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Kategorien-Archiv: Projekte

Die Theatergruppe „Spielbrett“ spielt wieder open air

18 Donnerstag Jun 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Projekte, Theater

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Theaterspiel wie zu Shakespeares Zeiten: die deutschlandweit einmalige, beliebte Planwagentour der Dresdner Gruppe „Spielbrett“ fällt wegen der Corona-Einschränkungen dieses Jahr leider aus. Foto: Tanja Kirsten


Humorvoller Wettstreit um Schönheit und Macht: Königin Tausendschön und Schneewittchen. Foto: Spielbrett

Theater mit Abstand und um so mehr Leidenschaft und Energie

Die traditionelle Planwagentour der Gruppe Spielbrett durch die Sächsische Schweiz fällt dieses Jahr wegen der Corona-Einschränkungen leider aus. Dennoch wird Open Air Theater gespielt.

Spieglein, Spieglein an der Wand… Lange Zeit schwieg er. Nun wird er wieder eifrig befragt und „Schneewittchen“ wieder zum Leben erweckt. Die erste Vorstellung nach der Corona-bedingten Pause ihres Märchens von der Eitelkeit frei nach Grimm/Fühmann gab die Gruppe Spielbrett am vergangenen Sonntag auf der Waldbühne Augustusburg bei Chemnitz. Der Regen hörte pünktlich auf.

Gebannt erlebten über 30 Zuschauer, darunter ein Drittel Kinder, den Märchenspaß mit Schattenspiel und aktuellen Anspielungen unter Regie von Ulrich Schwarz. Das vorher eingereichte Hygienekonzept wurde vom Gesundheitsamt genehmigt. Die Veranstalter haben extra Hygieneregeln einzuhalten wie Abstand der Bankreihen.

Die sieben Zwerge werden als Räuberbande mit Klappmaulpuppen gespielt, deren Darsteller hinter der Bühne mit Mundschutz und Desinfektionsmittel für die Requisiten agieren. „Die Spieler stehen weiter auseinander und geben viel mehr Energie durch die Entfernung und der Räuberhauptmann brüllt jetzt: ,Abstand!`“, erzählt Ulrich Schwarz. Er ist Schauspieler, Regisseur und künstlerischer Leiter der Gruppe Spielbrett. Es gibt auch neue witzige Details, auf die sie sonst nicht gekommen wären, wie die Szene mit der Fliegenklatsche, mit der die böse Königin nun die Wange des getreuen Jägers abwechselnd tätschelt und Backpfeifen verteilt. Die Schlosswache schwingt eine Plastkeule mit Piepser und die böse Königin darf nicht den „Hausstand“ von Schneewittchen betreten.

Außerdem sind die Schminksachen der Darsteller nun getrennt und hat jetzt jeder seinen eigenen Koffer mit Kostüm und Requisiten. „Der Vorteil ist, die Aufmerksamkeit und Sorgfalt werden größer und man muss nicht mehr Dinge suchen kurz vor der Vorstellung“, so Schwarz. Das Hygienekonzept zu Shakespeares „Kaufmann“ – eine Dramödie mit Herz ist bereits eingereicht. Dort wird in einer Tanzszene der Kuss gestrichen. Die Lieder werden abgewandt gesungen. Schwieriger sei es für den Perückenwechsel der Hauptrollenspieler mit den Clowns zwei neue Perücken zu besorgen. „Man kann ein fertiges Stück nur bedingt ändern. Bei Neuinszenierungen hingegen Dinge wie die Abstandsregel berücksichtigen “, so Regisseur Schwarz.

Die Anordnungen ans Theater empfindet er teilweise als „pingelig und sie widersprechen sich auch, wenn es z.B. heißt, dass der Mindestabstand nicht immer eingehalten werden muss.“ Rund zehn verschiedene Möglichkeiten für Hygienekonzepte zu Corona gebe es in Sachsen. „Keiner weiß es genau.“ So sitze man immer ein bisschen auf dem Schleudersitz. „Es geht um Begegnung auf der Bühne und die Spieler brauchen auch die Nähe, Reaktionen und das Echo des Publikums“, so Schwarz.

Zwei Theaterfestivals wurden wegen Corona abgesagt, bei denen „Spielbrett“ aufgetreten wäre. Bei den Internationalen Theatertagen am See in Friedrichshafen im April, wo sie beim ersten Gastspiel mit „Elektra“ gleich einen Preis abräumten. Einer der Spielbrett-Akteure und Vorstandsvorsitzende des Vereins, René Jäger stiftete aus eigener Tasche dem Festival sogar einen Publikumspreis für die nächsten drei Jahre. Außerdem wären sie im Mai bei einem Festival des Amateurtheaterverbandes Brandenburg in Potsdam dabei gewesen.

Außerdem fällt die alljährliche Planwagentour von Spielbrett, mit Leiterwagen und Pferden wie zu Zeiten Shakespeares, um Theater auf dem Land zu spielen, erstmals seit 35 Jahren wegen der Corona-Krise dieses Jahr aus. “Wir haben uns dazu entschieden, da es schwer zu vermitteln ist, wenn ein Tross mit 25 Schauspielern eine Woche durch die Lande ziehen kann, während andere im Home office arbeiten müssen oder ihre Kinder nicht in den Kindergarten oder Schule schicken können. Auch ständig mit Mindestabstand von 1,5 Metern zu agieren, radeln, gemeinsam speisen und am Lagerfeuer sitzen, ist für uns schwer vorstellbar“, sagt Ulrich Schwarz.

