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Kategorien-Archiv: Projekte

Die Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Radebeul feierte ihren 20. Geburtstag – Ein Atelierbesuch

17 Montag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Atelier & Galerie in einem: Der Maler und Grafiker Markus Retzlaff ist von Anfang an dabei im „Atelier Oberlicht“ in Radebeul-Altkötzschenbroda 23.

Im Bilderreich: Markus Retzlaff und Simone Ghin. Sie hat hier ihr Atelier für Malerei und Glaskunst.

Kunst hautnah erleben

Die Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Altkötzschenbroda feierte ihr 20jähriges Bestehen. Markus Retzlaff ist von Anfang an dabei. Simone Ghin seit 2015. Zur Kultur- und Kneipennacht am 4. April öffnen sie die Ateliertüren wieder für Besucher.

Mit seinem Glasdach erinnert der Atelierraum an ein Gewächshaus. Hier ist reichlich Kunst gewachsen in 20 Jahren. Überall hängen, liegen, lehnen Bilder
an den Wänden, in und auf den Grafikschränken und Tischen und über der gemütlichen Sofaecke mit Bücherregal. Vorwiegend Grafik, Zeichnungen und Malerei sind zu sehen.

„Die Idee war, eine Künstlergemeinschaft zu gründen, wo jeder sich entfalten und etwas aufbauen kann, Zugang zur Öffentlichkeit hat und die Möglichkeit, die Arbeiten frei zu verkaufen“, sagt Markus Retzlaff. Er ist Diplommaler und Grafiker und Mitgründer der Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ in Radebeul-Altkötzschenbroda 23.
Im November letztes Jahr wurde das Jubiläum gefeiert im Gebäude, errichtet auf den Grundmauern einer alten Scheune. Da viel Licht von oben hereinfällt, bekam der Kunstraum den Namen „Oberlicht“ von Ingo Kuczera, einem der Künstler aus der Anfangszeit, der 2004 starb. Sechs Künstler eröffneten hier im Juli 1999 ein insgesamt 166 Quadratmeter großes Gemeinschaftsatelier mit Produzentengalerie.

Dazu gehörten Frank Hruschka, Markus Retzlaff, Nikolaj Bachmann, Julius Hempel, Ingo Kuczera und der deutsch-afghanische Künstler Homayon Aatifi. Jeder hatte eine Ecke für sich und der Hauptplatz für die Bilderpräsentation im Atelier war immer sehr begehrt, erinnert sich Retzlaff. Es entstanden gemeinsame Grafikeditionen. Elf weitere Künstlerinnen und Künstler waren zeitweise dabei im „Atelier Oberlicht“. Zusammen mit Frank Hruschka lud Markus Retzlaff oft zum Schaudrucken beim Herbst- und Weinfest auf dem Dorfanger ein.

„Früher gab es dafür noch mehr Interesse und die Grafiken wurden uns gleich aus den Händen gerissen von den Leuten“, so Retzlaff. Es fand auch ein „Farbenforum“ mit einer Tagung und Ausstellung im Jahr 2001 im „Atelier Oberlicht“ statt. Dafür bekamen die Künstler von der Farbenfirma aus Nerschau Hochdruck- und Ölfarben. Außerdem hatten die „Oberlichter“ zwei Ausstellungen im Kunstfachmarkt Gerstaecker in Dresden.

„Uns ging es auch darum, eine Verbindung zwischen Kunst und Wirtschaft herzustellen“, sagt Markus Retzlaff. “Es gibt ja sehr viele freie Räume in öffentlichen Gebäuden, wo Künstler ausstellen könnten. Das wird leider zu wenig genutzt oder es gibt keine finanziellen Mittel dafür.“ Das vom Künstlerbund geforderte Ausstellungs- bzw. Leihhonorar für die gezeigten Werke der Künstler werde noch nicht überall gezahlt von den Unternehmen und auch Bilderankäufe sind nicht selbstverständlich.

Letztes Jahr hatte Markus Retzlaff zusammen mit dem Radebeuler Künstler Claus Weidensdorfer eine große Ausstellung im Stadtmuseum Döbeln und verkaufte auch einige Bilder. Gleich hinter der Ateliertür steht die Tiefdruckpresse. Sie ist fast immer in Betrieb. Markus Retzlaff zeigt eine Grafik mit einem knorrigen Zwillingsbaum, gewachsen aus einem Stamm mit zwei Kronen, den er auf Usedom entdeckte. Eine Ansicht von einem märchenhaft wirkenden, uralten Fachwerkhaus in erdigen Farben, winterlich verschneit. Eine Bilderwand füllen Landschaften, Architektur und Porträts, Reiseeindrücke aus Indien und Italien.

Daneben hängen leuchtend farbige mediterrane Farblandschaften von Simone Ghin. Das „Atelier Oberlicht“ hat jetzt in der Mitte eine Schiebewand. Seit 2015 hat Simone Ghin im Nebenraum ihr Atelier für Malerei und Glaskunst. Farbenfrohe Leinwände mit Mohnfeldern und den Radebeuler Weinbergen und schimmernden Glassteinen auf Bildern, filigrane Schmuckanhänger und Objekte locken in ihrem Atelier zum Umschauen und Erwerben.

Zur Kultur- und  Kneipennacht in Altkötzschenbroda am 4. April öffnet das „Atelier Oberlicht“ ab Mittag für Besucher mit Druckvorführungen und Glasmalerei. Außerdem trifft sich hier eine kleine grafische Arbeitsgemeinschaft donnerstags ab 18 Uhr, die weiteren Künstlern offensteht. Markus Retzlaff ist der einzige Künstler, der von Anfang an dabei ist. Drei der Gründungsmitglieder (Julius Hempel und Ingo Kuzcera) sind inzwischen verstorben, andere weggezogen. Im November 2019 starb Frank Hruschka. „Ich bin ihm dankbar für die Gründung des Ateliers Oberlicht und die vielen künstlerischen Projekte hier“, sagt Markus Retzlaff über den langjährigen künstlerischen Weggefährten.

Der Freundesförderkreis des „Atelier Oberlicht“ mit derzeit 94 Mitgliedern feierte 2019 zehnten Geburtstag mit einem Galeriekonzert. Für den Jahresbeitrag von 35 oder 75 Euro erhalten sie eine Jahresgabe in Form einer Farbradierung von Markus Retzlaff, es findet eine gemeinsame Veranstaltung statt und gleichzeitig unterstützen Kunstinteressierte damit das „Atelier Oberlicht“.

Text + Fotos (lv)

Kontakt: www.markus-retzlaff.de
www.ghinmalerei.de

Der Pennyzähler
(zu einem Bild von Markus Retzlaff)

Das Blau des Himmels liegt
zu deinen Füßen
hüllt dich ein
doch du senkst den Blick
es macht dich nicht satt
nicht weniger als die Pennys
in deiner Hand
auf die du starrst
als läge darin ein Schatz
als fielen ein paar Sterne zu dir
dich zu führen in einen warmen
fernen Morgen

Lilli Vostry
15.02.2020


Markus Retzlaff am Eingang zur Werkstattgalerie „Atelier Oberlicht“ mit Mischlingshündin „Lene“.

