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Kategorien-Archiv: Zwischenmenschliches

Weihnachtausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“ auf Schloss Burgk in Freital

10 Sonntag Dez 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Im Wunderland der Puppenstuben und Kaufmannsläden: Kristin Gäbler, Leiterin von Schloss Burgk und Jörg Schlegel, Kurator der Ausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“.



Die wundervolle Welt der Kaufmannsläden und Puppenstuben

Ein Sammelsurium an nostalgischen und originellen Dingen erstaunt und erfreut kleine und große Besucher in der Weihnachtsausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“ auf Schloss Burgk.

Alltägliche und edle Dinge stehen kunterbunt nebeneinander auf holzgeschnitzten, hübsch verzierten Wandschränken, Regalen und Schubladen. Mehl, Butter, Zucker, Milch, Kaffee, Tee, Gewürze, Gebäck finden sich in Schachteln, Gläsern und Bonbondosen. Neben dem guten alten „Tante-Emma-Laden“ mit seinem Sammelsurium an allem, was das Herz begehrt, gibt es ein opulentes Stoffgeschäft mit Nähmaschine, Spielzeuglädchen und Apotheke mit allerlei Tinkturen und Waage. Einfach bis pompös und vielsagend der Blick in die Wohnstuben und Küchen, Moden und Lebensalltag im Wandel der Zeiten. Oma steht mit Schürze und Lockenwicklern im Haar am Herd in der Küche. Der Tisch ist schon gedeckt mit Gebrutzeltem und Gebackenem. Im Schlafzimmer auf dem Schrank stapeln sich die Geschenkkartons, Kronleuchter funkeln und geschmückte Weihnachtsbäume leuchten in der Stube. In die wundervolle Welt der Kaufmannsläden und Puppenstuben voller entzückender, nostalgischer und origineller Dinge entführt die diesjährige Weihnachtsausstellung „Zu Besuch bei Tante Emma“ auf Schloss Burgk.

Sie öffnete ihre Türen mit dem Freitaler Schlossadvent zum ersten Advent. Im Schlosshof ist ein Weihnachtsmarkt aufgebaut mit Buden, Lichterzauber, kleiner Bühne, fröhlichen winterlichen Figuren und Kindereisenbahn auf der Wiese neben dem Schloss. In der Weihnachtsausstellung sind über 35 Miniaturläden und Puppenhäuser, das älteste von 1860 bis zur Gegenwart, in Glasvitrinen zu sehen. Detailreich, liebevoll und lebensnah eingerichtet, erzählen sie vom Zauber der Weihnachtszeit, wecken Kindheitserinnerungen, überraschen und erfreuen kleine und große Besucherherzen. Es ist immer noch eine beliebte Tradition, dass vor Weihnachten die Puppenstuben und Kaufmannsläden vom Dachboden geholt werden. „Kleine Dinge werden plötzlich eine besondere Überraschung zu Weihnachten. Es ist eine Schau für die ganze Familie, von der Dreijährigen bis zur Oma kann hier jeder etwas für sich entdecken“ sagt Kristin Gäbler, die Leiterin der Städtischen Sammlungen auf Schloss Burgk. Die originalen historischen Kaufmannsläden kamen als Leihgaben aus dem Sänger- und Kaufmannsmuseum Fnsterwalde und die Puppenstuben aus Dresdner Privatsammlungen, die Familien gaben ihre Schätze her für einen Monat für die Ausstellung und halfen beim Aufbau mit.

Außerdem sind Puppen in feschen Kleidern und warmen Stricksachen, kleine und größere Puppenwagen sowie alte Kochherde nebst Geschirr, Kellen. Töpfen und Pfannen und nostalgische Bilderbögen mit Anziehpuppen und Zubehör zu bestaunen. Ein Puppenhaus aus den 1920er Jahren wartet noch auf seine Restauierung. Vieles ist selbstgebaut. Darunter ein Weihnachtshaus mit fränkischem Fachwerk und Blick in erleuchtete Stuben auf vier Etagen von Jörg Schlegel, Museumsmitarbeiter und Kurator der Ausstellung. Letztes Jahr baute er die Rakete für den Teddy im Weltraum in der Ausstellung der bärigen Gesellen. Ein besonderer Blickfang in der Ausstellung ist sein „Kaufhaus Schlegel“ mit Fahrstuhl, Läden und Interieur aus seiner Kindheit in den 1960er und 70er Jahren nachempfunden, gekrönt von einem wunderschönen Jugendstilcafé, Bücherei und Sternenhimmel mit Glaskugel in der Mitte. Die filigranen Einbauten sind aus Sperrholz gesägt, Wände und Fußböden mit Klebefolie verziert. Stückweise errichtet und immer wieder aufgestockt hat er das Bauwerk für seinen Sohn. Schlegels Frau richtete eine urige „Hexenküche“ ein mit Eule, Wurzelwerk, Heilkräutern und Suppentopf in der Mitte. Es gibt auch einen Kaumannsladen mit Selbstbedienung, kleinen Leckereien und einer Kasse des Vertrauens.

Der erzgebirgischer Weihnachtsberg, Spielzeugeisenbahn und Pyramide sind wieder da sowie eine Sammlung bunter Glaskugeln, Briefbeschwerer und Holzgeschnitztes von Christel Wünsch im Projektraum „Drehscheibe“. Natürlich schaut auch der Weihnachtsmann vorbei, verteilt Süßigkeiten und liest Geschichten vor. Die Ausstellung ist noch bis 7. Januar 2024 zu sehen. Am zweiten Adventswochenende hat das Museum von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten:
Di bis Fr 12 bis 16 Uhr, Sa, So und  Feiertag 10 bis 17 Uhr







Kunstvolle Dinge für den Gabentisch, die in den Kursen entstanden, gibt es beim Weihnachtsmarkt auf Schloss Burgk. Bettina Liepe, die Vorsitzende vom Kunstverein im Einnehmerhaus Freital, zeigt die neuesten Arbeiten. Der Erlös fließt in neue künstlerische Projekte.

