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Kategorien-Archiv: Projekte

Ausstellung mit Malerei & Grafik von Bärbel Kuntsche im Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul

11 Sonntag Aug 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Märchenhaftes und Früchte des Lebens

Fröhlich farbenfrohe Blätter zur Kasperiade, ausdrucksreich Figürliches und Landschaften am Meer zeigt die Radebeuler Künstlerin Bärbel Kuntsche derzeit in einer Ausstellung im Weinbaumuseum Hoflößnitz.

Traumhaft und klar zugleich leuchtet der Vollmond warm orange wie ein Lampion zwischen dunklen Baumumrissen, Häusern und Kirchturm. Auf der Veranda sitzt am offenen Fenster zeichnend eine Frau und hält den besonderen Anblick fest und auf einem Notizzettel den Tag. „Blutmond, 27.7.2018“ steht auf dem Titelbild der Ausstellung mit Malerei und Grafik von Bärbel Kuntsche, die anlässlich ihres 85. Geburtstages im August am vergangenen Sonntag mit viel Besucherresonanz im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz, Knohllweg 37, in Radebeul eröffnete.
An den Rebstöcken reifen noch die Trauben beidseits am Treppenaufgang
zur Aussichtsterrasse.

Dies ist die dritte Ausstellung in dieser Saison im Jubiläumsjahr 100 Jahre Hoflößnitz und Weinbaukultur. Zu sehen sind Arbeiten aus 30 Jahren, die eindrucksvoll das facettenreiche Schaffen der Radebeuler Kunstpreisträgerin von 2005 Bärbel Kuntsche widerspiegeln in den beiden Räumen im Bergverwalterhaus. Mit abwechselnd klassisch, elegischen, melancholischen und leicht beschwingten Klängen, von französischer Barockmusik über eine Humoreske von Antonin Dvorak bis zur bekannten, charmanten Melodie Champs Elysee, stimmten die Musikerinnen Sandra Bohrig und Beate Hofmann vom Duo „Cellikatessen“ klangreich auf die Bilder ein.

Vor allem die märchenhaft wundervollen Blätter zur Kasperiade, die bei ihm zuhause hängen, so Museumsleiter Frank Andert zur Ausstellungseröffnung, prägten bisher sein Bild von Bärbel Kuntsche. Sie gestaltete viel Gebrauchsgrafik, doch die Künstlerin kann viel mehr. Nachdem er sich einen Überblick über die Sammlung der Hoflößnitz verschaffte, als er vor zehn Jahren hier anfing, stieß Andert auf andere Arbeiten, fast melancholische Grafiken, Holzschnitte und ein Gemälde von Bärbel Kuntsche. Ein ebenso stimmungsvoller Bilderreigen, Figürliches und Landschaften, treffen feinfühlig und ausdrucksvoll aufeinander in dieser Ausstellung. Sie entführen die Besucher ins Reich der Flora und ans Meer. Bezaubernde Bildnisse mit Blütendamen, Blumen- und Früchtestillleben mit Äpfeln, Birnen und Trauben in warmen, leuchtenden Farben und altmeisterlicher Manier, gemalt vor dunklem Hintergrund und farbige Zeichnungen von südlichen Landschaften, Reisen in die Toskana und nach Florenz sind da versammelt. Im Eingangsraum hängen fröhlich farbenfrohe und fantasievolle Plakatserien mit Harlekin, König, Zwergen, Gestiefeltem Kater und Einhorn zur Radebeuler Kasperiade damals noch in Altkötzschenbroda.

Außerdem sind in Malerei und Holzschnitten, teils farbig-expressiv, Blicke aus dem Fenster, Tischrunden und Ansichten vom Meer zu sehen. In wenigen Farbtönen, blau und sandfarben, eine Frau im blauen Kleid am Strand zwischen Felsklippen. Dunkel, schattenhafte Körperumrisse eines Paares vor den brausenden Wellen, im Sand knieend und mit den Armen rudernd. Eine Familie schaut romantisch-versonnen wie aus der Zeit gefallen aufs Meer, am Horizont ein kleines Segelschiff. Das Meer als Freiheits­- und Sehnsuchtsort. Davon erzählen die Holzschnitte in starkem Wechselspiel von Licht und Schatten, Ruhe und Bewegtheit, Geborgen- und Ausgeliefertsein zwischen Mensch und Natur und der Begegnung mit sich selbst. Ein Bild zeigt eine Familie überrascht von einem Gewitterguss im Elbsandsteingebirge. Große dunkle Wolken, peitschender Regen geht nieder auf die Erde, davor ein Paar und Kinder, romantisch anmutend an Caspar David Friedrich angelehnt, aber härter im Strich. Die Kinder sitzen auf dem Felsrand wie auf einer Insel und die Menschen wirken winzig vor den geballten Naturkräften. Die Bilder wirken erstaunlich zeitlos und entrückt, die meisten entstanden nach 2000. Sie rücken in mal leuchtenden und mal gedämpften, spröden Farbtönen die Schönheit und Verletzlichkeit des Lebens, Werden, Vergehen und Verwandlung in den Blickpunkt.

Bärbel Kuntsche wurde 1939 in Weißenborn/Sachsen geboren. Sie ist gelernte Kunstporzellanmalerin an der Manufaktur in Meißen und arbeitete bis 1962 in dem Beruf. Von 1962 bis `66 studierte Bärbel Kuntsche Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule. Hans Jüchser und Theodor Rosenhauer, zwei Radebeuler Maler, aber auch Otto Niemeyer-Holstein, ein Usedomer Künstler, waren wichtig für ihre künstlerische Entwicklung. Nach einer Tätigkeit im Kulturamt Dresden arbeitet sie seit 1997 wieder freischaffend als Malerin und Grafikerin in Radebeul. Besonders markant und einprägsam sind ihre Porträts und angedeuteten Selbstbildnisse, Köpfe und Gesichter mit großen Augen, die Hände aufgestützt, tastend, suchend, haltend, sinnend und in sich versunken in vorwiegend herben, schwarz-weiß Kontrasten gehalten, linienreich, bewegt und fein verwoben die Körperumrisse und Umgebung. Vielsagend auch die Bilder mit Engel, einer eilt im Spagat mit herabhängenden Schwingen und erhobenen Händen, ein anderer sanft mit sich eins und einem Blütenzweig in der Hand. Die Ausstellung von Bärbel Kuntsche ist noch bis 15. September im Hoflößnitz zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di  bis So von 10 bis 18 Uhr.

http://www.hofloessnitz.de


Stimmungsvoller Bilderreigen: Museumsleiter Frank Andert zeigt die vielen Facetten im Werk der Radebeuler Künstlerin Bärbel Kuntsche im Weinbaumuseum Hoflößnitz.


Zauberhaft wie ihre Blüten-Stillleben auf den Leinwänden: die Malerin und Grafikerin Bärbel Kuntsche mit ihrem Mann, dem Künstler Wolf-Eicke Kuntsche und Museumsleiter Frank Andert nach der Ausstellungseröffnung.

