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Kategorien-Archiv: Projekte

Unterwegs: Eröffnung des ersten Kultursommer Bärenstein mit Musik, Malangeboten & Bär

09 Dienstag Aug 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Unterwegs

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Der Bär ist los! in Bärenstein: Mit fröhlicher Musik, Malangeboten, Spaß und Interaktion mit den Bären wurde der erste Kultursommer in Bärenstein am Sonnabend eröffnet. Täglich locken hier kreative Mitmach-Angebote für kleine und große Besucher und eine offene Bühne. Das Kulturfest dauert bis 27. August.

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Ländliche Idylle, gemeinsam kreativ sein & genießen (im Foto von li nach re.): Der Jazzmusiker und Initiator des Kultursommer Bärenstein, Hartmut Dorschner vor seinem Haus in Bärenstein, Thomas Linde, Bildhauer und Fotograf, Andrea Dorschner, Schwester des Gastgebers und Harfenistin und die Kinder Elias und Lio.

Bärischer Frohsinn in Bärenstein

Bunte Maltische rund um die offene Bühne, fröhliche Musik und erste Ideen für den Wunschbaum eröffneten am Sonnabend den Kultursommer Bärenstein.

Umringt von Musikern und Künstlerinnen steht ein brauner Bär auf der kleinen Bühne auf dem Marktplatz in Bärenstein. Darüber spannt sich ein weißes Sonnensegel. Davor stehen weiß gedeckte Tische mit bunt schwebenden Luftballons mit Bären-Logo. Rund 20 Zuschauer haben sich vor der Bühne versammelt an diesem sonnigen Sonnabendnachmittag zur Eröffnung des Kultursommer Bärenstein. Mehrere Kinder, junge und ältere Leute, Einheimische und Freunde der Künstler bunt gemischt. Hartmut Dorschner, Musiker und Vorstandsmitglied im Kult-ur-art e.V. Bärenstein, der das Projekt initiiert hat und der Bär, dem Michael Melerski Gestalt verleiht, begrüßen die Besucher auf deutsch und bärisch und stellen das Programm vor. Ein junges Mädchen agiert als Übersetzerin der tiefen Brummlaute, die Neugier und Schmunzeln hervorrufen.

Bärischer Frohsinn breitet sich aus in Bärenstein. Malangebote für Kinder, Puppenspiel, Filme für klein und groß, Konzerte, Lesungen und eine Schreibwerkstatt locken in den kommenden drei Wochen. Alle Veranstaltungen sind kostenfrei (auf Spendenbasis). Der Kultursommer Bärenstein wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Dienstags, von 16 bis 18 Uhr bietet die Künstlerin Alexandra Wegbahn Siebdruck zum Mitmachen an. Sie hat das lustige bärige Logo des Kultursommers entworfen, das auf mitgebrachte T-Shirts und Beutel gedruckt werden kann. Unter dem Motto „Der Bär in mir – Malen mit Kindern“ (8. und 15.8., 9 – 12 Uhr, vor der Großen Bühne) laden die Künstlerinnen Alexandra Wegbahn und Manuela Henschke die Kinder des Ortes ein, sich selbst mit Hilfe der Körperumrisse auf großen Papierbögen zu malen. In der Papierwerkstatt, die dienstags bis freitags von 10 bis 14 Uhr öffnet, kann man außerdem Papier schöpfen, prägen, drucken und kleine Wesen bauen. Lisann aus Guben, die gerade hier zu Besuch ist, nutzte die Gelegenheit und bemalte einige farbenfrohe Bärenanstecker und –magnete und verschenkte sie.

In der Schreibwerkstatt mit Iris Stauch, vom 10. bis 12.8., 10 bis 15 Uhr in der Bärensteinschänke, werden sich die Teilnehmer spielerisch vom Ort, von historischen Ereignissen aus Bärenstein, überlieferten Sagen und Geschichten zu eigenen Texten anregen lassen und kann man sich in die Stille vertiefen, eine Auszeit vom Alltag nehmen. Eine Lesung der entstandenen Geschichten gibt es am 12.8., 17 Uhr.

„Im Sommer ist sonst nichts los hier. Vielleicht zieht das Kulturprogramm mehr Touristen nach Bärenstein“, sagt Einwohnerin Marianne Kaden. „Damit wird auch ein Zugang zu Kunst ermöglicht für Leute, die weniger im Portemonnaie haben“, ergänzt ihr Mann Gerolf Kaden. Er war über 30 Jahre Vorsitzender der Kirchgemeinde Bärenstein und engagiert sich weiterhin. Drei Veranstaltungen werden in der Kirche stattfinden. Darunter eine Lesung mit poetischen Texten von Marit Heuß aus Leipzig am 19.8., 17 Uhr und 20 Uhr ein Konzert mit der Harfenistin Andrea Dorschner, Günter Heinz an der Posaune und Ray Kaczinski am Schlagzeug.

„Wir freuen uns auch auf das neue Bärensteinorchester“, so Kaden, der selbst gern musiziert an der Ziehharmonika oder mit der „Nasenflöte“. Anregungen für den Wunschbaum für Bärenstein haben er und seine Frau gleich mehrere: „Der ehemalige Gasthof ,Stadt Bärenstein’ mit Festsaal steht schon seit den 90er Jahren leer. Die Bank an der Linde auf dem Markt zerfällt fast. Schön wäre außerdem, wenn das Schloss, wenigstens ein Teil, wieder öffentlich zugänglich wäre auch für kulturelle Nutzung.“

„Dort haben wir kurz nach der Wende mal Silvester gefeiert und ein Café gab es auch, bevor das Schloss verkauft wurde. Seither steht es leer“, sagt Marianne Kaden. Der jetzige Schlosseigentümer Dr. Thaler aus München habe beim Kauf die Auflage erhalten, das Schloss auch für die Öffentlichkeit zu erhalten. Dort haben Hartmut Dorschner und Max Löb sogar schon einmal eine Stunde heimlich auf einer Party gespielt. „Dann kam Herr Thaler und sagte, dass wir qualitativ hochwertig spielen und schickte uns hinaus“, erzählt Dorschner.