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Ausstellung „Porträts & Szenen“ mit Fotografien von Thomas Morgenroth in Dorfhain

23 Donnerstag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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l

Ausdrucksreiche Lebensbilder

Von besonderen Momenten in der Natur, in Ateliers, auf Konzert- und Theaterbühnen erzählt die Foto-Ausstellung „Porträts & Szenen“ von Thomas Morgenroth in der Galerie der Georado Stiftung in Dorfhain.

Das Spiel mit Augenblicken, Fantasie und Wirklichkeit. Leben pur und unverstellt trifft auf den Blick des Fotografen. Feuerengel beim Osterspectaculum, Rocker mit wehenden Mähnen, Ritter bei mittelalterlichen  Festen, Künstler und Menschen von unterwegs begegnen dem Betrachter in einer Ausstellung „Porträts & Szenen“ mit Fotografien von Thomas Morgenroth derzeit in der Galerie ArtToGo der Georado-Stiftung in Dorfhain.

Zu sehen sind insgesamt 58 Bilder, vorwiegend farbige Aufnahmen, voller Originalität, Ausdruckslust, Spontanität, Leichtigkeit und Tiefe. Ein Querschnitt aus den letzten zehn Jahren, darunter Reportage-Fotografie, Künstler-Porträts und freie fotokünstlerische Arbeiten des 63-jährigen Tharandters. Seit fast 40 Jahren ist er als Journalist und Fotograf tätig und ein besonderer Momente-Sammler in der Kunst wie im Alltäglichen. 33 Jahre war Thomas Morgenroth als Redakteur vorwiegend für kulturelle Themen bei der SZ im  Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zuständig und arbeitete an mehreren Büchern mit. Seit September diesen Jahres ist er freiberuflich als Autor, Fotograf, Erzähler, Sprecher und DJ tätig. Seine Bilder führen die Betrachter in weite, urwüchsige Landschaften, Ateliers, alte verfallene Gemäuer, die durch Theaterspiel neu belebt werden oder zu Konzerten auf und vor der Bühne nebst lebhaftem Getümmel. Er porträtierte bildende Künstler, Schauspieler, Musiker und Literaten in Aktion oder in stiller Zwiesprache mit ihren Werken, wie Holger John, Hernando Leon, Gojko Mitic, Ludwig Güttler, Hartmut Dorschner, Thomas Rosenlöcher und Olaf Böhme als bleibende Erinnerung.

Voll leidenschaftlicher Mimik Tom Quaas mit einem Urschrei, aufgenommen zur Eröffnung der Spielbühne Freital in der neuen Spielstätte 2019. Innig Kopf an Kopf mit seinem Pferd der Old Shatterhand-Darsteller Jürgen Haase. Einige jüngere Künstler wie Lucas Oertel und Chris Löhmann, die hier schon ausstellten, sind mit Porträts jetzt selbst Bestandteil der Ausstellung. Alle Fotografien sind mit Datum und Ort beschriftet außerdem eindrucksvolle zeitdokumentarische Aufnahmen. „Seine Porträts beweisen sein Gespür für den richtigen Augenblick und für das richtige Licht, in denen er Prominente und Allagsszenen authentisch mit dem Objektiv einfängt“, sagt der Galerist und Porzellangestalter Olaf Stoy zur Foto-Ausstellung von Thomas Morgenroth.

Seine Arbeiten kennt und schätzt er seit 30 Jahren. Man sah sich bei Konzerten, Veranstaltungen des Tharandter Jugendclubs oder auf dem Campingplatz in Mesni Louka. Morgenroth fiel auf mit seiner Haarpracht und seinem Fotoapparat. „Ein gutes Foto soll eine Geschichte erzählen und den Menschen, die darauf sind, auch etwas in die Seele schauen“, so Morgenroth. Text und Bild stehen bei ihm immer gleichwertig, nicht nur illustrativ, für sich. Wie das Porträt von Matthias Riedel, der Chef vom Landschloss Zuschendorf, der verliebt in die Blütenpracht guckt. Wie der hingebungsvoll vor einer Kuh auf der Weide Saxofon spielende Musiker Johannes Schleiermacher. Oder der an einem goldsonnenen Feld auf gelbem Gefährt vorbei düsende Motorradfahrer. Der himmelblaue Trabant irgendwo auf freier Flur zwischen herbstbunten Bäumen.

Oder das in warmes Gelborange getauchte Gesicht, überzogen mit schwarzen Flecken wie unzähligen Augen, im Titelbild der Ausstellung. Etwas geheimnisvoll Schwebendes geht von ihm aus. In einem Bild galoppieren drei Feuerreiter vor Schloss Weesenstein auf einer Höhe. „Genau den Moment zu erwischen, bei Regen auch noch aufgenommen, ist spannend“, so Morgenroth. Den spürt er auch körperlich, wenn das Glücksgefühl ihn durchströmt. Ein Foto zeigt seinen Sohn Julius mit hochgewirbeltem Haar vom Wind bei einem Punkkonzert. Ein anderes Bild einen Familienausflug auf einer Wiese vor blühenden Apfelbäumen.

Außerdem gibt es eine musikalische Erzählung: „Märchenhaftes Erzgebirge“ mit Thomas Morgenroth und dem Dresdner Gitarristen Frank Fröhlich am 24. November, 19 Uhr im Georado in Dorfhain. Die Ausstellung ist davor und danach geöffnet und noch bis 4. Januar 2024 zu sehen. Besichtigung und Führungen nach telefonischer Voranmeldung unter 0172 – 79 25 201 möglich. Außerdem findet der „Last-Minute-Weihnachtsmarkt“ mit Kunst und Kunsthandwerk am 16. Dezember von 11 bis 18 Uhr in der Ausstellung statt.

