Bücher-Schatzkiste: „Der Federndieb“ von Kirk Wallace Johnson


„Der Federndieb“ von Kirk Wallace Johnson, erschienen bei Droemer 2018

Die Gier der Fliegenbinder

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Im Dresdner Japanischen Palais wird gerade die Ausstellung „Tot wie ein Dodo“ gezeigt. Darin geht es um ausgestorbene Tierarten, verlorene Schönheit respektive Vielfalt und die Überheblichkeit von Menschen der Natur gegenüber. Einer sehr speziellen menschlichen Sucht geht der Krimi „Der Federndieb“ auf den Grund. Auch hier spielen schöne, vom Aussterben bedrohte Tiere – in dem Falle Vögel – eine wichtige Rolle. Es ist ein ungemein spannendes Buch, das vor allem jene fesseln kann, die bei einem Krimi nicht zwangsläufig Blut und Tote erwarten.

Der Autor Kirk Wallace Johnson, ein amerikanischer Journalist, hört beim Fliegenfischen von einem spektakulären Raub im britischen Naturkundemuseum. Edwin Rist, begabter Musikstudent aus den USA, hat ihn begangen. Auch Rist bindet Fliegen aus Federn, wie man sie zum Fischen von Forellen oder Lachsen verwendet. Diese Fliegen mit echten oder gefärbten Vogelfedern imitieren mit ihrer Größe und Farbigkeit Wasserinsekten, was ihren Erfolg beim Fischen ausmacht.

Doch das Fliegenbinden hat längst seinen eigentlichen Zweck verloren. Es ist zur Sucht, zur Obsession geworden und hat Fanatiker hervorgebracht. Fliegen aus echten Federn, vor allem von seltenen Vögeln, sind Kunstwerke. Es blüht der Handel mit Federn von Paradiesvögeln, Blue Chatterer oder Indian Crow.

Es ist der Reiz des Buches – ein Roman, der auf wahren Tatsachen beruht – dass er den spektakulären Raub wertvoller Vogelbälge aus dem Naturkundemuseum mit deren Herkunftsgeschichte verknüpft. Fesselnd erzählt Johnson von Alfred Russel Wallace, einem Gegenspieler und Zeitgenossen von Charles Darwin. Zeitgleich fanden die beiden Männer die Theorie der Evolution und Entstehung der Arten durch natürliche Selektion. Alfred Russel Wallace (1823 bis 1913) nahm unglaubliche Strapazen auf sich, um die ersten lebenden Paradiesvögel nach Europa zu bringen. Er verlor einen Großteil seiner Sammlung aus Übersee bei einem Schiffsbrand. Und er ahnte schon vor 150 Jahren, „wenn zivilisierte Menschen jemals diese fernen Länder erreichen, sicher ist, dass sie die in schönem Gleichgewicht stehenden Beziehungen der organischen Schöpfung zur unorganischen stören werden, sodass diese Lebensformen, deren wunderbaren Bau und deren Schönheit der Menschen allein imstande ist, zu schätzen und sich ihrer zu erfreuen, verschwinden und schließlich aussterben.“

Sind es heute die Köderbinder, die die internationalen Artenschutzabkommen übertreten, so war es um die vorherige Jahrhundertwende, also noch zu Wallaces Lebzeiten, die Hutmode, die einen riesigen Bedarf an exotischem Material in Gang setzte.

All diese Verknüpfungen und Hintergründe beschreibt Kirk Wallace Johnson mit eindringlicher Genauigkeit und ambivalenter Distanz. Zwar ist seine ablehnende Haltung gegenüber dem Verlust an natürlicher Vielfalt im Tierreich stets ersichtlich. Doch Johnson entwickelt auch selbst eine gewisse Besessenheit, den Reiz des Fliegenbindens zu ergründen. Und letztlich den Raub der wertvollen Vogelbälge aus dem Museum vollständig aufzuklären. Man liest solche Sätze wie „Diesen Krieg zwischen Wissen und Gier schien die Gier zu gewinnen.“ Oder „Ich hätte es zur Abwechslung gerne mal gesehen, dass jemand sich zu seinen Taten bekannte und die Verantwortung dafür übernahm.“ Diese Resignation ist verständlich, wenn nicht einmal solche großen Anbieter wie Ebay es schaffen, den Handel gefährdeter Vogelarten zu unterbinden.

Doch wer wird nicht stutzig, wenn er von der Auferstehungsbiologie, der Deextingtion liest. Mit der Gewinnung von DNA aus Museumsbeständen „sollen eines Tages ausgestorbene Vogelarten wie etwa die Wandertaube wieder zum Leben erweckt werden.“ Kirk Johnson klärt weiterhin darüber auf, dass „Wissenschaftler erst kürzlich im Michigan-Becken 419 Millionen Jahre alte bakterielle DNA aus Salzablagerungen auf einer alten Büffelhaut extrahiert hatten.“ Wenn das nicht dafür spricht, dass Museumsstücke, auch wenn sie in dunklen Schubladen lagern, das Wissen der Menschheit doch in kleinen Schritten weiter nach vorn bringen können! 

