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~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Kategorien-Archiv: Projekte

Workshop „Stimm-Yoga“ mit Sängerin Katrin Schmidt in der Kulturschlosserei

17 Freitag Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte

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Nach innen gehen & die Kraft der eigenen Stimme spüren. Die Sängerin und Gesangslehrerin Katrin Schmidt gibt ihre Erfahrungen damit gern weiter.

Beim Tönen Gefühle fließen lassen

Dem Klang der eigenen Stimme lauschen, gemeinsam mit anderen, ist wohltuend und entspannend. Dazu lädt die Sängerin und Gesangslehrerin Katrin Schmidt Menschen mit Freude am Singen zu ihrem ersten Workshop „Vokalsingen“ am 19. Juni, 15 Uhr in der Kulturschlosserei Dresden, Bischofsweg 31 ein.

Bisher haben sich schon sieben Sängerinnen angesagt, davon ein Kind, das bei ihr Gesangsunterricht nimmt  und schon Basiserfahrungen mitbringt. Du darfst auch gern noch Jemanden mitbringen, wenn du magst… (mir vorab dann noch Bescheid geben). In den Raum passen ca. zwölf  Personen, es können noch vier Teilnehmer dazukommen.

Als Sängerin und Gesangslehrerin durfte ich erfahren,  dass unsere Stimme mächtige, unberührte Dimensionen in sich trägt. Ist denn der Ansatz unserer Kultur, die Stimme durch virtuoses Muskeltraining zu stärken, allumfassend oder erzählt die einfache Stimme unsere Geschichte tiefer, deutlicher, allumfassender? Wir werden es erfahren.

Das Vokalsingen ist nicht sehr bekannt, es ist jedoch ein Weg direkt zu unserer Seele. Und es wirkt sehr stimmstärkend, es ist ein Heilmittel, ein Spiegel und zeigt eine Ausrichtung auf etwas Größeres.

Was teilt uns die innere Stimme derzeit mit? Vielleicht führt dich dein Lauschen zu neuen Einsichten. Vielleicht kannst du Wandlungsphasen als solche erkennen und sie würdigen…Finde behutsam und liebevoll deinen derzeitigen Ruf …

Bitte notiere dir deine Dialoge und Gefühle nach bestimmten Übungen in einem Tagebuch, dass du selbständig mitbringst. Wir halten die Energie im Raum, indem wir im Prozess wenig sprechen und fragen, du darfst aber viel singen, Gefühle fließen lassen. Du kannst für später im Tagebuch Fragen auch notieren.

Am Ende sei zu einem umfänglichen Erfahrungsaustausch herzlich eingeladen, sofern du das möchtest. Wer da für sich sein mag, muss sich keinem Gruppenzwang unterwerfen.

Bitte bringe dehnfähige Kleidung mit und sei schon 14.45 Uhr pünktlich vor Ort. Wenn du schnell frierst, bring dir eine leichte Decke mit. Matten sind vorhanden. Die Gebühr darfst du vor Ort am Ende bezahlen. Bitte setz dich ganz leise in den Raum und stell dein Handy in den Flugmodus. Versuche deinen Atem wahrzunehmen, bei dir anzukommen. Oder es geschieht dann später von selbst…

Dan Millman, der Autor des Buches „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ drückt das so aus:

„Jeder erzählt dir, was du tun sollst und was gut für dich ist. Die wollen aber nicht, dass du deine eigenen Antworten findest. Die wollen, dass du an ihre glaubst.

Ich will, dass du damit aufhörst, deine Informationen von draußen zu holen und dass du anfängst, sie dir von innen zu holen.

Die Menschen haben Angst, in sich hineinzusehen, das ist aber der einzige Ort, wo sie das finden, was sie brauchen.“

Bis zum Beginn am 19.Juni 15 Uhr, Bischofsweg 31 sei in Freude gegrüßt.

Text + Foto (1): Katrin Schmidt

Vokalsingen

www.Katrin-Schmidt.com unter Workshops, Anmeldung auf der Website oder unter meiner Mail Katrin7Schmidt@yahoo.de


Spiegelung. Unsere Stimme ist auch ein Spiegelbild der Seele. Foto (lv)

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BilderAlbum: Zu Besuch bei dem Künstler Eckhard Kempin im Melli Beese-Haus in Dresden-Laubegast & Neue Ausstellung

12 Sonntag Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Im Atelier bei..., Lebensart, Projekte

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Ein Herz für Häuser mit Geschichte & Kunst & Natur: Silvia Tröster, die neue Besitzerin des Melli Beese-Hauses hat mit dem Künstler Eckhard Kempin einen Mieter gefunden, der mit einem Freundeskreis Kunstschaffender die Räume neu belebt.

Kunstreicher Ort mit malerischem Ausblick

Ein wunderbares Refugium zum Wohnen und Malen mit paradiesischem Garten, seltenen Pflanzen und alten Obstbäumen, hat der Maler und Grafiker Eckhard Kempin im Melli Beese-Haus in Dresden-Laubegast, Österreicher Straße 84, gefunden. Benannt nach der ersten deutschen Motorfliegerin, die hier ihre Kindheit verbrachte. Lange Zeit stand das Haus leer und verwilderte, bis die jetzige Besitzerin, Silvia Tröster, Inhaberin eines Touristikunternehmens, das verwunschene Anwesen wiederentdeckte. Die Schweizerin und Wahldresdnerin rettete das denkmalsgeschützte Gebäude vor dem Abriss und sanierte es liebevoll und originalgetreu mit privaten Mitteln zusammen mit ihrem Lebensgefährten.

Das im Schweizer Stil erbauteHaus erinnert sie ein wenig an ein Chalet mit seinen Holzelementen und -verzierungen, sagt Silvia Tröster, und sie verliebte sich sofort in den weiträumigen, wildromantischen Garten davor. Den sie hegt und pflegt und möglichst naturnah erhalten möchte.

Im Erdgeschoss des Hauses mit Terrasse und Blick ins Blütenreich befinden sich das Atelier und Wohnung von Eckhard Kempin. Mit 80 Jahren ist er immer noch vital und aktiv und zeigt zurzeit eine neue Ausstellung mit seinen Bildern und anderen KünstlerInnen in weiteren Räumen des Hauses. Jedes seiner Bilder sieht anders aus, doch jedes ist unverkennbar Kempin. Er verwendet gern kräftige Farben und geometrische Figuren. Zu sehen sind Malerei, Grafik, Fotografie und Literatur. Arbeiten von Angela Fugmann, Annett Heydecke, Brigitte Ertel, Christina Pfennig, Christine Krahl, Giannis Albanis, ein Gedichtband des verstorbenen Autors Rudolf Scholz, Silvia Jaretzki, Sybille C. Sprunk und Wolfgang Rabisch.

Die Ausstellung im Melli Beese-Haus in Laubegast ist noch bis 17. Juni, von 13 bis 16 Uhr zu sehen, In seinem Atelier veranstaltet Eckhard Kempin auch Lesungen.