Text + Fotos (lv)



„Jesusmaria (selbst)“, camera obscura


Sohn Julius bei einem Punkkonzert.        Der Jazzmusiker Hartmut Dorschner


Faszination des Moments: Der Journalist und Fotograf Thomas Morgenroth aus Tharandt inmitten seiner Bilder.

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Ausstellungs-Eröffnung: Bereits zum 15. Mal „Erotischer Advent“ in der Galerie Kunst & Eros

23 Donnerstag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Lebensart, Literatur, Musik, Zwischenmenschliches

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Reich der Träume… wild & verlockend.. . Das Titelbild zur Ausstellung im Erotischen Advent »Tarnung« von Juan Miguel Restrepo, Öl auf Leinwand, 2023, Detail. Zu sehen ab 24. November in der Galerie unst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden. 

»EROTISCHER ADVENT«

Weihnachtsausstellung

24. November bis 27. Januar 2024

Vernissage am Freitag, 24. November 2023 · Beginn 19.00 Uhr · Eintritt frei

Begrüßung: Janett Noack
Einführende Worte: Solvig Frey
Musik: Kleines Konzert mit Stephan Pankow, Gitarre

Aus Groove & Funk erklingen inspirierende Interpretationen und fließende Melodien.

Es ist wieder so weit! Alle Jahre wieder… Die traditionelle Weihnachtsausstellung »EROTISCHER ADVENT« wird auch in diesem Jahr am Freitag, den 24. November 2023 um 19.00 Uhr in der Galerie kunst & eros in der Passage der Hauptstraße 15 in Dresden eröffnet.

Bereits zum 15. Mal präsentiert die Galerie zum Fest der Liebe eine Vielfältigkeit an verführerischer Kunst in einer Gruppenausstellung zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler- auf Leinwänden, Grafikblättern, Zeichnungen, Keramik und Porzellan.

Dabei werden neue Werke regionaler Künstlerinnen und Künstler vorgestellt:

Rita Geißler · Maximilian Hagstotz · Leo Lessig · Juan Miguel Restrepo · Gudrun Trendafilov · Sylvia Klöde · Chris Löhmann · Manuela Neumann · Rita Goldschmidt & weitere Gäste

Text: Janett Noack & Team

Veranstaltungstipp zur Ausstellung

»Erotic Cocktail« Musikalischer Leseabend

Felber & Bemmann

Freitag, 8.12. 2023 · Beginn 19.30 Uhr · Eintritt 10 €
Kurzes, Überraschendes, Strichfassungen- die Lady kommt auf den Punkt- gerahmt mit jazzigem und elektronischem Sounddesign.

Regina Felber– studierte Schauspielerin, Staatsschauspiel Dresden, seitdem freischaffend

Rainer Bemmann– studierter Jazzmusiker, live mit digitalem Blasinstrument

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

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Neue Lyrik: Augen-Blicke

21 Dienstag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Blütenblau… Schau sie an als wärs zum ersten oder letzten Mal…

Augenschatten

Draußen feiern sie Halloween
auch Samhain genannt
diese Nacht mischt sich die Welt
der Toten und Lebenden
mir tanzen Schatten vor den Augen
ein greller Lichtstrahl fährt hinein
der Arzt mit einem Apparat sieht hinter die Pupille
schwarz und riesig von den Tropfen
lässt mich nicht los der dunkle Fleck dahinter
lässt sich nicht wegreiben
als halte mir einer mit der Hand
das Auge halb zu
sehe von oben aus der vierten Etage
auf die bunt gefärbten Bäume die letzten Blüten und
die Türme der Stadt über den Häuserdächern
auf einem Wandbild flimmern gelbe und grüne
Schatten
von Landschaften wie aus dem Zugfenster
schemenhaft
wie werde ich morgen sehen

LV
31.10.2023

 


Seeräuber-Jenny. Alles gut gegangen.

Augenlicht

Der Augapfel noch verborgen
hinter der weißen Klappe
Stechapfel manchmal
bringt sich in Erinnerung
drei Tropfen täglich und Salbe
ins Auge erfrischen es

verschwommen noch
ruht der Augapfel in der Hülle
die Netzhaut wieder umgelegt
Schön geworden sagt die junge Ärztin
nach der ersten Visite
Alles gut überstanden der Mann
der operiert hat
die Schatten sind verschwunden
ich hatte großes Glück

bald wieder alles
in Augenschein nehmen
in Gänze klar und durchscheinend
die tänzelnde gelbe Baumfrau
grazil als trüge sie Flügel
oben in den Zweigen
die Welt draußen und
mein Spiegelbild sehen
mit beiden Augen

LV
3.11.2023

Licht-Spiegelungen

Glitzern im Auge
spiegelt sich im Fluss
durchtränkt von Sonnenlicht
und Tropfenflut schwimmt
das Augenrund in den gleißenden
Strahlen bis es schmerzt
die noch wunde Netzhaut spannt
sich und kribbelt unter dem Lid

Das Auge umkreist die Sonne
den Himmel voll weißer Wattetupfen
trinkt sich satt am Lichtgeflecht auf dem Wasser
und am Blätterfunkeln der Bäume
die lichter und lichter werden
am weiß gesäumten Ufer

LV
6.11.2023

Lichtstrahl

Die Baumfrau schwebt oben im
Geäst mit den letzten gelben Blättern
fort
im Nebel fast verschwunden die Weinberge
und die Elbhänge
eine Kirchturmuhr schlägt
hier oben steht die Zeit still
im Raum mit den grünen Pusteblumen an der Wand
kleine Fallschirme lassen sich nieder

mit Klemmen befestigt das Auge
nicht zukneifen offen lassen
und den Kopf etwas höher sagt die Ärztin
am OP-Tisch
die Weittropfen brennen
das Lichtmesser schneidet tief
ins Augeninnere starre in die riesigen Augen
einer Nachteule eine Ewigkeit

wie auf einer Leinwand sehe ich dem Auge zu
wie es zappelt zuckt etwas entfernt gelöst wird
im grellen Lichtstrahl die Linse neu eingestellt
fein gewebtes Netz der Lichtströme
Tropfen die spülen beträufeln salzig berühren
von denen die Augen überquellen
glasklar

steh am Fenster und atme
die kalte klare Luft
das Auge noch unter der weißen Klappe
die Sicht weit
die Baumfrau eingehüllt in Weiß
zurück auf der Ruheinsel
unten die Lichterschlange der Autos
abends leuchten Lichterblumen in den Fenstern
und entlang der Straße
hoch über der Stadt