Dafür finden einige Spieltermine der Tour mit dem „Kaufmann“ vom 25. Juli  bis 1.August dennoch statt. Außerdem feiert die Gruppe Spielbrett ihr 35-jähriges Jubiläum mit einem kleinen feinen Festival unter dem Motto: „Danke, Volk!“ vom 30. September bis 4. Oktober im Theaterhaus Rudi, zu dem fünf freie Amateurtheatergruppen wie „Bühnamit“ (Dresden/Leipzig) eingeladen sind und einer Gala mit einer Szenen-Collage von Spielbrett. Für das Jubiläums-Festival freuen sich die leidenschaftlichen Komödianten über jede Spende.

Text (lv)

http://www.spielbrett.info

Die nächsten Spieltermine:

„Schneewittchen und die Zwerge“

21.6., 16 Uhr, Schloss Martinskirchen
5.7., 15 Uhr, Eis-Oase Paulsdorf
12.7., 15 Uhr, Schloss Kuckuckstein, Liebstadt

Shakespeares „Kaufmann“

26.7., 20 Uhr, Schloss Weesenstein (bestätigt)
30.7., 19.30 Uhr, Malerwinkel Weesenstein (bestätigt)
1.8., 20 Uhr, Freilichtbühne im Kurpark Bad Schandau (bestätigt)

Karten-Vorbestellung unter Tel.: 0176 – 562 34 654   sowie beim jeweiligen Veranstalter. Bitte dort auf die Homepages schauen, falls sich kurzfristig etwas ändern sollte.

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Genuss pur. Poesie & Kuchen – auch zu buchen…

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, In eigener Sache, Lebensart, Poesie, Projekte

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Genuss für Geist & Sinne. Mit Rhabarber – Ein Gedicht aus dem Backofen fing alles an. meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry liebt Poesie & Kuchen und bringt beides gern zu Lesungen mit.

Wenn die Worte und Aromen auf der Zunge tanzen

Die erste Kostprobe gab es bei der Premiere meiner Gedicht-Lesung „Vom Zauber endloser Anfänge“ am 16. Mai im KlangLabor in Dresden, das angesichts Corona-Einschränkungen gut gefüllt war. Vom ersten selbst gebackenen Rhabarberkuchen, dem ich ein eigenes Gedicht widmete, blieb fast kein Krümel übrig. Das spornte mich an zu weiteren Backversuchen. Ich mag Poesie & Backen. Das Spiel mit Worten & Zutaten & der betörende Duft & Aromen, die auf der Zunge tanzen & Gestalt annehmen. Zum Zuhören, Probieren und Genießen einladen und etwas Bleibendes schaffen.

So entstand mein neues Angebot unter dem Motto: „Poesie & Kuchen – auch zu buchen“ eigene Gedichte und selbst gebackenen Kuchen zu Lesungen mitzubringen. Und diese zwei Leidenschaften zu verbinden. Genuss für Geist und Sinne.

Ich lese gern vor neugierig aufgeschlossenem Publikum, ob in Spielstätten, in einem Gartenlokal, auf privaten Feiern oder in Senioren- und Pflegeheimen in Dresden und der Region. Gedichte über Zauberhaftes in der Natur und Zwischenmenschliches, Veränderungen und Wandlungen im Leben und den Zauber des immer wieder Anfangens. Viele meiner Gedichte, die in den letzten zehn Jahren entstanden und für die ich als nächstes einen passenden Verlag suche, stehen hier auf meinem wortgarten-Blog.

Wer Interesse an meinen Lesungen hat, auch mit musikalischer Begleitung möglich, kann mir gern schreiben an folgende e-mail-Adresse:
lilli-vostry-journalistin@gmx.de

Text + Fotos (lv)

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Kultur-Demo „Jetzt erst recht!“ am 5. Juni auf dem Theaterplatz in Dresden

04 Donnerstag Jun 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte

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„Ohne uns ist Stille!“

Eine DEMO der Veranstaltungsbranche „Jetzt erst recht!“ zur aktuellen Situation findet am 5. Juni 2020, ab 10.30 Uhr auf dem Theaterplatz vor der Semperoper in Dresden statt. Unternehmer der Branche und ihre Mitarbeiter, Künstler und SoloSelbstständige tragen schwarz. 1 000 Leere Stühle, LKW- Korso vom Ostragehege, vorbei am Sächsischen Landtag zum Theaterplatz mit 30 Fahrzeugen. Grosse Bühne / Live-Act´s PurpleDiscoMachine & Eskei83 