Ich freue mich, an diesem schönen Ort mit meinem Gedicht-Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 23. Juni, 19.30 Uhr zu Gast zu sein, begleitet von Musiker Gabriel Jagieniak mit Akkordeon und Stimme. Mehr dazu demnächst auf diesem Blog.

Text + Fotos (lv)


Das Porträt von Eckhard Kempin zeichnete zu seinem 80. Geburtstag letztes Jahr der Maler und ehemalige Studiumsjahrgangs-Kollege an der Dresdner HfBK, Christoph Wetzel. Kempin schreibt auch Gedichte, darunter das nebenstehende „Traum“.

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„Geschichten am und im Fluss“: Sommer-Festival des Montagscafés an der Elbe

10 Freitag Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte

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Live-Musik, Flaschenpost und Unterwasser-Welten

Das MONTAGSCAFÉ SOMMER-FESTIVAL AN DER ELBE lockt mit vielen Kultur-Erlebnissen im Freien vom 10. bis 12. Juni 2022.

Das Montagscafé ist wieder da – Live und in Farbe:  Am Wochenende lädt das Montagscafé des Staatsschauspiel Dresden erstmalig zu einem dreitägigen Festival unter dem Motto „Geschichten am und im Fluss“ an die Elbe ein; mit Live-Musik, künstlerischen und kulinarischen Workshops für alle zum Mitmachen.

Unter anderem wird Ata Canani (Türkei/Deutschland) sein erstes Konzert in Ostdeutschland geben, ebenso wie die verfolgten Musikerinnen der Band Kriwi aus Minsk (Belarus); mit dabei sind auch Bernadette La Hengst und Pastor Leumund aus Berlin, sowie die brasilianische Band DuBras und das multi-kreative Ensemble Incroyable aus Dresden. Im Mittelpunkt steht die Willkommenskultur und die Veränderungen der Dresdner Stadtgesellschaft mit den Mitteln der Kunst und Musik zu thematisieren und reflektieren – unter den Vorzeichen von weltpolitischen Ereignissen, Klimakrise und Wanderungsbewegungen.

Willkommen zu Hause, willkommen im Montagscafé!

Anbei der Programmflyer, detaillierte Informationen hier:

https://www.staatsschauspiel-dresden.de/spielplan/a-z/montagscafe/

oder hier auf Facebook:

https://fb.me/e/1yUfNe03H

Text: Tobias Rausch

Leiter Bürger:Bühne / Head of Bürger:Bühne
Staatsschauspiel Dresden, Kleines Haus
Glacisstraße 28, 01099 Dresden

www.staatsschauspiel-dresden.de

Aktueller B:Podcast „Und jetzt: Ein Gast!“ der Bürger:Bühne

www.instagram.com/buergerbuehnedresden

Programm:

Freitag, 10. Juni › 17 – 22 Uhr
Live-Musik: Ensemble Incroyable (Dresden), Bernadette La Hengst (Berlin), Kriwi
(Minsk, Belarus) / Workshops: Flaschenpost & Unterwasserwelten (123Comics),
Blaudruck – Cyanotypie (Sandro Berneis), Karpfengeflüster – Klanginstallation
(Justus Ehras), New Dresden Daily – Wandzeitung (Ina Weise & Sophia Mix),
Fluss-Geschichten (Katja Heiser)
Samstag, 11. Juni › 14 – 22 Uhr
Live-Musik: Dubras (Dresden), Ata Canani (Leverkusen), Pastor Leumund (Berlin) /
Workshops: Flaschenpost & Unterwasserwelten (123Comics), Blaudruck – Cyanotypie
(Sandro Berneis), Karpfengeflüster – Klanginstallation (Justus Ehras), New Dresden
Daily – Wandzeitung (Ina Weise & Sophia Mix), Fluss-Geschichten (Katja Heiser)
sowie Performance auf der Fähre „Johanna“
Sonntag, 12. Juni › 11 – 15 Uhr
Frühstück für alle / Live-Musik: Iranische Musik mit Persian Melodies und
Gitarren-Jazz mit Familie Kováč (beide Dresden)
An allen 3 Tagen: Essen für alle, Smoothie-Bike, Kinderprogramm, Sonnendeck,
Vierpunktzelt, Toiletten zum Wohlfühlen
Ort: Elbufer Dresden in der Nähe des Fähranlegers „Johanna“ (Neustädter Seite)
EINTRITT FREI!

Montagscafé – ein Projekt der Bürger:Bühne am Staatsschauspiel Dresden
Kleines Haus, Glacisstraße 28, 01099 Dresden
Tel: 0351.4913-617 | Mail: montagscafe@staatsschauspiel-dresden.de
http://www.staatsschauspiel-dresden.de/spielplan/a-z /montagscafe
http://www.facebook.com/montagscafedresden
Fotos: Lilli Vostry

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Ausstellung „Papa Mama DaDa“ im Einnehmerhaus Freital

10 Freitag Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Collagen, Fächer & Dreh mich!-Objekte voller Farbenfreude, Witz und Hintersinn: die Künstler Frank Voigt, Petra Lorenz und Volker Lenkeit in der Ausstellung „Papa Mama DaDa“ im Einnehmerhaus Freital.

Die Sehlust anregen

Farb- und gestaltreiche Collagen und Fächer versammelt die Ausstellung „Papa Mama DaDa“, ein internationales Mail Art-Projekt von Frank Voigt, Petra Lorenz und Volker Lenkeit im Einnehmerhaus Freital.

Die Fantasie treibt wilde Blüten in den Bildern, in denen die Zeit scheinbar still steht und doch munter vor- und zurückgedreht wird in Geschichte und Gegenwart. Alte Taschenuhren, Schneckengehäuse, Figuren und Symbole, die Leben, Liebe, Lust und Tod verkörpern, schwirren farb- und gestaltreich umher auf bemalten, bezeichneten, beklebten und bedruckten Collagen und Fächern. Auf einer nostalgischen Illustrierten mit dem Titel „Jubiläums-Rösselsprung“ schwebt eine Muse, schaut ein Mann verträumt zu ihr, verspricht eine Schlagzeile „Ergötzliche Nächte“, perlt aus einem Sektglas „Pada Mada Dada“ und steht rot vermerkt am Rand: „Patient nicht schreibfähig.“ Derart verrückt verführerische Anblicke und spielerische Wortakrobatik voller Witz und Hintersinn gibt es reichlich in der Ausstellung „Mama Papa DaDa“, die am Pfingstsonnabend mit viel Resonanz im Einnehmerhaus Freital eröffnete.

