Palais.Poesie mit Lesung & Performance beim Palais Sommer & Deutsch-arabischer Lyrik-Salon im Landhaus Dresden


Zauberhafte Kulisse beim Palais Sommer: Heute am 11. August, ab 19.30 Uhr gehört die Bühne der Poesie. Foto: Lilli Vostry

Poetisches Sommervergnügen

Der kommende Mittwochabend steht im Zeichen der Palais.Poesie. Die Veranstaltung ist der 100. Ausgabe von „Ostragehege – Zeitschrift für Literatur und Kunst” gewidmet, zu der der Palais Sommer und das Literaturforum Dresden herzlich gratulieren.

„Ostragehege“ – das ist eine Melange von wunderbaren Gedichten, faszinierenden Interviews, präzisen Porträts und Beiträgen zur Bildenden Kunst (im aktuellen Heft: Peter Graf). Mit jeder Ausgabe seit 1994 probt die Redaktion den Brückenschlag zwischen west- und osteuropäischen Literaturtraditionen. Viel literarische und künstlerische Prominenz ist an diesem Abend auf und um die Palaissommer-Bühne zu erwarten. Nach der Lesung bietet die Wiese vorm Palais Raum für Begegnungen, Gespräche und: es darf gefeiert werden!

Die Lesung: Büchnerpreisträger Marcel Beyer wird dem Klassiker unter den deutschen Literaturzeitschriften den roten Teppich ausrollen und die Laudatio halten. Außerdem gratulieren und lesen auf der Open-Air-Bühne des Palais Sommer in diesem Jahr Kathrin Schmidt, Patrick Wilden, Patrick Beck und Volker Sielaff. Moderation: Axel Helbig (Ostragehege). Die Palais.Poesie ist ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte Dichter und Dichterinnen dem wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörenden im Park des Japanischen Palais ihre Gedichte vortragen. In den Pausen erklingt Live-Musik von Christian Retzke alias Krischan (electronics).

https://palaissommer.de/programm/palais-poesie/

11.08.2021
ab 19:30 Uhr

Ort
Park Japanisches Palais
Palaisplatz 11, 01097 Dresden

Eintritt frei!

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Der deutsch-arabische Lyrik-Salon

Eine Begegnung der Kulturen, veranstaltet vom Literaturforum Dresden e.V. am 20. August, um 19 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2.

Diesmal  lesen: Undine Materni, Hedil Al Rachid, Angela Lohausen, Fouad EL-Auwad, Jürgen Nendza, Paul-Henri Campbell, Christoph Leisten, Anton G. Leitner, Volker Sielaff und Patrick Beck. Saz: Razgar Karim.

Verständigung und Versöhnung werden in einer Welt zunehmender Konfrontation immer wichtiger. Aufgrund ihrer Universalität und der Sinnlichkeit ihrer Metaphern ist die Sprache der Poesie in der Lage, einen lebendigen Dialog zwischen den Kulturen zu stiften. Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter und bildenden Künstler Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene und von ihm seit 2005 jährlich organisierte deutsch-arabische Lyrik-Salon soll ein Beispiel dafür sein. Er schafft Jahr für Jahr für die Möglichkeit, dass sich die Kulturen auf literarischer Ebene begegnen und eine neue Brücke zwischen der arabischen und der europäischen Welt bauen. Jetzt kommt der deutsch-arabische Lyrik-Salon zum bereits dritten Mal nach Dresden.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden und dem Deutsch-arabischen Lyriksalon.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Patrick Beck

BilderAlbum: Der SchaubudenSommer lässt Träume & Fantasie & Lebenslust hochleben erstmals auf der Hauptstraße


Aberwitzig-komische Manöver vorm Goldenen Reiter: der Platz wird zum Rollfeld, wo eine verhinderte Flugstaffel alles unternimmt, um dennoch zu fliegen.


Die wunderbaren Traumtänzer haben die Künstler Muriel Cornejo und César Olhagaray geschaffen.

Spontan-verrückte Einfälle & komische Akrobatik: Sara Ski & Chris Lynam aus Großbritannien als Fani & Wili.

Fantasievolle Kunst im öffentlichen Raum: Aus recycelten Materialien gestalten die Künstler „HRB+C“ Skulpturen, Bühnen im Open-Air-Stil, Bilder und Schriftzüge auf Haus- und Leinwänden, holen die Kunst ins Freie und zaubern damit ein Lächeln ins Gesicht.

Lustiger Boxkampf gegen „Dicke Luft“! Dazu lädt mit seiner witzigen Installation, bestehend aus drei luftigen Schlauchwesen, der Aktionskünstler Jim Whiting die Zuschauer ein.

Umwerfend komisch: Als „lebendes Spielzeug“ und menschliches Stehaufmännchen kommt Monsieur Culbuto auf der Suche nach Spielgefährten angefahren auf einem Wagen, die Hauptstraße entlang.

Luftige Harlekine, Traumgestalten, Fliegerparade und Stehaufmännchen

Der SchaubudenSommer ist aus der Neustadt auf die Hauptstraße umgezogen, erfreut, verblüfft und begeistert Stammbesucher und zufällige Besucher. Und zeigt eindrucksvoll, dass im freien Raum noch viel mehr möglich ist. Gespielt wird noch bis 5. August ab 14.30 bis 22 Uhr.

Wundersame Traumgestalten schweben, tanzen, springen hoch über den Bäumen der Hauptstraße. Vor dem Goldenen Reiter hält ein Mann auf einem Gerüst zwei Stöcke in die Luft. Als wolle er Zeichen geben, manövrieren, gar die schweren Regenwolken am Himmel vertreiben oder die Zuschauermenge dirigieren?! Die Stöcke tauscht er gegen einen Stuhl in der Hand. Will er etwa August den Starken von seinem Sockel drängen. Ungerührt geht ein Mann an der Bühne vorbei, der Galerist Holger John. Ringsum stehen die Zuschauer, kleine und große, mit Regencapes, Regenschirmen und verfolgen amüsiert und gebannt das verrückt skurrile Geschehen der drei Männer auf der regennassen Bühne, die hin und her rennen, einen Mann auf einem rollenden Karren an einem Seil im Kreis ziehen, Luftsprünge mit dem Seil vollführen… Das ist ebenso lustig wie rätselhaft, vieldeutig. Ein Blick in den Programmflyer verrät, dass es sich um eine verhinderte Flugstaffel aus Kanada handelt, die aufgrund von Budgetkürzungen ohne Flugzeuge dasteht. Entschlossen versuchen die Piloten dennoch um jeden Preis zu fliegen und setzen ihr striktes Training am Boden fort.

Corpus heißt diese Komikertruppe aus Kanada und ihre Aufführung „A Flock of Flyers“. An ihrer aberwitzigen Fliegerparade und den anderen fröhlich bunten Darbietungen dieses Internationalen Sommerfestivals für Theater, Vergnügen und Musik hätte gewiss auch der für seine leidenschaftliche Kunstliebe berühmte August der Starke seine helle Freude. Der SchaubudenSommer ist weg von der Scheune in der Dresdner Neustadt auf die Straße gezogen, genauer auf die Hauptstraße. Und es bekommt ihm sichtlich gut.