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Kochsternstunden 2020: Besondere Genuss-Erlebnisse

06 Donnerstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Projekte

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Preisgekröntes Menü: der Vorjahressieger der Kochsternstunden, Marcel Kube vom Restaurant „Atelier Sanssouci“ in Radebeul setzt auf Kreativität ebenso wie feine Zubereitung. Neben ihm der Erfinder der Kochsternstunden, Clemens Lutz.

Vom Dinner mit Poetry-Slam bis zur Küchenparty

Beim 12. Menüwettbewerb „Kochsternstunden“ stellen sich 49 Restaurants in ganz Sachsen, darunter 35 in Dresden und Umgebung dem Urteil der Gäste vom 7. Februar bis 15. März.

Genuss mit allen Sinnen in aller Vielfalt lockt wieder bei den bereits zwölften Kochsternstunden in diesem Jahr. Ihre Kochkünste zeigen bei diesem Menüwettbewerb Spitzenköche in 35 Restaurants in Dresden und Umgebung, darunter neun neue unter der Schirmherrschaft von Georg Prinz zur Lippe. Die Eröffnungsveranstaltung mit
verschiedensten Menü-Kostproben und edlen Tropfen findet heute abend, am 6. Februar auf dem Weingut Schloss Proschwitz statt.

Ob Sterneküche, Landgasthof oder Szenelokal. Gemeinsam stellen sie sich noch bis zum 17. März dem Urteil der „Testesser“ um die köstlichsten Menüs, erlesene Tropfen von Winzern aus der Region und den besten Service. Erstmals werden alle 49 teilnehmenden Restaurants aus ganz Sachsen in einem Programmheft vorgestellt, womit dem Wunsch zahlreicher Gäste entsprochen wird. „Das macht es leichter, auch außerhalb der eigenen Essgewohnheiten neue Genussorte kennenzulernen“, schreiben die Initiatoren des Menüwettbewerbs Marlen Buder und Clemens Lutz im Vorwort des über 100seitigen Kochsternstunden-Menüheftes. Es bietet nicht nur eine Übersicht der teilnehmenden Restaurants, sondern ist auch ein Wegweiser zu hervorragenden Lokalen in der Region über das ganze Jahr. Das Titelblatt ziert ein Auszug aus dem Menü des Vorjahressiegers der Kochsternstunden, Marcel Kube vom Restaurant Atelier Sanssouci mit feiner französischer Küche in Radebeul.

„Über diese Auszeichnung habe ich mich mehr gefreut als über den Michelin-Stern, da sie von den Gästen kommt und sie überwiegend zufrieden sind“, sagte Kube, der seine Kreation präsentierte beim Pressefrühstück im Küchenzentrum Dresden. „Jeder Gast ist Restauranttester und wird auch dementsprechend behandelt. Im Anschluss an die Kochsternstunden gewinnen aber nicht nur die Restaurants mit den besten Bewertungen einen Platz auf dem Siegertreppchen, sondern auch auf die Menütester selbst warten tolle Gewinne“, sagt Clemens Lutz. Er selbst wird im Gräfes Wein & Fein in Radebeul sächsische Tapas und passende Weine u.a. von Andreas Kretschko vorstellen (15.2., 19 – 23 Uhr).

“Dinner meets Poetry Slam“ heißt es im Pop Up-Restaurant „Flavour Bast“ von
Verena Leister, die ein 6-Gänge-Menü im Club Kobalt Royal im ehemaligen Basteischlösschen am Theaterplatz 3 kreiert. Den Menüabend begleitet am 3. März, ab 18.30 Uhr die bekannte Dresdner Slammerin und Autorin Kaddi Cutz mit drei weiteren nationalen Künstlern und ihren besonderen Slamgeschichten. Die 3. Küchenparty mit „besten Speisen, spannenden Weinen und schlechtem Kaffee“ steigt bei den Alten Meistern in Dresden (13.3., 19.30 Uhr)  Jeder Restauranttester hat die Chance, einen der 205 Preise zu gewinnen. Als Hauptpreis winkt eine Reise für 8 Tage mit Diamir nach Kapstadt. Die öffentliche Auslosung findet am 20. März, um 11 Uhr im Kobalt Club Royal statt.

Text + Fotos (lv)

http://www.kochsternstunden.de

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Werkstatt-Tag: Ideen für umweltverträgliche Mobilität in Dresden gesucht!

23 Donnerstag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte

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Zeit zu handeln: Bei der großen bundesweiten Klimaschutz-Demo, initiiert von Fridays for Feature am 20. September 2019, gingen auch tausende Menschen in Dresden auf die Straße. Nun werden bei einem Werkstatt-Tag der Grünen-Stadtratsfraktion am 25. Januar im Dresdner Rathaus Ideen und Lösungen für umweltverträglichen Straßenverkehr in Dresden gesucht. Fotos: Lilli Vostry

Verkehr in einer lebenswerten Stadt – Deine Ideen werden gesucht!

Zur Diskussion und Vorstellungen für eine umweltverträgliche Mobilität sind Bürger,  Akteure verschiedener Initiativen und Vereine und Fachleute am 25. Januar, von 13 bis 19 Uhr zu einem Werkstatt-Tag der Grünen-Stadratsfraktion ins Rathaus, Plenarsaal eingeladen.

Die Grünen wollen die Verkehrswende voran bringen, sehr gern mit Euch und Euren Ideen! Am Samstag könnt ihr Euch inspirieren lassen, diskutieren, Ideen einbringen, gemeinsam Lösungen suchen und finden! Lasst uns ein klimaneutrales Dresden gestalten!

Der motorisierte Massenverkehr in Städten stößt immer mehr an Grenzen: zu viel Lärm, zu viel Abgase, zu viel Flächenverbrauch, kein Platz für Menschen.

Interessierte sind herzlich zu einem Werkstatt-Tag am 25. Januar 2020 ab 13 Uhr ins Rathaus, Plenarsaal eingeladen.

mit Prof. Udo Becker – TU Dresden – Verkehrsökologie,
Margit Haase – Leiterin des Klimaschutzstabes der Landeshauptstadt Dresden

Eingeladen zu den Diskussionen sind neben Bürgern auch Akteure verschiedener Initiativen und Vereine, die sich schon lange für umweltverträgliche Mobilität einsetzen sowie Fachleute von Dresdner Institutionen, der Universität, der Verwaltung und Politiker*innen.  

Die Ergebnisse des Werkstatttages werden publiziert und veröffentlicht!

Gern könnt Ihr ein Poster bis A0 mitbringen, auf dem Ihr Eure Initiative oder eure Ideen zur Verkehrswende vorstellen könnt! Wir würden uns sehr darüber freuen!

Habt ihr Zeit? Bringt eure Kinder mit, entweder sie helfen mit oder ihr vertraut sie unserer Kinderbetreuung an.

Text: Kati Bischoffberger 

Zur Vorbereitung eures Namensschildes wäre eine Anmeldung sinnvoll!
Anmeldungen bitte an folgende Adresse: 
mbraun1@dresden.de 

http://www.gruene-fraktion-dresden.de

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Ballast über Bord! Mach dein Leben leichter… Ein Kurs zum Aufräumen mit Birte Dresler

13 Montag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte

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Das neue Jahr hat gerade begonnen. Zeit Altes, Überflüssiges loszulassen. Zeit für mehr Licht, Leichtigkeit und Unbeschwertheit…. Altkram raus, aussortieren, weg damit. Bin gerade voll dabei.

