BilderAlbum: Erste Klimaschutz-Demo von Fridays for Future in Dresden

„Make Love not CO2“

Stand auf einem der vielen Pappschilder im langen, bunten Demonstrationszug der vorwiegend jungen Teilnehmer, auf einem anderen: „Ich hab nicht vor, zum Mars zu zieh`n“ und „Lasst die Erde nicht hängen.“ Vorneweg liefen die Kinder mit einem Spruchband von friday for future: „Wir streiken, bis ihr handelt.“ Hinter ihnen Erwachsene, die sich ihnen erstmals anschlossen bei der großen Klimaschutz-Demo am vergangenen Freitag, zu der die Bewegung weltweit aufrief. In Dresden gingen rund
13 000 Leute generationsübergreifend für den Umweltschutz auf die Straße laut Veranstalter friday for future, in Leipzig 25 000 und in Hamburg 100 000 Menschen. Ingesamt streikten am 20. September 1,4 Millionen Menschen überall im Land für mehr Klimaschutz. Das macht Macht.

Doch es bleibt noch viel zu tun. Siehe dazu den untenstehenden Beitrag der Initiative Campact, welche die Umweltaktivisten unterstützt. Weitere Unterstützung ist gefragt, damit auch die Bundesregierung endlich ernst macht mit einem nachhaltigen Klimaschutzpaket.

Text + Fotos (lv)


Fleißige Müllsammler. Junge Umweltaktivisten zeigen, was sie entlang der Wegstrecke der Demo vom Dresdner Hauptbahnhof bis zum Sächsischen Landtag so alles fanden.

Totalversagen

Die GroKo täuscht beim Klimaschutz: Ihr Gesetzespaket wird das Aufheizen des Planeten kaum bremsen. Wir stellen ihr jetzt ein Ultimatum: Bis zum nächsten Klimastreik am 29. November erwarten wir ein neues Paket – sonst treibt es uns noch vehementer auf die Straße. Bitte unterzeichnen auch Sie jetzt den Eil-Appell!

Klicken Sie hier – und unterzeichnen Sie den Eil-Appell

 

Ein Wechselbad der Gefühle: 1,4 Millionen Menschen streiken überall im Land für mehr Klimaschutz.[1] Die größte Demonstration in der Geschichte dieses Landes. Überall Gänsehaut-Momente, einfach Wahnsinn! Und zeitgleich präsentiert die Regierung ein „Klima-Paket“, das selbst die niedrigsten Erwartungen unterbietet: Klimaschutz im Miniatur-Format.[2]

Union und SPD wollen die Klimakrise mit Geld erschlagen, packen aber die großen Probleme nicht an. Bahntickets machen sie ein paar Euro günstiger – SUVs sollen aber weiter das Klima verpesten. Elektroautos fördert die Regierung – doch für den Strom lässt sie noch bis 2038 Kohlekraftwerke laufen und bremst sogar den Ausbau der Windkraft. Dem CO2-Ausstoß verpasst sie zwar einen Preis – aber auf Discounter-Niveau, so dass er völlig wirkungslos bleibt.

Doch eines ist auch klar: Nach diesem Fest der Proteste, der Million auf den Straßen, kann das nicht das letzte Wort der Regierung sein. Wir setzen Union und SPD jetzt eine letzte Frist – und sagen: Mit Symbolpolitik werdet Ihr uns nicht los. Legt bis zum 29. November – zum Beginn der Weltklimakonferenz und zur Halbzeitbilanz der GroKo – einen Plan vor, der das Kippen des Klimasystems wirklich verhindert.

Viele Hunderttausend Unterschriften unter einem solchen Ultimatum – das kann insbesondere die SPD antreiben. Olaf Scholz und andere führende SPD-Politiker*innen haben erst letzte Woche den Klimaschutz zur Koalitionsfrage erklärt[3]. Merken sie, dass ihr vorgetäuschter Klimaschutz keine Ruhe bringt, müssen sie nachverhandeln. Sonst droht ihnen am 29. November der nächste große Klimastreik – kurz bevor die SPD auf ihrem Parteitag Anfang Dezember die GroKo-Halbzeitbilanz zieht.

Schon am Mittwoch will das Kabinett seine Klimapläne verabschieden. Haben wir mindestens 500.000 Unterschriften unter unserem Eil-Appell, werden wir vor dem Kanzleramt Union und SPD unser Entsetzen verdeutlichen. Mit einer halbierten Erdkugel zeigen wir: Klimaschutz mit halber Kraft nehmen wir nicht hin. Doch unter dieser Botschaft brauchen wir jetzt Ihre Unterschrift. Bitte machen Sie jetzt mit!

 

Viel Wirbel um wenig: Lange tagte ein „Klimakabinett“, die Regierung holte zig Gutachten zum Klimaschutz ein, Kanzlerin Angela Merkel sprach von einer „Menschheitsaufgabe“.[4] Zuletzt verhandelte die Große Koalition sogar die ganze Nacht durch – all das sollte beweisen: Union und SPD nehmen die Klimapolitik endlich ernst. Schließlich ist die unkontrollierte Aufheizung der Atmosphäre seit Monaten für viele Bürger*innen das wichtigste Thema.[5]

Nun legt sich der Staub – und die Regierung hält fast nichts in der Hand. An die Knackpunkte traut sie sich nicht heran:

  • Im Verkehr sind die CO2-Emissionen seit 1990 kaum gesunken. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wird daran jetzt wenig ändern. Seine teuren Förderprogramme sollen verdecken: Diesel und Benziner dürfen unbegrenzt weiterlaufen, ein Ausstiegsdatum fehlt. Und an Tempolimit oder SUV-Schwemme traut sich die Regierung erst gar nicht ran.
  • Bei der Stromerzeugung bleibt es dabei: Der Kohleausstieg kommt erst in 20 Jahren – 2038 soll der letzte Meiler vom Netz gehen. Gleichzeitig würgt die Koalition den Ausbau der Windkraft mit dem neuen Mindestabstand zu Gebäuden weiter ab. Der einzige Lichtblick: Für die Solarenergie fällt endlich der unsinnige Ausbaudeckel.
  • Den CO2-Preis setzt die Regierung mit 10 Euro pro Tonne lächerlich niedrig an. Auf maximal 60 Euro darf er in den nächsten sieben Jahren steigen. Doch selbst dann wirkt er noch nicht – dafür müsste er deutlich höher sein. Weil gleichzeitig die Pendlerpauschale steigt, wird Autofahren zuerst für viele sogar günstiger.
  • Die Koalition fördert mit viel Geld Bahn, Radwege oder Elektroautos. Das ist natürlich gut – bleibt aber so lange absurd, wie noch mehr Geld in Klimakiller fließt. So genießen Diesel oder Flugbenzin auch in Zukunft große Steuervorteile, und die Regierung steckt Milliarden in den Bau neuer Fernstraßen und Autobahnen.[6]

