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meinwortgarten.com

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Kategorien-Archiv: Theater

Der Mondmann verzaubert im Puppentheater

18 Montag Apr 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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BlütenMond 290Der Mondmann verzaubert im Puppentheater

Eine fantastische Geschichte für kleine und große Zuschauer einmal zum Mond und zurück zur Erde lockt mit viel Poesie und Humor seit vergangenem Sonnabend im Puppentheater im Dresdner Rundkino. Das Stück „Der Mondmann“ nach dem Kinderbuch von Tomi Ungerer ist die letzte Premiere des Theater Junge Generation an diesem Spielort vor dem Umzug ins derzeit entstehende Kulturkraftwerk Mitte.
Im Silberschein des Mondes sitzt ein kleines Wesen mit Leuchtkopf und hellem Körper und schaut aus dem dunklen Bühnenhimmel auf die Erde, wo immer etwas los ist. Der Mondmann fühlt sich einsam in seinem stillen Nichts und packt kurzerhand einen Kometen am Schweif, um den fremden Planeten zu erkunden. Mit einem roten Ballon und Federschweif saust er durch die Luft und wirbelt mit seiner Landung in einem Wald erst mal alles durcheinander. Der Mondmann ist jetzt viel größer als in der Ferne am Himmel und sofort strömen Menschen in Scharen herbei, die das fremde Wesen neugierig, fasziniert von seinem Glanz und misstrauisch zugleich anstarren und rätseln, woher es kommt und was es hier will. Stammt der Krater nach dem Aufprall auf der Erde von einem Raketeneinschlag? Ist es ein Marsmensch, womöglich giftig oder mit einer ansteckenden Krankheit, will er sie vernichten oder jemanden entführen?

Dabei sehen die Menschen für den Mondmann nicht weniger sonderbar aus, hat er ebenso Scheu und Angst vor ihnen. Nach der Stille im Weltraum begegnet ihm eine Fülle Geräusche, ist auch für ihn alles fremd und neu. Da wechseln leise und lustige, traurige und komische Momente, erscheinen vertraute Alltagsdinge witzig-verfremdet und treten auf wie menschliche Figuren in dieser wunderbaren Inszenierung für Kinder ab vier Jahre in der Regie von Nils Zapfe. Kleine und große Zuschauer lauschten vergnügt und gebannt der berührenden, einfallsreich in Szene gesetzten Geschichte (Bühne, Kostüme und Objekte: Ramona Rauchbach). Zwischen Weltall und Erde agieren, erzählen und spielen verschiedene Rollen als Schaulustige, Polizist, Gefängniswärter und kommunizierfreudig-hilfsbereiter Wissenschaftler mit Schreibmaschinenkopf und weißem Kittel ausgestattet drei Spieler: Hanif Idris, Schauspieler am TJG und die Puppenspieler Christoph Levermann und Uwe Steinbach mit Puppen, Objekten und Musik mal in alltagsgrauen Sachen und mal in bunten Fantasiekostümen beim Maskenball fröhlich tanzend mit dem Mondmann in dieser Geschichte über den Umgang mit Fremdem. Da springt eine Kehrbürste fröhlich mit ihm umher, sorgen sich eine Ballerina, ein Mann mit Waschbrettbauch, ein Zottelkopf, der kaum etwas sieht und ein ängstlich zitternder Wasserkessel bis der Mondmann ihm beruhigend eine Hand auflegt. Die Polizei verhaftet ihn, da er ohne Ausweis ist und sie nichts mit ihm anzufangen weiß. Doch der Mondmann entkommt und springt durch ein offenes Fenster in die Wohnung eines Wissenschaftlers, der das fremde Wesen eifrig befragt in Zeichensprache und seine freundliche Berührung löst eine freudige Reaktion aus. Ein paar Worte kann der Mondmann inzwischen. Mit Luft und Wasser habe er keine Probleme, nur mit den Menschen. Ins Weltall will er aber trotz allem nicht zurück. Mit der Rakete fliegt nur eine Kugellampe, die im Mond leuchtet.

Der Mondmann lebt unbekannt sein Licht bringend auf der Erde weiter. Und vielleicht begegnet ihr ihm, vielleicht im Wald, im Wasser als Mondfisch oder  als Straßenlaterne getarnt, gibt einer der Puppenspieler den Zuschauern mit auf den Weg. Gerade ist wieder der Vollmond am Nachthimmel zu sehen und es scheint als blinzle er wissend ein wenig heller als sonst.
Begeisterter Beifall vom Publikum für eine zauberhafte Vorstellung zum Schmunzeln, Träumen und Nachdenken.

Nächste Vorstellung: 21.4., 10 Uhr

Sommertheater im Puppentheater im Sonnenhäusl Großer Garten:

Eröffnet wird es mit dem Stück „Alarm im Kasperletheater“ nach dem bekannten  Kinderbuch- und Trickfilmklassiker von Nils Werner in einer Fassung von Lorenz  Seib. Zu erleben ist ein rasant-komisches Abenteuer mit den altbekannten Helden des Handpuppentheaters. Die Premiere ist am 28. Mai, um 15 Uhr.

