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Kategorien-Archiv: Projekte

Benefiz-Konzert für den Frieden mit KünstlerInnen aus der Ukraine im Schauspielhaus Dresden

04 Freitag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Alte ukrainische Volkslieder und Weltmusik

Am Sonntag, dem 6. März 2022 um 11 Uhr findet im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden ein KONZERT FÜR DEN FRIEDEN statt. Die Erlöse des Benefiz-Konzerts ukrainischer MusikerInnen gehen an die Hilfsorganisation arche noVa – Initiative für Menschen in Not e. V.

Das Konzert, eine gemeinsame Initiative des kulturellen Bündnis #WOD – Weltoffenes Dresden, ist eine Einladung an alle Dresdner BürgerInnen, die Menschen in der Ukraine, die vor Ort durch diesen Angriffskrieg bedroht werden oder sich auf der Flucht befinden, zu unterstützen.

Das binnen weniger Tage von der ukrainischen Musikerin und Komponistin Viktoria Leléka gemeinsam mit einer Vielzahl ukrainischer und solidarischer MusikerInnen organisierte Benefizkonzert versammelt am Sonntagvormittag auf der Bühne des Dresdner Schauspielhauses KünstlerInnen aus der Ukraine und der Welt, um in Musik, Wort und Gesang ein Zeichen für Frieden und Zusammenhalt zu setzen.

Das Konzert verbindet klassische Musik ukrainischer Komponisten, alte ukrainische Volkslieder, Weltmusik, Oper und Jazz und zeigt damit vielfältige musikalische Facetten dieses kulturreichen Landes und seiner Beziehungen in die Welt. Zahlreiche KünstlerInnen haben zugesagt, unter anderem die gebürtige ukrainische Jazzsängerin und Komponistin Kateryna Kravchenko mit ihrer Band InSpace, die Violinistinnen Daria Tarasova und Patrycja Ulańska, der Pianist Yaroslav Molochnyk, die Cellistin Anastasiya Myakushko, die Sopranistin Paulina Bielarczyk, der Bratschist Eduard Poharetski, die Band Leléka, die Banda Internationale und viele mehr. Gemeinsam stehen sie Seite an Seite mit Mitgliedern der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, einem Projektorchester unter der Leitung von Katharina Dickopf, und den Ensemblemitgliedern der Theater der Stadt, u. a. des Staatsschauspiels Dresden, der Semperoper Dresden, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und der Staatsoperette Dresden.

Das Konzert ist kostenfrei, um großzügige Spenden an die Hilfsorganisation arche noVa – Initiative für Menschen in Not e. V. wird gebeten. Vor Ort werden Spendenboxen aufgestellt, es ist aber auch eine Spende online möglich an: arche noVa e.V. Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE78850205000003573500, BIC: BFSWDE33DRE

Nähere Informationen finden Sie hier: www.arche-nova.org/news/arche-nova-ruft-zu-spenden-fuer-die-ukraine-auf

Karten für das Benefizkonzert erhalten Sie über die Theaterkassen des Staatsschauspiels Dresden, unter 0351 49 13-555 oder per E-Mail an tickets@staatsschauspiel-dresden.de. Verbleibende Restkarten werden 30 Minuten vor dem Konzert am Sonntag unter den Arkaden des Schauspielhauses ausgegeben. Die Veranstaltung findet unter 3-G-Voraussetzungen (Geimpft – Genesen – Getestet) statt. Im Haus ist FFP2-Maskenpflicht, am Platz kann die Maske für die Dauer der Veranstaltung abgenommen werden.

Text: Gertrud Aringer/ Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Staatsschauspiel                Dresden

www.staatsschauspiel-dresden.de

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Ausstellungseröffnung „Menschentiere – Die Weissheit des Zebras“ im „Kastenmeiers“

04 Freitag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte

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Faszinierende Tierwelt auf Leinwänden: die Künstlerin und Designerin Elke Heber in ihrem Atelier.

Fabelhafter Blick auf Menschen und Tiere

Die Künstlerin und Diplom-Designerin Elke Heber stellt vom 2. März bis 14. April 2022 im Restaurant „Kastenmeiers“ aus. Die Vernissage findet am 6. März, ab 13 Uhr statt (Um Anmeldung wird gebeten unter: as@kastenmeiers.de !)

Nein, im Titel der Ausstellung steckt kein Fehlerteufel. Elke Heber hat die Formulierung „Die Weissheit des Zebras“ ganz bewusst gewählt. Denn dieses Wortspiel steht für die Intention ihrer Bilderserie, die bis 14. April die lehmverputzten Wände des Restaurants Kastenmeiers illustriert.

Elke Hebers Schaffen bewegt sich seit vielen Jahren zwischen Kunst und Design. In dieser Ausstellung zeigt sie sich als Künstlerin, die sich u.a. von der Tierwelt Tansanias inspirieren ließ für  ihren ganz eigenen und im wahrsten Sinne „fabelhaften“ Blick auf Menschen und Tiere. Mehr erfahren Sie zu Beginn der Vernissage am 6. März, um 13 Uhr in einer Rede der Diplom-Kunstwissenschaftlerin Karin Weber.

Den musikalischen Rahmen setzt Thomas Friedlaender mit seinen ungewöhnlichen Instrumenten, darunter ein traditionelles afrikanisches Hirteninstrument, gefertigt aus dem fast ein Meter langen Horn eines Watussi-Rindes.

Es gilt die aktuelle Corona-Schutzverordnung.
(Generell werden alle Besucher der Vernissage vorab um Anmeldung gebeten!!!)

Weiß als Sinnbild für Schönheit

Zebra, Gnu, Gepard und Perlhühner – wer Elke Hebers Bilder betrachtet, fühlt sich versetzt in die Steppenwelt in Afrika und berührt von der Lebendigkeit und der Anmut der Tiere. Vom 2. März bis 14. April sind 28 Bilder von Elke Heber im Restaurant „Kastenmeiers“ zu sehen – gearbeitet in Acryl oder Tusche / Ölpastell, auf Leinwand oder Karton. Den Titel der Ausstellung „Menschentiere – Die Weissheit des Zebras“ hat Elke Heber ganz bewusst gewählt. Denn die Farbe Weiß – so wie sie die Zebras in ihren Linien tragen – ist für die Künstlerin ein Sinnbild für die Schönheit der Tiere. Aber auch den weißen Gänsen Marianne und Michael begegnet man in der Ausstellung. Sie leben auf einem Hof in Schmadebeck und haben das weise Alter von 19 Jahren erreicht. Und so kann man in vielen Bildern sowohl „Weissheit“ als auch Weisheit entdecken.

