Leipziger Buchmesse: Fachprogramm für Autoren & Wege zum Bucherfolg

Schreiben, Gestalten, Vermarkten: Von Erfahrungen profitieren

autoren@leipzig – Fachprogramm für und von Autoren

Die Geschichte ist blendend. Der Erzählstil hinreißend. Doch leider reicht dies oft nicht allein, um sich am Markt durchzusetzen. Erfolgsautoren, Buchmarktexperten oder Marketinggurus informieren im Fachprogramm der Leipziger Buchmesse für Autoren – autoren@leipzig – über die Wege zum Bucherfolg.

Im Fachprogramm von und für Autoren der Leipziger Buchmesse autoren@leipzig finden angehende und erfahrene Wortkünstler während der gesamten Messelaufzeit Wissenswertes über das Schreiben und Publizieren. Das Themenspektrum der vielfältigen Veranstaltungen reicht vom Schreibkurs über das Training des Selbstbewusstseins oder der Social Media Kompetenzen bis zur Wahl des jeweils passenden Publikationsweges. Branchenexperten erläutern die Vor- und Nachteile von Self-Publishing und Verlagsverträgen. Marketingexperten zeigen Vermarktungsmöglichkeiten für Einzelkämpfer auf oder informieren über die Zusammenarbeit mit den Marketing- und Presseabteilungen der Verlage. Coaches geben Tipps zu überzeugenden Klappentexten oder erfolgreichen Online-Kampagnen.

Was können Autoren in Verhandlungen mit Verlagen fordern und was ist bei der Zusammenarbeit mit Lektoren zu beachten? Wann ist es sinnvoll, Bücher um eine Virtual und Augmented Reality zu erweitern? Ist Science Publishing eine Veröffentlichungsalternative im Hochschulsektor? Dies sind nur einige der Fragen, auf die Autoren in Leipzig Antworten finden. Neben Experten beteiligen sich Autoren, die bereits Bücher veröffentlicht haben und andere von ihren Erfahrungen profitieren lassen wollen, am Programm. Zudem stellen Autoren sich und ihre Werke auf der Leseinsel Autorengemeinschaftspräsentation in Halle 5 vor.

Leipziger Autorenrunde mit Bestseller-Autor Markus Heitz

Zum siebten Mal in Folge richtet Leander Wattig gemeinsam mit der Leipziger Buchmesse die Leipziger Autorenrunde aus.
Am 23. März können sich Autoren klassischer und neuer Verlage, etablierte und Jungautoren, Self-Publisher, Blogger, Texter und Publizisten von 10:00 bis 17:00 Uhr mit Autoren und Branchenexperten in 54 hochkarätig besetzten Tischgesprächsrunden austauschen. In diesem Jahr hält Fantasy-Bestseller-Autor Markus Heitz (Droemer Knaur) die Keynote. Er berichtet von seinem Weg auf die Bestsellerlisten. Erfolgreiches Publizieren steht auch auf der Agenda der weiteren Referentinnen und Referenten der Leipziger Autorenrunde. Hierzu gehören Experten wie Friederike Diaz, Head of Amazon Publishing DE, Diana Hillebrand, Schriftstellerin und Schreib-Dozentin, Hauke Hückstädt, Leiter Literaturhaus Frankfurt, und Kristine Listau, Verlegerin Verbrecher Verlag, oder Monika Pfundmeier, Autorin und Gewinnerin des Deutschen Selfpublishing Preises 2018. Die Tischrundengespräche drehen sich beispielsweise um Leserbindung dank guter Lesungen, spannendes Schreiben, das „perfekte“ Cover oder die erfolgreiche Suche nach dem „richtigen“ Lektor oder Verlag.

Details zum Programm der Leipziger Autorenrunde erfahren Interessierte hier.

Meet & Greet: Der schnellste Weg zum Buchprojekt

In zehn Minuten zum Buchprojekt? Zum Meet & Greet Speeddating haben Autorinnen und Autoren, Verlage und Literaturagenturen wieder die Gelegenheit, im Rahmen eines Speedmeetings gemeinsam neue Buchprojekte zu planen. Am Sonntag, den 24. März (10.15 Uhr bis 13 Uhr) geht das Meet & Greet Speeddating des Bundesverbandes junger Autoren und Autorinnen (BVjA) und der Leipziger Buchmesse in seine fünfte Runde. Autoren konnten sich im Vorfeld der Messe für maximal drei Treffen mit Verlagsvertretern bewerben.

Das vollständige Fachprogramm autoren@leipzig finden Interessierte hier.

Öffnungszeiten und Preise

Die Leipziger Buchmesse in Verbund mit der Manga-Comic-Con öffnet vom 21. bis 24. März täglich von 10 bis 18 Uhr. Tickets gibt es seit dem 5. Dezember im Online-Shop. Früh sein, lohnt sich, denn das spart gegenüber den Tageskarten nicht nur bares Geld, sondern auch Wartezeit in langen Schlangen.

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und „Leipzig liest“ – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC) in Halle 1. Parallel dazu findet die 25. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Ausstellung „Realität ist heilbar“ von Thomas Kleemann in der Galerie Ines Schulz

Thomas Kleemann
REALITÄT IST HEILBAR

Haben Bilder die Aufgabe Realität abzubilden oder sind sie vielmehr in ihrer physischen Präsenz selbst Realität? In der neuen Ausstellung „Realität ist heilbar“ mit Werken von Thomas Kleemann aus Berlin haben wir die Möglichkeit, diese Ambivalenz zu ergründen.

Malerei
08.03.–06.04.2019

INES SCHULZ • CONTEMPORARY ART
Obergraben 21, 01097 Dresden

Die Ausstellungseröffnung findet am Donnerstag, den 7. März 2019, um 19 Uhr statt.
Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Der Künstler über seine Arbeiten

Realität ist heilbar

Dieser Sinnspruch stammt aus der Netflix-Serie „Maniac“, die die menschliche Psyche ergründet und in der die Protagonisten als Probanden einer Pharma-Studie Drogen ausgesetzt werden, die versprechen alle Neurosen, Depressionen und Traumata zu heilen. Die Darsteller befinden sich hierbei immer wieder zwischen Schein und Wirklichkeit.

Dieser spekulative Satz  – Realität ist heilbar. – inspiriert in anderer, spezieller Weise auch meine aktuelle Malerei.

Meine Arbeiten stellen nicht die heikle Frage wie Realität wiederzugeben sei – die Glaubwürdigkeitsfalle des heutigen Bildjournalismus im Zeitalter von Fake News – sondern: wie man sie herstellt.

Meine Bilder zeigen – von der Malerei erzeugte – Realität.

Die Werke bewegen sich im Spannungsfeld von Wahrnehmung und Erfindung. Sie illustrieren nicht die Welt da draußen, sie schaffen originäre Bildgefüge und bleiben dabei eng mit den bildnerischen Möglichkeiten auf der Bildfläche und deren Imaginationspotential verbunden. So entstehen pastose, reliefartige Werke, die der Wirklichkeit Referenz erweisen ohne dabei ihr ureigenes Bildsein zu verlieren.

Dahinter steht auch das Anliegen – dem Wahnsinn hässlicher, brutaler Bilderfluten, dem wir täglich ausgesetzt sind, durch die Malerei etwas Hoffnungsvolleres, Eigenes entgegen setzen zu wollen. Z.B. in der Serie: Optimisten des Willens, habe ich nicht den eilfertigen Euphemismus (Susan Sonntag) im Sinn, sondern viel mehr bemühe ich mich, in der Abstraktion des Bildgefüges eine autonome Bildwirklichkeit zu schaffen, die auch eine Idee der in Ungnade gefallenen Schönheit offenbart.

Es formen sich Bilder – keine Abbilder. Und darin liegt ihre Chance, die Malerei zeigt der Welt: Realität ist heilbar.

Berlin, im Januar 2019

Thomas Kleemann

Copyright © 2019, INES SCHULZ • CONTEMPORARY ART
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INES SCHULZ
CONTEMPORARY ART

Obergraben 10+21
01097 DresdenTel:  0351–801 22 43
Mobil: 0170–475 71 88
info@galerie-ines-schulz.de
www.galerie-ines-schulz.deMontag–Donnerstag 10.00–18.30 Uhr
Freitag 10.00–18.00 Uhr
Samstag 11.00–16.00 Uhr.