Außerdem lockt dort eine lustig-abenteuerliche Geschichte, „Die drei Räuber“ von Tomi Ungerer und Hayo Freitag nach dem Buch und Film, in dem sich das Mädchen Tiffany schlau und erfindungsreich gegen die drei Räuber wehrt. Das Stück wird ab 9.6., 10 Uhr gespielt.

Ab Dezember 2016 ist dann das Kraftwerk Mitte die neue Heimat des TJG-Puppentheaters.

Der Autor Tomi Ungerer sagte über diese Geschichte (Zitat von 2013):

„Der Mondmann in meiner Geschichte ist ein Immigrant! Und so, wie der Mondmann empfangen wird, empfangen wir die Immigranten: He`s not one of us – er ist keiner von uns! Aber: Wir sind alle gleich und wir sind alle unterschiedlich. Und es ist der Unterschied, der uns die Identität gibt. Ich möchte, dass Kinder wahrnehmen, in welcher Welt sie leben. Und man muss sie fragen: Wie würdest du reagieren, wenn du dem Mondmann begegnen würdest? Was würdest du ihm sagen? Würedest Du ihn mitnehmen zu dir nach Hause zum Abendessen?
Man vergisst immer, Kindern Fragen zu stellen. Man muss ihnen zuhören und sie ernst nehmen.“

VollmondFoto (lv)

InszenierungsFoto: Dorit Günter

 

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Das Schiff der Träume

25 Freitag Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Mit Grazie am Abgrund entlang

In eine Welt zwischen Traum und Katastrophe entführt „Das Schiff der Träume“ nach dem Film von Federico Fellini im Schauspielhaus Dresden. Reichlich überdreht, wunderbar poetisch und zugleich erschreckend real, geistert frei nach Fellinis Kinoklassiker von 1983 eine illustre Schiffsgesellschaft zwischen Glanz und Untergang umher in dieser Inszenierung unter Regie von Jan Gehler. Dies war zugleich die letzte große Premiere unter der Intendanz von Wilfried Schulz am Staatsschauspiel Dresden, der ab der neuen Spielzeit an das Theater in Düsseldorf geht.

Traumwandlerisch betreten die Figuren, begleitet vom Knattern einer Filmvorführmaschine, die Bühne. Eine Gruppe feiner Bohème-Reisende, vornehmlich Opernsänger, versammelt sich am Vorabend des Ersten Weltkrieges an Bord eines Luxusdampfers, um der verstorbenen, größten Operndiva aller Zeiten ihren letzten Wunsch einer Seebestattung zu erfüllen. Inmitten der extravaganten Schiffsreisenden steht die schwarze Urne der Diva. Sie reden mit ihr als lebe sie noch und feiern auf dieser Trauerfeier doch vor allem sich selbst. Voll Leidenschaft, Neid, Eifersucht und Grazie am Abgrund entlang, wandeln sie vollmondberauscht auf dem Ober- oder tauchen ab zu heimlichen Rendez-vous ins Unterdeck. Der Schiffssalon mit dem roten Vorhang wird zur Bühne für die schrill-komischen Auftritte der feinen Gesellschaft. Da schwebt aus der Schiffskombüse plötzlich ein uriges Nashorn am Bühnenhimmel fort aus dieser aufgeblasenen Kunstwelt. Da konkurrieren mit herrlich schrägen Gesangsduellen und Opernarien die Sopranistin Cuffari (als dunkle Drama-Queen: André Kaczmarczyk) und die erfolgsbesessene Mezzosopranistin Saltini (Anna-Katharina Muck). Es fehlen auch nicht berühmte Filmszenen wie das Glasflaschenkonzert und die köstliche Hypnose eines Huhns als Beweis ihrer Gesangskunst. Das Federvieh spielt grandios Kilian Land, der ebenso als Stummfilmkomiker Ricotin in Charlie-Chaplin-Manier mit Schirm und Möwenschwingen erheitert.

Yolanda Schwertfeger verdreht als flatterhafte Frau des eitlen Generalintendanten (Thomas Eisen) den Passagieren den Kopf einschließlich dem hinreißend Klavier spielenden Kapitän (Musiker Sven Kaiser) bis zum grellen Einbruch der Wirklichkeit, als er eine Gruppe in Seenot geratene serbische Flüchtlinge, allesamt Kinder, an Bord aufnimmt. Zuerst entrüstet, sitzen die feinen Reisenden kurz darauf einen Moment innig mit ihnen beisammen zu Spieluhrklängen wie in einem schönen Traum. Herzlicher Beifall vom Publikum. Lilli Vostry

Nächste Termine: 30.4., 3.5., 19.30 Uhr im Schauspielhaus

Foto: Matthias Horn

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Theater Junge Generation zieht ins neue Kulturkraftwerk Mitte