LV
28.11.2023

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Neue Lyrik: Unter der Sonne zum Film „Reise in die Wüste“ über Ingeborg Bachmann

20 Montag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Kultur, Lebensart, Literatur, Poesie, Zwischenmenschliches

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Unter der Sonne
(zum Film „Reise in die Wüste“ über Ingeborg Bachmann)

Eine Frau und ein Mann
in einem Lokal
elegantes rosa Kleid schulterfrei und weißer
Handschuh mit Zigarette
dunkler Anzug und Pfeife im Mund
er lobt ihr Hörspiel Der gute Gott von Manhattan
die Stimme einer Frau gänzlich neu
nicht mehr wegzudenken
Ob das etwas ändert Männer verstehen Frauen nicht
und wollen sie beschützen
Tun sie das wirklich fragt sie lächelnd

seine und ihre Liebe entzünden
sich in Worten verdächtigen vertiefen
den Verdacht Fiktion oder Wahrheitsgehalt
sie könnten füreinander beschaffen sein
als Indizien leere Rotweingläser Lachen bohrende
Fragen über rote Rosen von einem Verehrer von ihr
ihm geschenkt wer fesselt hier
wen zieht zu wem geht oder bleibt in Zürich oder Rom
offen voller Licht auch für einsame Menschen
und ihres Geistes Heimat

Zuflucht sucht sie in der Wüste
die er ihr zeigen wollte
„Nichts Schöneres unter der Sonne, als unter der
Sonne zu sein“, erlebt sie
in der Hitze und Leere der Wüste verglüht der
Schmerz
brennt das Feuer sich hinzugeben neu
kommt aus dem Sand wie eine Mumie ein und wieder
ausgegraben dir die Frau entgegen
die du wirklich bist

LV
20.10.2023

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BilderAlbum: Neue Herbst-Gedichte

20 Montag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Herbstversonnen

Das Meer muss warten
ein wilder Garten
wogt
blau violette Blütenwellen
bäumen sich auf
weiße Blütenkapseln
wie perlweiße Gischt
flimmern im Licht
der Herbstsonne
ein Duft wie von Salbei
und Minze weht
vor sich hin
prall rote Brombeeren locken
immer noch in der stachligen Hecke
am still verwunschenen Schlosspark
hinter der Stadt

LV
23.10.2023

Sommerabschied

Die gelben Quitten aus des Malers
Zaubergarten in Koserow liegen
noch immer auf dem Tisch
wie Sonnenbälle die abends
den Himmel golden färben
funkelnde Jade Augen
der graugetigerten im letzten warmen
Licht badet sie im Blumenkasten
im Wintergarten
die Lichtflecken auf dem Holzboden hütet die
kleine schwarzweiss fellige

die gestern noch lauwarme Luft
verschluckt im tiefblauen Himmel
noch einmal Sonne satt
weiße Wolken segeln über den Weinhängen
alle Trauben gelesen prallrund golden und violett
und Eiswein in orangenem Licht locken sie auf
Leinwänden und Papier verewigt
mittendrin in der Hoflößnitz
verstreut bunte Blätter Kastanien Stachelschalen
und Weintrauben im Gras begehrlich streckt eine
Schnecke die Fühler aus dem Gehäuse

traumhafte Blütenpracht strömt würziger Duft
nach Spätsommer und Herbstblumen
malerische Magie nun wirken sie bei mir
die Farben die beschwingen vielblättrig
fallen und steigen wie Sterne

LV
14.10.2023

Mohnsegel

Der Sturm letzte Woche
riss ganze Bäume aus
trennte mich vom Internet
eine Woche lang Funkstille
die Mohnblumen blieben stehen
oder wagen sich erneut hervor
auf der wilden Wiese nahe dem Fluss
wo vorher Baugerät und Betonröhren standen
leuchten überall rote Punkte im Gras
noch im Spätherbst
zu zweit und einzeln tiefrot
und ergreifend schön
leicht bewegt vom Wind die Blütensegel
als könne er selbst ihnen nicht widerstehen
wogen wiegen kräuseln sich die Blütenblätter
in verzückter Umarmung mit dem Wind
am Flussufer gegenüber vergnügtes Kreischen aus der riesigen Überschlagsschaukel
wenn sie in die Tiefe rauschen
und wieder nach oben
fliegen
hoch über dem weiß rot flimmernden
Karusselmast
mir fallen vom Apfelbaum die letzten gelb fleckigen duftenden Früchte zu
setze mich zu zwei Mohnblumen ins Gras
die mich aus schwarzen Augen anlächeln
winzige Antennen aus dem Inneren ausgerichtet
jeden Moment können sich ihre Blütenblätter lösen
könnte ich doch leichthin wie sie den Moment des Fortfliegens sehen
das Schöne behalten
wiederkommen

sehen wie es weiterwächst

Lilli Vostry
28./29.10.2021

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Tag des offenen Ateliers: Liebevolle Pfefferkuchen-Kunst von Alexandra Wegbahn & Michael Melerski

18 Samstag Nov 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Pfefferkuchen-Herzen: Ob als Blaudruck oder aus knusprigem Teig reich verziert, können kleine und große Besucher am Sonntag in diesem Atelier in Dresden-Trachenberge, Grimmaische Straße 2, gestalten.


