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Kategorien-Archiv: Bildende Kunst

Kunstinitiative der Georado-Stiftung in Dorfhain setzt auf Miteinander

11 Donnerstag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Auf der farbenfrohen Fassade am Galerieeingang darf es nicht fehlen, das „Helfertier“, erklärt Künstler Olaf Stoy schmunzelnd.

„Zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“

Freie Ateliers, geologische Schätze und viel Raum zum Mitgestalten bietet die entstehende Georado Erlebniswelt Tharandter Wald in Dorfhain. Seit 2019 dabei ist der Künstler Olaf Stoy.

Ohne Mut geht es nicht beim Klettern und in der Kunst. Daher steht er in großen Stahlbuchstaben sichtbar gleich am Eingang zur „Georado Erlebniswelt Tharandter Wald“. Diese Stiftung will Geotechnik und Geologie auf verschiedene Weise für Besucher erlebbar machen in ihrem Domizil in Dorfhain, gelegen am Rande des geologischen Kleinods Tharandter Wald, der zum Erzgebirge gehört. Ein Kletterturm und Technik für die Bergsicherung und deren Mitarbeiter und eine geotechnische Dauerausstellung befinden sich im Freigelände. Außerdem lockt eine originell-fantasiereiche Kunst- und Skulpturensammlung auf dem Platz und in den Gebäuden. In einer hellen Halle mit großen Fenstern steht das Wort Zukunft.

Sie ist noch fast leer und bietet viel Raum zum Gestalten. Vor dem weiß gestrichenen Gebäude mit Bistro, Tagungs- und Veranstaltungsräumen sitzt ein Mann gedankenversunken auf einer Mondsichel im Gras. Ein Stück weiter steht ein stattlicher Hirsch zwischen den Tischen und Bänken auf der Terrasse. Die Skulpturen stammen aus dem ehemaligen Kunstzentrum „Tacheles“ in Berlin, das 2013 schloss. Die Kunstinitiative der Georado-Stiftung hat sie hierher gerettet. Symbolisch steht ein Baum, geschweißt aus vielen Stahlteilen in einer Auftragsarbeit von der Kieler Firma „Giganten aus Stahl“ für all das, was die Akteure auf dem Gelände verbindet. Er trägt Eichenblätter, auf einem Ast sitzt eine Eule für Wissen, ein Eichhörnchen für Fleiß, der Adler für die Weitsicht und der Fuchs für Schlauheit, erzählt Olaf Stoy, Porzellankünstler und Mitinitiator der Kunstinitiative der Georado-Stiftung.

Auf dem Land herrscht eine eigene Mentalität, man kennt und hilft sich und es ist auch ein Rückzugsort, weiß Stoy. „Doch zu Lebensqualität gehören auch Kunst und Kultur“, sagt er, „die muss aus dem Volk heraus kommen.“ In einer Zeit, in der die Gesellschaft zunehmend zersplittere in viele Teile, setzt die Kunstinitiative auf  „Miteinander“. Olaf Stoy ist im Juni 2019 nach Dorfhain gezogen. Vorher hatte der 62-Jährige sein Atelier im Technologie- und Gründerzentrum Freital als einer der ersten Mieter und gründete die Galerie “F1“, in der er Ausstellungen, Konzerte und Lyrik-Lesungen veranstaltete.
Doch obwohl sich der Kunstort direkt an der Hauptstraße befand, kamen wenig Leute.

„Vielleicht hatten die Freitaler Schwellenangst. Während in Dorfhain zu einer Lyrik-Lesung gleich 80 Besucher auch aus Dresden, Freiberg und Tharandt kamen.“ Der Georado-Stiftungschef Jens Jähnig fragte ihn 2018, ob er mittun will und bot ihm ein Atelier im Areal an. Ehemals befand sich hier der „Elrado“ Betrieb elektronische Bauelemente Dorfhain mit über 2 000 Beschäftigten und neben dem Edelstahlwerk Freital der größte Arbeitgeber in der Gegend. 1991 kam das Aus. Es gibt noch ein kleines Betriebsmuseum, das ehemalige Mitarbeiter einrichteten. Auch die Mutter von Jens Jähnig arbeitete in dem Betrieb und er ist hier aufgewachsen. Er hat eine Firma für Bergsicherung und wollte die Gebäude erhalten und kulturell neu beleben.

Inzwischen sind hier schon einige Firmen ansässig. Schirmherr der Georado-Stiftung ist seit 2019 der sächsische Innenminister Roland Wöller. Ein Blickfang ist die farbenfrohe Fassade, auf der viele Blumen und Ideen blühen, Menschen und Tiere und ihre Lebenswelt und Werte wie Heimatverbundenheit und individuelle Freiheit dargestellt sind. Nicht zu vergessen das „Helfertier“ mit dem Rotkreuz-Pflaster. Das Wandbild entstand bei einem Open-Art-Event der Georado-Stiftung, gestaltet haben es 26 Künstler aus Sachsen, Deutschland und Europa, aus Istanbul, Paris, Athen und Italien unter Federführung von Michael Fischer-Art aus Leipzig gemeinsam. Das Kunstprojekt wurde mit Mitteln aus einem Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen und aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für ländliche Gebiete gefördert. Drinnen befindet sich das Herzstück der Kunstinitiative, die Galerie „ArtToGo“.

Mit wechselnden Ausstellungen und Kunst zum Mitnehmen, als Erlebnis und zu kaufen, so Stoy. In einem Raum kann man prächtige Federn einheimischer und seltener Vogelarten sehen. Nebenan hat Olaf Stoy sein Atelier und die Galerie „Weiße Kunst“ mit vielgestaltigen Werken, zu denen auch Grafik und Lyrikbände gehören. Seine neuesten Porzellanarbeiten zeigt er bei der Gruppenausstellung „Erotischer Advent“ ab 26. November in der Galerie Kunst & Eros in Dresden. Schön wäre, wenn noch ein oder zwei Künstler sich im Georado-Gelände ansiedeln würden, so Stoy, damit er nicht alleine der Organisator von Kunstprojekten bleibt. Es gibt noch freie Ateliers in der
“Villa“ zu vermieten und eine Werkstatt steht noch leer für kreative Gewerke.

„Man erfährt auch Wertschätzung als Künstler und kann ja weiterhin in der Stadt ausstellen“, so Stoy. Dieses Jahr soll es auch wieder einen Kunstweihnachtsmarkt im Georado-Gelände geben am letzten Advents-Wochenende. „Der erste fand 2019 statt mit über 2 000 Besuchern und wir mussten Bratwurst und Glühwein nachholen“, so Stoy. Der diesjährige Kunstweihnachtsmarkt am 18.12. kann wegen der aktuellen Corona-Situation leider nicht stattfinden, bedauert er.

Text + Fotos (lv)

http://www.georado.de


In der „Villa“ im Georado-Gelände sind noch freie Räume für Ateliers.