Mit Unterstützung prominenter Gäste wird das soeben beschlossene Konjunkturpaket im Fokus stehen. Noch immer ist das Fazit: „Ohne uns ist Stille!“ Das vom Bund beschlossene Konjunkturpaket wird als Anfang gewertet. Allerdings stellt es eher einen Flickenteppich dar. Gäste: Sächsische Staatsministerin für Tourismus Barbara Klepsch; Sächsischer Staatsminister für Regionales Thomas Schmidt; Helge Leinemann, Vorstandsvorsitzender Verband für Medien- und Veranstaltungstechnik e. V. (VPLT), Live-Act´s PurpleDiscoMachine & Eskei83
*
Die Aktion wird unterstützt von: Peter Maffay, Silbermond, Juliane Neigel, Glasperlenspiel, Silly, Maschine, City, Michael Schulte, Lotte, DJ Hell, Gregor Meyle, Purple, DiscoMachine & Eskei83, Verbände der Veranstaltungswirtschaft, Veranstaltern, Veranstaltungsstätten, Künstlern, Logistikern
Facts zu Ergebnis Koalitionsausschuss Corona, 3. Juni 2020, Zitat: „Der Anfang ist gemacht, aktuell ist es noch ein Flickenteppich.“
Bezug: Zu 1. „Zur Stärkung der Binnennachfrage in Deutschland wird befristet vom 1.7.2020 bis zum 31.12.2020 der Mehrwertsteuersatzvon 19% auf 16% und von 7% auf 5% gesenkt.“ Kommentar: Da die Veranstaltungsbranche derzeit (und voraussichtlich bis Ende des Jahres) keine Einnahmen zu verzeichnen hat, ist damit keine Hilfe gegeben. Der gesenkte Mehrwertsteuersatz sollte mindestens bis 2022 gelten.
*
Bezug: Zu 13. Zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen wird für Corona-bedingten Umsatzausfall ein Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt… Schaustellern, Unternehmen der Veranstaltungslogistik etc.Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Coronabedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind,sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen. Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten.
Kommentar an einem Beispiel: „Am 1. Juli hören die Stundungen der Leasinggesellschaften (bei den meisten nach 3 Monaten) von Ton-/Licht-/Bühnenfirmen auf. Ab diesem Zeitpunkt geht es für viele Unternehmen, die investiert haben, wieder richtig zur Sache. Hinzukommt, dass die Regelung zur Mietstundung ausläuft. Wenn eine Firma XYZ also max. 5 Mitarbeiter hat, erhalten sie einen Zuschuss von 3.000 Euro je Monat. Tatsächlich belaufen sich die Kosten in diesem Bereich aktuell im Durchschnitt bei 18.000 bis 20.000 Euro. Hinzukommt, dass ab September keine Zuschüsse zu erwarten sind. Das bedeutet, dass, so nicht nachgebessert wird, zahlreiche Firmen aus unserer Branche direkt Insolvenz anmelden, da die kommenden Monate keine Aussicht auf Einnahmen besteht bzw. die Zuschüsse die Kosten bei weitem nicht tragen werden. Ebenso müssten dann alle Mitarbeiter, die bisher noch über Kurzarbeitergeld gehalten werden konnten, direkt in die Arbeitslosigkeit geschickt werden.“
Weitere Forderungen u.a.: • Die Anerkennung eines Betrages als Beihilfe für den Lebensunterhalt von Einzelunternehmern und Solo-Selbstständigen • Erweiterung des Mietschutzgesetzes

Factsheet Aktion „Ohne uns ist Stille“ am 5.6.2020 AUTOKORSO

In einem eindrucksvollen Autokorso, bestehend aus 32 LKWs, Transportern und Aktionswagen werden wir durch die Dresdner Straßen, vorbei am Landtag bis hin zur Semperoper fahren. Ziel ist es, dass die teilnehmenden Fahrzeuge die Vielseitigkeit unserer großen Branche zeigen.

Text/Info: Kathleen Parma, Initiative „Leere Stühle“ e.V. in Gründung

http://www.leere-stuehle-de
http://www.facebook.com › events

Eindrücke  von der Kultur-Demo auf dem Theaterplatz


Fotos (lv)

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16. Kunst: offen in Sachsen: Dosierte Kunst-Improvisationen im KlangLabor. Poesie & Apfelkuchen & Tanzbilder

28 Donnerstag Mai 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte, Tanz

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Wort & KlangGebilde: Aerdna Harp an der Harfe und Lilli Vostry, Inhaberin von meinwortgarten bringen wieder sphärische Klänge und Gedichte zusammen zu Gehör. Foto: Kathrin Krüger-Mlaouhia

Klang-Wort-Mal-Tanz-Bild

Verschiedene Künste treffen aufeinander in besonderem Ambiente am 30. Mai, von 12 bis 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Staße 6 in Dresden. Es beteiligt sich beim „16. Kunst: Offen in Sachsen“, bei dem Künstler sachsenweit ihre Ateliers und Kunsträume für Besucher öffnen über Pfingsten vom 30.5. bis 1. Juni.

Wortklänge, Klangmalerei, Tanzbilder und Musik in Bewegung erfüllen den Raum, verbinden und regen sich gegenseitig an. Dazu lädt unter dem Motto „Dosierte Kunst-Improvisationen“ Andrea Dorschner, Inhaberin des KlangLabors in Dresden wieder Neugierige und Kulturinteressierte am Sonnabend ab mittag ein.

Zu sehen ist eine Ausstellung mit Dosenkeramik von Karin Dorschner und farbenfrohe Musikerbildnisse von Christopher Simpson.

Außerdem sind Einzelaufführungen um 12, 14 und 16 Uhr. Den Reigen verschiedener Künste eröffnen Aerdna Harp (Andrea Dorschner) mit Harfenspiel und Lilli Vostry mit eigenen, neuen und älteren Gedichten, in denen es um den Zauber des immer neu Anfangens, Wandlungen in der Natur und im Leben geht.

14 Uhr ist Musik und Malerei für alle angesagt.

16 Uhr Tanz und Musik mit Tanzkunst Anna Ameno, Matthias Baumgart am Saxofon und Aerdna Harp an der Harfe.

Die Beteiligten freuen sich über reges Interesse und Kommen.