Die Betrachter sind eingeladen teilzuhaben an ihrem „Fabel-haften“ Blick auf die faszinierende Tierwelt, in der den Zebras das Streifenkleid als Tarnung dient vor Löwen und Hyänen, wo das Gnu die Zebras begleitet und sich im Zweifel für sie opfert.
Nach Tiger, Kranich und Gans hat die Künstlerin das Gnu oder englisch „wildebeest“ zu ihrem Tier des Jahres 2021/2022 gewählt und setzt dem Weißbartgnu in einem Bild ein besonderes Denkmal.

Elke Heber wurde in Dresden geboren und hat nach dem Diplomingenieur an der TU Dresden ihr zweites 2. Studium an der Burg Giebichenstein in Halle als Diplomdesignerin abgeschlossen. Seit 1992 ist sie freischaffend u.a. in Berlin, München, Bautzen und in Dresden tätig. Sie arbeitet als freie Dozentin für Grafik und Gestaltung und als Innenarchitektin. In ihrem Designatelier in der Dresdner Neustadt gibt sie Workshops für Menschen, die Freude am künstlerischen Tun empfinden und bietet sogar „Baby Matsch-Patsch-Mal-Stunden“ an. Ihr Atelier ist ihr Refugium, der Ort für ihr experimentelles, künstlerisches Schaffen.

Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Italien und Frankreich
zu sehen und befinden sich weltweit in privatem und öffentlichem Besitz.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Mehr Infos unter http://www.kastenmeiers.de

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BilderAlbum: Ausstellung von Andy Warhol in der „Zeitenströmung“ Dresden

04 Freitag Mär 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Kreativität kennt keine Grenzen!

Die bunt schillernde Welt des Andy Warhol zwischen Kunst, Kommerz, Erfolg und Eigenständigkeit, Individualität und Vielfalt der Ideen und Lebensformen zeigt eine neue Ausstellung in der „Zeitenströmung“, Königsbrücker Straße 96 in Dresden.

Andy Warhol – Pop Art Identities heißt eine neue, heute eröffnete Ausstellung, die ihre Deutschland-Premiere feiert in der „Zeitenströmung“ Dresden. Direkt gegenüber der van-Gogh-Bilderschau lockt das Werk eines weiteren Weltkünstlers und Visionärs. Rund 130 Originalwerke, Bilder, Objekte und Filme des schillernden Meisters der Extravaganz nehmen die Besucher zu rockigen Klängen mit auf eine frisch-fröhlich-bunte Zeitreise zurück in die 60er und 70er Jahre in Amerika und der spannenden Frage: Was ist Identität und wer will ich sein?!

Die Ausstellung ist noch bis 12. Juni 2022 zu sehen.

Mehr Text zur Ausstellung folgt.

Text + Fotos (lv)

http://www.warhol-exhibition.com

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Dresdner Reden 2022: Clemens Meyer sprach über „Realitätsverlust oder: Komm wieder, Dr. May!“ im Schauspielhaus

25 Freitag Feb 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Projekte

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Fabulierfreudig zwischen Fiktion und Wahrheit: der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer. Foto: Staatsschauspiel Dresden

Schwindelerregende Wahrheiten

Mit viel Ironie, Spottlust, aber auch Ratlosigkeit und Nachdenklichkeit sprach Clemens Meyer in seiner Rede im  Schauspielhaus Dresden über verzerrte Realitäten, fantasiereiche Erzähler und täuschende Phantasten.

Seine Texte sind lebensprall, direkt, krass und sozialkritisch, voll komisch-skurriler Typen, Außenseiter und Gestrandeter. Clemens Meyer sagt von sich, er sei „ein Voyeur erster Klasse“. Einer, der begierig „Menschen aufsauge“ und sich „für Dinge interessiert, die aus dem Ruder gelaufen sind.“ So gesehen, dürften verrückte Zeiten wie diese ihm reichlich literarisches Futter bescheren. Doch manches ist so absurd, unglaublich und entsetzlich, dass man nicht weiß, ob man lachen oder heulen, schreien oder schweigen statt sich den Mund verbrennen soll.

Ebenso schwindelerregend zwischen Fiktion und Wahrheit, Spottlust und Ratlosigkeit, Wut, Humor und ernsthaftem Nachdenken, Geschichte und Gegenwart hin und her springend, bewegte sich der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer („Als wir träumten“, „Im Stein“) in seiner Dresdner Rede mit dem Titel „Realitätsverlust oder: Komm wieder, Dr. May!“ am denkwürdigen 13. Februar im Schauspielhaus Dresden. Es ist bereits die 30. Ausgabe dieser Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Sächsischen Zeitung, bei der bekannte wie streitbare Persönlichkeiten des nationalen und internationalen Kultur- und Geisteslebens zum Zeitgeschehen sprechen, ein vorgegebenes Motto gibt es nicht. Das hält die Neugier des Publikums wach und macht die Reden spannend.

Meyer begann seine Rede mit einem langen Vorsatz, in dem er Ge- und Erfundenes querbeet durcheinander als Gerüchte entkräftete, entschieden dementierte oder klarstellte einschließlich der Tatsache, dass er nicht verrückt sei! Er war noch nie in Amerika in Sachsen gewesen, weil dort der CIA stationiert ist, sagt er flüsternd. Berichtet von einem ominösen Teilchenbeschleuniger im Cern-Forschungszentrum, der Nanopartikel absondere, die eigentlich Viren seien. Er sei nicht Lex Barker, obwohl er ihm sehr ähnlich sehe. Er hat keinen Ziegenkäse bei Beate Schöpe gekauft und war nicht auf Klassenfahrt mit Björn Höcke, habe aber das Buch gelesen. „Wenn Sie Zusammenhänge nicht sehen“, sagte er, „heißt das nicht, dass sie nicht existieren.“

Er dementiert zudem, dass er gemeinsam mit KollegInnen einen „Phantastischen Salon“ einrichten werde in der frühlingsleeren Glashalle der Leipziger Buchmesse, um das „Monopol der Realitätserfindungen zurückzuholen von denen, die sich ungehemmt eine neue Realität erschaffen, ohne über die erzählerischen Mittel zu verfügen.“ – Zwischenbeifall –  „Begreifen Sie es  doch endlich. Dr. Karl May ist tot !“, so Meyer.