 

Erste Yoga Conference Dresden: Eine Balance aus Kraft und Weichheit finden

Ausflüge in Achtsamkeit, Selbstliebe und weibliche Power auf der Matte

Inhalt und Qualität der Angebote waren sehr unterschiedlich auf der ersten Yoga Conference Dresden. Hier ein Rückblick auf besonders berührende und inspirierende Begegnungen.

„Yoga ist das zur Ruhe bringen der Bewegung im Geist“, steht auf einem kleinen Tischbild im Foyer. Der Geist darf sich zurücklehnen und zuschauen, während wir das tun, wonach uns gerade der Sinn steht. Sehen und auf das hören, was Körper und Seele uns sagen, wenn wir sie gewähren lassen. Dazu luden verschiedene Angebote ein am Wochenende auf der ersten Yoga Conference Dresden.

Der Sonnabend beginnt mit einer Yogastunde zu Selbstliebe mit Ina Bellmann, Yogalehrerin und Initiatorin der ersten Yoga Conferenz Dresden. Es geht um die Verbindung zu uns selbst. Wie wir mit anderen und uns umgehen. Liebe und Anerkennung oft im Außen suchen, statt sie uns selbst zu geben, als sei dies weniger wert. Warum ist das so? Weil unser inneres Selbstbild ein anderes ist als es von außen scheint, wir meinen nicht zu genügen und unser strengster Kritiker sind. Sich das bewusst machen, aus dem Widerstand gehen und sich selbst akzeptieren wie man ist, ist der erste Schritt zur Selbstliebe. Yoga kann dabei helfen, sich selbst (wieder) näher zu kommen und kennenzulernen im Kontakt mit dem Körper. Dazu zeigt uns Ina Bellmann Übungen, die den Brust- und Herzraum öffnen und weiten. Die Arme strecken sich in die Höhe und in Seitbeuge, Körperdrehungen versinnbildlichen die nicht nur geraden Wege im Leben.

Wir legen eine Hand aufs Herz, fühlen hinein und hören zu leiser, meditativer Musik Kraftsätze, was wir alles sein können, wenn wir es nur zulassen: „Frei durchs Leben tanzen und still in uns ruhen“, „Du  bist ein Wunder, umgeben von anderen Wundern“, „alles mit Liebe tun“…

Zu Selbstliebe gehört Geduld, Mitgefühl für sich selbst und Mut zu sich zu stehen, um andere Menschen frei und bedingungslos lieben zu können. Sich mit sich selbst wohlzufühlen und auch den Schatten zu begegnen. „Du bist alles und nichts“, so Ina Bellmann. Das beflügelt und erdet zugleich, macht gelassener.

Teils hatte man aber auch den Eindruck, dass der Begriff Yoga heute für alles mögliche herhalten muss und nicht mehr viel mit der ursprünglichen Bedeutung zu tun hat. Yoga mit Pilatis, kurz Yogilatis mit Maria Lösch, einer Physiotherapeutin, ging für mich gar nicht zusammen. Bei ihr sah es mehr nach Fitnessstudio aus, es lagen lange Rollen und eine Art Surfbretter bereit, auf die man sich mal setzen, mal mit dem Rücken legen und auf und ab gleiten bzw. hin und her rollen sollte, dazu gleichzeitig sich auf den Atem konzentrieren und die Bewegungen mit der Rolle koordinieren. Mehr Stress als Entspannung, wo bleibt da der Spirit des Yoga?! Wer auf Schmerzpunkte im Körper stieß, den beruhigte sie mit: „Das wird irgendwann besser…“ Mir tat hinterher der Rücken weh, während ich vorher keine derartigen Schmerzen hatte.

Es gab außerdem einen Workshop zu Thai Yoga Massage, „Yoga – Lotus Love“ und „Espresso Shot-Yoga“ statt Café, was auch immer dabei geschah.

Achtsamkeits-Yoga – Sich mit seiner Kraft verankern

Hingegen tat mir das anderthalbstündige Yoga „Mindful Flow“, noch einmal mit Yoga-Lehrer Timo Wahl, am Sonnabend nachmittag richtig gut. Der große Raum war wieder voll. Es ging um Achtsamkeit beim Yoga. „Das heißt aber mehr als bloße Aufmerksamkeit, man kann jemanden auch achtsam auf den Kopf schlagen“, sagt er lakonisch. „Sondern es geht um die Qualität, sich bewusst zu werden, was ist jetzt im Moment gut für mich, um sich mit seiner eigenen Kraft  zu verankern, beweglicher und geschmeidiger zu werden.“

Er erklärt sehr akribisch, manchmal einen Tick zu ausführlich und lässig-humorvoll, worauf es ankommt bei achtsamem Yoga. Was es braucht für Selbststabilität. „Wie stark muss ich in die Kraft gehen und wo kann ich loslassen?“ Achtsamkeit drücke sich im Yoga in der Form aus, in Weichheit, Entwicklung, Wachstum. „Also braucht es eine gute Balance aus Beidem, Kraft und Weichheit.“ Es gehe auch darum, sich Widerstände im Körper anzuschauen, wo man ihnen ausweiche. Die Yogapraxis könne auch von Ängsten vor dem Unbekannten, das wir nicht kennen, befreien.

Der Atem wird zum Anker, der uns Halt gibt bei den Übungen, bei denen wir den Raum in und um uns herum ausloten, Begrenzungen wahrnehmen, den Widerstand spüren und den Punkt finden, der zu uns passt, Stabilität gibt und Verspannungen im Körper löst. Was für einen Atem braucht ihr, aktiv oder passiv, kurz oder lang?, fragt Yogalehrer Timo Wahl. Es geht um Anerkennen dessen, was gerade ist. „Wenn wir immer drüber bügeln, spüren wir gar nicht mehr, wann wir Ruhe brauchen. Das zuzulassen, ist eine hohe Kunst.“

Abschließend singt Timo Wahl zur Gitarre ein Lied für uns, sanft, leise und innig klingt diese Berührung durch Töne lange nach, denen wir liegend auf unseren Matten lauschen.

Shakti Yoga – Weck deine innere Göttin und sei  die Frau, die du bist

Ein besonderes Erlebnis war auch das Yoga mit Shakti Dance – eine Reise zur Göttin in jeder Frau, die wir zusammen mit Stine Lethan zum Leben erweckten. Sie ist als Yogalehrerin und Tänzerin in Berlin tätig. Mit viel Freude und Übungen voll weiblicher Power und Sinnlichkeit ging es darum, die Frau zu entdecken, die wir sind hinter den vielen Rollen und Verhaltensmustern, den anerzogenen und erlernten in Familie, Schule, Beruf, Beziehungen, und unser ureigenes Wesen zu erkennen. Das geschieht mit fließenden, kreisenden, kraftvollen, energiegeladenen Bewegungen. Zuerst  verbinden wir uns mit Mutter Erde, indem wir die Hände auf den Schoß legen und tief hinein atmen, die Beine fest auf dem Boden. Wir ver- und entknoten und schütteln die Glieder, Stine feuert uns an, alles abzuschütteln und rauszulassen mit Löwenatem, was wir nicht sind. Wir stellen uns zum „Krieger I und II“ auf, der für die vielen Lebenskämpfe steht. Mal recken wir senkrecht unsere „Kaktusarme“, mal rollen wir unseren Oberkörper ein wie Katzen, mal verschränken wir die Hände wie Adlerflügel vor dem Herz. „Wir müssen den Mut haben, im Dunkeln zu sein, in die Tiefen unseres Herzens schauen und die Tür dahinter zu öffnen“, sagt Stine Lethan. „Wir müssen selber brennen, um Licht in anderen zu entzünden.“ Mit unserem Becken rütteln wir Kundalini wach, die als Symbol für Lebenskraft am unteren Rücken schlängelt, atmen tief und weiten unseren Herzraum. „Gut umrühren!“, sagt Stine, während unsere Hüften intensiv nach beiden Seiten kreisen, der Körperteil, in dem unsere Beziehungen gespeichert sind, weiß sie.         

