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meinwortgarten.com

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Archiv des Autors: Lilli Vostry

Premieren-Wochenende im Staatsschauspiel Dresden: „Mit der Faust in die Welt schlagen“, „Der Kirschgarten“ & „Schuldenmädchen-Report“

14 Samstag Sept 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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„Mit der Faust in die Welt schlagen“ nach dem Roman von Lukas Rietzschel in einer Spielfassung von Lukas Rietzschel, Liesbeth Coltof und Julia Weinreich. Foto: Sebastian Hoppe

 
„Der Kirschgarten“ von Anton Tschechow aus dem Russischen von Elina Finkel. Foto: Sebastian Hoppe


„Schuldenmädchen-Report“ von Vanessa Stern. Foto: Sebastian Hoppe

Starke Stoffe zur Gegenwart

Der Start in die neue Spielzeit im Staatsschauspiel Dresden beginnt faustdick, aufregend und spannend. Mit der Uraufführung des Stückes „Mit der Faust in die Welt schlagen“ nach dem Roman von Lukas Rietzschel unter Regie von Liesbeth Coltof, Trägerin des deutschen Theaterpreises Der Faust, am Freitagabend im Kleinen Haus. Der 1994 in der Lausitz geborene Autor erzählt in seinem Debütroman die Geschichte zweier Brüder, die in der Provinz Ostsachsens leben, wo nach der Wende vieles weggebrochen ist, Ohnmacht und Wut in Hass und Gewalt umschlagen.

Man sieht den jungen Männern beim Erwachsenwerden zu und wie sie rechtsradikal werden. Als Nachwendekind und Nachfragender wollte er wissen, warum alles auseinanderfällt, kaputt geht und wie es vorher war, bekam aber keine Antwort von den Eltern und Großeltern. Sagte Lukas Rietzschel im Gespräch zum Stück „Mit der Faust in die Welt schlagen“ bei der Großen Saisonvorschau im Schauspielhaus. Nach der Landtagswahl in Sachsen, wo die AfD vor allem im ländlichen Raum die meisten Stimmen holte, gewinnt das Stück noch an Brisanz und bietet reichlich Diskussionsstoff.

Am Sonnabend hat „Der Kirschgarten“ von Anton Tschechow, sein letztes Stück, unter Regie des Theater- und Opernregisseurs Andreas Kriegenburg Premiere im Großen Haus. Ob die Kirschen schon reif sind, fragte Schauspielerin und Moderatorin Louise Aschenbrenner bei der Spielzeiteröffnungs-Show in die Darstellerrunde. Sogleich brach ein wilder Streit aus, wie mit dem brachliegenden Kirschgarten zu verfahren sei, dem Objekt der Begierde von Träumern und Spekulanten. Ganz in weiß gekleidete Gestalten, romantisch-verklärt, elegisch, mit bleich geschminkten Gesichtern geisterten auf der himmelblauen Bühne mit aufsteigenden Rauch umher.

Am Sonntag eröffnet die Inszenierung „Schuldenmädchen-Report“ der Bürgerbühne, die mit Tobias Rausch einen neuen Leiter hat, die Saison im Kleinen Haus. In der Aufführung decken sechs unbestechliche Reporterinnen die Schulden- und Schuldigkeitsfalle auf, in die besonders Frauen immer wieder geraten. In Anspielung auf die Softporno-Serie „Schulmädchen-Report“ aus den 1970er Jahren lassen sie die ökonomischen Hüllen fallen und befreien sich von Schuldgefühlen, weil sie nicht den Erwartungen anderer entsprechen. Da wird Klartext geredet, offen, ungeniert, direkt, selbstbewusst und provokant, was Frauen der Familie und Gesellschaft schuldig sind und wie ihre eigenen Lebensvorstellungen aussehen. Die Szene zur Saisonvorschau machte sofort Lust auf mehr. Es inszeniert die Schauspielerin und Regisseurin Vanessa Stern.

Insgesamt stehen 24 Premieren in der Spielzeit 2019/2020 bevor, vom Lügenbaron Münchhausen über Lulu, Shakespeares Macbeth, Mein Kampf von George Tabori bis zu Anna Seghers Transit.

Mehr Text zur neuen Spielzeit folgt.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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10. Sommersalon in der Galerie Kunst & Eros

12 Donnerstag Sept 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen

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„Bettgeflüster“ & „Apfelsine“ von Helena Zubler


Reizvolle Kleinplastik von Horst Hille


„Servant“ von Oskar Staudinger  „Schwarzer Mantel“ von Peter Zaumseil

Lustvolles Spiel der Sinne

Arbeiten von acht Künstlerinnen und Künstlern und Gästen vereint der nunmehr 10. Sommersalon in der Galerie Kunst & Eros noch bis 14. September.

Eine leidenschaftliche Umarmung. Zwei Möpse als Raffael-Engel und eine „Odaliske“, die keck ihre Fangarme kreiseln lässt. Lustvoll, fantasiereich und
versponnen geht es zu beim bereits zehnten Sommersalon in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden (noch bis 14. September, Geöffnet: Mo – Sa 11 bis 15 Uhr).