Sirene. Die TheaterRuine zeigt Stimme

Verführerische Gesänge, teuflische Texte und schiefe Töne aus zwei Jahrzehnten St. Pauli.
Regie: Jörg Berger
*

Träume und Abgründe in witzig-schrägen Szenen und Gesängen

Die St. Pauli TheaterRuine startet in die Saison mit einem Best-of-Programm der beliebtesten Titel und Texte aus 20 Jahren. Die Premiere ist am heutigen 3. Juli, um 19.30 Uhr in dem urigen Gemäuer am Königsbrücker Platz.

Zwanzig Jahre TheaterRuine bedeuten nicht nur Theater mit Herzblut und Leidenschaft, sondern auch mitreißende Musik, bezaubernder Gesang und verrückte Melodien. Nun präsentieren wir die beliebtesten Titel in einem einzigartigen Best-Of unterm Glasdach!
Satans gute Taten, König Artus in eisigen Zeiten, Gretchen voll Sehnsucht, Kriemhild im Alltag, Frankensteins monströse Gelüste und Gottes Blick in den Abgrund und vieles mehr! Träumen Sie von Schönheit und Sünde, Tod und Teufel, Liebe und Lust. Ein Abend voller Höhepunkte aus der Welt der Bühne mit witzigen Texten und bezaubernden Stimmen. 

Regie: Jörg Berger, Musikalische Erarbeitung: Yvonne Dominik, Matthias Krüger, Technik: Philipp Cronacher

Unsere Sirenen sind:

Anna Sophie Naumann
Frank Weiland
Karl Michael Weber
Kirsti Schüller
Martin Rossmanith
Matthias Krüger
Michael Hochmuth
Rainer Könen
Rainer Leschhorn
Steffi Gerber
Yvonne Dominik

Livemusik: Matthias Krüger (Piano), Ausstattung: Fundus, Montserrat Navalpotro. Aufgeführt werden Musiktitel aus mehreren Inszenierungen des TheaterRuine St. Pauli e.V.

Produktion:  TheaterRuine St. Pauli e.V.

Spieldauer: circa 2 Stunden mit Pause

Text + Fotos: Ronny Geißler

Weitere Auifführungen im Juli: 19.7. und  25.7., um 20 Uhr

St. Pauli Ruine, Königsbrücker Platz, 01097 Dresden
Theaterbüro St. Pauli e.V., Hechtstraße 32, 01097 Dresden
Öffnungszeiten: Mo + Do 13 – 17 Uhr, Di + Fr 10 – 13 Uhr
Telefon 01 72/3 47 35 72 | Telefax 03 51/2 72 14 66

Ausstellung Flora & Fauna in Emaille-Bildern auf Kupfer von Günter Gläser in der Hochschule Meißen

Die Vernissage am 5. März war mit ca. 80 Gästen trotz der Virus-Angst gut besucht. Das Duo Kratschkowski hat begeisternde Musik über 90 Minuten dargeboten. Ein Bild von den 40 ausgestellten wurde sogar verkauft. Das Echo war ausnahmslos positiv.

Die farbenreiche Fülle des Moments genießen

Leuchtend farbige Malerei auf Kupfer von Günter Gläser, welche eindrucksvoll Landschaften, Flora und Fauna einfängt, zeigt eine Ausstellung der heute seltenen Emaillekunst in der Verwaltungsfachhochschule Meißen noch bis 15. Juli.

Die farbenfrohen Emaillebilder des Radebeuler Künstlers Günter Gläser können seit einer Woche wieder besucht werden in einer Ausstellung der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen, Herbert-Böhme-Straße 11 (Haus 1, 1. OG). Er war mit Gästen bereits zwei Mal dort. „Das Virus hat uns alle ziemlich stark mitgenommen, ohne dass es uns unmittelbar erwischt hat“, sagt Günter Gläser. „Vielleicht wird es aber dazu führen, dem Turbokapitalismus mit mehr Menschlichkeit entgegen zu wirken.“

Der reichhaltige Farbenzauber seiner Bilderlandschaften und vielfältige Motive aus Flora und Fauna ziehen den Betrachter sofort in Bann. Sie spiegeln die Schönheit und Fülle, die uns die Natur schenkt und erinnern uns zugleich an ihre Fragilität, Gefährdung und Vergänglichkeit alles Lebendigen.

Wie schnell sich alles von einem Moment zum anderen ändern kann, nichts mehr selbstverständlich ist, das bisherige Leben und die Welt plötzlich aus den Fugen geraten, zeigten uns die letzten Monate mit den gravierenden Einschnitten durch die Corona-Maßnahmen drastisch. Man fiel zunächst in die Leere und hatte viel Zeit, sich darauf zu besinnen, was wirklich zählt im Leben, es buchstäblich mit neuen Augen zu sehen. Nicht in der Angst vor dem was kommt zu verharren, sondern vielmehr die Möglichkeiten des Moments zu sehen. Beispielsweise die Freude darüber, das Werden und Wachsen, Aufblühen in der Natur trotz Corona-Krise zu erleben, noch inniger und intensiver in die Stimmung des Augenblicks einzutauchen und zu genießen. Und daraus Kraft und Halt zu schöpfen für die nächsten Schritte.