Unterm Strich: ein Sammelsurium an halbgaren Einzelmaßnahmen, geschmückt mit teils ziellosen Fördermilliarden. So versucht die Koalition, den Eindruck zu erwecken, sie schütze endlich konsequent das Klima.

Wir sehen: Die Regierung reagiert auf unsere Proteste – doch gerade jetzt dürfen wir nicht nachlassen. Wir müssen zeigen: Uns bringt sie so nicht zum Schweigen. Ein bisschen Klimaschutz reicht uns nicht mehr! Lassen Sie die Regierung damit nicht durchkommen – unterzeichnen Sie bitte jetzt unseren Eil-Appell für mehr Klimaschutz.

Unterzeichnen Sie hier den Eil-Appell
Herzliche Grüße
Chris Methmann, Teamleiter Kampagnen
Christoph Bautz, Campact-VorstandPS: Verkehrsminister Scheuer verweigert die Einsicht in seine Klima-Rechnung.[7] Niemand soll nachprüfen können, ob sein Klima-Plan wirklich was bringt. Das allein wirkt verdächtig wie Symbolpolitik. Entzaubern Sie diese Trickserei – und unterzeichnen Sie jetzt unseren Eil-Appell!
Ja, ich will konsequenten Klimaschutz – ich unterzeichne
[1] „1,4 Millionen demonstrieren in Deutschland“, n-tv Online, 20. September 2019
[2] „Mehr Päckchen als Paket“, Spiegel Online, 20. September 2019
[3] „Scholz erklärt Klimapolitik zur Koalitionsfrage“, Spiegel Online, 2. September 2019
[4] „Der Klimaschutz wird Geld kosten“, Welt Online, 11. September 2019
[5] “Klimawandel ist für die meisten Deutschen das größte Problem“, Zeit Online, 19. August 2019
[6] „Klimaschädliche Subventionen abbauen“, klimareporter, 19. September 2019
[7] „Verkehrsministerium verweigert Prüfung seiner Klimaschutzpläne“, Spiegel Online, 13. September 2019
Kampagnen | Über Campact | Spenden | Kontakt
Klicken Sie hier, um den Newsletter abzubestellen
Campact e.V. | Artilleriestraße 6 | 27283 Verden

 

Premiere „Ich werde nicht hassen“ im Kleinen Haus


Bücher und Bildung als Waffe im Kampf gegen Hass und Gewalt. Davon erzählt das Stück „Ich werde nicht hassen“ mit David Kosel als palästinensischer Arzt Izzeldin Abuelaish. Foto: Sebastian Hoppe

Die Kraft des Erzählens und Mitgefühls

Der Bilder- und Schlagzeilenflut von den Krisenherden der Welt setzt die Inszenierung „Ich werde nicht hassen“ die spannende wie ergreifende Geschichte von Izzeldin Abuelaish entgegen, der sich trotz großem Leid seinen Lebensmut und Hoffnung auf eine bessere, friedliche Welt nicht nehmen lässt. Wenn die Menschen aufhören, zu hassen und stattdessen einander zuhören. Die Premiere war am Sonntagabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Sein Leben gleicht einer Achterbahnfahrt. Glück und Gewalt, Elend, Leid und unerschütterliche Hoffnung begleiten ihn seit Kindertagen. Er arbeitete als erster palästinensischer Arzt und Gynäkologe in einer Klinik in Israel und verlor drei seiner Töchter und eine Nichte kurz vor Ende des Gaza-Krieges bei einem israelischen Panzerbeschuss auf sein Wohnhaus. Doch sein Lebenswille ist ungebrochen. Davon erzählt das Stück “Ich werde nicht hassen“ nach der Autobiographie von Izzeldin Abuelaish in einer Bühnenbearbeitung von Silvia Armbruster und Ernst Konarek. Die Premiere war am Sonntagabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Mit einem freundlichen Salem Aleikum begrüßt der junge Schauspieler David Kosel die Zuschauer und fragt wie es ihnen geht. Zuerst liest er eine Episode aus dem Buch „I Shall not hate“ (Du sollst nicht hassen), die ihn nicht loslässt. Darin begegnet der Autor einem Mädchen, das Seesterne am Strand wieder zurück ins Meer wirft. Aber es gibt doch so viele, fragt er sie verwundert. Doch für diesen einen Seestern macht es einen Unterschied, antwortet sie. Erzählend und spielend taucht David Kosel in die Lebensgeschichte von Abuelaish ein, der 1955 im Flüchtlingslager Jabalia im Gaza-Streifen geboren wurde und aufwuchs. Als Arzt und Geburtshelfer sieht er sich auch als Vermittler im Konflikt zwischen Israel und Palästina und gerät ungewollt immer wieder zwischen die Fronten.

Mit abwechselnd sanfter, geduldiger Stimme, leisem Humor und scharfem Befehlston kommen seine Erinnerungen an den Alltag im verfeindeten Grenzgebiet, die ständigen Kontrollen, Verhöre und Terrorverdächtigungen auf die Bühne. Die Inszenierung in der Regie von Fanny Staffa verzichtet dabei auf allseits bekannte Gewaltaufnahmen. Sie vertraut vielmehr auf die unmittelbare Kraft des Erzählens, das Bilder im Kopf entstehen lässt und lebhaft, spannend und ergreifend geschildert um so tiefer geht. Dazu braucht es wenige Requisiten. Eine Holzkiste, auf der Kosel sitzt, erzählt und trommelt zu arabischer Musik und einen bunten Orientteppich als Zuhause. Eine Lichterschlange mit bunten Lämpchen an der dunklen Bühnenwand, vor der er übermütig tanzt, als sein Traum Arzt zu werden wahr geworden ist.