Begleitet von einem Lied der indischen Göttin Kali, die Zerstörung und Transformation symbolisiert, schütteln wir ab, was wir nicht mehr wollen. Dann tanzen wir übermütig zu kraftvollen Klängen im Raum umher. Jede Frau stellt sich einer anderen gegenüber, betrachtet das Schöne, Verletzliche, sich selbst im anderen und die würdevolle Göttin.
Wir umarmen uns, legen uns mit dem Kopf zur Kreismitte, halten uns an den Händen und spüren die geballte weibliche Kraft, die aus der Gemeinschaft und Miteinander erwächst. Stine Lethan kommt übrigens zu zwei Workshops, mit jeweils zweistündiger, geführter Yoga-Reise zum inneren Wesenskern am 6. April ins Studio Yogarausch nach Leipzig (10 – 12 Uhr, Energetic Detox, 13.30 – 15.30 Uhr Insidebody-Flow).

Hinter mir liegen zwei bewegende und bewegungsreiche Yoga-Tage mit vielen schönen Momenten, von den vielen „herabschauenden Hunden“ und anderen Figuren auf der Matte, unzählige Male ausgeführt, ist mein Körper noch schwindlig, sortiert sich neu. Doch ich fühle mich auch leicht und erfrischt, der Geist ruhig und klar, geerdet. Ich will Yoga ab jetzt stärker in meinen Alltag integrieren, um in meiner Kraft zu bleiben. Inspiration dafür bekam ich genug auf der ersten Yoga Conference Dresden, die hoffentlich eine Fortsetzung findet.

Text + Fotos (lv)

Erste Yoga Conference Dresden: „Flieg in den Lotusssitz“


Raus aus dem Kopf, ins Bewegen und Spüren des Körpers. Was passiert in unserem Inneren, an welchen Stellen und was verändert sich hinterher? Das kann jeder erkunden und ausprobieren bei der 1. Yoga Conference Dresden.

Schwebende Leichtigkeit

Opening Class: „Raus aus dem Kopf“, lautete das Motto der Session mit Timo Wahl (Vinyasa Flow), mit der die erste Yoga Conference Dresden am Freitag abend im NH-Hotel am Altmarkt eröffnete. Ein ganzes Wochenende lang lockt für Einsteiger ebenso wie für Fortgeschrittene eine Fülle an Angeboten rund um die indische Weisheitslehre, bei der es darum geht, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. In Workshops und Meditationen werden verschiedene Stilarten vermittelt, ergänzt durch Vorträge zu Ayurveda und Vitalkost. Außerdem erhält jeder Teilnehmer eine helle Stofftasche, auf der Yoga-Stellungen abgebildet sind, gefüllt mit Kostproben und Entspannungsmitteln von Yogatee, Kraftfood, Räucherstäbchen bis zum Yoga-Magazin.

Der Raum ist gut gefüllt zur Eröffnungssession. Wobei deutlich mehr Frauen als Männer ihre Yogamatten ausrollen. Man kann viel über Yoga erzählen, doch man kann es nur selbst erfahren, sagt Timo Wahl. Der 47-Jährige praktiziert seit 25 Jahren Yoga, ist Buddhist und einer der bekanntesten Lehrer deutschlandweit mit seinem Studio in Frankfurt/Main. Man kann sich einer Sache auch mit Humor ernsthaft widmen, lautet seine Devise. Manches hört sich kinderleicht an, ist es aber beim Tun nicht, wie einfach darauf vertrauen, dass die eine Hand einen schon trägt, während man halb gebückt auf einem Bein stehend das andere nach hinten hoch streckt. Das war recht wackelig. Den Sonnengruß, Baum und Kerze habe ich eine Weile zugegeben nicht ausgeführt. Alles schöne, sanfte Gleichgewichts-Übungen.

Beim Yoga geht es auch gar nicht darum, eine Leistung abzuliefern. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, keine Bewertung. „Es kommt nicht darauf an, möglichst schön und perfekt die Übungen auszuführen, sondern sich selbst mit seinem Körper zu spüren“, so Timo Wahl. Egal auch, wie lange oder wie hoch der Nachbar eine Figur hält, ob man ihn übertrifft oder nicht. „Man ist ohnehin nur synchron mit seinem eigenen Atem und sich selbst.“ Wichtig sei die Präsenz im Moment,  wahrnehmen, aufnehmen, annehmen. Was in einem ist und den Raum um uns herum. Das tun, was einem gerade gut tut und sich gut anfühlt. Das zu hören, entspannt schon sehr.

„Wie weit die Füße tragen und wie tief man sich hineinbegibt ins Yoga, bestimmt jeder selbst“, sagt Yoga-Lehrer Timo Wahl. Wir recken, strecken und dehnen uns, heben und senken Arme und Beine, gehen in den herabschauenden Hund, gleiten auf den Boden, richten uns wieder auf, gehen in die Position des Kriegers mit ausgestreckten Armen, bewegen uns mal mit offenen und geschlossenen Augen und versuchen dabei noch zu lächeln. Atmen ein und aus, tief in den Bauch bis der Atem weich und ruhig ist, legen eine Hand, mit der wir jemanden streicheln würden auf den Bauch und die andere Hand auf das pochende Herz. Umfassen auf dem Bauch liegend mit den Händen die Füße in Rückbeuge. Abwechselnd an- und entspannen heißt es auch für Po und Beckenboden.

Durch das mehrmalige Wiederholen der Übungen gehorcht der Körper bald von selbst, wird der Kopf immer freier, kommen wir immer mehr bei uns an. Können die Schultern locker und den Kopf buchstäblich hängen lassen, im positiven Sinne. Auf dem Rücken liegend schließlich alles loslassen, nichts mehr tun, einfach nur sein. Eine tief beglückende, lebendige Stille, die einen selbst und zugleich alle anderen im Raum ergreift und verbindet. „Flieg in den Lotussitz“, ruft Timo Wahl nach der Abschlussübung mit humorvoller Leichtigkeit.

Die Yoga Conference dauert noch bis 3. März.
Anmelden dafür kann man sich online unter http://www.yogaconferencedresden.com/tickets

Text + Fotos (lv)


Schwebende Leichtigkeit. Installation am Treppenaufgang im Hotel, wie geschaffen für die Yoga Conference.

Theater-Gastspiele im Schauspielhaus: „Warten auf Godot“ & „Der Auftrag – Erinnerung an eine Revolution“

„Warten auf Godot“ von Samuel Beckett. Gastspiel Deutsches Theater Berlin. Im Bild: Wolfram Koch, Samuel Finzi, Christian Grashof, Andreas Döhler.  Foto: Arno Declair

„Der Auftrag – Erinnerung an eine Revolution von Heiner Müller“. Gastspiel Schauspiel Hannover, eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Im Bild: Daniel Nerlich, Corinna Harfouch, Janko Kahle, Sarah Franke, Hagen Oechel. Foto: Katrin Ribbe

Besondere Theaterstücke auf der Bühne

Der März beginnt im Staatsschauspiel Dresden mit einer Uraufführung der Bürgerbühne am 9. März 2019, 19.30 Uhr im Kleinen Haus 1. Ein außergewöhnliches Projekt des Autors Dirk Laucke und des Regisseurs Jan Gehler befasst sich mit einer Stadt ganz in der Nähe von Dresden. Früher war alles, Geschichten von Träumen und Abwicklungen aus Freital heißt die Produktion der Bürgerbühne, die in Kooperation mit der Großen Kreisstadt Freital entsteht. Seit 2015, als die Schlagzeilen über Anschläge auf Asylsuchende in Freital die Zeitungen füllten, kämpft die Stadt mit dem negativen medialen Bild. Die Bürgerbühne beauftragte den Autor Dirk Laucke, ein dokumentarisches Stück zu schreiben, das hinter die Schlagzeilen blickt. Auf dieser Textgrundlage entsteht ein Theaterstück, dessen Protagonist*innen eines eint: Sie hinterfragen angebliche Gewissheiten und ecken an. Besetzt sind die Rollen mit Freitaler Bürger*innen, so dass die Grenzen zwischen Realität und Fiktion weiter verschwimmen.

In der Reihe „Theater zu Gast in Dresden“ freuen wir uns auf ein Gastspiel des Deutschen Theater Berlin, entstanden in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Warten auf Godot von Samuel Beckett, in einer Inszenierung von Ivan Panteleev, ist am 2. (19.30 Uhr) und 3. März 2019 (19.00 Uhr) im Schauspielhaus zu sehen.