Die Gruppenausstellung vereint verführerische Malerei, Zeichnung, Grafik und Plastik von acht Künstlerinnen und Künstlern und weiteren Gästen. Zudem werden neue Porzellanstücke mit raffinierter Lüstermalerei von Galeristin Janett Noack gezeigt.
Außerdem zarte Aktzeichnungen von Maria Adler Krafft. Witzig-farbige Collagen von Heinz-Dieter Wenzel aus Berlin und sinnlich-heitere Emaillebilder, die Adam und Eva und Frauen mit Chilischoten zeigen, von Günter Gläser aus Radebeul.

Ausdrucksstarke Paar-Bilder, Fesselungskunst und reizvolle Halbakte wie eine Frau mit Apfelsine vor dem Schoß zeigt Helena Zubler. Sie ist Diplommalerin und Grafikerin und hat gerade ihr Meisterschülerstudium bei Professor Ralf Kerbach an der Dresdner Kunsthochschule abgeschlossen. Das Spiel mit der Fantasie des Betrachters, jeder kann sehen was er will, macht für sie den Reiz an der Kunst aus.

Text + Fotos (lv)

„Impressionen aus dem Feuer“. So heißt der neue Bildband des Radebeuler Künstlers Günter Gläser, der verlockende Emaillebilder eigens für die Galerie Kunst & Eros gestaltete.

Die Kunst hält ihn jung: Günter Gläser und seine Frau Karin vor seinen Bildern
zur Ausstellungseröffnung.

„Umarmung“. Die Künstlerin Helena Zubler vor einem ihrer Paarbilder.

http://www.kunstunderos.de

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Ausstellung Labytopia über den Herbst `89 in der Kreuzkirche Dresden

10 Dienstag Sept 2019

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst, Lebensart

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Notstandskreativität & die Macht der Phantasie: Davon erzählen die Ausstellung Labytopia über den Herbst `89 in der Kreuzkirche Dresden und die witzig-absurden Objekte von Reinhard Zabka im Lügenmuseum Radebeul. Fotos: Lilli Vostry

Labytopia – Altäre der Friedlichen Revolution?

Eine Ausstellung in der Kreuzkirche Dresden – 30 Jahre Friedliche Revolution. Eröffnung: 11. September, 18 Uhr. Einführung: Christian Behr, Laudatio: Susanne Altmann. Musikalische Begleitung: Irina Bugataja, Bandoneon, Robert Hennig, Akkordeon.

Labytopia – Altäre der Revolution? in der Kreuzkirche Dresden ist der zweite Teil der mehrteiligen Ausstellungsreihe über den Herbst `89 zu sehen.

Der erste Teil Labystan wurde letztes Wochenende in der Zionskirche Berlin feierlich eröffnet. Die Besucher Labystans passieren vor der Kirchentür einen Schlagbaum und ein Grenzhäuschen und betreten ein fernes Land. Das Gesamtkunstwerk mit 14 beteiligten Künstlern unter der Regie von Reinhard Zabka erinnert an DDR, an Notstandskreativität, an die Macht der Phantasie. Zabka behauptet: „Nicht die akademische sozialistische Malerei und ihre Gegner der Leipziger “Bilder”Ausstellung Point of no return waren revolutionär, revolutionär war Malerei auf Sperrmüll, Installationen und Happenings zur Überwindung des Kunstbegriffs, Aktionen die gesellschaftliche verkrustete Struktur aufbrachen und Verwirrungen als Realitätsbewältigung stifteten.”

Mit der kreativen Kraft von Spiel, Konfrontation und Reibung gelingt es Zabka, ein Protagonist der Prenzlauer Berg Szene, weit besser, in die Köpfe der Besucher hineinzuwirken. Bei komplexen Zusammenhängen ist der spielerische dem objekthaften Ansatz weit überlegen. Besucher erleben beim Wandeln durch die Zionskirche in Berlin und die Kreuzkirche in Dresden etwas von dem Freigeist dieser Zeit und werden automatisch durch ihr bloßes Interesse ein Teil davon.

Weitere Infos:

https://luegenmuseum.de/labystan/

Labytopia – Altäre der Revolution? in der Kreuzkirche Dresden erzählt von den Träumen der Akteure von `89, von den labyrinthischen Ereignissen der Wiedervereinigung, von den Verlusten im Umbruch und koppeln diese Erfahrungen mit dem heutigen Leben zurück. Die Kuratoren Juliane Vowinckel und Reinhard Zabka laden anlässlich des Jubiläums 30 Jahre Friedliche Revolution und unterstützt durch das Förderprogramm „Revolution und Demokratie“ des Freistaates Sachsen zur Ausstellung Labytopia ein. Kann man die Ereignisse des Herbstes auf einem Altar verehren? Künstler standen in den Zeiten der SED-Diktatur unter Beobachtung, konnten nur eingeschränkt arbeiten, erhielten Berufsverbot oder waren inhaftiert. Die eingeladenen künstlerischen Positionen verehren nicht die Asche der Friedlichen Revolution, sondern sie erhalten das innere Feuer.