Zu sehen sind Briefe, Art mails und Kunstobjekte aus einem internationalen Mail Art-Projekt von Frank Voigt, Petra Lorenz und Volker Lenkeit, das im Frühjahr 2014 begann. Rund 300 Arbeiten von 70 Künstlerinnen und Künstlern aus 20 Ländern werden gezeigt in mehreren Räumen. Über die „ebenso interessante wie weltoffene Ausstellung“ freute sich auch Barbara Hornich, die Vorsitzende des k.u.n.s.t-Vereins Freital e.V. im Einnehmerhaus. Daran hätten sicher auch Goethe und Schiller ihre Freude, die hier einst wandernd vorbeikamen und in Tharandt nächtigten. Dort hat der Musiker und Brachialromantiker Dieter Beckert vier Jahre Forstwirtschaft studiert und danach an der Dresdner Musikhochschule. Mit Barett, Gitarre und Fußtrommel musizierte, sang und reimte er wortwitzig in bester Dada-Manier über Freiheit im Denken und zu Tode amüsieren zur Ausstellungseröffnung.

Die Schau versammelt Collagekunst und „Dreh mich!“-Objekte von Voigt, Lorenz und Lenkeit, die bunt beklebt sind mit Oblaten- und Lackbildern mit Blumen, Vögeln, Schmetterlingen und Paaren, außerdem alten Fotos, Briefbögen, Briefmarken,  Zeitungsausschnitten und Werbesignets, die oft ironisch und augenzwinkernd in Bildwelten zwischen Traum und Realität entführen, von Mann-Frau-Rollenbildern und Zeitgeistmoden erzählen. Immer wieder tauchen Gesichter, Augen und Scheren in den Collagen auf, als unentbehrliches Instrument zum Ausschneiden, Sezieren und neu Zusammenfügen der Bilder und Schriften, die originell und fantasiereich mit deren Sinn, Inhalten und Form spielend ein Spiegelbild der Zeit liefern und neue Blickwinkel auf die Welt eröffnen.

“Man kann schön in den Bildern mit den Augen spazieren gehen, dabei Assoziationen und Wortspiele in ihrer Mehrdeutigkeit entdecken, auch im Nonsens kann man kritische Sachen verstecken“, sagt Ausstellungsbesucher Wolfgang Rabisch. Er ist Dada-Fan und selbst Künstler. Der Humor der Collagen erinnert ihn an die Dichter und Humoristen Ringelnatz und Morgenstern. „In den Bildern werden schlau Dinge kombiniert, die scheinbar nicht zusammenpassen. Das ist die Freude und der Reiz für den Betrachter, diese dann zu entschlüsseln.“ Dabei kann jeder für sich etwas anderes sehen und interpretieren. Eine Kunst für sich ist es, aus der Fülle des Materials genau die Puzzleteile auszuwählen, welche die Sehlust des Betrachters anregen und Impulse für andere setzen.

Zu sehen sind außerdem sieben wundervoll gestaltete Fächer-Serien. „Mich interessiert dabei besonders die Form, es sind runde und ovale Fächer dabei. Ein Quadrat kann jeder füllen“, sagt Petra Lorenz, die Initiatorin der Fächer-Kunst. Neben der Kreativität sei ihr auch der Austausch und Kontakt mit anderen Künstlern wichtig gewesen. Die Mail Art-Sammlung umfasst inzwischen rund 600 Arbeiten. Im Herbst soll ein internationales DaDa-Zentrum in Kamenz eröffnen, der Bürgermeister der Stadt Roland Dantz war auch unter den Ausstellungsbesuchern. Außerdem werden 100 Jahre DaDa in Dresden gerade gefeiert mit einer Ausstellung in der Galerie „Blaue Brücke“ auf der Friedrich-Wieck-Straße 5 (noch bis 25. Juni zu sehen). Eine Open-Air & Wandel-Performance mit dem Titel „dadamenta XI“ mit vielen Künstlern würdigt das 100. Jubiläum des „Internationalen Kongresses der Dadaisten und Konstruktivisten“, die sich dereinst im September 1922 in Weimar versammelten, ist am 17. Juni, 18 Uhr im Weimarhallen-Park (Pavillon-Bühne) zu erleben. Die Ausstellung „Papa Mama DaDa“ ist noch bis 16. Juli im Einnehmerhaus Freital zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo – Fr von 16 bis 18 Uhr, Sa und So von 14 bis 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de

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Verlockende Vielfalt & besondere Spielorte: 10. Freitaler Kultur(All)Tage

01 Mittwoch Jun 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Unterwegs

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Aus dem kalten Reich der Schneekönigin geht`s mitten ins neu erblühte Kulturleben bei den diesjährigen Kultur(All)Tagen ab 1. Juni in Freital. Einen ganzen Monat lang! Foto: Thomas Morgenroth


Vielerlei Erlebnisse locken an ungewöhnlichen Spielorten: Mit dabei Lydia Weber-Scholz vom Soziokultur Freital e.V., Gestalterin des Kultur(All)Tage-Plakats und passionierte Musikerin und Heiko Eisold, der sein Versicherungs-Büro für eine Ausstellung mit Papierkunst zur  Verfügung stellt. Foto: Marcel Stimpel/Lifeart

Es schneit im Sommer!

Bunt, originell und reichhaltig ist das Programm der 10. Freitaler Kultur(All)tage, die am 1. Juni starten mit über 70 Veranstaltungen an 40 Spielorten.

Gleich zu Beginn taucht unerwartet eine Dame in weißem Pelz mit eisigem Lächeln auf. Das Stück „Die Schneekönigin“ nach Hans Christian Andersen passt auch gut in diese turbulente Zeit. Nach langer Winterruhe, allen Widrigkeiten trotzend, taut auch das Kulturleben jetzt endlich wieder auf und erblüht neu und reichhaltig. Das Theaterstück für die ganze Familie, das die Spielbühne Freital aufführt, eröffnet die bereits 10. Kultur(All)Tage in der Stadt am 1. Juni und ist noch einige Male zu sehen. Da entführt die Schneekönigin den Jungen Kay in ihr kaltes Reich und wirbelt alles durcheinander, bis ihn seine Schwester Gerda auf einer Reise voller Abenteuer findet und befreit. „Es wird spannend, es schneit im Sommer !“, sagt Uwe Jonas schmunzelnd. Die Flocken werden auf die Besucher herab rieseln aus einer Schneemaschine am Eingang der Spielstätte auf der Lutherstraße 33a und natürlich gibt es auch Eis zum Genießen. Uwe Jonas ist Leiter des Soziokulturellen Zentrums Lifeart und Organisator der Kultur(All)Tage, die seit 2016 vom Trägerverein Soziokultur Freital e.V. veranstaltet werden. Vor zehn Jahren wurde das Kulturfest von der Stadt Freital ins Leben gerufen und später samt Budget in die Hände des Vereins gegeben.