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Unterwegs: Ausstellung „Ein-Sichten“ von Peter Götz & Christoph Hampel im Schloss Struppen

10 Samstag Aug 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Rückzug oder Weglachen

Mit ihren vieldeutigen, oft humorvollen Zeichnungen und Aktenschredd-Collagen zeigen die Pirnaer Künstler Peter Götz und Christoph Hampel das Leben aus verschiedenen Blickwinkeln in ihrer Ausstellung „Ein-Sichten“ im Schloss Struppen.

Eine Graugans reckt neugierig ihren langen Schnabel und Hals ins Bild.
Als wollte sie gleich laut loschnattern. Vielsagende menschliche Gesichter und Blicke in einem Wirrwar von Linien wie abgerissene Gesprächfäden und starken Farbkontrasten gesellen sich dazu. Doch es bleibt „Un-ausgesprochen“, so der Bildtitel. Vorwiegend lustig, farb- und formreich beredt, offen und aufschlussreich wie auf dem Titelplakat geht es zu in der Ausstellung „Ein-Sichten“ von Peter Götz und Christoph Hampel im Schloss Struppen, am Kirchberg 6, die verlängert wurde bis 18. August.

Unter diesem Motto zeigen die beiden Pirnaer Künstler ihre ganz persönliche Sicht auf das Leben, das sie aus verschiedenen Blickwinkeln und Handschriften betrachten und damit einfallsreich spielen mit viel Witz und Hintersinn und den Betrachter damit zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. In den hellen, wunderbaren großen Räumen im Obergeschoss mit freigelegten Wandmalereien und Blicken auf die sanft hügelige Landschaft der Sächsischen Schweiz kommen die Bilder auch hervorragend zur Geltung­. Hier hängen vorwiegend großformatige Arbeiten von Christoph Hampel. Er nennt sie „Aktenschredd-Collagen“. Sie entstanden aus geschreddertem Papier als Malgrund, mal gröber, mal feinfaserig, farbenfroh, hell und darauf dunkle Figurenumrisse gezeichnet. Christoph Hampel verwendet dafür ehemalige Akten aus seiner fast 30-jährigen sozialen Arbeit mit straffällig gewordenen Jugendlichen. Erst zehn Jahre nach der Erstellung durfte eine Akte vernichtet werden, so Hampel. Während er diese schredderte, erinnerte er sich an den Inhalt, an Lebensläufe, Entschlüsse und Fehlentscheidungen, Veränderungen wie bei sich selbst, die er in seinen „Aktenschredd-Collagen“ verarbeitet.

Es sind ungewöhnliche, spannende Bilder, die mit Vor- und Hintergründen spielen, Symbol- und Zeichenhaftem, Wertigkeiten hinterfragen und auch die Bildtitel sprechen für sich. „Arm-Mut“, aus der scheinbar aus dem Nichts Neues erwächst und immer noch Himmelsblau zu sehen ist, „Geld-Last“, eine Figur nur auf den Rucksack aus Banknotenschredd auf Platte konzentriert, auftauchend aus dem „Morast der eigenen Gesinnungen“, „Raus finden“, „Rückzug“ oder „Weglachen“. Christoph Hampel wurde 1957 in Bernsbach geboren, er lebt und arbeitet in Pirna und Struppen als Diplomsozialarbeiter und Kunsttherapeut im Jugendobjekt „UZ“. Sein Atelier hat Christoph Hampel im Schloss Struppen. Im Gang hängen kleine, feine Zeichnungen mit Tusche und Farbstift, Collagen und Mischtechniken von Peter Götz, in denen sehr satirisch, frech und gewitzt Tiere wie Raben, Gänse, Hühner, Mäuse, Hasen und Schafe den Menschen und der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten über ihre Eigenarten, Tun oder Unterlassen. Da späht ein Rabe durchs Fernglas aus anderer „Perspektive“, beäugen „Fischliebhaber“ genüsslich Goldfische, träumt ein Huhn vom Fliegen, sitzt eine „Heilige Kuh“ vor einem Verkehrsschild, bröckelt die zementierte Sternenfahne der „Wertegemeinschaft Europa“, wünscht ein Reisebüro mit lachendem Signet und entflammter Erdkugel auf der Spitze „Gute Reise“.

Abgeblättert und vergilbt auf dem Papier erscheint eine „Abgerissene Friedenstaube“ mit grünem Zweig. Da hält ein Rabe einen Würfel im Schnabel, ein anderer ein Herz-Monokel vor das Auge und ein schwarzfiedriger mit Stirnband und verträumtem Blick glänzt mit Pinsel und Farbpalette als „Canaletto“. Mit stolzgeschwelltem Hahnekamm, getragen in einer Sänfte von Raben, sieht man „König August der Starke bei der Erstbesteigung des Lilienstein“ in einer Tuschezeichnung von 2023 von Götz. Bei der Deutschen Bahn herrscht hingegen Schneckenalarm signalrot wie ihr Logo. Da sieht man Gänse, so sie nicht als Weihnachtsbraten enden als „Nymphe Hybris“ mit Saiteninstrument und schwarzberockte Vögel als Paukist, Drehorgelspieler, Mr. Saxobeat und rockende Tubisten. Peter Götz wurde 1965 in Schopfheim/Badem-Württemberg geboren, arbeitete als Ingenieur, zeichnet seit seiner Jugend humoristisch und beschäftigt sich seit 1994 intensiv mit künstlerischen Zeichentechniken. Er lebt und arbeitet in Pirna als humoristischer Zeichner. Das Renaissesanceschloss Struppen ist eine Entdeckung für Kunstliebhaber und Freunde historischer Baukunst, da nahezu alle Räume original erhalten sind. Die Mischung aus stilvoll eingerichteten Salons mit Mobiliar und Gemälden noch aus der Zeit der einstigen Schlossbesitzer, der Familie von Rayski und Ausstellungen mit moderner Kunst in den anderen Räumen kommt gut an bei den Besuchern.

„Bei den Ausstellungseröffnungen ist es immer voll, viele Leute kommen aus Pirna und Dresden hierher“, sagt Jürgen Söcking vom Schlossverein Struppen e.V. Dieser feierte letztes Jahr sein 15-jähriges Bestehen und setzt sich mit derzeit 25 Vereinsmitgliedern für den Erhalt und die denkmalgerechte Sanierung des Schlosses mit seinem markanten Wendelstein ein und sammelt weiter Spendenmittel für die Wiederherstellung der Treppenstufen im Inneren ins Obergeschoss. Die nächste Ausstellung mit dem Titel „Lichtmalerei“ mit experimenteller und abstrakter Fotografie von Dr. Volkmar Hoppe eröffnet am 31. August, 15 Uhr im Schloss Struppen und ist bis 3. November 2024 zu sehen.

Text + Fotos (lv)


Große, helle Räume & viel Platz für Kunst: Am Schloss Struppen hat sich viel getan in den letzten Jahren, freut sich Jürgen Söcking, einer der rührigen Vereinsmitglieder im Schhlossverein. Jetzt werden für die Stufen des Wendelsteins im Inneren weiter Spenden gesammelt.