Künstler: Klaus Liebscher, Angela Hampel und Steffen Fischer, Frank Herrmann, Marion Kahnemann, Karola Smy und Wolfgang Smy, André Wirsig, die in Frankreich geborene Künstlerin Sophie Cau und der junge Künstler Justus Ehras nehmen das prägende Lebensgefühl von `89 auf.

Die Ausstellung Labytopia – Altäre der Revolution? ist vom 12. September bis 24. Oktober 2019 in der Kreuzkirche Dresden zu sehen und ist Besuchern jeglichen Alters und jeglicher Herkunft wärmstens zu empfehlen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.

https://luegenmuseum.de/labytopia/

Text: Richard von Gigantikow, Direktor des Lügenmuseums Radebeul
0176 – 99 02 56 52,
info@luegenmuseum.de
Homepage:
luegenmuseum.de  

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Meditative Malerei von Dipa Doreen Wolff im Kastenmeiers

31 Samstag Aug 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen

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Schwebend leicht fließen Farben und Formen in den Bildern von Dipa Doreen Wolff.

„Der Weg ist das fließende Ziel“

Die Dresdner Künstlerin Dipa Doreen Wolff stellt neue Arbeiten im Restaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais, Taschenberg 3, aus. Die Vernissage ist am 1. September, von 13 – 15 Uhr.

Die aus Naumburg stammende Malerin und Bildhauerin zeigt Gemälde aus einer ganz neuen Werkphase, welche die Veränderung, die sie sich für unsere Welt wünscht, in natürlich-schimmernde, fließende, sonnige Werke fasst. Mit ihrem hauchzarten Farbauftrag und dem harmonisch-meditativen Ausdruck spricht Dipa Doreen Wolffs Malerei eine eigene, zarte Sprache, die auf den in edlem Grau gehaltenen Lehmputzwänden im „Kastenmeiers“ besonders strahlend zur Geltung kommen.

Kunstinteressierte sind herzlich eingeladen zur Vernissage am 14.Juli 2019 von 13-15 Uhr. Für all jene, die das „Kastenmeiers“ am neuen Standort noch nicht besucht haben, ist die Vernissage gleichzeitig ein schöner Anlass, um das neue Restaurant kennenzulernen, mit einem Glas Sekt und feinem Fingerfood durch die Räumlichkeiten zu schlendern und neben der Kunst vertraute und neue Details der Innenarchitektur à la Kastenmeiers zu entdecken.

Dies ist nicht nur die dritte Ausstellung im Restaurant am neuen Standort, sondern gleichzeitig Nummer 61 seit Beginn dieser Tradition im Herbst 2010 im Kurländer Palais. Die Ausstellung von Dipa Doreen Wolff ist bis zum 17. Oktober 2019 im Kastenmeiers zu sehen.

Mehr Informationen über die Künstlerin und ihre Arbeit steht unter https://www.facebook.com/doreenskunst/  und  http://www.doreenskunst.de/

Text + Foto: Sabine Mutschke,
PR i.A. des „Kastenmeiers“

http://www.kastenmeiers.de

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Konzert von Anja Schumann & Klaviernacht & Kino zum Abschluss des Palais Sommer

24 Samstag Aug 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Musik

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Berührende Songs & Klangwelten. Die Klavier spielende Sängerin Anja Schumann kommt mit ihrem aktuellen Liederprogramm wieder zum Abschlusskonzert des Palais Sommer Dresden. Foto: Knut Zyball

„Und wir tanzen im Regen…“

Die Sängerin Anja Schumann ist in der Reihe Konzerte im Park am 25. August, um 17 Uhr beim Palais Sommer zu erleben.

Schon 2017 spielte Anja Schumann mit Ihrer Band das Abschlusskonzert beim Palais Sommer Dresden. In diesem Jahr kommt sie wieder – mit neuen Songs. Diesmal ist sie am Flügel im Duo mit dem Schlagzeuger Micha Gramm (ehemals Chief in the Garden)  zu hören. „Und wir tanzen im Regen…“ ist der Titel des aktuellen Liederprogramms. Dabei fließen Blues, Jazz und Soul genauso wie klassisches Songwriting in Anjas Kompositionen ein. Mit dieser Mischung lässt die Klavier spielende Sängerin dynamische und berührende Klangwelten entstehen, die den intimen, vorwiegend deutschen Texten einen samtenen Teppich ausrollen.