Noch überraschender und unberechenbarer als der SchaubudenSommer ist nur das Wetter mit seinem ständigen Pendeln zwischen Sonne und kräftigen Regenschauern.
So blieb es an manchen Spielflächen leer gestern abend zum Auftakt des Programms, das jetzt als Festival für Straßentheater und Urban Art weitermacht.

Komödianten, Clowns, Artisten, Musiker und Tänzer unterhalten, verblüffen und erfreuen ihr Publikum zwischen 14.30 und 22 Uhr noch bis 5. August. Und einem fröhlichbunten Sommercarneval, „Hochsommerausbruch“ für die ganze Familie mit Frau Hochsommer, Glücksfee, dem Theater Schreiber & Post, feuriger Musik mit Fanfara Kalashnikov, Cie. Freaks & Fremde und den Elbstelzen als krönendes Finale am Donnerstag (5.8., Treffpunkt: 16 Uhr vor der Dreikönigskirche).

Mit spontan-verrückten Einfällen wie Begriffe raten, wie sagt man hier und da, wortspielerisch abwandeln, artistischer Comedy mit viel Bewegung und Spiel mit den Zuschauern, begeistert das Duo Sara Ski & Chris Lyman aus Großbritannien auf der Hauptstraße. Als Clown mit wildwirbeligem Haar im feinen Anzug gibt er gern großspurig den Ton an, verlangt volle Aufmerksamkeit von den Zuschauern („Wo gehst Du hin?!“, will er wissen und macht eine Geste als wolle er samt Publikum mitkommen, als ich ein paar Schritte weitergehe…) Seine Mitspielerin in pinkfarbenem Kleid steht brav die Hände gesenkt und über sich selbst grinsend am Rand. Bis zu ihrem großen Auftritt. Sie kann nicht nur gleichzeitig jonglieren und außerordentlich gut Akkordeon spielen. Sondern sie balanciert mit dem Gesicht auch noch kleine Gläser auf Tabletts, nicht ohne sich vorher allein Wein einzuschänken, eine Treppe hochgehend. Selbst ist die Frau!

Luftige Schlauchwesen, mit denen die Zuschauer sich lustig entspannende Boxkämpfe gegen „Dicke Luft“ liefern können, hat der Aktionskünstler Jim Whiting, der aus England stammt und in Leipzig wohnt, mitgebracht zum SchaubudenSommer. Gleich drei aufblasbare Schlauchmänner und Lufttänzer stehen, vis a vis zu einer schwebenden Traumtänzerin, bereit. Die laut pfeifenden Geräusche beim Bewegen der luftigen Gesellen hat er schon entfernt, nachdem ein Anwohner ihn freundlich darauf aufmerksam machte. Die fröhliche Luftverwirbelung macht dennoch viel Spaß. „Die Kinder waren mutig“, sagt Whiting und lächelt. Sie stellten sich sofort den dicke Luft verbreitenden Wesen. Sein Schaffensort „Bimbotown“ ist leider geschlossen, nachdem die alte Fabrikhalle saniert wurde. Er ist auf der Suche nach einem neuen Ort für seine witzig-verrückten und fantasievollen, mechanischen Apparate und Installationen. Vielleicht kann ihm jemand helfen, ein neues Domizil in Dresden oder Umgebung zu finden. Seine Erfindungen sind einzigartig, originell, lösen Lachen und Denkanstöße aus.

Umwerfend komisch der Auftritt der Cie. Dynamogène aus Frankreich. Als „lebendes Spielzeug“ und menschliches Stehaufmännchen kommt „Monsieur Culbuto“ auf einem Wagen angefahren, hier und da abgestellt von einem Lieferboten. Die kugelrunde Gestalt, 320 Kilo schwer, trägt ein braunes Gewand und eine Kappe wie ein Pilot. Er wartet darauf, dass jemand mit ihm spielt. Ist jemand gefunden, bewegt er sich, dreht, wippt, walzt und kugelt sich nach allen Seiten, verbeugt sich, fällt vornüber und bleibt liegen bis ihm jemand aufhilft. Das ist ungeheuer witzig und anrührend anzuschauen. Und man staunt wie der Kugelmann es schafft, derart beweglich zu sein, immer wieder aufzustehen und die Balance zu halten. D i e Entdeckung des diesjährigen SchaubudenSommers.

Fazit zum neuen Spielort und dem neuen Festival für Straßentheater

Beim SchaubudenSommer im Freien können alle, vom Rollstuhlfahrer bis zum Kleinkind im Wagen, zuschauen. Das ging in den Buden und im Scheune-Saal mit der hohen Metalltreppe nicht. Draußen ist außerdem noch viel mehr möglich, wie die neuen Performances etwa mit dem Kugelmann zeigen, die viel Platz und festen Boden brauchen und die Interaktion mit dem Publikum. Hier steht das Erlebnis im Vordergrund. Zufällige Passanten sehen die Menschentraube und bleiben stehen, werden angezogen vom Geschehen. Was im Scheunegelände so nicht ging. Die Kulisse dort wurde in den letzten Jahren immer mehr ein Treffpunkt für die Szene in der Neustadt, rings um die Buden und Zelte war der Platz immer voll, standen und saßen die Leute mit Getränk in der Hand. Der Lärmpegel war dementsprechend und teils verstand man im Trubel vor den Buden gar nicht mehr die Künstler drinnen. Das ist zum Glück auf der Hauptstraße anders. Dort verteilen sich die Spielorte mehr, man wandelt neugierig umher, die schöne Baum-Allee entlang. Natur und Kunst spielen wunderbar zusammen. Bäume, Wiese und bunte Blumenrabatten, Springbrunnen nebst Bänken sorgen für zusätzlichen Genuss, Freude, Muße, Innehalten und werden Teil der Inszenierung ohne zu sehr einzugreifen.

In den angrenzenden Lokalen mit Außenplätzen sitzen die Leute weiter bei Speis und Trank, können nebenbei einen Blick auf die Komödianten und Performances erhaschen und bekommen vielleicht auch Lust mehr zu sehen. Der SchaubudenSommer mit seinem besonderen Flair ist jedenfalls eine Bereicherung der Kulturlandschaft dieser Stadt, nicht mehr wegzudenken und passt gut auf die Hauptstraße. Das macht neugierig und Lust auf mehr solche neue Spielformen und Künstler, die gemeinsam mit dem Publikum agieren und lebendig Kunst dorthin bringen wo sie hingehört, zu den Menschen. Glückwunsch den Veranstaltern zu dieser Neuauflage des SchaubudenSommers!

Der Eintritt ist frei. Für das weitere Gedeihen dieses Festivals sind natürlich Spenden nach den Shows und auch danach weiterhin von Besuchern und Unterstützern jederzeit willkommen.