 

Geöffnet: Sa, So und feiertags von 13 bis 17 Uhr.

http://www.schloss-struppen.de

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Gedicht-Lesung: „Von Meerfarben & Möwen & Meerkatzen“ von Lilli Vostry beim Open Air Karierte Katze am Glockenspielpavillon, Palaisgarten in Dresden

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, In eigener Sache, Kultur, Lebensart, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Wo Katzen sind, da lasse Dich ruhig nieder… Sie verstehen und lehren uns Genießen & Gelassenheit. Neue Meer- und Katzen-Gedichte liest Lilli Vostry, Kulturjournalistin und Lyrikerin aus Dresden, beim ersten Open Air Karierte Katze am Sonntag, dem 28. Juli, 16 Uhr, am Glockenspielpavillon, nahe Palaisgarten an der Elbe in Dresden. Juhu und Miau! Fotos (2): Christopher Simpson

Poesie & Genießen nach Katzenart

Ein fröhliches Fest der Lebensfreude und Fantasie ohne Katzenjammer. Da schlägt das Herz aller Katzenliebhaber, Kunstfreunde und Genießer höher. Erleben könnt Ihr es beim ersten Open Air Festival Karierte Katze im Palaisgarten an der Elbe in Dresden, das gestern abend startete und noch bis Sonntag dauert. Im prallbunten Programm stehen viel Live-Musik für alle Geschmäcker, Kunstmitmach-Aktionen, eine Bildergalerie, Venezianischer Karneval und, und…

Besondere Freude für mich: Hier kann ich am Sonntagnachmittag, dem 28. Juli, 16 Uhr am Glockenspielpavillon nahe am Palaisgarten meine neuen Meer- und Katzengedichte erstmals lesen, die erst vor kurzem bei meinem OstseeUrlaub auf Usedom entstanden sind. Auf meinem wortgarten-Blog sind die Gedichte natürlich schon zu lesen. 🙂

Kommt also gern und lauscht dieser Gedicht-Lesung mit Meer- und KatzenLyrik.
Meine Miezen Jade & Lina & Lola würden sich sehr freuen und schauen von oben zu. Miau!

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Erstes OpenAir-Festival „Karierte Katze“ im Palaisgarten in Dresden

13 Samstag Jul 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Klein, keck, aufgeweckt & spielfreudig: Schwarz-weiß kariert und eigensinnig wie die Katzentiere und so bunt wie das Leben – so soll es zugehen beim ersten Open Air Kulturfestival „Karierte Katze“ im Palaisgarten in Dresden. Der Initiator, Künstler und Galerist Holger John und weitere Kreative veranstalten das Mitmachfest für alle vom 26. bis 28. Juli.

Ein buntes Fest der Fantasie ohne Katzenjammer

Drei Tage Katzenalarm mit fröhlich kulturreichem Feiern und vielen kreativen Angeboten für alle locken beim ersten Open Air Kulturfestival „Karierte Katze“ im Palaisgarten am Japanischen Palais in Dresden.

Noch klein, keck und lustig anzschauen sind die schwarz-weiß gefleckten Wesen. Einige stehen schon mit stolz aufgerichtetem Schwanz, gezwirbelten Schnurrbarthaaren und magischen Augen, andere lümmeln genießerisch auf dem Rücken oder Bauch liegend mit spielfreudig ausgestreckten Pfoten. Die wundervollen Wesen hocken, apart und liebevoll gezeichnet und in Karton geschnitten, ausgeh- und einsatzbereit auf dem Ledersessel in der Galerie Holger John in der Rähnitzgasse 17. Sie stehen im Mittelpunkt beim ersten Open Air Kulturfestival „Karierte Katze“ vom 26. bis 28. Juli im Garten des Japanischen Palais in Dresden. „Drei Tage Katzenalarm – schwarzweiß kariert – so bunt wie das Leben“, so der Untertitel sorgen dann für fröhlich kulturreiches Feiern im Grünen, mit fantastischem Blick auf die Altstadtkulisse.

„Dies ist das erste Festival in Schwarz-Weiß, doch ohne Farben vertrocknen wir, das Color der Vielfältigkeit belebt den Platz“, sagt der Initiator und künstlerische Leiter Holger John. Zusammen mit zwei weiteren Kreativen und Katzenliebhabern, Markus Richter und Johannes Richter, bringt er die „Karierte Katze“ zum Laufen. Abends werden die Bäume und das Palais farbig illuminiert. „Es geht daraum, ein Format der Fantasie zu entwickeln, etwas Eigenes, Neues, Frisches. Dresden ist ja eine Kulturstadt. Da sollte die Kultur ganz oben stehen“, sagt der umtriebige Künstler und Galerist John. „Es ist ein Mitmachfestival, nicht nur um zu konsumieren oder schlecken. Wir verschenken das Glück und laden alle ein, mitzutun und ihre künstlerische Ader zu entdecken.“

Es werden alle Altersgruppen angesprochen, Einheimische ebenso wie Touristen. Die Katze als kariertes Symboltier sei auch besonders eigensinnig, selbstständig, verführerisch und erotisch. Ebenso vielfältig, geradezu unwiderstehlich will sie sich zum Festival in den Palaisgarten einschleichen. Das Open Air hält drei Tage lang Musik, Tanz und Spiele bereit, außerdem ein großes Picknick auf der Palaiswiese, zu dem jeder Besucher Speis und Trank mitbringen und seinen Müll umweltschonend entsorgen kann. Die Palette reicht von Retro, Klassik, Jazz bis zu Hip Hop und Elektromusik. Alles sei erlaubt, nur kein Katzenjammer, davon gebe es schon genug in der Welt. Von jung bis alt können alle zu Stift, Pinsel und Farben greifen und karierte Katzen, Träume und Visionen für die Zukunft malen, die dann in einer großen Open Air-Bildergalerie am Sonntag  ausgestellt werden. “Künstler werden oft wie bunte Hunde gesehen, die aber in keine Schublade passen. Doch die bunten Hunde braucht die Gesellschaft, denn die Buntheit macht das Leben aus“, sagt John schmunzelnd, „die auch ein Spiegelbild unserer selbst ist und auch das Lächeln über die teils seltsam eingeübten Hundedressuren.“  Holger John ist selbst ein leidenschaftlicher Lustgärtner und Veranstalter einiger rauschender Feste, wie dem Titanic-Filmball im Kraftwerk Mitte, dem Venezianischen Maskenball im Schlosspark Pillnitz, einem „Festmahl der Kunst“ im Palais im Großen Garten und einem „Imaginären Museum“ zur Museums Sommernacht, und sagt: „Dresden hat ja eine große Tradition mit Feiern und es ist ein Lustgarten am Palais. Wir schauen zurück auf ein europäisches Lebensgefühl in dieser Stadt und holen es nachhause.“ Erlebbar wird dieses mit den Akteuen des Elbvenezianischen Carneval in Dresden, die opulente Lebensfreude verkörpern und Lustwandeln im Palaisgarten und nächstes Jahr geht es weiter mit einem eigenen großen Carnevals-Fest.

