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meinwortgarten.com

~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Kategorien-Archiv: Projekte

Kunstaktion Welt – Offen – (Ge)Denken in Erinnerung an die Ereignisse des 13. Februar

13 Sonntag Feb 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Projekte

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Sag es mit Blumen: Lasst uns Vielfalt leben im Miteinander. Fotos (3) (lv)

Bilder und Zitate zum Innehalten und Nachdenken

Unter dem Motto WELT – OFFEN – (GE)DENKEN eröffnete letzte Woche eine Kunstaktion in der Stadt. Anlässlich des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens im II. Weltkrieg lädt #WOD – Weltoffenes Dresden vom 9. bis 20. Februar zu einer großen gemeinsamen Plakataktion im öffentlichen Raum und verschiedenen weiteren Formaten der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Ereignissen des 13. Februar 1945 ein. Die Sächsische Ministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch, die Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und zahlreiche VertreterInnen der 19 beteiligten Kulturinstitutionen begleiteten die Eröffnung.

Zum Projekt: 19 Kulturinstitutionen präsentieren mit einer Plakatkunst-Aktion an 10 Orten des Kulturstadtraums Dresdens und am Standort Radebeul individuell ausgewählte, großformatige Bildmotive mit zum Teil eigens für die Aktion von KünstlerInnen entworfenen Werken, mit Fotografien und mit Zitaten, die zum Innehalten und Nachdenken auffordern. Die Plakatkunst-Aktion wird durch das Zentrum für internationale Kulturelle Bildung des Goethe-Instituts Dresden und die Landeshauptstadt Dresden unterstützt. 

Das gemeinsame Gedenken steht im Jahr 2022 unter dem Thema des Friedens. Begleitet von dem Motto WELT – OFFEN – (GE)DENKEN richten wir den Blick von Dresden in die Welt: Wo engagieren sich Menschen heute für Frieden, Menschenrechte und Demokratie? Wie verwandeln sich Gesellschaften von einer Situation der Ausgrenzung, der Gewalt und des Krieges, wie sie 1945 in Europa herrschte, in ein friedliches, demokratisches Miteinander?

In der Woche um den 13. Februar 2022 spannen die programmatisch vielfältigen künstlerischen Beiträge der Kulturinstitutionen einen Bogen zum Thema Frieden, von der eigenen Haustür bis in die Welt und laden PassantInnen im Dresdner Stadtraum und Radebeul zum Nachdenken über Frieden und in plurale Formen des zukunftsgerichteten (Ge)Denkens ein.

Wir achten darauf, dass Aktionen je nach Pandemielage kontaktlos stattfinden können und in Übereinstimmung mit den aktuellen Hygieneregeln betrachtet werden können. Bitte geben auch Sie Acht aufeinander. Wir freuen uns, wenn Sie mit offenen Augen durch die Stadt gehen!

# WOD Weltoffenes Dresden ist ein 2014 gegründeter, offener Zusammenschluss von Kulturinstitutionen in Dresden. Gemeinsam treten wir für eine weltoffene, solidarische Gesellschaft ein. Gemeinsam setzen wir Zeichen für einen achtsamen Umgang mit unserer demokratisch verfassten freiheitlichen Gesellschaft und ihrer Kultur.

Text:  Gertrud Aringer Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Telefon +49 351 4913 755

www.staatsschauspiel-dresden.de

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Leerstand in der Dresdner Innenstadt alarmierend

12 Sonntag Dez 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte

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Leere Schaufenster am Altmarkt, wenig los auch auf der Bummelmeile Prager Straße im Dresdner Stadtzentrum. Kaum ein Mensch in den Geschäften, Cafés und Lokalen zu sehen. Viele haben geschlossen. Die Lichterketten funkeln einsam vor sich hin. Ein ungewohnter Anblick in der Adventszeit, in der die Innenstadt sonst voller Trubel ist und rund um den Striezelmarkt und die Kaufhäuser an jeder Ecke Weihnachtsbuden mit Leckereien zum Verweilen locken. Die aktuelle Corana-Situation dämpft die Stimmung und die von der Politik verhängten Maßnahmen wie Kontaktbeschränkung und 2G-Regel mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene in Läden und Restaurants
zeigen ihre Wirkung, sorgen für Zurückhaltung, Unsicherheit und Verdruss statt entspanntem Genuss.

Handel, Gastro, Dienstleistungen, Soziales, Kunst und Kultur
unter einem Dach sind gefragt für eine lebendige Innenstadt in Zukunft

Eine Studie im Auftrag des City Management Dresden e.V. empfiehlt der Stadt dringend ein neues Einzelhandels- und Zentrenkonzept und den Erhalt des Branchenmix.

Gähnend leere Schaufenster und Ladenlokale. Wenige Menschen zu sehen auf den ehemals gut belebten, attraktiven Flanier- und Einkaufsmeilen rund um den Altmarkt, die Wilsdruffer Straße, Ringstraße, Prager Straße und Hauptbahnhof. Ein trostloser Anblick in Top-Lagen in der Dresdner Innenstadt.

Derzeit stehen 93 Objekte in Erdgeschoss-Zonen im Stadtzentrum leer. Die ehemaligen Einzelhandelsgeschäfte und gastronomischen Einrichtungen verfügten einmal über insgesamt ca. 22.000 Quadratmeter Ladenfläche. Damit hat sich der Leerstand seit 2015 verschärft.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur “Erhebung der Leerstände in der Dresdner Innenstadt“, welche im Auftrag des City Management Dresden e.V. seit Frühling bis August 2021 von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mbH, Büro Dresden durchgeführt wurde.

Besonders alarmierend: Die Leerstände seien weniger durch ruinösen Bauzustand bzw. unattraktives Umfeld geprägt, sondern meist durch kleinere Geschäfte im wieder bezugsfertigen Zustand. Die Nachfrage nach „traditionellen“ Nutzungen ist laut Studie fast zum Erliegen gekommen und es sind weitere Leerstände zu erwarten.

Zahlreiche Objekte werden auf Grund ihrer Lage, der generellen Entwicklung im Einzelhandel und im Verbraucherverhalten für Handelsfunktionen nicht wieder vermiet- bzw. nutzbar sein, so die düstere Prognose. Daher sind die Einzelhandels- und Zentrenstruktur für die Innenstadt, aber auch die peripheren Bereiche neu zu durchdenken und konzeptionell festzulegen.

Die Stadt Dresden muss mit dem Einzelhandelskonzept sowie in weiteren Maßnahmen wie Mobilitätskonzept, Gestaltungs- und Grünflächenkonzept sich klar zur vordergründigen Aufwertung der Innenstadt bekennen, um weiterem Qualitätsverlust vorzubeugen, legt die Studie nahe.

„Die Dresdner Innenstadt ist trotz des Landeshauptstadt-Bonus nicht ausgenommen vom allgemeinen Trend, dass die Leerstände in den Innenstädten zunehmen und einen Umfang erreicht haben, was ein aktives, gemeinschaftliches Gegensteuern unabdingbar macht.“ so der Leiter der GMA, Dr. Eddy Donat.

Die Situation der Leerstände hat sich während- und nach Corona weiter verschärft. Aus den Untersuchungen, zahlreichen Gesprächen mit Akteuren und der Auswertung diverser Veröffentlichungen geht der Studie zufolge aber auch hervor, dass der zunehmend sichtbare Leerstand in der Innenstadt auch durch allgemein fehlende Frequenz in den Fußgängerzonen zustande kommt. Branchenabhängige Umsatzrückgänge von 50 bis 80 Prozent haben Auswirkungen auf die Erhaltung des Branchenmix.