13 Sonntag Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Das Theater Junge Generation eröffnet die erste Spielzeit im neuen Haus mit einem Premierenwochenende Mitte Dezember und arbeitet im »Generator«

Es ist soweit: »Licht aus« (UA) lautet der Titel der letzten Premiere im alten Haus auf der Meißner Landstraße am 29. April. Das Theater Junge Generation, das zweitälteste Kinder- und Jugendtheater Deutschlands, verlässt nach 67 Jahren das alte Haus und Nachkriegsprovisorium im Dresdner Westen und bezieht seine neuen Spielstätten im Kraftwerk Mitte im Herzen der Stadt – ein in vielerlei Hinsicht deutschlandweit einzigartiges und besonderes Ereignis.
Parallel zum beginnenden Umzug bietet das  Theater Junge Generation ab dem 20. Mai seinem Publikum einen besonders umfangreichen
Sommertheaterspielplan mit »Robin Hood« (von Ulrich Zaum, Regie: Ronny Jakubaschk) im Zoo Dresden, der Puppentheater-Premiere »Alarm im
Kasperletheater« (von Nils Werner, Regie: Lorenz Seib) und weiteren Inszenierungen im Sonnenhäusel im Großen Garten sowie mit der Premiere »Hans
im Glück« (von Peter Ensikat nach den Brüdern Grimm, Regie: Marc Wortel) als Tour durch acht Dresdner Freibäder. Ferner wird das Theater im Herbst im
Rahmen der entsprechenden Einschränkungen unter anderem mit mobilen Inszenierungen und theaterpädagogischen Angeboten in Kitas und Schulen
unterwegs sein.
Für die erste Spielzeit im Kraftwerk Mitte sind elf Premieren geplant, davon fünf Uraufführungen sowie zwei Deutsche Erstaufführungen. Eröffnet wird das
neue Theater Junge Generation mit den Premieren »Ein Märchen« (DEA, von Blexbolex, Regie: Nils Zapfe, Premiere: 17.12.2016), »The Season« –
Das Familien-Musical (DEA, von Socalled, Regie: Moritz Sostmann, Premiere: 17.12.2016) und »Rübe« (UA, von Ulrich Hub, Regie: Ulrich Hub, Premiere:
18.12.2016).
Mit Inszenierungen der Stücke »Schlamm oder die Katastrophe von Heath Cliff« (UA, von Louis Sacher, Regie: Ronny Jakubaschk), »Der Junge mit
dem Koffer« (von Mike Kenny, Regie: Nis Søgaard), »Auerhaus« (von Bov Bjerg) und »Deportation Cast« (von Björn Bicker, Regie: Kalma Streun) setzt
sich das TJG mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen und Fragen auseinander. Wichtig ist dem Theater dabei vor allem, dem jungen Publikum
Möglichkeiten zu schaffen, am Diskurs teilhaben und eine eigene Haltung in einer immer komplexer werdenden Welt entwickeln zu können.
Ein, wenn nicht der zentrale Ort der neuen Spielzeit soll der GENERATOR werden, ein Kunstraum zum Experimentieren, in dem die Energie des alten Kraftwerks
die gegenwärtigen Ideen des neuen Theaters befeuern soll. Der GENERATOR als Übertragung der historischen Schaltwarte versteht sich einerseits als
begehbare Installation der TJG-Bühnen- und Kostümbildnerin Grit Dora von Zeschau in Zusammenarbeit mit den Videokünstler Franz Ehrenberg und dem
Klangkünstler Christoph Herrmann. Andererseits wird der GENERATOR unter anderem Schauplatz dreier Uraufführungen werden – Inszenierungen von Ariel
Doron, Ioannis Mandafounis und Joe Parkes, Zielgruppe: ab 16 Jahre. Ferner ist unter dem Titel »I came in like a wrecking ball« ein inszeniertes Partyformat
der freien Gruppe Henrike Iglesias geplant sowie eine Reihe, in der Schau- und PuppenspielerInnen ihre eigenen Konzepte auf der Bühne unter dem Titel
»Tage der Freiheit« umsetzen – die künstlerische Gesamtleitung liegt bei Nils Zapfe, der für die Spielzeit 2016/17 Hausregisseur am TJG ist.

Das Theater Junge Generation befragt und bewegt sich. Dabei möchte es den hohen Ansprüchen, die es, wie auch sein Publikum, an sich stellt,
weiterhin gerecht werden: als zentraler Ort kultureller Bildung, ästhetischer Vielfalt und gesellschaftlichen Diskurses. Es wird an neuer Stelle dezidiert
Räume, Arbeitsweisen und Konzepte öffnen und gleichzeitig ein in der Stadt und weit darüber hinaus möglichst intensiv vernetzter Ort sein, an dem sich
Kinder und Jugendliche wirklich gemeint fühlen. Besonderheiten des Hauses wie das große Puppentheaterensemble, die auf Partizipation zielende
Theaterakademie sowie die anspruchsvollen und fein abgestimmten Angebote für Familien sollen fortgeführt und weiterentwickelt werden.