Text (lv)

Das ganze Programm steht unter http://www.kunst-offen-in-sachsen.de


Musiker Matthias Baumgart und Tänzerin Anna Ameno

WortKlänge und TanzBilder

Neue und ältere, noch unveröffentlichte Gedichte las Lilli Vostry, freie Autorin und Inhaberin von meinwortgarten.com beim Kunst: offen in Sachsen am 30.5. im KlangLabor Dresden. Anschließend gab es eine Musik- und Tanzperformance mit Anna Ameno, Matthias Baumgart an der E-Gitarre und Aerdna Harp an der Harfe. Fotos: AD und LV

Mittags war es noch ruhig am gestrigen Sonnabend im KlangLabor. Bereits ab 10 Uhr luden Künstler wieder sachsenweit in ihre Ateliers und Ausstellungsräume ein. Doch Kunst ist wohl eher nichts für Frühaufsteher. Und die Sonne strahlte gar so schön und verlockend zu Beginn des Pfingst-Wochenendes.

Doch unser Warten wurde belohnt. Am frühen Nachmittag schauten die ersten Besucher herein. Inge Tometschek und ihr Mann aus Langebrück, die sich ein beachtliches Atelier-Besuchs-Programm ungeachtet ihrer Gehbehinderung vorgenommen hatten. Sie erzählte, dass weitaus weniger Künstler als sonst dieses Jahr beim „Kunst: offen in Sachsen“ mitmachen. Statt sonst vier Seiten seien es diesmal gerade mal eine reichliche Seite künstlerische Angebote für alle drei Tage. Vielleicht auch wegen der Corona-Einschränkungen und Unsicherheit.

Sie lauschten interessiert und aufmerksam eine Stunde lang unserer musikalischen Gedicht-Lesung, was sowohl ihnen als auch uns viel Freude bereitete. Hinterher kamen wir ins Gespräch, zu den Gedichten und Frau Tometschek erzählte, dass sie im Oktober wieder einen Kunstmarkt in Langebrück veranstaltet und dort werden auch Bücherschätze getauscht. Eine schöne Idee. Werde es mir anschauen.

Nachmittag kamen zwei junge Männer, der eine von ihnen Sozialarbeiter und der andere Heavy Metal-Fan, die sichtlich angetan vom freien, expressiven und experimentellen Spiel von Aerdna Harp (Andrea Dorschner) an der E-Harfe waren. Sie empfahlen uns weitere Musikorte, wo Musiker sich auch spontan zu Sessions zusammenfinden.

Viel Zeit, Muße und Offenheit für neue Angebote brachten zwei Zuhörerinnen mit, die unsere komplette Gedicht-Lesung mit Harfenspiel und eine Tanzperformance erlebten, wobei der Musiker Matthias Baumgart an der E-Gitarre und Aerdna Harp erstmals zusammenspielten, mit mal energisch treibenden, mal sanft fließenden Klängen, die Anna Ameno in assoziative Tanzbilder verwandelte zwischen Stille und Bewegung, in sich hinein hören und aus sich heraus gehen. Wir erfuhren von den Zuhörerinnen, wie es ihnen gefiel, erhielten Anregungen für weiteren Feinschliff am Programm – wie weniger Ansagen, mehr die Texte für sich sprechen lassen, abgestimmt mit dem Harfenspiel – saßen und aßen zusammen selbst gebackenen Apfelkuchen zu Kaffee, Tee und Wein bis abends.

Nicht zu wissen wer kommt und so unmittelbar Resonanz auf das eigene Tun zu erhalten, erlebt man nicht so oft und es macht Mut für weitere solcher Angebote im Zusammenspiel verschiedener Künste im KlangLabor.

Weitere Veranstaltungen des 16. Kunst: offen in Sachsen  am 31. Mai und 1. Juni stehen unter http://www.kunst-offen-in-sachsen.de

Text (lv)

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Ausstellung „Traffic“ des Berliner Künstlers DAG eröffnet in der Artbox Dresden

14 Donnerstag Mai 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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DAG, Club Watergate. 2017 Mural (Wandmalerei), 300 x 300 cm

Geregeltes Chaos

Die zweite Ausstellung in der Artbox Dresden zeigt abstrakte Wandmalerei des Berliner Künstlers DAG.  

Die Eröffnungsveranstaltung entfällt aufgrund der aktuellen Bestimmungen.

Geöffnet ab: Freitag | 15.5.2020 | 19 h
Einführung auf Video: John Hinnerk Pahl (Kunsthistoriker)
Ausstellungsdauer: 16.5. – 28.6.2020 im 24 h Ausstellungsraum an der Ecke Hafenstraße/Uferstraße

