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~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

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Archiv des Autors: Lilli Vostry

Premiere „Erniedrigte und Beleidigte“ von Dostojewski im Schauspielhaus Dresden

02 Montag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Fotos: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

„Habt Ihr noch was?!“

Leidenschaftliches, spielbesessenes Theater, das schmerzhaft-komisch die Abgründe der menschlichen Seele auslotet, erntete ebenso viele Bravo- wie Buhrufe bei der Premiere von Dostojewskis Stück „Erniedrigte und Beleidigte“ unter Regie von Sebastian Hartmann im Schauspielhaus Dresden.

Wozu die Aufregung?! Die Inszenierung „Erniedrigte und Beleidigte“ nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski unter Regie einschließlich Bühnenbild von Sebastian Hartmann polarisiert, bekam ebenso viele Bravo- wie Buh! Geld zurück!-Rufe nach der Premiere am Gründonnerstag im Schauspielhaus Dresden. Im Stücktitel klingt schon an, dass da einiger Zündstoff dahinter steht. Ja, es geht heftig zur Sache. Fiebrig, pulsierend, grell, zäh. Ein (Alb)traum und doch Wirklichkeit. Verliebte gebärden sich wie Verrückte. Wer zu verquer auftritt, zu laut lamentiert, wird schnurstracks auf die Krankentrage verfrachtet, zum Schweigen gebracht und weggefahren.

Leidenschaftliches, spielbesessenes Theater, drei Stunden lang, mit großartigen Schauspielerinnen und Schauspielern, die so scheint es gar nicht aufhören wollen, sich zwischendurch auch selbst fragen, was diese oder jene Szene eigentlich soll, dass man die ganze Geschichte endlich auch mal erzählen müsste – was kurz vor Ende sehr russisch wehmütig-ironisch auch passiert bis zum abschließenden: „Habt Ihr noch was?!“. Doch da haben sie längst alles ausgereizt an theatralen Mitteln, was Körper, Stimme und Sprache hergeben (unter Verwendung einer heruntergerasselten Hamburger Poetikvorlesung von Wolfram Lotz, fast ein Sinnbild für das Ringen von Kunst und Sprache um Gehör heutzutage! Auch angesichts allgegenwärtiger Reizüberflutung). Danach hat man keine Lust auf Wein oder Gespräche mehr. Man fühlt sich wie benommen von der Fülle an Eindrücken, dem Gefühlschaos auf der Bühne, dem wilden Gezappel der Körper, die in Schmerz, Ekstase, dahin geschleuderten Geistesergüssen und Verzweiflung sich ergehen.

Das ist nicht leicht auszuhalten, dermaßen zwischen nebulöser Leere mit umher geisternden, dunklen Gestalten, groteskem Wahnwitz und tieftrauriger Melancholie und Verzweiflung, untermalt von sanfter Cello- und Klaviermusik und dröhnenden Bässen, hin und her gerissen als Zuschauer, den Spiegel vorgehalten zu bekommen über die Abgründe der menschlichen Seele. Die Gier nach Macht, Erfolg, Heirat ohne Liebe nur aus materiellen Beweggründen, Gleichgültigkeit gegenüber anderem Leid, Angst vor dem Tod, dem Nichts und dagegen Anspielen, im Dunklen einer Dachkammer den einen, winzigen Sonnenstrahl sehen, der wieder Licht in die Seele bringt, neue Gedanken anstößt… Wunderbar dazu das nach und nach entstehende, vielschichtig übermalte Leinwandbild mit seinen Schwarz-Weiß-Schattierungen von Tilo Baumgärtel mit einem staunend-fragenden Kindergesicht in der Mitte, das Treiben der Erwachsenen beobachtend, zugleich ihre Erinnerungen, Ängste und Träume verkörpernd.

Man fühlt sich streckenweise so allein gelassen und ratlos wie die im dichten Nebel umher irrenden Figuren auf der Bühne mit der bruchstückhaft erzählten, aufgesplitterten, erst gegen Ende einigermaßen verständlichen Geschichte. Nichts ist eindeutig, alles möglich und ungewiss. Das zeigt dieser intensive, schmerzhaft schöne und zwiegespaltene Theaterabend, der garantiert keinen kaltlässt, eindrucksvoll.