Diese Lebensfreude und Zuversicht strahlen mit ihrer leuchtenden Farbigkeit, Ausdrucksvielfalt und Experimentierfreude auch die Emaillebilder von Günter Gläser aus. Die Atmosphäre und Malmotive sind durchlebt und beeinflusst von impressionistischer Malerei, artverwandt mit Monet und van Gogh und angeregt vom spanischen „Maler des Lichts“, Joaquín Soralla. Einfach und klar in der Form, schwelgen seine Natur- und Lebensbilder in der Stimmung des Moments. Seine „Bilder aus dem Ofen“, wie er die farbige Malerei auf Kupfer nennt, halten Erlebtes und Empfundenes fest.

Ein rotes Mohnfeld. Wogender Lavendel. Gesäusel der Gräser und Pollen im Wind, das leise Rauschen der Wellen und der Möwenstreit um einen toten Fisch.
Linien und Formenspiel sind noch bewegter, fließender geworden in den neuen Emaillebildern von Günter Gläser, was gewiss auch mit der unruhigen, wechselvollen Gegenwart zu tun hat. Nunmehr 84-jährig, ist er immer noch voller Ideen und Schaffensfreude, auch wenn die Gesundheit nachlässt, will er noch einige „Auftragswerke“ für seine Familie und Enkelinnen schaffen.

Letztes Jahr erschien ein opulenter Bildband:“Farbimpressionen aus dem Feuer“ von Günter Gläser (NOTschriften Verlag Radebeul) mit zahlreichen Werksabbildungen und ausführlichen Texten zu seinem Schaffen. Ein Exemplar widmete er mir mit den Worten: „Frage dich nicht nach gelebten Jahren, aber erhalte dir die Augenblicke, die du genießt.“

Die Ausstellung mit dem Titel „Brillante Farben aus dem Ofen“ in der Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung in Meißen wurde bis 15. Juli verlängert. Dabei sind einige Vorsichtsmaßnahmen wegen Covid-19 zu beachten. Interessenten wird empfohlen, sich direkt an den Künstler zu wenden, um einen gemeinsamen Besuch in der Ausstellung zu vereinbaren.

Text (lv)
Fotos: Jens Kuhbandner, Günter Gläser

Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo – Do 8 bis 17 Uhr, Fr 8 bis 15 Uhr

http://www.bilder-aus-dem-ofen.de

BilderAlbum: Ausstellung „ShutdOWN“ im Lügenmuseum Radebeul


„Atempause“ von Sophie Cau

„Wake up!“ und „The one and only“ von Juliane Vowinckel
„Rot sehen oder nicht sehen?“ von Katrin Süss
„Fundstücke“ von Reinhard Zabka

„Tagebuch“ von Dorota Zabka

„DDR-Karaoke“ von Justus Ehras

„Bilderaltar“ von Klaus Liebscher
 
Zeitreise zurück in die DDR: Installation von Reinhard Zabka, Gründer des Lügenmuseums.

Im Tanzsaal mit bröckligem Charme & Orchester mit besonderem Sound aus Alltagsdingen probt schon auch mal ein Paar zu beschwingten Tangoklängen.

Kochtopf-Karaoke und Träume für die Welt

Bilder, Objekte und Installationen von zehn Künstlern versammelt die Ausstellung „ShutdOWN“ im wieder geöffneten Lügenmuseum in Radebeul.

Vor einer Staffelei mit weißer Leinwand stehen zwei Liegestühle, wo man entspannt sitzen, wundersamen Klängen lauschen und in die Zukunft träumen kann. Da lockt eine Aufschrift: “Dresden 2025. Kulturhauptstadtträumer“ neben einem aufgeklappten Koffer mit bunt bemalten Sonnenbrillen. „Atempause“ heißt diese Installation von Sophie Cau. Sie lädt die Besucher ein, sich Zeit zu nehmen, einfach eine Sonnenbrille aufsetzen und die Welt mal etwas anders betrachten.

Reichlich Gelegenheit dafür bietet die Ausstellung  “shutdOWN“
(übers.: Herunterfahren, Stilllegung) im Lügenmuseum Radebeul im ehemaligen Gasthof Serkowitz, Kötzschenbrodaer Straße 39. Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben zehn Künstler die Initiative ergriffen und die Ausstellung aufgebaut. Zu sehen sind ihre Bilder, Objekte und Installationen zum Träumen, Staunen und Schmunzeln im Tanzsaal im Obergeschoss des Hauses. Überaus witzig ist das wie von Zauberhand allein spielende Orchester, bestehend aus skurrilen Dingen aus DDR-Zeiten, die ausgedient und aussortiert anschaulich Geschichte spiegeln, zusammengetragen von Reinhard Zabka, dem Gründer des Lügenmuseums.

Da hämmern Trommelwirbel vor einem hölzernen Wachturm, streichen Schlegel über eine Zither, umschwirren Kugeln Klangschalen und klingen sacht Glöckchen. Flimmern Farben und blinkt ein Erdball in der Höhe wie ein Alarmlicht über der bizarren Szenerie. Davor dreht sich im Saal mit seinem bröckligen Charme ein Tanzpaar, das gerade dort probte, hingebungsvoll zu beschwingten Tangoklängen für die Besucher der Ausstellungseröffnung am vergangenen Sonntag.