„Wir möchten auch Unternehmen und Einrichtungen ermutigen, ihre Räume für Kultur bereitzustellen und ein breites Publikum ansprechen“, so Jonas. Es lockt wieder ein vielseitiges Programm mit Ausstellungen, Theater, Musik, Lesungen, Workshops, Spiel- und Kreativangeboten, das Laien, Künstler und Kulturschaffende aus der Region gestalten. Über 70 Veranstaltungen an 40 Spielorten werden den ganzen Monat Juni in Freital geboten. Darunter Kunst im Frisörsalon Bienenhof, wo die Ausstellung „Arte de Pli“ von Paula Plischke zu sehen ist. Die gelernte Chemielaborantin und  leidenschaftliche Künstlerin zeigt Landschaften, aber auch Menschen und deren Mimik und Aktbilder in Öl- und Acrylfarben (vom 1. bis 24.6.). Eine Vernissage mit „Papier in Form und Farbe“, bei der auch atemberaubende Papierkleider von Angelika Schulze zu sehen sind, findet in den Räumen der Versicherung Huk-Coburg am 8. Juni, 17 Uhr statt. Einen originellen Rückblick auf „Schattenwirtschaft und Freitaler Industriegeschichte“ bietet eine „Mustermesse“ der 1 000 kleinen Dinge, die in Zeiten des Mangels halfen, aus der Not eine Tugend zu machen. Zu sehen sind sie in der F1-Galerie des Soziokulturellen Zentrums Lifeart in der Dresdner Straße 172a. Ein Highlight ist das Kinderfest auf Schloss Burgk mit Zauberei, Tanz, Theater, Mitmachaktionen und Carli-Sonderfahrten mit der Windbergbahn am 6.6., von 11 bis 17 Uhr. Außerdem gibt es ein Parkplatzfest am Rewe-Markt mit Bühne und Händlerständen und das Stadtteilfest „Kunst im Hof“ mit vielen kreativen Aktionen entlang der Lange Straße am 18.6., von 14 bis 21 Uhr in Freital-Deuben.

Dieses Jahr sind es etwas weniger Spielorte als vor Corona bei den „Kultur(All)tagen. 2019 fanden fast 100 Veranstaltungen statt. „Doch auch während der Corona-Krise gab es Veranstaltungen im digitalen Format, im Livestream oder aufgezeichnet im Internet zu sehen“, so Jonas. Mit dem Budget für die Kultur(All)tage in Höhe von 22 000 Euro, die gefördert werden durch die Stadt Freital, die Kulturstiftung Sachsen, die Stiftung der Ostsächsischen Sparkasse und den Kulturraum Landkreis Meißen – Sächsische Schweiz und unterstützt von Sponsoren, werden die Ausgaben für Werbung, Ausstattung und Versicherungen für die Veranstaltungen gerade so abgedeckt. „Die Druckkosten sind jedoch dieses Jahr sehr gestiegen um 50 Prozent, so kosteten uns die
30 000 Programmhefte über 5 000 Euro“, so Jonas. Daher sei nun verstärkt Einzelwerbung mit Plakaten und Flyern gefragt. Die meisten Veranstaltungen der Kultur(all)tage sind eintrittfrei. Uwe Jonas schaut sich fast alle selbst an. „Schon um zu wissen, wie sie ankommen bei den Besuchern. Es ist für jeden, von jung bis alt, etwas dabei und zu entdecken entlang der Dresdner Straße und in Hinterhöfen.“

Text (lv)

Das vollständige Programm der Kultur(all)tage steht unter http://www.lifeart-tv.de

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Ausstelllungseröffnung „Labyrinthversuche“ von Anna Kasten im Kunstverein Meißen

28 Samstag Mai 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

≈ Ein Kommentar

Auf verschlungenen Wegen

Im Rahmen des diesjährigen, vom Kunstverein ausgeschriebenen Residenzstipendiums realisierte Anna Myga Kasten in den vergangenen Wochen ihr eingereichtes Vorhaben und verwirklichte eine begehbare, raumfüllende Installation in Form eines Labyrinths aus Papier. Zur Eröffnung der Ausstellung am 28. Mai um 17 Uhr laden wir Sie recht herzlich ein.

Text: Maren Marzilger, Geschäftsführerin Kunstverein Meißen e.V.

Kunstverein Meißen e.V. · Burgstraße 2 · 01662 Meißen
Tel./Fax: 03521 476650 · kontakt@kunstverein-meissen.de · www.kunstverein-meissen.de ·

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 12–18 Uhr. Eintritt frei.

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Aktion „Mut schöpfen“: Wasser als Lebenselixier & Alle sollen gewaltfrei leben können

27 Freitag Mai 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Mut schöpfen am Brunnen vis a vis mit den Badenden (im Foto von li nach re): die Freitaler Gleichstellungsbeauftragte Jona Hildebrandt, Katrin Hollube, Projektleiterin im Familienzentrum „Regenbogen“ und Teresa Schubert, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge luden zu der Aktion ein, um ein Zeichen gegen Gewalt jeglicher Art zu setzen.


Wasser als Lebens- und Kraftquell & Jedes Mal, wenn du dich aufrichtig freust, schöpfst du Nahrung für den Geist, lautet einer der Mutmach-Sprüche. Eine schöne, bestärkende Aktion, findet meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry. Und auch die Sonne strahlte aus den zunächst dunklen Wolken hervor.

Mut schöpfen für ein lebendiges Miteinander

Mit der erfrischenden Aktion an einem Springbrunnen setzten Besucher und Initiatorinnen ein Zeichen gegen Gewalt und stellten Hilfsangebote vor.

Aus dem Brunnen schauen, vom Wasser umspült, die Gesichter der „Badenden“. Davor stehen viele fröhlichbunte, mit Blumen, Bäumen, Herzen und Schmetterlingen bemalte, Tassen. Mit den Gefäßen konnte, wer gerade vorbeikam, Wasser und symbolisch Mut schöpfen. Wasser als Lebenselixier, das erfrischt, reinigt und die Sinne neu belebt. „Alle sollen gewaltfrei leben können“, unter diesem Motto lud am Dienstagnachmittag das „Regenbogen“ Familienzentrum e.V. gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Sächsische Schweiz – Osterzgebirge und der Stadt Freital zur Aktion „Mut schöpfen“ ein.

Zwei Stunden lang war dazu Gelegenheit vor dem Brunnen „Die Badenden“ (neben der Sparkasse in Freital-Potschappel), den der Künstler Peter Fritzsche gestaltet hat. Es waren Gesprächspartnerinnen vor Ort, um mit Besuchern in Kontakt zu kommen, Hilfsangebote für betroffene Menschen vorzustellen und gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt jeglicher Art zu setzen. Die Aktion „Mut schöpfen“ fand innerhalb einer bundesweiten Initiative der Mehrgenerationenhäuser statt, zu denen auch das Familienzentrum „Regenbogen“ gehört. Gefördert wird diese im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben“ und aus Mitteln des Freistaates Sachsen. „Eigentlich findet der Tag gegen häusliche Gewalt immer im November statt, an dem wir Kerzen anzünden und auf die Thematik aufmerksam machen. Doch das ging letztes Jahr coronabedingt nicht und wurde nun nachgeholt“, sagt Teresa Schubert, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. „Außerdem möchten wir auch Menschen ansprechen, die aus Kriegsgebieten herkommen.“

Gewalt hat viele Gesichter. Mal offen, aggressiv, mal versteckt, körperlich und seelisch verletzend, gibt es sie im häuslichen Umfeld, in der Schule ebenso wie im Weltgeschehen. Aber auch ungeplante Einschränkungen und Veränderungen im Leben können schmerzhaft sein und wollen bewältigt werden. Die betroffenen Menschen sollen wissen, dass sie nicht alleine sind. Auf den Stehtischen vor dem Brunnen liegen Blätter mit Mutmach-Sprüchen zum Mitnehmen wie „Zu allem Großen ist der erste Schritt der Mut“, „Probleme sind Gelegenheiten zu zeigen, was man kann“ und „Vertrauen ist die stillste Form von Mut“ und außerdem weiße Steine, die man selber beschriften kann mit bestärkenden Worten. Die Resonanz ist zunächst verhalten.