Als Bär ist Michael Melerski täglich in Bärenstein unterwegs. „Die Figur ist ein Element, um an die Leute heranzukommen. Es geht mir um das Interaktive und um Kommunikation, um die Tradition, den Hintergrund, Ursprung und die Identifikation der Bewohner mit ihrem Ort. Dort hole ich sie ab“, sagt Melerski. Im Bärenfell will er an Wohnungstüren klingeln, beim Frisör sich auch mal hinsetzen und in den Konsum gehen. Wer mag, kann sich mit dem Bären fotografieren lassen zur Erinnerung.

„Ich habe den Eindruck, dass die Einheimischen das Angebot gut annahmen, auch die Einlage mit dem Bären, der mit den Besuchern interagierte. Das war witzig und surreal. Auch die Impromusik hat Spaß gemacht“, sagt Thomas Linde, Bildhauer und Fotograf, der das Projekt fotografisch begleitet. „Mir gefällt, dass mit dem Kultursommer etwas Innovatives in die Region kommt, auch als Impulsgeber und Anfang für weitere Projekte.“ Die Bühne auf dem Markt in Bärenstein steht täglich von 18 bis 21 Uhr offen und kann von Künstlern und Besuchern einzeln und gemischt bespielt werden in aller Bandbreite von  Musik, Tanz, Texte bis Theater.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.www.kult-ur-art.eu

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Lesung „Einen Stern spüren“ mit Thomas Gerlach in der Galerie Kunst & Eros

04 Donnerstag Aug 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte

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Spiel mit Worten und Farben

anlässlich der aktuellen Ausstellung »SOMMERSALON 22« sind Interessierte recht herzlich zur Lesung »einen Stern spüren« am 5. August 2022 um 19.30 Uhr in die Galerie kunst & eros eingeladen.

Der Künstler Michael Hofmann und Buchautor Thomas Gerlach haben ein gemeinsames Buch entwickelt. In der aktuellen Ausstellung »SOMMERSALON 22« zeigen wir die Originalillustrationen zum neu erschienen Buch »einen Stern spüren«, neue Farbholzschnitte, die mit den Erzählungen korrespondieren.
Thomas Gerlach: Geboren 1952 in Dresden, lebt und denkt in Radebeul. Die Ahnung, dass Sprache geschaffen ist, große Dinge zu tragen, als bloße Informationen, führte ihm den Stift und schürte die Freude an allem Wort- und sonstigem Gewordenen. Michael Hofmann: Geboren 1944 in Chemnitz, Maler und Grafiker, studierte an der HfbK in Dresden. Bei ihm ist der Holzweg keine Sackgasse; bei ihm hat die Sprache Farben wie die Farben Sprache haben, für die er in Radebeul die passende Umgebung fand.

»einen Stern spüren« Ein Leseabend

Freitag, 5. August 2022 · Beginn 19.30 Uhr  ·

Das Buch »einen Stern spüren« wird in der Galerie kunst & eros vom Buchautor Thomas Gerlach vorgetragen und musikalisch von Christian Mögel am Klavier begleitet.

Kartenreservierungen werden in der Galerie telefonisch oder per E-Mail empfohlen, da Sitzplätze begrenzt!

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis
15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

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Unterwegs: Der Bär ist los! beim Kultursommer Bärenstein im Erzgebirge

02 Dienstag Aug 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Tauschmarkt/Ideenbörse, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Kultursommer im Zeichen des Bären

Ein vielfältiges Programm mit Konzerten, kreativen Mitmachangeboten, Gesprächsrunden und Wunschbaum lockt drei Wochen lang in dem kleinen Ort im Erzgebirge.

Eine kleine Bühne auf dem Marktplatz in Bärenstein ist im Aufbau.
Ins Rathaus zieht die Bärensteinschänke „Zum Goldenen Bären“ ein, eine Begegnungsstätte und Treffpunkt für ein gutes Miteinander. Hier werden Gesprächsrunden und Workshops stattfinden. Dies ist auch der Ort, an dem der „Wunschbaum“ wächst. Er wird sich füllen mit Apfelformen aus Papier, beschriftet mit eigenen Anregungen, Wünschen und Ideen für Bärenstein und für alle sichtbar. Zur Abschlussveranstaltung wird der Gemeinde aus den Früchten des Wunschbaumes ein gebundenes Buch überreicht. Manch ein Einheimischer wird sich überdies verwundert die Augen reiben, wenn in den nächsten Tagen immer wieder ein frei umher laufender Bär im Ort auftaucht. „Er ist als Zentralfigur des Kultursommers täglich präsent, provoziert, kommuniziert und treibt Schabernack“, erzählt Hartmut Dorschner, der Initiator des ersten „Kultursommer Bärenstein“.

Drei Wochen lang, vom 6. bis 27. August, lockt ein vielfältiges Programm mit Konzerten, Filmen, Puppentheater und vielen kreativen Mitmach-Angeboten für einheimische und Besucher von weiter her in dem beschaulichen Ort im Osterzgebirge. Eröffnet wird der Kultursommer Bärenstein am 6. August, um 16 Uhr auf dem Markt mit Begrüßung auf deutsch und bärisch, Programmvorstellung und einem Konzert mit Hartmut Dorschner, Saxofon, Matthias Macht, Schlagzeug und Andrea Hofmann, Violine (Beginn: 17 Uhr). “Die Idee entstand letztes Jahr im Herbst nach dem Moritzburger Kultursommer. So etwas wollten wir auch in Bärenstein machen“, sagt Hartmut Dorschner. Er ist Jazzmusiker und Komponist, wohnt in Bärenstein und hat schon Erfahrung mit Landart-Kunstprojekten, bei denen Musik und Kunst in Wald und Feld Einzug halten.