„Die Artbox Dresden präsentiert ab dem 15. Mai 2020 die Ausstellung „TRAFFIC“ des Berliner Künstlers DAG. Seine abstrakten Bildwelten werden bevölkert von geometrischen Formen wie Dreiecken, Kreisen und Rechtecken, die durch ihre serielle Aneinanderreihung in Bewegung geraten.
Der 1964 in Eberswalde geborene Dag Przybilla entwickelte seine Kunst in den 90er Jahren im Umfeld der Berliner Techno-Kultur. Ausstellungen folgten in Paris, Tel Aviv, Chicago, Tokio, Zürich, Singapur, Amsterdam, Brüssel, London und vielen anderen Städten weltweit. DAG vermag es, „Strukturenfelder“, so nennt er seine Murals und Gemälde, mittels präziser Linienführung beinahe wie gedruckt erscheinen zu lassen.
„Es ist ein geregeltes Chaos“, erläutert der Künstler, „aber es muss kontrolliert ablaufen“. Im Gegensatz zur Perfektion technisch produzierter Bilder, die unseren Alltag heute prägen, lässt DAG auch Abweichungen, vermeintliche Fehler, zu. So vermag er es, die Welt in elementare Formen zu zerlegen und neue Welten zu bauen, die doch trotz ihrer Ungegenständlichkeit den Bezug zur Wirklichkeit nicht verlieren.“ John Hinnerk Pahl
Die Artbox Dresden, Kunstschaufenster wird gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz in Dresden.

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„Vom Zauber endloser Anfänge“ – Premiere im KlangLabor Dresden

08 Freitag Mai 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Poesie, Projekte

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KlangLabor im Freien: Lilli Vostry und Aerdna Harp bei einer Klangprobe auf den Elbwiesen in Dresden

Wort- und Klanggebilde über den Zauber des Augenblicks und
die Wandlungen im Leben

Die Premiere der Gedicht-Lesung mit Musik: „Vom Zauber endloser Anfänge“ ist am 16. Mai, um 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Str. 6 in Dresden.

Musik- und Poesieliebhaber sind herzlich eingeladen zu meiner ersten öffentlichen Gedicht-Lesung: “Vom Zauber endloser Anfänge – Wort- und Klanggebilde
von Lilli Vostry (freie Journalistin und Autorin) und Aerdna Harp an der Harfe“. Eigentlich sollte sie am 21. März zu Frühlingsbeginn stattfinden und wird nun infolge der Corona-Regelungen am 16. Mai, um 18 Uhr im KlangLabor, Lommatzscher Str. 6 in Dresden Premiere feiern unter Beachtung der Hygienevorschriften wie Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz.

Zu hören sind ältere und neue Texte, darunter aus den bereits vier veröffentlichten GedichtBilderKalendern, die zwischen 2012 und 2020 entstanden und auch einige Texte zum Leben in Corona-Zeiten.

Meine Wortgebilde sehe ich wie Wolken, die beständig ihre Form ändern,
in offener Weite die Fantasie anregen und in denen man immer etwas Neues entdecken kann. Die mal unbeschwert, mal bewölkt, von den Wandlungen im Leben, von Licht und Schatten, dem Zauber des Augenblicks und Neuanfangs erzählen.

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Herzliche Grüße
Lilli Vostry und Aerdna Harp

Eintritt: 7 Euro… günstiger als eine Kinokarte und viel Kopfkino!

Kontakt für Rückfragen & Anmeldung (da begrenzte Platzzahl)
e-mail: Lilli-Vostry-Journalistin@gmx.de
Handy: 0177 – 524 88 48

Hier ein Gedicht aus dem Programm „Vom Zauber endloser Anfänge“.

Weisses Tier

Auf der Wiese
hinterm Fluss
im Schatten der Altstadttürme
sitzt ein weiß gehörntes Tier
wie gemeißelt im Gras
gefesselt an die Blicke der Passanten
die rätseln welcher Art es sei
sich weiden am seltsamen Anblick
ohne seine Herde

weit weg
schüttelt das anmutige Tier sein Haupt
in sanften Wellen rudern
gebogene Hörner Zeichen in die Luft
fließt dunkler Sonnenglanz in den Augen

zwischen uns
frisst allen Schmerz auf
fallen unter mattem Wimpernschlag kreisende Fliegen
weiter her über das gesträubte Fell
während hinten im roten Zelt die Musik
ohne das Hörnertier weiterspielt
ein fernes Rauschen
wie lange noch
LV

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Kunstprojekt „Das weite Land“ mit Christina Wildgrube im Kunstverein Meißen

04 Montag Mai 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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Die Künstlerin Christina Wildgrube realisiert im April und Mai 2020 unter dem Titel „Das weite Land“ im Kunstverein Meißen ihr für das Residenzstipendium eingereichtes künstlerisches Vorhaben. Sie zeichnet und sammelt dafür Formen, Ornamente und Muster der Albrechtsburg Meissen und überträgt diese in einen neuen Kontext.
Besucher haben die Möglichkeit am Entstehungsprozess der künstlerischen Arbeit, über die Schaufenster des Kunstvereins oder zu bestimmten Terminen im persönlichen Gespräch mit der Künstlerin, teilzuhaben:
jeweils Mittwoch, den 6., 13. und 20. Mai, von 16 – 18 Uhr
Daran können zeitgleich max. 5 Besucher teilnehmen. Bitte haben Sie Ihre Gesichtsmasken dabei.