Den feurigen Schlusspunkt setzt am Sonntag abend die rumänische Balkanbrass-Blaskapelle „Fanfara Kalaschnikov“ mit Originalmusik aus dem Kultfilm „Schwarze Katze, weißer Kater“. „Unsere Katze ist noch ganz klein und mürrisch, sie muss gut gepflegt werden und da kann jeder mithelfen, sie gut zu erziehen“, so John. „Wer weiß, dann kann daraus noch eine elegante, schöne Tigerkatze werden.“ Katzen haben bekanntlich sieben Leben und solange soll es dieses Kulturfestival mindestens geben. Den Eintrittspreis können die Besucher selbst bestimmen und damit das Festival unterstützen. Das komplette Festivalprogramm steht ab 19. Juli auf der Webseite und dort sind auch Katzenkarten erhältlich unter www.kariertekatze.de

Text + Fotos (lv)

Geballte Farb- und Formlust

Die derzeitige Ausstellung „Madonnen & Medusen“ versammelt Arbeiten von 25 Künstlerinnen und ist noch bis 21. Juli zu sehen in der Galerie Holger John in der Rähnitzgasse 17 in Dresden.


Frau & Faun und noch ein Paar von der Malerin Angela Hampel.

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OpenAir Kabarett-Sommer mit dem Stück „Die Erde hat eine Scheibe“ der Herkuleskeule Dresden

13 Samstag Jul 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Sommerlich heiter bis wolkig und gewittrig: Die drei „Gartenfreunde“ und Kabarettisten der Dresdner Herkuleskeule Philipp Schaller, Birgit Schaller und Alexander Pluquett betrachten die Wetterlage im Kleingarten und auf der Welt von der Hollywoodschaukel aus in ihrem ersten Open Air Sommer-Kabarettprogramm. Foto: Robert Jentzsch

Kleingärten für alle, um den Weltfrieden zu retten!

Im ersten Open Air Sommer-Kabarettprogramm „Die Erde hat eine Scheibe“ der Dresdner Herkuleskeule spielen und singen die drei Kabarettisten Birgit Schaller, Alexander Pluquett und Birgit Schaller, begleitet von den Musikern Jens Wagner und Volker Fiebig, im „njumii, dem Veranstaltungszentrum der Handwerkskammer Dresden, derzeit mit viel bodenständigem Humor, Herz und Geist über Gartenfreuden und Umweltsorgen, Kleinkriege und Flächenbrände in der Welt.

Aus wolkenreichem Himmel schauen die zwei pausbäckigen Engel aus Raffaels Bild „Sixtinische Madonna“ neugierig über den Gartenzaun. Eine Hollywoodschaukel, Holzstühle neben einem verkümmerten Bäumchen mit einem letzten roten Apfel und Bierkästen vervollständigen die Kleingartenidylle. Das Vogelgezwitscher kommt vom Band. Der Handwerkskammerpräsident hat einen Dachschaden und ist damit nicht der einzige, weiß aber immerhin, was dagegen zu tun ist. Humor und Handwerk passen sehr gut zusammen, wie sich herausstellt im Programm „Die Erde hat eine Scheibe“ – eine kabarettistische Sommerfrische der Dresdner Herkuleskeule (Buch: Philipp Schaller; Regie: Matthias Nagatis), das am Mittwochabend Premiere im „njumii“, dem Veranstaltungszentrum der Handwerkskammer Dresden feierte.

Es ist das erste Open Air der Humoristen im Innenhof des nagelneuen Ausbildungszentrums der Handwerkskammer Dresden Am Lagerplatz 8 im Industriegelände. Dort bringen die drei Kabarettisten Birgit Schaller, Alexander Pluquett und Philipp Schaller gemeinsam mit den Musikern Jens Wagner und Volker Fiebig den Sommer auf die Bühne und lassen sich dabei von heraufziehenden Gewitterwolken nicht verdrießen. In einer Mischung aus neuen Nummern und Dauerbrennern, den besten Szenen und Liedern der letzten Jahre spielten und sangen sie vor vollen Rängen mit viel bodenständigem Humor, Herz und Geist über Gartenfreuden und Umweltsorgen, Erderwärmung, erhitzte politische Debatten und Schaumschlägerei, Kleinkriege und Flächenbrände in der Welt. Da biegen „Unkraut-Udo“ und „Sensen-Jens“ um die Ecke. Das Publikum wird als „Gartenfreunde“, „Kultur-Dummys“ und  „Testzuschauer“ begrüßt. Echte Zuschauer seien wirklich eine Plage heute, lästern die Kabarettisten, sie beschweren sich, wenn es ihnen zu politisch wird, zu links oder rechts oder reden laut rein. Philipp Schaller fühlt sich gar gestört von ihnen, kann sich nicht konzentrieren und Pluquett gibt dem Publikum den Rat: „Tun Sie einfach so, als wäre er gar nicht da. Der Olaf Scholz kriegt das auch hin!“

Kaum war der Eröffnungssong „Lass die Sonne in dein Herz…“ verklungen, schlugen die Wogen schon hoch und wurde auf der Kleingarten-Bühne hitzig, absurd wortakrobatisch und erhellend gestritten querbeet durch alle Parteien hinweg über Klimaretter, Sprachretter, Volksretter und ob eine Zucchini auf den Grill gehört? Da erkärt Pluquett mit Strohhut Schaller in orangenem T-Shirt stolz seinen neuen „Solar-Grill“, hält er den Stab in die Luft zunehmend von Hunger geplagt und ereifert sich über die „grüne Logik“, die keine Insolvenzen kennt, aber immer höhere Energiepreise und Abgabenlasten und sinkende Wachstumsraten. Es geht um „Kaffee, Freunde und Bestattung to go“, alles wird immer schneller in der digitalen Welt und doch bleibt immer weniger Zeit, beispielsweise im Garten zu entspannen und zu genießen. Es geht um Wahrheit und Fake News, die man kaum noch unterscheiden kann, das Recht auch als Nichtbetroffener über Probleme mitzureden und Emphatie zu zeigen ebenso wie das Eintreten für Frieden und gegen „kriegstaugliche Schulen. Die sind ja noch nicht mal bildungstüchtig!“, sagt Philipp Schaller und bekommt viel Beifall der Zuschauer. Er weiß auch, wie man den Weltfrieden retten kann: „Groß denken und klein anfangen. Erster Schritt: die Länder werden abgeschafft und jeder bekommt eine Parzelle zugewiesen, das wären bei derzeit 25 Kriegen geteilt durch 200 Länder ein Achtel Krieg pro Land und acht Milliarden Kleingärten!“ Birgit Schaller erzählt und singt mit viel Ironie und warm-kraftvoller Stinme über die Gier nach immer mehr, den Ursprung vom Überfluss und wie man den fatalen Kreislauf durchbrechen kann, indem man der eigenen, gefühlten Wahrheit vertraut.