Den ersten Bärensteiner Kultursommer hat Hartmut Dorschner zusammen mit dem „kult-ur-art“ Kunstverein zu Bärenstein und den Dresdner Künstlern Michael Melerski, dem Bären und Alexandra Wegbahn organisiert. Ein Jahr dauerte die Vorbereitung, schrieben sie ein halbes Dutzend Förderanträge für das Kulturfestival, die fast alle abgelehnt wurden. „Bei der Bundeskulturstiftung bekamen wir zu hören, dass nur größere Projekte von berühmten Künstlern gefördert werden“, so Dorschner. Bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen wurde ihnen schließlich geraten, es über eine kommunale Förderung zu versuchen. Der Bürgermeister von Altenberg, Thomas Kirsten war angetan von der Idee eines Kulturfestes. So beantragten die Künstler für die Stadt Altenberg als Veranstalter eine 100-prozentige Förderung. Die Stadt braucht nichts dazugeben. Der Stadtrat stimmte mehrheitlich für den Kultursommer Bärenstein, so Dorschner. Da dieser in einer besonderen Region auf dem Land stattfindet, wird das Projekt voll gefördert mit über 60 000 Euro von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Anfang Juli, kurz vor Beginn des Kulturfests, kam die Förderzusage. „Wir hätten unabhängig davon eine kleine Version des Kultursommers Bärenstein veranstaltet“, so Dorschner. Alle Veranstaltungen sind eintrittfrei, das ist ihm wichtig. Spenden zur Unterstützung der Arbeit des Kult-ur-art Vereins sind natürlich willkommen.

An drei Sonntagen, von 10 bis 12 Uhr, sind Anwohner und Gäste zum gemeinsamen Frühstücken an einer langen Tafel eingeladen, die kulinarisch durch mitgebrachte Speisen ergänzt werden kann. Dazu spielt Andrea Dorschner Harfe. Außerdem wird Kinderreiten angeboten. Um Möglichkeiten zur Mitgestaltung und Mitbestimmung in Gemeinden geht es in einem Demokratie-Vortrag mit Gesprächsrunde mit dem Bürgermeister von Nebelschütz am 10. und 17.8. um 17 Uhr in der Bärensteinschänke. Außerdem gibt es einen Kunst-, Handwerker- und Trödelmarkt, bei dem die Anwohner an eigenen Ständen ihre Produkte anbieten können, am 13.8., 10 – 18 Uhr auf dem Bärensteiner Marktplatz.

Ein Konzert mit Heribert Dorschner & den Crazy Germans ist am 26.8., 20 Uhr auf der Großen Bühne in Bärenstein zu erleben. Ein Höhepunkt zum Abschluss soll am 27.8. neben einem Konzert der tschechischen Gruppe Muzika Jara zudem der erste Auftritt mit dem frisch gegründeten Bärensteinorchester werden, in dem rund zehn Hobbymusiker, der jüngste neun und der älteste 60  Jahre alt, zusammen klassische, moderne und eigene Stücke spielen. Zu Besuch bei den Machern des Kultursommer Bärenstein ist am 3. August vormittags Barbara Klepsch, die sächsische Kulturministerin und wird dabei den Fördermittelbescheid in Höhe von 67 300 Euro im Rahmen des Programms „Kulturland 2022. Sachsen als Bühne“ an den Altenberger Bürgermeister überreichen. Eine Wertschätzung für die Künstler, die dabei auch von ihren Erfahrungen mit der Kulturförderung und manch Hindernissen auf dem Weg erzählen können, ohne sich entmutigen zu lassen. „Wir hoffen auf viele neugierige und interessierte Besucher. Nächstes Jahr wollen wir den Kultursommer Bärenstein fortsetzen“, sagt Initiator Hartmut Dorschner in freudiger Erwartung.

Text + Foto (lv)

Weitere Infos zum Kultursommer Bärenstein unter http://www.kult-ur-art.eu

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Ausstellung „Gerade Jetzt“ von Julia Böhm, Lucas Oertel und Chris Löhmann in der Galerie ArtToGo in Dorfhain bei Freital

27 Mittwoch Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs

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„Gerade jetzt brauchen wir die Kunst, Freiräume und Gegenentwürfe, Menschenbilder…“ Ideenreich und wagemutig wird das Pferd neu gesattelt in der Galerie ArtToGo in Dorfhain von Christin Pietzko, freie Kuratorin, Künstler Chris Löhmann und Künstler und Galerist Olaf Stoy. Gemeinsam wollen sie einen neuen Begegnungsort und „Kultursatellit“ zu Dresden schaffen.
Beflügelnd: ein Tagpfauenauge in der Ausstellung.
Gleichnis für die gefährdete Natur und ihre Abwendung vom Menschen, der nur mit sich beschäftigt ist: „Wächtertier“ ist die Diplomarbeit der Theaterplastikerin Julia Böhm.

Symbolreiche Bilderwelt zwischen Traum und Apokalypse

Die Ausstellung „Gerade Jetzt“ zeigt originelle und ausdrucksreiche Arbeiten über das Verhältnis von Mensch und Umwelt von Julia Böhm, Lucas Oertel und Chris Löhmann in der Galerie ArtToGo in Dorfhain.