Er tritt näher ans Publikum heran, während er von einem Mädchen mit schweren Verbrennungen erzählt, das er im Krankenhaus in Israel behandeln wollte und zu seinem Entsetzen mit einem Sprengstoffgürtel gerade noch rechtzeitig festgenommen wurde. Sie sollte von der palästinensischen Organisation Hamas benutzt, möglichst viele Menschen mit in den Tod reißen. Dabei hätte sie im Grenzkonflikt eine „Botschafterin des Friedens“ sein können. Nahegeht auch seine Schilderung, ein dramatischer Wettlauf mit der Zeit und Willkür an der israelischen Grenze, als er seine schwerkranke Frau Nadia im Krankenhaus ein letztes Mal sehen will. Wenig später wird sein Wohnhaus beschossen. Leise und stockend erzählt er im Halbdunkel von den letzten Lebensminuten seiner drei wundervollen Töchter und dem Grauen ihres Todes. Doch fünf seiner Kinder leben noch. „Ich werde mich weiter bewegen, ich werde nicht hassen“, stehen seine Worte als Botschaft und Neuanfang im Raum. Viel Beifall für eine bewegende Aufführung, die auch als Theater im Klassenzimmer angeboten wird.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Ausstellung & Konzert in der Produzentengalerie im Jahnaischen Hof Meissen

Kunst & Wein genießen

Dazu locken mehrere Veranstaltungen in der Produzentengalerie auf dem Jahnaischen Hof in Meißen. Dies ist auch die letzte Gelegenheit, die wunderbare Gastausstellung „binnen as buten“ mit Hinterglasbilder von Wolfgang E. HerbstSilesius zu besichtigen.

Sonntag, 22.9., 18.00 Uhr
Konzert 
zur neuen CD mit WOGER (Wolfgang Gerbig) und Peter Braukmann

„AUS DER SEELE“ heißt die aktuell erschienene CD mit Liedern, die WOGER sich Wort wörtlich aus der Seele geschrieben und komponiert hat. Lieder über seine Gedanken zu Rechtspopulismus, über soziale Spaltung und andere politische Entwicklungen und Themen. „Ich werde nicht aufhören, gegen den Rechtruck, für eine menschenbejahrende Migrationspolitik und gegen soziale Ungerechtigkeit zu singen.“ Aber auch autobiographische Songs über seine Kindheit im Ruhrgebiet und seine Wahlheimat dem südbadischen Staufen sind auf der CD vertont.

„AM ENDE DER NACHT“ heißt die im September erscheinenden CD von Peter Braukmann. Neben neuen Liedern werden bekannte Songs wie „Das Rabenlied“ oder „Wird mir ein Vergnügen sein“ in überarbeiteter Fassung zum Besten gegeben. Außerdem präsentiert er nach 38 Jahren wieder seinen  fast prophetischen Song „Desperados“.

28./29.9. Weinfest in Meißen
kleiner Ausschank im Brunnenhof – geöffnete Galerie mit Hinterglasbildern von Wolfgang E.Herbst Silesius und Grafik und Malerei von Sylvia Fenk und Gerrit Höfig

Sonntag, 29.9., ab 14.00 Uhr Auftritt des Männerquintett’s  „Die Kerners“

„Die Kerners“ aus Dresden – das sind  Klaus Knoch, Andre Glöckner, Martin Feistel, Christoph Springer und Robert Schad. Die fünf singen seit Jahren in verschiedenen Dresdner Chören und seit 2012 gemeinsam in ihrer Freizeit und zu ihrer Freude. Mit musikalischen Genüssen möchten die Sänger ihr geneigtes Publikum zu »Wein, Weib und Gesang« verführen – mit Liebesliedern und Trinkliedern von der Renaissance über die Romantik bis hin zur Unterhaltungskultur des 20. Jahrhunderts und unserer Tage.

Text: Sylvia Fenk

Die Galerie ist auch außerhalb dieser Veranstaltungen nach Vereinbarung geöffnet.      Sylvia Fenk, 03521/408759,  Freiheit 1 in Meißen, infos:

www.sylviafenk.de

Ausstellung „Visions“ von Viktoria Graf in der Galerie Kunst & Eros

»VISIONS« Viktoria Graf

Malerei · Zeichnung “
20.
September bis 23. November 2019

Vernissage am Freitag, 20. September 2019 · Beginn 19.30 Uhr in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden.

Begrüßung: Janett Noack, Galeristin
Einführung: Solvig Frey
Musik: »Persona Link« – instrumentales & experimentelles E- Gitarren Duo

Viktoria Graf widmet sich erstmalig in den hier gezeigten Arbeiten, einer Vielzahl von Malereien und Zeichnungen, dem Thema zeitgenössischer erotischer Kunst. Dabei geht die Künstlerin insbesondere in ihren erotisch-skurrilen Zeichnungen einen neuen Weg, für die sie eine minimalistische Bildsprache entwickelt hat. Die Künstlerin ist bekannt für ihre märchenhaften und fantastischen Darstellungen. In erzählerischer Weise nimmt uns die Künstlerin auf eine Reise in surreale Welten, Träume, Sehnsüchte und Erlebtes. Dabei untersucht sie alle Facetten von Weiblichkeit, Sinnlichkeit und Identität.

Wir freuen uns über Ihren Besuch!

Text + Foto: Janett Noack & Team

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr

http://www.kunstunderos.de, info@kunstunderos.de , Tel. 0351 8024785 

Neue Romane Dresdner Autoren zu deutscher Geschichte & Gegenwart

Auch im Literaturhaus Dresden in der Villa Augustin, Antonstr. 1/Albertplatz  kreist der Veranstaltungsherbst um 30 Jahre Mauerfall. Dazu gibt es zwei Buchvorstellungen und Lesungen. Die Autorin Peggy Mädler stellt dort am 19. September, um 19 Uhr ihren vielbeachteten neuen Roman „Wohn wir gehen“ vor, für den sie 2019 den Fontane-Literaturpreis erhielt. Am 24. September, um 19 Uhr stellt dann der Schriftsteller Jens Wonneberger seinen neuen Roamn „Mission Pflaumenbaum“ vor.  