Ein roter Kreis mit fließenden Farbübergängen hängt an der Wand gleich neben dem Eingang. „Rot sehen oder nicht sehen“ nennt Katrin Süss ihr Objekt. „Man weiß heutzutage oft nicht mehr, was ist wahr und was nicht“, sagt sie dazu. Manchmal wisse sie auch nicht, ob sie sich gerade in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft bewege. Zum Nachdenken darüber will sie mit ihrem Werk anregen. Auf einer Stele steht ein kleiner spitzer Turm aus bemaltem Pappmaché von Gabriele Reinemer, der dazu ermuntert: “Wehrt euch“. Juliane Vowinckel malt ihre Träume für die Welt mit Bildtiteln wie: „Wake up!“ und „The one and only“. Eine originelle Soundcollage mit Kochtöpfen, aus denen bei geöffnetem Deckel Reden und Schlager von einst hervor strömen,  braute unter dem Motto: „DDR-Karaoke“ Justus Ehras. Fundstücke aus dem Lößnitzbach und „Lenin´s rote Socke“ zeigt Reinhard Zabka und in bambusbespannten Rahmen hängen tagebuchähnliche Blätter, Tuschezeichnungen und bemaltes Schokoladenpapier von Dorota Zabka. „Gedankenverarbeitungsmaschinen“ nennt sie ihre Zeichenblätter. Die Sammlung wächst weiter.

Einen Bilderaltar mit leeren Rahmen, welche die Betrachter selbst füllen und anschauen können aus verschiedenen Blickwinkeln, stellte Klaus Liebscher zusammen mit Reinhard Zabka wie eine „soziale Skulptur“ aufs Podium. Außerdem ist eine Bilderserie von Abrisshäusern mit dem Aufdruck „Fotografieren verboten“ von Kurt Buchwald und Wolfgang Krause zu sehen. Und ein Erinnerungsraum vom Schaubudensommer voller wunderlicher Dinge, im Gedenken an den letztes Jahr verstorbenen Künstler Lutz Fleischer. Die Ausstellung „ShutdOWN“ ist bis 16. August zu sehen im Lügenmuseum. Dazu gibt es auch ein Video vom Kulturnetzwerk Radebeul live von der Vernissage, bei der die Künstler ihre Arbeiten vorstellten.

Text + Fotos (lv)

Öffnungszeiten: Mo – So 13 – 18 Uhr

http://www.luegenmuseum.de

Kunst & Kommunikation in Corona-Zeiten

Die Künstler Katrin Süss und Klaus Liebscher bei einer spontanen Aktion, mit den  Abstandsregeln experimentierend, zur Ausstellungseröffnung „ShutdOWN“ am vergangenen Sonntag im Lügenmuseum. Fotos (lv)

Kunst- und Naturgewächse sprießen reichlich im Garten des Lügenmuseums.

Ausstellung „ShutdOwn“ im Lügenmuseum Radebeul


Ein Ort zum Wundern, Staunen und Träumen: das Lügenmuseum im ehemaligen Gasthof Serkowitz in Radebeul.


Oase für Kunst- und Naturliebhaber. Im Garten vom Lügenmuseum.


Kunst macht erfinderisch, regt an und stiftet Sinn: Reinhard Zabka, Künstler und Gründer des Lügenmuseums.


Im Wunderreich der Fantasie. Fotos: Lilli Vostry

Kunst gegen Stilllegung

Eine neue Ausstellung mit Arbeiten von zehn Künstlern eröffnet am 21. Juni im Lügenmuseum Radebeul, Kötzschenbrodaer Straße 39. Die Vernissage ist von 17 bis 19 Uhr. Zu sehen ist die Schau bis 16. August.

Das Lügenmuseum, ein familientaugliches Kunstmuseum von hohem Schauwert, ist wieder geöffnet und zeigt eine neue Künstlerausstellung.

Nach den  Lockerungen der durch Corona bedingten Beschränkungen des kulturellen Lebens haben zehn Künstler die Initiative ergriffen und die Ausstellung shutdOWN im Tanzsaal aufgebaut. Sophie Cau, Klaus Liebscher, Katrin Süss, Justus Ehras, Gabriele Reinemer, Juliane Vowinckel, Kurt Buchwald/Wolfgang Krause, Lutz Fleischer, Dorota Zabka und Richard von Gigantikow meinen: Kunst macht kreativ, regt an, stiftet Sinn.

Hintergrund Lügenmuseum in Radebeul:

Die Kultur hat einen hohen Wert in Radebeul. Das Lügenmuseum befindet sich seit 2012 nach einem Beschluss der Radebeuler Stadträte im alten Gasthof Serkowitz. In den letzten acht Jahren wurde im Gasthof Serkowitz ein Kulturzentrum in freier Trägerschaft aufgebaut. Als Teil der freien Kulturszene mit einem spartenübergreifenden Kunst- und Kulturangebot wirkt es nah an den Bürgern.

Das Lügenmuseum beschäftigte sich mit der absurden Maschinerie des Lebens und führt in eine träumende Rezeptionshaltung. Es handelt vom Spiel der Fantasie. Manch einer mag die Kanonenkugeln, auf denen Baron Münchhausen die türkischen Festungen ausgespäht hat, Bilder der Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf, die drei Federn von Winnetou oder das Loch aus der Zauberflöte von Mozart suchen. Andere sind begeistert, endlich Fontanes Wanderschuh gefunden zu haben.

Fakt ist, die Besucher des Lügenmuseums beweisen einen hohen Geschmack, weil sie in der Lage sind, dieses von den sonstigen Angeboten zu unterscheiden. Geschmack beruht auf der Fähigkeit, zu unterscheiden. Freie gemeinnützige Träger sind eine sehr junge Errungenschaft, die erst nach der Friedlichen Revolution wachsen konnten. Das Lügenmuseum transzendiert den Geschmack. Dann gehört das Phänomen zur Alltagskonvention und jeder kennt es.


Text: Juliane Vowinckel
M.A. Kulturgeographin * Künstlerin
Cultural Geographer * Artist
+49 (0)175-4726348
*
Weitere Infos unter:

Ausstellung „Frühstück im Freien“ von Karen Roßki im Restaurant „Kastenmeiers“


Farbspuren aus der Natur fließen in die Malerei von Karen Roßki. 
„Imagination“, 2020, Öl auf Leinwand, 150 x 190 cm von Karen Roßki

Farbenreiches Schwelgen in den Formen und Kräften der Natur

Die Dresdner Künstlerin Karen Roßki stellt ihre Arbeiten im Restaurant „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, Taschenberg 3 aus. Die Vernissage ist am 21. Juni ab 13 Uhr. Die Ausstellung geht bis 31. Juli.

Frühstück im Freien“ nennt die Dresdner Künstlerin Karen Roßki ihre aktuelle Ausstellung  im Restaurant Kastenmeiers im Taschenbergpalais. Hier sind bis zum 31. Juli insgesamt 24 farbintensive Ölgemälde zusehen, die auf den ersten Blick abstrakt anmuten, in der Fantasie des Betrachters jedoch konkrete Motive erzeugen. Bilder mit Namen wie „Schweben“, „Ferne“ oder „Sommertag“ verschmelzen Natur- und Blautöne und erinnern an Kompositionen aus Landschaft und Himmel. Andere Werke wie „Urkraft“ oder „Inneres Leuchten“ wiederum ziehen mit flammendem Rot und strahlendem Gelb die Blicke auf sich. Damit entfalten die überwiegend großformatigen Bilder auf den organischen, in elegantem Grau gehaltenen Lehmputzwänden im „Kastenmeiers“ eine spannende Wirkung.

Dies ist bereits die 70. Ausstellung im Restaurant Kastenmeiers seit seiner Eröffnung im Herbst 2010 im Kurländer Palais. Die Tradition der wechselnden Bilderausstellungen wurde nach dem Umzug in die Räumlichkeiten im Taschenbergpalais fortgeführt. Eine Besichtigung der Ausstellung unabhängig von einem Restaurantbesuch ist täglich zwischen 15 Uhr und 17 Uhr möglich. Die Hygieneregeln sollten dabei eingehalten werden. Das Restaurant hat von 17 Uhr bis 23 Uhr geöffnet.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Kastenmeiers im Taschenbergpalais“, Taschenberg 3, Dresden,
Tel. 0351/ 48 48 48 01

http://www.kastenmeiers.de

Die Künstlerin über ihre Ausstellung

„Häufig und gern bin ich im Freien; bewege ich mich durch die Landschaft und die Wälder. Vieles von dem, was ich unterwegs erlebe, berührt mich nachhaltig. Ich nehme Strukturen, Farben, Düfte, Geräusche auf und erlebe Massen und Kräfte, die in der Natur aufeinander treffen. Einige dieser Eindrücke beeinflussen mich in meiner Arbeit und fließen in meine Bilder ein.“

Die Künstlerin über sich selbst

„In einer großen Dichte und mit hohem Sensorium nehme ich Momente, Bewegungen, Begegnungen, Verknüpfungen, Zustände und Abfolgen auf, die mich in ihrer Spezifik berühren, die nachhallen und anhaltende Spuren hinterlassen. Dabei sammle ich intuitiv. Die Größe oder das Spektakuläre einer Situation ist nicht maßgeblich für meine Aufmerksamkeit. In die Sammlung meines inneren Bilderarchivs finden auch kleine, unaufgeregte Momente Eingang, die mich in ihrer Konsequenz und Unmittelbarkeit faszinieren. Die Spuren meiner Fundstücke fließen in meine Zeichnungen, Bilder und Objekte ein und entwickeln sich in neuen Zusammenhängen zu eigenständigen Gefügen. In großer Offenheit beginnend, finden Linien, Formen, Farben und Materialien zueinander und verweben sich zu neuen Gebilden. In der Betrachtung können diese Zeichnungen, Bilder und Objekte Gefühle evozieren, sich mit Erinnerungen verknüpfen und einen Sog an Assoziationen entwickeln, den jeder Betrachter anders erleben kann. Mit großer Sorgfalt wähle ich meine Materialien aus, die oft nicht nur Bildträger, sondern auch über ihre Funktionalität hinaus Bestandteil meiner Arbeiten sind.“

Kurzbiografie

1965 in Dresden geboren, Studium und Diplom an der Hochschule Halle Burg Giebichenstein. Stipendien und Preise: Stipendium des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt, Kunstpreis der Stadtsparkasse Magdeburg, Stipendien Studios International, Denkmalschmiede Höfgen, Stipendium der Stiftung Kulturfonds, Stipendium im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf, Stipendium Röderhof Harz, Stipendium Mazedonien

Karen Roßki lebt und arbeitet in Dresden.