Für die Innenstadt sei besonders nachteilig, dass PKW-Besucher in Dresden vorwiegend um die Kernstadt herumgeleitet werden, außerdem wenig Menschen direkt im Zentrum wohnen und eine besondere Aufenthaltsqualität, Flair, moderne Stadtmöblierung bis zur Vernetzung mit digitalen Angeboten im Stadtzentrum der sächsischen Landeshauptstadt fehlt.

Dennoch habe die Innenstadt von Dresden mit Prager Straße, Altstadt und Hauptstraße viel Potenzial, was aber nur mit nachhaltigen politischen Entscheidungen zur Unterstützung dieser Einkaufszentren entwickelt werden kann. Erforderlich sind laut Studie intelligente Mobilitätskonzepte (P+R, ÖPNV, Parkraum), gezielte Strukturverbesserung, finanzielle Anreize und Förderprogramme für die Aufwertung der Innenstadt bereitzustellen.

Der Trend gehe zu Mixed-Used-Konzepten, auch in den Einkaufszentren mit Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie, Soziales, Kunst und Kultur unter einem Dach. Vielseitigkeit ist Trumpf im Gesamtkonzept für Immobilien und eine lebendige Innenstadt in Zukunft. Außerdem sind Lokalität, Regionalität und Identifizierung mit den Angeboten bei den Kunden gefragt, so das Resümee der GMA-Studie. Daher sollte alles getan werden seitens der Stadt, Centermanagements, Händler und Eigentümer, um dem Leerstand und weiterer Verödung der Innenstadt aktiv zu begegnen, um diese wieder anziehend zum Besuch, Verweilen, Erleben und Shopping-Bummel zu gestalten.

„Eine Erhaltung und punktuelle Attraktivitätssteigerung des Einzelhandels in der Dresdner Innenstadt liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir die Ergebnisse der Leerstandsanalyse mit Interesse und auch Sorge betrachten. Erfreulicherweise konnten wir in den letzten Wochen fünf neue Mietverträge in der Altmarkt-Galerie abschließen, weshalb wir nur noch sechs Leerstände haben und auch diesbezüglich optimistisch in die Zukunft schauen“, sagt Christian Polkow, Center Manager der Altmarkt-Galerie Dresden

„Mit dem Gutachten der GMA liegt eine qualifizierte und objektive Analyse zur Leerstandssituation des Einzelhandels in der Dresdner Innenstadt vor. Auch wir beobachten die Entwicklung in der Innenstadt mit großer Sorge, denn mit den Leerständen sinkt die Attraktivität des Einkaufsstandortes Innenstadt Dresden insgesamt. Vor diesem Hintergrund schließen wir uns der Forderung des Büros GMA wie auch Dr. Lademann & Partner (2020) an, dringend ein neues Zentrenkonzept für die Stadt Dresden zu erstellen, welches die Basis für die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Dresden bildet.“, so Dr. Dirk Fittkau, Manager bei Klepierre und Interimsmanager der Centrum Galerie.

Text + Fotos (lv)

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Dinnershows „Die Wunderlandklinik“ & „Der Schöne und das Biest“ können nicht stattfinden

27 Samstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte

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Erkennt er den Ernst der Lage nicht oder fühlt sich zum Narren gehalten durch die Corona-Politik?! Wird die Kultur demnächst zum Notfallpatient? Dauerpatient Herr Pechmarie, gespielt von Vollblutmime Rainer König, musste schon viel über sich ergehen lassen und wollte dem Chef der „Wunderlandklinik“, Prof. Brinkmann (Dieter Beckert) jetzt endlich Paroli bieten. Doch nun bleibt diese geschlossen. Die neue Dinnershow darf wegen der neuen Sächsischen Corona-Notfallverordnung auch dieses Jahr nicht stattfinden. (lv) Fotos (2): Michael Schmidt

Statt Humor als Medizin erneut Stillstand und Frust

Ob „Wunderlandklinik“ oder „Der Schöne und das Biest“ – auch in diesem Jahr können die geplanten Dinnershows von First Class Concept nicht stattfinden. Grund ist die Sächsische Corona-Notfallverordnung vom 19.11., die eine Durchführung der Shows unmöglich macht.

Erst im September hatte Inhaber Mirco Meinel die aufwändige  Jubiläumsproduktion „Mafia Mia“ auf 2022 verschoben und als Plan B die Shows „Die Wunderlandklinik“ und „Der Schöne und das Biest“ in den „Ostra-Studios“ vorgestellt. Die Spielstätte wurde extra mit einer modernen Lüftungs- und Raumdesinfektionsanlage ausgestattet.

„Dass wir nun doch nicht spielen können, das bedeutet für mein Team, für Künstler, Techniker, Partner und Lieferanten erneut Stillstand und Frustration“, so Mirco Meinel. „Das ist wie ein mehrfaches „Déjà-vu“, denn auch die Schlössernacht haben wir schon zweimal verschoben. Es tut mir unendlich leid für alle Beteiligten, die sich so motiviert und flexibel engagiert haben. Und für die vielen Gäste, die schon Karten gekauft hatten und für die eine Dinnershow in der Vorweihnachtszeit einfach dazu gehört.“

Bereits bezahlte Tickets werden in Wertgutscheine umgewandelt und den Gästen zugeschickt. Reservierungen ohne Zahlungseingang werden automatisch storniert.

Bei Fragen kann man sich an das Ticketbüro wenden unter E-Mail info@dinnershows-dresden.de und Telefon 421 99 99.

Text: Sabine Mutschke
PR i.A. der First Class Concept


Wundersame Apparatemedizin: Mit von der Partie in der „Wunderlandklinik“ als Krankenpfleger ist das urkomische Duo „Schlicht & Kümmerling“, die sich als chinesische Wunderheiler versuchen, um ihren Niedriglohn aufzubessern. Foto: Michael Schmidt

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Kunstinitiative der Georado-Stiftung in Dorfhain setzt auf Miteinander

11 Donnerstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Auf der farbenfrohen Fassade am Galerieeingang darf es nicht fehlen, das „Helfertier“, erklärt Künstler Olaf Stoy schmunzelnd.

„Zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“

Freie Ateliers, geologische Schätze und viel Raum zum Mitgestalten bietet die entstehende Georado Erlebniswelt Tharandter Wald in Dorfhain. Seit 2019 dabei ist der Künstler Olaf Stoy.

Ohne Mut geht es nicht beim Klettern und in der Kunst. Daher steht er in großen Stahlbuchstaben sichtbar gleich am Eingang zur „Georado Erlebniswelt Tharandter Wald“. Diese Stiftung will Geotechnik und Geologie auf verschiedene Weise für Besucher erlebbar machen in ihrem Domizil in Dorfhain, gelegen am Rande des geologischen Kleinods Tharandter Wald, der zum Erzgebirge gehört. Ein Kletterturm und Technik für die Bergsicherung und deren Mitarbeiter und eine geotechnische Dauerausstellung befinden sich im Freigelände. Außerdem lockt eine originell-fantasiereiche Kunst- und Skulpturensammlung auf dem Platz und in den Gebäuden. In einer hellen Halle mit großen Fenstern steht das Wort Zukunft.