Mehr unter: https://palaissommer.de/programm/anja-schumann/

Text: Veranstalter

Anja Schumann live in concert:

Dresden: 25.08. Palais Sommer, 17 Uhr
Bischofswerda: 20.09. Schaufenster Konzert, 20 Uhr

Klaviernacht und Palais.Kino

Der Palais Sommer verlängert sich um 24 Stunden. Am Montag (26.8., 19 Uhr) können Kulturgenießer ein letztes Mal in diesem Jahr einen lauen Sommerabend auf der Wiese vom Japanischen Palais genießen und gemütlich auf Decken und Liegestühlen picknickend wunderbaren Klängen lauschen. Die Pianistin Olena Khoruzha, sie stammt aus der Ukraine, gestaltet die Klaviernacht zum Abschluss des Palais Sommers mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart, Jean Pierre Duport und Frederic Chopin. Um 21 Uhr ist beim Palais.Kino dann Woody Allens zauberhafte Komödie „Midnight in Paris“ zu sehen, die in die dortige Künstlerszene der 1920er Jahre entführt.

Text (lv)

http://www.Palaissommer.de

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Alice im Anderland mit der Spielbühne Großenhain gastiert im Stadttheater Kamenz

22 Donnerstag Aug 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Leben in einer verrückten Welt. Davon erzählt „Alice im Anderland“, mit der Grinsekatze an ihrer Seite, frei nach dem berühmten Buch von Lewis Carrol in der neuen Inszenierung der Spielbühne Großenhain.

Die zehn beliebtesten Nervenkrankheiten – Diagnose und Heilung

Leid und Lachen, Ernst und Komik liegen nah beieinander in der Inszenierung „Alice im Anderland“ von Stefan Altherr mit der Spielbühne Großenhain, die den Blick für psychische Krankheiten schärfen will. Am 27. August, um 18 Uhr kommt das Stück für Zuschauer ab 14 Jahre im Stadttheater Kamenz auf die Bühne.

Alice ist Patientin in einer Nervenheilanstalt. Ihre Eltern sind bei einem Brand ums Leben gekommen. Nach einer langen Zeit der Zurückgezogenheit öffnet sie sich langsam. Unter der Wirkung ihrer Medikamente trifft Alice auf die anderen Patienten der Klinik und eine junge Ärztin. Die will ihr aus der Isolation heraushelfen. Immer an der Seite von Alice ist ihr Alter Ego – die Grinsekatze.
Die Jugendgruppe der Spielbühne Großenhain zeigt dieses Stück „Alice im Anderland“ von Stefan Altherr in der Regie von Claudia Stange am 27. August, um 18 Uhr im Stadttheater Kamenz. Die Inszenierung lehnt sich an die bekannte Geschichte „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll an. Es treten die selben Figuren auf – hier allerdings als Ärzte und Betreuer bzw. Patienten. Die Inszenierung für Zuschauer ab 14 Jahre will den Blick für psychische Krankheiten schärfen und wie sie im Alltag auftreten können. Eine kleine eingebaute Vortragsreihe macht mit Behandlungsmethoden und Heilungschancen vertraut. „Wir wollen Betroffene nicht stigmatisieren, sondern die Ausprägung und Folgen solcher Leiden erhellend und natürlich auch unterhaltsam auf die Bühne bringen“, so Regisseurin Claudia Stange.
Eintritt: Erwachsene 5 Euro, Schüler 3 Euro
Text + Foto (krü)

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Besuch aus Hollywood im Minckwitzschen Weinberghaus Radebeul

22 Donnerstag Aug 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Lebensart, Musik

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Einblicke in das schillernde Leben einer Diva

Es ist wieder so weit. Dorothee Kuhbandner lädt wieder zu einer Veranstaltung im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul ein. Am 25. August, um 18 Uhr wird die Hollywood-Diva der Neunziger, Linda Miller (Schauspielerin Annette Richter), direkt aus Kalifornien kommend, das Publikum beehren. Als schillernde Diva und Dame von Welt singt und erzählt sie locker, fröhlich von ihren Erlebnissen und aus ihrem Leben mit allen Licht- und Schattenseiten. Ihr Partner, Herr Kurz Kurz, ist ein entfernter Verwandter des chinesischen Starpianisten Lang Lang (Derek Henderson) und am Piano mit von der Partie.

Die beiden geben Einblicke in Lebenswelten, die so ihres Gleichen suchen und die Zuschauer lauschen den Botschaften vergänglicher Jahre, die im Rausch verfliegen.

Vorher und in der Pause gibt es Wein und Schnittchen zum leiblichen Wohl. Wer dieses nicht verpassen möchte, melde sich bitte rechtzeitig in der Galerie mit Weitblick Radebeul bei Dorothee Kuhbandner (Tel. 0174 – 147 1270) an. Die Plätze im Lusthaus sind begrenzt. 10 Euro kostet der Spaß!

Bis Anfang September ist zudem noch die wunderbare Ausstellung von Katharina Probst in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13, zu besichtigen an den Wochenenden.
Geöffnet: Sa und So. von 14 – 18 Uhr

Text (lv)

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Yoga beim Palais Sommer: 108 Sonnengrüße, Loslassen und Yogaflow für Energie, Lebensfreude und Zufriedenheit

21 Mittwoch Aug 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Projekte

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Wenn alle Sinne fließen

Endlich! Der Yogaflow hat mich wieder! Begonnen hat es mit 108 Sonnengrüßen, die ich ja sehr mag. Aber gleich so viele auf einmal in einer Stunde?! Ja, denn die 108 ist eine besondere Zahl im Yoga. „1-0-8 bedeutet: etwas-nichts-alles“, erklärte Yogalehrerin Claudia Ritschel zur ersten Session beim diesjährigen Yoga im Park im Rahmen des Palais Sommer. Die Sonne versteckt sich noch etwas, der wir mit den 108 Mal Surya Namaskar huldigen. Die Eins stehe für das Göttliche, die Null für Leere und Fülle und die Acht für Ewigkeit, Unendlichkeit. Mit der Bewegungsfolge des Sonnengrußes verbinden wir uns mit Himmel, Erde und uns mit allen Sinnen.

Ich versuche gar nicht erst mitzuzählen, überlasse mich einfach der Schönheit dieses Morgens, atme die frische Sommerluft, genieße den Anblick der hohen alten Bäume auf der Wiese und den Blick in den strahlend blauen Himmel beim Ausführen der Bewegungen. Die erste Hälfte geht leicht und mühelos, ruhig und fließend. Im letzten Drittel nehme ich alle Kraft zusammen, konzentriere mich darauf, im Bewegungsfluss zu bleiben, während die Sonne mit aller Kraft scheint und mir immer wärmer wird.
Bei der Umkehrübung zum Schluss, Schulterstand und die Beine in der Luft, bin ich etwas wacklig. Aber voller Freude und Glück, es geschafft zu haben. 108 Sonnengrüße, d.h. 2196 Einzelbewegungen in einer Stunde! Und hinterher kein Muskelkater, nur fassungsloses Staunen über mich selber.

Die Sonnengrüße begleitete Yogalehrerin Claudia Ritschel mit schönem Gesang und anspornenden Affirmationen, Kraftsätzen wie „Vertrau dir selbst“, „Jetzt bist du in deiner Mitte angekommen“, die die Anstrengung vergessen ließen und Körper und Sinne in Bewegung hielten. „Wenn das Zuviel verschenkt, das zu Wenig verschmerzt und die Irrtümer aufgebraucht sind, kann die Feier des Lebens beginnen“, gab sie uns mit auf den Weg.

„Verzeih um loszulassen“, darum ging es in der Yogastunde mit Dipa Doreen Wolff, nicht weniger intensiv, sanft und kraftvoll. Beim Einatmen das Herz öffnen, Weite, Mitgefühl und Wohlwollen sich ausbreiten lassen und mit jedem Ausatmen loslassen ein Stück, den Kopf, Situationen, Dinge und Menschen, die uns nicht guttun, innerlich vor Augen führen und gehen lassen. Schmerzliche Gefühle und Verhaltensweisen loszulassen, das erfordert Vergeben und Verzeihen, sich und anderen und sich ins Gegenüber hineinversetzen, warum derjenige so gehandelt hat. Sie zeigt uns herzöffnende Übungen, die den Körper dehnen und weiten, um innerlich frei zu werden, mit sich ins Reine zu kommen, zu akzeptieren und annehmen wie es gerade ist und dass es weiter fließen darf. „Lebe und genieße den Moment und dein Leben, egal was für Erfahrungen du gemacht hast“, so der Rat von Doreen Wolff.

Wieder eine kleine Auszeit gegönnt. „Yoga Flow für Energie, Lebensfreude und Zufriedenheit“ mit Anja Hilbert passte haargenau an dem Tag, letzten Dienstag nachmittag. Losgerissen vom Schreibtisch. Raus aus dem Kopf, nichts tun, nur spüren. Ich war zehn Minuten eher da. Drei Musiker probten auf der Bühne, am Cello, Klavier und Schlagzeug, wohl für das Jazzkonzert abends. Herrlich leichte, perlende Klänge. Tolle Einstimmung auf die Yoga-Stunde. In sich horchen. Wie ist der Atem? Kurz oder lang, stockend oder fließend…  An welchen Körperstellen fehlt Energie? Wie geht`s den Schultern, dem Nacken und dem unteren Rücken? Volltreffer. Mein Rücken ist hüftabwärts verspannt, vom vielen Sitzen am Schreibtisch. Gibt ja immer viel zu schreiben… 🙂

Da helfen wieder herzöffnende Übungen, Drehungen und Dehnungen mit dem Oberkörper, halbseitig ein Arm nach oben, Blick gen Himmel und ein Bein aufgestellt und ins Herz atmen. Arme zur Seite und vors Herz gehalten. Wir gehen in die Kobra und ins Brett, in Schräglage. In die Baum-Haltung, auf einem Bein stehend, abwechselnd, das andere stützend und die Hände über dem Kopf wie eine Krone. Ich kipple etwas. Die Bäume schwanken und bewegen sich auch, das ist Lebendigkeit, sagt Anja Hilbert. „Es ist gut so, wie es gerade ist.“ (mein neues Mantra.) Wichtig ist, wie ein Baum verwurzelt, geerdet zu sein.