„Häusliche Gewalt ist immer noch ein Tabuthema in der Öffentlichkeit, mit dem man nichts zu tun haben will“, weiß Jona Hildebrandt, die Freitaler Gleichstellungsbeauftragte. „Die Gewalt findet im Verborgenen statt. Man muss erst mal den Mut finden, sich zu outen. Es ist auch nicht einfach, wenn man ein Leben zusammen aufgebaut hat, man verheiratet ist, Kinder hat und vielleicht noch ein Haus zusammen.“ Aktuelle Zahlen zu Betroffenen von häuslicher Gewalt liegen ihr zurzeit keine vor und die Polizei erfasst auch nur die Fälle, die zur Anzeige kommen. Es finde überwiegend Gewalt von Männern gegen Frauen statt. Doch es gebe auch umgekehrt Gewalt gegen Männer. „Manchmal braucht es schon Mut, früh aufzustehen oder wenn Jugendliche eine Lehrstelle suchen“, so Jona Hildebrandt. „In der Corona-Zeit herrschte viel Vereinzelung, soziale Isolation. Das läuft jetzt erst wieder an, dass Menschen wieder rausgehen und zusammenkommen.“

Einige Passanten bleiben stehen und informieren sich über die Mut-schöpf-Aktion. Eine Frau im roten Kleid und dunklem Haar will mehr darüber erfahren. Die Initiatorinnen erzählen und geben Flyer und Notfallkarten mit allen Hilfs- und Beratungsstellen und Telefonnummern mit. „Täglich kommen bis zu 70 Menschen, die bei uns ein- und ausgehen, das ist viel“, sagt Katrin Hollube, Projektleiterin im Familienzentrum „Regenbogen“ auf der Poststraße 13 in Freital. Immer montags öffnet hier das Familiencafé von 14 bis 18 Uhr zum Ankommen, Reden, Spielen und Wohlfühlen. „Wir haben auch einen offenen Eltern-Kind-Treff, wo die Kinder spielen und die Eltern auch mal für sich zur Ruhe kommen und mit anderen austauschen können“, erzählt sie.

„In letzter Zeit kommen oft ukrainische Familien, um Anschluss und Orientierung zu finden.“ Sowohl Hilfesuchende als auch Menschen, die helfen wollen, finden hier „Raum zum Wachsen“, so lautet das Motto im Familienzentrum „Regenbogen“. „Wir sind keine Beratungsstelle für Opfer von häuslicher Gewalt, aber wir haben gute Kontakte und vermitteln auf Wunsch zu Fachkräften in den zwei Familienberatungsstellen, der Awo in Deuben und der Diakonie in Potschappel“, so Katrin Hollube. Es gibt ein Frauenschutzhaus mit acht Plätzen in Pirna, wo vor Gewalt fliehende Frauen und Kinder vorübergehend wohnen können und eine Männerschutz-Wohnung. Eine Außenstelle der dortigen Beratungsstelle bei häuslicher Gewalt sei in Freital noch im Aufbau, so die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Teresa Schubert. Der nächste Aktionstag gegen häusliche Gewalt findet am 25. November statt, wieder mit einer Kerzen-Aktion und einem orange angestrahlten Haus, das zugleicht Licht und Hoffnung aussendet.

Text + Fotos (lv)

http://www.regenbogen-freital.de

Nummer gegen Kummer für junge Leute: 116 111*
(Notrufnummern sind in Deutschland generell kostenfrei.); Erreichbar: Mo – Sa 14 – 20 Uhr; Mo, Mi, Do 10 – 12 Uhr

Hilfe bei Gewalt zu Hause: 03501/5764 988
Helpmail in Krisen: u25-dresden.de


Sprudelnde Lebensfreude: Brunnen vor dem Bahnhof Freital-Potschappel

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BilderAlbum: Zeitreise zum 150 +2-jährigen Eisenbahnjubiläum der Strecke Cottbus – Großenhain

15 Sonntag Mai 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Projekte, Unterwegs

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Schön in Schale geworfen: Als Reisende aus dem Bürgertum anno 1870 wandelten Darsteller der Spielbühne Großenhain zum 150 + 2 (coronabedingt)jährigen Eisenbahnjubiläum am Sonnabend rings um das schmucke Bahnhofsgebäude und begrüßten die Reisenden der modernen Zeit.

Reisen im Zug der Zeit

Der Zug von Dresden fuhr 150 + 2 Jahre zurück… Zum Eisenbahnjubiläum der Strecke Cottbus – Großenhain an diesem Wochenende. Am Bahnhof Großenhain empfingen gestern bei Bilderbuchwetter historisch kostümierte Damen und Herren die Reisenden, wandelten umher und drehten eine Runde im Stadtpark mit der K- und K-Kleinbahn und winkten den Spaziergängern huldvoll zu. Kurzer Halt. Gruppenfoto vor den farbenprächtigen und betörend duftenden Azaleen und Rododendronbüschen.  Ein Vergnügen für die jungen Darsteller der Spielbühne Großenhain e.V. und für die Besucher.

Dampflok fuhr leider keine zum Jubiläum, die hatte die Deutsche Bundesbahn wegen Waldbrandgefahr vorsorglich abgesagt. Kein Schaffner mit roter Mütze, Kelle und Trillerpfeife am Bahnsteig mehr. Dafür gab es eine Modelleisenbahn mit originalen Zuggeräuschen von einst, fröhlich schnaufend und mit Pfiffen der Lok. Am späten Nachmittag sollte noch ein Zug mit historischen Wagen eintreffen. Mal schauen.