Sie ist noch fast leer und bietet viel Raum zum Gestalten. Vor dem weiß gestrichenen Gebäude mit Bistro, Tagungs- und Veranstaltungsräumen sitzt ein Mann gedankenversunken auf einer Mondsichel im Gras. Ein Stück weiter steht ein stattlicher Hirsch zwischen den Tischen und Bänken auf der Terrasse. Die Skulpturen stammen aus dem ehemaligen Kunstzentrum „Tacheles“ in Berlin, das 2013 schloss. Die Kunstinitiative der Georado-Stiftung hat sie hierher gerettet. Symbolisch steht ein Baum, geschweißt aus vielen Stahlteilen in einer Auftragsarbeit von der Kieler Firma „Giganten aus Stahl“ für all das, was die Akteure auf dem Gelände verbindet. Er trägt Eichenblätter, auf einem Ast sitzt eine Eule für Wissen, ein Eichhörnchen für Fleiß, der Adler für die Weitsicht und der Fuchs für Schlauheit, erzählt Olaf Stoy, Porzellankünstler und Mitinitiator der Kunstinitiative der Georado-Stiftung.

Auf dem Land herrscht eine eigene Mentalität, man kennt und hilft sich und es ist auch ein Rückzugsort, weiß Stoy. „Doch zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“, sagt er, „die muss aus dem Volk heraus kommen.“ In einer Zeit, in der die Gesellschaft zunehmend zersplittere in viele Teile, setzt die Kunstinitiative auf  „Miteinander“. Olaf Stoy ist im Juni 2019 nach Dorfhain gezogen. Vorher hatte der 62-Jährige sein Atelier im Technologie- und Gründerzentrum Freital als einer der ersten Mieter und gründete die Galerie “F1“, in der er Ausstellungen, Konzerte und Lyrik-Lesungen veranstaltete.
Doch obwohl sich der Kunstort direkt an der Hauptstraße befand, kamen wenig Leute.

„Vielleicht hatten die Freitaler Schwellenangst. Während in Dorfhain zu einer Lyrik-Lesung gleich 80 Besucher auch aus Dresden, Freiberg und Tharandt kamen.“ Der Georado-Stiftungschef Jens Jähnig fragte ihn 2018, ob er mittun will und bot ihm ein Atelier im Areal an. Ehemals befand sich hier der „Elrado“ Betrieb elektronische Bauelemente Dorfhain mit über 2 000 Beschäftigten und neben dem Edelstahlwerk Freital der größte Arbeitgeber in der Gegend. 1991 kam das Aus. Es gibt noch ein kleines Betriebsmuseum, das ehemalige Mitarbeiter einrichteten. Auch die Mutter von Jens Jähnig arbeitete in dem Betrieb und er ist hier aufgewachsen. Er hat eine Firma für Bergsicherung und wollte die Gebäude erhalten und kulturell neu beleben.

Inzwischen sind hier schon einige Firmen ansässig. Schirmherr der Georado-Stiftung ist seit 2019 der sächsische Innenminister Roland Wöller. Ein Blickfang ist die farbenfrohe Fassade, auf der viele Blumen und Ideen blühen, Menschen und Tiere und ihre Lebenswelt und Werte wie Heimatverbundenheit und individuelle Freiheit dargestellt sind. Nicht zu vergessen das „Helfertier“ mit dem Rotkreuz-Pflaster. Das Wandbild entstand bei einem Open-Art-Event der Georado-Stiftung, gestaltet haben es 26 Künstler aus Sachsen, Deutschland und Europa, aus Istanbul, Paris, Athen und Italien unter Federführung von Michael Fischer-Art aus Leipzig gemeinsam. Das Kunstprojekt wurde mit Mitteln aus einem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen und aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für ländliche Gebiete gefördert. Drinnen befindet sich das Herzstück der Kunstinitiative, die Galerie „ArtToGo“.

Mit wechselnden Ausstellungen und Kunst zum Mitnehmen, als Erlebnis und zu kaufen, so Stoy. In einem Raum kann man prächtige Federn einheimischer und seltener Vogelarten sehen. Nebenan hat Olaf Stoy sein Atelier und die Galerie „Weiße Kunst“ mit vielgestaltigen Werken, zu denen auch Grafik und Lyrikbände gehören. Seine neuesten Porzellanarbeiten zeigt er bei der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“ ab 26. November in der Galerie Kunst & Eros in Dresden. Schön wäre, wenn noch ein oder zwei Künstler sich im Georado-Gelände ansiedeln würden, so Stoy, damit er nicht alleine der Organisator von Kunstprojekten bleibt. Es gibt noch freie Ateliers in der
“Villa“ zu vermieten und eine Werkstatt steht noch leer für kreative Gewerke.

„Man erfährt auch Wertschätzung als Künstler und kann ja weiterhin in der Stadt ausstellen“, so Stoy. Dieses Jahr soll es auch wieder einen Kunstweihnachtsmarkt im Georado-Gelände geben am letzten Advents-Wochenende. „Der erste fand 2019 statt mit über 2 000 Besuchern und wir mussten Bratwurst und Glühwein nachholen“, so Stoy. Der diesjährige Kunstweihnachtsmarkt am 18.12. kann wegen der aktuellen Corona-Situation leider nicht stattfinden, bedauert er.

Text + Fotos (lv)

http://www.georado.de


In der „Villa“ im Georado-Gelände sind noch freie Räume für Ateliers.


Olaf Stoy am Eingang zu seiner Galerie „Weiße Kunst“.

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Das Spiel mit dem Unsichtbaren – 36. Internationale PantomimeTheaterFestival im Theaterhaus Rudi

09 Dienstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Projekte, Theater

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Pantomime hat viele Facetten: Anton Adassinsky vom Derevo Laboratorium, Michael Meinel, Vorsitzender des Mimenstudio Dresden e.V. und der „Vater der Dresdner Pantomime“ Ralf Herzog in Vorfreude auf das Festival der stummen Kunst. Foto: Veranstalter

Von Artistik bis Slow Motion – Die verblüffende Vielfalt der „Kunst ohne Worte“


Das 36. Internationale PantomimeTheaterFestival Dresden bietet  vom 10. bis 14. November viel Abwechslung und Unterhaltung im Theaterhaus Rudi, Fechnerstraße 2a in Dresden und sucht gleichzeitig Unterstützung bei seinen Fans. 

Pantomime ist die Grundlage vieler darstellender Künste und beeinflusst ungezählte Facetten des modernen Bewegungstheaters. Neben dem klassischen Spiel, das vor allem durch Altmeister Marcel Marceau bekannt wurde, zählen auch Tanztheater, Maskenspiel und Artistik dazu. Vom 10. bis 14. November 2021 macht der Mimenstudio Dresden e.V. diese Vielfalt erlebbar und lädt zum 36.Internationalen PantomimeTheaterFestival Dresden ein. Hier kann man in elf Vorstellungen die faszinierende Vielfalt an Spielarten der „Kunst ohne Worte“ entdecken. Der gastgebende Mimenstudio Dresden e.V. begrüßt in diesem Jahr zehn Ensembles bzw. Solokünstler aus vier Nationen.

