Genussvolle Leichtigkeit des Seins: Galeristin Janett Noack und meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry vor der Galerie Kunst & Eros in Dresden, die gerade ihr 10-jähriges Jubiläum feierte. Foto: © Steffen Füssel


Die Bilder von Michael Hofmann verführen zum Schmunzeln, Innehalten und Genießen. Viele entstanden eigens für die Ausstellung in der Galerie Kunst & Eros.


„Morgenstille“ und „Maskerade“


„Salome“

Von der Kunst, mit allen Sinnen
zu genießen

Davon erzählt die Ausstellung mit Arbeiten von Michael Hofmann in der Galerie Kunst & Eros, die damit zugleich ihr 10-jähriges Jubiläum feierte. Galeristin Janett Noack überraschte ihre zahlreichen Gäste erstmals auch gesanglich vielseitig.

Drei Frauen geben sich der „Kunst der Verführung“ hin. Da ist die Spielerin, die trickst, die Träumerin hält einen Vogel auf der Hand und die Diva lasziv mit Zigarette und Turban. Unter dem Motto „Mit allen Sinnen“ begegnen einem raffiniert reizvolle Farbholzschnitte und Ölmalerei von Michael Hofmann in der
Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden, die gerade ihr zehnjähriges Bestehen feierte (Ausstellung zu sehen noch bis 20. Juli).

Sie ist deutschlandweit einzigartig mit ihrem Schwerpunkt zeitgenössische erotische Kunst. Zur Ausstellungseröffnung überraschte die Galeristin Janett Noack das zahlreiche Publikum auch stimmlich vielseitig, vom klassisch-romantischen Lied „Mein Liebchen hat ein Etwas“, dem kessen Schlager „Ich will keine Schokolade…“ bis zum charmanten Hit „Bei mir bist du schön“.

Die Lust der Sinne wird genauso reichhaltig angeregt in den farbenfrohen Arbeiten von Michael Hofmann, die im Zeitraum von 2005 bis 2019 entstanden. Da locken verführerische Akte, mediterranes Ambiente mit Früchten und Wein. Paare am Morgen und der „Apfel danach“. Üppig gedeckte Tische. Bohemehafte Atmosphäre. Eine Frau träumt sich am offenen Fenster in die Ferne, ihre Katze hockt auf einer Fischgräte. Schönheit, Vergänglichkeit, Versuchung und Genuss liegen nah beieinander.

„Beim Auspacken der Bildermappe fiel ein rotbraun-weiß melliertes Katzenhaar heraus. Es stammte von Kater Moritz, der auf vielen Bildern auftaucht und wohl gerade über eine Grafik spazierte“, erzählt Janett Noack (39) schmunzelnd. Genussvolle Leichtigkeit des Seins, Laissez-faire nennen es die Franzosen, spiegelt die Kunst von Michael Hofmann, der seit zwanzig Jahren ein Haus unterhalb der Radebeuler Weinberge mit seiner Familie bewohnt. Jedes seiner Bilder erzählt eine Geschichte. Wie das geheimnisvoll-schwebende Ölbild „Morgenstille“. Es zeigt eine himmelblaue Frau am Tisch mit kleinem Papierschiffchen, eine zweite steht schwarzbestrumpft in der Morgensonne am Fenster. Und im Spiegel hinten eine dritte Gestalt in spannungsvollem Kontrast.

„Zwischenmenschliches zu zeigen, hat viel mit Kunstgenuss zu tun.
Wie man sich auf etwas einlässt“, sagt Janett Noack. „Ich will nicht schocken mit den Ausstellungen, sondern mir ist ein natürlicher Umgang mit Liebe, Erotik, Zuneigung und Körperlichkeit wichtig, gerade in unserer schnelllebigen Zeit heutzutage.“ „Kunst muss prickeln!“, so lautet ihr Anspruch. Janett Noack ist gelernte Porzellanmalerin. Mit ihrer Galerie im Dresdner Barockviertel erfüllte sie sich einen Traum: „Einen Ort zu schaffen, wo verschiedene Künste zu sehen und erleben sind. Neben Bildender Kunst auch Musik, Darstellende Kunst, Lesungen und kleine Konzerte.“ Rund 40 Ausstellungen bekannter und junger, regionaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler zeigte Janett Noack bisher.

Viele eigene Dekore, vorzugsweise in Aufglasurmalerei, in denen sie immer wieder gern Neues ausprobiert, entstanden. Das macht für sie auch den Reiz der Kunst aus. Sinnliches Wahrnehmen als Ausdruck von Lebendigkeit und unerschöpflichem Farben- und Formenspiel. Janett Noack gestaltet Schmuck, Schalen, Gefäße und Bilderplatten aus Porzellan, darunter Serien wie „Facile“ mit zarten Insekten-Paarungen, „Goldrausch“ und das neue Dekor „Lüster“, bei dem schimmernde Lüsterfarben, bestehend aus Edelmetallpräparaten mit Perlmuttglanz, und lustvoll Gezeichnetes zusammenfließen.

Text + Fotos zur Ausstellung (lv)

Geöffnet: Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

http://www.kunstunderos.de


Galeristin Janett Noack überraschte ihre Gäste zur Jubiläumsausstellung „Mit allen Sinnen“ erstmals mit Gesang, vom romantischen Liebeslied bis zum kessen Schlager.
Foto: SF

Herzlichen Glückwunsch zum Galerie-Jubiläum!

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