Weiterging`s mit dem Oldtimerbus. Ich durfte mich sogar kurz ans Steuer setzen. Als der Bus noch fuhr, war ich gerade fünf… Wie die Zeit vergeht. Man kann das hübsche Gefährt auch mieten für Sonderfahrten, sich sogar im Bus trauen lassen. Ins Seenland, ins renaturierte ehemalige Tagebaugebiet nach Hoyerswerda, wollte ich schon immer mal. Dann fuhr der Jubiläumszug Punkt 17 Uhr auf dem Großenhainer Bahnhof ein, die Wagen noch aus DDR-Zeiten mir DR-(Deutsche Reichsbahn)Aufschrift. Gemütliche, separate Sitzabteile mit Schiebetüren statt Großraumwagen und Speisewagen mit weißen Spitzengardinen… Die Sitzbezüge schon mit den blauen Kästchen der Deutschen Bundesbahn. Stille Übernahme nach der Wende. Reisende steigen ein und aus. Der Schaffner schließt als letzter die Tür. Die historische Reisegesellschaft  winkt den Weiterreisenden zum Abschied. Rund zehn Minuten dauerte der Ausflug in die Vergangenheit inklusive freie Plätze im Zug finden, sich kurz setzen und die Zeit anhalten. Der Zug sah wie neu aus. Und ist doch Historie. Die Erinnerungen an die Zugerlebnisse, die über viele Lebensgleise führten, bleiben.

Heute, am Sonntag wird noch mal Bahnjubiläum in Großenhain gefeiert mit historischen Reisenden, Oldtimerbus und Sonderzügen von 10 bis 17 Uhr.

Text + Fotos (lv)


meinwortgarten-Inhaberin Lilli Vostry und Winnie Rudolph von der Spielbühne Großenhain, sie leitet dort die Kindergruppe, in einem Zugabteil der Deutschen Reichsbahn, aber schon mit blauem Kästchenbezug der Deutschen Bundesbahn. Früher waren es grüne und rötlich braune Ledersitze.

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Unterwegs: „Erinnerung und Gefühl. Ein Interim im Schlosspark“ von Burgk mit Fühlskulpturen von Steffen Petrenz

15 Sonntag Mai 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Projekte, Unterwegs

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„Ursprung“, „Aufbruch“ und „Ankunft“: der Freitaler Künstler Steffen Petrenz vor seiner dreiteiligen Blechskulptur „memories“ im Schlosspark Burgk.

Reizvoller Raum für Erinnerungen

Eine dreiteilige Skulptur mit dem Titel „memories“ und „Fühlskulpturen“ des Freitaler Künstlers Steffen Petrenz laden zum Innehalten und Erinnern mit allen Sinnen ein im Schlosspark Burgk. Zum Internstionalen Museumstag am Sonntag, dem 15. Mai, ist in den Ausstellungen der Städtischen Sammlungen auf Schloss Burgk in Freital ganztags freier Eintritt. Vormittags gibt es ein Konzert mit dem Musikverein Freital im Schlosshof.

Lebensgroß, filigran und mit rostbrauner Patina überzogen stehen die Figurenumrisse frei im Raum. Scherenschnittartig ist eine Figur aus der anderen heraus gewachsen. Sie stehen für sich, scheinbar losgelöst und bilden doch ein Ganzes, das man wie ein Spiegelbild nacheinander anschauen kann. „Erinnerung und Gefühl. Ein Interim im Schlosspark“, unter diesem Titel zeigt der Freitaler Künstler Steffen Petrenz erstmals öffentlich seine dreiteilige Blechskulptur „memories“ aus den Jahren 2009/20012.

Diese steht auf einer Anhöhe unter hohen Bäumen im Gelände von Schloss Burgk. Ein faszinierendes, offen vieldeutiges, reizvolles und buchstäblich berührendes Erlebnis, Geflüster und Zwiegespräch im Zusammenspiel von Natur, Kunst und Betrachter. Im Wechsel von Licht und Schatten verändern sich Formen und Ausdruck der Skulpturen immer wieder, wenn man sich ihnen aus verschiedenen Blickwinkeln nähert. Mal steht die hintere Figur mit ihren wellenartigen Körperrundungen klar sichtbar, mal halb versteckt unter Blätterzweigen, die sich im Sonnenlicht flimmernd auf der Figur wie Lebenslinien abzeichnen und auf dem Boden verzweigen.

„Erinnerungen sind ja auch versteckt. Wenn man durch das Gedächtnis streift, kommen sie wieder hoch ans Licht“, sagt Steffen Petrenz zu seinen Skulpturen. Sie haben weniger mit dem historischen Gedächtnis zu tun, auch wenn die Aufstellung am 8. Mai dies nahe legt. Das Datum sei zufällig, die Ausstellungseröffnungen bei den Städtischen Kunstsammlungen auf Schloss Burgk finden immer sonntags statt, ergänzt deren Leiterin Kristin Gäbler. Jeder kann die Erinnerungs-Skulpturen individuell für sich erkunden. Erinnerungen sind vielschichtig, persönlich wie kollektiv, greifen ineinander, wandeln sich und sind nicht an Ort und Zeit gebunden. Als die Skulpturengruppe fertig war, gab es im Atelier von Steffen Petrenz eine Performance, bei der er das zugemauerte Mittelteil mit dem Vorschlaghammer aufbrach, sinnbildlich für die Auseinandersetzung mit Erinnerungen, sich ihnen stellen und verarbeiten.

„Wenn man in die 40 kommt, die Kinder langsam aus dem Haus gehen, wird der Blick ein anderer“, so Petrenz. Seine drei Skulpturen im Schlosspark nennt er dementsprechend „Ursprung“, „Aufbruch“ und „Ankunft“. Der Betrachter kann durch die offenen Figuren hindurch schauen und gehen und dabei eigenen Eindrücken, Empfindungen und Erinnerungen nachgehen. Einige Spaziergänger bleiben stehen, gehen heran an die Skulpturen, fotografieren sich mit ihnen. Weitaus mehr Besucher sitzen aber unter den blühenden Kastanienbäumen im Schlossinnenhof an den Tischen vor dem Schlosscafé und genießen Eis, Kaffee und Kuchen bei strahlendem Sonnenschein.

Weiter hinten auf dem Weg zum Besucherschaubergwerk kann man außerdem sogenannte „Fühlskulpturen“ von Steffen Petrenz entdecken. Sie entstanden  ursprünglich für das Seniorenheim „Herbstsonne“ in Freital-Hainsberg und sind ausdrücklich zum Anfassen und buchstäblich Be-greifen gedacht. Die keramischen Objekte und Formen sind der Natur abgeschaut. Da finden sich Planet, Apfel und Mohnkapsel. Eine Besucherin fragt, ob die originellen Kugeln nicht immer da stehen bleiben können. „Es ist eine temporäre Kunstaktion“, so Kristin Gäbler, „wir wollen unsere Besucher immer neu überraschen.“ Die Skulpturen sind noch bis 24. Juli frei zugänglich im Schlosspark Burgk zu sehen. Steffen Petrenz öffnet außerdem beim „Kunst: offen in Sachsen“ am 5. Juni von 10 bis 23 Uhr sein Atelier auf der Dresdner Straße 166 hinter der Aral-Tankstelle mit Livemusik und Einblicken in sein vielfältiges Schaffen.