Text + Fotos (lv)

http://www.schaubudensommer.de

Der SchaubudenSommer zieht auf die Hauptstraße


Fröhlich bunt, unbeschwert, schwebend wie gewohnt, an neuem Ort auf der Hauptstraße, öffnet der SchaubudenSommer morgen. Bild: Verantalter

Der SchaubudenSommer wird zum Festival des Straßentheaters

Die Hauptstraße verwandelt sich vom 3. bis 5. Augst zwischen 14 und 22 Uhr in ein lebendiges Kunstwerk mit Carneval zum Goldenen Klabauter.

Der SchaubudenSommer zieht auf die Straße. Raus aus den engen Buden, Zelten und Containern an die frische Sommerluft. Kein Schlangestehen und kein Gedränge mehr auf dem Platz hinter dem Kulturzentrum Scheune in der Neustadt, wo 22 Jahre lang das Zuhause des Internationalen Festivals für Theater, Musik und Vergnügen war. Letztes Jahr fiel der SchaubudenSommer coronabedingt aus.

Das besondere Flair bleibt jedoch erhalten. Bunt, fantasievoll, fröhlich, wagemutig und experimentell soll es weiterhin zugehen: Mit dem Umzug der Komödianten, Performer, Tänzer und Musiker auf die Bummelmeile am Goldenen Reiter verwandelt diese sich drei Tage lang, vom 3. bis 5. August jeweils zwischen 14 und 22 Uhr in ein lebendiges Kunstwerk. Bis zu zehn Companies und Einzelkünstler treten an verschiedenen Punkten der Hauptstraße auf. Kein Grund zur Wehmut. „Es ist großartig, ein neues Festival zu kreiern“, sagt Helmut Raeder, der künstlerische Leiter des SchaubudenSommers.

Mit der diesjährigen Ausgabe soll ein überregional strahlendes Festival des Straßentheaters, der Straßenmusik und der Urban Art geschaffen werden, das kein einjähriges Pflänzchen bleiben soll. Das Publikum darf sich auf „außergewöhnliche Erlebnisse in komprimierter Zeit und maximaler Intensität freuen“, so Raeder. Die Zuschauer können gezielt kommen, aber auch flanieren, stehen bleiben und sich treiben lassen. Das Festival wird tatkräftig unterstützt von seinen Kooperationspartnern, dem Societaetstheater und dem Abenteuerspielplatz Eselnest des Spielprojekt e.V. Dieser gestaltet am Donnerstag einen Sommercarneval für die ganze Familie mit einem bunten Schwarm kleiner und großer Fische, glücklichen Eseln, feuriger Musik von Fanfara Kalashnikov und Straßentheater von der „Kirche der Drei Weisen Bademeister“ bis zum „Goldenen Klabauter“.

Als weitere Attraktion des SchaubudenSommers kommt der durch seine witzig-verrückten Installationen bekannte Aktionskünstler Jim Whiting, der aus England stammt und in Leipzig seinen Schaffensort in der „Bimbotown“ hat. Seine neueste mechanische Erfindung steht unter dem Motto: „Kämpfen gegen die dicke Luft!“ Alle sind ermutigt, sich den bösen Wesen zu stellen, die aus Polymeren, Kleidung und Wind gewachsen sind. Ein Boxkampf, der für viel heitere Luftverwirbelung sorgt. Die „JuWie Dance Company“ aus Dresden zeigt ihr neues Tanzstück “Thisplay. MenschMaschineZukunft“ und Florian Mayer ist als virtuos temperamentvoller Teufelsgeiger „Mein Paganini“ zu erleben. Nach den Shows wird Geld im Zylinder, Strohhut und Basecap eingesammelt, das dem Festival zugute kommt. Außerdem kann man dieses mit einer Spendenkampagne unter ww.betterplace.org/de/projects/96378 unterstützen. Für Speis und Trank sorgen die ansässigen Gastronomen auf der Hauptstraße. Das Team des SchaubudenSommer hofft auf regen Zuspruch. „Wir bleiben mit dem Festival erst mal auf der Hauptstraße“, so Raeder.

Text (lv)

Das vollständige Programm steht unter http://www.schaubudensommer.de

Ausstellung „Überblick – Bilder aus fünf Jahrzehnten“ von Peter Pit Müller in der Stadtgalerie Radebeul


Schelmisch wacher Blick & offen für Neues: der Maler Peter Pit Müller aus Radebeul und Katze Lotte von Künstlerfreunden in Batzdorf. Foto: Silvia Ibach
Die Kunst hilft ihm, das Leben neu zu sehen und die Sehmuskeln zu trainieren: der Maler Peter Pit Müller vor Bildern seiner Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul.
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Die Kunst hilft beim Sehen

Die Ausstellung „Überblick – Bilder aus fünf Jahrzehnten“ von Peter Pit Müller vereint frühe und neue Werke, die nach seiner Augenerkrankung entstanden, in der Stadtgalerie Radebeul. Am 1. August, 14 Uhr gibt es dort ein Künstlergespräch mit ihm.

Blicke auf ein vielseitiges Malerleben. Peter Pit Müller sieht seine Bilder anders heute. Sie sind ihm immer noch nahe, aber er erkennt nur noch verschwommen die Umrisse. Sein Sehen hat sich sehr verändert seit einer Augenerkrankung, Makula-Regeneration genannt, die er 2016 bekam. „Für einen Maler geradezu eine Katastrophe“, sagt Müller. Durch Spritzen wurde das Fortschreiten der Erkrankung zwar aufgehalten. Doch er habe nur noch 20 Prozent seines Sehvermögens. Er kann nicht mehr Auto fahren, zwar schreiben, aber nur mit speziellem Lesegerät lesen. Drei dunkel abstrakte Zeichnungen von 2017 zeigen diesen Zustand. Ein kleineres Bild mit Kellergewölbe, in das durch einen Spalt Licht einfällt, steht symbolisch für seine damalige Situation, die Beklemmung, Angst vor Erblindung und die Hoffnung, dass es nicht noch schlimmer wird, so Müller. „Ich habe neu sehen gelernt.“

So ist im doppelten Sinne auch der Titel der derzeitigen Ausstellung „Überblick – Bilder aus fünf Jahrzehnten“ von Peter Pit Müller in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21 zu verstehen, die anlässlich seines 65. Geburtstages stattfindet. Und weil er noch mal neu startet als Bildender Künstler. Auf dem Titelbild zur Ausstellung lächelt Peter Pit Müller mit Bart, Brille und Strohhut verschmitzt in die Kamera. Auf seiner Schulter sitzt eine flauschig getigerte Katze mit aufmerksamem Blick, Lotte von Künstlerfreunden in Batzdorf.

Malerei ging zwei Jahre nicht. So beschäftigte er sich intensiv mit Zeichnungen, so Müller, um die Sehnerven zu verbessern und wieder zu erkennen, was ich mache. Er musste sich eine völlig neue Motorik aneignen. Dadurch bekomme er auch eine neue Sichtweise. „Die Kunst gibt mir Halt.“ Schrittweise erobert sich Müller in Eigentherapie sein Sehen, das in Kontakt mit der Natur treten und was es auslöst, malend zurück. „Innere und äußere Zustände miteinander in Einklang bringen“, darauf kommt es ihm an. Er malt so wie er sich befindet, kann sich die Welt nicht schön malen.

