Verlag, 4. März 2020)
  • Lutz Seiler: Stern 111 (Suhrkamp Verlag, 2. März 2020)

Kategorie Sachbuch und Essayistik:

  • Bettina Hitzer: Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts (Klett-Cotta Verlag, 25. Januar 2020)
  • Michael Martens: Im Brand der Welten: Ivo Andrić. Ein europäisches Leben (Paul Zsolnay Verlag, 19. August 2019)
  • Armin Nassehi: Muster: Theorie der digitalen Gesellschaft (Verklag C. H. Beck, 28. August 2019)
  • Julia Voss: Hilma af Klint – „Die Menschheit in Erstaunen versetzen“. Biografie (S. Fischer Verlag, 26. Februar 2020)
  • Jan Wenzel (Hg.) zusammen mit Anne König, Andreas Rost u.a.: Das Jahr 1990 freilegen (Spector Books, 1. November 2019)

Kategorie Übersetzung:

  • Fran Ross: Oreo (dtv Verlag, 20. September 2019), aus dem amerikanischen Englisch von Pieke Biermann
  • Clarice Lispector: Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau. Sämtliche Erzählungen I (Penguin Verlag, 21. Oktober 2019), aus dem brasilianischen Portugiesisch von Luis Ruby
  • Angel Igov: Die Sanftmütigen (eta Verlag, 15. Oktober 2019), aus dem Bulgarischen von Andreas Tretner
  • George Eliot: Middlemarch. Eine Studie über das Leben in der Provinz (Rowohlt Verlag,19. November 2019), aus dem Englischen von Melanie Walz
  • Charles Baudelaire: Der Spleen von Paris (Rowohlt Verlag, 18. Juni 2019), aus dem Französischen von Simon Werle

Onlineangebote zum Preis der Leipziger Buchmesse

Statements der Jury zu ausgewählten Themen rund um den Preis der Leipziger Buchmesse finden Sie unter www.preis-der-leipziger-buchmesse.de. Die Preisverleihung am 12. März, 16 Uhr, erleben Sie nicht nur live vor Ort, sondern auch im Livestream unter http://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse.

Nominierte vorab erleben

Wer auf eine Begegnung mit den Nominierten nicht auf die Leipziger Buchmesse warten möchte, kann in Berlin, Halle, Hamburg, Leipzig oder München einige Kandidaten vorab treffen. Am 3. März sind die Nominierten in der Kategorie Übersetzung und am 6. März die Nominierten in der Kategorie Sachbuch zu Gast im Literarischen Colloquium Berlin. Die Nominierten in der Kategorie Belletristik stellen sich am 22. Februar im Schauspiel Leipzig, am 23. Februar im Literaturhaus Halle, am 3. März im Literaturhaus München und abschließend am 4. März im Literaturhaus Hamburg dem Publikum.

Jury des Preises der Leipziger Buchmesse

Unter der Leitung von Jens Bisky gehören der siebenköpfigen Jury Katharina Herrmann, Tobias Lehmkuhl, Wiebke Porombka, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch an.

Über den Preis der Leipziger Buchmesse
Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin.

Text + Foto: Julia Wick/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Leipziger Buchmesse im Internet:
www.leipziger-buchmesse.de
www.leipziger-buchmesse.de/buecherleben
www.preis-der-leipziger-buchmesse.de

Leipziger Buchmesse im Social Web:
http://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
http://twitter.com/buchmesse
http://www.instagram.com/leipzigerbuchmesse

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BilderAlbum: Zeitreise in die Goldenen Zwanziger beim BühnenBall der Landesbühnen

10 Montag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Musik, Tanz

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Im Rausch der 20er Jahre

Musik, Kunst, Mode und Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger lebten mit viel Witz, Charme und Genuss für einen Abend auf beim 6. Bühnenball der Landesbühnen Sachsen am Sonnabend in Radebeul. Rund 450 Gäste feierten und zelebrierten, stilecht kostümiert, im Rausch der 20er Jahre bis weit nach Mitternacht.

Mit dem Blauen Pferd im Foyer auf und davon fliegen, Swing & Charleston mit Charlie Chaplin (Norbert Kegel) und seinen Revuegirls tanzen, das hinreißende Komikerpaar Carl Valentin & Liesl Karstadt erleben (gespielt von Michael Berndt-Cananá und Julia Vincze), im Kabarett Größenwahn frech-charmante Lieder und Theater zur Zeit sehen und einmal mit Millionen um sich werfen und genießen bis die Lichter ausgehen. Berauschend schön war diese Zeitreise in die Goldenen Zwanziger mit dem Publikum als Hauptakteure.