Olaf Stoy am Eingang zu seiner Galerie „Weiße Kunst“.

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Ausstellung „Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie „ArtToGo“ in Dorfhain bei Freital

05 Freitag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs

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Stolze Reiher und Gans mit blutrotem Gefieder von Thomas Junghans.


Krähen im Flug von Olaf Stoy


Eulen und drei Vögel von Olaf Stoy


Beflügelt: Künstler und Kurator Olaf Stoy in der Ausstellung.

Kunstvolles Geflatter

14 Vogelarten von grazil, keck bis kauzig zeigen acht Künstler aus eigener Beobachtung zurzeit in der Ausstellung „Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie “ArtToGo“ der Georado-Stiftung  in Dorfhain bei Freital.

Ein Kranich schwingt sich stolz in den strahlend blauen Himmel. Graugänse und Krähen im Flug. Eine Gruppe Reiher steht gleich neben dem Eingang zur Ausstellung. Ein kleiner Strandläufer mit spitzem Schnabel sieht sich vor dem Fenster um. Bekannte und seltene Vögel tummeln sich in aller Schönheit und Vielfalt zurzeit in der Ausstellung “Ge-Flügel-Schau 2.0“ in der Galerie „ArtToGo“ der Georado-Stiftung auf der Talstraße 7 in Dorfhain. Vorher war die Schau bereits im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff  bis September 2021 zu sehen und präsentiert sich nun in neuer Form in der Galerie im Georado-Gelände. Acht Künstlerinnen und Künstler zeigen in der ehemaligen Produktionshalle, vor frisch geweißten Wänden und Ziegelsteineinfassungen, nun gefiederte Kunst in vielerlei Gestalt und Form auf Fotografien, Leinwänden, in Holz, Porzellan, Keramik, Stahl, Worten und Klängen. 14 Vogelarten sind in der Ausstellung von nahem zu sehen und bestaunen, von wundervoll majestätisch, grazil, keck bis kauzig. Der Ausstellungstitel spielt mit Bildern von Kleintierschauen, die üblicherweise von Züchterverbänden organisiert werden.

„Einige ältere Anwohner sind auch in die Falle gegangen und fragten zur Ausstellungseröffnung nach der Tierschau“, erzählt Olaf Stoy, Künstler und Kurator der „Ge-Flügel-Schau 2.0“ schmunzelnd. Als sie hörten, dass es eine Kunstausstellung ist, seien sie wieder gegangen. Obwohl dies mit auf dem Ausstellungsplakat steht. Die Idee zur Ausstellung lag buchstäblich in der Luft, so Olaf Stoy. Da er und einige seiner Künstlerkollegen sich schon seit einiger Zeit intensiv mit der Darstellung von Vögeln in verschiedensten Handschriften und Materialien befassen. Natürlich auch wegen der reichhaltigen Symbolik dieser Tiere, begonnen beim Traum vom Fliegen, Schwerelosigkeit, Freiheit, Zugvögeln, die Sehnsucht nach fernen Ländern wecken bis zum Umgang des Menschen mit dem lieben Federvieh und zunehmend gefährdeten Singvögeln, die immer weniger Nahrung und Aufenthaltsräume in ihrer natürlichen Umwelt finden. In Raumnischen verteilt stehen in der Ausstellung Vögel auf Podesten und Regalen in miniature und lebensgroß der Natur nachempfunden und aus eigener Beobachtung und Erleben der Künstler gestaltet.

Darunter die eleganten Kraniche und Reiher aus hellem Lindenholz von Thomas Junghans. Dazu gesellen sich von ihm ein Pinguin, ein Fasan aus Maulbeerbaumholz mit Glasperlenaugen und Fuchs und Gans mit blutrotem Gefieder im Kiefernholz im hinteren, weiß gekachelten Ausstellungsraum. Die wunderbaren Vogelfotografien stammen von Steffen Petrenz. Wache, träumende, verschmitzt blinzelnde und sich aneinander schmiegende Eulen aus rotem und schwarzem Ton und farbig gefasstem Beton zeigt Ulrich Eißner. Ein Strauß steckt den Kopf in den Sand in einer Stahlskulptur von Emilie Gotmann. Beim Rundgang ertönen Vogelstimmen, gackern Hühner, hört man Naturgeräusche wie Gewitter und Baulärm, Eingriffe in die Natur, aufgenommen in einer Soundcollage „Habitat“ von Jacob Stoy und Clemens Pitschke. Außerdem kann man gerahmte Haikus – japanische Kurzgedichte mit poetischen und skurrilen Betrachtungen über Mensch, Tier und Umwelt von Uwe Claus lesen.

„Diese Ausstellung kann auch ein Weg sein, zur Natur und Kunst zu finden. Wir möchten alle Sinne ansprechen“, sagt Olaf Stoy. Die „Ge-Flügel-Schau 2.0“ ist ein gelungenes, eindrucksvolles Erlebnis für kleine und große Besucher. Augenzwinkernd zeigt er „Geflatter“, drei schwarze Krähen im Fug aus Ton, eine fliegende Eule mit Goldaugen und einen Nachtvogel sitzend auf einem Wandboard. Außerdem akribisch feine,  leuchtend farbige, überzeichnete Drucke mit „Hähnchen und Hühnchen“, die ihm beim Urlaub auf dem Dorf im Havelland letztes Jahr vor der Nase herum liefen und schließlich Modell standen.

Mit Tier- und Natur-Ausstellungen wie dieser will Olaf Stoy auch „Brücken bauen denjenigen, die noch Hemmschwellen zu Kunst haben. Wir freuen uns, wenn das Angebot angenommen wird.“ Die geplante „Mr. Gockel Schau“ mit lebenden Hähnen, wo der schönste Hahn vom Publikum gekürt werden sollte und als Preis ein Bild von Stoy und eine Flasche Rotwein mit schwarzem Hahn-Siegel winkte, kam leider nicht zustande, bedauert er. Die „Ge-Flügel-Schau 2.0“ ist noch bis 21. November in der Galerie „ArtToGo“ zu sehen.

Als nächstes findet eine musikalische Lesung “Seltsame Vögel“ am 5. November, um 19 Uhr im Georado-Gelände in Dorfhain statt. Olaf Stoy liest skurril doppelbödige Kurzgeschichten und Tino Z. steuert Rocksongs vom Feinsten bei.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet hat die Ausstellung jeweils sonntags von 10 – 16 Uhr und begleitend zu den Veranstaltungen.

Weitere Infos unter http://www.georado.de


Strandläufer von Thomas Junghans


Strauss aus Stahl von Emilie Gotmann


Kranich im Flug, Graugänse, Reiher, Turmfalke und Bienenfresser in Fotografien von Steffen Petrenz


Poesie & Eulen, das gefiederte Paar stammt von Ulrich Eißner


20 Haikus – japanische Kurzgedichte mit beflügelnden Gedanken über Menschen, Vögel und Umwelt steuert der Lyriker Uwe Claus zur Ausstellung bei.

