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Kategorien-Archiv: Projekte

Zirkus um Wildtiere: MDR-Reportage: „Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere?“

16 Samstag Nov 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte

≈ 2 Kommentare

MDR.DE
Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere? | MDR.DE
MDR – Mitteldeutscher Rundfunk Mehr dazu erfahren Sie hier: https://www.mdr.de/…/pan…/zoff-in-der-manege-100.html…
Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere? | MDR.DE
MDR.DE
Zoff in der Manege – (k)ein Herz für Tiere? | MDR.DE

Aufschlussreicher Blick hinter die Zirkuskulisse

Sehr geehrte MDR-Redaktion,

Ich habe oben genannten Fernsehbeitrag gestern im Internet gesehen. Ein großartiger Film von Nanina Bauer und ihrem Team, mit Fakten untermauert, Blicke in die Manege und hinter die Zirkuskulissen. Befürworter und Gegner des Zirkus mit Tieren, Tierlehrer, Experten und Zirkusdirektoren kommen zu Wort, die offen und ehrlich von ihrem Leben mit den Tieren erzählen. Sehr nahegehend. Krass hingegen die pauschale, oft wenig fundierte Ablehnung, fast Diffamierung von Zirkus mit Tieren und Ignoranz von selbsternannten „Tierschützern“, die einfach Gehege öffnen, um Tiere zu „retten“ und damit gefährden und sich selbst überlassen, macht  mich traurig und wütend. Gruslig die „zeitgemäße“ Vorstellung von künstlich computeranimierten Tieren im digitalen Zeitalter als Alternative zu echtem Tierleben! Diese tun nichts, was sie nicht wollen, gerade die Raubtiere! Und die Zirkusleute kümmern sich zumeist liebevoll um ihre Tiere, da sie von und mit ihnen leben und sie schon im Fokus der Öffentlichkeit stehen und strenge tierärztliche Auflagen zu erfüllen haben.

Ich hoffe, dass die Fakten im Zirkus der Gegenwart, über Tierhaltung und Schutz von „Wildtieren“, die oft aus Zoos stammen oder im Zirkus geboren wurden und hier seit Generationen ihr Zuhause haben, die Richter und Parlament, Bundestag überzeugen und nicht pauschal ein Wildtierverbot für alle Zirkusse in Deutschland erlassen wird, das einen ganzen Berufszweig und traditionsreiches Kulturgut, das der Zirkus mit seinen Tierdarbietungen ist, auslöschen würde. Warum eigentlich diese vehemente Ablehnung durch die Zirkustier-Gegner? Frage ich mich. Was steht dahinter? Nur Unkenntnis, Weigerung die Fakten zur Kenntnis zu nehmen oder noch mehr?

Zirkusleute polarisieren schon immer. Mit ihrer freien, nomadischen, unangepassten Lebensweise, Fahren von einem Gastspielort zum nächsten (wie auch Wildtiere ihre Futterplätze und Wasserstellen über weite Strecken suchen müssen), dem Abweichen von der Masse sind Zirkusleute – ähnlich wie Flüchtlinge, Klimaschutzaktivisten und alle, die einen anderen Lebensstil pflegen – sind Zirkusleute heute mehr denn je exotische Außenseiter in einer Welt, die sich tragischerweise immer mehr von ihrem natürlichen Ursprung entfernt, entfremdet. Wozu auch das naturnahe Verhältnis und der Umgang Mensch – Tier gehört, den kleine Familienzirkusse wie kaum anderswo zu erleben noch im gegenseitigen Nehmen und Geben und Miteinander pflegen und dabei ohnehin schon einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt sind.

In letzter Zeit noch mehr durch die massive negative Stimmungsmache von Zirkusgegnern, denen es angeblich ums Tierwohl geht? Doch was wissen sie konkret darüber und was sollte denn mit den Zirkustieren passieren? Die nie in der Wildnis lebten und dort gar keine Überlebenschance hätten. Zoos, Vergnügungsparks oder Auffangstationen zur Auswilderung sind auch keine wirkliche Alternative, da diese Tiere einen engen Kontakt zu ihren Menschen gewohnt sind, die auch ihre Fähigkeiten sehen und ihnen etwas beibringen. Was ist verkehrt daran? Die Tiere haben Auslauf, Bewegung, Ruhezeiten, werden gut versorgt zumeist von den Zirkusleuten. So gehen nicht alle Haustierbesitzer mit ihren Schützlingen um.

Die gegenwärtige erhitzte Debatte, Pro und Kontra um das Wildtierverbot im Zirkus erinnert mich fatal an das Buch und Theaterstück „Andorra“ von Max Frisch, wo es auch um Angreifen, Ausgrenzen, Verächtlich machen, Diffamieren und Vernichten von Menschen, die anders leben – in dem Fall die Zirkusleute – als die Mehrheit, geht, was man nicht versteht oder akzeptiert. Je nach Stimmung oder Mode kann es dann jeden Menschen treffen, der nicht tut was alle tun oder verlangen.

Warum schauen die „Tierschützer“ von PETA und die Zirkusgegner vor allem auf die Zirkusleute und unterstellen ihnen Dinge, die bei näherer Betrachtung nicht haltbar sind, und schauen nicht dorthin, wo tatsächlich Tierquälerei und Ausbeutung herrschen wie in den Tierversuchslabors, angeblich für Medizin und Forschung, finanziert von der Pharma- und Kosmetikindustrie  – wie der jüngst an die Öffentlichkeit gelangten Filmdokumentation der Soko Tierschutz aus einem Tierversuchslabor in Hamburg und protestieren und unternehmen etwas dagegen, wenn ihnen Tierrechte wirklich etwas wert sind?! Das ist denen wahrscheinlich eine Nummer zu groß oder trauen sich nicht ran. Dann lieber die Zirkusleute, die auch sichtbarer sind. Dabei laden sie selber alle ein, sich hinter den Kulissen zu informieren über Tierhaltung und Zirkusleben. Seltsamerweise machen die Zirkustier-Gegner davon nie Gebrauch.

Ich möchte die Autoren dieses Fernsehbeitrages und den MDR ermutigen, sich von unsachlicher Kritik oder Drohungen militanter Zirkusgegner nicht einschüchtern oder abhalten zu lassen, solcher Stil spricht schon für sich, ist unangemessen, unwürdig und stattdessen sollten weiterhin sachlich fundiert „heiße Themen“ wie Wildtiere im Zirkus und auch Natur- und Tierschutz insgesamt weiter gebührend Beachtung und Aufmerksamkeit finden. Denn Tiere sind auch Lebewesen, sollten endlich als solche anerkannt werden, und die Natur unser größter Schatz überhaupt, für die es sich lohnt aktiv einzusetzen.

Herzliche Grüße und viel Resonanz für Ihre Beiträge weiterhin, wünscht Ihnen,

Lilli Vostry
Freie Journalistin
www.meinwortgarten.com

P.S.: Inzwischen stimmte der Bundestag mehrheitlich gegen das geforderte Verbot von Wildtieren in Zirkussen in Deutschland.

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Veranstaltungen zum 9. November – 30 Jahre Mauerfall

08 Freitag Nov 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Literatur, Projekte

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Szene aus „Wer seid Ihr“, Schauspiel von Oliver Bukowski. Es ist am 9.11., um 19.30 Uhr in der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul zu sehen.
Foto: Hans Ludwig Böhme                                 

Die Mauer muss weg! – 30 Jahre Friedliche Revolution und Vergangenheit als kreative Fundgrube

Ein reichhaltiges Programm mit Ausstellung, Zeitzeugen, Lesungen und Stücken über dieses Ereignis und die Zeit der Wende lädt am 9. November, ab 14.30 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung ein.

Am 9. November verwandelt sich das Stammhaus der Landesbühnen Sachsen in ein offenes Haus der Begegnung. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer wollen wir Ihre Erinnerungen an diese Zeit wecken, denn „jede Stimme im politischen Diskurs und beim historischen Gedenken ist wichtig“ (Dr. Roland Löffler). Kommen Sie mit uns und einander ins Gespräch!

Die Ausstellung „Zeitenwende 1989“, sowie eine Talkrunde am Abend, moderiert von Doreen Reinhard (Freie Journalistin, u.a. ZEIT online), bieten die Möglichkeit, regionale Erlebnisse mit den Ereignissen in Europa zu verknüpfen. Gäste auf dem Podium sind die Zeitzeugen Béla János Bács, Thomas Förster, Wolf-Dieter Gööck und Kemal Pervanić.

Am „Zentralen Runden Tisch“ wollen die Landesbühnen den Besuchern ein offenes Gesprächsforum bieten. Indem an die progressiven Ideen der Verfassung erinnert wird, die 1989/90 am Zentralen Runden Tisch der DDR entstand, kann nach alternativen Formen politischer Praxis gesucht und über eine Erneuerung des Gesellschaftsvertrags nachgedacht werden.

Beim „Speed-Dating mit Zeitzeugen“ freuen die Theaterleute sich auf Geschichten als Zeitzeuge oder Fragen aus der Sicht von heute. Die interaktive Installation des Künstler*innenkollektivs POLIZEIKLASSE stellt den „Schicksalstag der Deutschen“ in weitere historische Zusammenhänge, an deren Bilderwelt die Besucher aktiv teilnehmen können. „Zwischen Pitti und Stern Meißen“ bietet eine Vorschau auf das Rechercheprojekt des jungen.studio zur Kindheit in der DDR.

Eine unterhaltsame Lesung und Live-Musik mit „Wendehits“ runden den Tag ab, und die Landesbühnen laden dazu ein, die „Vergangenheit als kreative Fundgrube“ (Bénédicte Savoy) zu begreifen und Phantasie, Spaß und gesellschaftlichen Fortschritt zusammen zu denken!

PROGRAMM

14:30 Foyer      –  Eröffnung der Ausstellung ZEITENWENDE 1989 durch die Landeszentrale für politische Bildung

Ab 15:00 durchgehend im Werkstattraum-  SCHICKSALSTAG DER DEUTSCHEN – eine interaktive Installation der POLIZEIKLASSE DRESDEN

Ab 15:00 durchgehend im Ballettsaal –    DER ZENTRALE RUNDE TISCH – offene Gesprächsrunden

15:30 und 17:30 Glashaus          –  ZWISCHEN PITTI UND STERN MEISSEN – KINDHEIT IN DER DDR, eine Vorschau

16:30 Foyer- SPEED-DATING – Gespräche mit Zeitzeugen

18:30 Goldne Weintraube –  WIR SEHEN UNS IM WESTEN –  Roman von Dorit Linke, Lesung mit Tammy Gierke und Johannes Krobbach

19:30 Studiobühne    WER SEID IHR –  Schauspiel von Oliver Bukowski (UA)

19:30 Glashaus –   Podiumsdiskussion ZEITENWENDE 1989, Moderation Doreen Reinhard (Freie Journalistin, u.a. ZEIT online)

Gäste auf dem Podium sind die Zeitzeugen Béla János Bács, Thomas Förster, Wolf-Dieter Gööck und Kemal Pervanić.

21:30 Glashaus –    WENDEHITS– Live-Musik mit Holger Uwe Thews (Gitarre/Gesang) und Thomas Richter (Gitarre/Gesang)

Der Eintritt ist frei (außer zu der Vorstellung WER SEID IHR
Die Theaterkasse wird ab 14:00 geöffnet sein.

Text: Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0  http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Musik verbindet: „Nacht der Lieder“ im Herzschlag der Großen Trommel in der Stephanuskirche Dresden

02 Samstag Nov 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte

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Fotos (lv)

Viele Stimmen können etwas bewegen

Singfreunde und Musikinteressierte sind eingeladen zu der Benefizveranstaltung im Rahmen der „Nacht der spirituellen Lieder“, die bereits zum sechsten Mal deutschlandweit stattfindet am 2. November, 18 bis 21 Uhr in der Stephanuskirche Dresden auf der Meußlitzer Straße 113.

Gemeinsames Singen einfacher Lieder aus den Kulturen der Welt zu Trommel, Akkordeon u.a. Instrumente ist das Besondere dieser Liedernacht. Musik, die bewegt – mit Momenten der Stille im Herzschlag der Großen Trommel.

„Singen verbindet uns, auch wenn wir uns nicht kennen – viele Stimmen können Großes bewirken und bewegen…“, sagt Corynna Kilian. Sie lädt wieder zum Liedertrommeln zusammen mit Gabriel Jaginiak, freischaffender Musiker, zur diesjährigen Liedernacht in der Stephanuskirche Dresden ein.
Es ist eine Veranstaltung im Rahmen der ‚Nacht der spirituellen Lieder‘, die deutschlandweit in vielen Städten stattfindet. Es werden Spenden für eine soziale Einrichtung/ Organisation/ Initiative und natürlich auch für die Abdeckung der Kosten der Musiker gesammelt.
In diesem Jahr haben Corynna Kilian und Gabriel Jaginiak zum ersten Mal eine CD dabei. Wer möchte, kann einen Eindruck mit nach Hause nehmen, weiterreichen, verschenken etc.  Ein Mitschnitt von der Liedernacht 2019, eine Auswahl. Einige Lieder davon werden sie auch in diesem Jahr wieder singen.
Die Veranstalter freuen sich auf viele Stimmen… Bringt also Eure Freunde, Verwandten, Bekannte, Nachbarn mit 🙂
Text: Corynna Kilian
http://www.trommel-vision.de/die-nacht-der-lieder
gabriel.jagieniak@posteo.com
dolma@gmx.de
Gabriel Jaginiak, freischaffender Musiker:
• handgemachte Musik für allerlei Anlässe,
• Sing-Zeremonien für die Erde, vernetzendes Singen
mit Akkordeon oder PianoCorynna Kilian:
• Bären-Herz-Frauen: Indianische Jahresgruppe
• eigene Lieder, Klezmer und
• Stille, Urkraft und Gesang: Arbeit mit der True Voice®
Balkan Musik sowie Barpiano
• 48h-Trommeln – Traumzeit für Reinigung und Vision
• Akkordeon-Unterricht
• Singtreffen an der Großen Trommel

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„Von Blues bis Brecht“ – Nina Hagen eröffnete die Jazztage Dresden 2019

28 Montag Okt 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Projekte

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Lebenslange Liebe: „Brecht, Böll und die Bibel. Yeah!“

Darauf schwört Nina Hagen als ihre Geist- und Kraftquellen. Voll Leidenschaft, wild, witzig, schrill und aufrüttelnd zeigte sich die Sängerin mit Gitarre als Streiterin für Liebe, Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit am Freitagabend in ihrem ausverkauften, über zweistündigen Konzert „Von Blues bis Brecht“ zur Eröffnung der Jazztage Dresden 2019, in der neuen Hauptspielstätte im Ostra-Dome.

Gut gelaunt, locker plaudernd und gar nicht unnahbare Diva, entstand eine schöne Verbundenheit mit dem Publikum, standen Zuschauer zum Schluss am Bühnenrand, gab ihnen die legendäre Ostsängerin die Hand, winkte und verteilte Küsschen übers Mikro und ließ sich bereitweilig fotografieren von vielen gezückten Handykameras. Ein ergreifend intensives Konzert, ganz im Aufbruchsgeist vom Herbst `89. Bald erscheint auch ihre neue Platte, sogar zwei, verriet Nina Hagen. Macht neugierig auf mehr witzig-wachen Zeitgeist!

Text + Fotos (lv)

Mehr Text zum Konzert folgt.

Weitere Programm-Infos unter
http://www.jazztage-dresden.de

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VersSchmuggel – Deutsch-Tschechische Poesie im Literaturhaus Dresden

20 Sonntag Okt 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Projekte

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Poesie auf Reisen

Freunde der Gegenwartslyrik können sich auf eine besondere Veranstaltung freuen. „VERSschmuggel/Prekladiste“ heisst ein deutsch-tschechisches Kooperationsprojekt, das am 23. Oktober, um 19 Uhr im Erich Kästner Haus für Literatur Dresden/Villa Augustin am Albertplatz zu Gast ist. Und es gibt einen kleinen Ausblick auf den Dresdner Lyrikpreis 2020.

Der deutsch-tschechische VERSschmuggel wird moderiert von Jonás Hájek. Im Sommer 2018 trafen sich sechs tschechische und sechs deutsche Dichter*innen beim poesiefestival berlin zur Übersetzungswerkstatt VERSschmuggel. Die zweisprachige, in beiden Ländern erscheinende Anthologie versammelt alle Gedichte und Ergebnisse der gegenseitigen Übersetzungsarbeit, bei der renommierte Literaturübersetzer*innen jeweils ein Dichterpaar begleitet haben.

In Kooperation mit dem Haus für Poesie Berlin lesen am 23. Oktober im Erich Kästner Haus für Literatur Pavel Novotný, Lena Dorn und Léonce W. Lupette. Pavel Novotný arbeitet mit Montage- und Collage-Techniken und experimentiert in Radiokompositionen mit den auditiven Möglichkeiten der Dichtung. Lena Dorn lebt als Bohemistin, Übersetzerin und Autorin in Leipzig. Der deutsch-französische Lyriker und Übersetzer Léonce W. Lupette lebt und arbeitet in Buenos Aires sowie Frankfurt am Main.

VERSschmuggel ist ein künstlerisches und kommunikatives Abenteuer, ein Umschlagplatz für kulturelle Übergänge und lyrische Traditionen.

Text:
Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin/Antonstr. 1
01097 Dresden , Tel.: (0351) 804 50 87

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Fabelhafte Welt im Lügenmuseum Radebeul

18 Freitag Okt 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Wundersame Maschinen und Objekte laden kleine und große Besucher zum Staunen und Entdecken ein. Foto: André Wirsig

Wenn man im Lügenmuseum lügt, spricht man dann die Wahrheit?

In den Herbstferien ist das Lügenmuseum Radebeul täglich geöffnet bis 27. Oktober, ab 13 – 18 Uhr.

Das Lügenmuseum ist ein familientaugliches Ausflugsziel von hohem Schauwert. Es beschäftigt sich mit der absurden Maschinerie des Lebens. In den verschlungenen Räumen hat man immer wieder das Gefühl, man werde aus diesem faszinierenden Labyrinth vielleicht nie mehr herausfinden. Doch wenn man nicht aufgibt, gelangt man beim Wandeln durch die thematischen Räume irgendwann an einen geheimnisvollen Punkt, an dem man nicht mehr den einen einzig richtigen Sinn-Ausweg sucht, sondern das immer tiefere Sich-Verlieren in dieses Museum zu genießen beginnt.

Manche Besucher meinen, dass Lügenmuseum schmeckt nicht, ein Missverständnis, denn Kunst kann man nicht essen. Beim Lügenmuseum handelt es sich um ein Kunstmuseum, welches so tief in die Gefilde der Ideen steigt – man ist sprachlos. Ob das klar wird oder auch nicht, spielt hier keine Rolle. Künstler konstruieren andere Museen: Maschinen zur Belustigung, anarchische Apparate im ironischen Leerlauf. Die sanfte Berührung der Poesie schlüpft hier am starren Reglement des Museumswesens vorbei.

Das augenzwinkernde Lügenmuseum zeigt, dass Ironie eine starke Besucherresonanz erzielen kann. Über die Gründe schreibt der Professor für Ästhetik Bazon Brock:  „Ironie ist eine Möglichkeit, auf Distanz zu gehen und das Objekt von allen Seiten zu sehen. Vom Wahren können wir nur noch mit Blick auf das Falsche, auf die Lüge reden. Das sagt uns das Lügenmuseum und da steht es in der Tradition von Till Eulenspiegel, Nietzsche, dem braven Soldaten Schwejk oder Mister Bean: ‚Alles auf den Tisch, bis er bricht.‘

Besucher erhalten eine Einführung, einen Lügentee. Der Rundgang durch zwölf Räume entführt in eine fabelhafte Welt, die an Wunderkammern anknüpft. Das Leben ohne Lügenmuseum ist möglich, aber sinnlos.

Text: Richard v. Gigantikow

Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Strasse 39, 10445 Radebeul
Tel: 0176 – 99 02 56 52

Geöffnet: Samstag und Sonntag, in den Ferien und an Feiertagen täglich 13 – 18 Uhr

http://www.luegenmuseum.de  info@luegenmuseum.de

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Premiere „Hell“ der Company „Tango – offen und bunt“ im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden

15 Dienstag Okt 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Projekte, Tanz, Theater

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Von der Kraft der Musik, die Schatten in Licht verwandelt

Berührend, kraftvoll und eindringlich im Wechsel von Musik, Text, Poesie, Tanz und Spiel kam die neue Aufführung „Hell“ der Company „Tango – offen und bunt“ gestern abend auf die Bühne im Rahmen des interkulturellen Montagscafé im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Die Sprache der Vögel ist ihr Gesang. Der Mensch hat auch diese Gabe der Musik. Freude, Schmerz, Trauer, Sehnsucht. Alle Gefühlsfarben spiegelt sie wider. Sie tröstet, verbindet, hilft Grenzen zu überwinden und verwandelt Schatten in Licht. Davon erzählt in berührenden Bildern, im Wechsel von Klängen, Text, Poesie, Tanz und Spiel die Aufführung „Hell“ (Buch und Regie: Cristian Javier Castano), die am Montag Premiere hatte beim Gastspiel der Company „Tango – offen und bunt“ im Montagscafé im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Das Montagscafé ist ein Begegnungsort für Menschen verschiedener Kulturen und Angeboten wie Musik und Theater. Der Zuschauerraum der Bühne unter dem Dach war gut gefüllt. Die Sprache der Musik und das Tango tanzen verbindet auch die Akteure der Company. Sie stammen aus verschiedenen Ländern der Erde, aus Argentinien, Chile, Deutschland, Irak, Mexiko, Nicaragua, Syrien, Venezuela und Uruguay. Alle leben in Dresden.

Die Aufführung „hell“ ist jenen Menschen gewidmet, die in „der Hölle“ sich selbst und ihren Mitmenschen Licht und Helligkeit gaben, um das Dunkel zu durchbrechen, neue Kraft und Hoffnung zu finden. Auf die Bühne kamen Musik und Lieder, die in Gefängnissen und Konzentrationslagern komponiert und gespielt wurden.

Mehr Text zur Aufführung folgt.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos + aktuelle Termine unter http://www.cellex-stiftung.org/de/projekte/tango

Montagscafé
Kleines Haus, Glacisstraße 28, Dresden

15 bis 17 Uhr, Frauencafé mit Kinderbetreuung
17 bis 22 Uhr, Offenes Café mit wechselndem Abendprogramm

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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BilderAlbum: Theaterprobe vor der Aufführung „Hell“ der Company „Tango – offen und bunt“ im Montagscafé im Kleinen Haus

10 Donnerstag Okt 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Projekte, Tanz, Theater

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Musik, die bewegt und Licht ins Dunkel bringt

Die neue Aufführung „Hell“ der Company „Tango – offen und bunt“ feiert Premiere am 14. Oktober, um 20 Uhr im Montagscafé im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Ein Mann und eine Frau tanzen hingebungsvoll Tango. Sänger Orpheus hat seine Liebste Eurydike im Schattenreich wieder gefunden. Wenig später wird er sie wieder verlieren. Schattenhafte Gestalten in dunklen Gewändern treten aus den Zuschauerreihen einzeln auf die Bühne, stehen, kauern oder gehen vor einer Wand wie Gefangene hin und her. Ein junger Mann läuft zwischen ihnen umher, hebt ihre Kapuzen hoch, sieht ihnen ins Gesicht und geht verzweifelt weiter. Er sucht seine Liebste. Sie trägt eine Nummer auf ihrem weißen Arm und einen gelben Stern auf dem Herzen. Keiner sieht, wie schön die Mädchen sind… Singt Paul Hoorn mit ergreifender Stimme zum Akkordeon. Der Konzert- und Theatermusiker und Komponist aus Dresden (vielen bekannt durch seine frühere Gruppe „Blaues Einhorn“) und weitere Musiker begleiten die Musik-Theater-Aufführung „Hell“ der Company „Tango – offen und bunt“.

Die künstlerische Leitung hat Cristian Javier Castano, Tango-Tänzer und Kulturwissenschaftler aus Argentinien, der die Company „Tango – offen und bunt“ 2017 in Dresden ins Leben rief. Diese bietet kostenlos Tango-Kurse und Theater-Projekte an für Menschen aller Generationen, unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft, mit oder ohne Flucht- und Migrationserfahrung. Die Gruppe führt außerdem regelmäßig Performances auf, die sie gemeinsam entwickelt.

Tanzen überwindet Grenzen – so lautet das Motto der Company „Tango – offen und bunt“. Tango ist aus einer Vielzahl kultureller Einflüsse entstanden und wie kein anderer Tanz offen für neue Stile und Praktiken. Interkulturalität und Austausch sind diesem Tanz eingeschrieben, so Cristian Javier Castano. Zudem stärkt Tanzen das Selbstvertrauen und das Gemeinschaftsgefühl.

Die Company probt mehrmals wöchentlich an verschiedenen Orten in der Stadt, wo jeder kommen, zuschauen und mitmachen kann.

Die neue Aufführung „Hell“ ist jenen Menschen gewidmet, die in „der Hölle“ sich selbst und ihren Mitmenschen Licht und Helligkeit gaben, mittels Musik und Liedern, die an Orten des Leids gespielt und gesungen wurden. Musik, die half Schmerz und Trauer zu tragen, Wärme und Hoffnung gab, die in Gefängnissen und Konzentrationslagern komponiert und gespielt wurde und überlebte, kommt in ebenso starken, berührenden Bildern und Szenen auf die Bühne. Die Endproben laufen zurzeit.

Premiere feiert „Hell“, als dritter Teil der Trilogie „Past Continuous“ bei einem Gastspiel am 14. Oktober, um 20 Uhr, im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Unterstützt und gefördert werden die Projekte der Company „Tango – offen und bunt“ von der Cellex-Stiftung. Darüberhinaus sind Spenden für das in dieser Form einmalige Tanz- und Theaterangebot willkommen.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos und aktuelle Termine unter:
http://www.cellex-stiftung.org/de/projekte/tango

Kultur-Tipp

Zu einer „Paradiesnacht“ mit Musik aus vielen Kulturen und Begegnung lädt heute, am 10. Oktober, von 17 – 23 Uhr das „Paradiesorchester“ um Paul Hoorn, alle die ein friedliches Miteinander aller Menschen wollen, herzlich zum Zuhören, Tanzen und Feiern in die Evangelische Hochschule, Dürerstraße 25 in Dresden ein. Es gibt Essen und Trinken und alles kostenfrei.

 

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Klimaschutz, der Natur & Portemonnaie schont – wie weiter?

29 Sonntag Sept 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Projekte

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Wer etwas tun will für den Klimaschutz, muss sich bewegen. Nach der ersten großen Demo dazu auch in Dresden, angeführt von der Bewegung Friday for Future, zu der generationsübergreifend Tausende kamen bundesweit, sind jetzt weitere Taten gefragt. Fotos: Lilli Vostry

Neue Wege für eine umweltfreundliche und sozialverträgliche Politik
sind gefragt

Ein fulminantes Fest des Protests mit 1,4 Millionen Bürger*innen – und trotzdem versagt die Regierung beim Klimaschutz. Was bedeutet das jetzt für uns als Klima-Bewegung? Campact-Vorstand Christoph Bautz möchte Ihnen Einblick in die Diskussion bei Campact geben – und hat dafür erste Antworten formuliert. Warum wir Neuwahlen brauchen – und wie wir sie durchsetzen. Wieso die Grünen es alleine auch nicht bringen. Und wie wir eine Wahl jetzt zur Klimawahl machen, die kaum einer auf dem Zettel hat.

Das war’s überhaupt nicht. Ein „Dokument der Mutlosigkeit“[1] nennt der renommierte Klimaforscher und Merkel-Berater Ottmar Edenhofer das Klimapaket der Regierung. Und in dieser vernichtenden Einschätzung sind sich Klimawissenschaftler*innen, das Gros der Medienlandschaft und die Mehrheit der Bevölkerung einig. Denn: Nach Berechnungen der Analysten von Agora Energiewende erbringt das Sammelsurium an Maßnahmen nur ein Drittel der CO2-Einsparung, die zum Erreichen des 2030-Klimaziels der Regierung nötig sind.[2]

Bitter ist: Der Beschluss der Regierung fiel zeitgleich zur größten Demonstration, die dieses Land jemals gesehen hat. Viele Campact-Unterstützer*innen fragen uns jetzt, was wir denn noch tun können, wenn nicht einmal 1,4 Millionen Menschen auf den Straßen die Regierung von solchen fatalen Beschlüssen abhalten konnten. Wir haben die letzten Tage viel nachgedacht und diskutiert – und einige erste Antworten entwickelt:

  1. Was hilft jetzt noch, wie können wir konsequenten Klimaschutz durchsetzen?
  2. Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?
  3. Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Wir sind sehr gespannt und freuen uns darauf, was Sie uns in unserem Campact-Blog im Kommentar-Bereich schreiben. Bitte diskutieren Sie mit.

1. Was jetzt noch hilft

Eines ist für uns jetzt klar: Mit dieser Regierung wird das nichts mit konsequentem Klimaschutz. Den bekommen wir nur, indem wir dafür sorgen, dass die GroKo abtritt – und den Platz frei macht für eine Regierung, die beim Klimaschutz ernst macht. Denn die Klimaforschung sagt uns knallhart: Wenn wir verhindern wollen, dass die Welt sich über die kritische 1,5-Grad-Schwelle erhitzt, hinter der eine sich selbst beschleunigende Klimakatastrophe droht, dann dürfen wir weltweit nur noch 420 Gigatonnen CO2 ausstoßen.[3] Bleiben die CO2-Emissionen auf dem derzeitigen Niveau, ist unser gesamtes verbleibendes Budget schon in zehn Jahren verbraucht.

Sprich, die Zeit rennt. Zwei weitere Jahre Stillstand beim Klimaschutz können wir uns nicht erlauben. Doch in der Union verhindert der Wirtschaftsflügel wirksame Klimapolitik. Die SPD ist offenbar zu schwach, sich gegen diesen Widerstand durchzusetzen. Und beide eint die große Angst, dass Klimaschutz den Klimaleugner*innen von der AfD Wähler*innen zutreiben könnte. In den monatelangen Verhandlungen zum Klimapaket ist es nicht gelungen, diese Blockade zu durchbrechen – wieso sollte sich das in den nächsten beiden Jahren ändern? Zumal die Spitzen beider Parteien ihr Versagen auch noch zu bejubeln scheinen.[4][5]

Mit der Forderung nach einem Ende der Großen Koalition nehmen wir den derzeit gewichtigsten SPD-Politiker beim Wort: Vizekanzler Olaf Scholz. Noch Anfang des Monats verkündete er: „Ein Klein-Klein in der Klimapolitik hilft nicht weiter. […] Wir brauchen einen großen Wurf, wenn wir als Regierung weiter eine Berechtigung haben wollen, das Land zu führen.“[6] Nun ist „Klein-Klein“ für das Klimapaket sogar noch eine beschönigende Beschreibung: Mit der Erhöhung der Pendlerpauschale oder mit neuen bundeseinheitlichen Hürden für den Ausbau der Windkraft bremst es den Klimaschutz sogar aus.

Ob die Groko hält oder fällt: Das entscheidet sich am 7. und 8. Dezember. Dann kommt die SPD in Berlin zum Bundesparteitag zusammen. Und zieht ihre Halbzeitbilanz für Schwarz-Rot. Die Spitzen der Partei und auch viele Abgeordneten klammern sich an die GroKo, da sie angesichts desolater Umfragewerte um ihre Posten zu fürchten scheinen. Vermutlich klammern sie sich an die Hoffnung, irgendwie bis zur regulären Wahl 2021 aus dem Tal der Tränen herauszufinden. Doch die Stimmung in der Partei ist miserabel. Bei vielen Delegierten könnte sich die Einschätzung durchsetzen: Die GroKo stellt eine existentielle Gefahr für die Sozialdemokratie im Land dar. Gemeinsam müssen sie ihr den Stecker ziehen.

Denn eine ganze Generation droht der SPD verloren zu gehen: Schon über die Zustimmung der SPD zu Upload-Filtern waren viele junge Menschen empört.[7] Mit dem Klimapaket und dem hilflosen Versuch der regierenden SPD-Politiker*innen, eine Niederlage als Erfolg zu verkaufen, verspielt sie ihre letzte Glaubwürdigkeit. Für die Jugend entwickelt sich die SPD immer mehr zum Feindbild, aber keinesfalls zur wählbaren Option. Und auch die älteren Semester wenden sich scharenweise ab.

Wann sollten wir in einer parlamentarischen Demokratie den Ausweg vorgezogene Neuwahlen nehmen? Nur in sehr gewichtigen Ausnahmefällen. Wenn eine Regierung völlig den gesellschaftlichen Rückhalt verliert, wenn sie eine gesellschaftliche Grundstimmung überhaupt nicht mehr repräsentiert. Wie derzeit bei Schwarz-Rot: Klimapolitik ist endlich das alles beherrschende Thema. Rangierte sie in der Wichtigkeit der Themen zur letzten Bundestagswahl noch auf Platz 7, ist sie seit Monaten einsame Spitze.[8][9] Eine Regierung, die dem überhaupt nicht gerecht wird, muss Platz machen.

Bloß für wen? Für eine Regierung, die nach einer Klimawahl ihr Amt antritt und Klimaschutz den richtigen Stellenwert gibt – als die zentrale und existentielle Menschheitsaufgabe des nächsten Jahrzehnts. Dreh- und Angelpunkt einer solchen Regierung wären nach Lage der Dinge die Grünen. Schwarz-Grün, Jamaika oder Grün-Rot-Rot – keine der nach Umfragen denkbare Regierungsmehrheit jenseits der GroKo kommt ohne die Grünen aus. Sie müssen die Lösung der Klimakrise zur zentralen Aufgabe einer wie auch immer zusammengesetzten Koalition machen.

Doch eine Gleichung geht nicht auf: Grüne an die Macht – und dann ist alles gut. Denn dazu müssen sich auch die Grünen erst noch der Dimension der Aufgabe stellen. Bisher schrecken sie zurück, die Begrenzung der Klimaerhitzung unter der kritischen 1,5-Grad-Schwelle zum Maßstab ihrer Politik zu machen.[10] Und genau die Einhaltung dieses Limits stellte ihr Wahlprogramm zur letzten Bundestagswahl bei Weitem nicht sicher.

Zudem droht bei einer Koalition der Grünen mit CDU/CSU oder FDP die zweite zentrale Säule von Klimapolitik unter die Räder zu kommen: für den sozialen Ausgleich zu sorgen. Denn nur, wenn es auch sozial gerechter im Land zugeht und soziale Härten für die Schwächsten verhindert werden, wird eine ambitionierte Klimapolitik auf den notwendigen gesellschaftlichen Rückhalt treffen.

Sollten wir die Auseinandersetzung, ob die SPD die GroKo verlässt, gewinnen, müssen als nächstes die Grünen in unserem Fokus stehen. Damit sie Klimapolitik auch auf einem Ambitionsniveau durchsetzen wollen, dass der Dramatik der Klimakrise angemessen ist. Und dabei die soziale Frage neben der ökologischen nicht aus dem Auge verlieren. Dafür müssen wir die Grünen treiben – sie aber auch immer wieder unterstützen, wenn sie den Gegenwind von Auto- und Energiekonzernen abbekommen. Denn deren Widerstand gegen konsequente Klimapolitik wird massiv sein.

Die SPD zum Verlassen der GroKo bringen, die Grünen zu echtem Klimaschutz antreiben, der Macht der großen Konzerne widerstehen – all das wird nur mit einer lebendigen und breit verankerte Klimabewegung gelingen. Wie kraftvoll sie ist, in welch neue Dimension sie vorgedrungen ist – das haben wir am Freitag letzter Woche alle gemeinsam an Hunderten Orten unter Beweis gestellt. Darauf können wir stolz sein. Und darauf können wir bauen.

2. Hinter welchen Forderungen sollten wir uns sammeln?

Das Klimapaket zeigt, wie wir Klimaschutz nicht angehen sollten. Es nimmt vor allem sehr viel Geld in die Hand, um Bürger*innen und Wirtschaft Anreize für klimafreundliches Verhalten zu geben. Das alleine ist teuer, ineffizient und schickt ein fatales Zeichen an die Welt: Klimaschutz, das geht nur mit viel Geld. Wenn Ihr das nicht habt, könnt Ihr es lassen.

Dabei brauchen wir für ambitionierten Klimaschutz nicht nur Geld. Eine gut aufeinander abgestimmte und sich gegenseitig verstärkende Mischung von Geboten und Verboten, Marktanreizen und Steuern, Subventionen und Kürzungen. Die folgenden Aspekte erscheinen uns dabei entscheidend zu sein:

  • Harte Verbote? Na klar!
    Spätestens seit der Debatte um den Vorschlag der Grünen für einen Veggie-Day und den Erfolgen der AfD schrecken CDU/CSU und SPD vor dem wichtigsten Klimaschutz-Instrument zurück: Verbote. Dabei sind sie ja nichts anderes als das: klare Regeln. Sie würden zwar auch den*die Einzelne*n, aber vor allem die großen Unternehmen treffen: Etwa die Kohlekonzerne, die in Deutschland soviel CO2 erzeugen wie in keinem anderen europäischen Land.[11] Und die Autoindustrie, die uns immer PS-stärkere und klimaschädlichere Spritschlucker und SUVs andrehen will.
    Wenn überhaupt, findet man im Klimapaket der Regierung daher nur Verbote, die zeitlich sehr weit entfernt liegen. 2026 soll der Einbau neuer Ölheizungen verboten werden. Und dort, wo man schnell am meisten CO2 einsparen könnte – bei der Kohlekraft –, soll erst 2038 Schluss sein. Dabei hätten Regeln ganz entscheidende Vorteile: Sie kosten den Staat nichts. Sie sind schnell umzusetzen. Und sie geben der Wirtschaft einen klaren Orientierungsrahmen, wann in welchem Sektor mit dem Verbrennen von Kohle, Öl und Gas Schluss ist.
    Welche Regeln wir bräuchten, um das 1,5-Grad-Limit nicht zu überschreiten? Werden wir konkret: 2020 muss Schluss sein mit neuen Ölheizungen, dicht gefolgt von Gasheizungen.[12] Nach 2025 dürfen keine PKW mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen werden.[13] Und allerspätestens 2030 geht der letzte Kohlemeiler vom Netz.[12] Für alle Wirtschaftsunternehmen wäre klar: Ab dann gibt es nur noch einen Markt für Wärmepumpen und Solarthermie, für Elektroautos, neue Züge und Busse, für Windräder und Solaranlagen. Und der wird weit größer sein, als er heute ist. Damit haben Unternehmen in diesen Bereichen weit mehr Anreiz für zukunftsfähige Investitionen als jedes teure Förderprogramm erzielen kann. Das ist die Macht klarer Regeln.
  • Geldhähne öffnen – und zudrehen
    Die große Transformation weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu 100 Prozent Erneuerbaren Energien in den nächsten 15 bis 20 Jahren schaffen – dafür brauchen wir natürlich auch Geld und Anreize. Denn wir benötigen massive Investitionen in neue Stromnetze und -speicher, in eine moderne Infrastruktur für Fahrrad, Bahn und Bus, in die energetische Sanierung von Gebäuden. Das ist gut angelegtes Geld, das Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen und die Wirtschaft pulsieren lassen kann. Das Klimapaket sieht hier immerhin einige sinnvolle Investitionen vor: Der Ausbau von Radschnellwegen und zusätzliche 86 Milliarden Euro für die Modernisierung der Bahn bis 2030. Die Installierung von einer Million Ladepunkte für Elektroautos und das Förderprogramm „Energetische Stadtsanierung“.Aber eines macht überhaupt keinen Sinn: Gleichzeitig mit noch weit mehr Geld klimaschädliches Wirtschaften zu subventionieren – etwa mit der steuerlichen Begünstigung von Kerosin und Diesel und dem Dienstwagen-Privileg. Würden diese Subventionen abgeschafft, brächte das dem Staat sogar Geld ein. Doch der Blick ins Klimapaket zeigt: Fehlanzeige.
  • Ja zum CO2-Preis – aber wenn, dann richtig
    Auch wenn der CO2-Preis alleine nicht das Allheilmittel ist, wie ihn Merkels Chef-Klimaberater Edenhofer gerne präsentiert: Die Idee, dem Ausstoß von CO2 einen Preis zu geben, ist überzeugend. Damit müssen endlich diejenigen für die gesellschaftlichen Folgekosten zahlen, die das Klima zerstören. Und klimafreundliches Verhalten wird belohnt. Doch das funktioniert nur, wenn der Preis stimmt und unser Verhalten lenkt.
    Wenn die Regierung jetzt einen CO2-Preis von 10 Euro pro Tonne CO2 im Verkehrs- und Wärmesektor einführen und diesen Preis bis 2025 auf maximal 35 Euro ansteigen lassen will – dann ist dies nicht mehr als ein schlechter Scherz. 10 Euro pro Tonne – das entspricht 3 Cent mehr für einen Liter Benzin an der Tankstelle.[14] In diesem Bereich schwankt der Preis häufig an einem einzigen Tag.
    Expert*innen sagen uns: Im Verkehrs- und Wärmebereich entstehen Anreize für klimafreundliches Verhalten und Investitionen in eine andere Infrastruktur ab einem Preis jenseits von 100 Euro/Tonne.[15] Das ist das Zehnfache von dem, was die Luftnummer der Regierung vorsieht.
  • Klimaschutz braucht sozialen Ausgleich
    Klimaschutz darf die soziale Ungleichheit im Land nicht weiter befeuern. Wenn der Weg zur Arbeit für Menschen mit geringem Einkommen noch teurer wird, die Reichen aber weiter mit dem SUV das Klima verpesten dürfen, weil sie es sich leisten können, verliert der Klimaschutz viele seiner Unterstützer*innen.In ihrem Klimapaket geht die GroKo diese Frage aber genau falsch herum an: Sie erhöht die Pendlerpauschale – den Steuerbonus, den Menschen mit Arbeitswegen von mehr als 20 Kilometern erhalten. Was erstmal plausibel klingt, hat einen entscheidenden Haken: Von einer höheren Pendlerpauschale profitieren nämlich nur diejenigen, die überhaupt Einkommensteuer bezahlen. Und besonders hoch ist die Ersparnis für jene, die mehr Steuern zahlen, weil sie mehr verdienen. Unter dem Strich heißt das: Gerade reiche Vielfahrer*innen entlastet die GroKo besonders.[17]Dabei ließe sich leicht verhindern, dass ein CO2-Preis soziale Ungleichheit erhöht. Die Schweiz gibt ihre Einnahmen aus dem CO2-Preis an jede*n Eidgenoss*in in gleicher Höhe zurück. Sozial Benachteiligte haben dadurch zumeist mehr in der Tasche, wohingegen Reiche, die in der Regel deutlich mehr CO2 verursachen, überdurchschnittlich belastet werden. Entsprechend liegt der CO2-Preis in unserem Nachbarland bei derzeit 96 Schweizer Franken (ca. 88 Euro)[17] – und beginnt so zu wirken.
    Klar ist aber auch: Klimaschutz allein kann soziale Ungleichheiten nicht beseitigen. Damit der ökologische Umbau gelingt, braucht es auch einen sozialen Umbau: mit höheren Steuern für Reiche, guter Absicherung für Arbeitslose oder gut ausgebauter öffentlicher Infrastruktur. Wer Angst haben muss, auf dem Land abgehängt zu werden oder bei Arbeitslosigkeit in Armut abzurutschen, wird sich auf konsequenten Klimaschutz kaum einlassen können.
  • Ohne Erneuerbare funktioniert nichts
    Der Umstieg auf mehr Züge, Elektro-Mobilität und Wärmepumpen – all das benötigt Strom. Aber ein Fortschritt für den Klimaschutz wird nur daraus, wenn dieser Strom auch aus regenerativen und nicht aus fossilen Quellen stammt. Doch so erfolgreich der Ausbau der Erneuerbaren Energien bisher verlief – derzeit steckt er bei einem Anteil von um die 37 Prozent an der Stromerzeugung fest.[18] Der Grund: Der Ausbaudeckel der Photovoltaik, der Ausschreibungszwang bei neuen Windkraft-Projekten und völlig überzogene Abstandsregeln von neuen Windanlagen zur Wohnbebauung. Im ersten Halbjahr gingen bundesweit netto gerade einmal 35 neue Windräder ans Netz.[19]
    Das Klimapaket der Regierung beseitigt jetzt immerhin den unsinnigen Solar-Ausbaudeckel. Doch beim Wind macht es alles noch schlimmer: Bundeseinheitlich sollen jetzt 1.000 Meter Abstand von Windrädern zu Häusern gelten. Außer in Bayern: Dort lässt die CSU ihre noch schärfere Regelung gelten. Zwar können andere Bundesländer beim Abstand auch nach unten gehen, aber das Signal ist fatal. Deshalb befürchten die Analysten von Aurora Energy, dass die Regierung mit ihren Beschlüssen ihr Ziel krachend verfehlt, bis 2030 die Erneuerbaren auf 65 Prozent Anteil am Strommix auszubauen. Sie rechnen mit maximal 52 Prozent.[20]Was es braucht? Einen klaren Plan, wie der Ausbau der Windkraft wieder vorangebracht wird und zugleich Akzeptanz in den Regionen findet. Der Deckel beim Ausbau der Windenergie, der Ausschreibungszwang bei Wind Onshore und überzogene pauschale Abstandsregelungen von Windanlagen müssen hierfür aufgehoben und der Netzausbau beschleunigt werden.[12] Die Menschen vor Ort in Standort- und Anrainerkommunen müssen vom Ausbau zudem mehr profitieren.[21] Denn nur, wenn wir weit mehr als 65 Prozent Erneuerbare in 2030 erreichen, werden wir das 1,5 Grad-Ziel noch einhalten können.
  • Klimaschutz als Chance begreifen
    Klimaschutz fasst die GroKo leider nur mit spitzen Fingern an. Anscheinend hofft sie, mit vorgetäuschtem Handeln Teile der Bevölkerung zu beruhigen und gleichzeitig ja niemandem auf die Füße zu treten. Die Angst, frustrierte Wähler*innen an die AfD zu verlieren, ist groß. Und es stimmt ja auch: Klimaschutz lässt sich nicht so gestalten, dass alle Menschen begeistert zustimmen. Manche Unternehmen werden weniger verdienen – und wir alle müssen Verhaltensweisen ändern.Doch eines ist die Grundvoraussetzung für eine große, gesellschaftliche Transformation, die Ökologie und Soziales miteinander verbindet. Dass wir sie nicht so ängstlich, verdruckst und halbherzig angehen wie Union und SPD, sondern ihre enormen Chancen begreifen – und sie entsprechend auch kommunizieren. Sie kann zu einem gesellschaftlichen Aufbruch werden, der viele Menschen begeistert. Sie kann uns hinter einer Vision einer anderen Gesellschaft vereinen, sie kann Millionen gute Arbeitsplätze und eine moderne Infrastruktur schaffen. So entsteht für alle ein besseres Leben, und unser Land – wie zu Beginn der Energiewende – wird international zum Vorbild.

3. Was können wir jetzt ganz konkret tun?

Die GroKo abtreten lassen. Eine vorgezogene Bundestagswahl zur Klimawahl machen. Und dann mit ambitionierten Grünen an der Regierung und einer Klimabewegung auf den Straßen die sozial-ökologische Transformation durchsetzen – das klingt doch nach einem Plan. Doch machen wir uns nichts vor: Dafür muss einiges zusammenkommen und gelingen. Und wir müssen alle gemeinsam an den richtigen Stellen ansetzen. Wie wir das schaffen? Hier unsere Ideen:

  • Die SPD überall mit ihrem Versagen beim Klimaschutz konfrontieren
    Die SPD ist derzeit auf Tour. Besser gesagt: ihre Kandidatenpaare für den Vorsitz der Partei. An insgesamt 23 Orten treten sie bei Regionalkonferenzen auf – bevor ihre 440.000 Mitglieder entscheiden. Doch der letzte Auftritt der Kandidat*innen im badischen Ettlingen lief so ganz anders ab: 400 Campact-Unterstützer*innen und Fridays for Future-Schüler*innen warteten am Eingang der Veranstaltung. Sie trugen die Debatte genau zu dem, der das klägliche Klimapaket maßgeblich zu verantworten hat und noch kurz zuvor große Töne spuckte: Olaf Scholz.
    Bei vielen SPD-Mitgliedern traf der Protest auf großes Verständnis, einige schenkten Schüler*innen sogar ihre Eintrittskarten, damit sie ihre Kritik drinnen direkt an Scholz adressieren konnten. Was sie auch taten. Die Debatte um das Klimapaket – sie wurde zum bestimmenden Thema des Abends.Was wir daraus mitnehmen: Lasst uns hunderte Ettlingens im ganzen Land entstehen lassen! Die Idee: Bei weiteren Regionalkonferenzen der SPD und möglichst vielen Partei- und Abgeordneten-Büros tragen Campact-Unterstützer*innen die Debatte über das Klimapaket vor die Tür. Überall adressieren wir erst die Mitglieder der Partei. Sie entscheiden darüber, welches Kandidatenpaar die SPD künftig führt. Eines, das alles beim Alten lässt – wie Scholz und Klara Geywitz. Oder eines, das die SPD endlich aus der GroKo führt und den Weg zu Neuwahlen ebnet – wie Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken oder Karl Lauterbach und Nina Scheer. Direkt vor dem Parteitag fokussieren wir uns dann auf die Delegierten des Parteitags und fordern: Macht den Weg frei für echten Klimaschutz.
    Wenn überall im Land Tausende Bürger*innen ihre Enttäuschung über das Klimapaket den Sozialdemokrat*innen mitteilen und für Neuwahlen werben, wird das seine Wirkung nicht verfehlen. Vielen SPD-Anhänger*innen werden sie aus dem Herzen sprechen.
  • Der 29.11. wird zum nächsten großen Streiktag
    Noch stehen die Details nicht, aber schon jetzt ist klar. Am Freitag, den 29. November geht es wieder raus auf die Straße, zusammen mit den Schüler*innen, alle gemeinsam. Der Termin liegt richtig: Am 1. Dezember beginnt in Chile die Weltklimakonferenz, und alle Aufmerksamkeit der Medien wird auf dem Klimathema liegen. Und ein Wochenende später, am 7. und 8. Dezember, zieht die SPD auf ihrem Parteitag in Berlin Halbzeitbilanz über die GroKo. Neuwahlen oder weiter so? Das wird entschieden. Und wenn die Große Koalition bis dahin nicht ein ganz neues, echtes Klimapaket präsentiert hat, werden wir sagen: #Neuwahlen. Wieder mit Hunderttausenden. Überall im Land. Aber mit neuem Demokonzept. Wie das aussieht? Lassen Sie sich überraschen und seien Sie dabei!
  • Die Klimawahl steigt – in Hamburg
    Sie ist die erste und einzige Landtagswahl im neuen Jahr. Die Wahl in der Hansestadt an Elbe und Alster. Und wir wollen sie zur Klimawahl machen. Denn bisher scheuen SPD und CDU/CSU ambitionierten Klimaschutz auch aus der Angst, Stimmen an die AfD zu verlieren. Doch ihr Kalkül könnte bald ganz anders aussehen, wenn sie merken: Wir verlieren Stimmen nicht wegen zuviel Klimaschutz, sondern wegen zu wenig.Deswegen wollen wir alle Hanseaten auffordern: Wählt nicht die rechtsextremen Klimaleugner*innen von der AfD. Gebt nicht Eure Stimme den Klimaversager*innen von CDU und SPD. Macht Euer Kreuz bei Parteien, die für Klimaschutz eintreten. Wie wir die Hamburger*innen erreichen? Mit Hilfe der 70.192 Menschen, die Campact in Hamburg unterstützen. Und die wir dazu einladen, Hunderttausende Türhänger und Flugblätter zu verteilen, Großplakate zu finanzieren, an den Wahlkampfständen von CDU und SPD über Klima zu diskutieren – das volle Kampagnen-Programm. Für Unruhe im Willy-Brandt-Haus und im Konrad-Adenauer-Haus ist gesorgt – vielleicht schon durch diese Zeilen.

Sie sehen, wir haben uns einige Gedanken gemacht und überlegt, was wir jetzt alle gemeinsam tun können. Doch bevor wir loslegen, wollen wir wissen, was Sie über unsere Analyse denken und von unseren Plänen halten. Schauen Sie, was andere Campact-Unterstützer*innen bereits in den Kommentar-Bereich im Campact-Blog geschrieben haben – und diskutieren Sie mit!