Wir begeben uns in die Haltung des friedlichen Kriegers I und II, der uns Kraft, Mut und Stärke gibt, lassen unseren Krieger tanzen, indem wir die Arme abwechselnd nach oben und unten zu den Füßen schwingen. Wir recken und strecken uns, bis Augen und Herz von innen leuchten und lächeln.

Wunderbar als Ausklang der „Schmetterling“, bei dem die Knie auf und ab schwingen im Schneidersitz, wir fliegen und mir wird ganz leicht um`s Herz. Eine gute Übung auch, um die Hüften zu dehnen und lockern, um negative Emotionen loszulassen, die sich dort im Körper absetzen, sagt Anja Hilbert. „Jeden Morgen, wenn wir aufwachen, entscheiden wir, ob wir glücklich, frei und zufrieden sind. Dabei kommt es nicht darauf an, was wir haben, sondern was wir geben.“

Der Sonntagmorgen mit Kundalini Yoga mit Christoph Sieber und Torsten Schubert beginnt mit grau verhangenem Himmel. Vorher regnete es noch. Ich überlege, ob ich hinfahren soll oder nicht. Doch Yoga mit der Kraft der Kundalini ist wie ein Sog.
Als ich ankomme, ist die Wiese voller Menschen. Der Himmel klart auf, Sonne, Wind und Wolken im Wechsel. Wir beginnen mit Atemübungen, die Achtsamkeit und Hingabe stärken. Gib alles, was du kannst, mit ganzer Intensität hinein in die Übungen, sagt der Kundalini Yoga-Lehrer. Intensiv durch die Nase einatmen und durch den Mund ausatmen. Um in ein inneres Fließen zu kommen, weich zu werden. Es sind sehr energetische Übungen, die vor allem den Rücken- und Beckenbodenbereich stärken, dem Sitz von Kundalini, der Lebens- und Liebeskraft, und ebenso Balance und Kreativität fördern helfen. Wir gehen in die Katze- und Kuh-Stellung. Reiben im Schneidersitz die Außen- und Innenseiten unserer Handflächen abwechselnd aneinander und schauen mit halb geschlossenen Augen auf unsere Nase und leicht darüber auf das dritte Auge auf der Stirn, das für Intuition steht.

Wir bewegen die Arme leicht über dem Kopf hin und her, ein wogendes, unentwegtes Winken. Nach einer Weile werden die Arme schwer, doch bevor sie sinken, sagt der Yoga-Lehrer: „Nicht aufhören, jetzt gerade weitermachen! Noch etwas schneller, damit der Effekt eintritt und dann wird es immer leichter…. Das ist Kundalini.“ Die Kraft des Willens, durchhalten, sich selbst überwinden. Eine wirksame, körperliche Erfahrung.

Schön kraftvoll auch die Übung, die den Kreislauf des Lebens symbolisiert, der besteht im Erschaffen, Ordnen und Zerstören, Tod. In stetem Wechsel. Dabei halten wir die Arme seitlich vom Körper, die Hände mit den Daumen nach außen kreisen, schwingen, fast wie fliegen… Auch hier wieder kräftezehrend nach einer Weile. Nicht aufhören. Weiter Arme kreisen, in Bewegung, im eigenen Rhythmus bleiben. Dann geht es tatsächlich leichter. Ein schönes Gefühl, wenn Körper und Geist dann ruhig und klar werden und man ganz eins mit sich ist.

Die Energie der Gemeinschaft spüren wir beim gemeinsamen Mantra singen, gesungen, geflüstert wie Liebende und gepfiffen. Auf dem Rücken liegend lauschen wir abschließend den Klängen der Gitarre und des Gongs, mal leise, flirrend und stärker werdend, regt sich zum Flötenspiel Kundalini, bricht aus den grauschweren Wolken immer wieder die Sonne hervor und Licht flutet über mein Gesicht. Dazu ein leicht fächelnder Wind und Blätterrauschen. Einfach zauberhaft.
Im September sind Christoph Sieber und Torsten Schubert auch bei einem Yoga Festival mit dabei. Nähere Infos folgen.

Heute (22.8.) ist “ Biodanza – gemeinsam das Leben tanzen“ mit Ulrike Davies angesagt. 17 Uhr geht`s los. Danach ein Konzert mit der französischschweizerischen Band Carrousel, Sophie Burande und Léonard Gogniat bringen frische, originelle und gefühlreiche Neonchansons mit zu Musik auf Akkordeon, Melodica und Klavier. 20 Uhr ist Beginn beim Palais Sommer. Lieder voller Charme, Poesie und Power – großartige Stimmung herrschte über zwei Stunden auf der Wiese am Palais. Schwelgten und schwebten die Tanzenden durch den Sommerabend mit den wunderbaren Musikern.