Text: TJG, Foto: Dorit Günter, „Hans im Glück“, Sommertheater

 

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Verbrennungen

09 Mittwoch Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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8.März 2016

Spannende Reise zu den Wurzeln
von Liebe und Gewalt

Kann man einen Menschen lieben, den man gar nicht kennt? Als ihre Mutter nach langer Zeit des Schweigens stirbt, erfüllen ihre erwachsenen Kinder, die Zwillinge Jeanne und Simon, widerwillig ihren letzten Willen und gehen auf Spurensuche  nach ihrem tot geglaubten Vater und Bruder, um ihnen einen Brief von ihr zu überbringen. Von ihrer Reise in ein ihnen völlig fremdes Land und vom Geheimnis ihrer Mutter, die ihnen immer näher rückt, während sie nach und nach die schmerzliche Wahrheit ihres Lebens erfahren, erzählt das Stück „Verbrennungen“ des im Libanon geborenen, frankokanadischen Autors Wajdi Mouawad. Die Premiere war letzten Freitag abend auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

In dieser ebenso fesselnden wie ergreifenden Inszenierung in poetisch-bilderreicher Sprache (Regie: Esther Undisz) begleiten die Zuschauer die Schauspieler in ein bürgerkriegserschüttertes Land mit gewaltvollen Traditionen, Rache und dem Versuch sich daraus zu befreien. Im Wechsel von Zuhören, Zeitung lesen, Kommen und Gehen erinnern, erzählen und spielen drei Männer und drei Frauen ihre Sicht auf die Ereignisse. Videobilder weißer zerstörter Häuser, ein brennender vollbesetzter Bus und das blassblaue Bühnenpodest mit weißen Vorhängen, die umhüllen, verbergen, schützen oder ummauern, werden dabei zur Spiel- und Reibungsfläche für Liebende und Verstoßene, Fliehende und Verfolger, Opfer und Täter. Die Schauspielerinnen Cordula Hanns, Julia Vincze und Sophie Lüpfert verkörpern abwechselnd stumm, wütend, zärtlich und kraftvoll die Mutter- und Tochterrollen und der Großmutter, die von einer zur nächsten Generation weitergegebene Fessel des Gehorsams und persönlicher Unfreiheit.

Das Mädchen Nawal möchte ihr aus Liebe, aber unehelich entstandenes Kind behalten, doch es wird ihr nach der Geburt entrissen, sie sucht es überall, wird erschrecken was aus ihm geworden ist. Nur die rote Clownsnase in der Hand des Popsongs singenden Heckenschützen erinnert noch an die Unbeschwertheit, die sie und den Vater ihres Kindes einst verband. Nawal wird aber auch als Erste im Dorf den Namen ihrer Großmutter auf deren Grabstein schreiben wie versprochen. „Ein Wort und alles wird hell und der Stein durchsichtig“, sagt ihre Freundin Sawda fasziniert. Die beiden jungen Frauen lernen die Kraft von Sprache und Bildung kennen, die nur Unterdrücker fürchten und sie lernen sich zu wehren. Sie werden gefoltert und singen noch im Gefängnis weiter ihre Lieder der Sehnsucht und Hoffnung. Am Ende ihrer Reise stehen die Zwillinge an diesem einstigen Ort des Leidens ihrer Mutter und erfahren wer sie sind. Während Jeanne alles wissen will, weigert sich ihr Bruder Simon (Michael Bernd-Cananá) vehement. Sie befragt Freunde und Zeitzeugen ihrer Mutter, die mal sanft (in mehreren Rollen freundlich-weise: Michael Heuser) oder brutal dem Wahnsinn nahe agieren (zu überdreht: Holger Uwe Thews). Manchmal weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll, denn bei allem Ernst der Geschichte gibt es auch heitere Momente. Das eindrucksvolle Spiel begleiten einfühlsam zwei arabische Musiker an der Gitarre, die im Dunkeln leuchten. Herzlicher Beifall vom Publikum.

Nächste Vorstellungen: 10.3. und 2.4., 20 Uhr

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Carte Blanche

01 Dienstag Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Travestie-Show mit Elke Winter

Text folgt…

 

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„Unterwerfung“ im Kleinen Haus

01 Dienstag Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Rettung des Abendlandes vor sich selbst durch den Islam

In weißen Buchstaben stehen die zwei wichtigsten Werte der  westlichen Welt: Liberté und Egalité in Schieflage als sinnleere Begriffe auf der Bühne. Ein drittes, Fraternité steht buchstabenweise auf dem Boden, wird hin und her geschoben und als Liege u.a. benutzt. Dort sitzt allein und gerade verlassen von seiner jungen Geliebten Miriam der Literaturwissenschaftler und Décadence-Forscher Francois und schaut fern. Wenn er nicht gerade mehr oder weniger gelangweilt und lustlos eine Vorlesung an der Pariser Universität hält.