Zwei Pfannen, drei Griffe. Einer kann weg. Nicht immer ist es so einfach. Aufräumexpertin Birte Dresler gibt Tipps, wie man sich am besten von Dingen trennt. Foto: Norbert Millauer

„Wegwerfen, was sich nicht gut anfühlt!“

Wie man sich von alten Dingen trennt und mehr Leichtigkeit im Leben gewinnt, weiß die Aufräumexpertin Birte Dresler. Ihr nächster Vortrag „Ballast über Bord – Mach dein Leben leichter findet am 15. Januar, um 19.30 Uhr im FITZ auf der Meißner Straße 128 in Radebeul statt.

Das neue Jahr hat gerade begonnen. Ein guter Zeitpunkt, um Altes, Überflüssiges loszulassen. Dafür mehr Licht, Leichtigkeit und Unbeschwertheit gewinnen. Doch das ist oft leichter gedacht als getan. Von manchen alten Dingen trennt man sich leicht, von anderen unheimlich schwer und sie liegen wie Blei in der Wohnung. Wozu hebt man die abgelebten Sachen dennoch auf? Was hindert uns daran, sie wegzuwerfen?
Abschied zu nehmen und anzuerkennen, dass ihre Zeit vorbei ist und
um außen wie innen Raum zu schaffen für Neues?

Darum geht es im Vortrag „Ballast über Bord – Mach dein Leben leichter“ mit Birte Dresler, Aufräumexpertin und Lebensberaterin, am 15. Januar, um 19.30 Uhr im FITZ auf der Meißner Straße 128 in Radebeul. „Es kommen immer mehr Menschen dahinter, dass weniger mehr ist“, sagt Birte Dresler. Das bezieht sich nicht nur auf gesammelte Dinge. „Unser Familien-Terminkalender, wo jeder seine Spalte hat, ist auch relativ leer. Nicht jeden Tag verplanen, sondern auch Zeit frei halten für sich selbst“, ist ihr wichtig. Die 49-Jährige hat Chemie an der TU Dresden studiert, zwei Söhne und arbeitet hauptberuflich am Fraunhofer Institut für Werkstoff- und Strahltechnik in Dresden, u.a. als Gefahrstoff- und Atemschutzbeauftragte. Ein Herzensprojekt ist ihre Feng-Shui- und Lebensberatung, die sie seit 2015 anbietet.

„Ich möchte Menschen helfen, herauszufinden, was sie glücklich macht und danach ihr Leben zu gestalten“, sagt Birte Dresler. Sie sei selbst nicht der superordentliche Typ, ihr Mann darin fast schon pedantisch. Vielmehr interessiere sie, wie die Dinge unser Leben beeinflussen und wie entlastend, befreiend Ausmisten und Loslassen sein können und der Blick wieder frei wird für unsere eigentlichen Wünsche und Bedürfnisse.

„Beim Loswerden von Dingen hilft, sich zu fragen: Brauche ich das wirklich? Erleichtert es mein Leben? Macht dieser Gegenstand mich glücklich? Wenn er verloren ginge, würde ich ihn wieder kaufen?“ Oder behält man es nur, weil es teuer war oder ein Geschenk, auch wenn man es nicht gebrauchen kann. Beim Aussortieren setzt Birte Dresler auf die fünf „S-Prinzipien“: “Sofort beginnen. Systematisch. Simply first. Small Steps und Wegwerfen, was sich nicht gut anfühlt! Seit einer größeren Aufräumaktion Ende 2016 beschäftigt sie sich intensiver mit dem Thema, las mehrere Bücher über Aussortieren und Weggeben. Anregungen fand sie auch bei Marie Kondo, der bekannten japanischen Aufräumexpertin und Buchautorin. „Sie empfiehlt, nach Kategorien zu sortieren und mit emotional weniger bedeutsamen Dingen anzufangen, z.B. Kleidungsstücke auf einen Haufen legen und nur das behalten, was man wirklich anzieht und womit man sich wohlfühlt. Wichtig ist auch, jedem Ding einen festen Platz zu geben.“ Sie hat auch Bücher aus dem Regal genommen und verschenkt, die sie nicht mehr las oder verinnerlicht hatte.

Die aussortierten Sachen bringt sie einmal pro Monat in den „Allerhand – Gebrauchtwarenladen“ gleich bei ihr um die Ecke in Radebeul. „Es ist schön, wenn andere Leute sich darüber freuen, die weniger haben.“ Ihre eigenen Erfahrungen mit dem Aufräumen hat Birte Dresler in einer Vortragsserie festgehalten. Ihren ersten Vortrag zum Aufräumen hielt sie im Februar 2017 vor 20 Zuhörern in der Apotheke auf der Hauptstraße. Mittlerweile sind es über 20 Vorträge an verschiedenen Orten wie der Volkshochschule Radebeul Ost.

In der übernächsten Veranstaltung am 29.1., 19.30 Uhr im FITZ mit dem Titel „FlyLady – Tausche Chaos gegen Leichtigkeit“ geht es dann vor allem darum, nach dem erfolgreichen Ausmisten den Haushalt ordentlich im Griff zu behalten. Inzwischen gibt es bei Birte Dresler  keine „großen Aufräumaktionen“ mehr. „Der Trick ist, regelmäßig wenig auszusortieren. So hat man keinen unbezwingbaren Berg an Chaos mehr vor sich.“

Text + Foto (lv)

Veranstaltungs-Tipp
„FlyLady – Tausche Chaos gegen Leichtigkeit“

Ist es nicht wie verhext? Da räumen und putzen wir in unseren Vier Wänden, nehmen uns kaum Zeit für die Dinge, die uns Spaß machen und doch lässt sich dieser Drache namens Haushalt einfach nicht bezwingen. Oder etwa doch? Lernen Sie die FlyLady-Methode kennen und erfahren Sie, wie Sie Ihren Haushalt ohne großen Aufwand und schweißtreibende Putzorgien ein für alle Mal im Griff behalten.

Text: Birte Dresler
Ort: FITZ, Meißner Str. 128, 01445 Radebeul Zeit: 29.01.2020, 19:30 Uhr.
Kosten: 10 € Anmeldung: Beatrix Schumann 0163/ 1645863 oder Birte Dresler 01575/ 8866826

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Die Kunst ohne Worte lebt weiter – Neustart der Dresdner Pantomimeschule

13 Montag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Projekte

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Freude über den Neubeginn: Michael Meinel, ehemaliger Schüler von Ralf Herzog, leitet jetzt den Mimenstudio Dresden e.V. Der Altmeister der Pantomimekunst ist weiter ehrenamtlich als Lehrer und künstlerischer Berater mit an Bord.

Pantomime hat viele Gesichter

Viele Jahre war Dresden eine Hochburg der vielsagenden Kunst der Körpersprache im Osten. Der Mimenstudio Dresden e.V. setzt die Tradition fort mit neuen Angeboten. Im November lockt zudem das 36. Internationale PantomineTheaterFestival.