Dabei verwandelte sich der Theater- zum Ballsaal mit farbenreich funkelndem Glitzervorhang und Kronleuchtern. Zunächst stimmte eine knapp einstündige Gala auf den Abend ein (künstlerische Leitung: Jane Taubert). Mit amüsant-beschwingten Liedern u.a. von den Comedian Harmonists („Ich hab für Dich `nen Blumentopp bestellt“), Otto Stransky über ein anrüchiges Abenteuer, gesungen von Peter Kube („Ich fahr`mit meiner Klara in die Sahara“) über Charlie Chaplins „Without You“, Schostakowitschs Walzer Nr. 2 aus seiner wunderbaren Jazz Suite Nr. 2 bis zur getanzten Liaison zu dritt, bei der die zwei Tänzerinnen Camilla Bizzi und Ema Jankovic ihren Geliebten Gianmarco Martini Zani umgarnten.

Witzig und offenherzig sang und spielte die Schauspielerin Julia Rani im Programm „Piratencabaret“ Lieder und Tanzszenen nach C. Isherwoods „Goodbye, Berlin“. Die Theatergaststätte Goldene Weintraube verwandelte sich ins verruchte Nachtlokal Kabarett Größenwahn. Zeitungsjungen verteilten im Foyer ein Extrablatt zum Bühnenball. Es gab auch eine Polizeirazzia auf der Suche nach dem berüchtigten Alkoholschmuggler und Gangsterboss Al Capone.

Im Stummfilmkino lief der Film „Metropolis“ von Fritz Lang aus dem Jahr 1927, der großartig visionär Licht, Schatten und Gigantomanie des modernen Industriezeitalters zeigt mit zeitlos ergreifenden Szenen wie tausenden hilflos ausgestreckten Händen, die wie Ertrinkende Zuflucht suchen vor der außer Kontrolle geratenen Maschinerie. Elegante Damen in Glitterkleidern mit Federboas, Satinhandschuhen, Stirnbändern und langen Zigarettenspitzen und Herren in Frack, Zylinder oder Schirmmützen und aufgeklebten Zwirbelbärten wandelten unweit der Leinwand umher. Galant und flott wirbelten die Tanzpaare, begleitet vom Ballorchester Serenata Saxonia und dem eitel-galanten Conferencier Holger-Uwe Thews, zu mal langsamen und schwungvollen Walzern übers Parkett, tanzten vergnügt Charleston, Cha-Cha-Cha, einige auch Tango und Foxtrott. Natürlich wurden auch das schönste und originellste Ballkostüm und die beiden besten Tanzpaare gekürt und erhielten als Preis Theaterfreikarten für die Meißner Burgfestspiele.

Ein witzig-ironisches Intermezzo gab es um Mitternacht auf dem Bühnenball mit Stargast Ahmad Mesgarha, der Ausschnitte aus seinem Otto-Reuther-Programm „Der Überzieher“ aus der Welt des schönen Scheins sang und spielte zusammen mit der Pianistin Olga Nowikowa. Sie bekamen reichlich Beifall vom Bühnenballpublikum.

Text + Fotos (lv)

http://www.landesbuehnen-sachsen.de


In der Blue Galerie stand ein Blaues Pferd, einst Symbol der Künstlergruppe Blauer Reiter. Es beflügelte die Fantasie und man konnte träumen, zuhören und tanzen zu Klängen von Bolero, Bossa, Swing, Musette und Tango mit dem Trio „Filou“ um Jürgen Karthe am Bandoneon. Und plötzlich war man reich: Für einen Euro gab es gleich eine ganze Million… Von den Geldscheinen grinste verschmitzt und täuschend echt Charlie Chaplin.


Stummfilmkino mit dem großartig visionären Film „Metropolis“ von Fritz Lang, Deutsche Erstaufführung 1927, über Licht und Schatten und Gigantomanie des modernen Industriezeitalters.

Glamour & Ganoven. Während des Balls gab es auch eine Gangsterjagd quer durchs Café Kinopolis von Polizisten auf der Suche nach dem berüchtigten Alkoholschmuggler und Mafiaboss Al Capone.


Im Kabarett Café Größenwahn begeisterte Julia Rani als frech-charmante Nachtclubsängerin Sally Bowles aus dem Stück „Goodbye, Berlin“ zusammen mit Johannes Krobbach und Tobias Herzz Hallbauer a.k.a. Sonderling. 
Preisverleihung an die besten Tanzpaare und die schönsten und originellsten Kostüme.


Witzig-ironisches Intermezzo um Mitternacht mit Stargast Ahmad Mesgrha und Pianistin Olga Nowikowa.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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