Die drei Kabarettisten schaffen das Kunststück, heikle und komplizierte Themen so zu verpacken, dass sie weder zu leicht, noch zu schwer, nicht einseitig, aber doch mit Haltung, locker, originell, ernsthaft und unterhaltsam auf die Bühne kamen, zum Lachen, Reiben und Nachdenken anregen. Zuletzt halten sie entgegen aller Widrigkeiten sonnengelbe Smileys hoch und geben den Zuschauern ein Loblied auf das Lachen, „das Schönste auf der Welt“ mit auf den Weg. Das Laune, froh und gelassen macht, auch ermutigt und das man sich nicht von Ideologen und Moralaposteln nehmen lassen darf. Reichlich Beifall gab es für diesen sommerlich heiteren Kabarettabend mit Leichtigkeit und Tiefsinn.

Text + Fotos (lv)

http://www.herkuleskeule.de

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Unterwegs: Planwagentour der Theatergruppe „Spielbrett“ führt in die Sächsische Schweiz

11 Donnerstag Jul 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Theater, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Mit Pferdewagen, Drahteseln und dem neuen Sommertheater-Stück, Shakespeares „Sturm“ im Gepäck zieht die Dresdner Theatergruppe „Spielbrett“ als fahrende Schauspielertruppe wieder über Land auf ihrer diesjährigen Planwagentour, die weit und breit einzigartig ist. Fotos (4): Tanja Grünert

Mit Pferdewagen und Spielleidenschaft unterwegs wie zu Shakespeares Zeiten

Die Theatergruppe „Spielbrett“ aus Dresden geht wieder auf Planwagentour in die Sächsische Schweiz vom 29. bis 27. Juli.

Der Planwagen ist vollbeladen mit Requisiten, die helle Leinenplane bemalt mit der Route und die zwei Pferde ziehen den Karren im Schritttempo. Dahinter radeln die Darsteller in bunten Sachen auf Drahteseln mit Satteltaschen und Rucksäcken hinterher, hinaus aus der Großstadt, über Dorfstraßen und auf weiter Flur. Die Gruppe „Spielbrett“ geht bald wieder auf ihre traditionelle, einwöchige Planwagentour durch die Sächsische Schweiz vom 20. bis 27. Juli. Im Gepäck für das Sommertheater hat sie dieses Jahr „Shakespeares Sturm“.

„Ein Sturm, eine Insel, eine gestrandete Regierung und ein gestürzter Herzog als Herrscher über das Eiland“, so kündigt die Gruppe das Stück an. In dem nicht ganz zufällig die Helden und Heldinnen sich in einem Labyrinth aus Magie, Gewalt, Intrigen, aber auch Liebe wiederfinden. Luftgeister kommentieren das Geschehen mit aktuellen Bezügen. „Eine fahrende Schauspielertruppe, die durch die Lande zieht wie zu Shakespeares Zeiten und das schon seit vielen Jahren, das ist deutschland- und europaweit einmalig“, weiß der Schauspieler, Regisseur und künstlerische Leiter von „Spielbrett“ seit der Gründung 1985, Ulrich Schwarz. Dem man seine 77 Jahre nicht ansieht und der noch längst nicht ans Aufhören denkt. Dazu mache es ihm zu viel Spaß. Sie zeigen urwüchsiges, sinnlich, poetisches, unterhaltsames und intelligentes Volkstheater mit großer Leidenschaft, Spielfreude und Humor an verschiedenen Orten. Insgesamt acht Vorstellungen stehen auf dem Programm.

Der Start mit dem Planwagen vom Pferdehof Schmidt aus Loschwitz ist am 20. Juli, um 10 Uhr am Blauen Wunder. Erster Spielort dann abends, 20 Uhr im Schlosspark Graupa vor einer uralten Eiche. Weiter geht`s über Schloss Weesenstein, Struppen, Gohrisch am Dorfteich, Königstein am romantischen Malerwinkel, Bad Schandau, Hohnstein bis nach Dürröhrsdorf-Dittersbach als letzter Tourstation.

„Die Spieler ziehen in Kostümen und mit Musik, Akkordeon und Gitarre, lautstark jeweils in den Ort ein und werben für die Vorstellungen. Bei der Planwagentour geht es um den Schauwert, aber auch um Langsamkeit und Genießen für Akteure wie Zuschauer“, so Ulrich Schwarz. Sie fallen überall auf. „Mindestens 50 Prozent der Leute fühlen sich durch den Planwagen angezogen.“ Als Spielkulisse dient ein Bühnengestell, an dem bemalte Bühnenbilder und manchmal auch Türen hineingehängt werden. Bekannte Künstler gingen mit „Spielbrett“ auf Planwagentour ihre ersten Schritte, so Regisseur Schwarz, wie der inzwischen verstorbene Schauspieler und Kabarettist Olaf Böhme als „Falstaff“ oder die Sängerin und Liedkabarettistin Anna Mateur. Elf Spieler in Doppelbesetzung sind derzeit dabei im Alter von 20 Jahren bis Anfang 70. Sie arbeiten als Lehrer, Ärztin oder in der IT-Branche. Ein Koch fährt auch mit, der für Speis und Trank sorgt. Beim Frühstück und abends nach der Vorstellung sitzen die Spieler an einer großen Tafel zusammen, wird gequatscht und gefeiert. Die Planwagentour wird privat finanziert. Übernachtet wird unterwegs in Turnhallen und Schulräumen in Schlafsäcken.

„Die Planwagentour ist noch nie gefördert worden weder von der Stadt Dresden noch vom Land Sachsen. Obwohl wir doch in Sachsen bleiben und Kultur in den ländlichen Raum bringen“, so Ulrich Schwarz. Er als künstlerischer Leiter und die Organisatoren der Tour bekommen ein Honorar. Und die Gruppe „Spielbrett“ erhalte eine geringe Förderung von der Stadt pro neue Inszenierung. Die Planwagentour wechselt jährlich, neben der Sächsischen Schweiz führt sie auch ins Osterzgebirge und nächstes Jahr wieder an die Märkischen Seen mit immer anderen Shakespeare-Stücken. „Meist kommen um die 100 Besucher pro Vorstellung. Letztes Jahr am Schloss Lauenstein waren es sogar 200 Zuschauer“, so Schwarz. Nächstes Jahr im Herbst feiert die mehrfach preisgekrönte Gruppe „Spielbrett“ ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum mit einem Theaterfestival unter dem Motto „Danke Volk!“ im Theaterhaus Rudi in Dresden.

Text (lv)

http://www.spielbrett.info

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BilderAlbum: Konzert mit dem BärensteinOrchester beim zweiten Musiksommer Bärenstein

08 Montag Jul 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Bühne frei für Klangreichtum: das BärensteinOrchester mit seinem Leiter Hartmut Dorschner beim Konzert im Kunsthaus Bärenstein.

Eine fröhlich mitreißende Klang-Lawine

Mit einem bunt gefächerten, herrlich unkonventionellen und abwechslungsreichen Abschlusskonzert nach einwöchigem Musik-Workshop begeisterte das BärensteinOrchester beim zweiten Musiksommer Bärenstein.