Gute Nachricht für Freunde der großen Kunst ohne Worte: Die Tradition der Dresdner Pantomimeschule geht weiter. Nach einjährigen Pause zur Neuorientierung wagt der Mimenstudio Dresden e.V. einen Neubeginn. Unter dem Vorsitz von Michael Meinel, einem ehemaligen Schüler von Ralf Herzog, bietet der Verein wieder Pantomimekurse an, er organisiert einen Workshop im März und wird auch das 36. Internationale PantomimeTheaterFestival Dresden im November ausrichten. Auch Ralf Herzog, der Begründer der Dresdner Pantomimeschule, ist ehrenamtlich als Lehrer und Künstlerischer Berater mit an Bord.

Ralf Herzog war Gründer und langjähriger Vorsitzender des Mimenstudio Dresden e.V. Im August 2018 hatte er das Ende der Mimenbühne und der Ensemblearbeit verkündet. Das Ensemble zog aus der damaligen Spielstätte aus, und auch der Mimenstudio Dresden e.V. als Träger der Mimenbühne stand kurz vor seiner Auflösung.
„Die Kraft ist zu Ende, die Finanzen sind es auch“, begründete Ralf Herzog damals die Entscheidung. „Wir haben lange gekämpft und ziehen nun das Fazit: Eine eigene Spielstätte ohne Förderung ist für uns als Verein auf Dauer nicht zu stemmen.“ Dass er seine Kräfte auch deshalb einteilen musste, weil er seine Frau pflegte, wussten nur enge Freunde. Vor diesem Hintergrund wurde Micheal Meinel, ein ehemaliger Schüler von Ralf Herzog, aktiv. Er wurde von 1994 bis 2000 durch Ralf Herzog unterrichtet und hat in der Zeit auch Kinder- und Erwachsenenkurse gegeben.

„Die Dresdner Pantomimeschule hat international einen großartigen Ruf“, erklärt Michael Meinel. „Die nonverbale Improvisationskunst von Ralf Herzog und seine
Workshops beim Pantomimefestival zogen jedes Jahr Künstler aus der ganzen Welt nach Dresden. Diese über 40-jährige Tradition muss weitergehen. Daher wird es wieder Training und Kurse geben, in denen wir gemeinsam mit Ralf Herzog Erfahrungen weitergeben und das Genre beleben wollen.“

Jede Woche findet mindestens ein Pantomime-Training statt. Das Konzept des Mimenstudio Dresden e.V. wurde neu ausgerichtet, neue Mitstreiter gefunden
und bewährte Partner integriert. Derzeit gibt es jeden Dienstag von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr im Projekttheater auf der Louisenstraße einen offenen Pantomimekurs, zu dem Interessenten ab 18 Jahren jederzeit willkommen sind. In Kürze ist eine weitere Trainingszeit an anderem Ort geplant. Die Teilnahmegebühr am Kurs beträgt momentan 10 Euro pro Monat. Mitglieder des Mimenstudio Dresden e.V. zahlen derzeit 5 Euro zusätzlich zum Vereinsbeitrag von 5 Euro pro Monat.

„Unser Verein ist ebenso offen für unser Publikum, für Freunde der Pantomime, die das Genre unterstützen möchten“, betont Michael Meinel. „Daher werben wir aktiv um Mitglieder und Sponsoren. Auch sie zahlen 5 Euro pro Monat oder einen Betrag, den sie selbst bestimmen können.“

Eine finanzielle Unterstützung benötigt der Verein 2020 für zwei Projekte: Workshop für Mimen, Tänzer und Schauspieler im März. Im März 2020 findet im Theaterhaus Rudi ein Workshop statt, der sich nicht nur an Pantomimen, sondern auch an Tänzer, Schauspieler und Artisten richtet. Ob Amateur oder Profi – hier können Menschen mit Lust am Bewegungstheater ihre Stilmittel erweitern.

36. Internationales PantomimeTheaterFestival vom 12.- 15. November 2020

Der Workshop soll bei den Dresdner Mimen auch die Grundlage legen für eine neue Inszenierung, die beim 36. Pantomimefestival Premiere hat. Sie ist der Beginn eines neuen Dresdner Ensembles. Das Festival findet vom 12. bis 15.11.2020 statt. „Durch die kompakte Verbindung von Vorstellungen und Workshops wird das Festival wie zuletzt 2018 wieder den Charakter eines internationalen Genre-Treffens mit wunderbar familiärem Ambiente bekommen“, erklärt Michael Meinel. „Es gibt unzählige Beispiele, wie sich die „Kunst ohne Worte“ dank des Zusammentreffens der Künstler weiterentwickelt hat. Darauf freuen wir uns heute schon.“

Zur Finanzierung von Workshop und Festival hat der Verein eine erste Förderzusage von der Dresdner Stiftung Kunst & Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden (OSD) über 3 500 Euro bekommen. Jan Klemmer, Referenz Sponsoring der OSD, erklärt: „Die Pantomimeschule gehört seit über 40 Jahren fest zur Kulturlandschaft in unserer Landeshauptstadt. Wir haben sie oft bei Veranstaltungen als Förderer begleitet. Gerade in diesem Jahr war uns die Förderung wichtig, auch um ein Zeichen zu setzen, dass wir uns eine Kulturszene in Dresden ohne sie nicht vorstellen können und wollen.“

„Über die Unterstützung durch die Stiftung freuen wir uns sehr“, erklärt Michael Meinel. „Sie ist ein erster Schritt, um das Festival zu planen. Ohne finanzielle Förderung wäre es auch in der Vergangenheit nicht möglich gewesen, internationale Künstler nach Dresden einzuladen. Nun hoffen wir ebenfalls auf eine Zusage durch Stadt und Land. Die Anträge sind eingereicht.“

Ralf Herzog ist über die Aufbruchsstimmung im Verein sehr glücklich: „Innerhalb von 40 Jahren hat sich die Pantomime zu einer Kunst mit vielen Einflüssen und Facetten entwickelt. Sie ist zugleich die Basis aller darstellenden Künste. Jeder von uns beherrscht sie mehr oder weniger gut in seiner Körpersprache. Sich damit auseinanderzusetzen ist eine spannende Aufgabe und ich bin sehr froh, dass ich meine Erfahrungen beisteuern kann. Vielen Dank an die neue Mannschaft für den Elan und die Lust wieder anzufangen, ich bin dabei!“

Wer sich für die Pantomimekurse oder den Workshop interessiert oder den Verein durch eine Mitgliedschaft oder eine Spende unterstützen möchte, meldet sich unter info@mimedresden.de
http://www.mimedresden.de

Der neue Vereinsvorsitzende des Mimenstudio Dresden e.V.

Michael Meinel wurde in Meißen geboren, wuchs in Radebeul auf und lebt seit seinem Studium an der TU Dresden in Dresden. Von 1994 bis 2000 war er Schüler der Pantomimeschule von Ralf Herzog. Darüber hinaus besuchte er zahlreiche internationale Workshops. Beim Mimenstudio trainierte er die Kindergruppe und betreute ebenfalls Kurse für Erwachsene. Sein Ingenieurberuf führte ihn einige Zeit ins
Ausland. Nach seiner Rückkehr war er viele Jahre bei der Chorbühne Tritonus aktiv, wo neben dem Gesang auch szenisches Spiel gefragt ist.

Historie des Mimenstudio Dresden e.V.