Allein die Studentinnen halten den Mittvierziger noch auf Trab, hinter denen aber auch sein jüngerer, attraktiver Kollege Steve her ist. Sie reden vor allem über Literatur, Sex und Religion sachlich bis abfällig und routiniert. Erst die Nachricht vom Wahlsieg des islamischen Präsidentschaftskandidaten Mohamed Ben Abbes, worauf es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen kommt, schreckt Francois auf und sein ganzes bisheriges Leben steht plötzlich in Frage.

Spannend und hochaktuell ist die nach Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ (2015 erschienen) – eine politische Fiktion über ein islamisches Frankreich im Jahr 2022 – entstandene Inszenierung in der Regie von Malte C. Lachmann im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Das Erscheinen fiel auf denselben Tag wie der terroristische Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Paris. Es entbrannte eine bis heute andauernde Kontroverse zu dem beschriebenen Inszenario.

Das Stück, für die Bühne eingerichtet von Janine Ortiz, hält sich nah an die Buchvorlage. Es erzählt eine Farce über einen Literaturwissenschaftler, stellvertretend für den modernen Menschen, der an nichts mehr wirklich glaubt. Der Widerspruch von materiellem Wohlstand und geistiger Armut, zunehmend verloren gehenden ideellen Werten und innerer Leere spitzt sich im Stückverlauf grotesk zu – bis zur friedlich-harmonischen Machtübernahme einer islamischen Regierung. Diese investiert  vor allem in – freilich islamisch geprägte – Bildung und Erziehung und Kinderzuwachs für die Zukunft, zahlt Haushaltsgeld für Familien etc. und hat großen Erfolg damit.

Die Inszenierung ist nicht vordergründig ironisch, sondern die Ideale und Wirklichkeit der westlichen Welt entlarven sich selbst anhand einer elitär abgehobenen, dekadenten und von der Welt und sich selbst angewiderten geistigen Elite, die ihr Wissen nur noch abspulen, unverständlich, selbstgefällig und nichts (mehr) zu sagen haben. Der Ton ist sachlich nüchtern anfangs, erschreckend real anhand von eingespielten TV-Nachrichten und Smartphone-Videobildern auf einer Leinwand wird die Situation in Frankreich geschildert, wo der rechtsextreme Front Nationale um Marie Le Pent und die Islamische Bruderschaft sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen in der Präsidentschaftswahl liefern. Dazwischen gibt es nichts mehr an politischen Strömungen. Man sieht die Massenproteste der politisch Unzufriedenen mit Spruchbändern „Wir sind das Volk! Das ist unsere Heimat…“ und wie die Polizei mit Knüppeln und Tränengas dagegen vorgeht. Der Literaturwissenschaftler verfolgt die Nachrichten fassungslos, seine Geliebte flieht mit ihren jüdischen besorgten Eltern nach Israel und bleibt dort, lernt jemand anders kennen. Er sehnt sich nach häuslicher Geborgenheit und Umsorgtsein einer Frau und liest wehmütig alte Liebesschmöker zu sentimentalen Popsongs. Das ist komisch und traurig zugleich. Neben der Angst vor dem Fremden bzw. Überfremdung wird der moderne Mensch sich selbst immer mehr fremd, allein oder zu zweit   nebeneinander her leben als miteinander.

Das ist alles ist mit trocken lakonischem Humor bis schwarzhumorig sarkastisch erzählt und gespielt von vier Schauspielern. Christian Erdmann spielt den selbstmitleidigen und pragmatisch-machohaften Literaturwissenschaftler, der an sich selbst (ver)zweifelt. Lea Ruckpaul energiegeladen mehrere Frauenrollen, neben Miriam auch die von den islamischen Machthabern entlassene Unipräsidentin, Lorenz Nufer wandlungsfreudig neben dem jung aufstrebenden Dozenten einen alten kauzigen Literaturwissenschaftler und einen Mönch und Ben Daniel Jöhnk den zum Islam bekehrten dienstbeflissenen neuen Unipräsidenten Rediger. Der neue islamische Präsident Ben Abbes habe erkannt, dass die Wahl nicht auf dem Feld der Wirtschaft, sondern der Werte entschieden wird, sagt Rediger, Francois` intellektueller Gegenspieler und Präsident der neuen muslimischen Universität. Seine Frau entwickelt einen ungeahnten Elan in der Küche, schwenkt Töpfe und Pfannen und erklärt die einzelnen Gänge, eingelegte Lammkeule mit Bratkartoffeln wie eine wissenschaftliche Höchstleistung. Über dem Uni-Eingang hängt nun eine Goldene Sichel mit Stern und die Sekretärinnen sind verschleiert wie die islamischen Studentinnen. Sonst hat sich nichts verändert. Sein junger Kollege, ein mittelmäßiger Hochschullehrer bekommt ein stattliches Gehalt von 10 000 Euro im  Monat, ist inzwischen mit einer Studentin verheiratet und will sich nächsten Monat eine zweite Ehefrau nehmen. Francois ist fassungslos als erfährt, dass er seinen Job an der Uni nur deswegen verlor, da man ihn nicht erreichen konnte.