Ein Bild, eine Elbelandschaft mit Dampferanlegestelle hat Müller mit der Lupe gemalt, die groben Flächen mit pastosem Farbauftrag und die fein kräuselnden weißen Wellen.
Zu sehen ist auch eine Landschaft am Achterwasser in Usedom mit Schilf in lichten Pastelltönen, gemalt mit Spachtel und zarten Pinselstrichen die Halme. Das Bild entstand im Frühjahr letztes Jahr. Noch frisch nach Farbe duften die farbexplodierend zinnoberroten Blütenkelche auf der Leinwand. „Ich bin auch wieder lebensoptimistischer“, sagt Peter Pit Müller. Dank der vielen Hilfe, die ihm zuteil werde in Künstlergruppen, der Familie und durch gute Freunde.

Die Ausstellung versammelt frühe und neue Arbeiten Müllers, Ölbilder, Grafiken nach einem selbst entwickelten Gipsdruckverfahren, Plakate zu den Karl-May-Festspielen und Skizzen, darunter Porträts, Akte, Tanzende, Fabrik- und Großstadtszenen und Landschaften, in denen sich Figürliches und Abstraktes oft expressiv farbig mischen, die frisch und zeitlos wirken. Auf weißer Seide gezeichnete Gesichter hängen luftig im Raum, das Stoffbild stammt von einer Ausstellung 2001 in Havanna. Es sind auch Stücke in Watteau-Malerei mit barocken Szenen und ein Heft mit Arbeitsproben noch aus seiner Zeit als Porzellanmaler in Freital zu sehen. Er hat von 1977 bis `82 Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule bei Siegfried Klotz, Sigrun Bontzin und Jutta Damme studiert und von 1994 bis `96 Kunsttherapie. Seit 1982 lebt und arbeitet Peter Pit Müller freischaffend als Maler und Grafiker in Radebeul.

Ein Künstlergespräch mit Peter Pit Müller gibt es am heutigen Sonntag, dem 1. August, 14 Uhr und eine Führung mit dem Stadtgaleristen Alexander Lange zum Abschluss der Ausstellung am 15. August, 16 Uhr in der Stadtgalerie Radebeul.

Text + Fotos (lv)

Mehr Text zur Ausstellung folgt.

Geöffnet: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 18 Uhr, Sonntag von 13 bis 17 Uhr.

Eröffnung „Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros

„TraumFrau“ und „Sommerbrise“

Ein Fest  für die Sinne ist die neue Gruppenausstelllung „Sommersalon“ in der Galerie  Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden.

Malerei · Zeichnung · Grafik · Plastik

  1. Juli bis 11. September 2021

Vernissage am Freitag, 30. Juli 2021 · Beginn 19.30 Uhr
Begrüßung: Janett Noack

Performance: Flammendiva RIA

Kunstliebhaber sind recht herzlich zur Eröffnung der Ausstellung »Sommersalon«
am Freitag, den 30. Juli 2021, um 19.30 Uhr in die Galerie kunst&eros eingeladen.

In dieser traditionellen Gruppenausstellung werden Malerei, Grafik und Plastik
zeitgenössischer Künstler vorgestellt:

Leonore Adler | Olaf Stoy | Juan Miguel Restrepo V. | Viktoria Graf | Michael Hofmann

Anlässlich der neuen Ausstellung »Sommersalon« in der Galerie kunst & eros wird es zur Eröffnung eine Live- Performance »Letzte Tänze« mit der Künstlerin Flammendiva Ria geben.

Wir freuen uns auf dieses Wiedersehen in der Galerie.

Herzliche Grüße
Ihre Janett Noack & Team

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de – 0351 8024785

Ausstellung „Vertraute Orte“ von Reinhard Springer bei art + form

Reinhard Springer

»Vertraute Orte«
Ausstellung vom 19. Juli bis 2. September 2021

Zur Ausstellung wird als Vorzugsgrafik die Radierung „Klosterruine Oybin“ in imitierter Auflage von 30 Exemplaren angeboten.
Kunstfreunde können die Ausstellung vor Ort in den Galerieräumen besuchen und ab 22. Juli im virtuellen Rundgang

Statt einer Vernissage im gewohnten Rahmen wird es auf der Homepage von art + form ab 30. Juli 2021 ein Ausstellungsvideo geben, in dem Worte von Prof. Dr. Harald Marx und Gitarrenklänge von Silvio Schneider zu den Bildern von Reinhard Springer zu hören sind.
Galerie und Künstler freuen sich auf Euer Interesse!

GALERIE RAHMUNGEN SPECIALS
Bautzner Straße 11 / Albertplatz
01099 Dresden-Neustadt
Tel. 0351-803 13 22 – Fax 0351-803 13 23
Montag-Freitag 11-19 Uhr, Samstag 11-16 Uhr
info@artundform.de
www.artundform.de

Ausstellung „Codes of Nature“ von Erika Richter & Jonas Engelhardt, Meisterschüler der HfBK Dresden beim Kunstverein Meißen


Titelbild von Erika Richter: Erosion VI (Bloßstockwand) 2021, Öl auf Leinwand und Jonas Engelhardt, ohne Titel, Digitaler Prototyp, 2021

Wie sich alles fügt

Erika Richter & Jonas Engelhardt, MeisterschülerInnen der HfBK Dresden zeigen ihre Arbeiten noch bis 29. August in den Räumen des Kunstverein Meißen e.V. Eine Kooperation des Kunstverein Meißen e.V. mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Kuratiert von Nina Fischäss.

Wir sind umgeben von Strukturen, von Gesetzmäßigkeiten und Kompositionen inmitten der scheinbaren Entropie der Welt. Langjährige Beobachtung und Erforschung ermöglichen es manchen von uns, die Regeln, nach denen unsere Umwelt aufgebaut ist, zu durchschauen und wiederum andere vermögen es auch, diese Gefüge aufzuschlüsseln, zu dekonstruieren und darzustellen, auf das sie auch uns Einblick und Verständnis gewähren können.

«CODES OF NATURE» ist der Titel der diesjährigen Ausstellung, in der Erika Richter und Jonas Engelhardt, in unterschiedlichen Medien und Techniken erforschen, wie sich Strukturen auflösen, umordnen und zu neuen Gefügen aufbauen lassen.

Erika Richter, geboren 1994 in Dresden, schloss 2020 ihr Diplom an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden ab und studiert seitdem als Meisterschülerin von Professor Macketanz. In ihren Arbeiten untersucht sie Aufbau und Gesetzmäßigkeiten von Gestein und öffnet den Blick für die künstlerischen Formen im Alltäglichen.

Jonas Engelhardt wurde 1990 in Dormagen geboren und studiert bei Professor Kerbach und Professor Honert an der HfBK. Seit seinem Diplom 2020 ist er Meisterschüler von Professor Honert. Seine Arbeiten in variierenden Medien reichen von provokativ-humoristischen Darstellungen des Menschen zu aufwändigen Soundinstallationen und 3D-gedruckten Plastiken.