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Rückblick auf den 20. Meißner Grafikmarkt & farbenfroh skurrile Bilder sächsischer Kurfürsten von Esteban Velazquez von Wilhelm

05 Freitag Nov 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Unterwegs

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„Kunst zum Anfassen.“ Die Dresdner Malerin, Grafikerin und Bildhauerin Catrin Große zeigte hautnah ihre neuesten Werke beim Meißner Grafikmarkt.


Farbenfrohe Kunst von der Postkarte über Advents- und Jahreskalender, kleine LebensARTBüchlein mit witzigen Sprüchen bis zu illustrierten Kinderbüchern brachte die Radebeuler Künstlerin und Galeristin (Galerie mit Weitblick) Dorothee Kuhbandner mit auf die Albrechtsburg.


Originell: Farbige, zackige Sägeblatt-Drucke mit schwungvollen Figuren im Lebens-Tanz von Dorothee Kuhbandner.

Die Lust an der Linie

Über 30 Künstler zeigten Arbeiten auf Papier in aller Vielfalt beim 20. Meißner Grafikmarkt auf der Albrechtsburg. Allerdings kamen diesmal mit rund 2 500 Besuchern weniger als sonst.

„Nimm was der Blick dir gibt“, lockt als Aufforderung an die Besucher zum Sehen und Genießen gleich neben dem Eingang. Der Spruch ziert zusammen mit farbigen Holzschnitten und Bonmots aus seinem Lebenswerk den Ringelnatz-Kalender für 2022. Der liegt neben maritimen Grafiken auf alten Seekarten und kleinen typografischen Blättern voller doppelsinniger Lebensweisheiten am Stand von Hans-Hilmar Koch. Er ist Grafiker, Setzer und Drucker in Krakow am See, wo er eine Werkstatt und eine Galerie in Schwerin hat, und er ist wohl der am weitesten angereiste Teilnehmer beim diesjährigen 20. Meißner Grafikmarkt, der veranstaltet vom Freundeskreis Albrechtsburg Meißen e.V. am vorletzten Oktober-Wochenende auf der Albrechtsburg stattfand.

Über 30 Künstlerinnen und Künstler aus der Region zwischen Dresden, Leipzig, Halle und Berlin zeigten eine  große Vielfalt an Arbeiten auf Papier und verschiedenste Drucktechniken für ein breites Publikum zum Verkauf. Der Erlös geht anders als in Galerien vollständig an die Künstler. Ca. fünf, sechs Künstler hatten ihre Teilnahme am Meißner Grafikmarkt kurzfristig abgesagt. “Zwei von ihnen kamen nicht klar mit der 3G-Regel und dem erforderlichen, kostenpflichtigen Testnachweis für Ungeimpfte. Das ist sehr bedauerlich“, sagt Schlossleiter Uwe Michel. In der Ausschreibung zum Meißner Grafikmarkt sei jedoch auf die geltenden Covid 19-Regelungen hingewiesen worden. Nachdem dieser bereits zwei Mal abgesagt werden musste, sei man froh, dass die Kunstschau dieses Jahr wieder stattfinden konnte. Daher fand der Jubiläums-Grafikmarkt auch nicht wie sonst im Frühjahr statt, sondern jetzt. Rund 2 500 Besucher kamen diesmal, so Michel. Weitaus weniger als sonst wohl auch wegen der Corona-Einschränkungen. Bisher kamen bis zu 5 000 Besucher an beiden Tagen zum Meißner Grafikmarkt.

„Es ist ein ambitioniertes Publikum in Meißen und ein angenehmer Ort. Ich bin gern hier“, sagt Hans-Hilmar Koch. Er komme nicht nur aus monetären Gründen her, er schaut sich auch an den anderen Kunstständen um, trifft Freunde und Künstlerkollegen, auch um neue Dinge zu besprechen. Catrin Große ist freischaffend als Malerin, Grafikerin und Bildhauerin in Dresden und erstmals beim Meißner Grafikmarkt dabei. Vor ihr steht eine fast leere Kaffeetasse und sie blättert in der großen Grafikmappe, nimmt die Bilder aus der Folie, damit die Besucher sie besser sehen. „Es ist ja auch als Kunst zum Anfassen gedacht“, sagt Catrin Große. Sie zeigt die menschliche Figur, Tiere und Pflanzen, zarte Kirschblütenzweige, sich jagende Jaguare und eine grinsende Gestalt mit Totenschädel in schwarz-weißen Farbkontrasten und schwebend leichte Blätter, die mit linearen, grafischen Strukturen spielen im von ihr entwickelten Ambossdruck, einem Hochdruckverfahren mit vielen Tiefdruckanleihen.

In ihren Grafiken gibt sie sich ganz der Lust am Spiel mit der Linie hin. Etwas zweischneidig sei es, so Catrin Große, zwischen den Arbeiten zu sitzen und zu merken, wenn Besuchern etwas nicht gefällt oder die Farbe Schwarz sie zurückhält. „Doch ich habe auch schon oft Bildtitel gefunden durch Gespräche mit Besuchern. Die Bilder wirken ja auf jeden Betrachter anders mit ihren Assoziationen und öffnen Türen. Ich freue mich, wenn sie jemand ansprechen“, sagt Catrin Große. Es gehe aber nicht nur darum, Grafiken zu verkaufen, die dann privat in einem Haushalt hängen. Schön wäre, wenn Künstlerinnen ihre Arbeiten noch selbstverständlicher und sichtbar auch in großen Ausstellungen, Galerien und Museen zeigen könnten. Das passiere leider noch zu wenig.

Bereits mehrmals beim Meißner Grafikmarkt dabei ist die Radebeuler Künstlerin Dorothee Kuhbandner. „Es gibt nicht so viele Grafikmärkte in der Gegend und ist eine gute Gelegenheit, sich zu zeigen“, sagt sie. Guten Zuspruch fanden bei dieser Kunstmesse ihr neuer, farbenfreudiger und fantasievoller Jahres- und Adventskalender sowie ihre kleinen „LebensART“-Hefte mit farbigen Zeichnungen und witzigen Sprüchen. Neu von ihr sind farbige Sägeblatt-Drucke mit schwungvollen Figuren. Die Fotokünstlerin Gabriele Seitz stellte ihren neuen Bildband „In Lethes Garten“ mit schwarz-weißen Aufnahmen von Blüten und Gewächsen aus dem Botanischen Garten in Dresden und Gedichten von Heinz Weißflog vor und einen Tischkalender mit Blumen-Stilleben.