Bis zum 20. September ist die Kunst von Karen Roßki auch Teil der Sonderausstellung 30 Jahre Künstlerbund – 60 Perspektiven“ in der Städtischen Galerie. An der Ausstellung sind 60 Künstlerinnen und Künstler mit jeweils einem Werk beteiligt.

http://www.karenrosski.de

Die Theatergruppe „Spielbrett“ spielt wieder open air


Theaterspiel wie zu Shakespeares Zeiten: die deutschlandweit einmalige, beliebte Planwagentour der Dresdner Gruppe „Spielbrett“ fällt wegen der Corona-Einschränkungen dieses Jahr leider aus. Foto: Tanja Kirsten


Humorvoller Wettstreit um Schönheit und Macht: Königin Tausendschön und Schneewittchen. Foto: Spielbrett

Theater mit Abstand und um so mehr Leidenschaft und Energie

Die traditionelle Planwagentour der Gruppe Spielbrett durch die Sächsische Schweiz fällt dieses Jahr wegen der Corona-Einschränkungen leider aus. Dennoch wird Open Air Theater gespielt.

Spieglein, Spieglein an der Wand… Lange Zeit schwieg er. Nun wird er wieder eifrig befragt und „Schneewittchen“ wieder zum Leben erweckt. Die erste Vorstellung nach der Corona-bedingten Pause ihres Märchens von der Eitelkeit frei nach Grimm/Fühmann gab die Gruppe Spielbrett am vergangenen Sonntag auf der Waldbühne Augustusburg bei Chemnitz. Der Regen hörte pünktlich auf.

Gebannt erlebten über 30 Zuschauer, darunter ein Drittel Kinder, den Märchenspaß mit Schattenspiel und aktuellen Anspielungen unter Regie von Ulrich Schwarz. Das vorher eingereichte Hygienekonzept wurde vom Gesundheitsamt genehmigt. Die Veranstalter haben extra Hygieneregeln einzuhalten wie Abstand der Bankreihen.

Die sieben Zwerge werden als Räuberbande mit Klappmaulpuppen gespielt, deren Darsteller hinter der Bühne mit Mundschutz und Desinfektionsmittel für die Requisiten agieren. „Die Spieler stehen weiter auseinander und geben viel mehr Energie durch die Entfernung und der Räuberhauptmann brüllt jetzt: ,Abstand!`“, erzählt Ulrich Schwarz. Er ist Schauspieler, Regisseur und künstlerischer Leiter der Gruppe Spielbrett. Es gibt auch neue witzige Details, auf die sie sonst nicht gekommen wären, wie die Szene mit der Fliegenklatsche, mit der die böse Königin nun die Wange des getreuen Jägers abwechselnd tätschelt und Backpfeifen verteilt. Die Schlosswache schwingt eine Plastkeule mit Piepser und die böse Königin darf nicht den „Hausstand“ von Schneewittchen betreten.

Außerdem sind die Schminksachen der Darsteller nun getrennt und hat jetzt jeder seinen eigenen Koffer mit Kostüm und Requisiten. „Der Vorteil ist, die Aufmerksamkeit und Sorgfalt werden größer und man muss nicht mehr Dinge suchen kurz vor der Vorstellung“, so Schwarz. Das Hygienekonzept zu Shakespeares „Kaufmann“ – eine Dramödie mit Herz ist bereits eingereicht. Dort wird in einer Tanzszene der Kuss gestrichen. Die Lieder werden abgewandt gesungen. Schwieriger sei es für den Perückenwechsel der Hauptrollenspieler mit den Clowns zwei neue Perücken zu besorgen. „Man kann ein fertiges Stück nur bedingt ändern. Bei Neuinszenierungen hingegen Dinge wie die Abstandsregel berücksichtigen “, so Regisseur Schwarz.

Die Anordnungen ans Theater empfindet er teilweise als „pingelig und sie widersprechen sich auch, wenn es z.B. heißt, dass der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden muss.“ Rund zehn verschiedene Möglichkeiten für Hygienekonzepte zu Corona gebe es in Sachsen. „Keiner weiß es genau.“ So sitze man immer ein bisschen auf dem Schleudersitz. „Es geht um Begegnung auf der Bühne und die Spieler brauchen auch die Nähe, Reaktionen und das Echo des Publikums“, so Schwarz.

Zwei Theaterfestivals wurden wegen Corona abgesagt, bei denen „Spielbrett“ aufgetreten wäre. Bei den Internationalen Theatertagen am See in Friedrichshafen im April, wo sie beim ersten Gastspiel mit „Elektra“ gleich einen Preis abräumten. Einer der Spielbrett-Akteure und Vorstandsvorsitzende des Vereins, René Jäger stiftete aus eigener Tasche dem Festival sogar einen Publikumspreis für die nächsten drei Jahre. Außerdem wären sie im Mai bei einem Festival des Amateurtheaterverbandes Brandenburg in Potsdam dabei gewesen.

Außerdem fällt die alljährliche Planwagentour von Spielbrett, mit Leiterwagen und Pferden wie zu Zeiten Shakespeares, um Theater auf dem Land zu spielen, erstmals seit 35 Jahren wegen der Corona-Krise dieses Jahr aus. “Wir haben uns dazu entschieden, da es schwer zu vermitteln ist, wenn ein Tross mit 25 Schauspielern eine Woche durch die Lande ziehen kann, während andere im Home office arbeiten müssen oder ihre Kinder nicht in den Kindergarten oder Schule schicken können. Auch ständig mit Mindestabstand von 1,5 Metern zu agieren, radeln, gemeinsam speisen und am Lagerfeuer sitzen, ist für uns schwer vorstellbar“, sagt Ulrich Schwarz.