Am 16. März 2019, 19.30 Uhr, ist Gelegenheit, Der Auftrag – Erinnerung an eine Revolution von Heiner Müller im Schauspielhaus zu genießen, ein Gastspiel des Schauspiels Hannover, ebenfalls entstanden in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Die Erfolgsproduktion von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner gastierte u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Residenztheater München, beim Prager Theaterfestival deutscher Sprache, beim Festival TEART in Minsk, Belarus und bei den Wiener Festwochen. Wir freuen uns, dass Corinna Harfouch, die in Der Auftrag zu sehen ist, in dieser Spielzeit noch ein weiteres Mal im Dresdner Schauspielhaus auf der Bühne stehen wird. Am 16. und 17. Juni 2019 in einem Gastspiel des Deutschen Nationaltheaters, dann gemeinsam mit Susanne Wolff in der Titelrolle von Macbeth von William Shakespeare.

Einer der Höhepunkte des Theaterlebens in Dresden steigt am 30. März: Dann öffnen wieder mehr als 20 Theater ihre Pforten, um von 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr zur 8. Langen Nacht der Dresdner Theater einzuladen. Der zentrale Vorverkauf beginnt am 8. März um 10.00 Uhr im Foyer des Schauspielhauses.

Das Staatsschauspiel Dresden präsentiert in diesem Jahr Ausschnitte aus dem Kinder- und Familienstück SOPHIE IM SCHLOSS DES ZAUBERERS, GEÄCHTET, TOD EINES HANDLUNGSREISENDEN, und CIRCUS SARRASANI  auf der großen Bühne des Schauspielhauses. Im Kleinen Haus zeigen wir BIEDERMANN UND DIE BRANDSTIFTER, FRÜHER WAR ALLES, MIT FREUNDLICHEN GRÜSSEN EURE PANDORA, OPERATION KAMEN, BILDER OHNE LILA und DIE VERWANDLUNG. Doch nicht nur in den Sälen des Hauses, auch auf den Probebühnen erwartet Sie ein spannendes Programm! Und auch in diesem Jahr freuen wir uns auf die Hochschule für Musik und Ausschnitte aus GIANNI SCHICCI oder DER ARME MATROSE. Als krönenden Abschluss der Langen Nacht laden wir Sie ab 24.00 Uhr (Einlass 23.30 Uhr) wieder auf die Bühne des Schauspielhauses ein zum Tanz unterm Sternenhimmel.

Das detaillierte Programm steht unter www.lange-nacht-der-dresdner-theater.de.

Text: Gertrud Aringer/Staatsschauspiel Dresden

www.staatsschauspiel-dresden.de

 

Das Staatsschauspiel Dresden und die Semperoper Dresden bilden gemeinsam die Sächsischen Staatstheater.

 

Namaste! Erste Yoga Conference Dresden


Anmut & Power: Yoga beim Palais Sommer in Dresden


Yoga macht glücklich: Ina Bellmann, die Initiatorin der 1. Yoga Conference Dresden

Dresden sagt Namaste!

Im März dreht sich bei der ersten Yoga Conference Dresden alles um mehr Balance im Alltag.

Premiere in Elbflorenz: Vom 1. bis 3. März findet die erste Yoga Conference Dresden statt. Ein ganzes Wochenende dreht sich dann alles um Yoga, Meditation, Gesundheit, Ernährung und Glückseligkeit. In 46 Workshops und Vorträgen teilen deutschlandweit bekannte Yogagrößen ihr Wissen ebenso wie regionale Lehrer. Die Yoga Conference Dresden richtet sich dabei an Anfänger ebenso wie an Profis. Schon jetzt gibt es zahlreiche Anmeldungen aus ganz Deutschland.

Chakren und Faszien Yoga, Meditation, Ayurveda, Vitalkost und vieles mehr – neben verschiedenen Yogastilen werden auch Meditation, Anatomie, Glück, Selbstliebe und gesunde Ernährung thematisiert. Die Teilnehmer können dabei frei wählen, an welchen Programmpunkten sie teilnehmen möchten. „In einer Welt des ‚Höher. Schneller. Weiter‘-Prinzips suchen immer mehr Menschen Ausgleich und Entlastung. Alle, die sich für einen gesunden Lebensstil und mehr Balance im Leben interessieren, werden an diesem Wochenende fündig. Egal, ob Einsteiger oder Fortgeschrittener, Hobby-Yogi, Yogalehrer, Therapeut: Alle werden ihr Wissen vertiefen und die eigene Yogapraxis erweitern“, verrät Ina Bellmann (35), die die Yoga Conference ins Leben gerufen hat.

Für die Gründerin der Yoga Conference dreht sich mittlerweile alles um Yoga: 13 Jahre lang war sie Marketing- und Eventmanagerin. „Dann absolvierte ich nebenbei die Ausbildung zur Yogalehrerin und das hat mein ganzes Leben und Denken verändert“, so Bellmann. Um eine Veranstaltung dieser Art zu erleben, musste man bisher weit reisen – Hamburg, Frankfurt oder München zum Beispiel. „In Dresden gab es zwar einzelne Wochenendworkshops mit einem Lehrer, aber nie eine Auswahl aus verschiedenen Workshops. Irgendwann habe ich mich gefragt, wieso denn keiner so etwas bei uns veranstaltet, denn das Interesse daran ist groß. Also habe ich mir gesagt: Ich bin erfolgreich mit Events und Yoga, also kreiere ich einfach selbst das Event, das unserer Stadt fehlt. So entstand vor rund einem Jahr das Konzept der Yoga Conference Dresden“, berichtet Ina Bellmann.

Die erste Yoga Conference Dresden findet nun vom 1. bis 3. März im NH-Hotel am Altmarkt statt. Das Programm ist vielversprechend und vielseitig: Deutschlandweit bekannte Yogagrößen wie Timo Wahl, Stine Lethan, Martin Schultka, Irina und Valentin Alex sowie Christina Lobe unterrichten ebenso wie regionale Lehrer. Unter ihnen auch die Yogis der ersten Stunde aus Dresden, wie zum Beispiel Cornelia Groß von Medita. An zweieinhalb Tagen werden 46 verschiedene Workshops angeboten, bis zu sechs Kurse täglich können die Teilnehmer besuchen. In den Pausen erwartet die Teilnehmer ein breites Spektrum an flankierenden Produkten auf dem Yoga-Markt präsentiert von nachhaltigen Partnern. „Die Nachfrage ist groß, wir haben bereits zahlreiche Anmeldungen aus ganz Deutschland“, verrät die Initiatorin der ersten Yoga Conference Dresden.

Weitere Informationen zum Event sowie Tickets gibt es auf der Webseite www.yogaconferencedresden.com

Text: meeco Communication Services GmbH
Fotos: Ina Bellmann

Ein Leben mit Büchern – Alberto Vigevani

Am 23. Februar  jährte sich der Todestag des italienischen Autors, Verlegers und Buchhändlers Alberto Vigevani (1918 – 1999) zum zwanzigsten Mal.  Im Gespräch erinnert sich sein Sohn Marco Vigevani an das Aufwachsen zwischen Bücherstapeln, gemeinsame literarische Vorlieben und daran, wie die Flucht vor den Faschisten im Leben des Vaters nachhallte.
Marco Vigevani. Foto: privat
Marco Vigevani, Ihr Vater Alberto hat sein Leben den Büchern gewidmet. »Die Bücher sind wohl mein Schicksal«, sagte er.

Wie wächst man auf als Kind eines Bibliomanen?

Wie wächst man als Kind eines Försters auf? Von Bäumen umgeben! So war es auch bei uns zu Hause: Eine ganze Etage unserer Wohnung war der Bibliothek gewidmet. Wenn ich den Vater in seinem Büro in der Stadt aufsuchte, befand ich mich in einer antiquarischen Buchhandlung umgeben von mysteriösen, ledergebundenen Werken. Oder, falls er im Verlag war, von Stapeln frischgedruckter Exemplare einer Neuausgabe, fertig für die Spedition. Nach seiner täglichen Siesta schloss sich mein Vater in seinem Studio ein, von dort sickerte stundenlang das Klack-Klack der Triumph-Schreibmaschine bis in mein Schlafzimmer. Wenn er fertig mit dem Schreiben war, gab er mir öfter die wenigen Seiten zu lesen, die er gerade zum x-ten Mal korrigiert und poliert hatte. Ein- oder zweimal im Monat kamen Gäste zum Abendessen, darunter auch befreundete Schriftsteller und Dichter. Als Jugendlicher half ich beim Servieren, durfte von meinen Studien erzählen und an der allgemeinen Konversation teilnehmen.
Lesen, schöne moderne oder antike Bücher durchzublättern und zu bewundern, über das Gelesene zu diskutieren, gehörte bei uns zum Alltag. Trotz alledem hat mein Vater mich nie zu einer literarischen, verlegerischen oder buchhändlerischen Karriere angeregt, es war wahrscheinlich einfach die Umgebung, der »Wald«, der auf mich wirkte.Die erste Buchhandlung Ihres Vaters, La Lampada, war während der faschistischen Diktatur eine Anlaufstelle für Oppositionelle, 1943 floh er ins Schweizer Exil.