Ein Schmetterling, ein Tagpfauenauge, flattert aufgeregt am Fenster  entlang. Viele farbenfrohe Bilder, aber keine Blüten weit und breit. Der Falter hat sich zweifellos verirrt im Ausstellungsraum. Der Künstler Chris Löhmann setzt ihn vorsichtig in ein Glas und lässt den Schmetterling wieder ins Freie fliegen. In seinen reichhaltigen Bildlandschaften liegen Schönes, Schwebendes, Visionäres, Düsteres und Albtraumhaftes, Traum und Realität nah beieinander. Eine Fülle von Figuren, Gebäuden, Symbolen aus Geschichte und Gegenwart, Fantasy- und Fabelwesen tummeln sich nebeneinander im „The Torture Garden“, einer Zeichnung auf Papier von 2020. „Hier und Jetzt“ und „Inferno“ steht tätowiert auf den schuppigen Krallenarmen einer verführerischen weiblichen Figur im Sturzflug mit Fledermausflügeln. In einer anderen Zeichnung klammert sich ein junger Mann in Jeans und Turnschuhen halb liegend an einem dunklen Pferd fest und entflieht in eine Traumlandschaft. Manchmal erscheint das Leben wie im „Abenteuerroman“, so ein Bildtitel von Lucas Oertel. Da begegnen einem ebenso fantasievoll versponnene, verwegene, kunterbunte und seltsame Figuren in seinen Ölbildern wie eine „Pferdezeichnerin“, „Wolkengucker“, „Sieger in Blau“, „Auraträger“, „Strahlemann“, „Roboter“, „Pfannkuchengesicht“ und „Superheld“.

Die figuren- und zeichenreich überbordende Bilderwelt in Schwarz-Weiß-Schattierungen von Chris Löhmann trifft auf die farbenfreudigen, kindlich naiv anmutenden, dabei oft doppelbödig ironischen Arbeiten vom Lucas Oertel und auf die Figurengruppe „Wächtertier“ von Julia Böhm. Die Arbeiten der drei jungen Künstler versammelt derzeit die Ausstellung „Gerade Jetzt“ in der Galerie ArtToGo der Georado-Stiftung auf der Talstraße 7 in Dorfhain bei Freital. Sie ergründen und zeigen ihre Sicht auf die Welt, das menschliche Zusammenleben und das Verhältnis Mensch, Natur und Umwelt originell, spannend, unkonventionell, eigenwillig und ausdruckreich in Malerei, Zeichnungen und Plastik. „Es sind ganz unterschiedliche Positionen und dennoch gelingt es ihnen, miteinander zu sprechen in einem angeregten Dialog der Werke und einander Raum zu lassen“, sagt Christin Pietzko, die als Kunstwissenschaftlerin und freie Kuratorin projektbezogen arbeitet.

Im Tragetuch hält sie Töchterchen Antonia, acht Monate. Sie begleitet Chris Löhmann in der Ausstellung. Das Künstlerpaar ist aus Königstein/Sächsische Schweiz hergekommen, wo sie in der Alten Post einen erschwinglichen Wohn- und Schaffensort gefunden haben. „Gerade jetzt brauchen wir die Kunst, Freiräume und Gegenentwürfe, Menschenbilder. Möglichkeiten zum Zusammenkommen, zum Nachdenken und Genießen.“ Aus diesem Impuls heraus haben Christin Pietzko und Olaf Stoy, Künstler und Galerist, zusammen die Ausstellung „Gerade Jetzt“ konzipiert. Gefördert wird diese von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Gemeinsam wollen sie diesen Ausstellungsort weiter entwickeln. Sie bringt einen anderen Blick und neue Ideen mit und er seine Erfahrungen für Ausstellungen. Dabei geht es auch um Räume zum Arbeiten, Residenzen für Künstler aus der Region und das Ausloten von längerfristigen Fördermöglichkeiten.

Die Resonanz bisher sei erfreulich. „Es kommen viele Wanderer, kürzlich sogar eine Gruppe aus Schweden, und Kunstfreunde gezielt in die Ausstellung“, so Stoy. Die Ausstellung strahle eine hohe Energie aus. Das hätte er auf dem Dorf nicht erwartet, hörte er unlängst von einem Ausstellungsbesucher. Gleich am Eingang steht eine Plastik, die berührt und nachdenklich macht: Eine große weiße, abgemagerte und gebeugte Hündin, neben ihr hockt eine kleine Menschengestalt mit Kapuze. Entstanden ist sie letztes Jahr als Diplomarbeit von Julia Böhm, Absolventin für Theaterplastik an der Dresdner Kunsthochschule. „Sie steht als Gleichnis für die Natur, ihre Kraft ist noch da, aber sie schwindet und sie wendet sich ab vom Tun des Menschen, der selbstvergessen die Zeit verspielt, die ihm noch bleibt“, so sieht es Olaf Stoy. Sehr dicht, atmosphärisch und mit ihrem hintergründigem Witz und Tiefe überraschend sind die skurrile Figurenwelt von Lucas Oertel ebenso wie die detailreichen Bildergeschichten von Chris Löhmann. „Das hat auch etwas mit unserer Zeit, der Reizüberflutung zu tun“, so Stoy.

Vom Glück und der Flüchtigkeit des Moments erzählt z.B. das Bild „Der Held“ von Lucas Oertel. Der auf Händen getragen, im nächsten Moment schon fallen kann. Assoziationsreiche Gedankenbilder zeigt Chris Löhmann, darunter ein großformatiges Bild mit entrückter Landschaftsidylle, auf Sandstein gekritzelten Graffitis und Schriftzügen, Orten und Gesichtern aus seiner Freitaler Zeit mit dem Titel „Die Auferstehung der Toten in Somsdorf“. „Ich sehe es wie ein Erwachen und Herausschälen aus der Gebundenheit. Der lange, anstrengende Weg hin zum Licht“, so Löhmann.