Der neue Unipräsident räumt die Begriffe Liberté und Egalité zur Seite und versucht Francois an die Uni zurückzuholen, umwirbt ihn bei einem Abendessen und hält eine flammende Rede auf den Islam. Das Wort bedeute  völlige Hingabe und Unterwerfung an den Schöpfer und seine als vollkommene betrachtete menschliche Schöpfung, die die Welt akzeptiert wie sie ist. Und er stellt ihm seine neuen Frauen vor. Seine Gespielin  Malika ist gerade 15 und kichert verlegen, da Francois sie unverhofft unverschleiert sieht. Die andere kocht und schmeißt den Haushalt und serviert ihnen köstliche warme Teigtaschen. Da kann Francois schwer widerstehen. Geld, Frauen und schönes Essen sowie eine Rückkehr an die Uni locken ihn und er denkt nach über ein zweites Leben im Islam.

Zum Schluss lässt ihn Houllebecq in der Möglichkeitsform „würde“ erzählen, von dem Ritual mit dem er zum Islam konvertieren könnte und dann wäre er Muslim… Lässt es also offen, ob es wirklich so kommt, geschickt gelöst. Damit sind mehrere Optionen möglich, es kann auch eine groteske Vision sein und der Leser bzw. Zuschauer hat die Deutungsfreiheit. Das ist angenehm, denn das Stück zeigt drastisch wie es ist, wenn man keine Wahl mehr hat bzw. nicht für sich entscheiden kann oder will mangels eigener Perspektive. Dann nimmt man nur noch was kommt und sei es der Islam. Weil einem selbst nichts Besseres einfällt.

Bei der Premiere hab es viel und herzlichen Beifall und Füßetrampeln vom Publikum, anfangs wurde oft gelacht, danach wurde es immer ruhiger bis zur sarkastisch zugespitzten Lobrede auf den Islam und seiner quasi „Rettung der westlichen Welt und des Abendlandes“ vor sich selbst.

Foto: Matthias Horn

Nächste Vorstellungen: 23.5. und 18.6., 20 Uhr

 

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Ganz großes Kino

01 Dienstag Mär 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Batman trifft Marilyn in der Comödie

Actionheld Batman gibt den coolen Verführer vor dem schüchternen Zauberlehrling Harry Potter und einer lässigen Blondine an der Bar. Marilyn Monroe putzt die Gläser. Ein paar finstere Typen beginnen eine Massenschlägerei zum Westernhit „Spiel mir das Lied vom Tod“. Kurz darauf biegen die Blues Brothers um die Ecke. Das Publikum erlebt „Ganz großes Kino“ voller Power, Humor und Leidenschaft auf einer rasanten Reise durch legendäre Filmklassiker. Die besten Filme aller Zeiten in zwei Stunden kommen in dieser Comedy-Revue von und mit Christian Kühn in Kurzfassung samt heißer Soundtracks mit der Band „The Firebirds“ auf die Bühne der Comödie Dresden.

Der Anlass ist ein trauriger: Das kleine Kino “Gloria“ steht vor der Schließung, da nach der Eröffnung eines Multiplex-Kastens um die Ecke die Besucher ausbleiben. In einer Abschieds-Show sollen noch einmal die Film-Höhepunkte der vergangenen Jahrzehnte gezeigt werden. Da der Verleih der Streifen scheitert, bleibt nur eins: Selber spielen! Der arbeitslose einzige Stammkunde Danilo (Christian Kühn) und die  flippig und mit flottem Mundwerk ausgestattete Viola (Dorothea Kriegl) vom Nagelstudio nebenan treiben sich gegenseitig in schnellem Perücken- und Kostümwechsel zu immer neuen Höhenflügen an in diesem Rollen-Marathon mit romantischen, kuriosen bis verrückt-komisch parodierten Filmszenen. Angefangen bei der mit allem Krafteinsatz bewältigten Hebe-Szene aus „Dirty Dancing“, mit Kühn als hart gesottenem Tanzlehrer, der seine Partnerin völlig verwirrt über die Hotelszene aus „Pretty Woman“, wo er als kurvige Quasselstrippe dem armen Richard Gere zeigt wo`s langgeht bis zur herrlich schrägen Mal-Szene an Bord der Titanic, wo Jack mit Hingabe mit Fettstiften seine gewichtige Rose in lasziven Posen solange zeichnet, bis sie von der Treppe fällt.

Witzig auch das Video mit der nächtlichen Stadtfahrt auf Kinderrollern zu den wilden Klängen aus Easy Rider. Nach etwas umständlich-zähem Beginn der Geschichte heizen vor allem die vier Musiker der Firebirds mit zündenden Klängen und auch mal groovendem A Cappella Gesang die Stimmung an, von Musik aus Starwars mit Sternengefunkel bis zu Musik aus dem König der Löwen. Da werden eingeblendete Filmzitate wild durcheinander gewirbelt und parodiert, erscheinen Figuren aus der bunten Disney-Zeichentrickfilmwelt lustig vermengt auf der Bühne: von Arielle der Meerjungfrau und Aladdin über die Eisprinzessin Elsa und Mary Poppins bis zum Dschungelbuch. Da muss eine Sackkarre herhalten für rasante Fahrten oder Liebesgeständnisse zwischen „Harry und Sally“ und ein BH als Gesichtsmaske für einen Bösewicht. Leider wurde zu viel hineingepackt an Filmschnipseln und Gags in die Inszenierung, so dass die Spielszenen zu kurz kommen bzw. im Klamauk der Sinn untergeht. Viel Beifall dennoch vom Publikum für einen unterhaltsamen und vor allem musikalisch mitreißenden Kinoabend im Theater mit Happy End.

Weitere Termine: 2. – 5.3., 19.30 Uhr, 6. + 13. + 20. 3., 15 Uhr, 8. – 12.3., 19.30 Uhr, 15. – 19.3., 19.30 Uhr.

Foto: Robert Jentzsch

 

 

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Der Raub der Sabinerinnen

25 Donnerstag Feb 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Turbulentes Theater im Theater

Noch größer als die Angst vor dem Skandal ist die Lust am Vergnügen im Schwank „Der Raub der Sabinerinnen“ im Schauspielhaus.

Der stadtbekannte, gut situierte Professor Gollwitz lässt sich vom Theaterdirektor Striese überreden, eine selbstverfasste Römertragödie aus Studententagen auf die Bühne zu bringen. Das Theater im Theater sorgt in der Regie von Susanne Lietzow für reichlich humorvolle Verwirrung vor und hinter den Kulissen im Stück von Franz und Paul von Schönthan in der Bearbeitung von Curt Goetz. Höchst vergnüglich und verwicklungsreich spielt die um 1883, also zur Blütezeit des Theaters, entstandene Komödie mit dem besonderen Reiz des Verbotenen und Verruchten. Eine fahrende Wandertheatergruppe wirbelt die wohlanständige Fassade der Familie des sich entsetzlich langweilenden Professors (Torsten Ranft) gehörig durcheinander. Seine gestrenge Frau (Hannelore Koch) darf nichts von seiner Liaison mit dem Theater erfahren. Mit Oldtimer und Campinganhänger voller Requisiten fährt die Theatertruppe auf die Bühne und hält vor dem Wohnzimmer mit Gummibaum und goldenem Käfig, in dem ein Mann im Anzug (Bertolt List) sitzt, der als „Papagei“ Cicero gewitzt das Gebaren der Familie nachahmt. Im Hintergrund schwebt ein Schwarm Goldfische am blauen Bühnenhimmel abwechselnd mit Videobildern glänzender Darsteller aus der römischen Tragödie, wie sie dem bereits ergrauten, immer noch heißblütig engagierten Theaterdirektor Striese vorschweben.

Eine Paraderolle für Ahmad Mesgarha, der mal salopp schlitzohrig auftritt und herrlich komisch als Römerkönig im weißen Gewand, Tennissocken und Römerlatschen umherstürmt und grandios scheitert. Nacheinander steckt Striese fast alle mit dem Theatervirus ein. Allen voran die gar auf der Bühne einspringende Haushälterin Rosa (herrlich schräg: Matthias Luckey), der biedere Schwiegersohn mit Doppelleben (Benjamin Pauquet) und die jüngere Professorentochter Paula  (Ines Marie Westernströer), die für den Jungschauspieler Emil (linkisch-schüchtern: Christian Clauß) schwärmt. Im Countdown vor der Premiere weiß bald keiner mehr, was Lüge, Spiel und Wirklichkeit ist. Auch wenn dann im Eifer des Gefechts um die Sabinerinnen die Kulissen im Rauch aufgehen und die Theatertruppe im Bühnenschaum buchstäblich baden geht mit ihrem Stück. Die Komödianten sind nicht totzukriegen, auch nicht in Katastrophenzeiten, und fahren weiter zum nächsten Bühnenabenteuer. Begeisterter Beifall vom Publikum.

Nächste Termine: 29.2., 10.3., 22. und 28.3., 19.30 Uhr

Foto: David Baltzer

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Puppentheater Herbst & Bretschneider

16 Dienstag Feb 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Wenn Ratten Ängste weg rappen

Drei rappende Ratten treffen eines Tages einen total anderen Fremdling. Sie wohnen auf einer verlassenen Baustelle und lieben HipHop, Dreck und Käse. Doch Arthur, der entfernte Verwandte, den sie aufnehmen sollen, ist ganz anders. Er ist weder schmutzig noch stinkig. Er wäscht sich, liest und isst mit Messer und Gabel! Kann das gut gehen? Davon erzählt das Stück „Der feine Arthur“ nach einer Geschichte von Claude Boujon. Witzig-frech, unterhaltsam und garniert mit eigenen Rap-Songs erzählen die Puppenspieler Marie Bretschneider und Thomas Herbst in ihrer ersten gemeinsamen Inszenierung, ausgestattet mit originellen Schaumstofffiguren vom Umgang mit verschiedenen Kulturen, Fremdsein,  Zusammenhalt und Freundschaft. Die Ratten beschnuppern den Fremdling neugierig und misstrauisch und wollen ihn loswerden.