Text (lv)

Nächste Vorstellungen:

2.4. und 21.4, 19.30 Uhr; 8.4., 19 Uhr und 29.4., 16 Uhr

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Rania El-Chanati mit ihrem ersten Stück „Der Bruch“ im projekttheater

02 Montag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Theater

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Die Künstlerin Rania El-Chanati. Die Abendsonne wärmt nicht, Kälte und Angst begleiten die Frau mit der schwarzen Haarsträhne vorm Gesicht. Wo wird ihr Weg hinführen? Fotos: privat

Ausbrechen aus der Gewaltspirale

Die Bildercollage mit Liveperformance der in Paris und Dresden lebenden, jungen Künstlerin mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits lädt ein zum Nachdenken über Heimatverlust, kulturelle Identität und Raum, diese zu leben. Zu sehen am 3. und 4. April, um 20 Uhr  mit anschließender Gesprächsmöglichkeit im projekttheater.

Eine rote Hand erhebt sich abwehrend vor grell blendendem Licht auf dem Titelplakat. Auf einem weiteren Bild hält eine junge Frau eine schwarze Haarsträhne schützend vors Gesicht, in der anderen Hand einen Rollkoffer vor glühender Landschaft. Es sind Aufnahmen aus dem Stück „Der Bruch“ von Rania El-Chanati. Mit ihrem ersten eigenen Theaterprojekt kommt die in Paris lebende Künstlerin am 3. und 4. April, um 20 Uhr im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ ins projekttheater in Dresden.

In dieser Bildercollage mit Liveperformance, in der sich Film- und Theatersprache ausdrucksreich verbinden, werden die Zwänge und Wünsche einer jungen Frau mit Blick auf ihren eigenen familiären Hintergrund und die großen Themen des Nahostkonflikts dargestellt. Es geht um die Auseinandersetzung mit der Spirale von Angst, Wut und Gewalt, die gerade zu Ostern am Karfreitag wieder eskalierte bei  Massenprotesten von Palästinensern im israelischen Grenzgebiet. Gibt es einen Ausweg aus der Gewalt?, fragt das Stück.

„Mein Theaterprojekt möchte das Publikum für die Ursachen der Konflikte sensibilisieren und zum Nachdenken über Themen wie kulturelle Identität und Raum, um sie zu leben, anregen“, sagt Rania El-Chanati. „Da das Stück sich einer fiktiven Sprache bedient, bekommen die Bilder einen universellen Charakter. Jede Situation kann sich somit in jedem Teil der Welt abspielen.“

Rania El-Chanati ist im Harz geboren und in Dresden aufgewachsen, mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits. Die Welt des Theaters lernte sie von klein an kennen durch ihre Mutter, die Schauspielerin Annette Richter. Sie führt Regie bei diesem Stück. Theater und Film sind für Tochter Rania sowohl „magische als auch politische Orte, die die geistige Interaktion mit dem Publikum ermöglichen.“

Sie verwendet vor allem symbolische Bilder, zum Teil eigene Aufnahmen und schon vorhandene Dokumentarfotos, darunter eins vom berühmten Street Art-Künstler Banksy. Alltagsobjekte werden im Spiel verfremdet und bekommen so eine politische Bedeutung. Nach dem Abitur verbrachte Rania El-Chanati eineinhalb Jahre im Libanon und in Frankreich. Sie besitzt einen deutsch-französischen Bachelor in “Interkulturelle Europa- und Amerikastudien“, ein Diplom in „Kulturelle Mediation“ und einen Master in Filmwissenschaften. Parallel zu ihrem Studium an der Universität Sorbonne hat sie eine Schauspielausbildung am Method Acting Center in Paris absolviert und an verschiedenen Workshops der Schauspielschule Cours Florent teilgenommen.

Seit 2011 lebt Rania El-Chanati in Paris und Dresden. Ihr Stück „Der Bruch“ wird auch in Frankreich aufgeführt. Es kam auch in die Vorauswahl des Wettbewerbs „Concours Déclics jeunes“, den jährlich die Fondation de France veranstaltet. Im Sommer entscheidet die Jury über die Gewinnerprojekte.

Text (lv)

 

 

 

 

 

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Ausstellung Hier & Dort von André Uhlig in der Stadtgalerie Radebeul

31 Samstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Bilder wie Zeitfenster

Von der Liebe zu alten Dingen und am Unterwegssein erzählt die Ausstellung „Hier & Dort“ von André Uhlig in der Stadtgalerie Radebeul. Am 20.4., um 19.30 Uhr gib es ein Galeriegespräch mit dem Künstler.

Inmitten von urwüchsigen Landschaften in erdigen Farbtönen schwebt ein kleines Holzflugzeug mit einem Propeller aus Vogelfedern und Tragflächen aus weißem Papier. Eine kleine Figur mit Rucksack klettert an einem Bindfaden hoch. Das Flugobjekt beflügelt die Fantasie und am liebsten möchte man gleich mit auf und davon fliegen. Es erzählt von unbeschwerter Lust am Bewegen, Unterwegssein, der Liebe zu alten Dingen und der Natur, und es begleitet den Besucher der Ausstellung „Hier & Dort“ von André Uhlig derzeit in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21.