Das Festival beginnt mit einer Gala, in der sich verschiedene Künstler des Festivals vorstellen. Am Sonntag ist eine Familienvorstellung für Kinder ab vier Jahren geplant, und am Samstagabendabend lädt der „Vater der Dresdner Pantomime“ Ralf Herzog zum Mitmachen ein beim beliebten Impro–Abend. „Nachdem wir das Festival 2020 Corona–bedingt absagen mussten, gehen wir erneut an den Start“, so der Vorsitzende des Mimenstudio Dresden e.V. Michael Meinel. „Wir freuen uns, dass fast alle Künstler wie vor einem Jahr geplant dabei sein werden und bieten sogar elf statt zehn Vorstellungen an. Mit dem Ticketkauf sollte man nicht so lange warten, denn wegen der 3G–Regel haben wir nur 50 von 100 möglichen Plätzen zur Verfügung.“

Eine Gala bildet den Auftakt für eine spannende Reise durch die Spielarten der Pantomime 

Den Auftakt bildet am 10.11. eine Gala–Show, in der die angereisten Künstler jeweils einen Ausschnitt aus ihren Programmen zeigen und Appetit machen auf den Besuch des Festivals. Ob das Tanztheater „DirtzTheatre“ mit zum Leben erweckter Puppe (entfällt leider!) oder ein wortloser Western um den rachedurstigen „Django“ mit dem „Knalltheater“ – die Kunst des Bewegungstheaters ohne Worte ist so vielschichtig wie unterhaltsam. Das Theatro Continuo kombiniert Körper–, Puppen– und visuelles Theater, und Nabil Zanabili gibt mit drei Ausschnitten aus seinem Soloprogramm einen spannenden Einblick in seine Kunst.

Freunde von Comedy sind in der Vorstellung von Benoit Turjman („Les Transports Publics“) genau richtig, der als „französischer Mister Bean“ gilt. Oder man besucht den Abend des Duos Mimikry, das Comedy mit Schwarzem Humor verbindet. Handstandkünstler Moritz Lucht beeindruckt mit seinen akrobatischen Ausdrucksformen, wenn er zwischen zwei Stühlen fast in den Wahnsinn ge-
rät. Der tschechische Ausnahme–Pantomime Radim Vizvary bündelt viele Genres in seiner Kunst. Er macht gleich dreifach erlebbar, was Pantomime heute alles kann: in seinem Soloprogramm, einer Kindervorstellung und einem Workshop.

Das Tanztheater des Derevo Laboratoriums ist mit dem Tänzer Anton Adasinskiy und der Cellistin Ekaterina Gorynina dabei und ihrem Stück „Reinheit“ zum Thema der Musik von Johann Sebastian Bach (So., 14.11., 18 Uhr).


Handstand lernen oder mit einem Objekt agieren –Workshops für jedermann sind geplant

Begleitend werden am Wochenende drei Workshops über 2 bis 3 Stunden für jedermann angeboten, für die sich theateraffine Laien für je 15 bzw. 10 Euro anmelden können. „Es ist uns wichtig, dass das Festival Vorstellungen und Workshops unter einem Dach vereint“, erklärt Michael Meinel. „Das war schon 1982 ein Anliegen, als das Festival von Ralf Herzog und Rainer Petrovski in Dresden gegründet wurde. Der fachliche Austausch der Künstler hat das Genre international immer voran gebracht.“

Beispielsweise kann man sich in der Kunst des Handstands üben, unterrichtet von Moritz Lucht, der Akrobatik und Pantomime auf faszinierende Weise verbindet. Oder man beschäftigt sich im Workshop von DirtzTheatre mit einem selbst gewählten Objekt und versucht, durch seine Nutzung fantasievolle Geschichten zu kreieren. Und im Workshop von Beniot Turjmen geht es darum,
mit dem Unsichtbaren zu spielen und durch Illusionen und Verwandlung Neues zu erzählen.

Bereits ab 5. November gibt es drei Workshops mit Anton Adasinsky vom Derevo Laboratorium. Neben einem 13–stündigen Kurs zum Thema Körperarbeit gibt es am 9.11. einen zweistündigen Workshop zum Thema Rhythmus und Bewegung, an dem auch Kinder ab 8 Jahren teilnehmen können.


„Der Verein organisiert das Festival im Ehrenamt und freut sich dieses Jahr mehr denn je über Unterstützung“, so Michael Meinel. „Daher sind wir den verschiedenen Einrichtungen der Kulturförderung sehr dankbar, zumal wir durch die Platzbegrenzung weniger Tickets verkaufen können. Wer uns darüber hinaus helfen möchte, findet in den Vorstellungen eine Spendenbox und auf der Homepage unser Spendenkonto. Außerdem freuen wir uns über ehrenamtliche Hilfe, zum Beispiel für den Fahrdienst oder als Volunteer in der Organisation.“

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Tickets für das Pantomimefestival gibt es bei SAX–Ticket, bei Reservix und angeschlossenen
Vorverkaufsstellen. Die Tickets kosten 17,70 Euro (Abendkasse 20 Euro), ermäßigt 14 Euro
(AK 15 Euro). Anmeldungen für die Workshops nimmt der Verein Mimenstudio Dresden e.V. direkt entgegen unter info@mimedresden.de. Teilnahmegebühr für die 3 Workshops am 9. und 10.11.21: Erwachsene 15 Euro / Kinder, Schüler, Azubis, Studierende 10 Euro
Workshops
vor Beginn des Festivals vom 5. – 9.11.21
Details
über die drei Workshops mit dem Derevo Laboratorium vom 5. bis 9.11.
(Dauer
13 /5 /2 Stunden, Preis 100 /80 /15 Euro) findet man auf  http://www.mimedresden.de


Kontakt


36. Internationales PantomimeTheaterFestival Dresden vom 10.11. bis 14.11.2021

Koordination und Künstlerische Leitung: Michael Meinel

Träger: Mimenstudio Dresden e.V.

info@mimedresden.de

T +49 (0)151 55 61 98 99


Das diesjährige Festival wird gefördert durch

–
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
– Amt für Kultur und Denkmalschutz der LH Dresden

– Stadtbezirksamt Dresden–Pieschen

– Ostsächsische Sparkasse Dresden

– Bund Deutscher Amateurtheater

– Institut francais Berlin

– Lions Hilfswerk Dresden Semper e.V.

Spendenkonto des Mimenstudio Dresden e.V. bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden:
IBAN: DE61 8505 0300 3120 0009 99 / BIC: OSDDDE81

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Jazztage Dresden vorzeitig beendet wegen 2G-Regel in Sachsen! – „Jazz steht für Freiheit, Offenheit, Toleranz und Vielfalt!“ (Festivalchef Kilian Forster)

08 Montag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte

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Alle oder keiner! Da der Zutritt aber nicht mehr für alle Konzertbesucher möglich ist aufgrund der ab heute geltenden 2G-Regel für Veranstaltungen in Sachsen, wurden die Jazztage Dresden vorzeitig beendet. Chapeau für diese Entscheidung an Festivalchef Kilian Forster! Ein Zeichen der Hoffnung und Ermutigung hoffentlich auch für andere Kultureinrichtungen, die Ausgrenzung anderer, ungeimpfter und getesteter Besucher nicht einfach hinzunehmen!
Das Konzert mit den Klazz Brothers & Cuba Percussion mit dem Filmorchester Babelsberg, Solist Volker Schlott wird auf 2022 verlegt. (lv) Foto: Jazztage Dresden

Jazztage Dresden enden mit phänomenalem Abschlusskonzert
„Jazz`n`Future Vocal Night“

Abbruch der Jazztage wegen 2G – Danke für 19 großartige Jazztage – 2022: Europa der Herzen als Festival-Motto.

Die Jazztage Dresden 2021 wurden mit den Konzerten des gestrigen Sonntags beendet. Da ab Montag (8. November) in Sachsen verpflichtend die 2G-Regelung unter anderem bei Konzerten im Innenraum gilt, wurde das Festival abgebrochen.