Fantasie- und liebevolle Aktion: Das Herz-Symbol als Hoffnungszeichen und Freude am Kreativsein verbindet das Angebot der Künstler Alexandra Wegbahn und Michael Melerski.

Kunst zum Anbeißen

Pfefferkuchen-Herzen selbst gestalten und drucken können kleine und große Besucher zusammen mit den Künstlern Alexandra Wegbahn und Michael Melerski diesen Sonntag von 10 bis 18 Uhr beim „Tag des offenen Ateliers“ in Dresden.

Knusper, knusper, knäuschen… Sie sind schokoladenbraun, knusprig, duften süß und würzig und sind hübsch verziert mit Zuckerguss. Wer könnte da widerstehen?! In eine Pfefferküchlerei zum Naschen und Selbermachen verwandelt sich das Atelier der Künstler Alexandra Wegbahn und Michael Melerski bei ihrer Aktion „Herzstück“ morgen am Sonntag, dem 19. November beim „Tag des offenen Ateliers“  in Dresden und Umland von 10 bis 18 Uhr. Dabei können die Besucher schauen wie die Kunst entsteht, mit den KünstlerInnen ins Gespräch kommen, diese besonderen Räume kennenlernen, neue, kreative Angebote entdecken und sich davon anregen lassen. Rund 70 Bildende Künstler öffnen ihre Ateliertüren, oft stehen Kaffee, Kuchen, belegte Brote und Wein bereit und außerdem laden die Künstler Kunstinteressierte zu Lesungen, kleinen Konzerten und Workshops in ihre Räume ein.

Lebkuchenherzen verzieren und Herzen auf Stoffbeutel und Tshirts siebdrucken können kleine und große Besucher zusammen mit Alexandra Wegbahn und Michael Melerski in ihrer Ateliergemeinschaft auf der Grimmaischen Straße 2 in Dresden-Trachenberge. In dem Gebäude befand sich früher eine Weinhandlung. Die Pfefferkuchen stammen aus der Pulsnitzer Lebkuchenfabrik GmbH. So verbinden sich Tradition, Handwerk und Kunst ebenso fantasie- wie liebevoll. „Es geht uns darum, über Herzangelegenheiten und Liebe ins Gespräch zu kommen. Wir denken, dass es für diese Zeit wichtig ist, einen Weg zueinander zu finden“, sagt Michael Melerski. Er kommt vom Theater, hat bereits viel in Projekten mit Kindern und Jugendlichen künstlerisch spielerisch gearbeitet und ist als Fotograf unterwegs. Dabei fiel ihm auf, dass sie oft Herzen zeichnen. Oft erscheinen sie kitschig. Doch Herzen sind für sie auch ein Hoffnungszeichen. „Ein Symbol, das etwas öffnet, vielleicht auch einen anderen Blick auf die Welt“, sagt Melerski. Mit ihrer Pfefferkuchen-Kunst-Aktion möchten die beiden Künstler die Besucher zum Nachdenken darüber anregen, was das Herz-Symbol für sie bedeutet. Vielleicht entsteht eine Sammlung für eine kleine Ausstellung mit den von ihnen gestalteten Herzen.

Außerdem will der „Tag des offenen Ateliers“ die Öffentlichkeit auf die Situation der Künstler und zunehmend schwierige Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. „Viele Künstler leider noch unter den Auswirkungen der Corona-Zeit, weggefallene Ausstellungsmöglichkeiten und es fehlt an bezahlbarem Atelierraum“, sagte Torsten Rommel, Geschäftsführer vom Künstlerbund Dresden unlängst in einem Interview des Radiosenders Coloradio. Hier sei vor allem die Stadt gefragt, mit entsprechenden Räumen als Arbeitsgrundlage die Künstler zu unterstützen. „Wir brauchen generell viel mehr Förderung im Kulturtopf der Stadt für Bildende Künstler“, so Rommel. Das Verständnis, was Kunst und Kultur leisten kann, sei zu sehr auf Hochkultur, auf die großen Häuser und institutionalisierten Einrichtungen ausgerichtet im Stadtmarketing und Tourismus. Doch ohne die freie Szene und die Off Spaces seien all diese Häuser nur leere Hüllen. Eine Stadt lebe vor allem von ihrer kulturellen Vielfalt und die Menschen brauchen Freiräume, die sie gestalten und wo sie sich als Akteure einbringen können gerade in der heutigen Zeit mit gravierenden sozialen Problemen und Spannungen werde das immer wichtiger.

Text (lv)

Fotos: Michael Melerski

Hier ist der Link zur Veranstaltung
>>> https://atelierverzeichnis.de/ateliers/herzstueck-lebkuchenherzen-gedruckt/

Das Programm mit allen Beteiligten und Stadtplan mit den Ateliers steht unter http://www.offene-ateliers-dresden.de

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Für die Fülle an KulturGewächsen: Spenden für meinwortgarten

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Kultur, Lebensart, Poesie, Projekte, Spendenkonto, Zwischenmenschliches

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Immer neuen, besonderen Kultur-Gewächsen auf der Spur: Lilli Vostry, freie Journalistin, Autorin, Lyrikerin und Inhaberin des Blogs: http://www.meinwortgarten.com seit acht Jahren.

Was sind Euch die Kulturgewächse im wortgarten wert?

Ich schreibe und lese für mein Leben gern. Schon immer. Und seit nunmehr acht Jahren auf meinem eigenen Blog, meinem wortgarten. Ein online Kulturgewächshaus für alle voller besonderer, aktueller, prägnanter wie origineller Gewächse zum Anschauen, Kosten und Genießen. In einer Fülle an professionellen, journalistischen Beiträgen und Bildern ebenso wie Vielfalt der Genres von Bildender Kunst, Theater, Konzerte, Projekte und Porträts von Menschen, die Neues und Interessantes bewegen, sich für ihre Umwelt einsetzen, Veranstaltungs-Ankündigungen bis zu eigener Lyrik und Kurzprosa, wie Ihr sie in dieser Form, alles an einem Ort, so schnell nicht wieder findet.

meinwortgarten ist ein Ort zum Spazierengehen, Umher streifen, Entdecken, Verweilen, für Fantasie, Geist anregen und Seele baumeln lassen, gern auch austauschen, Feedback geben oder selbst etwas Kreatives beisteuern. Es ist ein großes Schaufenster, das immer neu gefüllt wird, zugleich ein Archiv und Wissensspeicher, denn alle Beiträge und Bilder bleiben erhalten.