Er packte in seine einstündige, anspruchsvolle Rede eine Fülle an Themen, parlierte und schwadronierte mit viel Ironie und Fabulierfreude rund um Dichtung und Wahrheit, Farce und Tragödie, Tragödie und Farce. Erzählte wie er kürzlich einer Täuschung zum Opfer fiel, als er Artefakte aus der jugoslawischen Geschichte kaufte, die er sammelt für eine größere Geschichte und las Passagen aus neuen Texten. Statt des gesuchten Minenwarnschildes erwarb Meyer über ebay ein Schild eines Stromhäuschens oder Hochspannungsmastes und wurde zornig, da er sich um „seinen Krieg betrogen fühlte.“ Ein Kapitel seines neuen Romans handelt vom Glauben an Täuschung, Erscheinungen und Wunderheiler.

Er glaube an das Wunder der Autographen und Handschriften, so Clemens Meyer. Wenn er vorsichtig mit den Fingerspitzen über den Namen und das Papier streicht, habe er keine Angst mehr vor der Realität. „Der Geist erhebt sich aus dem Papier.“ Es löst Fragen  aus. „Wo stand Tito, als er dieses Foto unterzeichnete, wer reichte es ihm…“

Es geht um Sachsen und Karl May, den fantastischen Geschichtenerzähler und -erfinder und Humanist. Der veröffentlichte seine ersten Kolportageromane in Dresden bei einem direkten Nachfahr des Barons von Münchhausen, Mönchmeyer und erlangte erst mit seinem Spätwerk Tiefe, findet Meyer. Er erwähnt einen Indianer, Edward Tutu, der einst mit dem berühmten Circus Sarrasani aus Dresden auf Tournee ging und auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden begraben liegt. Und er überrascht und erheitert mit der Aussage: „Im Grunde unseres Herzens sind wir Sachsen Monarchen, die am Straßenrand stehen und winken. Wir wollen uns weiden an den Klatsch- und Hofgeschichten und unserem König in Sachsen glauben, dass wir kein rechtes Problem haben.“ Und lieber über die guten alten Wichs-, ähm Wettiner Witze lachen, so Meyer, statt sich um den Rest der Welt zu scheren.

Clemens Meyer hat – da die Leipziger Buchmesse dieses Jahr erneut ausfällt – viele Bücher mitgebracht, aus denen er zitiert, von Anna Seghers „Die Toten bleiben jung“ und „Die Überfahrt“ bis zu Christa Wolfs „Kindheitsmuster“. „Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es ab von uns…“, heißt es dort. Stark polemisch wird es im zweiten Teil der Rede, als es um den Umgang mit der Realität und narratives, authentisches Erzählen geht.

„Uns sind die Narrative abhanden gekommen. Es gibt keine Erzählungen mehr. Die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt, weil uns die Narrative fehlen“, beklagt Clemens Meyer, der 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse, Belletristik gewann für seinen Erzählband „Die Nacht, die Lichter“ und sich darüber mit erhobener Bierflasche freute. Nun sagt er: „Wir Erzähler, Erfinder sind arbeitslos! Die Phantasten, Antierzähler haben übernommen und die an Verschwörungen glauben.“ Und setzt amüsiert und verärgert zugleich noch eins drauf: „Unsere Narrative sind nicht verrückt genug gegenüber den Narrativen der Straße.“

Vielleicht sollte man es doch darauf ankommen lassen, denen zuhören und den Faden des Absurden, Ungeheuren weiterspinnen?! Vielleicht wird es dann erkennbarer in seiner Drastik, man wacht auf wie aus einem Albtraum und sieht die Realität wieder klarer.  Schön ironisch las Meyer zum Schluss eine Episode über einen seltsamen Reisenden. Ein kleiner Mann, sein Alter war nicht zu schätzen, mit einer Art Kaftan gekleidet, Turban und Sandalen, erschien an einem Januarmorgen auf dem Bahnsteig in Zwickau und murmelte halb fremd-, halb einheimische Worte vor sich hin. Er rief das Wort „Bomben“, das im Lärm des Bahnhofs fast unterging und zwei Biertrinker verstanden „Plomben“ und zeigten grinsend auf ihre schwarzsilbernen Zahnruinen.

„Karl May weiter erzählen, den Hatschi zurückholen in die Gegenwart, die Narrative zurückerobern, verzweifeln und lesen und den Zügen hinterher schauen, die am Horizont verschwinden“, gab Clemens Meyer dem Publikum abschließend mit auf den Weg. Eine Rede, die zum Nachdenken darüber anregt, was Literatur heutzutage noch vermag, um Menschen zu erreichen. Ein zwiespältiger Eindruck bleibt. Die Szene erscheint verlockend und surreal. Man schaut nur, reist in Gedanken und der Fantasie, tut es aber nicht mehr selber. Steigt nicht in den Zug. Warum nicht?!

Text (lv)

Den Schlusspunkt der diesjährigen Dresdner Reden setzt Svenja Flaßpöhler, Philosophin, Journalistin und Autorin am 27.2., 11 Uhr im Schauspielhaus Dresden. Sie forscht in ihrem Vortrag unter dem Titel „Erkenntnislust“ nach den Grundbedingungen guter Gespräche und setzt in einer Zeit zunehmender Polarisierung und Verhärtung auf die Kunst der Dialektik und die unerschrockene Erkenntnislust der Philosophie.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Literarische Reise: Das Gastland Portugal stellt sich in aller Vielfalt im Frühjahr trotz Absage der Leipziger Buchmesse vor

17 Donnerstag Feb 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte

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„Unerwartete Begegnungen“

Veranstaltungen mit zehn Autor:innen im Leipziger Stadtgebiet – Über 50 Neuerscheinungen im Rahmen des Gastlandauftritts