Eine besondere Entdeckung im Rahmen des Grafikmarktes sind die farbenfroh skurrilen Bilder sächsischer Kurfürsten von Esteban Velazquez von Wilhelm. „Herr Michel hat mich angerufen und eingeladen, meine Bilder auf der Albrechtsburg zu zeigen“, sagt von Wilhelm erfreut. Der 41jährige Historiker und Künstler stammt aus Venezuela und lebt seit 2016 in Dresden. Er trägt eine rote Augenklappe, ein Auge verlor er durch Folter durch das politische Regime in Venezuela, und eine Lederjacke bemalt mit dem Meißner Stadtwappen und auf der Rückseite die Albrechtsburg. Witzig, frech und fantasievoll, weiß perückt und ein Auge von einem Fleck bedeckt, spielen seine Porträts sächsischer Kurfürsten und Herrscher mit Äußerlichkeiten, Posen, Symbolen von Macht und Individualität und hinterfragen sie. Die Bilder lösen unweigerlich Staunen und Schmunzeln beim Betrachter aus und bringen goldverziert, mit wild expressiver Farbigkeit und dem Blick von außen auf hiesige Traditionen und Gegenwart frischen Wind in das altehrwürdige Gemäuer der Albrechtsburg. Von Wilhelms sächsischer Hof auf der Albrechtsburg kann auf Anfrage noch zwei Wochen bis 4. November besichtigt werden. Der nächste Meißner Grafikmarkt soll im Frühjahr 2022 stattfinden.

Text + Fotos (lv)


Skurril-eigenwillige Porträts sächsischer Kurfürsten zeigte der aus Venezuela stammende und jetzt in Dresden lebende Künstler Esteban Velazquez von Wilhelm in einer Sonderausstellung im Rahmen des Meißner Grafikmarktes.


Stilvoll: Porträt des Künstlers Esteban Velazquez von Wilhelm fotografiert von Lorenzo Capunata. Der Maler von Wilhelm sagt über seine Bilder: „Das Thema Kurfürsten ist für mich von größter Bedeutung.  Ich verspreche allen Sachsen, dass ich durch meine Kunst eure Kurfürsten zu hochgeschätzten Persönlichkeiten in der ganzen Welt machen werde. In meiner Arbeit kommen der Historiker und der Künstler zusammen. Es handelt sich um eine Arbeit, die eine vorbereitende dokumentarische Recherche beinhaltet. Ein Dialog mit der historischen und anekdotischen Aufarbeitung der sächsischen Geschichte ist notwendig, einschließlich der Auseinandersetzung mit den relevanten Aspekten der Persönlichkeit jedes dieser sächsischen Adligen. Erst danach kann ich meine Pinsel und meine Tuben mit Ölfarbe in die Hand nehmen. Ich liebe das.“

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Ausstellung „Bei den Faunen zu Gast“ in der Galerie der Kuppelhalle Tharandt

18 Montag Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Projekte

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Mit Pinsel und Zeichenstift im Fortbotanischen Garten Tharandt unterwegs: Teilnehmer eines Plenairs mit der Initiatorin des Kunstprojekts Michele Cyranka (im Bild 2. von re.) Fotos: Veranstalter

Auf farbreich verschlungenen Wegen bei den Faunen

Bei einem Plenair im Forstbotanischen Garten entstandene Arbeiten zeigt zurzeit eine Ausstellung in der Galerie der Kuppelhalle Tharandt.

Auf weißen Papierfahnen erblühen florale Formen, gemischt mit Abdrücken von kreiselnden, fallenden Blättern. Pinselschwünge, Farbspuren und Tupfen in erdigen Farben, ocker, blau und leuchtendem gelb treffen auf rankendes Grün im Gewächshaus. Eindrucksvoll wird hier das lebhafte Zusammenspiel von Natur und Kunst, Werden und Vergehen sichtbar. Es ist eine Gemeinschaftsarbeit von Teilnehmern eines Plenairs im Forstbotanischen Garten Tharandt. Im September fand das Kunstprojekt statt. Initiatorin ist die in Tharandt lebende Künstlerin Michele Cyranka.

„Das Plenair bot eine wunderbare Möglichkeit, sich im Angesicht botanischer Besonderheiten und im Auf und Ab der Wege in die Natur einzufühlen und aus unmittelbarem Erleben eine eigene Bildsprache zu entwickeln“, sagt Michele Cyranka. Seit 1992 arbeitet sie freischaffend als Künstlerin und möchte ihre Erfahrungen und eigene Freude am Entstehen der Werke an andere Interessierte weitergeben. Am Plenair nahmen sowohl gestandene Künstlerinnen und Künstler als auch nicht im Künstlerberuf Tätige teil. Die Ergebnisse sind derzeit in einer Ausstellung mit dem Titel „Bei den Faunen zu Gast“ in der Galerie der Kuppelhalle Tharandt zu sehen.

Der Faun ist ein gehörnter und bocksfüßiger, altrömischer Flur- und Waldgott, später Waldgeist, der in der Kunst und Literatur vor allem ungehemmte Lebenslust verkörpert. Auf dessen Spuren begaben sich, umher schweifend, malend und zeichnend die sechs Plenair-Teilnehmer eine Woche lang im Forstgarten in Tharandt. Entstanden sind in Ausdruck und Intensität ganz unterschiedliche Naturbilder, die mit Bleistift, Kohlekreide, farbiger Tusche und Aquarellfarben auf Papier und Leinwand festgehalten nun in der Ausstellung versammelt sind. Als Malmotive dienten einzelne Baumstämme und Baumgruppen, Blicke in die Wipfel und ins Unterholz, verträumte und versteckte Plätze und Aussichtspunkte mit weiter Sicht auf die bergige Landschaft und ins Tal. Die Bilder sind mal naturalistisch, konkret und abstrahiert, fantasievoll verwandelt. Oft wiederkehrende Malmotive wie Birken und ein aus Eibenhecken gepflanztes Labyrinth erscheinen aus verschiedenen Perspektiven, in mal zarten und kräftigen Farbtönen gesehen.

In einer farbigen Tuschezeichnung von Michele Cyranka steht eine Frau mit wehendem Haar vor den verschlungenen Wegen des Labyrinths und überlegt, welchen gehen. Mal wiegen sich die Bäume bei ihr wie im Tanz, mal ähneln sie windschiefen, aber unverzagten Gestalten und ranken die Zweige wie ein Tor, durch das sie geht. Ins „Hochwaldrevier“ und ans Labyrinth führt Mechthild Mansel den Betrachter in ihren mal klaren, mal geheimnisvoll verästelten Kohlezeichnungen. Außerdem zeigt sie einen Blick „Aus der Liebeslaube“, einem Holzunterstand mit schöner Aussicht. Angelika Jost hat „Feenbäume“ im Forstgarten gefunden und sie zeichnete einen gedrehten Stamm.
Michael Klose hat stimmungsvoll Nadelbäume mit Sonnensprenkeln und lauschig grüne Winkel in seinen Aquarellen festgehalten. Und ein Bild mit „Cotta-Blick“ dem einstigen Forstmeister und Mitdirektor der Forsthochschule Tharandt gewidmet.