Der Verein Mimenstudio Dresden e. V. war Träger der Mimenbühne und Organisator des Spielbetriebs. Er wurde 1999 von Ralf Herzog gegründet. Die Mimenbühne Dresden gab es bereits seit 1992. Sie war eine der wenigen Pantomime-Bühnen in Deutschland mit eigener Spielstätte. Zum Ensemble gehörten rund zehn Darsteller – eine Seltenheit in der heutigen Zeit, in der der Solo- und Duo-Darbietungen
dominieren. Etwa 40 Vorstellungen stemmte das Ensemble pro Jahr.
Für die Vereinsmitglieder ist die Pantomime ein Hobby neben ihrer Berufstätigkeit. Sie zahlen Mitgliedsbeiträge. Während des Spielbetriebes spendeten sie die Einnahmen aus Ticketverkäufen an den Verein, der daraus Miete, Techniker und Nebenkosten finanzierte.
Der damalige Vereinsvorsitzender Ralf Herzog fungierte als Intendant und künstlerischer Leiter und unterrichtete die Mitglieder ehrenamtlich im Handwerk
der Pantomime. Rund 20 eigene Inszenierungen hatte das Ensemble unter seiner Leitung erarbeitet, z.B. das nonverbale Maskentheater-Stück „Restaurant Fatal“ oder die Oper ohne Worte „Die Zauberflöte“. Neben den Inszenierungen am eigenen Haus leistete das Ensemble unzählige kulturelle Beiträge in und für Dresden, zum Beispiel beim Elbhangfest, beim Stadtfest, in der Reihe der Dresdner Schülerkonzerte
oder im Rahmen der Theaternacht.
Ein Vorläufer des Vereins und der Dresdner Pantomimeschule war das Pantomimestudio, das 1982 gemeinsam mit dem Volkskunstpodium das renommierte Internationale Pantomimefestival Dresden ins Leben rief.

Dieses findet November 2020 zum 36. Mal statt und wird wieder durch den Mimenstudio Dresden e.V. organisiert. Die Kunst des nonverbalen Improvisationstheaters unter Leitung von Ralf Herzog ist eine besondere Kompetenz der Dresdner Pantomimeschule und wird international sehr geschätzt. Herzogs Workshops zur Improvisation sind für viele Festivalteilnehmer ein ausschlaggebender
Grund, nach Dresden zu kommen. Die Mimenbühne und Verein hatten viele Höhen und Tiefen erlebt und sind mehrfach umgezogen. Aufgrund eines Brandes wechselten sie 2004 aus dem Stadtteilhaus Neustadt auf der Prießnitzstraße in das Haus des Theaters Wechselbad auf die Maternistraße. Im Jahr 2014 mussten sich die Pantomimen wieder eine neue Spielstätte suchen und fanden sie in einer Bühnengemeinschaft mit dem August Theater. Im August 2018 stellte der Verein den Spielbetrieb ein und
löste das Ensemble der Mimenbühne auf. Der Mimenstudio Dresden e.V. führt nun die Tradition der Dresdner Pantomimeschule fort.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Kontakt:

Mimenstudio Dresden e.V.
Vorsitzender: Michael Meinel
Ruf: +49 (0) 151 55 61 98 99
Mail: info@mimedresden.de

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Die Welt mit Kinderaugen sehen. Immer mehr Väter nehmen Elternzeit

24 Dienstag Dez 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Torsten Siegemund mit seinen Söhnen Felix und Ole bei der Vater-Kind-Kur in GRaal-Müritz. Foto: privat


Torsten Weber mit seinem jüngsten Sohn Yanis. Foto: privat

Mehr als zwei Vätermonate

Torsten Siegemund und Torsten Weber nahmen selbst länger Elternzeit und geben ihre Erfahrungen im Männernetzwerk Dresden e.V. weiter.

An die gemeinsame Vater-Kind-Kur in Graal Müritz im Frühjahr denkt Torsten Siegemund gern zurück. Drei Wochen war er dort mit seinen zwei Söhnen Felix, 5 Jahre und Ole, 3 Jahre unterwegs. „ Ich habe eine Auszeit genommen, um die Beziehung zu ihnen zu festigen“, sagt er. Seit der Kur  kommen Ole und er sehr gut klar miteinander. In den ersten Monaten nach der Geburt seiner Söhne  unterstützte er als Mann und Vater in Elternzeit seine Frau. Torsten Siegemund war mit den Kindern vormittags mit dem Kinderwagen unterwegs, so dass seine Frau etwas Ruhe hatte. Und er kümmerte sich um Felix, als Ole geboren war. „Bei Felix hatte ich mir vorgenommen, aktiv als Vater da zu sein, mit ihm spazieren gehen, einkaufen und aktiv die Entwicklung des Kindes fördern“, erzählt er.

Väter von heute gehen neue Wege, weiß Torsten Siegemund aus eigener Erfahrung und seiner Arbeit im Männernetzwerk Dresden e.V. Er ist 38 Jahre alt, Sozialpädagoge und Projektkoordinator des Vereins im Büro auf der Schwepnitzer Straße 10. Zurzeit arbeitet er 30 Stunden pro Woche, da die Stadt dem Projekt Mittel gekürzt hat. Dadurch bleibe kaum Zeit, um die neue Plakataktion über positive männliche Rollenbilder  vorzubereiten. Vielleicht findet sich dafür ein hilfsbereiter Sponsor. Der vor zwei Jahren vom Männernetzwerk Dresden veranstaltete Fotowettbewerb „VäterBilder“ stieß auf große Resonanz, als Wanderausstellung und Kalender.  Väter als Stütze, als „Kopfkissen“, als Freund, Clown, Fußballexperte, Vorbild und Berater, vor Glück platzender und liebevoller Vater oder auch als unsicherer, sensibler und Unterstützung suchender Mann waren da zu sehen.

Inzwischen nehmen immer mehr Väter Elternzeit. In Sachsen stehen sie damit sogar an der Spitze bundesweit. Mit einem Anteil von 46,7 Prozent gehen hier deutlich mehr Männer in die „Babypause“. 2017 pausierten laut Sächsischem Sozialministerium 25 763 Väter beruflich für ihren Nachwuchs, fast 3000 mehr als im Vorjahr. „In der zweiten Elternzeit, kurz vor dem ersten Geburtstag von Ole, waren wir in Spanien und haben dort als Familie auf kleinsten Raum in einem Bus gelebt“, erzählt Torsten Siegemund. „Die Beziehung zu den Kindern ist durch die gemeinsamen Erlebnisse in den sechs Wochen besonders stark geworden. Auch jetzt nach drei Jahren kann sich Felix noch sehr gut an die Zeit in Spanien erinnern.“

Bei der Dauer der Elternzeit herrscht insgesamt allerdings noch ein Ungleichgewicht, sagt Torsten Weber, ebenfalls Sozialpädagoge, Vater von zwei Kindern und Leiter der Fachstelle für Jungen und junge Männer im Männernetzwerk Dresden. „Väter gehen meist nur zwei oder drei Monate in Elternzeit, während Mütter im Durchschnitt 11,6 Monate zu Hause bleiben. Ein Schritt weiter ist entweder halbe halbe bei der Elternzeit oder der Vater bleibt bewusst länger zu Hause“, sieht er noch Reserven. Das erfordere die Offenheit und Bereitschaft des Paares zu diesem Rollenwandel ebenso wie der Arbeitgeber, dass Männer auch länger in Elternzeit gehen können, ohne Sorge um ihren Job oder vor einem Karriereknick. Dazu gehören auch flexible Arbeitszeiten und ausreichend Kinderbetreuungsangebote.

