Gedichte zum 4. Jahresgedenken an meine Mutter. Seit jenem Januar 2014 ist mir der Winter besonders nahe.

dscf9197dscf8421

dscf8920dscf9216

dscf9219dscf9223

dscf9217dscf8822

dscf8795dscf8605

Winterbilder

Die Worte versagen
die uns einst verbanden
suche deine Spur
in den Zweigen der Bäume
die dunkle Linien in den Schnee zeichnen
filigrane Netze werfen

meine Augen wandern mit den Himmelsfarben
die mich zu dir tragen
du siehst mich an
in deinen Bildern
dem Seerosenteich
den nie welkenden Sommerblumen
der tanzenden Frau im dunklen Kleid
der Taube mit dem Zweig im Schnabel
über der Stadt

im Flockenwirbel kreisen Möwen
und Raben umeinander
lassen die Schattenbilder verblassen

20.01.2017

_____________________________

Neujahr

Flieg zu dir
ins unendliche Weiß
wärmender Worte
ruf sie mir zurück
bevor sie entschwinden
im Schwarm der Schwarzgefiederten

sammle ich die letzten Zweige
vom Lichterbaum aus dem Schnee
hole mir die ersten roten Tulpen
leere die letzte Eiscreme Brulée
ein kleiner Mann mit Leiter
erobert den Glücksklee

während die Leuchtraketen ins Nebelhorn
stoßen kurz aufflackern
in hohem Bogen
empor zwitschern
wie Vögel
am Neujahrshimmel

Dezember 2014

______________________________

Splittertraum

Einschneidend
in die Kinderhand
brüchig Glas der Erinnerung

Splitter im Zeitraffer
Fallen auf mich zurück
Stoßen sich in mir wund

Wachsen nie
mehr zusammen
und halten doch stand

1./2.2.2013

_________________________

Stille

Wenn ich mich
nach innen aufblättere
alle Hüllen fallen lasse

mir inwendig zulächle
und mich vertiefe
auf den Grund

mein und dein Puls
anklopfen
vibrierendes Drahtseiltanzen

in den endlosen Fluren
unserer Herzkammern
ein Echo finden

30./31.10.2012

______________________

AtemZüge

(Für M.)

Vor mir Gleise
in viele Richtungen
alle führen weg
von dir
volle AtemZüge schlingern
ins Leere
vertraute Zeichen kreuzen
ferne Haltestellen

ziehe deine Spur nach
die Winterkleider ungern aus
die Sonne wärmt nicht
wickle rote Schleifenbänder
um die Bänder
sehe dein lächelndes Gesicht
in tanzenden Flammen
in Tausendschönchen aufblühen
im Gesang der Vögel federleicht

finden wir uns wieder
an einem Ort der
Herzvergnügen heißt
fahre ich mit vollen AtemZügen weiter

23.03.2014

dscf8068

Text + Fotos (lv)

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements