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meinwortgarten.com

~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Kategorien-Archiv: Theater

Ich war einmal: Ein großes Spiel mit Dresdnern und ihren Geschichten im Kleinen Haus

10 Dienstag Mai 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Die jüngste Produktion der Bürgerbühne im Kleinen Haus des Staatsschauspiel Dresden ist eine ganz besondere.  Ein bewegender und bewegungsreicher Abend treppauf, treppab quer durch Zeit- und Lebensräume voll berührender Lebensgeschichten zum Staunen, Lachen, Weinen, Nachdenken von jung und alt einander erzählt ist unter Regie von Lissa Lehmenkühler zu erleben. Vielleicht etwas viel auf einmal – drei Stunden lang – von unterschiedlicher Erzählkraft und Intensität, aber jeder Zuschauer kann ja spontan entscheiden, wie viele Geschichten-Runden  er drehen und wie sehr er sich auf dieses besondere Erzähltheater einlassen möchte.

Ausführliche Rezension folgt.

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Premiere Volpone: Nicht Liebe, sondern Geld macht blind!

08 Sonntag Mai 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Die Komödie Volpone oder Der Fuchs von Ben Jonson/Stefan Zweig eröffnete die neue Spielzeit in der St. Pauli Theaterruine.

Totgesagte leben länger. So ergeht es auch „Volpone oder der Fuchs“. Die Komödie von Ben Jonson, ein Zeitgenosse und Rivale Shakespeares, hatte frei bearbeitet von Stefan Zweig am Freitagabend Premiere und eröffnete zugleich die neue Spielsaison in der St. Pauli  Theaterruine am Königsbrücker Platz im Hechtviertel.

Er hasst Mitleid, doch er liebt den Applaus. Noch mehr versteht es der reiche venezianische Geizkragen Volpone (grandios: Olaf Nilsson) andere hereinzulegen, um noch mehr zu ergattern und zu glänzen. Listreich spielt er den Todkranken, sobald die habgierigen Nachbarn und Erbschleicher bei ihm auftauchen, zitternd und röchelnd auf edlen Polstern auf dem Rollenbett liegend und die geschenkten Goldstücke rasseln wie Herzschläge an seinem Ohr. Volpone hält die um seine Gunst Buhlenden zum Narren, verspottet und verachtet sie – ehrliche Schufte wären ihm lieber! – zugleich für ihre Geldgier und Heuchelei und bringt sie erbarmungslos gegeneinander auf. Seine drei gewitzt-gerissenen Diener (Carola Pohlan, Jens Döring und Jan Dietl), genannt die Schmeißfliegen, mit spitz pastoralen Hüten helfen ihm überall schmarotzend bei seinen immer neuen, hinterhältig-boshaften Streichen.

Auf die Bühne kam ein raffiniertes Possenspiel voller Witz, Lug und Trug und unschöner Wahrheiten über Geld und wohin es den Menschen treibt, turbulent und nah am Publikum inszeniert unter Regie von Jörg Berger und in farbenfrohen Kostümen im Stil der Commedia dell`arte (Ausstattung: Veronika Knigge und Linn Seifert). Manchmal etwas übertrieben gespielt und mit einigen drögen juristischen Textpassagen, umschmeicheln und streiten die Nachbarn erbittert komisch, um im Testament Volpones als alleiniger Erbe zu stehen. Darunter Frau Geier, die eitel-geldlüsterne Notarin (Angela Huth). Der rasend eifersüchtige Kaufmann (Karl Weber) führt seine junge schöne und arglose Frau (Susanne Hilpert) gar selbst Volpone zu, der danach vor Lebenslust strotzt, und bezichtigt sein Täubchen hinterher der Untreue.

Ein alter Wucherer (Matthias Starke) enterbt seinen  weniger cleveren Sohn (Lutz Koch) zugunsten Volpones. Absurdkomischer Höhepunkt der doppelzüngigen Maskerade ist die Gerichtsszene, bei der jeder Opfer und Täter ist. Am Ende drehen Volpones Diener den Spieß um und ist er selbst der Narr und Betrogene. Fazit: Nicht Liebe, sondern Geld macht blind! Viel Beifall.

Nächste Vorstellungen: 18.6., 20 Uhr und 19.6., 17 Uhr.

Kartenvorverkauf und Information:

Theaterbüro, Hechtstraße 32, 01097 Dresden

Tel.: (0351) 272 14 44

http://www.pauliruine.de

Inszenierungs-Fotos: Astrid Rabe

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„Terror“ im Schauspielhaus

04 Mittwoch Mai 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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22932_terror1ama391-2 Anklägerin Nelson (Christine Hoppe)

Leben auf der Waagschale

Darf der Staat Dutzende töten, um Zehntausende zu retten?

Um die Abwägung von Leben gegen Leben im Anti-Terror-Kampf dreht sich „Terror“ von Ferdinand von Schirach im Schauspielhaus Dresden. Dieses außergewöhnliche Gerichts-Theaterstück zwingt den Zuschauer nicht nur zur moralischen Reflexion, sondern zur persönlichen Entscheidung: Darf Terrorabwehr auch Leben nehmen oder nicht? Kurz vor Ende des Verhandlungstheaters dürfen und müssen die Besucher per Hammelsprung und Mehrheitsentscheidung abbestimmen, wie das Stück endet…

Gerichtsprozess im Theater

Aufgebaut hat von Schirach sein dialektisches-didaktisches Stück als Gerichtsverhandlung: Angeklagt ist Major Lars Koch (Jonas Friedrich Leonhardi), der als Eurofighter-Pilot einen entführten Airbus mit 164 Passagieren an Bord abgeschossen hat – um den Sturzflug auf ein Stadion mit 70.000 Menschen darinnen zu verhindern. Und: Koch schoss gegen den ausdrücklichen Befehl der Verteidigungsministerin und seines Vorgesetzten Christian Lauterbach (Tom Quaas).

Das kleinere Übel?

Das war eine vernünftige Güterabwägung, die Wahl des kleineren Übels, meint Kochs Verteidiger Biegler (Ben Daniel Jöhnk): Die Menschen im Flugzeug wären wenige Minuten später beim Aufschlag des Airbus‘ in die Münchner Arena in jedem Fall gestorben – durch den Abschuss aber habe Major Koch Zehntausende gerettet.

Spielt das Militär mit falschen Karten?

Aber: Stimmt das wirklich?, fragt Anklägerin Nelson (Christine Hoppe). Hat das Militär nicht vielmehr zu sehr auf ein gewaltsames Ende der Entführung gesetzt und deshalb gar nicht erst versucht, das Stadion zu räumen? Und selbst wenn: Hatte der Eurofighter-Pilot überhaupt das Recht, Gott zu spielen und das Leben der 164 gegen das der 60.000 aufzuwiegen?

Leider leidet die Inszenierung an einem Ungleichgewicht: Allzu sehr schubst das Stück den Zuschauer dahin, Koch zu verurteilen, allzu schwach lässt von Schirach den Verteidiger Biegler im Vergleich zur Staatsanwältin argumentieren und agieren. Zudem legt er Koch und Biegler Argumente wie „Es ist eben Krieg“ in den Mund, die beim (vor allem ostdeutschen) Zuschauer automatische Abwehrreflexe mit Blick auf den umstrittenen US-Antiterrorkampf auslösen. Damit zerstört er das Gleichgewicht der Argumentation, programmiert die Entscheidung des Publikums.

Urteil per Hammelsprung

Nach den Plädoyers schickte der Vorsitzende Richter (Burghart Klaußner) die Theaterbesucher in die Pause, forderte sie auf, nach ihrer Rückkehr ihr Urteil zu fällen: Wer Koch als Mörder verurteilt sehen will, geht durch die Tür mit der Aufschrift „Schuldig“, andernfalls durch die „Nicht schuldig“-Tür – und die Einlass-Damen zählen bei diesem als „Hammelsprung“ bekannten Verfahren mit. Der Kiepenheuer-Verlag dokumentiert übrigens die Abstimmungsergebnisse aller Aufführungen deutschlandweit hier im Internet….

Der letztlich doch etwas verhaltene Beifall mag einerseits durch das angesprochene Ungleichgewicht der Argumente erklärbar sein, aber auch auf die grundsätzliche Schwäche, die das Grundkonstrukt einer möglichst authentischen Gerichtsverhandlung im Theatersaal mit sich bringt: Das sehr formale Procedere lässt eben nur wenig Spielraum für schauspielerische Glanzlichter – „Terror“ ist mehr Verstandes- als emotionales Theater.

Autor: Heiko Weckbrodt/oiger.de

-> „Terror“ im Staatsschauspiel Dresden, Theaterstraße 2, nächste Vorstellungen: 6., 11. und 17. Mai 2016

Regie Burghart Klaußner
Bühne Bernhard Siegl
Kostüm Marion Münch
Licht Jürgen Borsdorf
Dramaturgie Beret Evensen

Bildunterschriften:

Pilot Lars Koch (Jonas Friedrich Leonhardi, Mitte) räumt den Abschuss ein, argumentiert aber: Ich musste diesen Airbus vom Himmel holen, um Zehntausende zu retten. Und sein Verteidiger Biegler (Ben Daniel Jöhnk) sagt: Ja, manchmal können wir nicht anders und müssen das kleinere Übel wählen.
Foto: David Baltzer, Staatsschauspiel Dresden

Anklägerin Nelson (Christine Hoppe) vertritt als Staatsanwältin die Rechtsposition des Verfassungsgerichtes. Und das hat entschieden: Der Staat darf auch im Anti-Terror-Kampf nicht Leben gegen Leben abwägen, spricht: Der Staat darf zivile Flugzeuge, die Terroristen in ihre Gewalt gebracht haben, nicht abschießen lassen. Foto: David Baltzer, Staatsschauspiel Dresden

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Amphitryon an den Landesbühnen Sachsen

04 Mittwoch Mai 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Humorvolles Spiel um Schein und Sein

 

Frau Nacht schiebt einen kugelrunden Mondkinderwagen am Sternenhimmel entlang. Sie ist, gespielt von Anke Teickner, die Komplizin des Gottes Jupiter, der in Gestalt des Feldherrn Amphitryon eine Liebesnacht mit dessen Frau Alkmene verbringt.
Was ist Wahrheit und was bleibt vom Ich, wenn ein Anderer den eigenen Platz einnimmt? Dem geht die Komödie „Amphitryon“ von Molière nach, die an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul Premiere hatte.   Zu erleben ist eine Verwechslungskomödie voll doppelbödigem Witz, Leichtigkeit und Tiefsinn über Schein und Sein, Liebe, Betrug, Wahrheit und Selbsttäuschung unter der Regie von Peter Kube. Eine Tür und ein Bett markieren Besitz und Begehrlichkeiten, wer gerade drinnen oder draußen steht, wie sich alles ins Gegenteil verkehrt und nichts mehr selbstverständlich ist.

Der kraftprotzende Feldherr Amphitryon (Sascha Gluth) kommt nach siegreicher Schlacht nicht in sein eigenes Haus und sucht erbittert das Geheimnis um seinen Doppelgänger (galant-gerissen: Matthias Henkel) zu lüften, der seine ahnungslose Frau Alkmene verführte (gefühlsstark: Julia Vincze). Er will nicht als ihr Gatte, sondern als Geliebter gesehen werden, der in Leidenschaft zu ihr entbrennt und verwirrt sie damit vollends. Denn beide sind ihr stets eins gewesen. Nun erlebt sie diese Trennung leibhaftig. Als sie ihm von letzter Nacht vorschwärmt und er sich an nichts erinnern kann und alles bestreitet, zieht sie sich verletzt und wütend zurück, zweifelt an seiner Liebe. Bald wissen beide nicht mehr, was Traum und Wirklichkeit ist. Amphitryon stürmt los, um seine Mannesehre zu rächen.

Er brennt darauf, das Geheimnis zu enthüllen und fürchtet es gleichzeitig noch mehr als den Tod. Als betrachte er sein eigenes Spiegelbild, steht er dem anderen Amphitryon gegenüber, streiten sie mit Schwert und Fäusten, wer der Echte ist. Aus den Fugen gerät auch das Verhältnis zwischen Herr und Knecht, als Merkur (Michael Berndt-Cananà) die Gestalt des Dieners annimmt. Er tritt als windiger, großmäuliger Grobian auf, der seine Rolle eisern durchzieht.

Doch Diener Sosias (gewitzt: Grian Duesberg), der zuerst im Publikum sitzt und per Handy-Anruf auf die Bühne gerufen wird, durchschaut bald das doppelte Spiel und verteidigt wacker sein Ich, auch wenn er Schläge einsteckt. Und auch seine Frau Cleanthis (temperamentvoll: Sophie Lüpfert) ist sauer auf ihn, weil er sie beschimpft und vernachlässigt und er fühlt sich zu Unrecht beschuldigt, war es doch der Andere, der ihm Gesicht und Namen stahl.
Jupiter und sein Diener Merkur flüchten als es ihnen zu brenzlig wird in den Himmel. Während Sosias wütend und erleichtert den Vorhang zuzieht. Letztlich bleibt doch nur, sich selbst zu vertrauen.
Herzlicher Beifall.

Gedanken zum Stück aus dem Programmheft:

„Alles entgleitet sich selbst, alles macht sich über seine eigene Wahrheit lustig, alles schlägt sich auf die Seite der Verführung. Diese Besessenheit, die Wahrheit zu enthüllen, zur nackten Wahrheit vorzustoßen, die durch alle unsere interpretierenden Diskurse geistert, die obszöne Besessenheit, das Geheimnis zu lüften, steht in genauer Entsprechung zur Unmöglichkeit, jemals dorthin vorzustoßen.“ Jean Baudrillard

Nächste Vorstellungen: 20.5., 19.30 und 10.6., 20 Uhr

 

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St. Pauli Ruine: Sommer der Träume

02 Montag Mai 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Bühne frei für Komödien, Konzerte und Musiktheater voller Witz und Leidenschaft in dem urigen alten Kirchgemäuer am Königsbrücker Platz im Hechtviertel.

Geizhälse werden lustvoll entlarvt und Faust rockt in der neuen Spielzeit in der St. Pauli Theaterruine. Unter dem Motto „Der Sommer der Träume“ lockt ab Anfang Mai wieder romantisches und komisch-hintergründiges Sommertheater voller Träumereien, Visionen, Sehnsüchte und Wünsche.
Insgesamt sieben Inszenierungen, darunter zwei Premieren kommen auf die Bühne in dem urigen alten Backsteingemäuer am Königsbrücker Platz im Hechtviertel.

„Es wird wieder eine Mischung aus Bewährtem und Experimentellem zu sehen sein“, sagt Jörg Berger, Regisseur und Vereinsvorsitzender der Theaterruine. Nach dem Ausbau vor drei Jahren mit wetterfestem Glasdach hat sich auch die Akustik verändert, was sprechtechnisch nicht immer leicht ist für die Spieler, da sie im gesamten Gemäuer interagieren und ohne technische Unterstützung auskommen müssen. „Wir sind immer noch in der Kennenlernphase des Raums, was hier sein Zuhause finden will“, so Berger. Für Musiktheater und Konzerte von Bands wie Chören sei er vom Klang gut geeignet. Entsprechend viele finden sich im Spielplan bis Mitte Oktober.

Eröffnet wird die Saison am 6. Mai um 20 Uhr mit der Premiere von „Volpone oder Der Fuchs“, einer Komödie von Ben Jonson, einem Zeitgenossen und Rivalen Shakespeares in einer Bearbeitung von Stefan Zweig. In diesem turbulenten und fabulierfreudigen Stück, so Berger, führt der reiche Kaufmann Volpone mit Hilfe seiner gerissenen Diener die habgierigen Erbschleicher an der Nase herum. Kostüme und Ausstattung sind angelehnt an die Commedia dell`arte und auch etwas skulptural. Als nächstes hat „Faust rockt!“, ein  Schauspiel mit Rockmusik von Manfred Tauchen frei nach Goethes Klassiker „Faust I“ am 4. Juni um 20 Uhr Premiere in der Theaterruine. Erzählt wird über den  alternden Faust, der in Auerbachs Keller sitzt, trinkt und von ewiger Jugend, Frauen und seinem Durchbruch als Dichter träumt. Während Mephisto, genannt „Bubi“ gern ein böser Teufel wäre, was jedoch nicht so einfach ist, da er mit einem zu freundlichen Naturell gesegnet ist. „Dabei gibt es eine Umkehrung aller Figuren in dieser Inszenierung und sie endet auch nicht als Tragödie“, verrät Berger.

Da wird es auf der Bühne eng mit rund 20 Spielern und Chorsängern. Und noch fehlt es an Ausstattung und Bühnenbild für „Faust rockt!“ Doch Berger ist zuversichtlich, dass sich dafür noch eine Lösung findet.

Rund zehn neue Darsteller verstärken seit diesem Jahr das Theaterruinen-Ensemble. Da ist viel Neugier und Lust am Spiel dabei. Anders ginge es auch gar nicht. Denn die Spieler binden sich für drei Jahre an die Theatertruppe. Mit Proben, Aufführungen und nicht selten auch Einlassdienst abends erfordert das auch viel Freizeit. „Es ist auch eine Tankstelle. Man steckt viel Energie hinein, aber bekommt auch viel mit und jede Aufführung entschädigt für alle Mühen durch den Spaß den man zusammen hat“, sagt Karl Weber, ein „Urgestein“ der Theaterruine. Er steht natürlich auch bei den beiden Premieren auf der Bühne, in „Faust rockt“ gibt er den Herrgott im Kampf zwischen Gut und Böse.

Die Spieler werden tatkräftig unterstützt von den Helfern des Vereins mit rund 100 Mitgliedern. Sie kümmern sich um alles selbst vom Bühnenaufbau, Umbau über Schminken bis zu Techniktransporten. Seit dieser Saison hat das Theaterensemble endlich eine Stelle für technische Betreuung.

Immerhin 153 Veranstaltungen mit Vermietung, darunter 99 Theateraufführungen und 28 Gastspiele und Konzerte mit insgesamt rund 10 000 Besuchern fanden letztes Jahr in fünfeinhalb Monaten in der Theaterruine statt. Ein enormer Kraftaufwand für die ehrenamtliche Theatertruppe. Dieses Jahr ist es etwas weniger mit 75 Theateraufführungen. Auch weil der Bedarf in der Sommerzeit nicht so groß ist und die Zuschauernachfrage an Veranstaltungen dann im Herbst wieder wächst.

Bei den vielen Konzert-Gastspielen ist für jeden Geschmack etwas dabei:  Paul Hoorn und Freunde spielen ihr Liederprogramm „Weit von hier – hier vor meiner Tür“ am 22. Mai. Das Musiker-Duo „Café del Mundo“ aus Köln kommt am 30. Juni und die Serkowitzer Volksoper ist vom 11. bis 13. Juli mit ihrem Musiktheater-Stück „Entführung auf dem Jahrmarkt“ zu Gast.

Tickets für die Veranstaltungen in der Theaterruine kosten 15/erm. 10 Euro an der Abendkasse und im Vorverkauf 14/9 Euro. Do ist Theatertag mit ermäßigtem Eintritt.

Theaterbüro: Tel. (0351) 272 14 44, Fax: (0351) 272 14 66
mail: st-pauli@gmx.de

Inszenierungs-Foto: Volpone oder Der Fuchs

Weitere Informationen zum Programm: http://www.theaterruine.de

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Theaterfest in der St. Pauli Ruine

21 Donnerstag Apr 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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THEATERFEST »Sommer der Träume«

am Freitag, 22.4.2016 ab 20.00 Uhr
in der St. Pauli Ruine, Königsbrücker Platz, 01097 Dresden

Wir laden Sie herzlich zu unserem Theaterfest, das wie unsere kommende Saison unter dem Motto »Sommer der Träume« steht. Träumereien, Visionen, Sehnsüchte und Wünsche… um die sich immer wieder die Handlungen in unseren Theaterstücken drehen.

Beim Theaterfest können Sie einen ersten Blick auf unsere kommenden Premieren erhaschen:
Dass Träume auch Schäume sein können, erfährt Volpone, ein reicher Venezianer. Er und seine gerissenen Diener führen in »VOLPONE oder DER FUCHS« die habgierigen Erbschleicher an der Nase herum.
Der alternde Faust in »FAUST rockt!« verbringt seine Tage in Auerbachs Keller und träumt von ewiger Jugend, Frauen und Inspiration. Er sehnt sich nach seinem Durchbruch als erfolgreicher Dichter …

Beim Theaterfest erleben Sie Kostproben aus kommenden Konzerten und Theateraufführungen. Wir freuen uns auf Gäste wie die Wild Roses Crew, die Guitarreros, Andreas Zöllner, auf Musiker von St Geore, Musicals von Frank Wildhorn, und Tänze aus der Welt der Fantasie und der Träume.

Genießen Sie einen traumhaften Abend mit anregenden Gesprächen unter der luftigen Kuppel der St. Pauli Ruine. Wir freuen uns auf Sie!

Text: Jörg Berger und das Ensemble des TheaterRuine St. Pauli e.V.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zun Jahresprogramm der St. Pauli Ruine stehen unter www.pauliruine.de und auf www.facebook/pauliruine.
Eintrittskarten für das Theaterfest am 22.4.2016 gibt es Vorverkauf für 10,- € (Abendkasse 12,- €) über www.pauliruine.de und an den Dresdner Vorverkaufskassen.  büro t: 0351 27 21 444

 

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Der Mondmann verzaubert im Puppentheater

18 Montag Apr 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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BlütenMond 290Der Mondmann verzaubert im Puppentheater

Eine fantastische Geschichte für kleine und große Zuschauer einmal zum Mond und zurück zur Erde lockt mit viel Poesie und Humor seit vergangenem Sonnabend im Puppentheater im Dresdner Rundkino. Das Stück „Der Mondmann“ nach dem Kinderbuch von Tomi Ungerer ist die letzte Premiere des Theater Junge Generation an diesem Spielort vor dem Umzug ins derzeit entstehende Kulturkraftwerk Mitte.
Im Silberschein des Mondes sitzt ein kleines Wesen mit Leuchtkopf und hellem Körper und schaut aus dem dunklen Bühnenhimmel auf die Erde, wo immer etwas los ist. Der Mondmann fühlt sich einsam in seinem stillen Nichts und packt kurzerhand einen Kometen am Schweif, um den fremden Planeten zu erkunden. Mit einem roten Ballon und Federschweif saust er durch die Luft und wirbelt mit seiner Landung in einem Wald erst mal alles durcheinander. Der Mondmann ist jetzt viel größer als in der Ferne am Himmel und sofort strömen Menschen in Scharen herbei, die das fremde Wesen neugierig, fasziniert von seinem Glanz und misstrauisch zugleich anstarren und rätseln, woher es kommt und was es hier will. Stammt der Krater nach dem Aufprall auf der Erde von einem Raketeneinschlag? Ist es ein Marsmensch, womöglich giftig oder mit einer ansteckenden Krankheit, will er sie vernichten oder jemanden entführen?

Dabei sehen die Menschen für den Mondmann nicht weniger sonderbar aus, hat er ebenso Scheu und Angst vor ihnen. Nach der Stille im Weltraum begegnet ihm eine Fülle Geräusche, ist auch für ihn alles fremd und neu. Da wechseln leise und lustige, traurige und komische Momente, erscheinen vertraute Alltagsdinge witzig-verfremdet und treten auf wie menschliche Figuren in dieser wunderbaren Inszenierung für Kinder ab vier Jahre in der Regie von Nils Zapfe. Kleine und große Zuschauer lauschten vergnügt und gebannt der berührenden, einfallsreich in Szene gesetzten Geschichte (Bühne, Kostüme und Objekte: Ramona Rauchbach). Zwischen Weltall und Erde agieren, erzählen und spielen verschiedene Rollen als Schaulustige, Polizist, Gefängniswärter und kommunizierfreudig-hilfsbereiter Wissenschaftler mit Schreibmaschinenkopf und weißem Kittel ausgestattet drei Spieler: Hanif Idris, Schauspieler am TJG und die Puppenspieler Christoph Levermann und Uwe Steinbach mit Puppen, Objekten und Musik mal in alltagsgrauen Sachen und mal in bunten Fantasiekostümen beim Maskenball fröhlich tanzend mit dem Mondmann in dieser Geschichte über den Umgang mit Fremdem. Da springt eine Kehrbürste fröhlich mit ihm umher, sorgen sich eine Ballerina, ein Mann mit Waschbrettbauch, ein Zottelkopf, der kaum etwas sieht und ein ängstlich zitternder Wasserkessel bis der Mondmann ihm beruhigend eine Hand auflegt. Die Polizei verhaftet ihn, da er ohne Ausweis ist und sie nichts mit ihm anzufangen weiß. Doch der Mondmann entkommt und springt durch ein offenes Fenster in die Wohnung eines Wissenschaftlers, der das fremde Wesen eifrig befragt in Zeichensprache und seine freundliche Berührung löst eine freudige Reaktion aus. Ein paar Worte kann der Mondmann inzwischen. Mit Luft und Wasser habe er keine Probleme, nur mit den Menschen. Ins Weltall will er aber trotz allem nicht zurück. Mit der Rakete fliegt nur eine Kugellampe, die im Mond leuchtet.

Der Mondmann lebt unbekannt sein Licht bringend auf der Erde weiter. Und vielleicht begegnet ihr ihm, vielleicht im Wald, im Wasser als Mondfisch oder  als Straßenlaterne getarnt, gibt einer der Puppenspieler den Zuschauern mit auf den Weg. Gerade ist wieder der Vollmond am Nachthimmel zu sehen und es scheint als blinzle er wissend ein wenig heller als sonst.
Begeisterter Beifall vom Publikum für eine zauberhafte Vorstellung zum Schmunzeln, Träumen und Nachdenken.

Nächste Vorstellung: 21.4., 10 Uhr

Sommertheater im Puppentheater im Sonnenhäusl Großer Garten:

Eröffnet wird es mit dem Stück „Alarm im Kasperletheater“ nach dem bekannten  Kinderbuch- und Trickfilmklassiker von Nils Werner in einer Fassung von Lorenz  Seib. Zu erleben ist ein rasant-komisches Abenteuer mit den altbekannten Helden des Handpuppentheaters. Die Premiere ist am 28. Mai, um 15 Uhr.

Außerdem lockt dort eine lustig-abenteuerliche Geschichte, „Die drei Räuber“ von Tomi Ungerer und Hayo Freitag nach dem Buch und Film, in dem sich das Mädchen Tiffany schlau und erfindungsreich gegen die drei Räuber wehrt. Das Stück wird ab 9.6., 10 Uhr gespielt.

Ab Dezember 2016 ist dann das Kraftwerk Mitte die neue Heimat des TJG-Puppentheaters.

Der Autor Tomi Ungerer sagte über diese Geschichte (Zitat von 2013):

„Der Mondmann in meiner Geschichte ist ein Immigrant! Und so, wie der Mondmann empfangen wird, empfangen wir die Immigranten: He`s not one of us – er ist keiner von uns! Aber: Wir sind alle gleich und wir sind alle unterschiedlich. Und es ist der Unterschied, der uns die Identität gibt. Ich möchte, dass Kinder wahrnehmen, in welcher Welt sie leben. Und man muss sie fragen: Wie würdest du reagieren, wenn du dem Mondmann begegnen würdest? Was würdest du ihm sagen? Würedest Du ihn mitnehmen zu dir nach Hause zum Abendessen?
Man vergisst immer, Kindern Fragen zu stellen. Man muss ihnen zuhören und sie ernst nehmen.“

VollmondFoto (lv)

InszenierungsFoto: Dorit Günter

 

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Das Schiff der Träume

25 Freitag Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Mit Grazie am Abgrund entlang

In eine Welt zwischen Traum und Katastrophe entführt „Das Schiff der Träume“ nach dem Film von Federico Fellini im Schauspielhaus Dresden. Reichlich überdreht, wunderbar poetisch und zugleich erschreckend real, geistert frei nach Fellinis Kinoklassiker von 1983 eine illustre Schiffsgesellschaft zwischen Glanz und Untergang umher in dieser Inszenierung unter Regie von Jan Gehler. Dies war zugleich die letzte große Premiere unter der Intendanz von Wilfried Schulz am Staatsschauspiel Dresden, der ab der neuen Spielzeit an das Theater in Düsseldorf geht.

Traumwandlerisch betreten die Figuren, begleitet vom Knattern einer Filmvorführmaschine, die Bühne. Eine Gruppe feiner Bohème-Reisende, vornehmlich Opernsänger, versammelt sich am Vorabend des Ersten Weltkrieges an Bord eines Luxusdampfers, um der verstorbenen, größten Operndiva aller Zeiten ihren letzten Wunsch einer Seebestattung zu erfüllen. Inmitten der extravaganten Schiffsreisenden steht die schwarze Urne der Diva. Sie reden mit ihr als lebe sie noch und feiern auf dieser Trauerfeier doch vor allem sich selbst. Voll Leidenschaft, Neid, Eifersucht und Grazie am Abgrund entlang, wandeln sie vollmondberauscht auf dem Ober- oder tauchen ab zu heimlichen Rendez-vous ins Unterdeck. Der Schiffssalon mit dem roten Vorhang wird zur Bühne für die schrill-komischen Auftritte der feinen Gesellschaft. Da schwebt aus der Schiffskombüse plötzlich ein uriges Nashorn am Bühnenhimmel fort aus dieser aufgeblasenen Kunstwelt. Da konkurrieren mit herrlich schrägen Gesangsduellen und Opernarien die Sopranistin Cuffari (als dunkle Drama-Queen: André Kaczmarczyk) und die erfolgsbesessene Mezzosopranistin Saltini (Anna-Katharina Muck). Es fehlen auch nicht berühmte Filmszenen wie das Glasflaschenkonzert und die köstliche Hypnose eines Huhns als Beweis ihrer Gesangskunst. Das Federvieh spielt grandios Kilian Land, der ebenso als Stummfilmkomiker Ricotin in Charlie-Chaplin-Manier mit Schirm und Möwenschwingen erheitert.

Yolanda Schwertfeger verdreht als flatterhafte Frau des eitlen Generalintendanten (Thomas Eisen) den Passagieren den Kopf einschließlich dem hinreißend Klavier spielenden Kapitän (Musiker Sven Kaiser) bis zum grellen Einbruch der Wirklichkeit, als er eine Gruppe in Seenot geratene serbische Flüchtlinge, allesamt Kinder, an Bord aufnimmt. Zuerst entrüstet, sitzen die feinen Reisenden kurz darauf einen Moment innig mit ihnen beisammen zu Spieluhrklängen wie in einem schönen Traum. Herzlicher Beifall vom Publikum. Lilli Vostry

Nächste Termine: 30.4., 3.5., 19.30 Uhr im Schauspielhaus

Foto: Matthias Horn

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Theater Junge Generation zieht ins neue Kulturkraftwerk Mitte

13 Sonntag Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Das Theater Junge Generation eröffnet die erste Spielzeit im neuen Haus mit einem Premierenwochenende Mitte Dezember und arbeitet im »Generator«

Es ist soweit: »Licht aus« (UA) lautet der Titel der letzten Premiere im alten Haus auf der Meißner Landstraße am 29. April. Das Theater Junge Generation, das zweitälteste Kinder- und Jugendtheater Deutschlands, verlässt nach 67 Jahren das alte Haus und Nachkriegsprovisorium im Dresdner Westen und bezieht seine neuen Spielstätten im Kraftwerk Mitte im Herzen der Stadt – ein in vielerlei Hinsicht deutschlandweit einzigartiges und besonderes Ereignis.
Parallel zum beginnenden Umzug bietet das  Theater Junge Generation ab dem 20. Mai seinem Publikum einen besonders umfangreichen
Sommertheaterspielplan mit »Robin Hood« (von Ulrich Zaum, Regie: Ronny Jakubaschk) im Zoo Dresden, der Puppentheater-Premiere »Alarm im
Kasperletheater« (von Nils Werner, Regie: Lorenz Seib) und weiteren Inszenierungen im Sonnenhäusel im Großen Garten sowie mit der Premiere »Hans
im Glück« (von Peter Ensikat nach den Brüdern Grimm, Regie: Marc Wortel) als Tour durch acht Dresdner Freibäder. Ferner wird das Theater im Herbst im
Rahmen der entsprechenden Einschränkungen unter anderem mit mobilen Inszenierungen und theaterpädagogischen Angeboten in Kitas und Schulen
unterwegs sein.
Für die erste Spielzeit im Kraftwerk Mitte sind elf Premieren geplant, davon fünf Uraufführungen sowie zwei Deutsche Erstaufführungen. Eröffnet wird das
neue Theater Junge Generation mit den Premieren »Ein Märchen« (DEA, von Blexbolex, Regie: Nils Zapfe, Premiere: 17.12.2016), »The Season« –
Das Familien-Musical (DEA, von Socalled, Regie: Moritz Sostmann, Premiere: 17.12.2016) und »Rübe« (UA, von Ulrich Hub, Regie: Ulrich Hub, Premiere:
18.12.2016).
Mit Inszenierungen der Stücke »Schlamm oder die Katastrophe von Heath Cliff« (UA, von Louis Sacher, Regie: Ronny Jakubaschk), »Der Junge mit
dem Koffer« (von Mike Kenny, Regie: Nis Søgaard), »Auerhaus« (von Bov Bjerg) und »Deportation Cast« (von Björn Bicker, Regie: Kalma Streun) setzt
sich das TJG mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen und Fragen auseinander. Wichtig ist dem Theater dabei vor allem, dem jungen Publikum
Möglichkeiten zu schaffen, am Diskurs teilhaben und eine eigene Haltung in einer immer komplexer werdenden Welt entwickeln zu können.
Ein, wenn nicht der zentrale Ort der neuen Spielzeit soll der GENERATOR werden, ein Kunstraum zum Experimentieren, in dem die Energie des alten Kraftwerks
die gegenwärtigen Ideen des neuen Theaters befeuern soll. Der GENERATOR als Übertragung der historischen Schaltwarte versteht sich einerseits als
begehbare Installation der TJG-Bühnen- und Kostümbildnerin Grit Dora von Zeschau in Zusammenarbeit mit den Videokünstler Franz Ehrenberg und dem
Klangkünstler Christoph Herrmann. Andererseits wird der GENERATOR unter anderem Schauplatz dreier Uraufführungen werden – Inszenierungen von Ariel
Doron, Ioannis Mandafounis und Joe Parkes, Zielgruppe: ab 16 Jahre. Ferner ist unter dem Titel »I came in like a wrecking ball« ein inszeniertes Partyformat
der freien Gruppe Henrike Iglesias geplant sowie eine Reihe, in der Schau- und PuppenspielerInnen ihre eigenen Konzepte auf der Bühne unter dem Titel
»Tage der Freiheit« umsetzen – die künstlerische Gesamtleitung liegt bei Nils Zapfe, der für die Spielzeit 2016/17 Hausregisseur am TJG ist.

Das Theater Junge Generation befragt und bewegt sich. Dabei möchte es den hohen Ansprüchen, die es, wie auch sein Publikum, an sich stellt,
weiterhin gerecht werden: als zentraler Ort kultureller Bildung, ästhetischer Vielfalt und gesellschaftlichen Diskurses. Es wird an neuer Stelle dezidiert
Räume, Arbeitsweisen und Konzepte öffnen und gleichzeitig ein in der Stadt und weit darüber hinaus möglichst intensiv vernetzter Ort sein, an dem sich
Kinder und Jugendliche wirklich gemeint fühlen. Besonderheiten des Hauses wie das große Puppentheaterensemble, die auf Partizipation zielende
Theaterakademie sowie die anspruchsvollen und fein abgestimmten Angebote für Familien sollen fortgeführt und weiterentwickelt werden.

Text: TJG, Foto: Dorit Günter, „Hans im Glück“, Sommertheater

 

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Verbrennungen

09 Mittwoch Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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8.März 2016

Spannende Reise zu den Wurzeln
von Liebe und Gewalt

Kann man einen Menschen lieben, den man gar nicht kennt? Als ihre Mutter nach langer Zeit des Schweigens stirbt, erfüllen ihre erwachsenen Kinder, die Zwillinge Jeanne und Simon, widerwillig ihren letzten Willen und gehen auf Spurensuche  nach ihrem tot geglaubten Vater und Bruder, um ihnen einen Brief von ihr zu überbringen. Von ihrer Reise in ein ihnen völlig fremdes Land und vom Geheimnis ihrer Mutter, die ihnen immer näher rückt, während sie nach und nach die schmerzliche Wahrheit ihres Lebens erfahren, erzählt das Stück „Verbrennungen“ des im Libanon geborenen, frankokanadischen Autors Wajdi Mouawad. Die Premiere war letzten Freitag abend auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

In dieser ebenso fesselnden wie ergreifenden Inszenierung in poetisch-bilderreicher Sprache (Regie: Esther Undisz) begleiten die Zuschauer die Schauspieler in ein bürgerkriegserschüttertes Land mit gewaltvollen Traditionen, Rache und dem Versuch sich daraus zu befreien. Im Wechsel von Zuhören, Zeitung lesen, Kommen und Gehen erinnern, erzählen und spielen drei Männer und drei Frauen ihre Sicht auf die Ereignisse. Videobilder weißer zerstörter Häuser, ein brennender vollbesetzter Bus und das blassblaue Bühnenpodest mit weißen Vorhängen, die umhüllen, verbergen, schützen oder ummauern, werden dabei zur Spiel- und Reibungsfläche für Liebende und Verstoßene, Fliehende und Verfolger, Opfer und Täter. Die Schauspielerinnen Cordula Hanns, Julia Vincze und Sophie Lüpfert verkörpern abwechselnd stumm, wütend, zärtlich und kraftvoll die Mutter- und Tochterrollen und der Großmutter, die von einer zur nächsten Generation weitergegebene Fessel des Gehorsams und persönlicher Unfreiheit.

Das Mädchen Nawal möchte ihr aus Liebe, aber unehelich entstandenes Kind behalten, doch es wird ihr nach der Geburt entrissen, sie sucht es überall, wird erschrecken was aus ihm geworden ist. Nur die rote Clownsnase in der Hand des Popsongs singenden Heckenschützen erinnert noch an die Unbeschwertheit, die sie und den Vater ihres Kindes einst verband. Nawal wird aber auch als Erste im Dorf den Namen ihrer Großmutter auf deren Grabstein schreiben wie versprochen. „Ein Wort und alles wird hell und der Stein durchsichtig“, sagt ihre Freundin Sawda fasziniert. Die beiden jungen Frauen lernen die Kraft von Sprache und Bildung kennen, die nur Unterdrücker fürchten und sie lernen sich zu wehren. Sie werden gefoltert und singen noch im Gefängnis weiter ihre Lieder der Sehnsucht und Hoffnung. Am Ende ihrer Reise stehen die Zwillinge an diesem einstigen Ort des Leidens ihrer Mutter und erfahren wer sie sind. Während Jeanne alles wissen will, weigert sich ihr Bruder Simon (Michael Bernd-Cananá) vehement. Sie befragt Freunde und Zeitzeugen ihrer Mutter, die mal sanft (in mehreren Rollen freundlich-weise: Michael Heuser) oder brutal dem Wahnsinn nahe agieren (zu überdreht: Holger Uwe Thews). Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll, denn bei allem Ernst der Geschichte gibt es auch heitere Momente. Das eindrucksvolle Spiel begleiten einfühlsam zwei arabische Musiker an der Gitarre, die im Dunkeln leuchten. Herzlicher Beifall vom Publikum.

Nächste Vorstellungen: 10.3. und 2.4., 20 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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