Yoga einmal anders. Gemeinsam das Leben tanzen, jeder für sich und alle zusammen in der Bewegung verbunden. Beim Biodanza mit Ulrike Davies schwangen gestern viele voll ansteckender Lebensfreude und Energie auf der Wiese beim Palais Sommer. Bewegung und Begegnung stand dabei im Mittelpunkt. Da standen bei  den Kreistänzen Männer, Frauen und Kinder im Wechsel in der Mitte innen und außen, nahmen den Rhythmus gegenseitig auf, klatschten und spornten die anderen an. Weitaus weniger Männer tanzten und sprangen zu urwüchsigen Trommelklängen und sanfter Salsamusik. Bunt fröhliche, lebenssprudelnde Weiblichkeit wirbelte um so mehr auf dem Platz. Dann tanzten alle gemeinsam im großen Kreis, Hand in Hand und hielten sich, leicht hin und her wiegend einen Moment. Der Kreis geriet wieder in Bewegung. Man fand sich zu zweit, zu viert, acht, sechzehn und mehr Leuten spontan miteinander tanzend, voller Leichtigkeit, Unbeschwertheit und die Kraft der Gemeinschaft erlebend. Weitere Termine stehen unter http://www.biodanza-dresden.de

Morgen, am Samstag vormittag nehme ich mir Zeit für „Yoga und die Fülle des Atems“. Sonntag steht Partner Yoga zu zweit, zu dritt und zu viert im Programm. Dann sind die Yoga Sessions beim Palais Sommer für dieses Jahr schon wieder vorbei. Ich erhalte mir den Yoga Flow, draußen im Freien, weiterhin beim Brombeeren und Holunder pflücken, denn da muss ich mich teils auch ganz schön recken und strecken, denn die größten und saftigsten Früchte hängen bekanntlich immer ganz oben.

Das Festival mit Konzerten, Freilichtkino und Yoga im Park dauert noch bis 26. August.

Text + Fotos (lv)

http://www.palaissommer.de


Ansteckende Lebensfreude, Energie und Verbundenheit beim Biodanza mit Ulrike Davies (re. Foto) beim Palais Sommer gestern nachmittag.

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Verrückte Urlaubserlebnisse: Davon erzählt das Buch „No Risk – No Fun“

14 Mittwoch Aug 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Unterwegs

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Wenn eine eine Reise tut…

dann kann sie was erzählen. Zum Beispiel verrückte Urlaubserlebnisse. Das haben Karin Funke und Kathrin Krüger-Mlaouhia getan – zwei reiselustige Journalistinnen aus Dresden bzw. Großenhain. Was sie in ihrem Büchlein „No Risk – No Fun“ zusammengestellt haben, hat sich alles so zugetragen: der Überfall auf dem Nil in Ägypten, das gefährliche Pferdegetrappel beim Pilgern in Spanien, der Tod im hohen Norden von Norwegen, das Schwimmen mit Piranhas in Brasilien.

Angetrieben von Mut und Neugier gingen Frauen schon immer auf Reisen – allein, mit einem Partner, in Familie, in der Gruppe. Wir wissen von früheren Abenteuerinnen, weil sie ihre Eindrücke und das, was ihnen geschah, aufschrieben oder immerhin weitererzählten. Das hat wohl auch Funke und Krüger-Mlaouhia angetrieben. Sie wollten das Skurrile, das ihnen widerfuhr, für andere nacherlebbar machen und so ins allgemeine Gedächtnis speichern. Dabei kommt ihr Freiheitsdrang auch an die Grenze des Erträglichen. Denn es kann schon mal ans Leben gehen, wie die Geschichte „Gefahr im Wasser“ aus Mallorca zeigt.

Doch Angst machen möchten die beiden Journalistinnen niemandem. Im Gegenteil: Sie wollen mit ihren spannenden Erlebnissen dazu einladen, das Reisen nie aufzugeben. Nicht nur, weil es bildet. Sondern auch, weil der überraschende Ausgang von Geschichten viel nachhaltiger und spannender ist, wenn man ihn selbst erlebt, statt auf dem Sofa vor dem Fernseher. So soll „No risk – no fun“, zu deutsch übrigens „Ohne Risiko kein Spaß“, Reiselust wecken und mit Eigenheiten der beschriebenen Länder bekanntmachen. Damit man vielleicht den 20 gedruckten Geschichten im Urlaubsbüchlein noch weitere eigene hinzufügen kann.

„No risk – no fun“ ist 2019 erschienen im United p.c. Verlag und im Buchhandel für 16,50  Euro erhältlich.