Peggy Mädler, „Wohin wir gehen“
Do., 19.9., 19 Uhr

Nach dem großen Erfolg ihres ersten, 2011 erschienenen Romans „Legende vom Glück des Menschen“, der sich über die Anmaßung eines politisch verordneten Glücks empört, legt Peggy Mädler ihren zweiten Roman vor.

Almut und Rosa, zwei Mädchen im Böhmen der 1940er Jahre, sind beste Freundinnen. Als Almuts Vater überraschend stirbt und ihre Mutter Selbstmord begeht, nimmt Rosas Mutter, eine deutsche Kommunistin und Antifaschistin, die nach dem Krieg wie alle Deutschen die Tschechoslowakei verlassen muss, beide Mädchen mit nach Brandenburg. Sie teilen Erfahrungen von Verlust und Entwurzelung, aber auch von wachsender Verbundenheit mit dem neugegründeten Staat. Doch mit Dreißig entscheidet sich Rosa abermals für einen Neuanfang: Sie flieht nach Westberlin.

Ein halbes Jahrhundert später hat Almuts Tochter Elli ebenfalls eine beste Freundin, die Dramaturgin Kristine. Und sie ist es schließlich, die sich im Alter um Almut kümmert, als Elli in Basel eine Stelle am Theater hat.

Erfahrungen und Erinnerungen lagern sich wie Sedimente ab. Lebenswege verschlingen sich, es geht immer auch ums Weggehen, Ankommen oder Bleiben, und um den Moment, in dem man sieht, was wirklich zählt.

Die 1976 in Dresden geborene Peggy Mädler schreibt sich in ihrem Roman durch mehrere politische Systeme und Staaten, eng verwoben mit den großen sozialen Verwerfungen der vergangenen hundert Jahre. Sie lebt und arbeitet in Berlin als Autorin und Dramaturgin, ist Mitbegründerin der Künstlerformation Labor für kontrafaktisches Denken.

Moderation: Michael G. Fritz

Jens Wonneberger, „Mission Pflaumenbaum“
Di., 24.9., 19 Uhr

Jens Wonneberger stellt seinen neuen Roman vor: Eine Geschichte über einen Vater, der seine Tochter neu kennenlernt, in einem Dorf im Osten des Landes dreißig Jahre nach der Wende. Wonneberger, einer der produktivsten und erfolgreichsten Dresdner Schriftsteller, liest aus „Mission Pflaumenbaum“. Im Zentrum steht der Bibliothekar Kramer, der seine Tochter besucht, die gemeinsam mit ihrem Mann ein altes Haus mitsamt Obstgarten gekauft hat, der wunderschön ist, wäre da nicht der abgestorbene Pflaumenbaum.

Im Gespräch mit dem alten Rottmann wird er tief in die Dorfgeschichte hineingezogen und mit Argumenten konfrontiert, die er von den Pegida-Demonstrationen zu kennen glaubt. Zudem merkt er, wie wenig er im Grunde von seiner Tochter weiß.

„Mission Pflaumenbaum“ ist Wonnebergers politischster Roman. Es wäre freilich nicht Wonneberger, wenn die Worte nicht kostbar gewebt und von großer Poesie wären. Eine Dorfgeschichte der subtilsten Art!

Wonneberger, geboren 1960 in der Lausitz, lebt in Dresden. Diverse Stipendien und Preise, u.a. 2010 Sächsischer Literaturpreis, 2017 Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Zuletzt erschienen die Romane „Goetheallee“, „Himmelreich“ und „Sprich oder stirb“.

Der Abend wird moderiert von dem Dresdner Dichter, Herausgeber und Publizisten Norbert Weiß.

Text: Michael G. Fritz

Das Literaturhaus Dresden stellt jeweils 6 Freikarten zur Verfügung, die Sie (first come first serve) telefonisch oder per E-Mail bestellen können.

————————————————————
Förderverein für das Erich Kästner Museum /
Dresdner Literaturbüro e.V.
Literaturhaus Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087
http://www.facebook.com/Literaturhaus.Dresden
http://www.literaturhaus-dresden.de

Erste „Lange Nacht der Volkshochschulen“ als Ort der Begegnung für alle

Zwischen Geschichte, Weltall und Klettern

Ein Höhepunkt des Herbst- und Wintersemesters ist die erste „Lange Nacht der Volkshochschulen“ am 20. September bundesweit zum 100-jährigen Jubiläum der Bildungseinrichtung. Auch an der VHS in Dresden in der Annenstraße 10 lockt ab 18 Uhr ein vielseitiges Programm.

Die Tage werden langsam kürzer und bis zum goldenen Herbst ist es nicht mehr weit.  Das neue Herbst- und Wintersemester der Volkshochschule Dresden hält viele spannende Programmpunkte zum Ausprobieren, Mitdiskutieren, Üben, Erfahrungen sammeln und Neulernen bereit.

Hoch hinaus geht es in der Reihe „Grundfragen der Zeit“. Am 17. September stellt sich die Volkshochschule die Frage: „Erkundung des Weltraums – wie sehen die aktuellen Höhepunkte und die zukünftigen Entwicklungen der Raumfahrt aus?“ Besonders gespannt dürfen die Besucher dabei auf die Antworten von Thomas Reiter sein. Der frühere Astronaut umrundete in seinen beiden Missionen insgesamt 5.600-mal die Erde an Bord der russischen Raumstation MIR. Ganz im Zeichen wissenschaftlicher Erkenntnis steht auch eine Veranstaltung am 12. Dezember: Der Rektor der Technischen Universität Dresden, Hans Müller-Steinhagen, berichtet über seine Hochschule, die nicht nur Impulsgeberin für wichtige Industrieansiedlungen in Dresden, sondern auch die einzige Exzellenz-Universität in Ostdeutschland ist. In der Reihe „Exzellent. Dresden forscht“ stellt dann der Erziehungswissenschaftler Thomas Köhler am 23. Oktober aktuelle Erkenntnisse zum Thema „Digitale Bildung – Wie lernt man in der Zukunft?“ vor.

Ein Höhepunkt des kommenden Semesters ist die „Lange Nacht der Volkshochschulen“ am 20. September. Unter dem Motto „zusammenleben. zusammenhalten“ feiern die Bildungseinrichtungen bundesweit ihr 100-jähriges Jubiläum. Vor dem Hintergrund ihrer bewegten Entstehungsgeschichte in der Weimarer Republik wollen sie an den Anspruch auf staatlich geförderte Weiterbildung eines Jeden erinnern und ein Zeichen für Offenheit, Vielfalt und Zusammenhalt setzen. Im Gespräch mit Annemarie Müller und Dr. Herbert Wagner nimmt die Volkshochschule am 12. November gleich das nächste historische Ereignis in den Blick: Die Friedliche Revolution von 1989. Zeitzeugen berichten über ihre Erlebnisse, Sorgen und Erfolge der bewegten Zeit vor 30 Jahren.

Zu den beliebten Klassikern des Volkshochschulangebotes gehören auch sportliche Attraktionen. Wahre Wanderfreunde lockt vom 3. bis 6. Oktober eine 100 km lange Erlebniswanderung rund um Dresden. Auf verschiedenen Tagesetappen führt der Weg zu vielfältigen Einblicken in Natur und Kultur der Elbmetropole. Ob das professionelle Klettern eine Männersache ist und welchen Vorurteilen weibliche Alpinistinnen begegnen, erzählt Buchautor Peter Brunnert in seiner humorvollen und kurzweiligen Lesung „Frau und Berg – wir müssen reden!“ am 23. Januar. Neben Sportlern kommen auch Sprachenliebhaber auf ihre Kosten: Unter den 31 Fremdsprachen bietet die Volkshochschule auch Gälisch und Hebräisch an. Zudem kann in Live-Webinaren eine Kaufmännische Weiterbildung absolviert werden. Außerdem bietet das neue Semester vielseitige Ferienprogramme für Schulkinder aller Altersklassen.

Eine Anmeldung ist online über die VHS-Dresden-Webseite, in der Geschäftsstelle Annenstraße 10 (Montag bis Freitag 9 Uhr bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag 14 Uhr bis 18 Uhr), im Standort Gorbitz (Helbigsdorfer Weg 1, Montag und Dienstag 15 Uhr bis 18 Uhr) und telefonisch unter 0351 254400 möglich.

Weitere Infos: www.vhs-dresden.de

Zusammenleben und zusammenhalten
Volkshochschule Dresden feiert am 20. September Lange Nacht der Volkshochschulen

Mehr als ein Menschenleben ist er her, dass sich die ersten Volkshochschulen in Deutschland gründeten. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges sollten bis dahin ausgeschlossene Bürgerschichten eine bessere Bildung erhalten. Seit 1919 haben sich die überall im Lande entstandenen Volkshochschulen bewährt und sind bis heute ein lebendiger Ort der Begegnung, des Austausches und des gemeinsamen Lernens. Unter dem Motto „zusammenleben. zusammenhalten“ feiern über 400 Bildungseinrichtungen bundesweit am 20. September ab 18 Uhr die erste „Lange Nacht der Volkshochschulen“.

Auf allen Etagen ihres Hauses in der Annenstraße 10 sorgt die Volkshochschule Dresden für ein abwechslungsreiches Programm: Interessierte können mitmachen, probieren, genießen, staunen, feiern und Neues entdecken. Zu Erleben gibt es beispielsweise ein Torwandschießen, neueste Tipps für das Smartphone sowie zur gesunden Ernährung, „Geschichten vom Dach“ und „Sprachen der Welt für die Welt“. Außerdem können die Gäste an einer Führung durch das Haus teilnehmen, die Bibliothek der Weltliteraturen „Prof. Klaus Stiebert“ entdecken, ihr Glück beim Glücksradspiel der Dresdner Bildungsberatung versuchen, dem Geburtstagsständchen des VHS-Chores lauschen und natürlich die Geburtstagstorte verkosten. Für alle 100-Jährigen gibt es gratis Cocktails und gemeinsam können alle Generationen die Gerichte wie vor 100 Jahren verkosten.

Ob „zusammen sprechen“, „zusammen schlau werden“, „zusammen genießen“ oder „zusammen entdecken“: Hinter allen Aktivitäten zur „Langen Nacht der Volkshochschulen“ steckt das Angebot, seinen Mitmenschen zu begegnen. Die Volkshochschule will damit zu ihrem einhundertsten Jubiläum ein deutliches Zeichen für den notwendigen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft setzen.

Der Eintritt ist kostenfrei, es ist keine Voranmeldung notwendig. Es ist zudem möglich, sich an dem Abend für weiterführende Kurse anzumelden.

Text: meeco Communication Services

Jubiläumsgala Fünf Jahre Boulevardtheater Dresden & Premiere „Barock me, Gräfin Cosel“


Publikumslieblinge Egon Olsen und Pippi Langstrumpf

Mit Herz und Humor: die beiden Geschäftsführer des Boulevardtheaters, Morten Ernst und Olaf Becker verstehen ihr Publikum immer auf`s Neue zu überraschen. Fotos: Robert Jentzsch

Barock me Cosel zur Jubiläumsfete

Eine bunte Schar witzig bis schrill-skurrller Gestalten – die Stars der aktuellen Inszenierungen und aus den beliebtesten Produktionen der vergangenen fünf Jahre – spielten und feierten mit 500 Gästen das fünfjährige Bestehen der Spielstätte.


Mit einer großen Jubiläumsgala hat das Boulevardtheater Dresden am vergangenen Samstag sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. Der Abend präsentierte sich als ein großes gemeinsames Fest im gesamten Haus und bot eine einmalige Show anlässlich der Theatereröffnung am 14. September 2014.

 In einer festlichen und herrlich amüsanten Gala erlebten die 500 Gäste die Stars aus dem aktuellen Spielplan und viele Publikumslieblinge aus den beliebtesten Produktionen der vergangenen fünf Jahre einmal ganz anders. Dieser Abend war das einmalige und gemeinsame Erlebnis zum fünften Geburtstag einer verrückten Idee.