Oft fällt die Entscheidung ganz pragmatisch: Wer mehr verdient, geht arbeiten und der andere bleibt zuhause in der Elternzeit. Oft verdienen Männer mehr. Das ElterngeldPlus, das es seit 2015 gibt, ermöglicht Paaren, sich die Erwerbs- und Familienarbeit zu teilen. Die Bezugszeit wurde von 14 auf 32 Monate ausgeweitet. Die Höhe des Elterngeldes beträgt 67 Prozent des Vorjahreseinkommens. Torsten Weber war den ersten Monat nach der Geburt seines zweiten Sohnes Yanis im Mai gemeinsam mit seiner Partnerin in Elternzeit. Wie vorher auch beim ersten Sohn Juri, der jetzt viereinhalb Jahre ist. „Solch eine frühzeitige Elternzeit sehe ich eher als Entlastung der Mutter, denn als gestaltbare Interaktion mit dem Kind“, sagt er. „Natürlich kann ich Yanis Zuwendung, Nähe und Geborgenheit vermitteln, ihn hochnehmen, wickeln und im Wagen umherfahren. Wenn er allerdings Hunger hat – und er hat oft Hunger – führt der Weg, dank lautstarker Proteste, stracks zur Mutter zurück und als Vater steht man mit dem Gefühl da, nicht zu genügen…Aber zum Glück weiß ich ja, dass das völlig normal ist und sich bald ändern wird.“

Mit Juri war Torsten Weber ab seinem 7. Lebensmonat noch mal für ein halbes Jahr in Elternzeit, während seine Partnerin wieder arbeiten ging. „In dieser Zeit gibt es für den Vater natürlich viel mehr zu tun und mit dem Kind zu erleben, als am Anfang: spielen, singen, Bücher anschauen, füttern, spazieren fahren (oder -tragen) und verschiedene Angebote nutzen. Ich hatte damals so meine Routinen: Nach dem Frühstück mit dem Wagen eine Runde durch den Stadtteil bis das Kind eingeschlafen ist, dann nach Hause: aufräumen, abwaschen, Brei kochen etc. Anschließend füttern, wieder raus, schlafen usw…. Einmal die Woche zum Babyschwimmen, einmal zum PEKIP.“ Während er beim Babyschwimmen vereinzelt noch andere Väter traf, waren beim PEKIP ausschließlich Mütter anzutreffen. „Das ist natürlich auch sehr nett und macht für das Kind keinen Unterschied. Aber als Mann in einer reinen Frauenrunde gibt es in Gesprächen manchmal thematisch wenig Berührung mit den anderen Elternteilen und ich hatte schon ein bisschen das Gefühl des Exoten“, so Torsten Weber. Daher ist er auch mal zum Papacafé nach Pieschen gefahren und hat dort mit anderen Vätern und deren Kindern Zeit verbracht.

Am Ende der Elternzeit war er dann zur Eingewöhnung von Juri im Kindergarten, hier waren wieder ein paar mehr Väter zu sehen, was wahrscheinlich an den berühmten „Vätermonaten“ lag. Eben jene zwei Monate, die es länger Elterngeld gibt, wenn beide Partner Elternzeit in Anspruch nehmen. Torsten Weber und seine Partnerin bleiben abwechselnd sechs Monate mit Yanis zu Hause. „Bis dahin ist hoffentlich unsere Haus-Baustelle abgeschlossen. Inzwischen hat sich ja auch die Angebotslandschaft deutlich erweitert. Für einen Väter-Krabbeltreff oder ein Väterfrühstück muss ich nicht mehr durch die ganze Stadt fahren“, sagt er. „Vielleicht nehmen wir beide nochmal Elternzeit, bevor Juri 2021 in die Schule kommt. Das wäre dann die letzte Gelegenheit, unabhängig von Ferien nochmal intensiv als Familie unterwegs zu sein und eine längere Reise zu unternehmen.“

Text (lv)

Kontakt:

Männernetzwerk Dresden e.V.
Schwepnitzer Str. 10
01097 Dresden

Tel.: (0351) 796 – 6348
http://www.maennernetzwerk-dresden.de

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Mallust & Gemeinsam Tun: Das verbindet die Künstler der „Kunstspuren Radebeul“

13 Freitag Dez 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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„Gemeinsam sind wir stärker!“, sagt die Künstlerin Christa Günther über das Projekt „Kunstspuren Radebeul“. Ihr neuestes Bild heißt „Tanzendes Universum“.
Blick ins Atelier von ihr in der alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72A in Radebeul.

Miteinander im Farbfluss des Lebens

Im Projekt „Kunstspuren Radebeul“ laden derzeit 15 Künstlerinnen und Künstlern zu Gemeinschaftsausstellungen und offenen Ateliers ein. Eine von ihnen ist Christa Günther.

Auf der Staffelei steht das neueste Bild. Lebhafte, farbige
Linienschwünge umkreisen das tiefe Blau der Leinwand.
“Das tanzende Universum“, sagt Christa Günther und lächelt.
Sie trägt ein bunt bekleckstes, weißes Tshirt und rote Handwärmer.
Ihre Liebe zur Farbe, aus der sich Formen entwickeln, die Träume,
Erlebtes und Sinneseindrücke aus der Natur widerspiegeln, verbindet sie mit den anderen Künstlern der „Kunstspuren Radebeul“.

Die Initiatorin Silvia Ibach lernte Christa Günther 2015 kennen, als sie ihr Atelier in der alten Schuhfabrik auf der Gartenstraße 72A in Radebeul besuchte. Dieses öffnet sie für Besucher alljährlich zu Pfingsten unter dem Motto: „Kunst offen in Sachsen“. Silvia Ibach brachte ihre Erfahrungen aus dem Projekt „Kunstspuren in Hamburg“ mit, das sie mit aufbaute und sie suchte nach ihrem Umzug nach Radebeul neue Kontakte und Gleichgesinnte. „Ich war zunächst skeptisch, da ich eigentlich kein Gruppenmensch bin, sondern mehr alleine im Atelier beschäftigt“, sagt Christa Günther. „Doch dann fand ich die Idee ganz gut, etwas zusammen zu machen.“

Einerseits, weil es als einzelner Künstler immer schwieriger wird, Ausstellungsorte zu finden. Andererseits sei der Gedankenaustausch mit den anderen Künstlern, zusammenkommen und miteinander etwas tun, schön. Inzwischen gehören 15 Künstlerinnen und Künstler, vor allem aus der Lößnitzstadt, aber auch aus Dresden zur Initiative “Kunstspuren Radebeul“. Die Treffen finden aller zwei bis drei Monate an wechselnden Orten, in Ateliers oder auch mal der Wohnung von Silvia Ibach statt.

Die Leidenschaft zum künstlerischen Schaffen eint sie ebenso wie der Gedanke: „Gemeinsam sind wir stärker!“ „Wir helfen uns gegenseitig bei den Ausstellungen in der Gruppe und beim Hängen, nehmen aber auch Anteil und gehen zu den Ausstellungen der anderen Künstler. Dass man weiß, was der andere macht. Was der eine nicht kann, macht der andere“, erzählt Christa Günther. Sie ist die Finanzfrau im Kunstspuren-Projekt. Künftig soll es einen Jahresbeitrag für jeden beteiligten Künstler geben, woraus anfallende Ausgaben wie der Druck der Flyer finanziert werden. Außerdem wird die Webseite der „Kunstspuren“ neu gestaltet.