Gleich neben dem Eingang zeigt ein Bild mit dem Titel “Verweilen“ den Künstler mit einem Blatt Papier, in einem alten Haus mit hohen Bogenfenstern sitzend. Der Betrachter taucht ein in eine atmosphärisch reiche Welt zwischen gestern und heute, voll von altertümlichen, gelebten Dingen, Fundstücken, Mitbringseln, Erinnerungen und Erlebnissen. Unter einem Schlüsselbrett mit schwarzen Schlüsseln hängt eine Fotografie aus dem Jahr 1988, die André Uhlig und seinen Freund Mark i0n jugendlichem Alter mit Fahrrädern vor „Mützes Schlösschen“ zeigt. Dieser Ort seiner Kindheit, ein schmales gelbes Eckhaus nahe der Serkowitzer Straße ist in einer Zeichnung festgehalten.

An einer Bilderwand schaut man durch abgeblätterte Fensterrahmen wie Zeitfenster, auf eine Landschaft mit graublauen Bergen, weitem klaren Himmel, Dorf mit Kirchturm, gemütlich rollender Pferdekutsche und einem Wanderer. Die gleiche Landschaft noch mal in der Neuzeit zeigt eine volle Autobahn, rauchende Schornsteine, graue Hochhäuser und Baumärkte. Die zwei Bilder entstanden im Zyklus „Highway Generation“, im Stredohori-Mittelgebirge in Böhmen. Tiefe Stille und Harmonie strahlt eine winterliche Ansicht der Radebeuler Weinhänge auf einem großem Wandbild aus Filz, schwarz auf weißem Grund, aus. In südliches Licht getaucht schmiegen sich auf hohem, terrassenartigem Felsgestein helle Häuschen aneinander in einer Ansicht der „Cinque Terre“ von 2015. Ein verfallenes, windschiefes, sich dagegen stemmendes Fachwerkhaus in Halle und eine halb abgerissene Scheune in Batzdorf berühren zwischen Bewahren und Erneuern.

Knorrige Weiden an der Elbe, sattgrüne Streuobstwiesen und dazwischen schlängelnde Wege holt Ulig in knappen, lebhaften Pinselstrichen und leuchtenden Farben aufs Papier. In einer 3-D-Klappkarte zeigt er Radebeul ironisch als märchenhafte Idylle mit Weinberg, Käuzchen, Mond und einer Familie einträchtig am Fluss sitzend. Daneben eine Ansicht vom Steinbruch in Wehlen. Außerdem viele Skizzenbücher mit schwarz-weißen und farbigen Zeichnungen und wunderliche Dinge von unterwegs. Reiseeindrücke aus Indien. Eine heilige weiße Kuh steht erhaben über Zeitungsschlagzeilen. Eine Flussszene in Varanasi mit aufsteigenden Möwen und Frauen in farbenfrohen Gewändern. Vergilbt ist der Glanz der alten, traumversunken im Wasser spiegelnden Häuserfassaden mit Gondolieri in leeren Booten in Venedig. Die Bilderlandschaften von André Uhlig faszinieren mit ihrer schwebenden Leichtigkeit, Offenheit und Tiefe.

Er wurde 1973 in Dresden geboren, absolvierte eine Druckerlehre und war über viele Jahre im Mal- und Zeichenstudium bei Gerhard Rost, Dieter Beirich, Gunter Herrmann, Wolfgang Bruchwitz, Markus Retzlaff u.a. Seit 2007 ist André Uhlig freischaffend als Maler und Grafiker tätig. Ein Galeriegespräch mit dem Künstler gibt es am 20. April, um 19.30 Uhr. Die Ausstellung ist noch bis 29. April zu sehen.

Geöffnet: Di, Mi, Do und So von 14 – 18 Uhr

Text + Fotos (lv)

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Premiere „Gossenhauer“ mit Alf Mahlo im Sonnenhof in Radebeul

29 Donnerstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik

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Lebenspralle Lieder am Tresen

Am Gründonnerstag startet die Kneipen-Live-Karaoke-Show von Komiker und Entertainer Alf Mahlo im Wirtshaus Sonnenhof auf dem Dorfanger in Radebeul-Altkötzschenbroda.

Seit letztem Jahr sind Alf Mahlo und Henriette Ehrlich mit ihrem „Kleinen Welttheater“ am Radebeuler Anger zuhause. Mit kleinen feinen Theater-Stücken aus der eigenen Feder trifft das Künstlerpaar immer wieder direkt in Herz und Seele ihrer Besucher.