Eine Baumwurzel und gefällte Baumstämme zeichnete Friedhelm Müller. Und leuchtend grüne und welke Blätter im Sonnenlicht. Kerstin Stephan zeigt zwei zusammengewachsene Birkenstämme detailliert mit Bleistift gezeichnet und in kühl blauen und violetten Farbtönen die „Rosentreppe“.

Die Ausstellung „Bei den Faunen zu Gast“ ist noch bis 9. November in der Galerie der Kuppelhalle in Tharandt zu sehen, die gleichzeitig Neugier weckt auf einen Ausflug in den Forstbotanischen Garten.

Text (lv)

Öffnungszeiten: Mo – Do 13 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung sowie zu den
Veranstaltungen.

Stimmungsvolle Aquarelle von Michael Klose
Auf den Spuren des Fauns & am Labyrinth im Forstgarten: farbige Tuschezeichnungen von Michele Cyranka.

„Ins Hochwaldrevier“ und zum Labyrinth zwischen Bäumen führt Mechthild Mansel in ihren Kohlezeichnungen den Betrachter.
Gemeinsames Naturerlebnis miteinander, in eigener Bildsprache festgehalten: Die Teilnehmer des Plenairs im Forstbotanischen Garten mit Initiatorin Michele Cyranka (im Bild vorn 3. von re.) Foto: Veranstalter

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Ostrale Biennale 2021 lockte trotz Corona rund 25 000 Besucher& Robotron-Kantine soll weiter als Ort für zeitgenössische Kunst genutzt werden

05 Dienstag Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Unterwegs

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Nostalgischer Charme & moderne Kunst: Mit der Ostrale Biennale 2021 zog wieder Leben ein in den seit Jahren leerstehenden Ostmoderne-Pavillon am Pirnaischen Platz im Dresdner Stadtzentrum. Das lockte wohl auch die Besucher trotz Corona. Fotos: Lilli Vostry

Erfolgreich beendet: Ostrale Biennale 2021 trotzt Corona

Katalog zeigt Ausstellung – 2022 Teile in Budapest, Split und Kaunas – nächste Ostrale Dresden: 2023

Logo und Key Visual der OSTRALE Biennale O21

Die internationale Ausstellung zeitgenössischer Künste OSTRALE Biennale ging am Sonntagabend (3.10.2021) für dieses Jahr erfolgreich zu Ende. Trotz der pandemiebedingten Einschränkungen konnten seit dem Start am 1. Juli immerhin ca. 25.000 Besucher gezählt werden (2019: ca. 28.000). „Das sind weniger als in der Zeit vor Corona. Aber auf diesen Besucherzuspruch können wir angesichts der Umstände stolz sein. Denn durch die Hygieneauflagen hatten wir den Zutritt begrenzen müssen. Leider haben die Unsicherheiten um die Gesundheit und die Zugangsbeschränkungen in diesem Jahr viele vom Besuch abgehalten. Durch entsprechende Auflagen sind uns Mehrkosten in Höhe von ca. 60.000 Euro entstanden.“ schätzt Andrea Hilger, Vorsitzende des OSTRALE Zentrums für zeitgenössische Kunst. Das Schülerprogramm „O21 für Kids“ wurde von ca. 2.500 Schülern (95 Schulklassen) aus ganz Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt besucht – in den vergangenen Jahren waren jeweils bis zu ca. 400 Klassen zu Gast gewesen.

Haupt-Ausstellungsort der OSTRALE war in diesem Jahr die zentral in der Dresdner Lingnerstadt gelegene ehemalige Robotron-Kantine. Der seit Jahren leer stehende Ostmoderne-Pavillon hat sich nach Beräumung und erster provisorischer baulicher Sicherung als idealer Standort erwiesen: „Unsere Besucher waren begeistert von dem historischen Charme des Gebäudes, den Lichtverhältnissen und der Raumstruktur. Wir hoffen, das Gebäude auch künftig nutzen zu können. Es wäre nach niedrigschwelliger Sanierung ideal für die Präsentation insbesondere von zeitgenössischer Kunst. Mit der Gebäudeeigentümerin Gateway Real Estate, der wir zu großem Dank verpflichtet sind, sind wir dazu in konstruktivem Austausch“, so Franz Leyser, Vorsitzender des Freundeskreises OSTRALE.freunde.

Kunstinteressierte, welche die 557 Werke von 138 Künstlern aus 34 Nationen umfassende Schau verpasst haben, können sich anhand des 384 Seiten starken, hochwertigen Kataloges der Ausstellung ein Bild davon machen: Er dokumentiert die Biennale unter anderem mit Werkbeschreibungen und sämtlich in der Ausstellung gefertigten Fotografien (erhältlich unter post@ostrale.de (mailto:post@ostrale.de) oder beim OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst, Rethelstraße 45, 01139 Dresden).

Die nächste OSTRALE Biennale wird im Sommer 2023 in Dresden stattfinden. Im Rahmen des vom Creative Europe Programm der Europäischen Union co-finanzierten Projektes „Flowing Connections“ werden Teile der diesjährigen Biennale zwischenzeitlich in Budapest (19.3.-22.5.22), Split (1.6.-30.6.22) und vom 5.10.-13.11.22 im Programm der Europäischen Kulturhauptstadt 2022 Kaunas/Litauen gezeigt.

Text:  Tobias Blaurock

http://www.ostrale.de

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BilderAlbum: Ostrale – Biennale für zeitgenössische Kunst geht in die letzte Runde

02 Samstag Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Skurrile Wesen, gebaut aus Benzinkanistern, stehen am Eingang zur Robotron-Kantine am Pirnaischen Platz in Dresden, wo die Ostrale – Biennale für zeitgenössische Kunst in Deutschland noch bis 3. Oktober zu sehen ist.

Unerwartet steht man in der Ausstellung großformatigen Bildern von Menschenaffen gegenüber, die traurig, entsetzt und verwundert schauen. Wohin sie sich hier verirrt haben… Kein Hinweis bzw. nähere Erläuterungen zu dieser Installation fand sich in der Ausstellung.

Das Verhältnis Mensch – Tier reflektieren viele Arbeiten, in Malerei, Fotografie,
Video-Installationen und Objekten. Erschreckend realistisch wie der Berg Tierfelle oder komisch-absurd. Viel Stoff zum Nachdenken.
Home office oder mobiles Büro…  schon etwas in die Jahre gekommen.
Frage eines Plattenbaus: „Was wäre wohl aus mir geworden ?“
Vom Umgang mit der Natur und Freiheitsrechten erzählt berührend dieser moldawische Trickfilm.