Vorankündigung:

Das weite Land – Christina Wildgrube
Stipendiat*innenausstellung 2020
23. Mai bis 20. Juni
von Christina Wildgrube, Rückkehr, Linotype 12 Cicero, 2020
Ausstellungs-Eröffnung „Das weite Land“ am Samstag, 23. Mai  17- 20 Uhr
Zur Eröffnung besteht die Möglichkeit mit Christina Wildgrube über ihre realisierte Arbeit ins Gespräch zu kommen.
Dazu lädt der KV Meißen unter Vorbehalt einer begrenzten Besucherschaft ein. Es werden zeitgleich nur 5 Besucher eingelassen. In der Zwischenzeit können die Besucher sich die Arbeiten über die großen Schaufenster anschauen. Bitte etwas Geduld und Gesichtsmasken mitbringen.
Text: Matthias Lehmann
Kunstverein Meißen e.V. · Burgstraße 2 · 01662 Meißen · Tel. / Fax: 03521 476650 · www.kunstverein-meissen.de · Öffnungszeiten: Donnerstag bis Freitag 12 – 18 Uhr und Samstag 10 – 15 Uhr  ·  Sonntag bis Dienstag und zwischen den Ausstellungen geschlossen. Eintritt frei.

Der Verein arbeitet auf ehrenamtlicher und gemeinnütziger Basis. Eine kontinuierliche Vereinsarbeit ist nur möglich mit Hilfe von öffentlichen Fördermitteln und privaten Spenden. Bereichern auch Sie das kulturelle Angebot der Stadt und Region Meißen, indem Sie die Arbeit des Kunstvereins mit einer Spende unterstützen! (Spenden an gemeinnützige Vereine sind steuerlich voll abzugsfähig.)
Spendenkonto: Kunstverein Meißen e.V.
IBAN DE86 85055000 3150000202 · BIC SOLADES1MEI · Sparkasse Meißen · Wir stellen nach Eingang Ihrer Spenden eine Spendenbescheinigung aus. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Oder werden Sie Mitglied bzw. Fördermitglied. So sorgen Sie mit Ihren Mitgliedsbeiträgen für eine kontinuierliche Unterstützung. Das Anmeldeformular gib es auf unserer Webseite: www.kunstverein-meissen.de, ausfüllen und versenden an kontakt@kunstverein-meissen.de, Vielen Dank!

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Licht & Schatten: meinwortgarten in der Corona-Krise

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, In eigener Sache, Kultur, Lebensart, Projekte

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Liebe LeserInnen meines wortgartens,

zuerst das Erfreuliche: dieser Kultur-Blog nähert sich der 70 000-Marke an Aufrufen. Es geht stetig aufwärts. Mein Traum-Ziel ist die 100 000 bald zu erreichen und hoffentlich auch mal Einnahmen, auch aus den täglichen Anzeigen, die bereits seit einer Weile rings um meine vielen Beiträge stehen…

Es sind besondere, zwiespältige Zeiten gerade. Ich lebe, genieße im Moment, doch die Sonne vertreibt die existenziellen Sorgen nicht… Habe kaum Einnahmen momentan aufgrund der einschneidenden Corona-Maßnahmen.

Daher meine Bitte an Euch, vor allem die langjährigen Stammleser: Wenn Ihr meine Arbeit als freie Journalistin schätzt und unterstützen möchtet, könnt Ihr das jetzt mit einer Spende für das Weitergedeihen meines Kultur-Blogs: http://www.meinwortgarten.com tun.

Dieser wird seit nunmehr fünf Jahren von mir liebevoll gehegt und wächst… Das alles unentgeltlich. Viel Zeit steckt im wortgarten, bin oft unterwegs und Ihr bekommt immer neue, vielfältige Kulturgewächse zu lesen und sehen in Form von Bildern…
(Die Tagesmedien haben längst Bezahlsperren für ihre online-Angebote eingerichtet.)

Doch allein von Luft und Liebe kann auch ich nicht leben.

Herzlichen Dank an alle Leser und Unterstützer.

Bleibt schön neugierig, teilt und empfehlt meinwortgarten.com weiter.

Eine gute Zeit und Bleibt gesund!

Lilli Vostry
Inhaberin meinwortgarten.com

Herzlichen Dank für ihre Spende:

Kathrin Krüger-Mlaouhia, Redakteurin in Großenhain

Hartmut Maihöfer vom mai hof puppentheater in Dresden-Weißig

Günter Gläser, Emaillebilder-Künstler in Radebeul

Michele Cyranka, Malerin, Grafikerin und Keramiikerin in Tharandt

Spendenkonto:

Lilli Vostry
Bankverbindung: IBAN DE 88 8707 0024 0525 231700 bei Deutsche Bank
Kennwort: wortgarten-Spende

Fotos (lv)

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Lasst Eure Fantasie blühen! Neue Ausstellung anlässlich 30 Jahre Lügenmuseum Radebeul

29 Sonntag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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Der Eingang zum Lügenmuseum in Radebeul im alten Serkowitzer Gasthof.


Eintauchen in die Wunderwelt der Fantasie

Wenn man im Lügenmuseum lügt, spricht man dann die Wahrheit?

Dreißig Jahre Lügenmuseum
Dreihundert Jahre phantastischer Erzähler Baron von Münchhausen

Das möchte gefeiert werden. Das Lügenmuseum lädt ab dem 1. April 2020 (internationaler Weltlügentag) zur Teilnahme an einer fantastischen Ausstellung zum Thema “Erzähl mir vom Lügen” ein.

Erzähl mir vom Lügen: Alle Welt ist eingeladen, mit einer eigenen Kurzgeschichte, mit einem Foto oder einer Zeichnung zur Ausstellung beizutragen. Alles zusammen maximal eine A4-Seite (Schriftgröße mindestens 11 und Seitenränder mindestens 1.5 cm). Fantasie ist ein wunderbar zu spielendes Instrument. Ist es erst einmal zum Klingen gebracht, wachsen der Vorstellungskraft Flügel. In diesem Sinne: zückt eure Feder, holt die Schreibmaschine raus oder schnappt euch euer Smartphone!