Es gab bereits mehrere Gemeinschaftsausstellungen der Künstlergruppe in beachtlicher Vielfalt der Ausdrucksweisen von Malerei, Grafik bis Fotografie. Die erste Ausstellung fand im April 2016 in der Stadtbibliothek Radebeul im Kultur-Bahnhof statt. „Ein Höhepunkt war unsere Ausstellung ,Spiegelungen` im Frühjahr im Foyer der Landesbühnen in Radebeul, wo von jedem Künstler mehrere Bilder zu sehen waren“, sagt Christa Günther. Das Angebot der offenen Ateliers innerhalb der „Kunstspuren“ sei ebenfalls sehr gut angenommen worden. „Anschließend wurden auch einige Bilder gekauft.“ Dazukommt ein erster gemeinsamer Auftritt der „Radebeuler Kunstspuren“ bei der Kunstmesse „Neue Art“ Anfang 2019 in Dresden. Für das kommende Jahr sei ein größeres Ausstellungsprojekt geplant. Außerdem im Oktober 2020 eine Gemeinschaftsausstellung in der Galerie „Falkenbrunnen“ in Dresden.

„Außerdem hat jeder noch seine eigene Sachen“, schmunzelt Christa Günther. Mit Blick auf eine Serie farbintensiv leuchtender, neuer Meer-Bilder, angeregt vom Rhythmus, der Bewegung der Wellen bei einem Zypern-Urlaub im Herbst. Die Bildtitel “Ekstase“ und „Silence“ (Stille) erzählen von intensiver Malleidenschaft ebenso wie vom intensiven Wahrnehmen mit allen Sinnen. „Malen, das ist meine Insel in der heutigen lauten Welt. Wenn andere Betrachter etwas drin finden in dem Bild für ihr Leben und ich Freude weitergebe, habe ich etwas in die Welt getragen außerhalb des rein Rationalen“, sagt Christa Günther. Mit ihren Bildern kann man eintauchen, verweilen, neue Anregungen finden im Farbfluss des Lebens.

Text + Fotos (lv)

Kontakt zu den „Radebeuler Kunstspuren“: www.kunstspuren-radebeul
si.silvia.ibach@t-online.de oder christamaler@gmx.de
Eintauchen und Träumen in den Bilderlandschaften. Dazu regt auch das Bild „Silence“ (Stille) von Christa Günther den Betrachter an.

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Auszeichnung für das Dresdner Musikprojekt „Erkenne Dich selbst im Fremden“

09 Montag Dez 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte

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Musik kennt keine Grenzen: Konzert des Ensembles „Wirbeley“ mit Bassem Hawar am 28. September 2019 in Chemnitz. Fotos: Heike Neubauer-Antoci

Dresdner Musikprojekt erhält Preis der Bundeszentrale für politische Bildung

Das Projekt „Erkenne Dich selbst im Fremden“ der Musikgruppe WIRBELEY wird im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2019“ ausgezeichnet.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt der Bundeszentrale für politische Bildung zeichnet jährlich Projekte aus, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und für kulturellen Austausch einsetzen. In diesem Jahr wurde u.a. der gemeinnützige Verein Erkenne Dich selbst im Fremden e. V. in Dresden aus 254 eingereichten Vorschlägen mit dem Prädikat „vorbildlich“ ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld von 2 000 Euro.

Das Ensemble WIRBELEY, das seine Arbeit programmatisch unter den Titel „Barrierefreie Volksmusik“ stellt, startete 2018 die Konzert- und Workshopreihe „Erkenne Dich selbst im Fremden“, in der Gastmusiker aus einem fremden Kulturkreis zu einer konzertanten Begegnung mit der Gruppe eingeladen werden. Ziel ist es, eine gemeinsame musikalische Sprache und Vertrautheit zu entwickeln und den Prozess der Annäherung greifbar zu machen. Das Programm richtet sich an ein breites Publikum, das mitunter wenig interkulturelle Vorerfahrung hat. Es fanden mittlerweile 22 Konzerte in Ostdeutschland mit 18 beteiligten Künstlern aus Sizilien, Griechenland, Irak, Brasilien, Syrien, Indien, Iran u. a. statt.

Für das nächste Jahr sind konzertante Begegnungen mit Musikern aus Japan („Die Rückkehr des Samurai mit der Laute“, 28.02.2020), Jamaika und Tschechien geplant sowie ein Ferienprojekt mit Kindern aus sozialen Brennpunkten.

Text + Fotos: Anna Katharina Schumann

mailto:info@erkenne-dich-selbst-im-fremden.de
http://www.erkenne.dich-selbst-im-fremden.de
http://www.wirbeley.de

Weitere Neuigkeiten immer wieder unter:
https://www.facebook.com/wirbeley/

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„Zucker auf der Zunge“ – Erinnerung an den Kunsthistoriker Erhard Frommhold in der Kirche Prohlis

27 Mittwoch Nov 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Über geistigen Reichtum im Gespräch

An den bekannten Dresdner Kunsthistoriker Dr. Erhard Frommhold erinnert ein Abend am 29. November, um 19 Uhr in der Kirche Prohlis. Zu hören ist ein Essay seines langjährigen Freundes Markus Krebs.

Dr. Erhard Frommhold ist langjähriger Cheflektor des Verlages der Kunst Dresden gewesen und hat außerordentliche Verdienste bei der Publikation und Verbreitung moderner Kunst in hierzulande nicht einfacher Zeit. Zum kleinen Preis in großer Auflage, dass die Botschaft möglichst viele Menschen erreicht und nicht nur Fachleute.

Der namhafte Kunsthistoriker stammte aus einfachem Hause, wohnte schließlich in Prohlis zwischen Bergen von Büchern. Und: Der Verlag bekam internationale Geltung. Er rannte sich in den Hierarchien mehrfach den Kopf ein. Und setzte sich durch. Zwischen sich Anpassen und Widerstehen- gilt das nur für das untergegangene Land des Nachkriegs ?

Dr. Erhard Frommhold war Mitglied der Annahmekommission zur X. Kunstausstellung.

Zucker auf der Zunge

Zu diesen Worten Frommholds über geistigen Reichtum im Gespräch hat sein langjähriger Freund Markus Krebs einen Essay verfasst, der im Mittelpunkt des Abends steht.

Markus Krebs war im letzten Jahrzehnt der DDR Bezirkssekretär des Kulturbundes für Künste, Wissenschaft, Fotografie und Esperanto. Er wurde 1999 als Dozent vom Ministerium für Kultus u.a. für Kunstgeschichte bestätigt und war langjähriger Juror im Internationalen Jugendwettbewerb Bereich Malerei und Grafik. Ihm wurde mehrfach der Juryvorsitz zu den deutschen Porträtfotoschauen übertragen. Er veröffentlichte in Signum, Dresdner Hefte und Landtagskurier.

Text: Markus Krebs

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Atelierbesuch bei Kathrin Stadthaus: „Ich fühle mich überall zuhause“

25 Montag Nov 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Projekte, Unterwegs

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Die Künstlerin, Heilkundige, Schamanin und Weltreisende Kathrin Stadthaus in ihrem Atelier in Moritzburg.