Portugal als Gastland der Leipziger Buchmesse 2022 bedauert die Absage der Messe sehr, will seiner Literatur aber dennoch eine Bühne bieten – auch durch Präsenzveranstaltungen mit Autor:innen aus dem Gastland in Leipzig sowie mit Events und Aktionen für Buchhandlungen und Blogger:innen. Denn im Frühjahr erscheinen nicht nur wichtige Übersetzungen aus dem Portugiesischen, Portugal feiert 2022 auch die Jubiläen einiger der größten Schriftsteller und Schriftstellerinnen seiner Geschichte. José Saramago, António Lobo Antunes, Sophia de Mello Breyner Andresen und Agustina Bessa-Luís, aber auch die vielen anderen Autoren und Autorinnen sowie Werke des für die Leipziger Buchmesse geplanten Programms sollen daher in Leipzig trotzdem gefeiert werden. Portugal ist seit zwei Jahren ein begeisterter Partner der Leipziger Buchmesse und setzt weiterhin alles daran, um das Talent und die Kreativität einiger der bekanntesten Schriftsteller:innen aus drei Kontinenten in den Fokus zu rücken und die über 50 ins Deutsche übersetzten Titel zu präsentieren, die sich mit wichtigen aktuellen Themen wie Rassismus, Ironie usw. auseinandersetzen.

Auch wenn die ursprünglich auf der Messe geplanten 42 Veranstaltungen nun nicht stattfinden können, will Portugal Spielstätten im Leipziger Stadtgebiet nutzen, um dem deutschsprachigen Publikum seine ganze Vielfalt zu präsentieren und für „Unerwartete Begegnungen“ – so das Gastlandmotto – zu sorgen. Für diese Vielfalt stehen neben bedeutenden Schriftsteller:innen und vielversprechenden neuen Stimmen aus Portugal auch zahlreiche Autor:innen aus weiteren portugiesischsprachigen Ländern – etwa Angola, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mosambik oder São Tomé e Príncipe. Zehn von ihnen werden an dem Programm Portugals im Haus des Buches und in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig teilnehmen, darunter Dulce Maria Cardoso, Yara Monteiro, José Luís Peixoto und Margarida Vale de Gato. Es sind Gesprächsrunden und Lesungen geplant. Auch auf dem „Blauen Sofa“, dem Autorenforum von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat, werden Autor:innen aus dem Gastland Platz nehmen. Dazu stehen Ehrungen großer portugiesischer Autor:innen auf dem Programm. So wird im Haus des Buches eine Ausstellung zu José Saramago, dem Gewinner des Literaturnobelpreises 1998, gezeigt.

Zudem lädt das Gastland alle Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum zu einem Deko-Wettbewerb ein. Als Hauptpreis winkt eine Reise zum Literaturfestival „Fólio – Festival Literário Internacional de Óbidos“ vom 6. bis 9. Oktober 2022. Darüber hinaus sind für das Frühjahr 2022 literarische Portugal-Abende in Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart geplant.

Über 50 Neuerscheinungen

Im Mai 2022 werden es über 50 neue Titel sein, die mit Fördermitteln der portugiesischen Regierung übersetzt wurden und im Rahmen des Gastlandauftritts in deutscher Sprache erschienen sind. Sechs Neuerscheinungen sind noch in diesem Jahr geplant: So bringt der Unionsverlag im Februar 2022 mit „Im Auge der Pflanzen“ einen neuen Roman der mehrfach ausgezeichneten Autorin Djaimilia Pereira de Almeida heraus (Übersetzung: Barbara Mesquita). Im Kupido Literaturverlag erscheint ebenfalls im Februar „Geliebter Fernando Pessoa“ von Mário de Sá-Carneiro – ein Zeugnis einer der bedeutendsten brieflichen Dialoge der portugiesischen Literatur (Übersetzung: Frank Henseleit). Die Edition Korrespondenzen legt im März mit „Herr Calvino und der Spaziergang“ von Gonçalo M. Tavares einen neuen Band aus dem Zyklus „Das Viertel“ vor (Übersetzung: Michael Kegler). Und im gleichen Monat veröffentlicht der mare Verlag „Ferner Westen“; Paulo Moura, der sonst als Kriegsberichterstatter ferne Länder bereist, erzählt hier von seinem 1000 Kilometer langen Motorradtrip entlang der portugiesischen Küste voller Begegnungen, Schicksale und Geschichten (Übersetzung: Kirsten Brandt).

Zahlreiche herausragende Bücher sind bereits erschienen, darunter „Asche und Sand“ aus der großen Romantrilogie von Mia Couto. Das Buch handelt von den Wunden des portugiesischen Kolonialismus in Mosambik (Unionsverlag, 2021, Übersetzung: Karin von Schweder-Schreiner). In „Die Rückkehr“ erzählt Dulce Maria Cardoso die Geschichte einer Vertreibung aus der Kolonie Angola nach Lissabon, wie sie sie selbst erlebt hat (Secession Verlag, 2021, Übersetzung Steven Uhly). Mit „Was ist ein Name“ von Ana Luísa Amaral ist ein ebenso einfühlsamer wie scharfsinniger Gedichtband der beliebtesten Lyrikerin Portugals erschienen (Carl Hanser Verlag, 2021, Übersetzung: Michael Kegler und Piero Salabè). Und das Buch „Stippvisiten“ versammelt fünf wichtige Stimmen der zeitgenössischen portugiesischen Literatur: Miguel Cardoso, Afonso Cruz, Isabela Figueiredo, Rui Cardoso Martins und Patrícia Portela (Elfenbein Verlag, 2021, Übersetzung: Marianne Gareis, Niki Graça, Odile Kennel und Dania Schüürmann).

Deutsch-Portugiesischer Journalismus-Preis

Der Gastlandauftritt von Portugal soll nicht nur Literatur und Kultur in Deutschland bekannter machen, sondern auch zum gegenseitigen Verständnis zwischen beiden Ländern beitragen. Ebenfalls diesem Ziel dient der Deutsch-Portugiesische Journalismus-Preis, der im Rahmen der Hannover Messe (30. Mai bis 2. Juni 2022) vergeben werden soll, wo Portugal dieses Jahr ebenfalls Partnerland ist. Mit diesem Preis werden herausragende Artikel in deutschen und portugiesischen Medien ausgezeichnet, die klischeefrei und differenziert über Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik des jeweils anderen Landes berichten. Mit dem Preis soll zugleich die Bedeutung eines unabhängigen und professionellen Journalismus als wesentliche Basis der europäischen Demokratie gewürdigt und gefördert werden.