Das Publikum sah ein feierliches, überraschendes und emotionales Miteinander – mit Lieblingsliedern und großen Hits, so manche Anekdote aus den bisherigen turbulenten Jahren und jede Menge Spaß. Die Lieblingskünstler aus dem Lieblingstheater ihrer Lieblingsgäste musizierten zusammen mit der Lieblingsband des Hauses – und nichts schien unmöglich.

Da traf Pippi Langstrumpf auf einen mächtig gewaltigen Egon, auf die ollen dollen Tortenkiller, auf Bernd Seifert, den Klempner der Herzen, auf Charleys Tante im Chor mit frivolen Doktoren, Pastoren und Lehrern. Die Mama aus Belcanto schmetterte ihre Lieblingsarie, die Legenden erhoben ihre Stimmen im Osten und feierten mit der perückten Gräfin Cosel eine Fete, die schier nie enden wollte… 

Dass der Abend zum Fest für alle Sinne wurde, dafür sorgten das Hotel Suitess mit einem zünftigen BBQ-Buffett, Susi Sorglos mit leckeren Suppen, LisaLi mit köstlichen Eissorten sowie Viba Erlebnis-Confiserie und Café mit unwiderstehlichen Dessert-Variationen. Für die gute Unterhaltung vor, zwischen und nach der Jubiläumsgala sorgten u.a. 2hot, DC Marc, das Duo Mimikry, Close-Up Magier und ein Pyrografie-Schnellzeichner mit Wunderkerzen.

Hintergrund

Das Boulevardtheater Dresden ist mittlerweile die beliebteste Adresse für Unterhaltung und Volkstheater in der sächsischen Landeshauptstadt. Seit dem 14. September 2014 heißt es „Vorhang auf“ und „Bühne frei“ für die hohe Kunst des Amüsements und der herzerfrischenden Unterhaltung in Dresden. Komödie, Märchen und Konzert – Comedy, Lesung und Show – für Kinder und Familien, für Erwachsene jeden Alters, für Gruppen und Firmen – das ist das ganzjährige Unterhaltungsprogramm für alle Dresdner und die Gäste der Stadt. Neben jährlichen Neu-Inszenierungen gibt es im Haus in der Maternistraße (ehemals Theater Wechselbad) auch besondere Dresdner Klassiker, faszinierende Märchen, einzigartiges Sandtheater, kultige Musik- und Theatershows zu erleben oder auch die berühmten frivolen Komödien, welche erst für Besucher ab 18 Jahre empfohlen werden. Weitere empfehlenswerte Gastspiele von lokalen, nationalen und internationalen Künstlern ergänzen den abwechslungsreichen Spielplan.

Die nächste Premiere ist „Barock me, Gräfin Cosel“ – ein perücktes Musical über Macht, Mätressen und Magie am 27. Oktober, um 18 Uhr im Boulevardtheater Dresden.

Text: Rex Jakob/Boulevardtheater

http://www.boulevardtheater.de

Demo zum Klimaschutz weltweit am 20. September auch in Dresden

Ich bin Clara Mayer, 18 Jahre alt, komme aus Berlin und mache bei „Fridays for Future“ mit. 

Bei meinem ersten Streik fürs Klima waren wir nur ein paar Hundert Leute, kaum jemand hat uns beachtet. Aber beim letzten großen Aktionstag waren wir 300.000 Menschen deutschlandweit. In Berlin war es so voll, überall Leute. Es war krass! Aber es ist auch frustrierend. Denn wir streiken jetzt seit einem halben Jahr. Und die Bundesregierung tut nichts. Sie redet nur. Wir Jugendlichen müssen weiter zuschauen, wie Erwachsene unsere Erde verheizen. Und unsere Zukunft.

Wenn die Regierung auf uns alleine nicht hört, dann müssen jetzt auch die anderen Generationen dabei sein. Deswegen hat Greta Thunberg zum größten Streik der Erde aufgerufen. Am Freitag, den 20. September streiken wir weltweit – und diesmal brauchen wir auch Euch, die Erwachsenen! An diesem Tag entscheidet das Klimakabinett der Regierung über die neuen Klimagesetze.

Überall in Deutschland soll es Demos und Kundgebungen und Aktionen geben. Das schaffen wir nicht allein. Dafür brauchen wir Organisationen wie Campact, die wissen, wie man Erwachsene auf die Straße bringt.

Campact will uns mit Hunderttausenden Plakaten und Flyern unterstützen, mit Videos für den Streiktag und jeder Menge Hilfe bei den Bühnen und Lautsprechern. So könnte das wirklich klappen mit dem größten Streik der Welt! Aber der September ist schon bald, also müssen wir gleich loslegen. Deswegen bitte ich Sie: Unterstützen Sie uns Schüler*innen. Machen Sie mit Ihrer Spende den größten Klimastreik der Welt möglich! Schon 10 Euro sind eine große Hilfe.
Spenden Sie bitte hier für den großen Klimastreik
Ich kann heute leider nicht spenden

Einsatz für Klimaschutzpaket

„Es reicht nicht mehr, dass nur wir jungen Menschen streiken“, sagt Jakob Blasel, 18 Jahre, Aktivist von Fridays for Future. „Alle müssen jetzt mitmachen, denn es geht um die Zukunft unseres Planeten.“ Jakob und seine Mitstreiter*innen wollen etwas historisch Einmaliges erreichen: einen weltweiten Klimastreik mit Millionen Menschen – alle Generationen an Tausenden Orten. Am Freitag nächste Woche, den 20. September. Deshalb setzt Jakob darauf, dass Sie dabei sind: bei Ihnen in Dresden.

„Wenn genug Menschen mitmachen, könnte der 20. September ein Wendepunkt sein,“ sagt Jakob. Zu Recht. Denn selten war Protest so optimal terminiert. Am gleichen Tag entscheidet die Regierung über ihr Klimaschutzpaket. Sie will die wichtigen Fragen knacken: Ob wir ein Klimaschutzgesetz bekommen. Wie schnell der Kohleausstieg geht. Ob ein CO2-Preis kommt – und in welcher Höhe. Sie sehen: Es geht um alles. SPD-Vizekanzler Olaf Scholz hat ambitionierten Klimaschutz gar zur Koalitionsfrage erklärt.[1]

Schon jetzt sind CDU/CSU und SPD in Aufregung. Sie ahnen, dass ihnen die Wähler*innen davonlaufen – weil sie beim Klimaschutz versagen. Protest von Hunderttausenden in allen Ecken Deutschlands: Das zeigt der Koalition – sie muss handeln. Dafür braucht es jetzt Sie. Protestieren Sie nächste Woche Freitag mit!