Wie haben diese Erfahrungen das literarische Werk Ihres Vaters beeinflusst?
Das ist schwer zu beurteilen. Sicherlich waren die rassistische Verfolgung, das Ausharren in Mailand unter dem Bombenhagel, die Flucht in die Schweiz mit seiner jungen Ehefrau und dem sechsmonatigen Kind prägende Erfahrungen seines Lebens. Die Sorgen um das Brot – im weitesten Sinne des Wortes – und überhaupt um die Familie waren für ihn immer präsent. Es gab eine existentielle Angst, dass all das schwer Errungene – im privaten aber auch im öffentlichen Leben – wieder verlorengehen könnte.Vielen der Helden Ihres Vaters begegnen wir in ihrer Reifezeit. Auch der Erzähler Giacomo in »Sommer am See« steht an der Schwelle von der Kindheit zum Erwachsenenalter.
Welche Rolle spielten diese Jahre für Ihren Vater?
Mein Vater hat seine Mutter wenige Monate nach seiner Geburt an die spanische Grippe verloren, und sein innig geliebter Vater starb, als er kaum 18 Jahre alt war. Die frühen Lebensjahre und die Reifezeit waren der Kern und der Keim sowohl seines Lebens als auch seines literarischen Schaffens. Nicht von ungefähr war Proust sein literarisches Vorbild.In Ihrer Familie ist der Apfel nicht weit vom Stamm gefallen – Sie sind heute Literaturagent.
Welche literarischen Vorlieben haben Sie von Ihrem Vater übernommen?
Viele, sehr viele. Die großen jüdischen, zum Teil amerikanischen Schriftsteller wie Bellow, Malamud, Roth, die beiden Singer aber auch Thomas Mann, Kafka, Joseph Roth, Celan, Canetti und viele andere. Nur für Proust kann ich mich bis heute nicht begeistern, obwohl ich mehrmals versucht habe, die Recherche zu lesen. Mein Vater war auch ein leidenschaftlicher Leser von Geschichtsbüchern: Bloch, Braudel, Shirer, Gibbon und andere waren alle in seiner Bibliothek vertreten. Dieses Interesse für die Geschichte habe ich wahrscheinlich von ihm übernommen.
Text: Friedenauer Presse Berlin
Die Erzählung »Sommer am See« erschien 2007 bei der Friedenauer Presse in der Übersetzung von Marianne Schneider erstmals auf Deutsch. Ab dem 22. Februar 2019 ist die Nachauflage des Buches erhältlich.
128 Seiten | fadengeheftete französische Broschur | 18 €
ISBN 978-3-932109-50-8
»Sommer am See« ist das erste Buch der Friedenauer Presse, das sich im neuen Kleid präsentiert: statt Folienverpackungen setzt der kleine Verlag künftig auf umweltfreundliche Papiereinbände.

Bücher-Frühling: Neue Bücher

13 Buchempfehlungen von mir. Einige der Bücher begleiten mich schon eine Weile, andere sind druckfrisch. Es sind faszinierende, ungewöhnliche, wundersame, witzig-verrückte, aufregende, abenteuerliche, berührende Geschichten.

Sie entführen in flirrend-einprägsamen Bildern ins Mailand der 1930er Jahre, mit feinfühlig geschilderten Erinnerungen an erste Liebeserfahrungen in der Erzählung „Sommer am See“ von Alberto Vigevani, Buchhändler und Verleger.

Weitergeht`s in Londons einzigartigen Spielzeugladen, Schauplatz des zauberhaften Liebes- und Familienromans „Die kleinen Wunder von Mayfair“ anfangs des 20. Jahrhunderts. Eindrucksvoll erzählt außerdem Edward Debicki vom Schicksal seiner Familie, wie er Polska Roma, während des Zweiten Weltkrieges in seinem erstmals auf Deutsch erschienenen Buch „Totenvogel“.

Über Menschen mit großen und kleinen Seltsamkeiten, die Kraft des Lachens, wann und warum es not tut, erzählt hinterrücks humorvoll und witzig-ernsthaft zugleich der – hierzulande noch kaum bekannte! – Argentinier César Aira, von dem gleich zwei neue Bücher gerade erschienen sind: „Was habe ich gelacht“ und „Das Testament des Zauberers Tenor“.

„Das zweite Buch Vivaldi“, das dritte ist auch schon draußen, von Jens-Uwe
Sommerschuh versammelt verkaterte Kolumnen aus dem Elbtal, und dem größten Museumsraub der Naturgeschichte kommt ein passionierter Fliegenfischer auf die Spur im Roman „Der Federndieb“.

In die Gedankenwelt und den Kosmos des großen, mystischen Philosophen Jacob Böhme kann man in den beiden Bänden „Alles in Allem“ und
“Grund und Ungrund“ eintauchen.

Wie sie ihr Lebensglück gefunden haben, erzählen Menschen freimütig und mutmachend in 44 Geschichten im Buch „Wozu ich geboren wurde“. Über die Gegenwart in unserem Land reflektieren namhafte Autoren wie Ingo Schulze, Marcel Beyer u.a. im Band „Gespaltenes Land“ mit Beiträgen eines Symposiums der Sächsischen Akademie der Künste im Mai 2018.

Weitere und ausführliche Buch-Rezensionen folgen demnächst.

Lasst Euch überraschen!

Text und Fotos (lv)

Alberto Vigevani
„Sommer am See“
Friedenauer Presse, 2018
18 Euro

Josefine Klougart
„Einer von uns schläft“
Matthes & Seitz Berlin, 2019

Robert Dinsdale
„Die kleinen Wunder von Mayfair“
Knaur, 2018
16,50 Euro

Kirk Wallace Johnson
„Der Federndieb“
Droemer, 2018

Edward Debicki
„Totenvogel“
Friedenauer Presse, 2018
22 Euro

César Aira
„Was habe ich gelacht“
Matthes & Seitz Berlin, 2019
16 Euro

César Aira
„Das Testament des Zauberers Tenor“
Matthes & Seitz Berlin, 2019
18 Euro

Wiete Lenk
„Krähenbeißer“
Zwiebook
12,90 Euro

Michael Braun Alexander
„Madame Jakublonskis Monstrositäten-Cabinet“
Salomo
15 Euro

Jens-Uwe Sommerschuh
„Das zweite Buch Vivaldi“
Zwiebook
12 Euro

Jacob Böhme
„Alles in allem – Die Gedankenwelt des mystischen Philosophen“ und „Grund und Ungrund“
Sandstein Verlag
35 Euro

„Gespaltenes Land – Brauchen wir einen neuen Gesellschaftsvertrag?“
Mit Beiträgen von Ingo Schulze, Marcel Beyer u.a.
Sächsische Akademie der Künste, Sandstein Verlag

„Wozu ich geboren wurde. Menschen. Ihre Lebenswege. Ihre Mission“
Druckerei Schiemenz GmbH

Scott Galloway
„the four – Die geheime DNA von Amazon, Apple, Facebook und Google“
Plassen Verlag
24,99 Euro

Literatur-Café Ahoj im Tschechischen Zentrum in Berlin eröffnet

Prager Kaffeehauskultur an der Spree

Im Vorfeld der Leipziger Buchmesse mit Tschechien als Gastland eröffnet das Literatur-Café Ahoj im Tschechischen Zentrum in Berlin.

Aus Anlass des tschechischen Gastlandauftritts bei der Leipziger Buchmesse 2019 eröffnet das Tschechische Zentrum Berlin das Literatur-Café Ahoj: Vom 28.2. bis 3.4. wird dort Prager Kaffeehauskultur zu erleben sein, die von je her den leidenschaftlichen Austausch über Literatur, Kunst und Musik beflügelt hat.