Text: Pressebüro Portugal – Gastland der Leipziger Buchmesse

Mirjam Flender, Kirsten Lehnert, literatur2508, c/o projekt2508

www.camoesberlim.de/de 
www.leipziger-buchmesse.de

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Erich Kästner Museum feiert Geburtstag & startet Jahresprogramm unter dem Motto: „Freiheit – große, kleine oder keine?“

15 Dienstag Feb 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte

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Wir feiern Geburtstag!

Ja, es steht wieder ein 23. Februar vor der Tür. Das bedeutet, dass wir in der Villa Augustin den Geburtstag unseres Hauspatrons und unseres Museums feiern. Im letzten Jahr erhielten wir unsere Glückwünsche aus der ganzen Welt noch digital – das möchten wir natürlich gern beibehalten – doch diesmal feiern wir auch wieder vor Ort mit Gästen.
Zwischen 12.30 und 17 Uhr haben alle Interessierten im Rahmen der regulären Zeitfenster freien Eintritt ins Museum! Darüber hinaus gibt es für Familien ein Mitmach-Programm rund um Kästners „Der 35. Mai“ (Voranmeldung bis 21. Februar). Um 19 Uhr bringt die Chanson-Sängerin Anna Haentjens Stücke zu Gehör, die Erich Kästner und Edmund Nick für das Münchner Kabarett „Die Schaubude“ geschrieben haben.

Veranstaltungs- und Reihenauftakt

Das Programm zum 23. Februar bildet zugleich den Auftakt in unser Veranstaltungsjahr 2022. Das Motto unserer Jahresreihe lautet diesmal „Freiheit – große, kleine oder keine?“ und beschäftigt sich aus Anlass des Erscheinens von Erich Kästners „Die kleine Freiheit. Chansons und Prosa 1949 – 1952.“ vor nunmehr 70 Jahren mit verschiedenen Facetten des Begriffs „Freiheit“, einer der zentralen Diskursbegriffe der letzten und voraussichtlich kommenden Jahre. Flankiert von musealen und digitalen Beiträgen nähern wir uns der Fragestellung, was individuelle, künstlerische und politische Freiheit bedeutet und an welchen Punkten sie die Freiheit anderer beschneidet.

Verabschiedung Angelika Törpsch

Nach fast genau 22 Jahren im Erich Kästner Haus für Literatur hat sich zum 1. Februar unsere Museumsmitarbeiterin Angelika Törpsch in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Sie begleitete die Entwicklung unseres Hauses fast von den Anfängen bis zum heutigen Tag, führte zahlreiche Gäste durch das Museum, begleitete Generationen von Praktikanten und Praktikantinnen und bildete eine schier unerschöpfliche Quelle an Wissen über Erich Kästner.
Wir bedanken uns von ganzem Herzen für die geleistete Arbeit, die Bereitschaft, sich immer wieder in neue Themenbereiche einzuarbeiten und wünschen viel Freude und Energie für die nun folgende Zeit.

Termine

23.02., 12.30 – 17 Uhr, „Das Schlaraffenland“
Mitmach-Familienprogramm zu „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“
Eintritt frei!
Parallel zu den regulären Zeitfenstern des Museumsbesuchs bieten wir ein Mitmach-Programm für Familien rund um Kästners Kinderbuchklassiker.
Anmeldung bis zum 21. Februar!

23.02., 19 Uhr, Anna Haentjens – „Hört auf die Zeit!“
Chansons aus dem literarischen Kabarett „Die Schaubude“
Klavier: Sven Selle
In ihrer Hommage präsentiert Anna Haentjens, begleitet von Sven Selle am Klavier, eine Auswahl an Chansons, die im Kabarett „Die Schaubude“ zu Gehör gebracht wurden. Im Mittelpunkt steht „Deutsches Ringelspiel 1947“.
Wir empfehlen eine Voranmeldung.

Das MuMo

…kann auch in diesem Jahr wieder gebucht werden. Auf Anfrage stellen wir gern unser Material für altersgerechte Digitalprogramme zur Verfügung (bestens geeignet für Schulkassen oder zur Fortbildung von Lehrer:innen), oder kommen mit unserem gelben Bus zu Ihnen, die mobile Ausstellung im Gepäck. Eine Übersicht über die Angebote unseres MuseumsMobils gibt es hier.

Ausblick (Auswahl)

03.03. Zoë Beck – „Paradise City“
Lesung und Gespräch in der Reihe „GESCHEITER ODER GESCHEITERT?“
21.03. Julia von Lucadou – „Tick Tack“
Lesung und Gespräch in der Reihe: „Freiheit – große, kleine oder keine?“
06.04. José F.A. Oliver – „wundgewähr“
Lesung und Gespräch in der Reihe: „Sprachen machen Leute“
20.04. Buchsalon
Gespräch über sächsische Neuerscheinungen in Kooperation mit dem Sächsischen Literaturrat

Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit!Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden

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Kunstaktion Welt – Offen – (Ge)Denken in Erinnerung an die Ereignisse des 13. Februar

13 Sonntag Feb 2022

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Projekte

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Sag es mit Blumen: Lasst uns Vielfalt leben im Miteinander. Fotos (3) (lv)

Bilder und Zitate zum Innehalten und Nachdenken

Unter dem Motto WELT – OFFEN – (GE)DENKEN eröffnete letzte Woche eine Kunstaktion in der Stadt. Anlässlich des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens im II. Weltkrieg lädt #WOD – Weltoffenes Dresden vom 9. bis 20. Februar zu einer großen gemeinsamen Plakataktion im öffentlichen Raum und verschiedenen weiteren Formaten der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Ereignissen des 13. Februar 1945 ein. Die Sächsische Ministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch, die Dresdner Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch und zahlreiche VertreterInnen der 19 beteiligten Kulturinstitutionen begleiteten die Eröffnung.

Zum Projekt: 19 Kulturinstitutionen präsentieren mit einer Plakatkunst-Aktion an 10 Orten des Kulturstadtraums Dresdens und am Standort Radebeul individuell ausgewählte, großformatige Bildmotive mit zum Teil eigens für die Aktion von KünstlerInnen entworfenen Werken, mit Fotografien und mit Zitaten, die zum Innehalten und Nachdenken auffordern. Die Plakatkunst-Aktion wird durch das Zentrum für internationale Kulturelle Bildung des Goethe-Instituts Dresden und die Landeshauptstadt Dresden unterstützt. 