Überall im Land versammeln sich am Freitag, den 20. September Rentner*innen, Berufstätige und Familien mit ihren Kindern. Schüler*innen, Auszubildende und Student*innen. Manche können sich nur zwei Stunden frei nehmen, schauen während der Mittagspause vorbei. Jeder Mensch, jedes Plakat zählt: Auch bei Ihnen um die Ecke ist was los – machen Sie den Protest stark, kommen Sie vorbei.

Dresden, Hauptbahnhof, 11:55 Uhr

Sagen Sie uns jetzt Bescheid, ob Sie am 20. September dabei sind. Klicken Sie hier:

Ja, ich bin dabei!
Nein, ich kann leider nicht
„Wenn wir jetzt nichts unternehmen, gibt es keine Zukunft für uns“ – Jakob protestiert jeden Freitag für das Klima. Zusammen mit Hunderten Jugendlichen in seiner Stadt und gemeinsam mit Millionen weltweit. Die jungen Menschen haben das Klima-Thema ganz oben auf die politische Agenda gebracht. Doch gehandelt hat die Politik bisher nicht. Dafür müssen wir ran – die Erwachsenen, die Wähler*innen. Beim großen Klimastreik stehen alle Generationen zusammen.

Jakob und seine Mitstreiter*innen sind seit Wochen am Wirbeln: Plakate aufhängen, Lautsprecher anmieten, Schilder malen – es ist viel zu tun. Doch die Jugendlichen sind nicht allein. Umwelt- und Sozialverbände, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen rufen am 20. September ihre Mitglieder auf, mitzustreiken. Viele Unternehmen wollen mit der kompletten Belegschaft auf die Straße gehen. Es kann die größte Klimademo werden, die es jemals gegeben hat. Wir haben die Chance, Geschichte zu schreiben.

Jetzt kommt es auf Sie an: Stellen Sie sich an die Seite der jungen Menschen. Gehen Sie am 20. September auf die Straße. Fordern Sie gemeinsam mit Jakob und seinen Mitstreiter*innen von der Regierung: Handelt, bevor es zu spät ist! Klicken Sie hier und sagen Sie uns, ob Sie beim großen Klimastreik in Dresden dabei sind. Können wir auf Sie setzen?

Ja, ich bin dabei!
Nein, ich kann leider nicht
Herzliche Grüße

Matthias Flieder, Campaigner
Christoph Bautz, Campact-Vorstand

PS: Von Tromsø in Norwegen bis Kapstadt in Südafrika, von Tijuana in Mexiko bis Tokio in Japan – weltweit sind am 20. September Millionen auf den Straßen, damit wir beim Klimaschutz im letzten Moment das Ruder noch rumreißen. Sorgen Sie mit dafür, dass auch Dresden bunt und lautstark mit dabei ist!

 

Ja, ich bin dabei!
Nein, ich kann leider nicht
[1] „Scholz erklärt Klimapolitik zur Koalitionsfrage“, Spiegel Online, 2. September 2019
Kampagnen | Über Campact | Spenden | Kontakt
Klicken Sie hier, um den Newsletter abzubestellen
Campact e.V. | Artilleriestraße 6 | 27283 Verden

 

Spenden kann man auch direkt auf unser Aktionskonto überweisen:

Campact e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE48 2512 0510 6980 5008 81
BIC BFSWDE33HAN

Text Kampagnen | Über Campact | Spenden | Kontakt
Klicken Sie hier, um den Newsletter abzubestellen
Campact e.V. | Artilleriestraße 6 | 27283 Verden

„Die Vermessung der Welt“ zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt an den Landesbühnen Sachsen

Ein weltumspannendes Abenteuer

„Die Vermessung der Welt“ nach dem Roman von Daniel Kehlmann in der Bühnenfassung von Dirk Engler kommt als bilderreich-raumspielerisches Stück über Forscherdrang und Verantwortung für die Natur, Leben und Werk der zwei Wissenschaftler-Genies Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß am Sonntag, dem 22. September, um 19 Uhr auf die Bretter der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Weitere Aufführungen: 4. und 19. Oktober, um 19.30 Uhr.

Extra zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt (geb.14 September 1769- gest. 6.5.1859) haben wir „Die Vermessung der Welt“ nach dem Roman von Daniel Kehlmann für drei Vorstellungen wieder aufgenommen.

Zum Deutschen Naturforscherkongress 1828 in Berlin treffen sich zwei Wissenschaftler, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Alexander von Humboldt, Forscher, Abenteurer und «zweiter Entdecker Amerikas», und Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom und Misanthrop. Und doch haben beide ein Ziel und eine Passion: die Vermessung der Welt.

Der ehemalige Student der Geologie und Mineralogie an der Bergakademie Freiberg, Humboldt, erforscht mit großer Akribie alles, was ihm begegnet. Er kämpft sich durch Urwald und Steppe, kostet Gifte, befährt den Orinoco, besteigt Vulkane, begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Gauß hingegen verlässt einen Ort, an den er sich gewöhnt hat, nur unter Strafandrohung und kommt so sein Leben lang nicht über das Planquadrat Braunschweig / Göttingen hinaus. In seinem Kopf wird der Raum, den er nie gesehen hat, berechenbar. Er, der nicht ohne Frau leben kann, springt selbst in seiner Hochzeitsnacht aus dem Bett, um eine Formel zu Ende zu bringen. Gauß dringt in Sphären vor, wo sich im Unendlichen die Parallelen berühren und entdeckt fünfzig Jahre vor Einstein durch abstrakte Betrachtungsweise, dass der Raum gekrümmt sein muss.

Mit Fantasie und viel Humor beschreibt Kehlmann das Leben dieser beiden Genies und ihr Ringen um Erkenntnis mitsamt ihren Sehnsüchten und Schwächen, zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Was beide zu einer Einheit werden lässt, ist die spannende Frage nach dem Verhältnis von Geist und Raum, das sie auf jeweils eigene Art definieren und leben. Ein weltumspannendes Abenteuer, das die große Welt in poetischer Verdichtung auf die Bühne bringt!