Der Mensch der Zukunft: „Andreonauten“, Objekt von Katharina Andress

OSTRALE - Biennale für zeitgenössische Kunst (© OSTRALE)

Mensch und Natur im Wandel

Die Kunst-Ausstellung in der Robotorn-Kantine ist Geöffnet nur noch bis 3. Oktober! Aktueller Biennale-Katalog mit Fotos aus der Ausstellung erschienen

Das OSTRALE Zentrum für zeitgenössische Kunst gibt bekannt, dass die diesjährige Biennale trotz der Pandemiebedingungen bereits jetzt mehr als 21.000 Besucher hatte. „Die Zahl entwickelt sich sehr dynamisch weiter, da wir am 3. Oktober ja für dieses Jahr schon wieder schließen müssen“, berichtet Direktorin Andrea Hilger.

Der 384 Seiten umfassende Ausstellungskatalog ist an der Ausstellungskasse in der Robotron-Kantine (Zinzendorfstraße) und in der eintrittsfrei geöffneten OSTRALE.Basis (Rethelstraße 45) zum Preis von 25 Euro erhältlich. Er dokumentiert die 557 Werke von 138 Künstlern aus 34 Nationen umfassende Biennale unter anderem mit Werkbeschreibungen und sämtlich in der Ausstellung aufgenommenen Fotografien. Außerdem öffnet hier auch die litauische Künstlerin Gabriel Gervickait ihren Ausstellungscontainer, in dem sie seit dem 1. September zeichnerisch sowie mit Papier, Klebefolie und Spraylack die Serie „body as an archival container“ zeigt.

OSTRALE.Basis: Hanne Lange und Sandra Rosenstiel im Gespräch

Unter anderem ist hier auch die Ausstellung „alles könnte anders sein“ mit Werken von Hanne Lange und Sandra Rosenstiel zu sehen. „Die Objekte von Hanne Lange und Sandra Rosenstiel lassen uns stolpern und unterbrechen unsere gewohnten Sehgewohnheiten. Die Kunstwerke bieten uns den Freiraum, die eigenen Gedanken zu entfalten und laden zur Spurensuche ein“, verspricht Ostrale-Direktorin Andrea Hilger. Das „meet the artists“ in der OSTRALE.Basis wird gefördert durch den Stadtteilfonds Pieschen-Süd/Mickten aus Mitteln des Stadtbezirksbeirats Pieschen im Rahmen des Projektes Zukunftsstadt Dresden.

Die OSTRALE Biennale findet noch bis 3. Oktober schwerpunktmäßig in der Robotron-Kantine (Zinzendorfstraße, Dresden) statt. Zusätzlich laden dezentrale Biennale-Ausstellungen auch in den Klärpark Kaditz der Stadtentwässerung Dresden, die Gedenkstätte Bautzner Straße und bis zum 17. Oktober in die OSTRALE.Basis in Dresden Übigau (Rethelstraße 45) ein. Die OSTRALE.Basis ist dienstags bis samstags von 12 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Besucher werden gebeten, die aktuellen Hygienevorschriften zu beachten.

Weitere Informationen:

Gabriel Gervickait *1982 in LT | wohnt in LT
„body as an archival container vs mechanisms of control“
Serie | Zeichnung Collage| 259 x 605 x 243 cm | 2021
Papier, Klebefolie, Spraylack

Die Werke für die Container-Installation entstehen vor Ort in Dresden. Im Fokus der Künstlerin bleibt dabei stets der Mensch, sein Inneres samt erlebten Situationen. Der Container fungiert dabei als Gedächtnisarchiv und beherbergt eine Installation von Bildern aus diversen Materialien und Textcollagen, als Begegnungsstätte zur Offenbarung menschlicher Gefühle und assoziativer Empfindungen. In der künstlerischen Praxis von Gervickait spielt die Biopolitik eine besondere Rolle. So wird es auch einige Verweise auf das tabuisierte soziale Verhältnis zwischen dem Körper und den Mechanismen der Biopolitik geben, die den menschlichen Körper unter Kontrolle halten. Nicht zuletzt wird sie auf aktuelle Besonderheiten der Pandemie eingehen und hinterfragen, wann die Würde des Menschen noch gewahrt wird und wann bereits Statistik und Zahlen die Macht übernehmen. Besonderes Augenmerk wird die Künstlerin auf die Suche nach der Beziehung Körper – Medizin legen, die sie nicht nur als Mittel der Hilfe, sondern auch als Mittel der Kontrolle analysieren wird.

Robotron-Kantine: Ticket-Vorverkauf über http://www.etix.com , 15 Euro, ermäßigt 10 Euro inkl. VVK-Gebühr, geöffnet Mi-Fr (ab 21. September: Di – Fr) 10 – 19 Uhr, Sa – So 11 – 20 Uhr

Gedenkstätte Bautzner Straße: Mo – So 10 bis 18 Uhr

Stadtentwässerung Dresden, Klärpark Kaditz: Di, Do, Sa: Führungen um 10, 12, 15 Uhr

OSTRALE.Basis, Übigau, Rethelstr. 45: Di – Sa 12 bis 18 Uhr

Die OSTRALE Biennale ist eine der großen temporären Ausstellungen für zeitgenössische Künste in Deutschland. Sie ist keine Verkaufsausstellung per se, was ihr die Freiheit gibt, gesellschaftlich relevante Themen abseits des Marktgeschehens zu diskutieren. Die Leitgedanken der OSTRALE, wie unter anderem friedliches Miteinander, Akzeptanz des Fremden bzw. Unbekannten, respektvoller Umgang, religiöse Vielfalt und Internationalität, spiegeln sich in den Ausstellungen inhaltlich wieder. Das Team der OSTRALE hat bereits mehrfach große Teile des Programms zeitgenössischer Künste Europäischer Kulturhauptstädte gestaltet, wie 2010 in Pécs, 2016 in Breslau, 2018 in Valletta/Malta, in der Rijeka/Kroatien (2020), wo allerdings wegen der Covid-19 Pandemie nur digital (https://rijeka2020.eu/dogadjanja/digitalna-izlozba-watergate-ostrale-bijenale-suvremene-umjetnosti ) präsentiert werden konnte, und eine Präsentation einer Auswahl von OSTRALE-Werken in der Europäischen Kulturhauptstadt 2022 Kaunas/Litauen folgt. In den Jahren 2021-2022 ist die OSTRALE federführend am Projekt Flowing Connections (https://vimeo.com/487416772 ), (https://vimeo.com/544940287 ) beteiligt, das vom Creative Europe Programm der Europäischen Union co-finanziert wird. In Zusammenarbeit mit dem Art Quarter Budapest (Ungarn), Slobodne Veze (Kroatien) und dem ECOC-Büro Kaunas 2022 (Litauen) umfasst das Projekt die OSTRALE Biennale O21 in Dresden und OUT of OSTRALE-Ausstellungen in Budapest (19.3.-22.5.2022), Split (1.6.-30.6.2022) und Kaunas (18.8.-13.11.2023, ergänzt durch ein Artist in Residence-Programm und mehrere Workshops zu digitalem Kulturmanagement, postindustriellen Kulturräumen, Kunstvermittlung und der Inklusion von Menschen mit Behinderungen.