„Die 2G-Regel zwingt uns als Veranstalter dazu, Menschen auszugrenzen und zu diskriminieren. Das können und wollen wir nicht mitgehen“, so Jazztage-Dresden-Intendant Kilian Forster. „Es tut uns sehr leid, diesen Schritt gehen zu müssen. Auch wissen wir darum, dass Enttäuschung nicht ausbleiben wird, wir bitten dennoch und hoffen auf das Verständnis ALLER für diesen Schritt.“ Jazz steht für Freiheit und Offenheit – die Jazztage Dresden stehen für Toleranz, Weltoffenheit und Vielfalt. „Wir sind froh und dankbar, dass wir dies, soweit es uns möglich war, in den letzten 19 Tagen auf die Jazztage-Bühnen bringen konnten und vielen Menschen – Publikum wie Künstlern und weiteren Mitwirkenden – großartige und intensive Stunden ermöglichen konnten“, ergänzt Jazztage-Dresden-Geschäftsführerin Tanja Grandmontagne.

Jedes der 23 realisierten Konzerte dauerte deutlich länger als geplant – ein untrügliches Zeichen, wie sehr Publikum und Künstler die Musik, die Kunst und das gemeinschaftliche Erleben live gefeiert haben. Es war ein großes Musikfest – Die Jazztage Dresden sagen an dieser Stelle DANKE allen Beteiligten und Unterstützern!

Die Jazztage Dresden gingen am Sonntag, 7. November, mit der „Jazz`n`Future Vocal Night“ zwar verfrüht, aber großartig und glanzvoll – und mit einem vielversprechenden Blick nach vorne – zu Ende. Den Nachwuchssängern Karoline Weidt, Lena Hauptmann und Kilian Sladek gelang ein Abschlusskonzert, das die Verheißung für die Zukunft bereits in sich trug: intensiv, emotional, hochvirtuos und mit großartiger Bandbreite. Sie feierten den Jazz und setzten ein würdiges Ende nach 19 Festivaltagen. Die letzte Zugabe, „Inner Peace“, eine Komposition von Kilian Sladek, zu der Festivalintendant Kilian Forster spontan das Ensemble erweiterte, weist bereits den Weg zum Festivaljahr 2022.

Wie auch immer der Werktitel interpretieret wird, mit oder in Frieden im Inneren gelingt, was wir tun – kommt und wächst zusammen, was zu einem guten Ergebnis wird – auf der Bühne oder jenseits davon. Und das führt direkt zum Motto des Festivaljahrganges 2022 „Europa der Herzen“, das den Reichtum und die Vielfalt europäischer (Musik-)Kulturen sowie die Spannungsfelder in deren Interaktionen in den Blick nimmt. Aber noch geht der Blick zurück auf die Jazztage 2021: 32 Konzerte standen auf dem im Frühherbst zum wiederholten Mal angepassten Programm, das trotz der reduzierten Konzertanzahl eine große Bandbreite und reiche Vielfalt an Genres und Stilen in sich vereinte. Ergänzt um zwei Workshops/Masterclasses in der Jazztage-Akademie und zwei Veranstaltungen der Reihe „Concertare!“. Von den 32 geplanten Konzerten mussten drei kurzfristig aufgrund von Tourneeabsagen der Künstler erneut verschoben werden: Jazzmeia Horn (das diesjährige Jazztage-Titelgesicht), Maria Markesini und der Internationale Weltstar Dee Dee Bridgewater. Vier Konzerte aus dem letzten Festivaldrittel konnten auf das letzte Wochenende vor dem Abbruch vorverlegt werden, sodass nun sieben Konzerte von dem Festivalabbruch betroffen sind und ins kommende Jahr verlegt werden.

In den vergangenen 19 Tagen haben nun 22 Konzerte mit knapp 5.000 Gästen stattgefunden. Das entspricht – entsprechend der Konzertanzahl und der angepassten Platzkapazitäten – einer Auslastung von rund 40 %.

Im Konzertprogramm begeisterten junge Instrumental-Spezialisten wie Adam Ben Ezra, der aus seinem Kontrabass eine ganze Band hervorzauberte oder die Pianisten Isfar Sarabski und Bruno Böhmer Camacho ebenso wie die Blues- und Funk-Röhre Chanda Rule mit ihrer Sweet Emma Band oder der großartige Big Daddy Wilson in der 8. Blues Night. The Fitzgeralds aus Kanada brachten Irish-Folk-Feeling in den Konzertsaal, die Nacht der Gitarren feierte mit Lulo Reinhardt und dem großartigen Alexey Krupsky ein Gitarrenfest und Joscho Stephan zelebrierte gemeinsam mit Roby Lakatos Gipsy Swing vom Feinsten, gemeinsam mit den „Dresden All Stars“ Micha Winkler, Michal Skulski, Tim Hahn und Kilian Forster. Internationale Hochkaräter wie Mike Stern & Bill Evans rockten das Festival, A Cappella mit der Anmutung eines ganzen Orchesters präsentierte Vocal Sampling aus Kuba, und das Tingvall Trio entführte in seine ganz eigene, kraftvolle und dennoch feine Klangwelt. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art stellte die koreanische Nacht dar, die mit den beiden Ensembles CelloGayageum und Sinnoi eine ferne Welt erschloss, deren Verbindung, Parallelen und Brücken zum Jazz trotz der scheinbaren Ferne kristallklar offengelegt wurde – ein wundervolles Beispiel gelungenen Grenzgangs und Brückenschlags – auf künstlerischem Top-Niveau.

Ein „Heimspiel“ feierte Tina Tandler mit ihrem Ensemble, ebenso wie die vorverlegten Konzerte von Katrin Wettin und das der NotenDealer am Samstag. Gleiches gilt für das polnische Weltmusik-Ensemble Kroke, das mit einer besonderen Beziehung zu Dresden dem Publikum einen zauberhaften und intensiven Abend bescherte. Zwei weitere vorverlegte Konzerte wurden am letzten Festivalsonntag begeistert gefeiert: Thomas Stelzer und die Blue Wonder Jazzband kamen zur 10. Dresdner Jazzbandparty zusammen und die Dresden BigBand präsentierte sich in Höchstform gemeinsam mit der Hammond-B3-Spezialisten Barbara Dennerlein und deren eigenem Bigband-Programm. Eines der großen Highlights war wohl das gefeierte Comeback von Uschi Brüning und Günther Fischer. Die beiden Musiktitanen hatten ihr Comeback bereits im vergangenen Jahr geplant und bescherten ihrem Publikum und den Jazztagen eine der diesjährigen Sternstunden.

Die in diesem Festivaljahrgang erstmals stattfindende Akademie als Workshop und Masterclass am Instrument – mit Joscho Stephan und Adam Ben Ezra – fand großen Zuspruch und wird im kommenden Jahr weiterentwickelt. Ebenso das Format Concertare!, in dem Themen, die Künstler und Publikum bewegen, zur Sprache kommen – natürlich mit entsprechender musikalischer Ausgestaltung.

Die Tickets für die sieben Konzerte, die nun aufgrund des Festivalabbruchs auf das kommende Jahr verschoben werden müssen, behalten ihre Gültigkeit. „Wir informieren alle Ticketkäufer und die Öffentlichkeit umgehend, sobald die neuen Konzerttermine feststehen“, verspricht Forster.

„Wir danken allen Künstlern und weiteren Mitwirkenden, allen Partnern, Sponsoren, Förderern und Unterstützern, den großartigen ehrenamtlichen Helfern, der Spielstätte Ostra-Dome und Ostra-Studios mit allen Mitarbeitern, die uns so wundervoll unterstützt haben, dem großartigen Technik-Team der Jazztage und an erster Stelle dem kleinen, aber großartigen Jazztage-Team, das in einer enormen Kraftanstrengung dieses Festival realisiert hat. DANKE – wir freuen uns auf 2022!“, so Forster und Grandmontagne unisono abschließend.

Text: Peter Dyroff/meeco Communication Services

Weitere Informationen: www.jazztage-dresden.de 

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Lesung „Falls die Winde uns günstig sind“ in der Zentralbibliothek im Kulturpalast

06 Samstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Poesie, Projekte

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Falls die Winde uns günstig sind – Neue Musik und neue Lyrik

Die Lesung mit Gedichtvertonungen ist am 6. November, um 17.30 Uhr in der Zentralbibliothek im Kulturpalast Dresden zu erleben.

Es lesen: Jayne-Ann Igel, Andreas Reimann, Anne Seidel und Volker Sielaff.
Es musizieren: Sarah Kollé (Sopran) und das Dresdner Ensemble El Perro Andaluz. Uraufführungen von Carsten Hennig, Christian FP Kram, Giorgos Kyriakakis und Steffen Reinhold – Gedichtvertonungen aus der Lyrik-Anthologie „Weltbetrachter“

Vier AutorInnen und vier Komponisten präsentieren neue Lyrik einmal als Lesung und zum anderen als Gedichtvertonungen aus der Lyrik-Anthologie „Weltbetrachter“. Die Texte stammen von 150 sächsischen AutorInnen versammelt (Hg. Róza Domašcyna und Axel Helbig für den Sächsischen Literaturrat). Die MusikerInnen greifen mit den neu komponierten Stücken Rhythmus, Klang, Form und Inhalt einer kleinen Auswahl der lyrischen Stimmen musikalisch auf und übersetzen sie in eine klangsinnliche Dimension. Dem Publikum eröffnen sich durch gegenseitiges Neben- und Miteinander von Musik und Text neue Erfahrungs- und Bedeutungsebenen und macht erfahrbar, wie Lyrik als literarische Gattung, der Musik am nächsten steht.

In Kooperation mit MusikProjektSachsen e. V., Sächsischer Literaturrat e. V. und Stadtbibliothek Leipzig. Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, dem Kulturamt der Stadt Leipzig, der Leipzig Stiftung, Stadtbibliothek Leipzig.

Eintritt frei

Text + Anmeldungen unter:
https://www.kulturpalast-dresden.de/index.php/de/veranstaltung/falls-die-winde-uns-guenstig-sind-neue-musik-und-neue-lyrik-3.html

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Ausstellung „Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie „ArtToGo“ in Dorfhain bei Freital

05 Freitag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs

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Stolze Reiher und Gans mit blutrotem Gefieder von Thomas Junghans.


Krähen im Flug von Olaf Stoy


Eulen und drei Vögel von Olaf Stoy


Beflügelt: Künstler und Kurator Olaf Stoy in der Ausstellung.

Kunstvolles Geflatter

14 Vogelarten von grazil, keck bis kauzig zeigen acht Künstler aus eigener Beobachtung zurzeit in der Ausstellung „Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie “ArtToGo“ der Georado-Stiftung  in Dorfhain bei Freital.

Ein Kranich schwingt sich stolz in den strahlend blauen Himmel. Graugänse und Krähen im Flug. Eine Gruppe Reiher steht gleich neben dem Eingang zur Ausstellung. Ein kleiner Strandläufer mit spitzem Schnabel sieht sich vor dem Fenster um. Bekannte und seltene Vögel tummeln sich in aller Schönheit und Vielfalt zurzeit in der Ausstellung “Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie „ArtToGo“ der Georado-Stiftung auf der Talstraße 7 in Dorfhain. Vorher war die Schau bereits im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff  bis September 2021 zu sehen und präsentiert sich nun in neuer Form in der Galerie im Georado-Gelände. Acht Künstlerinnen und Künstler zeigen in der ehemaligen Produktionshalle, vor frisch geweißten Wänden und Ziegelsteineinfassungen, nun gefiederte Kunst in vielerlei Gestalt und Form auf Fotografien, Leinwänden, in Holz, Porzellan, Keramik, Stahl, Worten und Klängen. 14 Vogelarten sind in der Ausstellung von nahem zu sehen und bestaunen, von wundervoll majestätisch, grazil, keck bis kauzig. Der Ausstellungstitel spielt mit Bildern von Kleintierschauen, die üblicherweise von Züchterverbänden organisiert werden.

„Einige ältere Anwohner sind auch in die Falle gegangen und fragten zur Ausstellungseröffnung nach der Tierschau“, erzählt Olaf Stoy, Künstler und Kurator der „Ge-Flügel-Schau 2.0“ schmunzelnd. Als sie hörten, dass es eine Kunstausstellung ist, seien sie wieder gegangen. Obwohl dies mit auf dem Ausstellungsplakat steht. Die Idee zur Ausstellung lag buchstäblich in der Luft, so Olaf Stoy. Da er und einige seiner Künstlerkollegen sich schon seit einiger Zeit intensiv mit der Darstellung von Vögeln in verschiedensten Handschriften und Materialien befassen. Natürlich auch wegen der reichhaltigen Symbolik dieser Tiere, begonnen beim Traum vom Fliegen, Schwerelosigkeit, Freiheit, Zugvögeln, die Sehnsucht nach fernen Ländern wecken bis zum Umgang des Menschen mit dem lieben Federvieh und zunehmend gefährdeten Singvögeln, die immer weniger Nahrung und Aufenthaltsräume in ihrer natürlichen Umwelt finden. In Raumnischen verteilt stehen in der Ausstellung Vögel auf Podesten und Regalen in miniature und lebensgroß der Natur nachempfunden und aus eigener Beobachtung und Erleben der Künstler gestaltet.

Darunter die eleganten Kraniche und Reiher aus hellem Lindenholz von Thomas Junghans. Dazu gesellen sich von ihm ein Pinguin, ein Fasan aus Maulbeerbaumholz mit Glasperlenaugen und Fuchs und Gans mit blutrotem Gefieder im Kiefernholz im hinteren, weiß gekachelten Ausstellungsraum. Die wunderbaren Vogelfotografien stammen von Steffen Petrenz. Wache, träumende, verschmitzt blinzelnde und sich aneinander schmiegende Eulen aus rotem und schwarzem Ton und farbig gefasstem Beton zeigt Ulrich Eißner. Ein Strauß steckt den Kopf in den Sand in einer Stahlskulptur von Emilie Gotmann. Beim Rundgang ertönen Vogelstimmen, gackern Hühner, hört man Naturgeräusche wie Gewitter und Baulärm, Eingriffe in die Natur, aufgenommen in einer Soundcollage „Habitat“ von Jacob Stoy und Clemens Pitschke. Außerdem kann man gerahmte Haikus – japanische Kurzgedichte mit poetischen und skurrilen Betrachtungen über Mensch, Tier und Umwelt von Uwe Claus lesen.