Text + Fotos (lv)

http://www.freital.de/museum

Schloss Burgk mit blühenden Kastanienbäumen im Innenhof. Dort kann man gemütlich an Tischen sitzen und Kaffee, Kuchen, Eis, das beste weit und breit, vom Schlosscafé genießen.

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Eintauchen in andere Lebenswelten: Mit der Lesung „Aufgetaucht“ stellte sich die Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz im Erich Kästner Haus für Literatur vor

29 Freitag Apr 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Fröhlich beschwingte, zauberhafte Klänge der „Waldmüslikanten“ begleiteten die
Lesung.

Zuhören und Lesen im Wechsel.

Wenn Worte wie Pfeile treffen: Die Erzählerin Wiete Lenk las eine Kurzgeschichte von Anja Haase. Vorgestellt wurden die Autoren und neue Texte
aus der Schreibwerkstatt von Schriftsteller Michael G. Fritz.

Ergreifend und schockierend: Vom Umgang mit schmerzlichen Erinnerungen erzählte der Autor Jakob Möbius.

Lebhaft, witzig und anrührend schilderte Hans-Haiko Seifert, wie er unverhofft zu einem eisigen Hähnchen unter seinem Hemd kam zur Zeit der politischen Unruhen in Warschau Anfang der 80er Jahre.

Von Herzenspfeilen im Wald und einem eisigen Hähnchen unterm Hemd

Berührende, humorvolle, lustige, traurige und nachdenkliche Geschichten aus dem Lebensalltag hier und anderswo lasen acht AutorInnen aus der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz im Erich Kästner-Literaturhaus in Dresden.

Für die einen war es ein Wiedersehen nach längerer Zeit, für andere ein erstes Kennenlernen. Allen gemeinsam war an diesem Abend ihre Neugier, Interesse und Freude an ungeahnten, überraschenden und mitgebrachten Geschichten, die das Leben schreibt. Unter dem Titel „Aufgetaucht“ stellten acht Autorinnen und Autoren aus der Schreibwerkstatt von Michael G. Fritz neue Texte vor am Dienstagabend im Erich Kästner Haus für Literatur am Albertplatz in Dresden. Nachdem sie sich während der Corona-Pandemie nicht treffen konnten, sind sie nun zurückgekehrt. „Der Reiz liegt im Unsortierten der Texte, im Alter der Beteiligten und in den Themen“, sagte Fritz, der als Schriftsteller in Dresden und Berlin lebt und die Lesung moderierte. Das sei ein Vergnügen für Autoren wie Publikum gleichermaßen. „Wir lernen alle voneinander, weil wir alle etwas abgeben, offen sind für den anderen und dessen Vorstellungen von Literatur.“ Die Schreibwerkstatt sei ein geschützter Raum, in der Texte besprochen werden und Kritik immer nur am Werk, nicht am Autor geübt werde.

Die Gründe zu schreiben sind so vielfältig wie die Texte und ihre Verfasser, die zumeist neben ihrem Beruf oder Studium, aus ihrem Alltag heraus schreiben. „Ein Unbehagen an den Umständen, nicht Ausgeschöpftsein, der Drang sich mitzuteilen“, so war es bei G. Fritz. „Weil wir keine Wahl haben, wir können nicht anders! Schreiben ist eine Angewohnheit, von der man nicht lassen kann.“

Schreiben ist ebenso ein Abenteuer, von dem man nie weiß, was einen unterwegs erwartet, wohin es einen führt  und wie andere darauf reagieren. Ein Einlassen, Zulassen, sich ausliefern mit dem Erzählten, ein Sehen, Erkennen für sich und gemeinsam mit anderen. Lesen und Zuhören im Wechsel. Eintauchen in ganz verschiedene Lebens- und Erfahrungswelten. Wunderbar musikalisch begleitet mit mal fröhlich beschwingten, mal leise, zarten, zauberhaften Melodien aus südlichen und osteuropäischen Gefilden von den „Waldmüslikanten“, die an Geige, Akkordeon, Banjo, Gitarre, Drehleier und Ukulele musizierten. Für mich die Entdeckung des  Abends mit betörender, fast hypnotischer Wirkung!

Die gelesenen Kurzgeschichten und Romanausschnitte führten die Zuhörer nach Thailand, Äthiopien, Argentinien und Polen. Begonnen mit der geheimnisvollen Geschichte von Steffen Wartner über einen Mann, der nach Bangkok reist, dort vergebens auf seine Freundin wartet und ein anderes Paar trifft auf der Plattform des Hotels. Er baut Spannung auf, man fürchtet Schlimmes, er werde sich hinab stürzen, doch nein, er verbringt den Abend mit den beiden an der Bar und auf einer Partymeile, zahlt alles und dann ist plötzlich sein Portemonnaie weg und die Situation eskaliert und schwarze Skorpione spielen auch eine Rolle… Eine Geschichte, die viele Fragen aufwirft und einen etwas ratlos zurücklässt.

Von einer Frau, die mit Pfeil und Bogen in den Wald geht und herausfinden will, wer sie wirklich ist, erzählt die Geschichte „Der Weg“ von Anja Haase, berührend und mit leisem Humor gelesen von Wiete Lenk, die schon einen Erzählband „Krähenbeißer“ veröffentlicht hat. Die Bogenschützin hat aufgehört zu sprechen und will erst wieder damit beginnen, wenn sie sich wieder spürt. Kann man sich selbst verlieren und wiederfinden?!, fragt sie sich mit Blick auf die Natur und Bäume, die im Frühjahr neu erwachen. Dann taucht auch noch ihre Freundin auf und die Ruhe ist dahin. Schön beschrieben das Gleichnis, wie sie das Spannen des Bogens mit Öffnen des Herzens vergleicht: „Man macht es weit und lernt wieder zur vertrauen. Die Angst geht mit dem Pfeil auf die Reise, man lässt sie los. Man vergisst zu denken und ist einfach nur Mensch in dem Moment.“

Eine witzig-satirische Geschichte, „Sachsens Glanz“ über die Begegnung mit einem Straßenkünstler las Geralf Grems, der als Maler, Musiker und Autor freischaffend tätig ist. Er spielt auf selbst gebauten Instrumenten wie der Drehleier urig klangreich mit bei den „Waldmüslikanten“. Er betrachtet die lebende grausilberne Zinnfigur, die als „August der Schwache“ mit Münzteller auf der Brühlschen Terrasse auftritt und nimmt Befindlichkeiten, Mentalitäten und Vorurteile gebrochen deutsch sprechend wie der polnische Straßenkünstler humorvoll auf die Schippe. Mittlerweile gäbe es ebenso viele Deutsche mit polnischen (Zahn)Kronen wie Polen mit deutschen Wurzeln. Man erntet, was man sät, wissen beide. Was ich gebe, bekomme ich zurück, sagt der Straßenkünstler. Gemeinsam stützen sie sich auf die Balkonbrüstung Europas und schauen auf das Fließen des Stroms…