Auf künstlerischer Entdeckungsreise

Kathrin Stadthaus hat schon viele Länder bereist, geht mit anderen auf Kunsttouren und gestaltet handgebundene Bücher und vieles mehr mit Kindern und Erwachsenen in ihrem Atelier in Moritzburg. Der nächste Kurs „Kunst & Magie & Schöpferin“ startet dort am 2. Dezember, von 14 – 19 Uhr (Anmeldungen bis 28.11.). das nächste mal, am 16.12. (Anmeldung bis 14.12.), von 16 – 19 Uhr binden die Frauen gemeinsam Raunacht-Bücher für ihre Träume.

Kunst, Magie und Heilung begleiten Kathrin Stadthaus schon
ihr ganzes Leben. Sie ist sowohl Künstlerin als auch Heilkundige,
Schamanin und Weltreisende. Sie braucht die Abwechslung, hat sie festgestellt. Immer wieder zieht es sie an neue Orte, die sie entdecken, ihre Abenteuerlust ausleben und den Zauber neuer Erfahrungen erleben kann.

Der entfaltet sich auch reichhaltig in ihren festgehaltenen Reiseerinnerungen
auf Leinwänden, Papier, Seidenstoffen, Collagen und kleinen Tonfiguren in ihrem Atelier, in ihrem Wohnhaus auf der Eduard-Bilz-Straße 4 in Moritzburg. Zauberhafte Gewächse und knorrige Bäume in leuchtenden Herbstfarben sieht man da. Die Ansicht einer Straßenszene in Marrakesch und eine Wasserpfeife stehen auf dem Fensterbrett. Auf einem Tisch liegen Buntstifte, Malfarben und Pastellkreiden griffbereit.
“Farben erhellen mein Gemüt, sie erfreuen und geben Energie“, sagt
Kathrin Stadthaus. In der Ateliermitte steht ein großer Tisch, an dem genug Platz ist für Begegnung und Miteinander mit anderen kunstfreudigenMenschen, zum gemeinsamen Gestalten, Teetrinken beim Duft von Räucherstäbchen und Erzählen, was einen gerade bewegt und natürlich auch von ihren Reisen.

Kathrin Stadthaus hat schon weite Teile Europas, Asien, Latein- und Südamerika bereist, aber auch abgelegene Gegenden der Welt wie Usbekistan, Tadschikistan und Kirgistan. In Costa Rica arbeitete sie in einer freien Schule, der „Caribe azul“ und besuchte hoch in den Bergen im Nebelwald von Monteverde den Maler Ferlander Arguedas und seine Frau. In Indonesien absolvierte sie Taucherausbildungen. Sie reiste durch Ägypten, Tunesien und seit 22 Jahren immer wieder nach Marokko. Dort gab Kathrin Stadthaus auch schon Workshops in der Schule El Jadida in Essaouira und Buchbindeseminare für marokkanische Schüler und Lehrer. Ihre Kinder, drei Söhne, nahm sie von kleinauf meist mit auf Reisen. Mit einem Minicooper, ähnlich wie von Mr. Bean in seinen Filmen, fuhren sie los. „Mit Kindern kommt man schnell in Kontakt mit den Einheimischen und sie lernen andere Lebenswelten kennen.“

Wunderbar gestaltete, selbst gebundene und verzierte Reisetagebücher, jedes ein Kunstwerk für sich, voller farbenfroher Aquarellzeichnungen, Notizen und kleiner Andenken erinnern sie an jede Reise. Darunter Skizzen von schönen Pflanzen und seltenen Tieren, wie riesige, uralte Schildkröten, Leguane und prächtige Fische, die sie beim Schnorcheln im Meer sah und mitten im Wasser ein Ponton mit einem Baum bewachsen in Puerto Viejo. Himmelblaue Kolibris flattern auf Blütenkelchen, als Herzkrafttier in Illustrationen für ein Buchprojekt. Andere Zeichnungen entführen in einen urwüchsigen, wunderschönen  Garten, den Jardin Majorelle in Marrakesch, in dem auch der berühmte französische Modeschöpfer Yves Saint-Laurent gern verweilte und arbeitete. Ein kleines Museum neben dem Garten ist ihm gewidmet.

Wenn Kathrin Stadthaus in ihren Reisetagebüchern blättert, kommen beim Anschauen gleich neue Ideen für ihre Kunstkurse mit Kindern und Erwachsenen in ihrem Atelier in Moritzburg und in der Alten Feuerwache Loschwitz in Dresden. Diese reichen von Malerei, Plastizieren, mit Ton formen, Linolschnitt bis zu Buchbinderei und Kunst- und Erlebnisreisen in kleinen Gruppen, wo man vor Ort mit Zeichenblock, Stift und Kamera intensiv eintauchen kann in andere Länder und Kulturen und das Erlebte festhalten.

„Da ich in mir zuhause bin, fühle ich mich überall zuhause“, sagt Kathrin Stadthaus. „Wie eine Schnecke, die ihr Haus immer dabei hat.“ Als Kind war ihr größter Traum ein Boot und ein Schlafsack. Sie wurde 1970 in Dohna geboren, wuchs in Pirna-Copitz auf und war schon immer gern in der Natur. Sie ist gelernte Porzellanmalerin und arbeitete in der Porzellanmanufaktur Meißen. Außerdem hat sie Ausbildungen als Waldorfpädagogin, Körper- und Kunsttherapeutin und auf ihren Reisen auch reichlich schamanisches Naturheilwissen gesammelt. Seit 2012 wohnt sie mit ihrer Familie im Moritzburg. Zwei Söhne sind schon ausgezogen. Einer möchte Erzieher, der andere Fahrradmechaniker in Radebeul werden. Ihr jüngster Sohn Karl bewirtet uns mit Vollkornnudeln mit würziger Tomatensoße und Käse. Der 12-jährige will Koch werden. Zwei Katzen stromern umher im Haus und Garten.

Der nächste Kurs „Kunst & Magie & Schöpferin“ wurde im Urlaub in Port de Soller auf Mallorca geboren und startet am 2. Dezember. Die Treffen finden die ganze Winterzeit immer montags statt, am Tag des Mondes, von 16 bis 19 Uhr (Anmeldung bis 14.12.,  Teilnahmegebühr pro Mal 30 Euro)  in ihrem Atelier in Moritzburg.

Das nächste Mal, am 16. Dezember, binden die Frauen Raunachts-Bücher für ihre Träume.  „Wir werden gemeinsam kreativ sein, träumen, meditieren und die Farben fließen lassen“, sagt Kathrin Stadthaus. Es gehe darum, die weibliche Schöpferkraft zu feiern und zu stärken. Dazu gibt es auch Rituale im Wald, Beisammensein am Feuer und warmer Suppe. Zeit zum Innehalten, zu sich kommen, abschalten vom Alltagstrubel. Die nächste künstlerische Entdeckungsreise, „Frau sein in Samt und Seide“ führt nach Marokko mit einem Buchbindekurs mit Kathrin Stadthaus und Yoga & Meditation mit Alexandra Gärtner vom 16. bis 21. Februar 2020 (noch zwei Plätze).

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.kunstundkörper.com

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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  • Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung
  • Wunderreiche Welt & unbequeme Wahrheiten: dem Lügenmuseum Radebeul droht die Räumung

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