Seit drei Jahren kooperiert der Kunstverein Meißen mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und lädt MeisterschülerInnen ein, ihre Werke zu präsentieren.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Katalogpräsentation und KünstlerInnengespräch am 28. August, 17 Uhr in der Ausstellung.

Text + Foto: Matthias Lehmann

Kunstverein Meißen e.V. · Burgstraße 2 · 01662 Meißen · Tel. / Fax: 03521 476650 · kontakt@kunstverein-meissen.de · http://www.kunstverein-meissen.de · Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag 12 – 18 Uhr. Eintritt frei.
WIE KÖNNEN SIE UNS UNTERSTÜTZEN

Der Verein arbeitet auf ehrenamtlicher und gemeinnütziger Basis. Eine kontinuierliche Vereinsarbeit ist nur möglich mit Hilfe von öffentlichen Fördermitteln und privaten Spenden. Bereichern auch Sie das kulturelle Angebot der Regionen Meißen und Sachsen, indem Sie die Arbeit des Kunstvereins mit einer Spende unterstützen! (Spenden an gemeinnützige Vereine sind steuerlich voll abzugsfähig.)
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Uraufführung „Gefährten“ – ein inszenierter Hörspaziergang durch das Ostragehege


Den Fährten der Tiere folgen… Und wie sie uns Menschen sehen, erfährt man neugierig, staunend, gerührt und erschüttert in der Open-Air-Inszenierung „Gefährten“ im Ostragehege. Fotos: Sebastian Hoppe

Menschliche Tiere und tierische Menschen

Was unterscheidet, trennt, eint und verbindet Mensch und Tier und wie kann ein besserer Umgang gelingen? Dem geht mit viel Ironie, Situationskomik, Wut, Wehmut und Fantasie die Aufführung „Gefährten“ auf einem inszenierten Hörspaziergang im Ostragehege nach. Ein bewegendes Projekt der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels Dresden.

Wie fühlt es sich an Tiere zu haben? Was ist artgerechte Haltung? Bleibt der Mensch oder die Tiere und Natur als letztes zurück oder schafft er sich am Ende selber ab, nachdem er alles andere ausgerottet hat?! Spannende Fragen, die sich die Akteure der Aufführung „Gefährten“ zu Beginn stellen. Die Besucher lauschen ihnen mit Kopfhörern im Garten der Börse Dresden im Messegelände, auf der Wiese sitzend zur Einstimmung. Die Antworten darauf sind so unterschiedlich und konträr, dass bald eine lebhafte Diskussion zwischen den Akteuren entsteht, die das Heikle und die Tragweite des Themas schon deutlich vor Augen führen.

„Wir haben die Freiheit in uns“, sagt eine Akteurin. „Die Tiere begleiten mich oder ich begleite die Tiere.“ Sie würde nie sagen, dass sie die Tiere hat. Wir alle würden irgendwie Tiere einsperren und wir haben in der Gesellschaft eine Verantwortung auch für die Tiere.

Wie passen Freiheit und Haustiere überhaupt zusammen? Und was ist ihre eigentliche Umgebung heute? Von Tieren, die ursprünglich in der Wildnis lebten, die aber seit vielen Jahrhunderten von Menschen gehalten werden? Eine Frau erzählt, dass sie monatelang mit einer Spinne zusammenlebte. „Bis sie sich entschied auszuziehen…“ Der einzige Mann in der Runde lacht bei dem geäußerten Gedanken, dass wir mehr Wale bräuchten, die das angeschwemmte Plastik aus dem Meer fressen. Eine Veganerin findet, allein mit dem Fleischverzicht sei den Tieren nicht geholfen. Es brauche Lösungen, die die Leute wachrütteln. So wie bisher könne es nicht weitergehen.,

Sieben Spielerinnen und Spieler mit unterschiedlichen Ansichten, Erfahrungen und Verbindungen zu Tieren folgen deren Fährten und ergründen das zwiespältige Verhältnis zwischen Mensch und Tier, die geliebt, geschätzt, genutzt und getötet werden, auf einem inszenierten. surrealen und dokufiktionalen Hörspaziergang durch das Ostragehege, wo ehemals Europas größter Schlachthof war. Regie, Raum und Sound lag in den Händen von Juliane Meckert und Diana Wesser in dieser Produktion der Bürger:Bühne des Staatsschauspiels Dresden.

Die nächste Vorstellung am 21.7., um 19.30 Uhr ist bereits ausverkauft! Für die letzten zwei Vorstellungen am  22. Juli, um 17 + 19.30 Uhr sind noch Karten erhältlich.  Start ist an der Börse Dresden, Messering 7.

Die sieben Darsteller erzählen und spielen mit viel Ironie und Situationskomik, Unbehagen, Wut und Wehmut, nahegehend und streitbar, fantasiereich kostümierte Mischwesen aus Tier und Mensch, die mal belustigt, mal bedrückend, beängstigend und grotesk-komisch mit den Zuschauern spielen – als Versuchsobjekte für ein Experiment. Zuerst geht es hinauf in den Festsaal der Börse mit nachgebildeten Tiertrophäen, Läufer aus Tierhaut und eine ausgestopfte weiße Eule auf dem Kaminsims. Wo es wissenschaftlich ausführlich und eindringlich um Objekt, Subjekt und Abspaltung der Spezies Mensch, die Naturausbeutung als Ressource des Industriekapitals, die Höherbewertung von Kultur gegenüber der Natur und die Suche nach Alternativen geht, die aus ökologisch feministischen Naturvorstellungen heraus auf gleichberechtigten Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Tieren beruhen.

Das Publikum folgt den Gestalten mit Tierköpfen, die Hasenkopf, Federkleid, Bärenfell oder eine durchsichtige, kugelige Hülle wie eine Qualle tragen. Ein gefiedertes Wesen (Ivana Kromat), vielleicht ein Huhn in golden schimmernder Jacke zieht eine lange rote Schleppe wie eine blutrote Spur durch eine helle, leere helle Messehalle, auf dem Boden die weiß gezeichneten Umrisse von Tieren, die einst hier geschlachtet wurden.
Dieses Wesen stellt sich im nachhinein als Pferd-Mensch-Chimäre heraus.

Es sind Tiergeräusche zu hören, Schweine grunzen, Schafe mähen, Kühe muhen und Pferde wiehern. Ein Mann erklärt die Bewegungsabfolge, welche die Zuschauer mit ausführen sollen: „Greif mit der linken Hand in die Luft, zieh etwas an dich heran und stich mit der rechten Hand zu! So geht das.“ Und wiederholt die Worte immer wieder und die meisten Zuschauer machen es mit. Fast 700 Millionen Geflügel, 60 Millionen Schweine und 30 Millionen Rinder sterben jährlich in Deutschland auf die Art. Rund 30 000 Arbeiter in Schlachthöfen töten im Akkord die Tiere.

Eine Gestalt mit Federrock und Fernglas (Hayret Ulusoy) steht im Gestrüpp hinter einem Gitterzaun und klagt über die Gitterkäfige und die ständige Beleuchtung. Die Augen tun so weh, dass sie den Sternenhimmel nicht mehr sieht, dafür stinkt es nach faulen Eiern und Tod. Ihr habt doch schon alles von mir! Was wollt Ihr noch?!, kreischt sie verzweifelt dramatisch die Zuschauer an. Ein Bär (Karl Theodor Uschner) wühlt in einer Mülltonne nach Essbarem.

Hinter den verfallenen Schlachthofbaracken und den Brombeerhecken versammelt sich das Publikum zu einem geheimen Treffen mit einer Gruppe von radikalen Tierrechtsaktivisten am imaginären Lagerfeuer, die überlegen und erbittert streiten, wie sie das sinnlose Machtspiel zwischen Mensch und Tier beenden und die Erde retten können. Im Chor verkünden sie kämpferisch ihre neue fantastische Gesellschaftsutopie: „Menschliche Tiere und tierische Menschen!“ Sie wollen die Grenze auflösen, Einssein mit den Tieren.

Sie malen sich aus wie es wäre als Mischwesen, Chimäre. Zu fliegen wie die Vögel oder im Wasser gleiten wie die Fische. Den Kopf frei machen und nichts tun. Pure Freiheit. Es gäbe keine Zoos mehr und man könnte in den natürlichen Lebensraum der Tiere mit einfließen.

Im nächsten Moment beschimpfen sie sich mit Tierausdrücken als „dumme Gans“, „fettes Schwein“, „Opferlamm“… Der Hase, das Versuchskaninchen zeigt stolz das gläserne Versuchslabor für die neuen Mischwesen unter der Holzbrücke. Unterdessen ziehen Gewitterwolken herauf am Himmel.

Auf einer begrünten Rampe werden die Zuschauer von den Tiergestalten einer gründlichen Selektion unterzogen, sie drehen den Spieß um, nehmen drastisch die Einteilung in Nutz- und Haustiere auf die Schippe und überlegen gruslig-komisch, was brauchbar ist am Menschen und wie er zu optimieren sei. „Sex ist unhygienisch! Wer braucht das noch?! Und wozu dann noch Geschlechter?“, ruft eine Frau, die Leiterin des Experiments (Romy Kunert) im schwarz-weiß karierten Kostüm mit vier Händen spöttisch in die Runde. Gipfelnd in der Frage, ob es dann überhaupt noch Menschen brauche?! Tiere haben bessere Sinne, sie sehen und hören viel mehr als Menschen. Der Hase (Sarah-Luisa Bracke) erzählt von schlimmen Tierversuchen, seitdem zuckt er ständig. Zusammen mit der Frau, die unter ihrem karierten Mantel eine Haut wie ein Reptil trägt, verteilt er Tierfelle an die Zuschauer. Jetzt ist Rundumerneuerung angesagt. Sich häuten, alles schön und neu wachsen lassen… Ein paar Hände, Klauen und Flügel würde die Reptilfrau auch gern nehmen. Die Qualle (Lydia Müller) balanciert auf einem Seil und sagt weise: „Bekommt etwas zu viel Gewicht, gerät es aus dem Gleichgewicht. Wir alle kämpfen, um nicht unterzugehen.“

Über die Straße geht es hinüber in den Wald, in naturgeschütztes Gebiet mit entsprechender Beschilderung. Dort sind Insekten und Grün streng geschützt. Der Widerspruch stößt den anderen Tiergestalten auf. Eine Spaziergängerin mit vier Galgohunden schaut neugierig auf den bunten Tierumzug. Im Wald hält der Bär hungrig ein Gewehr, an seiner Seite sitzt auf einem roten Stuhl eine schwarze Gestalt (Paula-Sophie Graband) mit einer Krone aus Zweigen und einem roten Herz in der Hand. Ein Schuss und ein Tierschrei sind zu hören. Sie erzählen von Jagd und Töten von Wildtieren berührend und zwiespältig. Gerade hat das Reh noch gelebt, jetzt liegt es tot am Boden und sein Herz pulsiert noch warm in der Hand. Ein unangenehmes Gefühl. Doch das Tier wäre auch gestorben, wenn sie nicht da gewesen wäre, tröstet sich die Frau. Sein Herz bekommt, in Scheiben geschnitten, ihr Hund, der zur Jagd mitlief und dem sie damit etwas Gutes getan habe, er freut sich.

Auf einer Waldlichtung sitzen die Zuschauer auf der Wiese auf den Tierfellen und lauschen meditativen Klängen. Eine Stimme sagt salbungsvoll: „Wir sollten diese Verbindung immer wieder sehen – jede Blume ist eine Welt für sich. Jeder Baum. Jede Bewegung.“ Die Tiergestalten verteilen wie für ein Festmahl silberne Teller. Die Vogelfrau zerteilt ein Tier mit dem Messer, das sei doch auch ein „Teil von Kultur“!, und wirft den Zuschauern rohe, rote  Fleischstücke samt Fell und Krallen zu. Guten Appetit!

Man fühlt sich hin und her gerissen bei diesem Rundgang an konkrete und symbolische Orte und Szenen, in denen an das Leid der Tiere dieser Welt erinnert wird. Das geschieht ergreifend, traurig, aberwitzig und schmerzlich, aber auch feierlich und würdevoll wie bei einer Zeremonie. Mit abschließendem Ritual an der Elbe für all die getöteten und täglich weiter sterbenden Tierarten durch Naturzerstörung. Währenddessen bricht die Sonne durch die Wolken, Die Tiergestalten teilen Spiegel aus, den sich jeder Zuschauer vors Gesicht hält und sich vorstellt, welches Tier er ist, Wild- oder Haustier und mit der Energie dieser Wesen in Resonanz geht. Auf der Spiegelrückseite steht: „Wir werden gemeinsam oder wir werden gar nicht“. Ein Zitat der Wissenschaftshistorikerin Donna Haraway aus ihrem letzten Buch „Unruhig bleiben“. Die ganze Aufführung ist ein Experiment mit wechselnden Mensch-Tier-Perspektiven. Ob es geglückt ist und etwas bewirkt, kann jeder für sich entscheiden.

Es ist auf jeden Fall an der Zeit, das Verhältnis Mensch – Tier neu zu gestalten, sie als fühlende Geschöpfe und Lebewesen anzuerkennen, ihre natürlichen Lebensräume zu erhalten, zu schützen und sie einfach in Ruhe leben zu lassen. Mensch und Tiere können nicht ohne einander, sondern nur miteinander Wege finden, sie naturnah und verträglich zu halten und auf die Bedürfnisse der Tiere zu achten. Nicht die Tiere brauchen ein Bewusstsein, sondern die Menschen mehr Bewusstsein und Mitgefühl für einen angemessenen, besseren Umgang mit Tieren als Mitlebewesen.

Viel Beifall für ein besonderes Theatererlebnis, das einen nicht so schnell loslässt.