„Diese Ausstellung kann auch ein Weg sein, zur Natur und Kunst zu finden. Wir möchten alle Sinne ansprechen“, sagt Olaf Stoy. Die „Ge-Flügel-Schau 2.0“ ist ein gelungenes, eindrucksvolles Erlebnis für kleine und große Besucher. Augenzwinkernd zeigt er „Geflatter“, drei schwarze Krähen im Fug aus Ton, eine fliegende Eule mit Goldaugen und einen Nachtvogel sitzend auf einem Wandboard. Außerdem akribisch feine,  leuchtend farbige, überzeichnete Drucke mit „Hähnchen und Hühnchen“, die ihm beim Urlaub auf dem Dorf im Havelland letztes Jahr vor der Nase herum liefen und schließlich Modell standen.

Mit Tier- und Natur-Ausstellungen wie dieser will Olaf Stoy auch „Brücken bauen denjenigen, die noch Hemmschwellen zu Kunst haben. Wir freuen uns, wenn das Angebot angenommen wird.“ Die geplante „Mr. Gockel Schau“ mit lebenden Hähnen, wo der schönste Hahn vom Publikum gekürt werden sollte und als Preis ein Bild von Stoy und eine Flasche Rotwein mit schwarzem Hahn-Siegel winkte, kam leider nicht zustande, bedauert er. Die „Ge-Flügel-Schau 2.0“ ist noch bis 21. November in der Galerie „ArtToGo“ zu sehen.

Als nächstes findet eine musikalische Lesung “Seltsame Vögel“ am 5. November, um 19 Uhr im Georado-Gelände in Dorfhain statt. Olaf Stoy liest skurril doppelbödige Kurzgeschichten und Tino Z. steuert Rocksongs vom Feinsten bei.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet hat die Ausstellung jeweils sonntags von 10 – 16 Uhr und begleitend zu den Veranstaltungen.

Weitere Infos unter http://www.georado.de


Strandläufer von Thomas Junghans


Strauss aus Stahl von Emilie Gotmann


Kranich im Flug, Graugänse, Reiher, Turmfalke und Bienenfresser in Fotografien von Steffen Petrenz


Poesie & Eulen, das gefiederte Paar stammt von Ulrich Eißner


20 Haikus – japanische Kurzgedichte mit beflügelnden Gedanken über Menschen, Vögel und Umwelt steuert der Lyriker Uwe Claus zur Ausstellung bei.

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Komplett neue Ausstellung „Aktfotokunst – heute“ im Kunstkeller Dresden

20 Mittwoch Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Kultur, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Prießnitz-Nixen und Männer mit Schmetterlingsflügeln

Zeitgenössische Aktfotografie in großer Vielfalt von zwölf Foto-Künstlerinnen zeigt die  nunmehr dritte Ausstellung im Museum aktfotoARTdresden im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15, den Volkmar Fritzsche im November seit 25 Jahren betreibt.

Reizvolles für die Sinne hält die komplett neue Ausstellung „Aktfotokunst – heute“, die nunmehr dritte im Museum aktfotoARTdresden im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15, bereit. Außerdem steht dessen 25-jähriges Jubiläum am 9. November bevor. Bis 2019 als Galerie von ihrem Gründer und Betreiber Volkmar Fritzsche (80) geführt, rückt er im jetzigen Aktfotografie-Museum diese Kunstform in noch größerer Vielfalt in den Mittelpunkt.

Zehn Fotokünstler und zwei Fotokünstlerinnen aus Chemnitz, Dresden, Niedersachsen bis Rheinland-Pfalz sowie Volkmar Fritzsche selbst zeigen ca. 115 Arbeiten in vier Räumen. Die Vernissage war am 16. Oktober, 17 Uhr mit einer Tanzperformance von Una Shamaa (für Besucher gilt die 3G-Regel und Mund-Nase-Schutz). Zu sehen ist zeitgenössische Aktfotografie, die facettenreich Blicke auf den unverhüllten Körper mit allen Eigenarten und verschiedenen fotokünstlerischen Mitteln von sinnlich, reizvoll bis witzig, gewagt und experimentell versammelt.

Jeder Fotokünstler, fünf von ihnen stellen erstmals im Museum aktfotoARTdresden aus, ist mit sechs Arbeiten vertreten. Mit dem Kontrast von Körper und Kulisse spielt in seinen Aufnahmen Norman P. Krauß aus Landau/Pfalz, der neu dabei ist. Ein Frauenakt in Pumps vor einem bröckligen Treppengeländer. Eine Frau in schwarzer Lederkorsage gelehnt an eine weiße Kachelwand. Eine Punkerin mit Tattoos hockt auf einem barocken Sessel mit romantischem Landschaftsbild an der Wand und weißer Rüschengardine. Johannes Barthelmes aus Berlin holt dunkelhäutige Frauen vor die Kamera. Eine Brasilianerin mit Karnevalsmaske. Eine andere hat sich einen grünen Eimer auf den Kopf gesetzt. Marc Antonio aus Chemnitz stellt diesmal Männerakte aus seiner Serie „animal men“ aus, darunter ein Mann mit zwei weißen Tauben in den Händen, außerdem mit Katze, Schlange und Schmetterlingsflügeln.

Sensible Schwarz-weiß-Aktaufnahmen aus der Serie „At home“, in denen sich Männer und Frauen in aller Individualität, mit Muskeln und Narben, in ihren eigenen vier Wänden fotografieren ließen, zeigt Astrid Susanna Schulz aus Wildeshausen/Niedersachsen. Die niederländische Fotokünstlerin Henriette von Gasteren hat ihren Künstlernamen Lilith abgelegt und ist international bekannt für ihre lustvoll-ironischen Körperbilder. In ihren inszenierten Selbstporträts spielt sie mit Frauenrollen und Emotionen in allen Schattierungen zwischen Lust, Schmerz, Verletzlichkeit und Ausgeliefertsein und lotet Grenzen aus. Ihre neuen Körperbilder sind noch drastischer und grotesker und weniger zum Schmunzeln als sonst. Eine Frau ist mit Schlinge um den Hals  an ein Bettgestell ohne Matratze gefesselt. In einer anderen Aufnahme  liegt sie unbequem auf der Bettkante und auf weißem Laken zeigt sie Körper und Gesicht komplett in Folie eingewickelt, mit aufgerissenem Mund nach Luft ringend.

Der Dresdner Fotokünstler Georg Knobloch arbeitet als einer der wenigen noch mit analoger Fotografie und zeigt erstmals im Kunstkeller seine sehr natürlich-sinnliche Akt- und Landschaftsfotografien mit “Prießnitz-Nixen“ am Wasser, Frauen in Springbrunnen und vor Wasserspielen tänzelnd mit Blick auf die Hofkirche, unmittelbar vor Ort aufgenommen. Ebenso farbenreich wie fantasievoll überraschen den Betrachter im letzten Raum digitale Malerei von Marianne Backe, die zusammen mit Aktfotografien von Volkmar Fritzsche zu neuen, faszinierenden Bildwelten in dieser Form einzigartig verschmelzen. Einen Bildband dazu hat er gerade herausgebracht.

Erstmals zeigt Solvig Frey Aktfotografien mit Modellen, die im Spiel mit Körper- und Naturformen mal pure Lebensfreude und Fülle ausstrahlen, mal auf einer Baumscheibe Stille und Geborgenheit suchen oder mit Accessoires und Frisur mit weiblich-männlichen Rollenbildern und Eigenarten spielen. Sie ist dem Kunstkeller seit über 15 Jahren verbunden, nicht nur mit eigens dafür konzipierten Programmen, sondern ebenfalls als Model, Kuratorin und Rednerin bei Ausstellungseröffnungen.