Klicken Sie sich hier in die Debatte ein
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihr Christoph Bautz, Campact-Vorstand[1] „Klimaökonom Edenhofer: ‘Paket ist Dokument der Mutlosigkeit’“,  Handelsblatt, 21. September 2019
[2] „Berliner Klimapaket wird doppelt teuer – Heftige Kritik an CO2-Preispfad“,  Frankfurter Rundschau, 23. September 2019
[3] „So schnell ticket die CO2-Uhr“,  Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change
[4] Tweet von Olaf Scholz (@olafscholz), 21. September 2019, 11:35
[5] Tweet von Markus Söder (@Markus_Soeder), 20. September 2019, 14:05
[6] „Scholz erklärt Klimapolitik zur Koalitionsfrage“,  Spiegel Online, 2. September 2019
[7] „Die GroKo und die Angst vor jungen Wählern“,  ZDF, 3. März 2019
[8] „ARD-DeutschlandTREND September 2017 II“,  tagesschau.de, September 2017
[9] „Klimawandel ist für die meisten Deutschen das größte Problem“,  Zeit Online, 19. August 2019
[10] „Der Schein trägt“,  Zeit Online, 7. August 2019
[11] „Treibhausgas-Emissionen in der Europäischen Union“,  Umweltbundesamt, 6. September 2019
[12] „Regierungsbildung als neue Chance für den Klimaschutz“,  Klima-Allianz Deutschland, Oktober 2017
[13] „Verkehrswende für Deutschland“,  Greenpeace e.V., August 2017
[14] „Das steht im Klimaprogramm der Koalition“,  Zeit Online, 20. September 2019
[15] „CO2-Preis jenseits der Leerformel“,  Tagesspiegel Background, 30. Mai 2019
[16] Tweet von Brigitte Knopf (@brigitteknopf), 25. September 2019, 6:33
[17] „Lenkungsabgabe auf CO2“,  Eidgenössische Zollverwaltung
[18] „Erneuerbare Energien in Zahlen“,  Umweltbundesamt, 15. März 2019
[19] „Nur 35 Windräder mehr – in sechs Monaten“,  Spiegel Online, 25. Juli 2019
[20] „Mit Klimapaket nur 52 Prozent Erneuerbare bis 2030“,  Tagesspiegel Background Energie & Klima, 26. September 2019
[21] „Zehn Punkte für den Ausbau der Windenergie“,  BDEW, BWE u.a. , 3. September 2019
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Labyläum – das Labyrinth beim Herbst- und Weinfest Radebeul wird 20 Jahre!

27 Freitag Sept 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte

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Der Labyrinthgarten auf der Elbwiese in Radebeul-Alktötzschenbroda: ein Ort für Träume, Utopien, zum Innehalten und Genießen. Die Bilder entstanden letzten Herbst. Dieses Jahr ersteht aus einem Berg Paletten zusammengezimmert die einst aus Ruinen entstandene DDR, kann man labyrinthischen Erinnerungen nachgehen und entfaltet sich ein ganzes Paralleluniversum. Fotos: Lilli Vostry

LABYLÄUM, der Skulpturengarten, das Labyrinth wird 20 Jahre

Feuriges Finale – Auferstanden aus Ruinen und dann abgefackelt, Weinfest RadebeulLaby wie auch immer, Namenszauber im Jubiläumsjahr der Friedlichen Revolution. Heute abend (27.9., um 20 Uhr) eröffnet das Labyläum mit einer aus Paletten auferstehenden DDR seine Tore während des Herbst- und Weinfestes in Radebebeul-Altkötzschenbroda bis Sonntagabend. 

Wenn Zabka eine Ausstellung in Ostberlin inszenierte, dann wurden sie von Besuchern gestürmt. So auch gerade in der Zionskirche Berlin: An einem authentischen Ort der Friedlichen Revolution hat er mit Künstlern der damaligen Gegenkultur die sakrale Atmosphäre aufgemischt. Die Ausstellung Labystan ist eine atemberaubende Inszenierung, die unter die Haut geht. Was dem russischen Regisseur Ilya Khrzanowvsky mit seinem Mauerprojekt „DAU“, der Zustimmung der Berliner Senats und dubiosen Millionen-Sponsoren dann letztendlich doch nicht gelang, das ist Zabka und seinem Team mit einem Handstreich gelungen. Er stellte vor die Zionskirche einen Schlagbaum und ein Grenzhäuschen. Drinnen kann man sich selber einbürgern und sich ein eigenes Amt verpassen, an der Empore hängt ein riesiges Banner: „Liebe futsch, Revolution vorbei, Spaghetti kalt.“ und das bei freiem Eintritt!!!

Der zweite Teil der Ausstellungsreihe, Labytopia – Altäre der Revolution? in der Kreuzkirche Dresden fragt, ob man die deutsche Art der Heldenverehrung auf einem Altar stellen kann. Labytopia weckt Erinnerungen an Notstandskreativität der DDR, an die Macht der Phantasie, an die Träume und Visionen der Akteure von 89.

Der dritte Teil: Labyläum, das klingt nach Namenszauber. Es geht dabei um die labyrinthischen Erinnerungen an ein fernes Land DDR, um Erfahrungen und Verluste der Wiedervereinigung. In Radebeul errichtet Zabka an der Elbe seit 20 Jahren als Richard von Gigantikow mit einem Team von wilden Künstlern einen riesigen Skulpturengarten in der Dimension eines Fußballfeldes. Dieses Jahr zimmern die sächsischen Freigeister aus einem Berg von Paletten die aus Ruinen entstandene DDR zusammen und entfaltet ein ganzes Paralleluniversum. Besucher wandeln mit Fragebögen und Kerzen durch verschlungene Wege, Ideen blitzen auf, uralte Erinnerungen ziehen vorbei. Rahmen bildet das Weinfest von Radebeul und das Wandertheaterfestival mit dem Thema „JugendTräume“. Das Begängnis ist mit tausenden Besuchern an einem Wochenende das größte bildkünstlerische Ereignis in Sachsen und Brandenburg. Und als Höhepunkt wird dieses Gesamtkunstwerk dann am Sonntagabend in Flammen aufgehen. Dann gibt es keine Wende 2.0, denn vorbei ist vorbei, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Auf diese Bilder sind alle schon gespannt. Das feurige Finale, ganz großes Kino, wird am 29.9. um 20 Uhr mit Tausenden jubelnder Zuschauer hautnah zu erleben sein.

Text: Richard von Gigantikow

Ausstellungen

Labystan – 30 Jahre Friedliche Revolution bis 9. November in der Zionskirche Berlin
Labytopia – Altäre der Revolution? bis 24.10 in der Kreuzkirche Dresden
Labyläum – 27. – 29. September in Kötzschenbroda
LabyLaby – ab 30.10. im Lügenmuseum

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Lilli Vostry

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Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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TOP-BEITRÄGE & SEITEN

  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
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  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

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  • Atelierbesuch bei der Malerin und Grafikerin Anita Rempe in Gauernitz bei Meißen
  • Heusers Büchertheke - Lesung aus Juli Zehs Roman "Unterleuten"
  • Vorlesetag virtuell: Das Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" in 13 Sprachen unter dem Motto "Europa und die Welt"
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  • Wunderkammer-Festival WuKaMenta auf der Prager Straße
  • Premiere "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch im Kleinen Haus
  • Premiere "Das Ding - die Friedrichstadt-Revue" im Dresdner Friedrichstatt Palast

Aktuelle Beiträge

  • Neue Katzen-Lyrik: Im Lichtzimmer
  • Neue Lyrik: Kerzenflamme & Alles aus Liebe
  • Neue Lyrik: Kindheitswege. Zwischen Gestern & Heute
  • Neue Gedichte vom Meer in HerbstFarben
  • Opera en miniature: „Abu Hassan“ – Musiktheater mit Puppen im Schloss Lauenstein
  • Letzte Gelegenheit in die fantastische Welt im Lügenmuseum Radebeul einzutauchen
  • „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ – Vielleicht bringt die 25. Vorstellung Glück!
  • Klangwanderung & Konzert mit Agnes Ponizil & Anne Kathrin Wagler an zwei Klavieren beim Musiksommer Bärenstein
  • Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung
  • Wunderreiche Welt & unbequeme Wahrheiten: dem Lügenmuseum Radebeul droht die Räumung

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