Text + Fotos (2) (lv)

Weitere Infos + Tickets unter http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Skurril und gruslig-komisch: das Experiment mit Mischwesen aus Mensch und Tier und eine Zeremonie, auf der schmerzlich, wütend und würdevoll an das Tierleid in der Welt erinnert wird. Fotos: Sebastian Hoppe
Nach dem Abschlussritual an der Elbe. Die „Gefährten“ und die sie begleitenden Menschen bekamen reichlich Beifall zur Uraufführung. Fotos (2) (lv)

Kunst geht in Gärten in Radebeul & ein Plenair mit KünstlerInnen im Areal von Schloss Wackerbarth

Zu dritten Mal locken unter dem Motto „Kunst geht in Gärten“ Spazieren gehen, Entdecken und Genießen besonderer Seh-Erlebnisse im Grünen an diesem Wochenende in Radebeul (23. und 24. Juli 2022, von 13 – 18 Uhr). Insgesamt 20 Gartenbesitzer und Kunstschaffende öffnen ihre Türen für Besucher und weitere Künstler, die in der Naturkulisse ihre Werke, Malerei, Grafik, Fotografie, Objekte und Skulpturen zeigen. Begleitet werden die Ausstellungen im Freien von umherziehenden Musikern und Wein. Die Besucher werden gebeten, ihr eigenes Glas und wer will, das eigene Picknickkörbchen mitzubringen. Getränke sind vor Ort erhältlich. Eintritt frei. Die Künstler freuen sich über eine Spende in den Hut.

Text (lv)

Weitere Infos: http://www.radebeul.de/stadtgalerie


Refugium, Rückzugs- und Schaffensort in einem ist sein Garten mitten im Wald
im Radebeuler Lößnitzgrund: der Bildhauer und Sozialarbeiter Friedemann Dietzel vor seinem Sägebild „Ikarus“.

Reichhaltige Figurenwelt und Freiluft-Atelier

Der Bildhauer Friedemann Dietzel ist erstmals dabei bei der Veranstaltung “Kunst geht in Gärten“ am 17. und 18. Juli, von 13 bis 18 Uhr in Radebeul. Und es gibt ein Plenair mit 16 Künstlern im Areal von Schloss Wackerbarth.

Umgeben von hohen Bäumen im Lößnitzgrund taucht das bezaubernd urwüchsige Gartenreich von Friedemann Dietzel auf. Von Grün umwucherte Treppenstufen führen den Hang hinauf zu seinem Garten mit Sommerhaus. Das Dach ist üppig berankt mit Weiß- und Blauregen. Davor steht eine Bank und ein alter Holztisch. Ein Stück weiter eine hohe, farbig bemalte Holzskulpur mit erhobenen Armen wie eine Tanzende. Kleine und größere Skulpturen wachsen aus dem Grün und zwischen blühenden Hortensien hervor. Begleitet von kaukasischen Vergissmeinnicht, Kugeldisteln, Flox, Rosen und Dahlien. Noch eine Terrasse höher befindet sich Dietzels Werkstatt „PrijArtzwo“ (auf russisch: Obdach). Hier hat er ein neues “Obdach für die Kunst“ errichtet aus hellem Fichtenholz, mit großem Fenster und weitem Blick auf die Lößnitzlandschaft, nachdem seine Werkstatt 2015 nach einem Kurzschluss abbrannte.

Verkohlte Skulpturen erinnern daran. Neben ihnen steht eine grazile Figur in blauen und sonnigen Farbtönen. Eine „Himmelsguckerin“, die vom Scheitern und Fliegen erzählt, sagt Friedemann Dietzel. Er ist erstmals dabei bei der letztes Jahr ins Leben gerufenen Aktion „Kunst geht in Gärten“, initiiert vom Kulturamt der Stadt Radebeul, am 17. und 18. Juli von 13 bis 18 Uhr. Die Besucher können Natur, Kunst und Gartenlust an 23 Stationen mit rund einhundert Künstlern erleben.

Bei Friedemann Dietzel in seinem Garten auf dem Langenwiesenweg 64 unweit der Schefflermühle lockt eine reichhaltige Figurenwelt aus meterhohen Holzskulpturen und kleinen, filigranen Bronzegussfiguren. Sie haben auffallend große Hände und verkörpern mal kraftvoll, raumgreifend, springend, tänzerisch bewegt und mit Krücken das Zerbrechliche des menschlichen Seins.

Da kann man poetische Texte und Notizen von ihm zu seinem bildhauerischen Schaffen an der Werkstattwand lesen, stehen philosophische Zitate entlang des Treppenaufgangs zum Garten und wird zum Verweilen und Genießen bei Kaffee und Kuchen und Wein vom Winzer Michail Kruchak nebenan in die Kunstoase im Grünen eingeladen. Außerdem können die Gäste den Klängen der in den Gärten umherwandelnden Musiker lauschen.

„Alles Leben begann in Gärten. Sie erzählen wie der Mensch sich in der Welt einrichtet“, sagt Friedemann Dietzel. Der Garten sei sein Refugium, Rückzugsort für die Seele und Schaffensort seiner Skulpturen. Darunter ein Figurenzyklus mit dem Titel „Zeichen der Zeit“, zu denen „die Haltung“ und „die Hoffnung“ gehören. Diesen Winter entstanden „die Dankbarkeit“ und „die Würde“, „die Versöhnung“ ist gerade im Entstehen. Die über zwei Meter hohen Eichenholzskulpturen stehen in einem weiteren Garten in der Nähe, den Dietzel für Interessierte öffnet. „Das Spiel zwischen Freiheit und Begrenzung und einen Umgang damit finden“, darum geht es ihm vor allem in seinem Werk. Zusammen mit seinem Vater kümmert er sich außerdem um zwei Bienenvölker mit je 50 000 summenden Insekten und bald im Sommer wird der Honig geerntet.

Friedemann Dietzel wurde 1968 in Dresden geboren. Er lernte bei einem Tischlermeister, der viel in Künstlerkreisen unterwegs war, arbeitete in diesem Handwerk mit Herz und Seele und studierte nach der Wende Sozialpädagogik. Er ist als Sozialarbeiter in der Wohnungsnotfallhilfe in einer Beratungsstelle in Dresden tätig. Berufsbegleitend absolvierte Dietzel ein Bildhauerstudium in Bonn. Seit 2006 ist er künstlerisch tätig. In seinem Tun verbinden sich drei Energien, die effizient handwerkliche, die emphatische, einfühlende und die künstlerische, die sich ausdrücken möchte, so Dietzel. Diese werden vielfältig sichtbar in seinem Garten. Das Werden und Vergehen in der Natur immer vor Augen, finden sich hier Erschaffenes und Unfertiges nebeneinander, hegt und pflegt er das Kreative und Intuitive. Der Genuss liegt im Wilden, Verspielten, so Dietzel, nicht im akkurat Abgezirkelten.