In der Galerie des Tschechischen Zentrums bietet das Literatur-Café Ahoj böhmisches Backwerk und mährischen Wein. Ein Pop up Buchladen stellt die neu erschienenen tschechischen Werke aus, die Wände werden tschechische und slowakische Illustrationskunstwerke zieren. Abends, ab 19 Uhr, treten Autorinnen und Autoren zu Lesungen und Gesprächen auf, finden Konzerte oder Filmvorführungen statt. Der Eintritt ist frei.

Zur Eröffnung des Literatur-Cafés Ahoj am 28. Februar, um 19 Uhr in der Galerie des Tschechischen Zentrums Berlin, Wilhelmstraße 44/Eingang Mohrenstraße  treten die Graphic-Novel-Autoren Jan Novák und Jaromír 99 auf und stellen ihr soeben erschienenes Werk „Tschechenkrieg“ vor. Im Anschluss folgt ein Konzert von J99&DnR, dem neuen Projekt der Musiker Jaromír 99 (Gesang, Vocoder), Dušan Neuwerth (Gitarre, Gesang) und Zdeněk Jurčík (Percussion, Keyboard, Vocoder).

Bis zum 3. April finden folgende weitere Veranstaltungen im Literatur-Café Ahoj! statt:

Mo., 4.3.2019, 19 Uhr

DokuMontag mit dem Debütfilm Švéd v žigulíku / The Russian Job

CZ 2017, 63 Min, OmeU, Regie: Petr Horký
Ein schwedischer Manager wird angeheuert, um einen ehemaligen Vorzeigebetrieb der Sowjetunion zu retten. Der Debütfilm von Petr Horký erhielt den Pavel Koutecký Preis 2018.

Di., 5.3.2019, 19 Uhr

Deutsch-tschechische Poetry Slam Show mit Jaromir Konecny und Freunden
Jaromir Konecny (D, CZ), Kirsten Fuchs (D) und Anatol Svahilec (CZ) führen deutschen und tschechischen Wortwitz vor.

Do., 7.3.2019, 19 Uhr

Poesie und Musik: Zuzana Lazarová, Ondřej Cikán und Polanský wtf Langmann

Deutsch-tschechische Lesung von Gedichten, begleitet von einer progressiven musikalischen Performance.

Mi., 13.3.2019, 19 Uhr

Tschechien erlesen: Kateřina Tučková – Gerta. Das deutsche Mädchen

Die bewegende Geschichte einer deutschen Familie aus Brünn. Lesung und Gespräch mit der Romanautorin (tsch. und dt.) in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa.

Mo., 18.3.2019, 19 Uhr

DokuMontag mit dem Film Der Prinz und der Dybbuk

PL/D 2017, 82 Min., OmU, Regie: Elwira Niewiera & Piotr Rosołowski
Der Pole Michał Waszyński, der nach 1945 in Italien lebte und sich „Prinz” bzw. Michael Waszyński nannte, produzierte einige der größten Hollywood-Filme. Aber wer war er wirklich? Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin. In Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin.

Di., 19.3.2019, 19 Uhr

Buchpremiere Prag – eine literarische Einladung
Die Stadt Prag wird durch die Augen ihrer Autorinnen und Autoren vorgestellt. Es spricht Herausgeberin Petra Knápková, es liest der Schauspieler Denis Abrahams. In Kooperation mit dem Wagenbach Verlag Berlin.

Mo., 25.3.2019, 19 Uhr

Tschechien erlesen: Jiří Hájíček – Dann blühen die Gräser

Lesung und Gespräch (tsch. und dt.) mit dem Romanautor, der sich auch bestens auf das kleine Format der Erzählung versteht. In Kooperation mit dem Verlag Větrné mlýny.

Mi., 27.3.2019, 19 Uhr

Vom Verse schmuggeln. Ein Übersetzergespräch
Kathrin Janka (Parsteinsee), Mirko Kraetsch (Berlin), Martina Lisa (Leipzig) und Pavel Novotný (Liberec) sprechen über die kreative Arbeit beim Projekt VERSschmuggel und die besonderen Herausforderungen beim Übersetzen von Poesie. In Kooperation mit dem Haus für Poesie Berlin.

Fr., 29.3.2019, 20 Uhr

WWW – wilhelmstr./ electronic

Konzert mit grüblerischen, unglücklichen, aber poetischen Liedtexten voller Wortspiele und einem ganz speziellen Sound zwischen Hip Hop und Electro.

Mo., 1.4.2019, 19 Uhr
Tschechien erlesen: Jaroslav Rudiš & Martin Becker
Jaroslav Rudiš moderiert Martin Becker. Martin Becker moderiert Jaroslav Rudiš. Und beide lesen aus ihren Büchern „Winterbergs letzte Reise“ und „Warten auf Kafka“.

Mi., 3.4.2019, 19 Uhr

Finissage mit Jaromír Typlt und Ivan Palacký – Šlahouny ve větve/ Ranken in Zweige

Performance des Dichters und Kunsttheoretikers Jaromír Typlt und des Musikers und Architekten Ivan Palacký mit Poesie und Klangkunst.

Geöffnet hat das Literatur-Café Ahoj vom 1.3. bis 3.4. Montag bis Samstag, 12-18 Uhr, bei Abendveranstaltungen ab 12 Uhr durchgehend.

Das Literatur-Café Ahoj wird aus Anlass des Gastlandauftritts Tschechiens bei der Leipziger Buchmesse 2019 vom Tschechischen Zentrum Berlin veranstaltet. Mit freundlicher Unterstützung vom Kaffeehaus manacoffee, Festival LUSTR, dem Weinhandel HRDINA&dcera, der Buchhandlung Bücher am Nonnendamm sowie dem Grafik Designer Martin Hrdina.

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Weitere Informationen

http://berlin.czechcentres.cz/programm/event-details/cafe-ahoj/

www.ahojleipzig2019.de

Leipziger Buchmesse: „Zwischenstopp Dresden. Generation 89 – Literatur in Ausnahmezuständen“

Literatur unterwegs

Auf ihrem Weg von Prag nach Leipzig legen zehn Autorinnen und Autoren einen Zwischenstopp ein. Das deutsch-tschechische Literatur-Treffen findet am 19. März, ab 18 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof statt, wo einst die Züge der Ausreisewilligen aus der DDR nach Prag hielten.

3.600 inspirierende Begegnungen mit Autoren und ihren Werken – Leipzig liest lädt ein zu literarischen Entdeckungsreisen, scharfsinnigen Analysen und spannender Unterhaltung im Rahmen der Buchmesse (vom 21. bis 24. März).

Schriftsteller? Den Beruf gibt es nicht. Das behauptet zumindest der Sachbearbeiter des Arbeitsamts gegenüber dem hilfesuchenden Schriftsteller im neuen Roman „Sonst kriegen Sie Ihr Geld zurück“ von Tomer Gardi. Dass es diesen Beruf gibt und wie fantastisch sowie inspirierend er ist, beweist nicht nur der Protagonist des Romans. Das zeigen vom 21. bis 24. März auch eindrücklich die 3.400 Mitwirkenden von Europas größtem Lesefest Leipzig liest in 3.600 Veranstaltungen an 500 Orten auf dem Leipziger Messegelände sowie in der Stadt Leipzig. Vier Tage lang stehen sie stellvertretend für die lebendige internationale Literaturszene auf den Leipziger Bühnen und bieten literarische Entdeckungen, spannende Debatten zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und gute Unterhaltung.

„Ahoj Leipzig! Gastland Tschechien stellt Programm zur Leipziger Buchmesse vor

Auf der gestrigen Pressekonferenz zur Leipziger Buchmesse hat Martin Krafl, Koordinator des tschechischen Gastlandauftritts, das Buchmesseprogramm vorgestellt. Die tschechische Republik ist in Leipzig mit 70 Neuerscheinungen und 55 Autorinnen und Autoren vertreten, die dafür vom Dramaturgischen Rat ausgewählt worden sind:

Michal Alvaz, Džian Baban, Bianca Bellová, Petr Borkovec, Eugen Brikcius, David Böhm, Tereza Boučková, Dora Čechova, Radka Denemarková, Milan Děžinský, David Drábek, Sylva Fischerová, Radek Fridrich, Renáta Fučíková,Zuzana Fuksová, Thomás Glanc, Arnošt Goldflam, Jiří Grus, Jiří Hájíček, Viktorie Hanišová, Petr  Hruška, Jaromír 99,Dora Kaprálová, Pavel Kohout, Stanislav Komárek, Jiří H. Krchovský, Lucie Lomová, Radek Malý, Vratislav Maňák,Vojtěch Mašek, Galina Miklínová, Marka Míková, Jan Němec, Jan Novák, Iva Pekárková, Markéta Pilátová,   Jiří Přibáň, Iva Procházková, Martin Reiner, Sylvie Richterová, Jaroslav Rudiš, Tomáš Sedláček, Tereza Semotamová,Marek Šindelka, Petr Sís, Matěj Spurný, Petr Stančík, Marek Toman, Jáchym Topol, Kateřina Tučková, Jaromír Typlt, Petr Váša, Martin Vopěnka, Davis Zábransky, Petr Zelenka.