Reales und Surreales stehen scheinbar losgelöst, den Betrachter zum Ordnen und Verbinden auffordernd, in seinen vielschichtigen Bildteppichen. Er möchte mit seinen Arbeiten anregen, auch „den Ort hinter den Dingen, die Essenz daraus zu erkennen und Zuversicht zu gewinnen.“ Begleitend zur Ausstellung gibt es Workshops zu StreetArt mit Chris Löhmann für Kinder ab zehn Jahre am 28.7. und 4.8., jeweils 10 bis 13 Uhr (Teilnahmegebühr/Materialkosten: 15 Euro). Außerdem stellt unter dem Motto „Dorfhain jazzt!“ das Jazz Trio Dresden sein neues Album „Space“ am 20.8., 19 Uhr in der Galerie ArtToGo vor (Eintritt: 8 Euro). Die Ausstellung „Gerade Jetzt“ ist noch bis 4. September zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Do und Fr von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

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„Der Witz“, Ölbild von Lucas Oertel
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„Der Held“, Ölbild von Lucas Oertel
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„Wir“, Ölbild von Lucas Oertel
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„Das Foto“, Ölbild von Lucas Oertel

„Hallo Sommer“, Ölbild von Lucas Oertel

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Lesung: „Ich gehe durch das Deutschland meiner Tage“ mit Feridun Zaimoglu im Weltclub in Dresden

23 Samstag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Projekte

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Stimme der Ausgegrenzten und Suche nach Heimat

Am Samstag, den 23. Juli 2022, 18 Uhr ist einer der  sprachmächtigsten deutschen Schriftsteller im Weltclub, Königsbrücker Straße 13 in Dresden zu erleben: Feridun Zaimoglu in einer Lesung mit Gespräch.

Feridun Zaimoglu wurde 1964 im anatolischen Bolu geboren und verbrachte die ersten 2 Jahrzehnte seines Lebens in München, Berlin und Bonn, bevor er 1985 nach Kiel kam, um dort Kunst und Humanmedizin zu studieren. Die Türkei ist das Heimatland seiner Eltern. Für ihn, Feridun Zaimoglu, ist es jedoch Deutschland – und seine Heimatstadt ist Kiel. Er verfasst außer seinen preisgekrönten Büchern zudem Theaterstücke und Drehbücher, ist bildender Künstler und Kurator und beteiligt sich an politischen Debatten.

In seinen Werken stehen meist die Ausgegrenzten im Mittelpunkt. 1997 wurde sein Debütroman „Kanak Sprak“ erst von einer freien Theaterproduktion auf Kampnagel und kurz darauf beim Jungen Theater Bremen adaptiert. Sein zweites Buch „Abschaum – Die wahre Geschichte von Ertan Ongun“ wurde 2000 von Lars Becker als „Kanack Attack“ verfilmt. Zaimoglu ist Autor zahlreicher Romane, u.a. „Leyla“, „Siebentürmeviertel“ und „Die Geschichte der Frau“.

Feridun Zaimoglu erzählt in Dresden von seiner Kindheit und von seinem „Ausbruch aus der Unterschicht in die Literatur“, von Schwester und Mutter, von Bekannten und Unbekannten, von Erlebnissen, Reisen und Lektüren – und wie von ungefähr stellen sich die aktuell virulenten Themen unserer Gesellschaft ein: das Reden von Integration, die Suche nach einem Begriff von Heimat, die merkwürdigen Erscheinungsformen, in denen Deutschlandliebe und –hass sich zeigen.

Eintritt frei.

Eine Veranstaltung des Projekts „Vielfalt erzählen“.

Gefördert durch den Fonds Soziokultur aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Mit besten Empfehlungen,
Jörg Scholz-Nollau

-- 
Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

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Kultur & Kulinarisches vor romantischer Kulisse bei der 12. Dresdner Schlössernacht

08 Freitag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Tanz, Zwischenmenschliches

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Bei der Schlössernacht dabei: die Dresdner Band Envivo, umrahmt von anmutigen Fabelwesen. Fotos (2): Michael Schmidt

Von Bühne zu Bühne im Schlenderschritt –
Raus aus der Stille – auf zur 12. Dresdner Schlössernacht!

Reichlich Kultur und Kulinarisches locken bei dem Open Air mit 250 Künstlern am 16. Juli im Gelände von Schloss Albrechtsberg.


Eine idyllische Sommernacht, Livemusik zum Rocken, Tanzen oder Träumen, in buntes Licht getauchte Schlösser und viele kulinarische Köstlichkeiten – all das sind Attribute der Dresdner Schlössernacht. Zweimal musste die Schlössernacht wegen der Corona–Pandemie verschoben werden, jetzt endlich geht es endlich wieder raus aus der Stille!

Am 16. Juli verwandeln sich die Parkanlagen von Schloss Albrechtsberg, Schloss Eckberg, Lingnerschloss und Saloppe zum 12. Mal in eine riesige Open–Air–Kulturlandschaft. Über 250 Künstler bespielen parallel 15 Bühnen und Spielstätten und bieten Musikgenuss im bunten Mix von Jazz bis Rock, von Swing bis Weltmusik. Dabei wird auch das Römische Bad in Szene gesetzt, um auf die notwendige Sanierung aufmerksam zu machen. Das beliebte Fest gemeinsam mit der hiesigen Kulturszene wieder an den Start zu bringen, das liegt den Veranstaltern besonders am Herzen. Deshalb wurden extra viele Musiker aus Dresden und der Umgebung eingeladen, sich dem Publikum zu präsentieren und es mit ihrer
verblüffenden Vielfalt und ihrer großen Spielfreude zu überraschen.
Dazu kann man auch Open Air das Tanzbein schwingen, später legen DJs im Heizhaus und
in der Saloppe auf.

Zauberhaft beleuchtete Wege schlängeln sich von Bühne zu Bühne und zu den ausgesuchten Ständen mit kulinarischen Verlockungen. Fantasievoll kostümierte
Fabelwesen mischen sich unter die Besucher. Gekrönt wird der Abend von einem musikalisch unterlegten Feuerwerk und einer eigens produzierten Fassadenprojektion auf Schloss Albrechtsberg. Wer im Vorverkauf kein Ticket mehr ergattern kann, hat vor Ort noch alle Chancen. Denn für Touristen und Kurzentschlossene hält der Veranstalter 200 Karten zurück. Sie werden am 16.7. ab 16.00 Uhr ausschließlich am Haupteingang Schloss Albrechtsberg verkauft. Da es rund um das Festgelände keine Parkplätze gibt, empfehlen die Veranstalter dringend die Nutzung von Bus und Bahn. Straßenbahn Linie 11 verkehrt in verkürzter Taktfrequenz.

12. Dresdner Schlössernacht:

Sonnabend, 16.7., Einlass: 17 Uhr, Beginn: 18 Uhr.
Areal Dresdner Elbschlösser, Bautzner Straße
Tickethotline: 0351/501 50 666
info@dresdner-schloessernacht.de

Text: Sabine Mutschke

Mehr Infos dazu und zum Shuttleservice, der zwischen ausgewählten Parkplätzen und den Schlössern pendelt, gibt es unter http://www.dresdner–schlössernacht.de


Fabelwesen barock und maritim bezaubernd.

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SommerLesung: poesie.premiere3 im Garten der Buchhandlung LeseZeichen

07 Donnerstag Jul 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Poesie, Projekte

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Herzliche Einladung zur Sommerlesung im Garten!
(auch bei Regen – Überdachung ist vorhanden)
Am Freitag, 8. Juli 2022, 19.30 Uhr

poesie.premiere³: Beck | Sielaff | Wilden

Neue Gedichte mit Patrick Wilden, Volker Sielaff, Patrick Beck und Fouad EL-Auwad

Drei Dresdner Schriftsteller haben je einen neuen Gedichtband veröffentlicht – ganz zufällig erscheinen alle drei Bücher im Frühjahr /Sommer 2022:

Patrick Wilden: Schreibers Ort
Volker Sielaff: Poesiealbum 366
Patrick Beck (gemeinsam mit Fouad EL-Auwad): Die unsichtbaren Dinge werden von der Zeit trainiert (arabisch/deutsch)

Musik: Cornelia Vranceanu (Klavier) und Oliver Clauß (Saxophon)

Im LeseGarten der Buchhandlung LeseZeichen, Prießnitzstraße 56.

Eintritt frei

Der blasse Tagesmond
bestaunt die Pflaumenblüten
von allen Seiten!

(Patrick Beck)

Der letzte Zug zur Grenze ist durchgerauscht

der Ostwind dreht
das Federvieh träumt
auf den Bäumen des Friedhofs
es ist zu dunkel
um hinter dem Fluß die Musik noch zu sehen

(Patrick Wilden)

Nature Writing

und danach, and after, eine Zeile bei Gary Snyder.
Danach heißt: nach dem Knall, dem Anthropozän.
Auf atme dann die Welt, ohne uns. (Hypothese.)
Wir machen Pause, werden weicher: keimen und grünen.

(Volker Sielaff)

https://literaturnetz-dresden.de/veranstaltungen/poesie-premiere³-beck-sielaff-wilden/

Ihr
Jörg Scholz-Nollau

-- 
Mo-Fr. 10-13 und 15-19 Uhr, Sa. 10-14 Uhr

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

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BilderAlbum: Gedicht-Lesung mit Musik „Vom Zauber endloser Anfänge“ vor zauberhafter Kulisse am Melli Beese-Haus in Laubegast

25 Samstag Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Ein schöner Ort für Kunst & Poesie: Der Künstler Eckhard Kempin vor seinem Atelier im Melli Beese-Haus und die freie Autorin & meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry.



Immer wieder überraschend: Musiker Gabriel Jagieniak spielte neben dem Libertango von Astor Piazolla am Anfang der Gedicht-Lesung etliche andere Stücke und eigene Lieder, inspiriert von der wundervollen Umgebung des Gartens. Fotos (8): JN

Musik und Poesie vor zauberhafter Kulisse

Am Eingangstor ein großer Strauß Sommerblumen. Die Hausherrin hatte an alles gedacht. Auf der Veranda standen erfrischende Getränke und selbstgebackener Rhabarber-Erdbeer-Kuchen von mir, von dem fast nichts übrigblieb… Genuss für Gaumen, Auge und Ohr gab es reichlich für die BesucherInnen, die zur Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit frühen und neuen Texten von mir, begleitet von Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme, am Donnerstagabend ins Melli Beese-Haus in Dresden-Laubegast kamen. Schade für diejenigen, die es nicht dorthin schafften!

Es war eine wunderschöne Gedicht-Lesung. meine erste im Freien, mitten im Grünen, zusammen mit dem Musiker Gabriel Jagieniak und seinem mitlauschenden Hund Gulliver, in lockerer Runde, mit aufmerksamen ZuhörerInnen, angeregten Gesprächen zwischendurch und lebendig, intuitiv, beschwingt und mitreißend musikalisch umrahmt teils mit Beteiligung des Publikums. Die eine indianische Melodie über das Licht inmitten hoher Berge summe ich immer noch, he jei jo…

So kann es gerne weitergehen. Herzlichen Dank der Gastgeberin vom Melli Beese-Haus, Silvia Tröster und ihrem Mann und dem Künstler Eckhard Kempin, der uns zur Lesung einlud.

Text + Fotos  (11) (lv)

Fotos (2): Teodosius


Musizierfreudig: Mancher Zuhörer griff selbst zur Gitarre zwischendurch und es wurde auch zusammen mit Gabriel Jagieniak musiziert und gesungen. Von osteuropäischen Weisen bis zum Gundermann-Lied „Immer wieder wächst das Gras“.


Charmant: der Künstler Eckhard Kempin freut sich über den Besuch von Janett Noack, Galeristin von Kunst & Eros in Dresden. Bezaubernd: Kleine Fee im Garten.


Janett Noack mit Tochter Klara.