Das gemeinsame Gedenken steht im Jahr 2022 unter dem Thema des Friedens. Begleitet von dem Motto WELT – OFFEN – (GE)DENKEN richten wir den Blick von Dresden in die Welt: Wo engagieren sich Menschen heute für Frieden, Menschenrechte und Demokratie? Wie verwandeln sich Gesellschaften von einer Situation der Ausgrenzung, der Gewalt und des Krieges, wie sie 1945 in Europa herrschte, in ein friedliches, demokratisches Miteinander?

In der Woche um den 13. Februar 2022 spannen die programmatisch vielfältigen künstlerischen Beiträge der Kulturinstitutionen einen Bogen zum Thema Frieden, von der eigenen Haustür bis in die Welt und laden PassantInnen im Dresdner Stadtraum und Radebeul zum Nachdenken über Frieden und in plurale Formen des zukunftsgerichteten (Ge)Denkens ein.

Wir achten darauf, dass Aktionen je nach Pandemielage kontaktlos stattfinden können und in Übereinstimmung mit den aktuellen Hygieneregeln betrachtet werden können. Bitte geben auch Sie Acht aufeinander. Wir freuen uns, wenn Sie mit offenen Augen durch die Stadt gehen!

# WOD Weltoffenes Dresden ist ein 2014 gegründeter, offener Zusammenschluss von Kulturinstitutionen in Dresden. Gemeinsam treten wir für eine weltoffene, solidarische Gesellschaft ein. Gemeinsam setzen wir Zeichen für einen achtsamen Umgang mit unserer demokratisch verfassten freiheitlichen Gesellschaft und ihrer Kultur.

Text:  Gertrud Aringer Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden
Telefon +49 351 4913 755

www.staatsschauspiel-dresden.de

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Leerstand in der Dresdner Innenstadt alarmierend

12 Sonntag Dez 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte

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Leere Schaufenster am Altmarkt, wenig los auch auf der Bummelmeile Prager Straße im Dresdner Stadtzentrum. Kaum ein Mensch in den Geschäften, Cafés und Lokalen zu sehen. Viele haben geschlossen. Die Lichterketten funkeln einsam vor sich hin. Ein ungewohnter Anblick in der Adventszeit, in der die Innenstadt sonst voller Trubel ist und rund um den Striezelmarkt und die Kaufhäuser an jeder Ecke Weihnachtsbuden mit Leckereien zum Verweilen locken. Die aktuelle Corana-Situation dämpft die Stimmung und die von der Politik verhängten Maßnahmen wie Kontaktbeschränkung und 2G-Regel mit Zutritt nur für Geimpfte und Genesene in Läden und Restaurants
zeigen ihre Wirkung, sorgen für Zurückhaltung, Unsicherheit und Verdruss statt entspanntem Genuss.

Handel, Gastro, Dienstleistungen, Soziales, Kunst und Kultur
unter einem Dach sind gefragt für eine lebendige Innenstadt in Zukunft

Eine Studie im Auftrag des City Management Dresden e.V. empfiehlt der Stadt dringend ein neues Einzelhandels- und Zentrenkonzept und den Erhalt des Branchenmix.

Gähnend leere Schaufenster und Ladenlokale. Wenige Menschen zu sehen auf den ehemals gut belebten, attraktiven Flanier- und Einkaufsmeilen rund um den Altmarkt, die Wilsdruffer Straße, Ringstraße, Prager Straße und Hauptbahnhof. Ein trostloser Anblick in Top-Lagen in der Dresdner Innenstadt.

Derzeit stehen 93 Objekte in Erdgeschoss-Zonen im Stadtzentrum leer. Die ehemaligen Einzelhandelsgeschäfte und gastronomischen Einrichtungen verfügten einmal über insgesamt ca. 22.000 Quadratmeter Ladenfläche. Damit hat sich der Leerstand seit 2015 verschärft.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie zur “Erhebung der Leerstände in der Dresdner Innenstadt“, welche im Auftrag des City Management Dresden e.V. seit Frühling bis August 2021 von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) mbH, Büro Dresden durchgeführt wurde.

Besonders alarmierend: Die Leerstände seien weniger durch ruinösen Bauzustand bzw. unattraktives Umfeld geprägt, sondern meist durch kleinere Geschäfte im wieder bezugsfertigen Zustand. Die Nachfrage nach „traditionellen“ Nutzungen ist laut Studie fast zum Erliegen gekommen und es sind weitere Leerstände zu erwarten.

Zahlreiche Objekte werden auf Grund ihrer Lage, der generellen Entwicklung im Einzelhandel und im Verbraucherverhalten für Handelsfunktionen nicht wieder vermiet- bzw. nutzbar sein, so die düstere Prognose. Daher sind die Einzelhandels- und Zentrenstruktur für die Innenstadt, aber auch die peripheren Bereiche neu zu durchdenken und konzeptionell festzulegen.

Die Stadt Dresden muss mit dem Einzelhandelskonzept sowie in weiteren Maßnahmen wie Mobilitätskonzept, Gestaltungs- und Grünflächenkonzept sich klar zur vordergründigen Aufwertung der Innenstadt bekennen, um weiterem Qualitätsverlust vorzubeugen, legt die Studie nahe.

„Die Dresdner Innenstadt ist trotz des Landeshauptstadt-Bonus nicht ausgenommen vom allgemeinen Trend, dass die Leerstände in den Innenstädten zunehmen und einen Umfang erreicht haben, was ein aktives, gemeinschaftliches Gegensteuern unabdingbar macht.“ so der Leiter der GMA, Dr. Eddy Donat.

Die Situation der Leerstände hat sich während- und nach Corona weiter verschärft. Aus den Untersuchungen, zahlreichen Gesprächen mit Akteuren und der Auswertung diverser Veröffentlichungen geht der Studie zufolge aber auch hervor, dass der zunehmend sichtbare Leerstand in der Innenstadt auch durch allgemein fehlende Frequenz in den Fußgängerzonen zustande kommt. Branchenabhängige Umsatzrückgänge von 50 bis 80 Prozent haben Auswirkungen auf die Erhaltung des Branchenmix.