Mit „Gossenhauer“ ist Mahlo schon in einigen Weltstädten aufgetreten. Da sein Radebeuler Theater keinen Tresen zum Sitzen oder Stehen hat, wird er für die Kneipen-Live-Karaoke-Show das Wirtshaus Sonnenhof im Vorderhaus seines kleinen Welttheaters okkupieren. So hat die Radebeuler Premiere seines Mitmach-, Mittrink- und Mitsingprogramms ihren eigenen Tresen als Bühne.

Diesen Donnerstag (Gründonnerstag), 29. März, startet Mahlo um 20 Uhr mit seinem Programm von Volare über Schlager bis hin zu „Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“. „Ich will erreichen, dass alle im Sonnenhof das Gefühl eines zweiten Zuhauses haben, dazugehören und mitsingen wollen. Ab 0,8 Promille ist erfahrungsgemäß die letzte Hemmschwelle überwunden“, ist sich Mahlo sicher. Bis auf weiteres wird es jeden letzten Donnerstag den „Blauen Donnerstag“, wie ihn Mahlo nennt, geben.

Der Eintritt ist frei: „Wir machen das wie früher – jeder gibt hinterher was er will. Die Kneipe nimmt Karten, somit kann jeder sein Bares in meinen Hut werfen, mit dem ich hinterher rumgehen werde“, so Mahlo abschließend.

Reservierungen telefonisch unter 0351 32337393 oder 0351 6563760

Weitere Infos: www.kleines-welttheater.de

Text + Foto: meeco Communication Services GmbH

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Premiere „Der Vetter aus Dingsda“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

29 Donnerstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Der geheimnisvolle Fremde

Die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke entführt heiter-ironisch in exotische Traumgefilde. Am 31. März, um 19 Uhr hat sie Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Uraufgeführt 1921 in Berlin zählt «Der Vetter aus Dingsda» mit seinen lyrischen Liedern, temperamentvollen Ensembles und humorvollen Tanzweisen zu den großen Erfolgsoperetten der «Goldenen Zwanziger Jahre» und wie immer geht es um die Liebe. Für die reiche Erbin Julia haben ihre beiden Vormunde verschiedene Heiratskandidaten vorgesehen, damit das Geld in der Familie bleiben möge. Doch Julia hat ihre eigenen Pläne: Sie wartet auf ihren Traummann, den Vetter Roderich, dem sie einst Treue geschworen hat, als dieser sie vor vielen Jahren verließ – Richtung «Dingsda» in den indischen Kolonien.

Spontan gibt sich August, von einem der Vormunde aus der Ferne herbeizitiert und sofort in Julia verliebt, als dieser Roderich aus! Nun ist bei Julia die Freude groß, doch nur solange, bis der echte Roderich aus Indien erscheint …

Natürlich werden zum guten Schluss wie üblich (fast) alle glücklich! Und glücklich macht auch die Musik, denn die Melodien der Operette erweisen sich als bekannte Ohrwürmer oder wissen sich als solche unmittelbar zu empfehlen.

«Onkel und Tante, ja das sind Verwandte, die fallen einem Mädchen auf‘s Gemüt» – hört man Julias Freundin Hannchen schimpfen. Der Valse Boston «Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront» soll Julias Küsse nach Indien tragen, und August übt sich in Verstellungskünsten mit dem Lied «Ich bin nur ein armer Wandergesell‘ …» oder dem exotisch angehauchten Foxtrott «Sieben Jahre lebt‘ ich in Batavia».

Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen (musikalische Leitung: Jan Michael Horstmann) in dieser Inszenierung von Manuel Schöbel, Intendant der LB.

Text: Petra Grubitzsch, Landesbühnen

Weitere Termine

2.4., 19:00, 6.4., 19.30 Uhr, Hauptbühne;
8.4., 16:00 Uhr, Theater Meißen;
20.4., 19:30 Uhr, B.Elster/Theater;
27.4., 19:30 Uhr, Kulturhaus Freital;
29.4., 18 Uhr, Kulturzentrum Großenhain 

www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Ausstellung „Mondlicht und Tagwerk“ von Wolf-Dieter Pfennig bei art + form

29 Donnerstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Musik

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Farbenfrohe Fabulierlust

Lustvoll-augenzwinkernd, witzig-skurril und sinnenfroh betrachten sie das Leben und die Liebe: Wolf-Dieter Pfennig als Zeichner und Grafiker und Alf Mahlo als Komödiant (und Betreiber des Kleinen Welttheaters in Radebeul-Altkötzschenbroda). Zur Eröffnung der Ausstellung „Mondlicht und Tagwerk“ in der Ladengalerie art + form in Dresden erzählte, las und sang Mahlo für seinen langjährigen Künstlerfreund offen unverblümt und humorvoll über das Abenteuer Kunst, eigene Wege zu gehen, etwas zu wagen und findet Pfennigs Strich klar und besonders, das Augenspiel des gelben, eierlegenden Hasen ehrlicher als manche glattgeschliffene Politikerrede…

Die Ausstellung ist noch bis 19. April zu sehen.