Bitte sendet Eure Beiträge als PDF an info@luegenmuseum.de oder ganz oldschool via Post an Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Str. 39, 01445 Radebeul

Die eingesandten Beiträge werden auf der Webseite des Lügenmuseums und anderen sozialen Netzwerken präsentiert. Als lose Blätter werden sie an Wäscheleinen in angemessenen Abständen rund um den Gasthof Serkowitz aufgehängt.

Das Lügenmuseum entführt in die fabelhafte Welt der Fantasie. Wenn man den verschlungenen Ideen folgt, entsteht oft das Gefühl, man werde aus diesem faszinierenden Labyrinth vielleicht nie mehr herausfinden. So kommt man irgendwann an einen geheimnisvollen Punkt, an dem man nicht mehr den einen einzig richtigen Sinn-Ausweg sucht, sondern das immer tiefere Sich-Verlieren in dieses Gedankengebäude zu genießen beginnt. Damit lernt man nicht nur etwas über zeitgenössische Kunst und Sensibilität, sondern auch über sich selbst. Diese Art einer träumenden Rezeptionshaltung ist der nachhaltigste Gewinn, der einem durch die Auseinandersetzung mit diesem geheimnisvollen Ort zuwachsen kann.

Text:
Reinhard Zabka
Lügenmuseum
Kötzschenbrodaer Str. 39
01445 Radebeul / Dresden
+49 176 99 02 56 52

www.luegenmuseum.de


Der Gründer des Lügenmuseums Reinhard Zabka und eine seiner skurrilen Installationen. Fotos: Lilli Vostry

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Wie Künstler die Corona-Krise sehen & Soforthilfeprogramm im Stadtrat beschlossen

26 Donnerstag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte

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Heiß begehrt in diesen Tagen: Toilettenpapier, das massenhaft gehortet schon zum Markenzeichen der Corona-Krise geworden ist. Während das gesamte öffentliche Leben brach liegt, wovon Kulturschaffende derzeit besonders betroffen sind. Not macht erfinderisch: Künstler Oskar Staudinger zeigt eines seiner Klopapier-Bilder in limitierter Auflage.

Kunst auf Klopapier

Seit dem Ausbruch des Corona-Virus verändert sich gerade vieles in der Welt. Eine Zeit, die mit Rasanz unser bisher gewohntes Leben durcheinander wirbelt, aber auch einlädt, über die Werte des Lebens neu nachzudenken.

In einer Bilderserie taucht der Coronavirus auf Klopapier auf. Oskar Staudinger hat ihn wie eine Heiligenikone mit schwarzer Tuschefeder auf hellem Grund gezeichnet. Eine Parodie auf die Leute, die gerade wie verrückt Klopapier bunkern und keiner weiß warum. Seine Klopapier-Bilder kann man in limitierter Auflage im Passpartout auch kaufen. „Besondere Maßnahmen erfordern besondere Kunst“, sagt der 30-jährige Künstler. Er erwarb 2018 sein Diplom an der Dresdner Kunsthochschule.  Humor ist die beste Medizin, lautet sein Motto. Durch den Ausbruch des Corona-Virus wurde Staudinger zu Bildern inspiriert, die sich mit dem Thema Pandemie befassen. Den „freiwilligen Hausarrest“ verbringt er in seinem 40 Quadratmeter großen Wohnatelier auf der Lilienthalstraße in Dresden. Den Raum nutzt er ohnehin 24 Stunden, so dass er den Unterschied zu vorher kaum merkt. Er ist hauptsächlich Grafiker und Auftragsporträtist. „Im Moment habe ich einige Aufträge fertigzustellen, darunter eine Buchillustrationsgeschichte und ein Gemälde vom Blauen Wunder“, sagt Staudinger. Er könne noch einen Monat seine Miete zahlen.

Wenn das mit der Quarantäne schärfer wird, wird es eng. Dann kann er seine Bilder nicht rechtzeitig verkaufen, wenn alles zuhause stehen bleibt. „Ich bin auf jeden Cent angewiesen und ernähre mich die nächste Zeit nur noch von Haferflocken“, sagt Oskar Staudinger augenzwinkernd. Ähnlich wie ihm ergeht es zurzeit vielen Künstlern, deren Existenzgrundlagen jetzt wegbrechen wegen der einschneidenden Maßnahmen, die eine Weiterverbreitung des Corona-Virus eindämmen sollen. Theater, Clubs und Galerien bleiben geschlossen. Abgesagt wurde auch eine Ausstellung von Angela Hampel mit dem passenden Titel „Sei dennoch unverzagt“, die am 22. März bei art + form eröffnen sollte. Stattdessen wird ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung zu erleben sein (www.artundform.de).