Für die Innenstadt sei besonders nachteilig, dass PKW-Besucher in Dresden vorwiegend um die Kernstadt herumgeleitet werden, außerdem wenig Menschen direkt im Zentrum wohnen und eine besondere Aufenthaltsqualität, Flair, moderne Stadtmöblierung bis zur Vernetzung mit digitalen Angeboten im Stadtzentrum der sächsischen Landeshauptstadt fehlt.

Dennoch habe die Innenstadt von Dresden mit Prager Straße, Altstadt und Hauptstraße viel Potenzial, was aber nur mit nachhaltigen politischen Entscheidungen zur Unterstützung dieser Einkaufszentren entwickelt werden kann. Erforderlich sind laut Studie intelligente Mobilitätskonzepte (P+R, ÖPNV, Parkraum), gezielte Strukturverbesserung, finanzielle Anreize und Förderprogramme für die Aufwertung der Innenstadt bereitzustellen.

Der Trend gehe zu Mixed-Used-Konzepten, auch in den Einkaufszentren mit Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie, Soziales, Kunst und Kultur unter einem Dach. Vielseitigkeit ist Trumpf im Gesamtkonzept für Immobilien und eine lebendige Innenstadt in Zukunft. Außerdem sind Lokalität, Regionalität und Identifizierung mit den Angeboten bei den Kunden gefragt, so das Resümee der GMA-Studie. Daher sollte alles getan werden seitens der Stadt, Centermanagements, Händler und Eigentümer, um dem Leerstand und weiterer Verödung der Innenstadt aktiv zu begegnen, um diese wieder anziehend zum Besuch, Verweilen, Erleben und Shopping-Bummel zu gestalten.

„Eine Erhaltung und punktuelle Attraktivitätssteigerung des Einzelhandels in der Dresdner Innenstadt liegt uns sehr am Herzen, weshalb wir die Ergebnisse der Leerstandsanalyse mit Interesse und auch Sorge betrachten. Erfreulicherweise konnten wir in den letzten Wochen fünf neue Mietverträge in der Altmarkt-Galerie abschließen, weshalb wir nur noch sechs Leerstände haben und auch diesbezüglich optimistisch in die Zukunft schauen“, sagt Christian Polkow, Center Manager der Altmarkt-Galerie Dresden

„Mit dem Gutachten der GMA liegt eine qualifizierte und objektive Analyse zur Leerstandssituation des Einzelhandels in der Dresdner Innenstadt vor. Auch wir beobachten die Entwicklung in der Innenstadt mit großer Sorge, denn mit den Leerständen sinkt die Attraktivität des Einkaufsstandortes Innenstadt Dresden insgesamt. Vor diesem Hintergrund schließen wir uns der Forderung des Büros GMA wie auch Dr. Lademann & Partner (2020) an, dringend ein neues Zentrenkonzept für die Stadt Dresden zu erstellen, welches die Basis für die Entwicklung des Einzelhandelsstandortes Dresden bildet.“, so Dr. Dirk Fittkau, Manager bei Klepierre und Interimsmanager der Centrum Galerie.

Text + Fotos (lv)

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Dinnershows „Die Wunderlandklinik“ & „Der Schöne und das Biest“ können nicht stattfinden

27 Samstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte

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Erkennt er den Ernst der Lage nicht oder fühlt sich zum Narren gehalten durch die Corona-Politik?! Wird die Kultur demnächst zum Notfallpatient? Dauerpatient Herr Pechmarie, gespielt von Vollblutmime Rainer König, musste schon viel über sich ergehen lassen und wollte dem Chef der „Wunderlandklinik“, Prof. Brinkmann (Dieter Beckert) jetzt endlich Paroli bieten. Doch nun bleibt diese geschlossen. Die neue Dinnershow darf wegen der neuen Sächsischen Corona-Notfallverordnung auch dieses Jahr nicht stattfinden. (lv) Fotos (2): Michael Schmidt

Statt Humor als Medizin erneut Stillstand und Frust

Ob „Wunderlandklinik“ oder „Der Schöne und das Biest“ – auch in diesem Jahr können die geplanten Dinnershows von First Class Concept nicht stattfinden. Grund ist die Sächsische Corona-Notfallverordnung vom 19.11., die eine Durchführung der Shows unmöglich macht.

Erst im September hatte Inhaber Mirco Meinel die aufwändige  Jubiläumsproduktion „Mafia Mia“ auf 2022 verschoben und als Plan B die Shows „Die Wunderlandklinik“ und „Der Schöne und das Biest“ in den „Ostra-Studios“ vorgestellt. Die Spielstätte wurde extra mit einer modernen Lüftungs- und Raumdesinfektionsanlage ausgestattet.

„Dass wir nun doch nicht spielen können, das bedeutet für mein Team, für Künstler, Techniker, Partner und Lieferanten erneut Stillstand und Frustration“, so Mirco Meinel. „Das ist wie ein mehrfaches „Déjà-vu“, denn auch die Schlössernacht haben wir schon zweimal verschoben. Es tut mir unendlich leid für alle Beteiligten, die sich so motiviert und flexibel engagiert haben. Und für die vielen Gäste, die schon Karten gekauft hatten und für die eine Dinnershow in der Vorweihnachtszeit einfach dazu gehört.“

Bereits bezahlte Tickets werden in Wertgutscheine umgewandelt und den Gästen zugeschickt. Reservierungen ohne Zahlungseingang werden automatisch storniert.

Bei Fragen kann man sich an das Ticketbüro wenden unter E-Mail info@dinnershows-dresden.de und Telefon 421 99 99.

Text: Sabine Mutschke
PR i.A. der First Class Concept


Wundersame Apparatemedizin: Mit von der Partie in der „Wunderlandklinik“ als Krankenpfleger ist das urkomische Duo „Schlicht & Kümmerling“, die sich als chinesische Wunderheiler versuchen, um ihren Niedriglohn aufzubessern. Foto: Michael Schmidt

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Kunstinitiative der Georado-Stiftung in Dorfhain setzt auf Miteinander

11 Donnerstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Auf der farbenfrohen Fassade am Galerieeingang darf es nicht fehlen, das „Helfertier“, erklärt Künstler Olaf Stoy schmunzelnd.

„Zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“

Freie Ateliers, geologische Schätze und viel Raum zum Mitgestalten bietet die entstehende Georado Erlebniswelt Tharandter Wald in Dorfhain. Seit 2019 dabei ist der Künstler Olaf Stoy.