Mehr Text zur Ausstellung folgt.

Text + Fotos (lv)


Alf Mahlo sang und erzählte frisch und freimütig, passend zu den Bildern seines
langjährigen Künstlerfreundes Wolf-Dieter Pfennig (im Foto re.) 

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Premiere „Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?“ im Boulevardtheater

26 Montag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Foto: Robert Jentzsch

Ein Feuerwerk der Lebensfreude

Die Musikkomödie „Azzurro“ feiert mit viel Herz, Humor und gefühlreichen Italo-Hits von Adriano Celentano bis Zucchero La Dolce Vita, pure südliche Lebenslust.

Der Winzer Adriano ist alles andere als ein Frauenheld. Er ist Junggeselle, stachlig wie eine Distel und macht den besten Wein im Dorf. Eine echte Herausforderung für Mama Felicita und die schöne Ornella, den Widerspenstigen für sich zu gewinnen. Mit viel Herz, Humor und heißen Hits entführt die Musikkomödie „Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?“ von Michael Kuhn ins Land von Pizza, Pasta und Amore. Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater.

Vor beschaulicher südlicher Kulisse unter azurblauem Himmel geht es turbulent zu. Die Inszenierung von Olaf Becker spielt liebevoll ironisch mit Klischees über Italiener und die Liebe frei nach dem bekannten Kinospielfilm “Der gezähmte Widerspenstige“ mit Adriano Celentano und Ornella Muti. Der Eisverkäufer Dino de Angelo spielt Mandoline und Gitarre (Andreas Goldmann) und hat für jede Szene und Stimmung die passende Melodie parat. Zugleich verkörpert er gewitzt leibhaftig La Dolce Vita,  das pralle Leben. Die Musik ist zum Dahinschmelzen mit Italo-Hits von Adriano Celentano, Al Bano und Romina Power, Eros Ramazotti, Gipsy Kings, Maria Callas, Andrea Bocelli bis Gianna Nannini.

Das zündet sofort, versprüht reichlich südliche Leichtigkeit, Leidenschaft und gute Laune, die sich sogleich mitreißend aufs Publikum überträgt. Mama Felicita (Karina Schwarz) betrachtet alle als große Familie und hält forsch-temperamentvoll die Fäden zusammen. Sie zählt auf, was Bella Italia alles zu bieten hat, von gutem Essen, viel Lust auf Liebe bis zu Vino und Mafia, die sei ein echter Exportschlager… Ihren Sohn Fabrizio spielt ein waschechter Italiener (Joyello Sabatelli), mal mit Haarknoten und offener Mähne, der abwechselnd flirtet und streitet über die bessere Pizza und Pasta mit der kessen Gloria (Katharina Eirich), der Restaurantbesitzerin von nebenan. Der abweisende, sture Eigenbrötler Adriano (Andreas Köhler) weckt allen Ehrgeiz und weibliche Waffen von Mama Felicita, und sie steht der aufreizend-lebenslustigen Ornella (Dorothee Krüger) mit Rat und Tat zur Seite. Und sie werfen Münzen in den Brunnen, damit Glück und Liebe sprudeln.

Köstlich die dem Film nachempfundenen Szenen, wenn Adriano die Weintrauben im Fass stampft, befeuert von der Musik mit Hüftschwung und damit dem Wein eine besondere Fußnote verleiht. Wenn er Ornella in wilder Fahrt im Bett über die Bühne rollt, am verlassenen Kopfkissen ihren Duft schnuppert. Oder demonstrativ Holz hackt mit ganzer Manneskraft, während Ornella nicht mit ihren Reizen geizt.  Ob er überhaupt irgendeinen Menschen brauche?!, fragt ihn Ornella fast aufgebend. „Nein! Aber ich will dich!“, stellt Adriano klar. Frauen wollten doch einen Mann, der sie will und nicht braucht. Er sei keiner dieser modernen Männer, die Anerkennung bei Frauen suchen, abhängig sind. Zum Schluss sprudelt die Fontäne im Brunnen, feiern drei Paare Hochzeit. Reichlich Beifall für einen Theaterabend voller Lebensfreude, aus dem man fröhlich beschwingt mit aufkommenden Frühlingsgefühlen geht.