„Doch als sie von einem großen Hund angegriffen werden, stellen sie fest: vor ihm, der Gefahr sind alle gleich“, erzählt Marie Bretschneider. Und Arthur bekommt die gleiche Salbe und darf bleiben. „Doch leichter wird es dadurch nicht. Es ist ein erster Schritt aufeinander zu“, sagt sie.

Premiere hat „Der feine Arthur“ am 28. Februar um 16 Uhr im Stadtteilhaus Äußere Neustadt. Im Frühjahr 2015 begann ihre Zusammenarbeit mit zeitgenössischem Puppentheater. Thomas Herbst suchte eine neue, „kraftvolle“ Mitspielerin. Marie wurde ihm empfohlen und es passte für beide. Marie Bretschneider ist seit 2012 selbstständig als Puppen- und Schauspielerin und tritt damit in die Fußtapfen ihres Vaters Jörg Bretschneider, mit dessen so fantasie- wie erfolgreichem Dresdner Figurentheater sie aufwuchs. Inzwischen spielte Marie bereits zwei Stücke mit ihm und brachte fünf Eigenproduktionen auf die Bühne, darunter „Ansichten eines Clowns“ am Neuen Theater Halle und „Der Draculakomplex“ mit Handmaids in der Schaubude Berlin. Vorher war sie zwei Jahre im Schauspielstudio am Staatsschauspiel Dresden zu sehen. Seit der Geburt von Töchterchen Momo arbeitet sie freiberuflich. Thomas Herbst studierte  Puppenspiel an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst und ist seit 2004 freischaffend. Sonst ist er in drei Kinderstücken mit dem Puppenspieler Hanno Wuckasch zu sehen und in einem Heinrich-Heine-Programm mit Schatten- und Objekttheater. Ihr Rattenstück wollen Marie und Thomas in abgewandelter Form, mehr choreographisch und mit den Rap-Songs auch bald auf englisch für Flüchtlingsfamilien spielen.

Nächste Termine: „Der feine Arthur“, 5.3. im Eselnest.

Kontakt: http://www.marie-bretschneider

 Foto: Robert Jentzsch

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Entwaffnend komische Flüchtlingsgespräche

16 Dienstag Feb 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Brechts hochaktuelles Stück bringen die Schauspieler Jürgen Stegmann und Holger Fuchs auf die Bühne.

„Entweder wird die  Bevölkerung abgeschafft, oder Krieg wird unmöglich.“Entwaffnend komisch denken zwei Männer über den Zustand der Welt nach. Sie ist voll von den wahnwitzigsten Forderungen und Zumutungen, stellen sie fest. „Evakuierung auf der ganzen Welt für dauernd? Das braucht Organisation“, überlegen sie. Voll ernstem Humor und schrägen Klängen auf der Klarinette, Ziehharmonika, Topfdeckeln und den kreisenden Teilen eines Windspiels traten die Schauspieler Jürgen Stegmann und Holger Fuchs als Heroen wider Willen auf in einer musikalischen Lesung der „Flüchtlingsgespräche“ von Bertolt Brecht, die in der Galerie mit Weitblick in Radebeul stattfand.

Mit Bierglas und Trommelstock in der Hand geben sie sich mal kämpferisch und nachdenklich in den Rollen des Physikers Ziffel und des Arbeiters Kalle. Sie streiten und philosophieren witz- und geistreich über den Wert von Pässen und Menschen, Volk, Vaterlands- und Freiheitsliebe, Demokratie und Größenwahn und Menschen, die unbelehrbar immer wieder neue Kriege entfachen. Jürgen Stegmann hatte das Stück schon mehrmals in den Fingern. „Offensichtlich hat sich das Thema nicht erledigt, es ist erschreckend aktuell. Manche Sätze wirken wie vor zwei Wochen geschrieben“, sagt er. Die Flüchtlingsgespräche zweier deutscher Emigranten schrieb Brecht 1940/41 im finnischen Exil. Unabgeschlossen, enthalten sie dennoch scharf pointierte Schlüsse und zeitlose Denkanstöße. Jürgen Stegmann und Holger Fuchs wollen nach der Lesung eine Spielfassung der Flüchtlingsgespräche auf die Bühne bringen. Im kommenden Jahr soll diese dann vor allem in Schulen, Flüchtlings- und Sozialarbeitseinrichtungen zu sehen sein.

Eine berührende Aufführung, der man viele Zuschauer wünscht.

Interessierte Einrichtungen können sich melden bei Jürgen Stegmann im Internet unter http://www.wortgestiker.de

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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