Ohne Mut geht es nicht beim Klettern und in der Kunst. Daher steht er in großen Stahlbuchstaben sichtbar gleich am Eingang zur „Georado Erlebniswelt Tharandter Wald“. Diese Stiftung will Geotechnik und Geologie auf verschiedene Weise für Besucher erlebbar machen in ihrem Domizil in Dorfhain, gelegen am Rande des geologischen Kleinods Tharandter Wald, der zum Erzgebirge gehört. Ein Kletterturm und Technik für die Bergsicherung und deren Mitarbeiter und eine geotechnische Dauerausstellung befinden sich im Freigelände. Außerdem lockt eine originell-fantasiereiche Kunst- und Skulpturensammlung auf dem Platz und in den Gebäuden. In einer hellen Halle mit großen Fenstern steht das Wort Zukunft.

Sie ist noch fast leer und bietet viel Raum zum Gestalten. Vor dem weiß gestrichenen Gebäude mit Bistro, Tagungs- und Veranstaltungsräumen sitzt ein Mann gedankenversunken auf einer Mondsichel im Gras. Ein Stück weiter steht ein stattlicher Hirsch zwischen den Tischen und Bänken auf der Terrasse. Die Skulpturen stammen aus dem ehemaligen Kunstzentrum „Tacheles“ in Berlin, das 2013 schloss. Die Kunstinitiative der Georado-Stiftung hat sie hierher gerettet. Symbolisch steht ein Baum, geschweißt aus vielen Stahlteilen in einer Auftragsarbeit von der Kieler Firma „Giganten aus Stahl“ für all das, was die Akteure auf dem Gelände verbindet. Er trägt Eichenblätter, auf einem Ast sitzt eine Eule für Wissen, ein Eichhörnchen für Fleiß, der Adler für die Weitsicht und der Fuchs für Schlauheit, erzählt Olaf Stoy, Porzellankünstler und Mitinitiator der Kunstinitiative der Georado-Stiftung.

Auf dem Land herrscht eine eigene Mentalität, man kennt und hilft sich und es ist auch ein Rückzugsort, weiß Stoy. „Doch zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“, sagt er, „die muss aus dem Volk heraus kommen.“ In einer Zeit, in der die Gesellschaft zunehmend zersplittere in viele Teile, setzt die Kunstinitiative auf  „Miteinander“. Olaf Stoy ist im Juni 2019 nach Dorfhain gezogen. Vorher hatte der 62-Jährige sein Atelier im Technologie- und Gründerzentrum Freital als einer der ersten Mieter und gründete die Galerie “F1“, in der er Ausstellungen, Konzerte und Lyrik-Lesungen veranstaltete.
Doch obwohl sich der Kunstort direkt an der Hauptstraße befand, kamen wenig Leute.

„Vielleicht hatten die Freitaler Schwellenangst. Während in Dorfhain zu einer Lyrik-Lesung gleich 80 Besucher auch aus Dresden, Freiberg und Tharandt kamen.“ Der Georado-Stiftungschef Jens Jähnig fragte ihn 2018, ob er mittun will und bot ihm ein Atelier im Areal an. Ehemals befand sich hier der „Elrado“ Betrieb elektronische Bauelemente Dorfhain mit über 2 000 Beschäftigten und neben dem Edelstahlwerk Freital der größte Arbeitgeber in der Gegend. 1991 kam das Aus. Es gibt noch ein kleines Betriebsmuseum, das ehemalige Mitarbeiter einrichteten. Auch die Mutter von Jens Jähnig arbeitete in dem Betrieb und er ist hier aufgewachsen. Er hat eine Firma für Bergsicherung und wollte die Gebäude erhalten und kulturell neu beleben.

Inzwischen sind hier schon einige Firmen ansässig. Schirmherr der Georado-Stiftung ist seit 2019 der sächsische Innenminister Roland Wöller. Ein Blickfang ist die farbenfrohe Fassade, auf der viele Blumen und Ideen blühen, Menschen und Tiere und ihre Lebenswelt und Werte wie Heimatverbundenheit und individuelle Freiheit dargestellt sind. Nicht zu vergessen das „Helfertier“ mit dem Rotkreuz-Pflaster. Das Wandbild entstand bei einem Open-Art-Event der Georado-Stiftung, gestaltet haben es 26 Künstler aus Sachsen, Deutschland und Europa, aus Istanbul, Paris, Athen und Italien unter Federführung von Michael Fischer-Art aus Leipzig gemeinsam. Das Kunstprojekt wurde mit Mitteln aus einem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen und aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für ländliche Gebiete gefördert. Drinnen befindet sich das Herzstück der Kunstinitiative, die Galerie „ArtToGo“.

Mit wechselnden Ausstellungen und Kunst zum Mitnehmen, als Erlebnis und zu kaufen, so Stoy. In einem Raum kann man prächtige Federn einheimischer und seltener Vogelarten sehen. Nebenan hat Olaf Stoy sein Atelier und die Galerie „Weiße Kunst“ mit vielgestaltigen Werken, zu denen auch Grafik und Lyrikbände gehören. Seine neuesten Porzellanarbeiten zeigt er bei der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“ ab 26. November in der Galerie Kunst & Eros in Dresden. Schön wäre, wenn noch ein oder zwei Künstler sich im Georado-Gelände ansiedeln würden, so Stoy, damit er nicht alleine der Organisator von Kunstprojekten bleibt. Es gibt noch freie Ateliers in der
“Villa“ zu vermieten und eine Werkstatt steht noch leer für kreative Gewerke.

„Man erfährt auch Wertschätzung als Künstler und kann ja weiterhin in der Stadt ausstellen“, so Stoy. Dieses Jahr soll es auch wieder einen Kunstweihnachtsmarkt im Georado-Gelände geben am letzten Advents-Wochenende. „Der erste fand 2019 statt mit über 2 000 Besuchern und wir mussten Bratwurst und Glühwein nachholen“, so Stoy. Der diesjährige Kunstweihnachtsmarkt am 18.12. kann wegen der aktuellen Corona-Situation leider nicht stattfinden, bedauert er.

Text + Fotos (lv)

http://www.georado.de


In der „Villa“ im Georado-Gelände sind noch freie Räume für Ateliers.


Olaf Stoy am Eingang zu seiner Galerie „Weiße Kunst“.

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Lilli Vostry

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