(lv)

http://www.boulevardtheater.de

 

 

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Welt der Sinne – das neue Kinder-Museum im Hygiene-Museum

25 Sonntag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Projekte

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Die Welt der Sinne spielerisch entdecken, anfassen und begreifen – dazu lädt das neu gestaltete Kinder-Museum im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden auf der Lingnerallee kleine und große Besucher ein. An diesem Eröffnungswochenende (24./25.3.) locken viele Aktionen in der Empfangshalle: vom eigenen Kräutersalz herstellen, den Sehsinn testen mit selbstgebastelten optischen Täuschungen bis zu kurzen Szenen zu den fünf Sinnen mit Akteuren der Theaterakademie des Theaters Junge Generation (Auftritte um 11.30, 14.30 und 16.30 Uhr).

Mehr Text zum neuen Kindermuseum folgt.

Text + Fotos (lv)

http://www.DHMD.de

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Ahoj Leipzig! Tschechien ist Gastland zur Buchmesse 2019

21 Mittwoch Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Literatur, Musik

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Eine Bücherreise zum Sehnsuchtsort „Böhmen am Meer“

Höhepunkt des tschechischen Kulturjahres, das im Herbst 2018 beginnt, ist die Leipziger Buchmesse (vom 21. – 24. März 2019) mit Lesereisen von AutorInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 gibt Kultur- und Förderprogramme bekannt

Die Veranstalter von „Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019“ haben ihre neuen Förderprogramme und die Höhepunkte ihres kommenden Kulturprogramms vorgestellt: Das tschechische Kulturministerium und die Mährische Landesbibliothek Brünn veranstalten in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern das Tschechische Kulturjahr von Herbst 2018 bis Herbst 2019, das zahlreiche Auftritte tschechischer Autorinnen und Autoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorsieht.

Zudem sind Podiumsdebatten, Konzerte, Foto- und Design-Ausstellungen, Filmprogramme und ein Opern-Gastspiel des Nationaltheaters Brünn geplant. Im Mittelpunkt steht die breite Präsentation neuer tschechischer Bücher und ihrer deutschen Übersetzungen sowie die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, Geschichte und Politik des Landes. So werden unter anderem die Werke Pavel Kohouts, Schriftsteller und Wortführer des „Prager Frühlings“, im Mittelpunkt stehen, sowie die Errungenschaften des Menschenrechtlers und Politikers Václav Havel, Mitinitiator der oppositionellen Bürgerrechtsbewegung „Charta 77“, die der Wende in Tschechien, der „Samtenen Revolution“, 1989 den Weg ebnete.

„Künstler und Intellektuelle der tschechischen Bürgerrechtsbewegung haben 1977 mit der ‚Charta 77‘ eines der berühmtesten Manifeste für die Einhaltung der Menschenrechte und Grundfreiheiten in der Weltgeschichte vorgelegt“, unterstreicht Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Ich freue mich auf die heutigen politischen und künstlerischen Perspektiven unserer Nachbarn und natürlich auf ihre literarische Verarbeitung. Denn Tschechien hat eine ungemein reiche und vielfältige Literaturszene zu bieten, die viele deutschsprachige Leser verdient hat.“

Dr. Ilja Šmíd, Kulturminister der Tschechischen Republik, erklärt: „Ahoj Leipzig!, unser Motto für den Gastlandauftritt bei der Leipziger Buchmesse 2019, ist mit Bedacht gewählt, assoziiert es doch in Tschechien wie in Deutschland einen maritimen Gruß. ‚Böhmen am Meer‘, das ist ein altes bis auf Shakespeares ‚Wintermärchen‘ zurückgehendes Motiv, das einen utopischen Idealzustand beschreibt. Tatsächlich liegt Tschechien vom Meer weit entfernt, und daher ist das Meer unser dauerhafter Sehnsuchtsort. Ein Ort, zu dem wir gerne aufbrechen, natürlich mit Büchern in der Hand, so dass es in Tschechien stattdessen ein ‚Meer an Büchern‘ gibt. Kommen Sie mit an Bord und segeln Sie mit uns durch das tiefe Meer der tschechischen Literatur!“

Gastland Tschechien bietet drei Förderprogramme

Ziel des tschechischen Länderauftritts im deutschsprachigen Raum ist es, die tschechische Literatur auf dem deutschen Buchmarkt stärker sichtbar zu machen. Um Übersetzungen aus dem Tschechischen wirksam zu unterstützen, wurden drei besondere Förderprogramme aufgelegt:

  • Programm des tschechischen Kulturministeriums zur Förderung von Übersetzungen tschechischer Literatur in die deutsche Sprache: Dieses Programm, das von Verlegern, Herausgebern, Literaturagenten und Übersetzern beantragt werden kann, bezieht sich vorrangig auf die zeitgenössische Literatur. Einsendeschluss für den nächsten Förderantrag ist der 15. April 2018. Das Antragsformular findet sich hier: https://www.mkcr.cz/podpora-vydani-ceske-literatury-v-prekladu-517.html
  • Sonderausschreibung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds für Projekte, die der Stärkung des deutsch-tschechischen literarischen Austausches dienen: Dieser Fonds fördert deutsche Übersetzungen tschechischer Literatur, desweiteren die deutsche Bohemistik, etwa über Konferenzen, Workshops, Seminare und andere wissenschaftliche Diskursformate. Und schließlich Aktivitäten, die die tschechische Literatur in Deutschland bekannter machen, etwa durch Lesungen tschechischer Autoren in Deutschland und deutsch-tschechische Begegnungen sowie gemeinsame Publikationen. Deadline für diese Förderanträge ist jeweils das Quartalsende 2018 sowie im Jahr 2019 der 31.3. und der 30.6. Das Antragsformular findet sich hier: http://www.fondbudoucnosti.cz/de/aktuell-1/sonderausschreibung-zur-starkung-des-deutsch-tschechischen-literarischen-austausch
  • Residenzprogramm, das kreative Schreibaufenthalte deutscher Schriftsteller in Brünn und tschechischer Schriftsteller in Leipzig ermöglicht: Interessierte Autorinnen und Autoren können sich ab sofort bewerben, Einsendeschluss für die Bewerbungen ist der 23. April 2018. Jeweils fünf Kandidaten aus jedem Land werden von einer Jury ausgewählt und im Rahmen der Prager Buchmesse, am 10. Mai 2018, bekannt gegeben. Der Aufenthalt ist auf die Partnerstädte Leipzig und Brünn konzentriert und erfolgt einen Monat lang, in der Zeit vom August 2018 bis Januar 2019. Nähere Informationen über die Ausschreibung finden Sie hier: http://www.ahojleipzig2019.de/de/ausschreibung-tschechisch-deutsche-residenzen-brno-und-leipzig-august-2018-januar-2019

Im Herbst 2018 startet das tschechische Kulturjahr

Ab Herbst 2018 werden in Leipzig sowie im gesamten deutschsprachigen Raum rund vierzehn Monate lang Buchkultur, Schriftsteller, Denker, Kunst, Comics, Musik, Design und Photographie aus der Tschechischen Republik präsentiert.

„Ziel des Projekts ‚Tschechisches Kulturjahr‘ ist es, die tschechisch-deutschen Kulturbeziehungen und das Bewusstsein über zwei historisch, sprachlich und geographisch eng verwandte Länder zu stärken. Deshalb ist eine Reihe von Programmen so konzipiert, dass sie zu einem dauerhaften Bestandteil des tschechisch-deutschen Kulturaustausches werden können“, betont Projektkoordinator Martin Krafl.

Start und Abschluss des Kulturjahres sind in Leipzig geplant, der Partnerstadt Brünns. „Wir freuen uns darauf, in den kommenden Monaten verstärkt tschechische Kultur in Leipzig erleben zu dürfen, denn Leipzig und Brünn verbindet eine sehr enge Partnerschaft, der dieser spannende Auftritt Tschechiens in Leipzig neue Impulse verleiht“, unterstreicht Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig.

Das tschechische Kulturjahr wird am 13. Oktober 2018 mit dem Leipziger Opernball eröffnet, bei dem eine musikalische Bandbreite über Klassik, Jazz, Schlager bis hin zum politischen Lied zu erleben sein wird: Als Star-Gast des Abends ist Karel Gott angefragt, die „goldene Stimme aus Prag“, zudem tritt die international gefeierte tschechische Opernsängerin Dagmar Pecková auf. Anschließend sind in Leipzig Lesungen und Gespräche tschechischer Autorinnen und Autoren beim Leipziger Literarischen Herbst (23. bis 31. Oktober 2018) geplant. Aus Anlass des 80. Geburtstags von Jiří Menzel, einer der Hauptfiguren der Nouvelle Vague, wird eine Filmreihe veranstaltet, und es gibt tschechische Literaturverfilmungen in der Schaubühne Lindenfels. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Nationalbibliothek in Leipzig zeigt eine Ausstellung zur tschechischen Avantgardekunst. Im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig sowie in der Schaubühne Lindenfels werden Bedeutung und Wirkung der „Charta 77“ beleuchtet.