„Nach einer Weile fallen die Schnitte wie sie wollen/Sie fressen und schlürfen sich hungrig und rasend/einen eigenen Rhythmus findend/der Sound hallt durch das Tal/malt die Begleitmusik“, beschreibt er die Arbeit mit der Kettensäge an den Skulpturen. Im Sommerhaus hängen Sägebilder, in denen die Kettensäge zum Pinsel wird in einer Mischung aus Bildhauerei, Grafik und Malerei. Da verbrennt sich “Ikarus“ die Flügel und funkelt ein „Sternenhimmel von van Gogh“.

Außerdem wird innerhalb der Veranstaltung „Kunst geht in Gärten“ erstmals zu einem Plenair mit 16 Künstlerinnen und Künstlern aus der Region im Areal von Schloss Wackerbarth eingeladen. Der Rotary Club Radebeul veranstaltet dieses gemeinsam mit dem Erlebnisweingut. Ein ganzes Wochenende (täglich ab 10 Uhr, Eintritt frei) verwandelt sich die barocke Anlage in ein Freiluft-Atelier, wo die Besucher den Künstlern beim Zeichnen, Malen, Drucken und plastischen Gestalten über die Schulter schauen können. Zudem gibt es Musik, Wein und kulinarische Genüsse. Wackerbarth ist seit 20 Jahren das Clublokal des Rotary Club Radebeul mit derzeit 32 Mitgliedern aus verschiedenen Berufen.

Neulinge, die sich auf Empfehlung vorstellen, sind in der Runde gern gesehen. „Wir wollen mit dem Plenair Künstler unterstützen, die nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen, aber dennoch hervorragende Arbeit leisten und oft mit Zweit- und Drittjobs ihren Lebensunterhalt sichern müssen“, sagt Matthias Kratschmer, amtierender Präsident des Rotary Clubs für ein Jahr. Als freiberuflicher Grafik- und Industriedesigner kennt er die Sorgen und Nöte freiberuflicher Kunst- und Kulturschaffender.

Letztes Jahr startete er mit einer “KünstlerKartenBox“, die 34 Kunst-Faltkarten in einer Auflage von 500 Stück für 29 Euro (85 Cent pro Karte) enthält. „Aktuell ist ungefähr die Hälfte verkauft. Der Verkauf war im letzten dreiviertel Jahr coronabedingt fast komplett unterbrochen“, so Kratschmer. Von den Einnahmen wird u.a. das Plenair finanziert, bei dem die teilnehmenden Künstler eine Aufwandsentschädigung von 250 Euro erhalten. Hier ist die Kunstbox auch weiterhin zu erwerben. Außerdem wird eine Ausstellung mit den Künstlerfaltkarten in einer Ausstellung unter dem Mott „Manufakturzauber“ in der Vorweihnachtszeit im Schloss Wackerbarth zu sehen sein und die Werke vom Plenair sollen in einer Dokumentation erscheinen und ebenfalls ausgestellt werden.

Die Besucher von „Kunst in Gärten“ bringen ihr eigenes Glas mit und wer will, das eigene Picknickkörbchen mit. Getränke sind vor Ort erhältlich.
Einritt frei.
Die Künstler freuen sich über eine Spende in den Hut.

Weitere Infos + Orientierungsplan mit den Veranstaltungsorten unter http://www.radebeul.de

Teilnehmende KünstlerInnen am Plenair auf dem Gelände von Schloss Wackerbarth in Radebeul

Gorsleben, Anna
Gräfe, Roland
Hennig, Sebastian
Koschnik, Karen
Kunath, Franziska
Liebscher, Klaus
Mansel, Mechthild
Neumeyer, Karla
Pautze, Stefan
Rauch, Joachim
Uhlig, André
Uhlig, Ralf
Wieland, Irene
Winkler, Renate
Wittwer, Susan
Wolf Tobias

Text + Fotos (lv)

Genuss im Grünen: Im Garten am Hang stehen alte Pflaumen-, Kirschen- und Apfelbäume und die Zucchini auf dem Teller stammen auch aus eigenem Anbau.

Lesung aus „Fest der Folgenlosigkeit“ von Friedrich von Borries im Societaetstheater


Geht ein Leben ohne Eingriff und Folgen für die Natur überhaupt? Und wie? Zum Nachdenken darüber lädt  der Roman „Fest der Folgenlosigkeit“ von Friedrich von Borries ein. Foto: Hannah Jonas

Der Traum vom Leben ohne Folgen

FreundInnen produktiven Zukunftsgedanken sind herzlich eingeladen zu einem spannenden literarischen Abend am 12. Juli, um 20 Uhr im Societaetstheater.

Friedrich von Borries liest aus seinem druckfrischen Roman »Fest der Folgenlosigkeit«, zum allerersten Mal überhaupt. Borries ist Architekt, 2008 war er Generalkommissar des Deutschen Beitrags auf der Architekturbiennale in Venedig. Er lehrt als Professor für Designtheorie und kuratorische Praxis an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Doch in seinem Buch geht es um Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Gibt es etwas Langweiligeres als Thema für einen Roman? Ja. Ein langweiliges Buch. Und das ist »Fest der Folgenlosigkeit« ganz sicher nicht!

Die Managerin Cornelia bittet den Kurator Florian, für die »Stiftung Nachhaltigkeit der Deutschen Industrie« ein Museum für ökologische Kunst zu entwickeln. Florian trifft John, der als radikaler Öko-Aktivist gegen die Kohleindustrie und die Abholzung des Goldbacher Forstes kämpft, den Flüchtling Issa, der Florians Selbstgewissheiten hinterfragt, die frustrierte PR-Frau Suzanna, die für die EU Umweltpolitik macht, aber lieber Bienen züchten will, und den Bergmann Ronald, der Sorge um seinen Arbeitsplatz hat. Selbstüberschätzung trifft auf Lebensangst, Verzweiflung auf Hoffnung, Aktivismus auf Gewalt. All das gipfelt in einem verschwenderischen Fest.

Der Roman erzählt die Geschichte eines Kampfes: des Kampfes zwischen ‚Versuchen‘ und ‚Aufgeben‘, zwischen ‚Gelingen‘ und ‚Scheitern und der Ausweglosigkeit aus einem Kapitalismus des 21. Jahrhunderts, in dem Konzerne subversive Kunstprojekte sponsern. Zugleich hinterfragt er sich permanent selbst. Auf einer Meta-Ebene kommentiert der Autor sein eigenes Erzählen, hinterfragt seine Figuren, stellt selbst die Parallelen zur Wirklichkeit her. Verstörend. Amüsant. Anregend. Ein Buch, das den Leser zum Mitdenker macht.

Friedrich von Borries hat aber nicht ‚nur‘ einen Roman geschrieben, über den es sich zu sprechen lohnt – mit einer Ausstellung, einer App, einem Stipendium des Nichtstuns und Symposien kommt er auf breiter Front mit der Frage: Wie sähe ein Leben aus, das – im ökologischen Sinne – möglichst folgenlos bleibt?

Tickets gibt es hier: https://www.societaetstheater.de/veranstaltung/fest-der-folgenlosigkeit/

Text: Team des Societaestheaters & Büchers Best