Dafür finden einige Spieltermine der Tour mit dem „Kaufmann“ vom 25. Juli  bis 1.August dennoch statt. Außerdem feiert die Gruppe Spielbrett ihr 35-jähriges Jubiläum mit einem kleinen feinen Festival unter dem Motto: „Danke, Volk!“ vom 30. September bis 4. Oktober im Theaterhaus Rudi, zu dem fünf freie Amateurtheatergruppen wie „Bühnamit“ (Dresden/Leipzig) eingeladen sind und einer Gala mit einer Szenen-Collage von Spielbrett. Für das Jubiläums-Festival freuen sich die leidenschaftlichen Komödianten über jede Spende.

Text (lv)

http://www.spielbrett.info

Die nächsten Spieltermine:

„Schneewittchen und die Zwerge“

21.6., 16 Uhr, Schloss Martinskirchen
5.7., 15 Uhr, Eis-Oase Paulsdorf
12.7., 15 Uhr, Schloss Kuckuckstein, Liebstadt

Shakespeares „Kaufmann“

26.7., 20 Uhr, Schloss Weesenstein (bestätigt)
30.7., 19.30 Uhr, Malerwinkel Weesenstein (bestätigt)
1.8., 20 Uhr, Freilichtbühne im Kurpark Bad Schandau (bestätigt)

Karten-Vorbestellung unter Tel.: 0176 – 562 34 654   sowie beim jeweiligen Veranstalter. Bitte dort auf die Homepages schauen, falls sich kurzfristig etwas ändern sollte.

Mit viel Humor & Herz: Konzert mit den „NotenDealern“ im Dresdner Comedy & Theater Club


Musik mit viel Humor und Herz: Die „NotenDealer“ sind mit ihrem aktuellen Programm am 17. Juni, um 20 Uhr letztmals im Dresdner Comedy & Theater Club zu erleben. Foto: Veranstalter

„Ein Mann kommt selten allein“

Gute Nachrichten: Die NotenDealer dürfen wieder live auf der Bühne stehen und können also ihre wirklich allerletzte Vorstellung von „Ein Mann kommt selten allein“ im Dresdner Comedy & Theater Club präsentieren. Da dort laut  Hygienekonzept nur eine (noch mehr) begrenzte Anzahl von Plätzen besetzt werden dürfen, war die jüngste Vorstellung am 11. Juni ausverkauft.

Aber es gibt für die zweite Ersatzvorstellung am Mittwoch, den 17. Juni 2020 um 20 Uhr noch Karten!
(Hinweis: Die Tickets für ausgefallene Vorstellungen müssen aktiv auf einen Ersatztermin umgebucht werden!)

Weitere Vorstellungen im Juni:

FR 19.06.     20 Uhr         „Früher waren mehr Prinzen“ Tim Gernitz & Carsten Linke
SA 20.06.     20 Uhr         „Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ Ellen Schaller (Ausverkauft)

FR 26.06.     20 Uhr         „Mach Dich frei, wir müssen reden!“ Matthias Machwerk
SA 27.06.     20 Uhr         „Mach Dich frei, wir müssen reden!“ Matthias Machwerk

Alle PROGRAMM-INFORMATIONEN unter https://www.comedytheaterclub-dresden.de/front_content.php?changelang=11&idcat=1292&monat=6&jahr=2020

Man kann  online reservieren; Gutscheine einlösen, mit Reservierungswunsch; die wieder geöffneten Vorverkaufsstellen besuchen oder uns unter 0351–46 44 877 anrufen – wir freuen uns auf Euren Besuch!

Der DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB begann Ende Mai sehr erfolgreich, aber behutsam, mit reduzierter Platzanzahl und einem angemessenen Hygienekonzept mit den Vorstellungen am angestammten Spielort. So sollten u.a. Gäste mit Symptomen die Vorstellungen derzeit bitte nicht besuchen, beim Betreten und Verlassen des Theaterkellers einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstände eingehalten und die Hände desinfiziert werden. Trotz alledem wird der Spaß nicht zu kurz kommen …

Text: Heike Jack
DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB

Gewölbekeller im Kügelgenhaus
Hauptstraße 13
01097 Dresden
Telefon 0351-46 44 877

www.comedytheaterclub-dresden.de

Genuss pur. Poesie & Kuchen – auch zu buchen…

Hervorgehoben


Genuss für Geist & Sinne. Mit Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen fing alles an. meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry liebt Poesie & Kuchen und bringt beides gern zu Lesungen mit.

Wenn die Worte und Aromen auf der Zunge tanzen

Die erste Kostprobe gab es bei der Premiere meiner Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor in Dresden, das angesichts Corona-Einschränkungen gut gefüllt war. Vom ersten selbst gebackenen Rhabarberkuchen, dem ich ein eigenes Gedicht widmete, blieb fast kein Krümel übrig. Das spornte mich an zu weiteren Backversuchen. Ich mag Poesie & Backen. Das Spiel mit Worten & Zutaten & der betörende Duft & Aromen, die auf der Zunge tanzen & Gestalt annehmen. Zum Zuhören, Probieren und Genießen einladen und etwas Bleibendes schaffen.