Kurz: Zum Deutschen Naturforscherkongress 1828 in Berlin treffen sich zwei sehr unterschiedliche Genies: Alexander von Humboldt, Forscher und «zweiter Entdecker Amerikas», und Carl Friedrich Gauß, der große Mathematiker und Astronom. Und doch haben beide das gleiche Ziel: die Vermessung der Welt. Was sie zu einer Einheit werden lässt, ist die spannende Frage nach dem Verhältnis von Geist und Raum, das sie auf jeweils eigene Art definieren und leben. Ein höchst vergnügliches und weltumspannendes Abenteuer, das die große Welt in poetischer Verdichtung auf die Bühne bringt!

Text: Petra Grubitzsch/LB

Inszenierung: Lutz Hillmann; Ausstattung: Miroslaw Nowotny

Darsteller:

Daguerre  -Anke Teickner; Humboldts Assistent, Büttner, Lampe, Wahrsager, Eingeborenen, Missionar, Stimme, Vogt – Tom Hantschel – Alexander von Humboldt  – Michael Berndt-Cananá; Bonpland –Felix Lydike;  Gauss – Grian Duesberg; Eugen, Eingeborener 2  – Johannes Krobbach; Alle Frauenrollen, Herzog, Der Bärtige, Eingeborener 3  – Julia Vincze

Auskünfte und Kartenverkauf:  Kasse der Landesbühnen Sachsen GmbH ,

Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/ 89 54 214, Fax 0351/ 89 54 213, www.landesbuehnen-sachsen.de 

Premiere „Spielplatzhirsche“ in der Comödie Dresden


Zupackend, cool, mitfühlend und für jeden Spaß zu haben: Keine Superdaddys, aber symphatische Kerle, die das Vatersein wagen, geben spielend, singend, tanzend alles in der Karaoke-Komödie „Spielplatzhirsche“ in der Comödie Dresden. Foto: Chris Gonz

Witziger Ausflug ins Vatersein

Humorvoller Rollentausch. Wie Männer den Alltag mit Job, Frau und Kindern erleben und durchstehen, davon erzählt die turbulente Karaoke-Komödie „Spielplatzhirsche“ in der Comödie Dresden.

Sie steigen mal übermütig, mal gestresst auf den Kletterturm. Bewerfen sich mit Windeln und wischen sich dunkle Spritzer vom Kragen. Sie lästern, leiden und kämpfen um ihr Glück, ihren Job und ihre Familie. Die drei Kerle sind keine Superdaddys, aber sie wagen das Abenteuer des Vaterseins. Davon erzählt die turbulente Karaokekomödie „Spielplatzhirsche“ von Christian Kühn, der auch Regie führt. Premiere war unlängst in der Comödie Dresden.

Ein junger Vater sitzt allein mit Kinderwagen auf der Bühne, schreckt aus dem Schlaf hoch. Sein Sohn Fin ist verschwunden. Stattdessen sitzt da eine alte, schrullige Frau in eine Decke gehüllt, die ihn erst aus ihrem „Schlafzimmer“ von der Bank hochscheucht und dann zuhört. Da steht noch die Karaoke-Maschine , das Geburtstagsgeschenk für Fin, Rettungsanker und Gute-Laune-Kasten zugleich für seinen Vater Paul (Benjamin Sommerfeld). Der Spielplatz wird zur drehenden Bühne mit bunt flackernden Scheinwerfern, wo die drei Väter nacheinander auftauchen, nachts wenn die Kleinen schlafen oder auch nicht, und die wichtigsten Überlebenstipps austauschen. Und dabei mal voll aufdrehen, lässig und cool auftreten und mal geschafft, zweifelnd und traurig, ob Karriere Kinder stört oder umgekehrt, dahocken mit dem passenden Song dazu von HipHop bis sanftem Pop.

Da ist der sechsfache Vater Bernd (herzergreifend komisch: Ramón Hopman), der im Schlafanzug und Bademantel mit seinem Hund Gassi geht, das Babyphon und immer einen weisen Spruch parat hat. Der lustig mit Windeln jongliert, genüsslich einen Schokoriegel isst, was er sonst nicht darf, weil seine Frau nicht nur vegan kocht, sondern auch schimpft mit der Rasselbande: „Euer Zimmer sieht ja aus wie im Hirsefeld! Ihr Faulpilze!“ Paul zeigt eine Narbe an seinem Arm, wo seine Freundin Jule hineinbiss während der Wehen. Und dann dieser Schlachtergeruch im Kreißsaal! Im schicken Anzug und Bierflasche in der Hand liegt Florian (EX-Bachelor Daniel Völz) entspannt auf der Kletterbrücke und denkt sehnsuchtsvoll ans Büro, den magischen Ort ohne Kinder. Seine kleine Tochter habe mehr Oktaven drauf als Maria Carey. Paul findet Kindergeschrei ganz praktisch, dann weiß man wenigstens, wo er das Kind abgelegt hat.

Amüsant der Videochat des ausgebüxten Florian und seiner energischen  Frau Jessica (Dorothea Kriegl) und den als “mobiles Büro“ einspringenden Vätern. Herrlich komisch der Geschichtenvorlese-Wettstreit aus „Aschenputtel“ zwischen Bernd, der mit Zipfelmütze und verstellter Stimme geräuschvoll mit den Figuren mitleidet und dem cool triumphierenden Florian mit Krone und ihr Streit um einen Kita-Platz.

Alle Frauenrollen spielt Charlotte Heinke und bietet den drei Vätern humorvoll Paroli. Sie ist als obdachlose Frau, Karrierefrau, Pauls Schwiegermutter und als Therapeutin zu sehen. Witzig-märchenhafter Höhepunkt ist der Auftritt der Erwachsenen zum Kindergeburtstag als edler König, gute Fee und tapferer Ritter, der den bösen Drachen besiegt. Viel Beifall für diese offenherzig-ehrliche Komödie über das Leben mit Kindern und die wundervolle Gabe, die Welt mit Kinderaugen zu sehen.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de