Viel zu entdecken im Garten. Besonders viel Freude bereitete das Himbeeren pflücken. Von den Sträuchern naschte einst schon Melli Beese, die erste deutsche Motorfliegerin, als Kind.

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Beflügelnder Ort: Das Melli Beese-Haus in Laubegast strahlt in frischem Glanz mitten in einem wundervollen, urwüchsigen Garten

21 Dienstag Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Kunstreicher Ort mit malerischem Ausblick ins Grüne: Silvia Tröster, die neue Besitzerin, rettete und sanierte das Melli Beese-Haus in Dresden-Laubegast. Hier im Gespräch mit dem Künstler Eckhard Kempin, der im Haus einen neuen Ort zum  Wohnen und Malen gefunden hat. Für beide ein Glücksfall.

Glücklich im Garten mit Fingerhut und Königskerzen

Die Schweizerin Silvia Tröster rettete das Melli-Beese-Haus und seinen urwüchsigen Garten mit alten Obstbäumen und seltenen Pflanzen in Dresden-Laubegast.

Die rostige Wasserpumpe steht immer noch im Garten vor dem Melli-Beese-Haus in Laubegast. Sie gehört dorthin wie all die hohen, alten Bäume, die die Zeiten  überdauert und ihre Spuren hinterlassen haben. Hinter dem schmiedeeisernen Metalltor empfängt den Besucher eine blühende Oase. Ein Spalier mit roten Rosen und lila Rhododendronbüschen und vielen weiteren, seltenen Gewächsen. Ein helles Sonnensegel spannt sich schattenspendend über der Wiese. Ein Tisch und Stühle stehen dort. Ein paar Spritzer vom Rasensprüher dringen erfrischend herüber.

Es hat sich viel getan am Haus und im Garten, seit Silvia Tröster das Geburtshaus von Melli Beese auf der Österreicher Straße 84 im Jahr 2016 zusammen mit ihrem Lebensgefährten und zwei Freunden erworben und mit privaten Mitteln saniert hat. Erbaut wurde dieses Ende des 19. Jahrhunderts. Hier hat Hedwig Amelie Beese, 1886 geboren und später die erste deutsche Motorfliegerin, ihre Kindheit verbracht. In dem weiträumigen, urwüchsigen Garten naschte sie als Kind bestimmt schon von den vielen Himbeeren, pflückte Äpfel von den Bäumen, lag im Gras und schaute träumend in den Himmel. 1911 erhielt Melli Beese als erste Frau in Deutschland den Pilotenschein. „1898 sind Beeses dann nach Striesen gezogen. Im Garten wollte der Vater seine Fabrik, einen Steinmetzbetrieb und Tiegelgießerei, im Bereich des Gartens erweitern, aber die Stadt lehnte ab. Zum Glück“, weiß Silvia Tröster.

1998 sollten 23 Reihenhäuser auf dem Grundstück gebaut werden. Doch auch dies scheiterte. Viele Jahre gehörte das Grundstück einer Erbengemeinschaft, die sich nicht einigen konnte, was mit dem Haus passieren soll. Zehn Jahre stand das Gebäude leer und verfiel immer mehr, bevor Silvia Tröster es 2011 entdeckte. Sie ist gebürtige Schweizerin, studierte in Basel Geschichte und Sprachen und zog 1993 nach Dresden. Sie mag diese Stadt und ihre Historie, doch vor allem die besondere menschliche Lebensqualität, sagt sie. Erstmals besuchte sie die Elbestadt und Herrnhut in der Lausitz als junges Mädchen mit 16 Jahren in den 1970er Jahren und erinnert sich gern an diese Zeit. Seit 1995 wohnt sie in Laubegast. „Wir haben etwas Altes zum Sanieren mit Gestaltungsmöglichkeiten gesucht, am liebsten in Laubegast. Im Denkmalsschutzamt wurde uns dieses Haus genannt. Als ich es das erste Mal sah, ging mir schon das Herz auf“, erzählt Silvia Tröster, die mit ihrem eigenen Touristikbüro Stadt- und Kunstführungen in Dresden anbietet.

Um das denkmalgeschütze alte Gebäude originalgetreu zu sanieren und den wundervollen Garten zu erhalten, hat sie ihre Eigentumswohnung verkauft und ihr Lebenspartner sein Haus. Die alten Holzrahmenfenster, Holztüren und Klinken wurden aufgearbeitet, eine völlig zugekleisterte Stuckdecke samt Deckenmalerei in einem Raum von Silvia Tröster allein wieder freigelegt und restauriert, die blau weißen Villeroy & Bochkacheln erhalten und veraltete Wasser- und Gasanschlüsse im Haus erneuert. Das – welch ein Zufall – im Schweizer Stil erbaute, nun wieder frisch weiß strahlende Gebäude mit filigranen Holzverzierungen und hellgrünen Fensterläden steht umgeben von einer Teneriffa-Kiefer, Mittelmeer-Zypressen und einem Gingkobaum. „Der Alteigentümer und Vater der Erben hatte ein gutes Händchen für den Garten. Er ließ sich Setzlinge von Reisenden mitbringen. Ihn habe ich leider nicht mehr kennengelernt“, bedauert Silvia Tröster. Diese Mischung aus kultivierten Gewächsen und Wildblumen hegt, pflegt und vermehrt sie nun mit Hingabe weiter. Alte Apfel-, Kirsch-, Pflaumen- und Nussbäume stehen im Garten. Alte Obstsorten wie „Berner Rose“, „Kaiserapfel“ und „Danziger Kantapfel“ mit feinem Aroma lassen ihre Augen leuchten. „Wir lassen den Garten naturnah und pflanzen nur insekten- und vogelfreundliche Sorten“, sagt Silvia Tröster. Gemäht wird das Gras erst wenn es hoch steht, zwei Mal im Jahr, Anfang Juni und im Oktober mit Sense und Balkenmäher. Ein alter Brunnen noch vom Hausgründer wird mit Elektropumpe genutzt. Äste mit Windbruch bleiben liegen in einer „Feenecke“ als Unterschlupf für Igel im Winter.