So nun haltet mal kurz inne und fragt Euch, wie das alles entsteht, was es braucht, bis es soweit ist und all die Zaubergewächse im wortgarten reichhaltig blühen, Euch erfreuen und Ihr etwas für Euch mitnehmen könnt.

Mir beschert es eine zusätzliche Veröffentlichungsmöglichkeit meiner Lieblingsthemen und solcher, die sonst nicht unterkommen in Medien, ich aber dennoch wichtig, lesens- und mitteilenswert finde. Das finde ich großartig an Blogs. Auch dass es jederzeit möglich ist, sie zu publizieren. Natürlich ist es auch schön, wenn dabei etwas zurückkommt, die Mühe und viele Zeit, die dranhängt, für Recherche, Aufschreiben, Bilder auswählen und reinstellen, auch belohnt wird von den LeserInnen des Blogs.

Und das ist genau der Punkt, wo es hakt im Moment, wo ich mich frage, wie es weitergeht künftig. Denn bei aller erfreulich, stetig wachsenden Leserschaft und bald erreichter Zahl von 150 000! Aufrufen dieses Blogs erziele ich bisher Null Einnahmen damit trotz täglich automatisiert dort stehender Werbeanzeigen. Was stimmt da nicht?

Bei so vielen Aufrufen, inzwischen einhundert Followern, die täglich fleißig lesen, wie ich an den Statistiken bis auf den einzelnen Beitrag aufgeschlüsselt sehen kann.

Viele von ihnen sind langjährige Leser und Nutzer meines wortgartens. Ich freue mich darüber, es bestärkt und spornt mich an. Doch wie sieht es mit der Wertschätzung für mich als Macherin der Beiträge auf diesem Blog aus? Was und wie viel sind sie Euch tatsächlich wert?

Ich hab ein Spendenkonto von Anfang an auf der Startseite, linke Spalte über dem Foto von mir, auf dem Blog stehen. Bisher hat fast keiner davon Gebrauch gemacht. Kann ja sein, es ist zu unauffällig dort, in der Mitte wird zuerst gelesen.
Deswegen starte ich heute einen neuen Versuch, kurz vor dem jährlich fälligen Betrag zur Blog-Verlängerung inkl. Speicherplatzerweiterung in dreistelliger Höhe.

Mir ist jede Spende, ob klein, groß, einmalig oder regelmäßig, zur Unterstützung meiner Arbeit als freie Journalistin, Autorin und Lyrikerin auf diesem Kultur-Blog herzlich willkommen (Die Tageszeitungen haben online für ihre Beiträge längst Bezahlschranken eingerichtet und die gestiegenen Betriebs- und Lebenshaltungskosten betreffen auch mich).

Für das weitere Wachsen, Gedeihen und Blühen in reichhaltiger Vielfalt der Kultur-Gewächse auf meinwortgarten.com hoffe ich auf Eure Zuwendung und bedanke mich zuversichtlich im voraus.

Bleibt schön neugierig und empfehlt meinen wortgarten gern weiter!

Text + Foto (lv)

Hier mein Spendenkonto:

Lilli Vostry
Deutsche Bank
IBAN: DE88 8707 0024 0525 231700

Und als Dankeschön ein Gedicht:

Gereimtes

Seit Stunden lieg ich auf der Lauer
doch die Reimworte lassen sich nicht fangen
ziehen schelmisch grinsend von dannen
mir wird immer flauer

leg ich mich auf`s Ohr
sprudeln und drängen sie hervor
klettern wortlustig auf der Versleiter empor
und wirbeln alles durcheinander entfesselter Chor

beflügeln die Reime
oder bremsen sie die Fantasie
will ich wissen jetzt oder nie
dann geht es wie von alleine

LV

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Ausstellung „Drucksachen“ von Gudrun Trendafilov im Einnehmerhaus Freital

28 Samstag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Zwischenmenschliches

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Innige Spiegelbilder des Lebens
in aufgewühlter Gegenwart

Zart, kraftvoll, wach und traumversunken, voller Farb- und Formlust verbinden sich Mensch- und Naturwelt in der Ausstellung „Drucksachen“ von Gudrun Trendafilov im Einnehmerhaus Freital.

Ein vielfältiger Figurenreigen begegnet dem Betrachter derzeit in den Räumen im Einnnehmerhaus Freital. Frauen mit Fisch, Vogel, Beere, Hutnadel, Finger zum Mund und Ring drin. Ein Blaues Paar, Kuss, Verbandelt. Die Bildtitel sprechen für sich und in den Bildern ist viel Bewegung, Schwung, Spannung und Sinnlichkeit. In ihrer Ausstellung „Drucksachen“ zeigt die bekannte Dresdner Künstlerin Gudrun Trendafilov Druckgrafik in vielen Techniken aus den Jahren 1988 bis 2023.

Eröffnet wird die Schau am 28. Oktober um 17 Uhr im Domizil des Kunstverein Freital e.V. auf der Dresdner Straße 2.