“Sehr wichtig für Künstler ist, dass man zu Vernissagen geht, Kontakte knüpft, hält und sich austauscht. Das fällt jetzt alles weg“, sagt die Malerin Helena Zubler. Sie war im Gespräch mit Galerien, doch nun sei alles offen. Außerdem hatte sie bereits eine Jobzusage in einem Museum, das nun geschlossen ist. Viele Künstler haben zwei bis drei Nebenjobs, doch auch Kurse und Stipendien sind abgesagt. Helena Zubler wollte im April einen Zeichenkurs im Kulturforum „riesa efau“ beginnen. Wenn die Ausgangssperre kommt, liegt auch ihr Atelier außer Reichweite. „Als Künstler kann man zuhause reduziert arbeiten, anders als kleine Geschäfte. Da hängt bei allen Freiberuflern viel dran.“ Als nächstes will sie ihre Webseite um eine virtuelle Galerie erweitern mit der Möglichkeit, die Künstlerin zu unterstützen.  Und während die Bilder im Atelier trocknen, geht Helena Zubler in den Garten und findet dort neue Energie. „Man kann wieder anfangen Briefe zu schreiben, öfter anrufen und für andere da sein, einkaufen für ältere Menschen und die Lebensmittel vor die Wohnungstür stellen.“

Musiker geben inzwischen Wohnzimmer-Konzerte, die im Internet, auf Youtube übertragen werden. „Es wird weiterhin Kunst produziert, aber die Wege und die Vermittlung zwischen Künstler und Umwelt werden derzeit massiv umgekrempelt“, erlebt Helena Zubler. Das stellt alle Kreativschaffende vor enorme Herausforderungen. Betroffen sind auch darstellende Künstler. Darunter der Travestiekünstler „Miss Chantal, der mit Charme, Herz und Gefühl in seinen Shows in Dresden und Leipzig das Publikum bezirzte und oft im Boulevardtheater zu Gast war. Außerdem fallen Großveranstaltungen und zwei Kreuzfahrtschiffsreisen mit der Aida aus, wo er im März und April auftreten sollte. „Dadurch habe ich zu hundert Prozent Verdienstausfälle. Zwei Monate schaffe ich durchzuhalten. Doch dann kommt die Angst, wie es weitergeht“, sagt “Miss Chantal“. „Die fetten Jahre sind vorbei. Von dem Plus muss ich Kostüme kaufen, Krankenversicherung und Lebensunterhalt finanzieren. Da bleiben keine Rücklagen“, sagt er.

„Auf eine Art ist es gut, dass mal etwas zum Stillstand, man zur Ruhe und zu sich selbst kommt. Ich genieße es, zuhause und viel draußen im Wald mit meinen Hunden zu sein.“ Er habe Zeit, neue Lieder und Konzepte zu schreiben. „Mit ein paar Kollegen wollen wir ein Livestreaming im Netz machen, wo wir eine Stunden singen, plaudern und interaktiv mit den Zuschauern sind“, so „Miss Chantal“.

Inzwischen startete eine Initiative von Bündnis 90/Die Grünen und „Wir gestalten Dresden – der Verband der Kreativwirtschaft in Dresden“, die eine Maßnahmeliste für Soforthilfen zur Unterstützung von Kultur- und Kreativschaffenden im Wirtschaftsförderausschuss der Stadt am Mittwoch vorlegten.  “Doch dort war keiner nicht mal fünf Minuten bereit, sich mit dem Thema zu befassen und über die Vorschläge aus der Kulturszene zu diskutieren“, sagt der Grünen-Stadtrat Torsten Schulze. Der Kulturrat hatte bereits letzte Woche ein Notfallpaket von Bund und Ländern für Kulturschaffende gefordert. Die Frage, was die die Stadt tun kann für die Dresdner Kulturszene in der Corona-Krise, soll auf der nächsten Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag wieder auf die Tagesordnung.

Erfreulich: Heute wurde das Soforthilfeprogramm der Stadt Dresden für Selbstständige, Freiberufler und Kleinstunternehmen, die durch die Corona-Krise starke Umsatzeinbußen erlitten haben oder in Zukunft erleiden werden, mit 42-Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen im Stadtrat beschlossen. Die Soforthilfe wird als Zuschuss in Form einer Pauschale von 1 000 Euro gewährt, dh. sie muss nicht zurückgezahlt werden, sondern soll kurzfristig zur Liquidität der Betroffenen beitragen. Zum Einsatz kommen städtische Mittel, die aus dem Jahresabschluss 2019 stammen, so Grünen-Stadtrat Torsten Schulze. „Das Budget beträgt insgesamt fünf Millionen Euro.“ Wermutstropfen: Der Vorschlag der Grünen, dass auch Kulturschaffende, die im Nebenerwerb freiberuflich tätig sind, zu berücksichtigen sind, bekam leider keine Mehrheit im Stadtrat.

Text (lv)
Fotos: Oskar Staudinger

Weitere Infos zum Antragsverfahren und -unterlagen stehen unter http://www.dresden.de/wirtschaftsservice
Fragen dazu werden unter Tel.: 0351 – 488 87 26 (Mo bis Fr von 8 – 18 Uhr) oder per mail unter wirtschaftsfoerderung@dresden.de beantwortet.


Die Zeit der Corona-Krise wird produktiv genutzt: die Malerin Helena Zubler in ihrem Atelier. http://www.helenazubler.com


Nie war Klopapier so kostbar: Während Corona ursprünglich eine Schutzheilige gegen Seuchen war, muss ihr Name nun für das rätselhafte, hoch ansteckende Virus weltweit herhalten. Wie es um den Stellenwert der Kunst angesichts der heiligen Klorolle aussieht, demonstriert hier Oskar Staudinger (www.oskarstaudinger.com). Er widmet Corona eine eigene Bilderserie. Vielleicht hilft es und trägt ein wenig zur Heilung bei.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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