„Wir sehen den Klimawandel und möchten unseren Garten nachhaltig gestalten und erhalten als eine grüne Oase in der Großstadt“, sagt Silvia Tröster. Durch die hohen Bäume bleibt Feuchtigkeit im Boden, während vier junge Lärchen schon verdurstet sind. „Dafür sprossen plötzlich Königskerzen, Fingerhut und Lichtnelken reichlich, die sich selbst ernähren und man nicht zu gießen braucht. Die ersten Himbeeren sind schon  reif, die wunderbar schmecken“, freut sich Silvia Tröster. „Wir wollen dieses besondere Haus und den Garten auch für Besucher öffnen zu kulturellen Anlässen.“ Im Anbau des Melli-Beese-Hauses mit Holzveranda und malerischem Ausblick in den Garten wohnt der Künstler Eckhard Kempin, der sein Atelier im Erdgeschoss hat und 80-jährig immer noch vital und produktiv ist, malt und Ausstellungen und Lesungen im Haus organisiert. Am Gartentor hängt ein Aushang mit den Veranstaltungen.

Am 23. Juni, 19.30 Uhr gibt es eine Gedicht-Lesung: „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Lilli Vostry, freie Autorin und dem Musiker Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme im Melli Beese-Haus, Österreicher Straße 84 (gegenüber der Schiffswerft) in Dresden-Laubegast.

Text + Fotos (lv)


Ein schöner Ort zum Malen, Wohnen und Kultur genießen: der Eingang zum Atelier von Eckhard Kempin, der hier auch zu Ausstellungen und Lesungen einlädt.

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Wort & KlangZauber: Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Lilli Vostry & Musiker Gabriel Jagieniak im Melli Beese-Haus in Laubegast

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Herzlich willkommen zu meiner nächsten Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ im Melli Beese-Haus, im Atelier von Eckhard Kempin, Österreicher Straße 84 in Dresden-Laubegast. Ein wunderschöner Leseort mit zauberhaftem Garten.

Natur, Kunst, Musik & Poesie in zauberhafter Umgebung

Zu erleben bei der Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ mit Lilli Vostry, freie Autorin und Musiker Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme am 23. Juni, 19.30 Uhr im Melli Beese-Haus, im Atelier von Eckhard Kempin, Österreicher Straße 84 (gegenüber der Schiffswerft) in Dresden-Laubegast.

Der Zauber endloser Anfänge geht weiter. Diesmal sind wir mit unserer Gedicht-Lesung mit Musik in einem Haus mit besonders bewegender Geschichte zu Gast. Im Melli Beese-Haus, dem Geburtshaus der ersten deutschen Motorfliegerin, in Dresden-Laubegast. Eine Gedenktafel mit ihrem Bildnis an der Gartenmauer am Eingang erinnert an die berühmte Bewohnerin. Umgeben ist das Haus von einem wundervollen, urwüchsigen Garten mit hohen alten Bäumen, blühenden Sträuchern, Blumen und seltenen Pflanzen. Ein beflügelnder Ort wie geschaffen für Kunst, Musik und Poesie, begleitet von Vogelgezwitscher. Das von seinen neuen Besitzern liebevoll, detailgetreu sanierte, denkmalgeschützte Haus lädt ein zum Träumen, Innehalten und Verweilen. Die Besitzer öffnen die Türen gern für Besucher zu kulturellen Anlässen wie Ausstellungen, Lesungen und Musikabenden. Diese finden statt im Atelier- und Ausstellungsraum des Künstlers Eckhard Kempin, der hier seit der Sanierung des Gebäudes wohnt. Durch ihn wurde ich auf diesen besonderen Ort und seinen zauberhaften, naturnah belassenen Garten aufmerksam.

Um so größer die Freude, nun hier meine Gedichte, begleitet von Musiker Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme, wieder lesen zu können. Zu hören sind ältere und neue Texte, darunter aus den bereits vier veröffentlichten GedichtBilderKalendern, die zwischen 2010 und 2022 entstanden.

Meine Wortgebilde sehe ich wie Wolken, die beständig ihre Form ändern,
in offener Weite die Fantasie anregen und in denen man immer etwas Neues entdecken kann. Die mal unbeschwert, mal bewölkt, von den Wandlungen im Leben, von Licht und Schatten, dem Zauber des Augenblicks und Neuanfangs erzählen.

Gabriel Jagieniak (soundcloud.com/gabriel-jagieniak) bewegt mit seinem virtuosen Akkordeonspiel, mit und ohne Gesang und eigenen Kompositionen, auf humorvolle Weise frei vorgetragen, immer wieder das Publikum.

Kommt, schaut, lauscht und genießt.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Herzliche Grüße
Lilli Vostry und Gabriel Jagieniak

Hier vorab eines meiner neuen Gedichte zur Einstimmung auf die Lesung im Melli-Beese-Haus:

Nahe bei Dir

Ich saß in einem Garten
ganz in deiner Nähe
und dachte wie es wäre
wenn wir uns noch einmal
alles erzählen
wie es begann
dein und mein Leben
wir uns aus den Augen verloren
doch nicht aus dem Sinn

ein Wasserstrahl flüstert
in einem Brunnen
sitzt du manchmal
auf einer der Bänke
beschirmt von hohen Bäumen
verblüht schon die  Rhododendron
die Blumen aus Kindertagen

locken vor mir weiße Blütensterne
der Duft von Holunder in der Luft
greife nach den hoch hängenden
Blütendolden
und vergesse einen Moment
die unsichtbare Grenze
zwischen uns

LV
2.6.2022

Text + Fotos (lv)

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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