Von den 200 mitgebrachten originalgrafischen Blättern fanden schließlich 53 Arbeiten Platz in dieser Ausstellung. Die Bandbreite reicht von Siebdruck, Algrafie, Lithografie, Vier-Farb-Holzschnitt bis zu Mischtechnik, Collage und Materialhochdruck.Von Trendafilovs Bildern geht ein Zauber der Linien aus, die Figuren und Farben umfließen. Mal in zarten und kräftigen Farbtönen, klar oder abstrahiert in der Darstellung, schmiegen sich Gesichter und Körper aneinander, halten sich oder stoßen aufeinander. Sie erscheinen allein, zu zweit oder dreieinig, mit offenen oder versunkenen Blicken und tragen oft eigentümliche Kopfbedeckungen, die an Wurzelgeflechte, Vogelnester, Hörner und Mondsicheln erinnern, das Haar lang, fließend oder wild aufgewirbelt. Mensch- und Naturwelt sind in ihren Arbeiten eng miteinander verwoben in mal archaischen, steingrau, erdigen Farben und weich verfließendem Türkis und hellem Orange wie in der Algrafie/Irisdruck „Abend“ im Titelbild der Ausstellung. Der Gesichtsausdruck träumend, in sich ruhend, „der Blick immer leicht skeptisch“, fügt Gudrun Trendafilov hinzu.

Diese Technik der Algrafie komnt der Feinheit ihrer Zeichnungen sehr entgegen. Sie arbeite gern damit, weil man dabei sowohl lasierend, durchscheinend als auch deckend mit der Farbe drucken kann. Gezeichnet wird mit einem Blei- oder Wachsstift auf ein Aluminiumblech. Ihre oft aus Tuschflecken und verlaufender Farbe auf dem Papier hervorwachsenden, faszinierenden Figuren und Köpfe tummeln sich seit nunmehr fast 20 Jahren in den Algrafien. Zu sehen sind außerdem frühe Arbeiten von Gudrun Trendafilov, darunter eine schwarz-weiße Algrafie von 1988 und zwei Siebdrucke, „Dreck“ und „Beschwörung“ von 1989. „In den 80er und 90er Jahren konnte man diese Tuschflecke noch nicht drucken. Das ging dann mit Techniken wie der Algrafie, wo auf speziele Folien gezeichnet und auf das Aluminumblech übertragen und gedruckt wurde, so dass man die schweren Platten nicht mehr schleppen musste“, erzählt sie. Ende der 90er Jahre kam dann die Farbe in die Algrafien.

„Ich mag am Drucken das Überraschende und Umsetzen einer Idee, es ist spannend, was mit der Technik entsteht und man kann es vervielfältigen.“ Viele ihrer Siebdrucke entstanden bei Irina Claußnitzer in der Werkstatt und die Algrafien und andere in der Grafikwerkstatt Dresden. 1958 in Bernsbach/Erzgebirge geboren, studierte Gudrun Trendafilov von 1976 bis 1981 an der Dresdner Kunsthochschule und erwarb ihr Diplom als Malerin und Grafikerin bei Professor Gerhard Kettner. Seither ist sie als freiberufliche Künstlerin in Dresden tätig und war von 1989 bis 2008 Mitglied der Künstlerinnengruppe Dresdner Sezession 89. „Die Druckgrafik lief immer nebenher mit der Malerei, als eine andere Art sich auszudrücken und ich hab auch immer Grafiken verkauft und unters Volk gebracht“, so Gudrun Trendafilov. Mit ihren frühen Arbeiten komme sie noch sehr gut klar, so die 65-jährige Künstlerin. „Aufregung war damals und jetzt wieder, dazwischen ruhig. Ich merke, dass die Zeichnungen nicht mehr so zart sind, sondern wieder kräftiger werden. Die frühen Arbeiten sind auch heftiger und gestischer. Ich mag ihre Energie, impulsiv gespritzt mit Pinsel oder Rohrfeder. Das Alter spielt auch eine Rolle“, sagt Gudrun Trendafilov. „Wenn ich die Figuren mache, schauen sie mich an, es ist wie ein Spiegel.“

Sie horcht in sich und setzt sich mit ihrem eigenen Befinden und der Welt auseinander. „Im Moment bin ich verunsichert und beängstigt, die Welt ist durcheinander, aufgewühlt, auch darüber wie Menschen miteinander umgehen“, sagt sie. In dieser grellen, lauten Zeit strahlen die Bilder von Gudrun Trendafilov eine wohltuende Ruhe, Innerlichkeit und Schönheit aus. „Besonders an ihren Arbeiten sind die zarten und innigen Begegnungen und Berührungen zwischen Menschen und Lebendigem, ob Tier oder Pflanze, die miteinander und mit dem Betrachter Zwiesprache halten in prägnanter Form“, sagt Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins Freital im Einnehmerhaus. Es ist auch eine Vorzugsgrafik, „Die Schlafende“ in der Ausstellung erhältlich, die noch bis 16. Dezember zu sehen ist.

Text + Fotos (lv)

Die Midissage mit Texten von Michael Wüstefeld und Geigenspiel von Steffen Gaitzsch findet am 25. November um 17 Uhr statt.

Öffnungszeiten: Do und Sa 10 – 17 Uhr, Fr und So 14 – 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de


„Schlafende“: Vorzugsgrafik zur Ausstellung von Gudrun Trendafilov im Einnehmerhaus Freital.

Die Künstlerin vor frühen Arbeiten aus den 1980er und 1990er Jahren.
Aus der Serie „Köpfe“, Algrafie

Frau mit Fischen, Algrafie

Frauen mit Mondsichel und Vogel, Algrafie


Vorfreude auf die Ausstellungseröffnung: Gudrun Trendafilov und Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins Freital im Einnehmerhaus.

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Ausstellung „Mittendrin II“ von Anita Rempe & Peter Pit Müller im Weinbaumuseum Hoflößnitz Radebeul

28 Samstag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Zwischenmenschliches

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Farbenreiche Fülle des Lebens

Opulente, filigrane und wandlungsreiche Bilderlandschaften zeigt die Ausstellung „Mittendrin II“ mit Malerei und Grafik von Anita Rempe und Peter Pit Müller im Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul.