So entstand mein neues Angebot unter dem Motto: „Poesie & Kuchen – auch zu buchen“ eigene Gedichte und selbst gebackenen Kuchen zu Lesungen mitzubringen. Und diese zwei Leidenschaften zu verbinden. Genuss für Geist und Sinne.

Ich lese gern vor neugierig aufgeschlossenem Publikum, ob in Spielstätten, in einem Gartenlokal, auf privaten Feiern oder in Senioren- und Pflegeheimen in Dresden und der Region. Gedichte über Zauberhaftes in der Natur und Zwischenmenschliches, Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des immer wieder Anfangens. Viele meiner Gedichte, die in den letzten zehn Jahren entstanden und für die ich als nächstes einen passenden Verlag suche, stehen hier auf meinem wortgarten-Blog.

Wer Interesse an meinen Lesungen hat, auch mit musikalischer Begleitung möglich, kann mir gern schreiben an folgende e-mail-Adresse:
lilli-vostry-journalistin@gmx.de

Text + Fotos (lv)

Bild

Ausstellung „Blickwechsel“ von Mechthild Mansel in der Stadtgalerie Radebeul


Aus dem Weinberg in die Ausstellung: Künstlerin Mechthild Mansel

Farbreiche Muntermacher

Wieder zu sehen ist die Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik zum 60. Geburtstag von Mechthild Mansel in der Stadtgalerie Radebeul. Am 14. Juni, um 15 Uhr gibt es ein Gespräch mit der Künstlerin in der Ausstellung.

Heftig wirbelnde Farbwogen treffen auf Lichtblitze im Dunklen, eine beschwingte „Windorgel“ auf zarten „Sphärenklang“. Hinter den zunächst wie hingeschleudert, unruhig und undurchdringlich wirkenden Farblandschaften kann der innehaltende Betrachter eine Menge entdecken in der Ausstellung „Blickwechsel“. So heißt die derzeitige Ausstellung mit Malerei, Grafik und Keramik von Mechthild Mansel in einer Retrospektive-Schau anlässlich ihres 60. Geburtstages in der Stadtgalerie Radebeul in
Altkötzschenbroda 21.

„Wir sind froh, dass die Galerie wieder geöffnet hat und diese Ausstellung bis 21. Juni verlängert wurde“,sagt Stadtgalerist Alexander Lange. Zu beachten sind die Hygieneregeln wie Mindestabstand von 1,5 Meter und Mund-Nasenschutz. Maximal fünf Besucher können auf einmal in die Galerieräume. “Sie hat die Farbe und Struktur für sich entdeckt, die sich kontinuierlich in ihren Grafiken und auch neuen Werken widerspiegeln“, sagt er über das Schaffen von Mechthild Mansel, Sie hat ihr Atelier jetzt in der alten Schuhfabrik in Radebeul.

In der Stadtgalerie zeigt sie rund 70 Arbeiten, Ölbilder, Lithografien, Radierungen und Keramik. Darunter frühe figürliche Arbeiten, die in lebhaften Linienschwüngen ausdrucksreich Tanzende, steigende und fallende Figuren mit filigranem Netz, Paare, Träumende und eine schwarz schattenhafte Gestalt, den „Rufer“ nach Lyrik von J.L. Borges zeigen. Zwei Kopf-Bilder erinnern in der Handschrift an ihren geschätzten Lehrer Bernhard Heisig, wegen dem Mechthild Mansel 1993 zum Malerei- und Grafikstudium nach Leipzig ging und 1997 als Meisterschülerin abschloss.
Außerdem war sie mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen
Austauschdienstes 1994 bis `95 für das Studium in Malerei und Skulptur
an der Accademia di Belle Arti in Florenz. Seitdem ist Mechthild Mansel
als freischaffende  Künstlerin und als freie Dozentin u.a. an der Volkshochschule Radebeul tätig.

Ihre abstrakte Malerei ist in ebenso bewegtem Farb- und Linienspiel gehalten wie die Grafiken. Diese halten mal expressiv, energiegeladen, kantig und in luftig-leichten Formen und intensiv leuchtenden, zuweilen grellen Farbtönen Landschaften, Orte, Meer und Hafen als Ausdruck innerer Befindlichkeit und Reibung mit der Außenwelt fest. Viele Bilder hängen in schönen alten Rahmen aus ihrer Sammlung. Die Titel stehen versteckt unten am Bildrand. Der Betrachter soll erst die Arbeiten ansehen und sich seine eigenen Gedanken machen.

Ihre Bilder sind „Muntermacher“, „Lichtgesang“, „mehrstimmig“, schwingen auch mal farbbrodelnd die “Kopf-Keule“, führen an „Zauberorte“, sie lässt eine “Eis-Blume“ rot leuchten und die „Wintersonne“ hell strahlen. Dazu gesellen sich große Vasen und Schalen blau und grün bemalt mit Tanzenden, Blättern und Blumen. „Man kann die Bilder wie Musik auf sich wirken lassen“, sagt Mechthild Mansel über ihre Arbeiten.

Die Ausstellung von Mechthild Mansel ist noch bis 21. Juni in der Stadtgalerie Radebeul zu sehen. 

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do von 14 – 18 Uhr und So von 13 – 17 Uhr