Diana Wolff arbeitet als Pastorin in der Nähe von Annaberg-Buchholz im Erzgebirge, ist Mutter von vier Kindern und war mit ihrem Mann eine Zeitlang als Entwicklungshelferin in Äthiopien. Das dort Erlebte schildert sie anschaulich und bewegend, streckenweise zu ausschweifend und wiederholend, in ihrem entstehenden Roman, aus dem sie ein Kapitel, Täuschung und Enttäuschung las über ein 12jähriges Mädchen, das aus einem Dorf in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba kommt, um dort in die Schule zu gehen. Bei einer Tante findet sie Unterkunft hat, schält Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch für das Essen und wartet sehnsüchtig auf ihre Schuluniform. Doch es kommt anders als erhofft. Ihre Tante kommt auf den Geschmack, so muss Virtokan (dt.: Orange) fortan als Hausmädchen die Familie versorgen und kann nur in die Abendschule gehen, wo der Unterricht oft ausfällt. Einige Mädchen laufen weg aus Angst vor Strafen und Schlägen, zurück nach Hause oder landen auf dem Straßenstrich. Wie es weitergeht mit Virtokan, ob sie ihren Weg schafft, bleibt  als spannende Frage.

Wenn er nachts nicht schlafen kann, schreibt Harald Lämmel Geschichten. Er wohnt in Radeberg, hat Theologie und Sozialpädagogik studiert und inzwischen pensioniert. Seine ironisch-surreale Geschichte „Die fehlende Antwort“ erzählt über eine Frau, die seine Blicke anzog, eine Zeitung hatte von ihr berichtet, sie überragte ihn an Größe und er unterhält sich mit der bronzenen Figur, die einen Hammer in der Hand hält über ihr Vorleben, warum sie nicht fortging in ein anderes Land und so viel auf sich nahm.

Petra Schweizer-Strobel ist Archäologin, Fachbuchlektorin und Schriftstellerin, sie stammt aus Schwaben und lebt seit 22 Jahren in Dresden. Ihre Geschichten kreisen darum, was Menschen an- und umtreibt, um die Suche nach der eigenen Identität. Sie las  einen Auszug aus ihrem Romanmanuskript mit dem Arbeitstitel „Vater, Mutter, Kind“ über einen Mann, David, der nach Jahren wieder ins Leben von Hannah tritt und erfährt, dass er eine Tochter hat. Eines Abends, sie ist müde und abgespannt, steht er in verschmutzter Motorradkluft vor ihrer Tür. Er hat immer Angst, das Richtige zu tun, erfährt man über ihn und er ist zwischen zwei Frauen hin und hergerissen. Was führt ihn nun zu ihr? Wie wird er sich entscheiden und will sie ihn überhaupt noch?! Wie schafft man es überhaupt in turbulenten Zeiten wie diesen, den Glauben an die Liebe und Miteinander nicht zu verlieren? Fragt man sich unterschwellig, ungeduldig beim Zuhören.

Herausragend für mich sind zwei Geschichten, in denen es um Erinnerungen, schöne wie schmerzliche und den Umgang mit Vergangenheit geht. Die Kurzgeschichte „Flüge“ von Jakob Möbius, er stammt aus Freiberg, hat in Dresden Psychologie studiert, arbeitete in Kliniken und als Krankenpfleger in Corduba in Argentinien und schreibt außerdem erfolgreich Kurzfilme, entstand bereits 2013.  Er erzählt ebenso trocken, klar wie schockierend und ergreifend über den Konflikt einer Frau, deren Vater Menschen im Gefängnis folterte während der Militärdiktatur in Argentinien. Die Erinnerungen an die Grausamkeiten, die er beging in einem „Rausch von Macht und Verachtung“, lassen ihn nicht los, erzürnen und quälen ihn rückblickend. Er liest einige Worte auf spanisch und denkt nach über die Gedichtzeilen auf dem blutigen Zellenboden, dass das Böse in jedem von uns stecke, auch in denen, die wir lieben. Etwas undurchsichtig und vage bleibt, wer die Gefangenen sind im Flugzeug. die immer noch auf Gnade hoffen, wohin der Flug geht und warum der Mann am Ende nicht an Bord ist.

Einen lebhaft heiteren Kontrast dazu bildete die Kurzgeschichte „Der Laden“ von Hans-Haiko Seifert zum Abschluss der Lesung. Eine Alltagsszene aus seinem gerade abgeschlossenen Roman „Joanna“, der von seiner Zeit in Warschau von 1979 bis in 1980er Jahre während des Volksaufstandes unter der Solidarnosc-Bewegung in Polen erzählt. Einer Zeit, in der die Welt im Osten aus den Fugen geriet und zurzeit wieder erschreckend aktuell ist. Not, Mangel, Gewalt und Entbehrungen. Mit viel Witz und Gespür für Land und Leute, sehr lebendig und anrührend beschrieben und gelesen, wobei man dem Autor seine Spielerfahrung in der damaligen freien Theatergruppe „Traumzeit“ am projekttheater in Dresden in den 1990er Jahren anmerkte, brachte Seifert die Geschichte zu Gehör. Wie die üppige Verkäuferin ihn, den jungen Mann, der sich im Laden umsieht, zuerst grob ansieht, als wolle er alles leerkaufen, ihn beargwöhnt wie einen Dieb und dann alles Mögliche aufschwatzt und neugierig nebenbei erkundigt sich nach ihm, halb mitleidig und mütterlich. Während draußen eine Schlange von 20  Frauen auf Fleisch wartet.  Sie stopft ihm schließlich ein eisiges Hühnchen unters Hemd, nach außen trägt er nur eine Zwiebel und ein Mohnbrot, wenn die Frauen in der Schlange nur wüssten!, und warnt ihn wachsam zu sein, vor Drogendealern und anderen zwielichtigen Gestalten auf der Hut zu sein. Seifert sucht noch einen Verlag sucht für seinen Roman, von dem man sogleich Lust bekam mehr zu hören. Alles in allem konnten Zuhörer und Lesende eine bunte Mischung aus weit gespannten Themen und Blicken auf das Leben und die Welt in und um uns herum erleben, mitnehmen und nachklingen lassen.

Für weitere, tiefergehende Einblicke in die Schreibwerkstatt blieb an diesem Abend keine Zeit. Diese sei mit rund einem Dutzend AutorInnen zurzeit ganz gut gefüllt, so Fritz. Die Teilnehmer treffen sich alle sechs Wochen. Die Schreibwerkstatt sei aber dennoch offen für neue Interessierte, die Talent und Lust am Schreiben mitbringen, ihre Texte in der Gruppe lesen, besprechen und hinzulernen wollen und denen der persönliche Austausch wichtig ist.

Text + Fotos (lv)

http://www.kaestnerhaus-literatur.de

Fantasievolle Sitz- und Leseplätze für kleine und große Besucher im Garten vom Erich Kästner-Literaturhaus:


Schöne Ein- und Ausblicke im Grünen.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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