Für Kinder und Jugendliche ist ein eigenes tschechisches Programm geplant: der Buchsommer „Kapitäne Ahoj!“ in der Leipziger Stadtbibliothek, die 2019 u.a. auch eine Ausstellung tschechischer Kinderbuch-Illustrationen präsentiert.

Höhepunkt des tschechischen Kulturjahres ist die Leipziger Buchmesse (21. bis 24. März 2019), in deren Anschluss die Autorinnen und Autoren ihre neu übersetzten tschechischen Bücher in den Literaturhäusern und Kulturinstitutionen zahlreicher Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorstellen: in Berlin, Bremen, Hamburg, Köln, Frankfurt, Bonn, München, Heidelberg und Stuttgart, in Wien, St. Pölten, Krems, Linz, Salzburg und Graz sowie in Zürich und Basel.

Der krönende Abschluss des tschechischen Kulturjahres wird am 8. November 2019 in der Leipziger Oper gefeiert – mit einem Gastspiel des Nationaltheaters Brünn: Leoš Janáčeks Oper „Jenůfa“.

Nähere Informationen finden Sie hier: http://www.ahojleipzig2019.de

Tschechien – Gastland der Leipziger Buchmesse 2019 wird veranstaltet vom Kulturministerium der Tschechischen Republik und der Mährischen Landesbibliothek sowie der Leipziger Buchmesse, mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Tschechischen Republik in Deutschland, dem Generalkonsulat der Tschechischen Republik in Dresden, der Partnerstädte Leipzig und Brünn, der Tschechischen Zentren in Deutschland und Österreich, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, des Collegium Bohemicum und des Goethe Instituts Prag sowie zahlreicher weiterer Partnerinstitutionen.

Text: Susanne Meierhenrich, Pressebüro Leipziger Buchmesse

http://www.ahojleipzig2019.de

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Dresdner Straßenbahn von arabischen Besetzern entführt

21 Mittwoch Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Fatima – AugenBlicke in Dresden

Die Ausstellung mit Zeichnungen von Kindern aus syrischen Flüchtlingsfamilien eröffnet am 11. April, um 16 Uhr im Kulturrathaus auf der Königstraße 15 in Dresden.

Was war da los am Sonntag im Dresdner Stadtzentrum? Eine voll besetzte Straßenbahn rast mit Volldampf durch die Stadt. Darin sieht man Männer mit schwarzen Bärten, Frauen mit Kopftüchern, glutäugige Kinder mit dunklen Haaren. Dem Fahrer A. steht das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, er spürt die Waffen im Rücken. Mitfahrer M. versucht, sich mit einem Haifischzahn zu wehren. – Aber Halt! Der Schein trügt.

Nur das mit dem Haifischzahn stimmt. Denn Matthias, der „Mann aus dem Rathaus“ veranschaulicht seinen Gästen in der Kinderstraßenbahn gerade, dass auf der Fläche Dresdens zu Urzeiten ein Meer war. Die fröhliche Gesellschaft, das sind Familien aus Syrien, die seit fast drei Jahren in Dresden eine neue Heimat gefunden haben. Sie entdecken die Stadt abseits der bekannten Wege zwischen Schule, Sozialamt, Jobcenter oder Ausländerbehörde. Vom Albertplatz bis zum Blauen Wunder, über die Brücken der Elbe, vorbei am Zwinger, dem Großen Garten und der Trinitatis- Ruine, lauschen Klein und Groß den Erklärungen von Matthias. Stimmt es wirklich, dass mal ein richtiger Elefant mit der Straßenbahn gefahren ist? Auch wenn sie noch nicht alles verstehen, sie waren fleißig und haben Deutsch gelernt. Ein ganz besonderes Erlebnis sind die Minuten, die die Kinder ganz vorn direkt neben dem gutgelaunten Fahrer Andreas verbringen dürfen.

Ihre Eindrücke von der Stadtrundfahrt werden die Kinder in Zeichnungen ausdrücken, die am Nachmittag in der Galerie Holger John zusammen mit dem Künstler entstehen. Aus den Ergebnissen wird Heike Jack zusammen mit den entstandenen Fotos die Ausstellung „FATIMA – AugenBlicke in Dresden“ kreieren, die vom 11. April bis 8. Juni 2018 im Kulturrathaus auf der Königstraße zu sehen sein wird.

Sie erzählt die Geschichten der Kinder und ihrer Familien. Wo kommen sie her und wie war ihr Weg? Wie leben sie heute? Sie erzählt von großem Leid, aber auch von Hoffnung, Glück und Dankbarkeit.

Text + Fotos: Heike Jack/Agentur Kulturperlen

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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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