Interessierte an den Aktbildern können sich direkt an die Fotokünstler wenden, die mit ihrer Vita und Kontaktdaten in der Ausstellung zu finden sind. Die Ausstellung ist bis Juni 2022 zu sehen im Kunstkeller und die Kleinkunstbühne im Kunstkeller lockt zudem mit neuem Programm.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Mo 11 – 18 Uhr, Di 15 – 21 Uhr, Do 15 – 18 Uhr und Sa 11 – 15 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel.: 0162 – 682 93 79


Farbenfrohes Feuerwerk der Sinne: Digitale Malerei von Marianne Backe und Aktfotografie vom Volkmar Fritzsche verschmelzen zu faszinierenden „Bildwelten“ im hinteren Ausstellungsraum. So heißt auch der Bildband mit seinen neuesten fotokünstlerischen Arbeiten, den Interessierte auch bei ihm bestellen können.,

Veranstaltungstipp

Der Tag, als meine Frau einen Mann fand –
Lesung mit Solvig Frey und Rüdiger Schlögel nach dem gleichnamigen Roman von Sibylle Berg

am Freitag, dem 22. Oktober, 20.30 Uhr, auf der Kleinkunstbühne im Kunstkeller Dresden.

Die gesamte Kulturszene war schwer von der Coronazeit betroffen. Umso mehr freuen sich Künstler über Euer Interesse an ihren Produktionen.

Dieser Link führt Euch zur Platzreservierung.

https://www.kunstkeller-dresden.de/veranstaltung52.htm

Volkmar Fritzsche und Team

Hier eine Rezension dazu (vom 17.9.2020 auf http://www.meinwortgarten.com )

Lustvoll-ironische Lesung: „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ aus dem Roman von Sibylle Berg im Theaterhaus Rudi

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Ausstellung „Bei den Faunen zu Gast“ in der Galerie der Kuppelhalle Tharandt

18 Montag Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Projekte

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Mit Pinsel und Zeichenstift im Fortbotanischen Garten Tharandt unterwegs: Teilnehmer eines Plenairs mit der Initiatorin des Kunstprojekts Michele Cyranka (im Bild 2. von re.) Fotos: Veranstalter

Auf farbreich verschlungenen Wegen bei den Faunen

Bei einem Plenair im Forstbotanischen Garten entstandene Arbeiten zeigt zurzeit eine Ausstellung in der Galerie der Kuppelhalle Tharandt.

Auf weißen Papierfahnen erblühen florale Formen, gemischt mit Abdrücken von kreiselnden, fallenden Blättern. Pinselschwünge, Farbspuren und Tupfen in erdigen Farben, ocker, blau und leuchtendem gelb treffen auf rankendes Grün im Gewächshaus. Eindrucksvoll wird hier das lebhafte Zusammenspiel von Natur und Kunst, Werden und Vergehen sichtbar. Es ist eine Gemeinschaftsarbeit von Teilnehmern eines Plenairs im Forstbotanischen Garten Tharandt. Im September fand das Kunstprojekt statt. Initiatorin ist die in Tharandt lebende Künstlerin Michele Cyranka.

„Das Plenair bot eine wunderbare Möglichkeit, sich im Angesicht botanischer Besonderheiten und im Auf und Ab der Wege in die Natur einzufühlen und aus unmittelbarem Erleben eine eigene Bildsprache zu entwickeln“, sagt Michele Cyranka. Seit 1992 arbeitet sie freischaffend als Künstlerin und möchte ihre Erfahrungen und eigene Freude am Entstehen der Werke an andere Interessierte weitergeben. Am Plenair nahmen sowohl gestandene Künstlerinnen und Künstler als auch nicht im Künstlerberuf Tätige teil. Die Ergebnisse sind derzeit in einer Ausstellung mit dem Titel „Bei den Faunen zu Gast“ in der Galerie der Kuppelhalle Tharandt zu sehen.

Der Faun ist ein gehörnter und bocksfüßiger, altrömischer Flur- und Waldgott, später Waldgeist, der in der Kunst und Literatur vor allem ungehemmte Lebenslust verkörpert. Auf dessen Spuren begaben sich, umher schweifend, malend und zeichnend die sechs Plenair-Teilnehmer eine Woche lang im Forstgarten in Tharandt. Entstanden sind in Ausdruck und Intensität ganz unterschiedliche Naturbilder, die mit Bleistift, Kohlekreide, farbiger Tusche und Aquarellfarben auf Papier und Leinwand festgehalten nun in der Ausstellung versammelt sind. Als Malmotive dienten einzelne Baumstämme und Baumgruppen, Blicke in die Wipfel und ins Unterholz, verträumte und versteckte Plätze und Aussichtspunkte mit weiter Sicht auf die bergige Landschaft und ins Tal. Die Bilder sind mal naturalistisch, konkret und abstrahiert, fantasievoll verwandelt. Oft wiederkehrende Malmotive wie Birken und ein aus Eibenhecken gepflanztes Labyrinth erscheinen aus verschiedenen Perspektiven, in mal zarten und kräftigen Farbtönen gesehen.

In einer farbigen Tuschezeichnung von Michele Cyranka steht eine Frau mit wehendem Haar vor den verschlungenen Wegen des Labyrinths und überlegt, welchen gehen. Mal wiegen sich die Bäume bei ihr wie im Tanz, mal ähneln sie windschiefen, aber unverzagten Gestalten und ranken die Zweige wie ein Tor, durch das sie geht. Ins „Hochwaldrevier“ und ans Labyrinth führt Mechthild Mansel den Betrachter in ihren mal klaren, mal geheimnisvoll verästelten Kohlezeichnungen. Außerdem zeigt sie einen Blick „Aus der Liebeslaube“, einem Holzunterstand mit schöner Aussicht. Angelika Jost hat „Feenbäume“ im Forstgarten gefunden und sie zeichnete einen gedrehten Stamm.
Michael Klose hat stimmungsvoll Nadelbäume mit Sonnensprenkeln und lauschig grüne Winkel in seinen Aquarellen festgehalten. Und ein Bild mit „Cotta-Blick“ dem einstigen Forstmeister und Mitdirektor der Forsthochschule Tharandt gewidmet.

Eine Baumwurzel und gefällte Baumstämme zeichnete Friedhelm Müller. Und leuchtend grüne und welke Blätter im Sonnenlicht. Kerstin Stephan zeigt zwei zusammengewachsene Birkenstämme detailliert mit Bleistift gezeichnet und in kühl blauen und violetten Farbtönen die „Rosentreppe“.

Die Ausstellung „Bei den Faunen zu Gast“ ist noch bis 9. November in der Galerie der Kuppelhalle in Tharandt zu sehen, die gleichzeitig Neugier weckt auf einen Ausflug in den Forstbotanischen Garten.

Text (lv)

Öffnungszeiten: Mo – Do 13 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung sowie zu den
Veranstaltungen.

Stimmungsvolle Aquarelle von Michael Klose
Auf den Spuren des Fauns & am Labyrinth im Forstgarten: farbige Tuschezeichnungen von Michele Cyranka.

„Ins Hochwaldrevier“ und zum Labyrinth zwischen Bäumen führt Mechthild Mansel in ihren Kohlezeichnungen den Betrachter.
Gemeinsames Naturerlebnis miteinander, in eigener Bildsprache festgehalten: Die Teilnehmer des Plenairs im Forstbotanischen Garten mit Initiatorin Michele Cyranka (im Bild vorn 3. von re.) Foto: Veranstalter

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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