Die Weinlese in der Hoflößnitz ist gerade abgeschlossen. Sonnengereift und prall locken und umgarnen die Trauben den Betrachter auch auf Leinwänden und Papier, laden zu Frohsinn, Genuss und stillem Verweilen ein beim Anblick der opulenten und wandlungsreichen Bilderlandschaften der Ausstellung „Mittendrin II“ mit Malerei und Grafik von Anita Rempe und Peter Pit Müller, Die Eröffnung mit viel Besucherresonanz fand kürzlich im Weinbaumuseum Hoflößnitz, Knohllweg 37, in Radebeul statt.

Stimmungsvolle Melodien und Chansons voller Charme, Leichtigkeit und Tiefe mit Anthony Heulin, Gitarre und Gesang und Rainer Promnitz am Cello waren passend zu den Bildern zu hören, eine besondere Entdeckung dieser Vernissage. Es ist die vierte und letzte Ausstellung dieser Saison und die schönste des Jahres an diesem Ort. Farbenreich, filigran und zerbrechlich schön in vorwiegend warmen und erdigen Farbtönen spiegeln die Arbeiten von Anita Rempe und Peter Pit Müller die Fülle des Lebens und der Natur, Werden, Wachsen, Vergehen und Neubeginn. „Es war ein sehr gutes Weinjahr und wir haben etliche neue Gäste, da so oft nach den Ausstellungsräumen gefragt wurde“, freute sich Museumsleiter Frank Andert bei der Eröffnung. Es gab hier schon eine Ausstellung mit dem Titel „Mittendrin“ von einem Malerei-Plenair in den Weinbergen.

Vor zwei Jahren zeigten die Erfinder dieses Formats André Uhlig und Peter Pit Müller gemeinsam ihre Arbeiten. Anita Rempe ist erstmals dabei. Zusammen und allein zogen sie und Peter Pit Müller malend und zeichnend in die Weinberge. Zu ihrer Überraschung stellten sie hinterher fest, wie manches in den Eindrücken und der Malweise sich ähnelt wie in den beiden Titelbildern auf dem Ausstellungsplakat. Vor grau, schemenhafter Weinbergkulisse leuchten an den wie tänzelnden, vom Wind bewegten, kahlen Reben die letzten Trauben im Herbstlicht. Von Anita Rempe sind groß- und kleinformatige, expressiv farbige Ölbilder mit dem weiß strahlenden Hoflößnitz-Gebäude, umgeben von hohen Bäumen und halbierter Zitrone, Trauben im Licht, rote Äste in der Abendsonne, „Strippen“ und „Orangenes Geflecht“ in den Weinbergen zu sehen. Außerdem eine Serie Zeichnungen mit Kohlestift auf Papier „Im Weinberg“, die Umrisse von Rebstöcken, knorriges Geäst durchzogen von roten Linien wie Drähten oder Lebensadern darstellen und einen Weidenbaum, dessen Zweige vielfarbig in der Wintersonne aufscheinen.

Anita Rempe wurde 1965 in Magedeburg geboren, sie absolvierte ein Diplomstudium für Gebrauchsgrafik und Illustration, arbeitete als freie Trickfilmzeichnerin und betreute nach einer Ausbildung in Kunstherapie verschiedene Kunstprojekte u.a. in der Kinderarche Sachsen und im betreuten Wohnen für chronisch psychisch kranke Menschen in Coswig. Seit 2020 arbeitet Anita Rempe vor allem als freischaffendende Künstlerin im Fischerdorf bei Gauernitz an der Elbe. Sie war ebenso wie Peter Pit Müller einige Jahre von 2000 bis 2005 Mitglied der Künstlergruppe „Oberlicht“ in Radebeul. Er wurde 1956 in Leipzig geboren, hat nach einer Lehre als Maler für Glas und Keramik dann Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule studiert und arbeitet seit 1982 als freiberuflicher Maler und Grafiker in Radebeul. Außerdem ist er nach einem Studium der Kunsttherapie seit 2001 auch als Kunsttherapeut tätig.

Er zeigt ebenfalls Ansichten der Weinberge in Radebeul im wechselnden Licht und Jahreszeiten. Da führen Stufen ins Endlose, wolkenweiß Federleichte inmitten grüner Reben. Da schimmert roséfarben der Eiswein im Herbstlicht, sieht man wunderbar von schwebenden Nebeln, alles umfassender Weite eingehüllt die Weinhänge und Weinlaub vom Mondlicht beschienen. Traumverwobene Bilder, die an Landschaften von Caspar David Friedrich erinnern. Unter etlichen Bildern von Peter Pit Müller stehen schon rote Punkte von Kaufinteressenten. Kräftige und pastellene Farbtöne fließen zusammen, die Linien fein nuanciert von Baumzweigen, Gräsern, Trauben und den Umrissen von Gebäuden oberhalb der Weinhänge. Die Sehkraft des Malers lässt nach durch eine Erkrankung und wird dennoch durchs Malen trainiert. Mit geübter Hand und mit Hilfe von Lupenbrille und Vergrößerungsglas und ungebrochener

Faszination für alles Rebende, urwüchsig Lebendige gewinnen seine neuen Arbeiten noch stärker an Ausdrucks- und Farbkraft. Im Kontrast dazu sind einige Kohlezeichnungen von ihm vom Weinberg „Goldener Wagen“ mit Spitzhaus und Bismarckturm sowie einige Acrylbilder vom Weinanbau in La Geria auf Lanzarote zu sehen. Schwarze Aschelandschaft und mittendrin kleine grüne Flächen mit Weinreben. Eine gelbe Kugel erhebt sich auf dunklem Gestein als „Weinlicht“. Die Ausstellung von Anita Rempe und Peter Pit Müller ist noch bis 10. Dezember im Hoflößnitz Radebeul zu sehen.

Text + Fotos lv)

Geöffnet: Di bis So von 10 bis 18 Uhr.

http://www.hofloessnitz.de


Dem Glücklichen lacht jede Stunde: Der Maler Peter Pit Müller mit seiner Mutter nach der Ausstellungseröffnung.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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