Auf mehr als 130 Veranstaltungen, im Messegelände und in der Leipziger Innenstadt, wird tschechische Literatur zu erleben sein: auf dem Messegelände insbesondere am tschechischen Nationalstand in Halle 4, D 401, der mit einem Veranstaltungsforum versehen ist. Comics, Kinder- und Jugendliteratur werden in Halle 2, H 301 vorgestellt. Darüber hinaus finden tschechische Veranstaltungen im Café Europa, im Forum OstSüdOst und im Forum International statt sowie auf mehreren namhaften Medienpodien, darunter das Blaue Sofa, die LVZ-Autoren-Arena und der ARTE-Stand. An den Messeabenden treten tschechische Literaten an über zehn verschiedenen Orten in der Leipziger Innenstadt auf wie dem Café und Club Telegraph, der Diskothek des Schauspiels Leipzig, der Schaubühne Lindenfels, dem UT Connewitz, der Stadtbibliothek und der Galerie KUB.

Im Mittelpunkt der Lesungen und Diskussionen stehen Themen wie die deutsch-tschechischen Beziehungen, tschechische Literatur im deutschsprachigen Raum, Brexit und die Krise Europas, die Perspektiven der jüngeren Autorengeneration oder die literarische Verarbeitung der Entwicklung nach 1989. Gleich beim Eintritt in die Messe-Glashalle wird die Revolution von 89 als zentraler Bezugspunkt des tschechischen Auftritts unübersehbar sein, indem die Besucher dort auf die Skulptur „Quo Vadis“ des Künstlers David Černý treffen: einen Trabi auf vier Beinen. Die Skulptur, die auch im Garten der Deutschen Botschaft in Prag sowie im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig steht, erinnert an die Grenzöffnung und Ausreise der Botschaftsflüchtlinge aus Prag.

Buchmessedirektor Oliver Zille stellt heraus: „Das Programm unseres diesjährigen Gastlandes ist einzigartig. Die Eingliederung des Gastlandauftrittes in das gesamte Tschechische Kulturjahr, 70 neue Übersetzungen für den deutschen Markt und mehr als 130 Veranstaltungen im Rahmen der Leipziger Buchmesse sorgen schon jetzt für Aufmerksamkeit in der Buchbranche. Ich bin mir sicher, dass unsere Leser großartige Entdeckungen machen und unseren Nachbarn in Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken werden. Für dieses Engagement möchte ich den Organisatoren des Gastlandes danken.“

Projektkoordinator Martin Krafl unterstrich: „Ich würde mich freuen, wenn der tschechische Gastlandauftritt in Leipzig und unser Kulturjahr die tschechische Literatur und Kultur im deutschsprachigen Raum dauerhaft präsent halten würden und die SchriftstellerInnen und KünsterInnen unserer beiden Länder im Dialog blieben. Dies ist wichtig für unsere Nachbarschaft, welche auf Nähe und dem gegenseitigen Kennenlernen beruht.“

Literarischer Auftakt in Dresden und Leipzig

Bereits am 19. März findet der tschechische Auftakt in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden statt, wo zehn Autorinnen und Autoren auf ihrem Weg von Prag zur Leipziger Buchmesse einen Zwischenstopp einlegen: „Zwischenstopp Dresden. Generation 89 – Literatur in Ausnahmezuständen“, heißt das deutsch-tschechische Autorentreffen ab 18 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof, veranstaltet gemeinsam u.a. mit Euroregion Elbe/Labe, der Sächsischen Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek, dem Festival „Literatur Jetzt!“ und dem Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025. Erwartet werden Martin Becker, Radka Denemarková, Julia Schoch und Jáchym Topol sowie Jaroslav Rudiš mit der Kafka Band. Außerdem wird dort um 15.30 Uhr die Ausstellung „Die Botschaftsflüchtlinge auf ihrer Fahrt von Prag nach Hof“ eröffnet. Mit dem Hauptbahnhof als Austragungsort für dieses Autorentreffen soll an den dortigen Ausnahmezustand rund um den 3. und 4. Oktober 1989 erinnert werden. Die Autorinnen und Autoren diskutieren darüber, was diese Ereignisse von vor 30 Jahren für sie heute aus tschechischer und deutscher Perspektive bedeuten.

Auch in Leipzig wird es bereits am Vorabend der Buchmesse-Eröffnung einen tschechischen Auftakt geben: Im Haus des Buches eröffnet die Ausstellung „Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel“ mit Pavel Kohout und seiner Tochter Tereza Boučková. Zeitzeugnisse wie Briefe, Fotografien, Zeitungen und Bücher erzählen davon, wie die Politik das persönliche Schicksal des tschechisch-österreichischen Schriftstellers Pavel Kohout bestimmte und sein Leben als Entscheidung gegen die Ideologie und für die Freiheit prägte.

Eröffnung mit Filmpremiere „Orangentage“ und Kafka-Band

Zur Eröffnung des tschechischen Buchmesse-Programms am 20. März feiert der Kinder- und Jugendfilm „Orangentage“, eine tschechisch-deutsch-slowakische Koproduktion (Regie: Ivan Pokorný), im Regina-Palast in Leipzig Premiere: eine Teenagergeschichte über die erste Liebe und das Erwachsenwerden nach dem gleichnamigen preisgekrönten Roman von Iva Procházková. Die Autorin wird ihr Buch auf der Leipziger Buchmesse u.a. in Halle 2, am tschechischen Kinderforum vorstellen. Am 30. Mai wird barnsteiner-film „Orangentage“ in die deutschen Kinos bringen.

Am Abend des 20. März, ab 21 Uhr, beginnt der musikalische Auftakt: Jaroslav Rudiš und die Kultgruppe Kafka Bandtreten in der Schaubühne Lindenfels auf. Neben Jaroslav Rudiš gehört der Zeichner und Musiker Jaromír 99 zur Band, beide wurden in Deutschland durch ihre Graphic Novel „Alois Nebel“ und deren Verfilmung bekannt. Die Kafka Band schöpft ihre Inspiration aus der Literatur Franz Kafkas und verwandelt sie in Klang und Rhythmus. Nach ihrem Album „Das Schloss“ hat die Band jüngst Kafkas Roman „Amerika“ in zwölf Songs musikalisch umgesetzt.

Tschechische Thementage auf dem Messegelände

An den Buchmessetagen, 21. bis 24. März, wird der Gastland-Auftritt auf dem Messegelände am tschechischen Nationalstand jeden Tag unter ein bestimmtes Thema gestellt, das ein prominenter Pate vertritt. Die Paten und ihre Werke werden täglich um 10 Uhr vorgestellt. Darauf gibt es wechselnde Lesungen aus den tschechischen Neuerscheinungen, und um 14 Uhr findet eine Debatte zum Tagesthema statt. Gegen 17 Uhr endet der Messetag mit einer Performance von Zuzana Fuksová, die Rückblicke auf die Highlights des Tages gibt.

Die tschechischen Tagesthemen:

Messedonnerstag: „Literatur im Ausnahmezustand“ mit Patin Radka Denemarková, die vielfach preisgekrönte und europaweit bekannte Autorin, deren neues Buch „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“ kürzlich erschienen ist.

Messefreitag: „In der neuen Welt – Generation 89“ mit Pate Jaroslav Rudiš, international bekannter Autor, dessen jüngstes Buch „Winterbergs letzte Reise“ auf der Shortlist in der Kategorie Belletristik des Leipziger Buchpreises steht

Messesamstag: „Krisenzeiten? – Europa heute“ mit Pate Jiří Přibáň, der in England lehrende, international renommierte Jurist und Soziologe

Messesonntag: „Literatur der Beunruhigung“ mit Pate Tomáš Glanc, namhafter Osteuropaexperte, Kulturwissenschaftler und Slawist.