Auf ein Handzeichen hin setzt die fröhliche Klang-Lawine ein. Die Töne schwirren in allen Farben durch den Raum und brechen wieder ab. Auf und ab, hoch, tief, hell, laut, leise, schräg, wild und sanft. Jeder der Musizierenden in der Runde darf mal Dirigent sein beim großartigen, herrlich unkonventionellen und abwechslungsreichen Abschlusskonzert mit dem BärensteinOrchester Ende Juni im Rahmen des zweiten Musiksommer Bärenstein, der gefördert wird von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Das BärensteinOrchester ist mittlerweile schon so etwas wie das Markenzeichen des Musikfestivals in dem kleinen Ort im Osterzgebirge.

Diesmal drehte sich alles um Rhythmus in dem einwöchigen Musik-Workshop mit dem Dozenten und Schlagzeuger Matthias Macht und dem Jazzmusiker und Leiter des Musiksommer Bärenstein Hartmut Dorschner. Vor dem Mikro stehen nacheinander die Teilnehmer. Junge und etwas ältere, schon erfahrene Musiker, reihum. Sie heben bemalte und beschriftete Karten mit Symbolen und Titeln der selbst erdachten Musikstücke und Songs hoch und die anderen spielen und improvisieren diese mit viel Spaß und Einfällen zusammen im Orchester. Zehn Musikanten haben sich dazu versammelt im Veranstaltungsraum im Obergeschoß vom Kunsthaus Bärenstein, zugleich Wohn- und Schaffensort von Hartmut Dorschner. Die Töne hüpften, sprangen, schwebten umher. Mal klang es wie ein Frosch, der lustig im Teich quakte, mal nach Jazz, Swing und Reggae, mal urwüchsig erdig und geheimnisvoll mit der erzählten Mär von einem Waldweiblein aus dem Erzgebirge. Frei aus dem Bauch und fabulierfreudig tönte und erzählte der Geschichtenerzähler Michael Cech aus Dresden solo und zusammen mit dem BärensteinOrchester. Die Musiker bewegten sich auch samt Instrumenten durch den Raum, als ob sie ihre Töne wieder einfangen wollten. Schön zu erleben das Zusammenspiel und die Klangvielfalt von Trompete, Saxofon, Akkordeon, E-Piano, Schlagzeug, kleinen Trommeln bis zu E-Gitarren. Die jüngste Zuhörerin saß mit Kopfhörern auf dem Schoß von Papa und Mama abwechselnd, vergnügt lauschend und hin und wieder jauchzend einstimmend in das Konzert. Abschließend war auch ein Lied, „Skandal im Bielatal“ gegen die geplante Ansiedlung einer Lithium-Fabrik und damit einhergehender Naturzerstörung in der Umgebung von Bärenstein zu hören. Viel Beifall gab es von den begeisterten Zuhörern nach einer Stunde für dieses bunt gefächerte, klangfreudige Konzert mit dem BärensteinOrchester, dem man weiteren Zulauf und Auftrittsorte wünscht.
Der Musiksommer Bärenstein dauert noch bis 8. September.

Das Programm steht unter http://www.kult-ur-art.eu

Text + Fotos (lv)

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Eröffnungskonzert auf dem Milchschafhof beim Musiksommer Bärenstein 2024

24 Montag Jun 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Fülle an Klängen mitten in der Natur: Mit Heugeruch in der Nase und angeregt von der ländlichen Atmosphäre spielten und begeisterten die Jazzmusiker Hartmut Dorschner und Matthias Macht vor vollen Rängen beim Eröffnungskonzert des zweiten Musiksommers Bärenstein auf dem Milchschafhof dort am Sonntagnachmittag.

Urwüchsiges Spiel mit Hammer, Schlagzeug und Saxofon

Ein Musikerlebnis inmitten der Natur und angeregt davon war das Eröffnungskonzert mit Hartmut Dorschner und Matthias Macht auf dem Milchschafhof beim zweiten Musiksommer Bärenstein am Sonntagnachmittag.

Die Tür zum Milchschafstall in Bärenstein stand weit offen. Dort nisten gerade Schwalben mit ihren Jungen, einige schwirrten übermütig ein und aus. Um sie nicht mit lauten Schlagzeugklängen zu stören, spielten die Musiker Matthias Macht und Hartmut Dorschner am Saxofon vor dem Stallgebäude. Mit Heugeruch in der Nase, umgeben von hohen Bäumen unter strahlend blauem Himmel lauschten ihnen 67 Besucher, kleine und große, auf Bänken und Stühlen auf der Wiese beim Eröffnungskonzert des bereits zweiten Musiksommer Bärenstein am Sonntagabend. Dieser wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und ist für die Besucher eintrittfrei. Die zwei Eseldamen „Lucie“, zehn Jahre und „Charlott“, 20 Jahre, im Freigehege in der Nähe lauschten andächtig den ungewohnten Klängen und spitzten die Ohren, ein Stück weiter saßen und grasten die Schafe seelenruhig auf der Weide unter einem Baum. Die Musiker ließen sich bei ihrem anderthalbstündigen Konzert von der ländlichen Atmosphäre anregen.

Zu hören waren urwüchsige, erdige, hämmernde, klirrende, knarrende und fröhlich unbeschwerte Klänge. „Wir spielen improvisierte Musik, die im Moment entsteht, nicht vorher geübt“, sagte Hartmut Dorschner, Jazzmusiker und Initiator des Musiksommer Bärenstein im feierlich roten Anzug. Er spielte abwechselnd kraftvoll, treibende und ruhige, versunkene, hohe, tiefe, kurze und langgezogene, wild umherwirbelnde und harmonische Klänge auf dem Altsaxofon und einem kleineren, hell tönenden Saxofon. Schlagzeuger Matthias Macht, in geblümten Hemd und kurzen Hosen, begleitete ihn mit mal leisen, tastenden und energiegeladen gesteigerten Klängen. Er bezog auch die Umgebung ins Spiel ein, mit den Trommelstäben und einem Hammer klopfte er wie ein Steinmetz auf das Gehäuse und selbst die vom Baum herabhängenden Blätter vor seinem Gesicht hob er sacht raschelnd an und bewegte lustig seinen Kopf aus den Zweigen hervor. Die beiden regten sich spielfreudig zu immer neuen, fantasiereich und witzig-versponnenen Klangkreationen an und gaben sich gegenseitig Impulse. Mal spielte Dorschner die Erkennungsmelodie der Olsenbande an unter den schmunzelnden Zuhörern. Mal „stritt“ er sich mit Macht, wer denn nun den letzten Ton hat und standen sich beide mit Hammer, Schlagzeug und Saxofon angriffsfreudig gegenüber. Mal quietschte und prustete Dorschner ins Saxofon als wollte er einen Luftballon aufblasen bis er fast platzte zum Gaudi der Kinder,

„Wir finden es gut, dass das kulturelle Leben hier etwas bereichert wird und erfreuen uns selber an der Musik“, sagt Falk Bräuer, der Betreiber vom Milchschafhof Bärenstein. Das Konzert auf dem Hof sei schon eine kleine Tradition und mehr Besucher als letztes Jahr, zur Hälfte Einheimische und neue Zuhörer, dagewesen. Außerdem war der Hofladen geöffnet, in dem es Schafskäse und Wollprodukte gibt. Sonst hat er freitags und sonnabend von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Falk Bräuer und seine Frau haben ihren Milchschafhof seit 17 Jahren, zu dem eine Herde weißer und schwarzer ostfriesischer Milchschafe gehört. Nach dem Konzert gaben die Tiere auf dem Hof wieder den Ton an, zuvorderst hingebungsvolle Hahnschreie. Das Musikerlebnis inmitten der Natur bekam reichlich Applaus von den Besuchern.