Text: Tobias Blaurock

Fotos (lv)

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Ausstellung „Mittendrin“ von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz

01 Freitag Okt 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart

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Ein Hoch auf die Lebensfreude! Die Maler und Grafiker Peter Pit Müller und André Uhlig und der Leiter des Sächsischen Weinbaumuseums Hoflößnitz, Frank Andert nach der Ausstellungseröffnung „Mittendrin“.

Künstler und Winzer unter sich: Karl Friedrich Aust vom benachbarten Weingut sprach zu den Bildern, die die sich den vertrauten Weinhängen aus verschiedenen Blickwinkeln nähern.

Mittendrin in den Weinbergen

Vielfältige Blicke auf die Lößnitzlandschaft zeigen die Radebeuler Künstler Peter Pit Müller und André Uhlig zurzeit in einer Ausstellung im Weinbaumuseum Hoflößnitz.

Zwischen den Weinbergen in leuchtenden Herbstfarben wandert der Blick hinauf zu den kleinen Winzerhäuschen und dem graublau bewölkten Himmel. Gegenüber führt eine grau verwitterte Steintreppe entlang der saftig grünen Rebstöcke in endlose Weite. „Mittendrin“ wie die Maler bewegen sich auch die Besucher der Ausstellung von Peter Pit Müller und André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul.

Sie haben sich gemeinsam mitten hineinbegeben in die Weinberge der Lößnitz zum Malen und Zeichnen, um aus unmittelbarem Erleben aus verschiedenen Blickwinkeln ihre eigene Sicht auf die Landschaft festzuhalten. Zu entdecken gibt es reichlich auf wenig Raum. Insgesamt 42 Arbeiten, darunter Skizzen, Zeichnungen, Malerei und Druckgrafiken, hängen in den zwei Ausstellungsräumen im Bergverwalterhaus vom Hoflößnitz. Alle Arbeiten sind letztes und dieses Jahr entstanden.

In der bereits dritten Ausstellung hier in diesem Jahr trotz Corona zeigen
“zwei Lößnitzmaler von echtem Schrot und Korn“ ihre neuesten Werke, sagte Museumsleiter Frank Andert bei der Ausstellungseröffnung im vollbesetzten
Festsaal des Hoflößnitz. „Die Bilder von André Uhlig drücken aus, was man
liebt, wenn man am ,Goldenen Wagen` im Weinberg zusammen sitzt und bei
einem Glas Wein in den Sternenhimmel schaut“, sagte Winzer Karl Friedrich Aust vom benachbarten Weingut. Die Weinernte sei gerade in vollem Gange, doch er kenne beide Künstler schon lange und kam daher gern der Bitte nach, etwas zu ihren Bildern zu sagen. „Bei Peter Pit Müller verschmelzen die Häuser fast mit der Landschaft.“ So sein Eindruck vom Spitzhaus aus gesehen. Es seien ungewöhnliche, interessante Perspektiven der zwei Künstler auf den eigenen, vertrauten Weinberg und auf andere Steillagen, so Aust.

Genau beobachtet sei ein Bild Müllers, „Unterm Spitzhaus“, wo der Blick vom saftig grünen Weinberg aus in die Tiefe, die „Hölle“ stürzt, wie Winzer den steilen Abhang wegen der Abrutschgefahr nennen. Trügerische Schönheit. Die Weinberge erscheinen in mal sonnigen Farbtönen, mal weiß verschneit stimmungsreich.

André Uhlig zeigt außerdem in erdigen Farbtönen knorrige, weit verzweigte Bäume, Elblandschaften und daraus hervor leuchtende, weiße Häuser mit roten Hausdächern. Blauviolette Kohlköpfe auf einem Feld nahe der Elbe. Pappelrauschen in sanften Pastellfarben. In lebhaften Pinselstriche skizzenhafte Landschaften auf Leinwand. Die kleinen, farbigen Ölbilder von ihm wirken noch konzentrierter und atmosphärischer. Die Ausstellung „Mittendrin“ ist noch bis 14. November im Hoflößnitz zu sehen unter Beachtung der aktuellen Hygieneregeln.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis So von 10 – 18 Uhr.

http://www.hofloessnitz.de


Die Radebeuler Weinberge und Lößnitzlandschaft in Bildern von André Uhlig.


Peter Pit Müller vor seinen Bildern mit winterlichen Weinhängen.

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Benefiz-Kunstauktion mit Werken von Klinger, Chagall und Mattheuer im Coselpalais

14 Dienstag Sept 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Wolfgang Mattheuer, Der Nachbar will fliegen, 1995


Max Klinger, Bär und Elfe, Radierung, 1880

Die Fotos zeigen Bilder, die mit versteigert werden. Quelle: Auktionshaus

Zum Ersten, zum Zweiten. zum Dritten…

Bei einer Benefiz-Kunstauktion im Coselpalais werden Werke von Klinger, Chagall und Mattheuer versteigert.

Ein Teil der Erlöse ist für die Kunsttherapie des Sonnenstrahl e.V. bestimmt. Werke von Max Klinger, Marc Chagall und Wolfgang Mattheuer kommen am 19. September für den guten Zweck „unter den Hammer“. Das Leipziger Buch- und Kunstantiquariat Ulbricht versteigert etwa 50 Bilder bei einer Benefiz-Kunstauktion im Piano Salon des Coselpalais an der Frauenkirche.

Von den Einnahmen gehen 15 Prozent an den Sonnenstrahl e.V. zur Finanzierung der Kunsttherapie für krebskranke Kinder und Jugendliche, die der Verein seit 20 Jahren anbietet. Eine Kunsttherapeutin besucht die kleinen Patienten und Patientinnen in der Klinik und begleitet sie behutsam dabei, ihre Gefühle und Ängste mit Mitteln der Kunst auszudrücken und besser zu verarbeiten.

Auktionator Michael Ulbricht hat sich vor allem auf Künstler der „Leipziger Schule“ spezialisiert. Er bringt Gemälde, Zeichnungen und Originalgrafiken zahlreicher Künstler mit, darunter auch von Michael Triegel, Werner Tübke, Gerhard Marcks, Rosa Loy und Joseph Beuys.

Bereits ab 11 Uhr kann man die Bilder anschauen. Die Versteigerung beginnt um 16 Uhr. Sie wird mit Klaviermusik umrahmt und von einem kleinen kulinarischen Angebot begleitet.