Auch das tschechische Kinderforum in Halle II wird von Paten betreut: der Autorin Iva Procházková, die mit ihrem Buch „Orangentage“ über die Grenzen hinweg bekannt ist, und Petr Sís, der weltweit anerkannte tschechische Buchautor, Maler und Regisseur.

Höhepunkte des tschechischen Messeprogramms:

21.3.: Nationalstand, 10 Uhr, Radká Denemarkova über ihr neues Buch „Ein Beitrag zur Geschichte der Freude“; 12 Uhr, feierliche Eröffnung des tschechischen Nationalstandes unter Anwesenheit des Kulturministers der Tschechischen Republik; 14 Uhr: Jáchym Topol und Radka Denemarková über ihr Leben als Schriftsteller; Kinderforum, 16 Uhr: Gespräch über den tschechischen Comic heute; 17 Uhr Tages-Rückblick

22.3.: Nationalstand, 10 Uhr Jaroslav Rudiš über sein neues Buch „Winterbergs letzte Reise“; Kinderforum: „Kafkas Prag“ mit Renáta Fučíková und Radek Malý; Café Europa, 13 Uhr: „Am Ende – Europa! Die Bedeutung Europas für Polen, Ungarn und Tschechien; Kinderforum, 13 Uhr: Petr Sís, „Zurück in die Kindheit“; Forum OstSüdOst,14 Uhr: „Das Scheitern des Staatssozialismus“, Gründe und Folgen; Forum International, 17 Uhr: Iva Pekárková und Jan Novak über tschechisch-amerikanische Erfahrungen; Nationalstand, 17 Uhr, Tages-Rückblick

23.3.: Nationalstand, 10 Uhr: Jiří Přibáň, Krisenzeiten? – Europa heute. Welche Möglichkeiten hat Europa, aus der Krise gestärkt herauszukommen?; Nationalstand, 14 Uhr: Iva Pekárková und Jiří Přibáň: „Brexit. Zwei tschechische Schicksale im Vereinigten Königreich“; Café Europa, 14 Uhr: „Die Sezession: Tschechien und Slowakei“ mit Radka Denemarková, Tomáš Kafka, Irena Brežná; Leseinsel Junge Verlage, 15:30 Uhr: Jaromír Typlt stellt Lyrik aus Tschechien vor; Kinderforum, 16 Uhr: Lucie Lomová, tschechische Comic-Künstlerin, gibt einen Workshop über „Goldene tschechische Märchen“; Nationalstand 17:30 Uhr, Tages-Rückblick

24.3., Nationalstand, 10 Uhr: Tomáš Glanc über „Literatur der Beunruhigung“; Kinderforum, 11 Uhr: Iva Procházková präsentiert ihr Buch „Orangentage“; Nationalstand, 14 Uhr: „Wie politisch kann und soll die Kunst sein?“ mit dem Slawisten Tomáš Glanc, dem Ökonomen Tomáš Sedláček und dem Historiker Matěj Spurný; Nationalstand, 15:30 Uhr: Get together, Zusammentreffen der AutorInnen und LeserInnen.

Tschechische Autorinnen und Autoren werden darüber hinaus auf den großen Veranstaltungsforen und in den Medien zu erleben sein, darunter:

Blaues Sofa: Pavel Kohout gemeinsam mit Jaroslav Rudiš (21.3.), Jáchym Topol (22.3.) und Radka Denemarková (24.3.), jeweils 11 Uhr

Arte-Stand: Tereza Semotamová (21.3.), Radka Denemarková (22.3.) und Kateřina Tučková (23.3.), jeweils 14 Uhr

LVZ-Autoren-Arena: Pavel Kohout (21.3., 13 Uhr), Radka Denemarková (23.3., 13 Uhr) und Jaroslav Rudiš (24.3., 11 Uhr)

3sat Kulturzeit-Forum: Jiří Hájícek (22.3., 15 Uhr).

Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen, Filme und Musik in der Leipziger Innenstadt

An den Messeabenden in der Leipziger Innenstadt wird tschechische Literatur und Kultur an mehr als zehn verschiedenen Orten vorgestellt, flankiert durch Ausstellungen, filmische und musikalische Darbietungen.

Tschechische Programmhöhepunkte in Leipzigs Innenstadt:

21.3.: Stadtbibliothek, 17 Uhr, Jáchym Topol: „Literatur in der Ausnahmesituation“; Galerie KUB, 18.30 Uhr, Jaromír 99 und Jan Novák: „Tschechenkrieg“. Die neueste Graphic Novel des Autorenduos mit Lesung und Musik; Schaubühne Lindenfels, 19 Uhr: Reihe Drama Panorama mit neuen politischen Stücken aus Tschechien

22.3.: Neues Rathaus, Ratsplenarsaal, 15 Uhr: Präsentation der Gesamtausgabe des Werks von Jiří Gruša; Galerie KUB, 18.30 Uhr, Petr Stančík und Petr Janeček: „Der Sprungfedermann“, ein Mann mit Stahlfedern an den Schuhen wird Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg; 19:45 Uhr, Petr Borkovec und Kateřina Tučková: Generation 89, ein Gespräch über die Entwicklung der tschechischen Gesellschaft und Kultur seit 1989; Schaubühne Lindenfels, 20 Uhr, Bohemska. Lange Nacht der tschechischen Literatur mit Lesungen, Film und Musik; Café Telegraph, 21 Uhr, „Tabus der tschechischen Gesellschaft“ und Erfahrungen zweier totalitärer Regime; Galerie KUB, 21:30 Uhr: Lucie Lomová und Jiří Grus, Tschechischer Comic heute; UT Connewitz, 21:30 Uhr, Dora Kaprálová und David Zábranský zum Thema „Tschechen in Deutschland“. Was bedeutet Deutschland für sie?

23.3.: Telegraph-Club, 18:30 Uhr: Tschechische Literatur im deutschsprachigen Raum mit den Übersetzerinnen und Übersetzern Mirko Kraetsch, Eva Profousová, Katrin Janka, Bernhard Borovansky; Café Telegraph, 18:30 Uhr, Marek Šindelka und Jan Němec: Ein Gespräch über die zeitgenössische tschechische literarische Szene und ihre Themen; Baumwollspinnerei 19 Uhr, Halle 10 G: VERSschmuggel, Kunst aus Leipzig begegnet frischen Gedichten aus Tschechien und Deutschland. Für die Lesung in Leipzig haben fünf Künstler Gedichte multimedial übersetzt; Kunsthalle der Sparkasse Leipzig, 19 Uhr: „Die Dämonen des Kapitals“, Tomáš Sedláček. Vortrag des Bestsellerautors und Chefökonomen der größten tschechischen Bank

Die Ausstellungen zum Gastland-Auftritt:

Stadtbibliothek Leipzig zeigt „12 WORLDS – 12 zeitgenössische Kinderbuch-IllustratorInnen“ (19.1.-13.4.) sowie die Fotoausstellung von Karel Cudlín, „Gesichter der tschechischen Literatur“ mit Porträts tschechischer zeitgenössischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller (18.3.-22.6.)

Deutsches Buch- und Schriftmuseum lenkt den Blick auf tschechische Avantgardekunst „ZIRKUS in der Druckerei“ – Tschechische Avantgardebuchkunst (6.2.-11.8.)

Haus des Buches: Foto-Ausstellung „Pavel Kohout – Mein tolles Leben mit Hitler, Stalin und Havel“ (20.3.- 24.4.)

Rathaus Leipzig: „Jiří Gruša – Schriftsteller und Diplomat – Ein Leben in der Freiheit des Wortes“ (22.3.) und VHS Leipzig (25.3.-31.5.)

Galerie KUB: „Währenddessen an einem anderen Ort. Ein Jahrhundert des tschechischen Comics“(15.3.-13.4.).

Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 wird veranstaltet vom Kulturministerium der Tschechischen Republik und der Mährischen Landesbibliothek sowie der Leipziger Buchmesse, mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Tschechischen Republik in Deutschland, dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden, der Partnerstädte Leipzig und Brünn, der Tschechischen Zentren in Deutschland und Österreich, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und des Goethe Instituts Prag sowie weiterer Partnerinstitutionen

Weiterführende Informationen

Das vollständige Programm sowie Informationen zu Autorinnen und Autoren: www.ahojleipzig2019.de

Das Partner-Programm des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds zur Buchmesse: http://fondbudoucnosti.cz/de/leipzig/

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

http://www.leipziger-buchmesse.de