Text (lv)
Fotos: (ad, lv)

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Musiksommer Bärenstein 2024: Eröffnungskonzert mit Jazz im Milchschafhof

22 Samstag Jun 2024

Posted by Lilli Vostry in Allgemein, Lebensart, Musik, Projekte, Zwischenmenschliches

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Freude am Improvisieren & gemeinsam musizieren: der Jazzmusiker und Leiter des BärensteinOrchesters Hartmut Dorschner und Musikschülerin Katrin Staake.

Beim gemeinsamen Musizieren den
eigenen Lebens-Rhythmus finden

Der Musiksommer Bärenstein lockt zum zweiten Mal mit klangreichem Programm und einer Werkstatt zum Mitmusizieren im BärensteinOrchester. Das Eröffnungskonzert mit Hartmut Dorschner und Matthias Macht ist am Sonntag, dem 23. Juni, 16 Uhr in besonderer Atmosphäre im Milchschafhof in Bärenstein zu erleben.

Das Saxophon liegt auf dem Tisch am Fenster. Hartmut Dorschner setzt sich zunächst ans Klavier und begleitet seine Musikschülerin. Katrin Staake spielt Tenorsaxophon. Tiefe, warme, fröhliche und leise, vom Atem getragene Klänge erfüllen den Raum. Dann greift auch er zum Saxophon, lässt die Töne nur so sprudeln und sie gehen aufeinander ein, fließen zusammen. Es ist eine spontane Improvisation in ihrer Wohnung im Dresdner Hechtviertel und ein kleiner Vorgeschmack auf die Werkstatt unter dem Motto „Rhythmus“ mit dem Bärenstein-Orchester.

Diese startet am kommenden Montag innerhalb des Musiksommer Bärenstein 2024 in dem kleinen Ort im Osterzgebirge. Rund acht Teilnehmer, der jüngste ist 13 Jahre alt bis Mitte fünfzig, treffen sich dann täglich von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 18 Uhr eine Woche lang zum gemeinsamen Musizieren mit den Jazzmusikern Hartmut Dorschner und Matthias Macht im Kunsthaus Bärenstein. Mit krönendem Abschlusskonzert mit dem BärensteinOrchester dann am 29. Juni, um 19 Uhr. Wenn jemand spontan Lust hat, noch dazu zu kommen zu dem Musik-Workshop, sei das möglich und dieser ist offen für jung bis alt.

„Es geht um die Begegnung auf musikalischer und sozialer Ebene und die Freude steht dabei im Vordergrund“, sagt Hartmut Dorschner, Workshopleiter, Dirigent des BärensteinOrchesters und Initiator des Musikersommer Bärenstein. „Rhythmus ist das Pulsieren in der Zeit, und die Töne sind die Farben“, erklärt Dorschner. „Wenn der Rhytmus anfängt lebendig zu werden, weil man sich erst einmal müht, ihn zu halten, dann stabil wird und steht, dann blüht er auf.“ „Und es kommen viele Farben und Möglichkeiten zum Vorschein“, ergänzt Katrin Staake. Über dem Klavier hängen ihre expressiv farbigen Bilder, Blütenformen und Wasserspiegelungen. Sie ist das erste Mal bei der Werkstatt im Musiksommer Bärenstein dabei. Seit zweieinhalb Jahren nimmt sie Saxophonunterricht bei Hartmut Dorschner. „Musik hat viel mit dem Leben zu tun, dem Lebens-Rhythmus“, sagt sie. Es sei auch ein Unterschied, ob man selber spiele und tanze, die Musik spürt im Körper oder nur zuhöre. „Es ist interessant, man lernt sich selber kennen und kann den Rhythmus in sich finden“, so Katrin Staake. „In dem Workshop bekomme ich das gebündelt und es ist eine andere Möglichkeit sich auszudrücken.“ „Noten heißen Note, weil man die ja nur zur Not nimmt“, sagt Hartmut Dorschner schmunzelnd. Er hat Jazzsaxophon und Komposition an der Dresdner Musikhochschule studiert und lebt und arbeitet als freischaffender Musiker in Bärenstein. „Die Kunst ist es, Schräges und Wohlklingendes zu verbinden, aus dem die Kontraste und interessante Musik herauskommen.“

Ein klangreiches Programm an besonderen Spielorten lockt nun zum zweiten Mal beim Musiksommer Bärenstein unter dem Motto „Hört auf!“, veranstaltet vom „kult-ur-art“ Kunstverein zu Bärenstein e.V. vom 23. Juni bis 8. September. Angelehnt an den Bergarbeitergruß „Glück auf“ und im Sinne von Aufhorchen. „Der Musiksommer hat sich positiv entwickelt. Es kommen immer 30 bis 40 Besucher zu den Konzerten“, sagt Hartmut Dorschner. Ingesamt kamen rund 500 Besucherr letztes Jahr. Es sei erfreulich, wenn die Region weiter kulturell belebt und auch touristisch noch anziehender wird. Der Musiksommer Bärenstein wird von der Kulturstitung des Freistaates Sachsen aus dem Projektefond zur Kunstförderung im ländlichen Raum mit 5 000 Euro wieder gefördert. Alle Veranstaltungen und der Musikworkshop sind für die Teilnehmer und Besucher eintrittfrei.

Das Eröffnungskonzert mit Hartmut Dorschner am Saxophon und Matthias Macht am Schlagzeug ist an diesem Sonntag, dem 23. Juni, 16 Uhr im Milchschafhof Bärenstein zu erleben. Dann wandelt sich der Stall zum Konzertsaal, die Besucher sitzen auf Heu und Bänken und die Schafe und Esel stehen dahinter auf der Weide und begleiten das Konzert mit. Da das Konzert letztes Jahr so gut ankam, gibt es nun eine Neuauflage mit ländlicher Atmosphäre. Erstmals beim Musiksommer gibt es ein Puppenspiel, „Alice im Wunderland“ mit dem Theater Phoebus am 24. August, 16 Uhr auf dem Markt in Bärenstein.