„Eine wunderbare Empfehlung für einen Sonntagnachmittag am Neumarkt“, schwärmt Michael Ulbricht von der exponierten Lage des Coselpalais. „Wir nehmen ab 11 Uhr auch Ferngebote an, wenn es den Gästen nicht möglich ist, zur Auktion selbst vor Ort zu sein.“ Die Bilder sind zum größten Teil gerahmt. Die Gebote beginnen bei 60 Euro. Nach Einschätzung des Auktionators kommen junge Kunstfreunde hier ebenso auf ihre Kosten wie Sammler, die gern in Sachwerte investieren. Zusätzlich bietet Michael Ulbricht zwischen 11 und 15 Uhr eine kostenlose Schätzung von Bildender Kunst aus dem 20./21. Jahrhundert an. Gern können Interessenten im Vorfeld zu ihm Kontakt aufnehmen. http://www.ulbricht-kunstauktionen.de/

Termin: 19.9.2021, Beginn 16 Uhr, Besichtigung ab 11 Uhr
Ort:     Piano Salon im Coselpalais, An der Frauenkirche 12, 01067 Dresden

www.sonnenstrahl-ev.org

Text: Sabine Mutschke

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Ausstellung „Sweet Spot“ von Helena Zubler in der Galerie Kunst & Eros

14 Dienstag Sept 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik

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Körper kopfüber in der Schwebe. Sehnsucht nach Berührung, Halt, Gehaltensein. Bilder kennen keine Abstandsregeln. Hier das Titelbild aus der neuen Ausstellung „Sweet Spot“ von Helena Zubler, die am 17. September, um 19 Uhr in der Galerie Kunst & Eros eröffnet wird. (lv)

»SWEET SPOT« Helena Zubler

Malerei · Zeichnung

  1. September bis 20. November 2021

Vernissage am Freitag, 17. September 2021 · Beginn 19 Uhr

Begrüßung: Janett Noack

Einführende Worte: Solvig Frey

Musik: Musik-Duo mit Hanna Mütze (Trompete) & Franz Josef Schneider (E- Piano/ Drum & Bass)

Zur Vernissage der Ausstellung »SWEET SPOT« der Dresdner Künstlerin HELENA ZUBLER am Freitag, den 17. September 2021 um 19.00 Uhr sind Kunstinteressierte herzlich eingeladen.

Die Künstlerin ist anwesend.

HELENA ZUBLER studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Seit Abschluss Ihres zweijährigen Meisterschülerstudiums bei Prof. Ralf Kerbach ist sie als freischaffende Künstlerin in Dresden tätig. Die junge aufstrebende Künstlerin stellt in ihrer Ausstellung neue Malerei auf Papier und Leinwand sowie Zeichnungen vor.

Es gelten die Maßgaben der Sächsischen Corona-Schutzverordnung.

Text + Foto: Janett Noack

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

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Ausstellung „Kostbares Schweigen“ in der Galerie mit Weitblick in Radebeul

04 Samstag Sept 2021

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart

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Vielfarbige Gräserlandschaften
und filigrane Tierplastiken

Die derzeitige Ausstellung „Kostbares Schweigen“ zeigt Malerei von Constanze Hohaus und Tierplastiken von Jürgen Kümmel in der Galerie mit Weitblick.

Die Natur malt mit. Von Sonnenlicht, Wolken und Wind begleitete und geformte Landschaften in bewegtem Farb- und Linienspiel zeigt die derzeitige Ausstellung “Kostbares Schweigen“ mit Malerei von Constanze Hohaus sowie urwüchsigen, leicht beschwingten Holzplastiken von Jürgen Kümmel in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstr. 13 in Radebeul.

Da treffen strahlendes Gelb und stahlblaue Farbwogen in den Leinwänden aufeinander. Felder mit Strohbündeln, die mit ihrer leuchtenden Farbkraft zuweilen stark an Vincent van Gogh erinnern. Farbige Linienbündel von Halmen, Getreide und Blüten erstrecken sich auf- oder eingerollt, wild wuchernd und fein verästelt, ungeordnet, kreuz und quer wie beim Mikado-Spiel auf den Bildflächen. Es gibt kein Oben und Unten. Alles ist miteinander verwoben. Unruhe, Unordnung und Bewegung sind vorherrschend in den Arbeiten von Constanze Hohaus, vor denen man still verweilen, aber auch einen Ausdruck unserer Gegenwart mit ihren Wirrnissen sehen kann.

Gleichwohl spiegeln die Ölbilder auch Sehnsucht nach Ruhe und Harmonie der Künstlerin. Ihre Gräserlandschaften sind nuancenreich, hauchfein gestrichelt und getupft, in mal warmen und kühlen Farbtönen gehalten und tragen oft poetische Bildtitel. „Halme im Winterlicht“, „Gräserwalze“, „Windgelegt“. Die Formen erinnern an Wogen, Wellen, Strudel, Auge, Höhle oder Nest. Da schlängelt ein Bachlauf, zahllose Steine am Ufer beidseits. Ein Blick auf Radebeul. Das Spitzhaus im Weinberg. Elblandschaften und weiter Himmel über dem Rapsfeld. In stillem Weiß verströmt sich „Absichtslose Schönheit“, die in der Natur wie in uns zu finden ist.

Inneren und äußeren Wandel symbolisieren auch zwei pastellene Farbholzschnitte, „Rotunde“ und „Gräserrolle“. Zu den Bildern gesellen sich auf Stelen die filigranen, figürlichen Holzplastiken von Jürgen Kümmel. Er wurde 1948 in Greifswald geboren. Nach einer Lehre als Forstarbeiter studierte Kümmel von 1976 bis `81 an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee mit dem Abschluss als Diplombildhauer. Jürgen Kümmel lebt in Buddenhagen bei Wolgast als freischaffender Holzbildhauer. Dorothee Kuhbandner lernte ihn über einen Bekannten kennen.
Von ihm sind archaisch reduzierte Tierplastiken, im Rudel oder Schwarm auftretend, in luftigen Holzrahmen zu sehen. Flächig und aus einem Stück geschnitzt mit faszinierendem Schattenspiel. Darunter eine dunkle Hundemeute und in hellem Holz Seeschwalben im Flug. Katzen, Zwergziegen und junge Esel  gesellen sich zu ihnen vis a vis zu den hügeligen Gräserlandschaften.

Constanze Hohaus wurde 1967 in Dresden geboren. Sie absolvierte ein
Fachschulstudium Physiotherapie an der Medizinischen Hochschule in Dresden.
1999 bis 2002 erhielt sie eine künstlerische Ausbildung durch den Dresdner Maler und Grafiker Siegfried Adam. Seit 2002 ist Constanze Hohaus freischaffend als Malerin und Grafikerin in Dresden tätig. Dorothee Kuhbandner lernte sie beim Radebeuler Grafikmarkt kennen. Sie will den Stammgästen Abwechslung in die Galerie bringen, sagt sie, indem sie auch die Werke neuer, noch unbekannter Künstler zeigt. Die Ausstellung ist noch bis 19. September zu sehen. Am kommenden Sonntag, dem 12. September, um 17 Uhr ist die Finissage der Ausstellung mit Laudator Thomas Gerlach und Musik von Karl Wenzel.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa und So von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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