Text + Foto (lv)

Konzerte

So., 23.6., 16 Uhr, Milchschafhof Bärenstein: Matthias Macht und Hartmut Dorschner
Sa., 29.6., 19 Uhr, Kunsthaus Bärenstein: BärensteinOrchester
Fr, 19.7., 9.8. und 16.8., 17 Uhr, Kirche Bärenstein: Orgelsommer mit Agnes Ponizil
Sa., 24.8., 16 Uhr, Markt Bärenstein: Theater Phoebus, Puppenspiel „Alice im Wunderland“
Sa., 31.8., 17 Uhr, Kirchgasse 10: Mario Nitschke, Ausstellungseröffnung
mit Musik von Agnes Ponizil und Hartmut Dorschner
So., 1.9., 16 Uhr, Kunsthaus Bärenstein:  A. Dorschner, Harfe, G. Heinz, Posaune und E. Bier, Schlagzeug
So., 8.9., 16 Uhr, Kunsthaus Bärenstein: Jazz ohne Stress mit K. Flath-Fischner, Saxophon und  U. Fehlberg, Gesang, Piano

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Atelierbesuch bei Christiane Latendorf in Freital

22 Samstag Jun 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Farbenfrohes Bilderreich: die Künstlerin Christiane Latendorf in ihrem neuen Atelier in Freital.

Wunderreiche Bilderwelt zum Träumen und Fliegen

Die Malerin und Grafikerin Christiane Latendorf musste nach 20 Jahren ihr Atelier im Dresdner Stadtzentrum verlassen und wagte den Neuanfang in einem neuen Raum in Freital-Wurgwitz.

Ihr farbenfrohes Bilderreich ist riesig, der Platz leider begrenzt. Einige Werke stehen aufgereiht schon im Treppenhaus. Kleinere und große Formate, in denen Menschen, Tiere und Natur sich farb- und zeichenreich verbinden. Eine Frau mit Tauben, Nachtvögel, Stier und Schäfchen, Katzen und  ein dunkles Tier mit einer Schlange im Maul. Dazwischen Köpfe und Gesichter in urwüchsigen Landschaften, über denen rote Vögel kreisen und ein verletztes Tier zappelt in einem himmelblau erhobenen Arm. „Ganzheit gefragt“ steht als Bildtitel auf der Rückseite einer Leinwand. Die Ateliertür steht offen. Ein Raum voller Bilder empfängt die Besucher in dem Gebäude, im Hof der Autogalerie Börner auf der Kesselsdorfer Straße 6 in Freital-Wurgwitz.

„Es ist ja auch hauptsächlich zum Malen gedacht und hier habe ich die Ruhe dafür“, sagt die Künstlerin Christine Latendorf. Vorn steht ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen und ein paar Grünpflanzen unter den Fenstern mit Dachschrägen. Sie schaut ins Grüne. Hinter den Bäumen fließt ein kleiner Bach, die Wiederitz entlang. Neben den großen Öbildern steht ihre Staffelei am Fenster. Ein Großteil ihrer Bilder ist bei einer Dresdner Firma auf dem Dachboden eingelagert. „Ich bin froh, dass ich diesen Raum zum Malen gefunden habe. Es war schwer etwas zu finden und es ist ein Neuanfang“, sagt Christiane Latendorf. Ihr Treffpunkt mit Besuchsraum ist in ihrem Atelier in der alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72a in Radebeul. Dort bietet sie auch Scherenschnitt-Kurse an und außerdem im Kultur- und Beratungshaus für Frauen „sowieso“ in Dresden.

Seit Juni 2022 hat Christiane Latendor ihr neues Atelier in Freital-Wurgwitz, den Raum fand sie über ebay. Der Umzug aus ihrem schönen, großen Atelier im ehemaligen Robotron-Hochhaus an der Lingnerallee 3 im Dresdner Stadtzentrum fiel ihr schwer. Dort war sie 20 Jahre lang. Zusammen mit anderen Kreativen und sozialen Vereinen. Und der Weg nicht weit für Besucher und Kunstinteressenten. „Es war eine nette Bürogememeinschaft, man kannte die Leute alle und dann ging das alles auseinander“, bedauert sie. Kurz vor Weihnachten 2021 wurde ihnen gekündigt vom Eigentümer wegen bevorstehender Sanierung. Passiert ist bis heute nichts. Ihr Hauptsitz, an dem sie wohnt und arbeitet, ist Dresden. Christiane Latendorf studierte Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und ist seit ihrem Diplom 1997 als freischaffende Künstlerin tätig. „Wenn man malen will, findet man überall Platz, unterwegs und im Wald“, sagt sie. „Wenn ich male, bin ich glücklich.“ Ihr Skizzenbuch und Stifte hat sie immer dabei. Und sie malt alles, was ihr begegnet. Träume, Eindrücke aus dem Leben und Erinnerungen. „Bilder zum Leben“ heißt der Kalender für 2024 mit ihren neuen Arbeiten und zugleich ihr Anker.

Christiane Latendorf ist eine Bildermagierin, die mit Pinsel, Stiften und Scheren wundersame Welten zwischen Traum und Wirklichkeit erschafft. In denen es fantasiereich, vielschichtig zugeht und immer ein Rest Geheimnis bleibt. “Die weiße Fläche ist mir heilig, da taucht etwas auf, das male ich. Da bin ich ehrlich, egal was das Bild spricht“, sagt die Künstlerin. „Am nächsten Tag sehe ich, ob es so bleiben kann und es riecht dann einfach gut, wunderschön nach Blumen und vielen Farben“, lächelt sie. Manche Bilder malt sie auch über viele Jahre weiter.

Ein Bild zeigt den Mensch als Vogel. „Manchmal fliegen wir, fühlt sich alles leicht an und manchmal schwer.“ Oft tauchen Vögel, Tauben, Raben und Krähen auf den Leinwänden auf. Christiane Latendorf hat schon einige kranke Vögel gefunden, die sie gesund pflegt und wieder freilässt. Die Krähe „Mary“, die durch einen offenen Bruch flugunfähig ist, lebt schon 18 Jahre bei ihr zuhause. Ein großformatiges Bild zeigt Kinder im Wald, beschützt von einem roten Stier und einem Vogel. Es heißt „Die verschollenen Kinder“ und erinnert an deren Schicksal im Ukraine-Krieg. „Die Nachricht hat mich berührt. Ich hoffe, dass sie noch leben und wiederkommen. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben“, sagt Christiane Latendorf.

Mit fünf Malkursen in der Woche in Schulen und sozialen Einrichtungen in Dresden, Dippoldiswalde und Panschwitz-Kuckau ist sie sehr beschäftigt. Unter ihnen sind auch Schüler aus der Ukraine. „Da fehlt die Häfte der Familie und sie reden nicht über den Krieg und die schlimmen Erlebnisse. Sie malen das Gute und Schöne, woran sie sich erinnern. Es sind friedliche Bilder“, erzählt die Malerin. Sie sprechen auch über die Bilder. „Kunst öffnet Menschen auch“, erlebt Christiane Latendorf.

Text + Fotos (lv)
Fotos folgen demnächst

http://www.christiane-latendorf.de

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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