Text: Kathrin Krüger-Mlaouhia

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Malerei und Grafik zwischen Jugendstil & Impressionismus: Ausstellung Käthe Kuntze in der Stadtgalerie Radebeul

11 Sonntag Aug 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Malerisches Zuhause: die „Villa Hohenberg“ in Radebeul. 
Ausdrucksvoll: Die Künstlerin Käthe Kuntze im Foto und Selbstporträt.
Ehrenurkunde für die junge Malerin

Auf dem Neumarkt in Dresden um 1900 und auf dem Jahrmarkt in Altkötzschenbroda
Porträts mit Spuren der Zeit.

Ein Großteil der Bilder stammt aus der Städtischen Kunstsammlung Radebeul. Stadtgalerist Alexander Lange in der Ausstellung.

Stimmungsreiche Zeitreise in Bildern

An die großartige Porträtmalerin und Graphikerin Käthe Kuntze erinnert anlässlich ihres 50. Todestages zurzeit eine Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul. Noch bis 18. August zu sehen mit Führung am letzten Ausstellungstag.

Farbenfrohe, ausdrucksstarke Malerei, Zeichnungen und Grafik zwischen Jugendstil, Impressionismus und Moderne von Käthe Kuntze zeigt anlässlich ihres Todestages die Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21 und erinnert damit an diese Künstlerin der vergessenen Generation.

Erstmals in diesem Umfang sind in der Ausstellung Porträts, Großstadt- und ländliche Szenen, Landschaft und Stillleben auf zwei Etagen von ihr zu sehen. Käthe Kuntze war vor allem als Porträtmalerin und Graphikerin in Kötzschenbroda und Niederlößnitz tätig. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie u.a. bei Wilhelm Claudius, Robert Sterl und Anton Pepino.  Ab 1907 beteiligte sich Käthe Kuntze erfolgreich an den Ausstellungen des Kunstvereins der Lößnitz. Die Bilder in der Ausstellung entstanden zwischen 1905 bis Ende der 1920er Jahre, einige Arbeiten sind undatiert. Ein Großteil der Werke stammt aus der Städtischen Kunstsammlung Radebeul, Leihgaben der Erbengemeinschaft und der Kunstsammlung Chemnitz.

Ihre Bilderwelt spiegelt lebhaft und vielfältig damaliges Zeitkolorit, Mode und Lebensart, Licht und Schatten nah beieinander. Da schwelgt das Auge in den farbenprächtigen Blumenständen auf dem Dresdner Neumarkt, schlendert man vor Obstbuden und auf dem Jahrmarkt in Altkötzschenbroda. Sieht man ein Porträt einer älteren Dame lesend am Fenster, Herren mit Schnauzbart und Zylinder. Ein Ölbild zeigt zwei nackte Frauen anmutig, mit hochgestecktem Haar in leuchtenden Farbtönen, ein weiteres einen üppig runden Frauenakt knieend auf weißem Laken. Erstaunlich modern für die damalige Zeit.

Zwei Mädchen in blauen Kleidern mit Strohhut und entrücktem Blick in die Ferne. Risse abgeblätterter Farbe durchziehen das Bild. Berührend auch eine Bilderserie von Käthe Kuntze zum Ersten Weltkrieg. Ein Zug trauernder Frauen vor Grabkreuzen. Kriegsopfer stehen vor einem Café, Männer mit Beinstümpfen an Krücken und Passanten mit gesenkten Köpfen. Szenen wie „Kriegsstrumpfstricken“ und „Soldaten spielende Kinder“ stimmen nachdenklich. „Sie war eine sehr begabte Künstlerin. Diese Lithografien sind hervorragend“, sagt Stadtgalerist Alexander Lange über die Arbeiten von Käthe Kuntze. Die Auswahl traf er zusammen mit Ko-Kuratorin Karin Baum, die außerdem den Kontakt zur Familie der Künstlerin herstellte.

Käthe Kuntze wurde 1878 in Dresden geboren, mit sieben Jahren verlor sie ihr Gehör durch Krankheit. Ihr künstlerisches Talent förderten die Eltern früh. 1901 zog die Familie nach Niederlößnitz um. Ein farbiger Holzschnitt zeigt die „Villa Hohenberg“, wie sie das Elternhaus in der Oberen Bergstraße 14 in Radebeul nannte, wo Käthe Kuntze bis zu ihrem Tod 1969 lebte. Sommerlich heiter, pastellfarben eine Ansicht der Terrasse der Villa mit weitem Blick über das Elbtal. Leicht ironisch das Bild „Kindermädchen beim Tratsch“, die auf einer Bank im Grünen sitzen, während aus dem Kinderwagen ein Schützling klettert, ein anderes Kind krabbelt auf dem Boden und greift schon nach einer spitzen Schere. Familienbildnisse zeigen Schwester Helene und deren Tochter Käte mit acht Monaten, pausbäckig und mit großen Augen in die Welt schauend  auf inzwischen vergilbtem Papier und verrußtem Rand. Ihre Eltern am Tisch, erhellt vom Lampenlicht, der Vater mit einem Stapel Büchern und im Krankenbett.

Zu sehen sind außerdem farbige Holzschnitte mit Märchenillustrationen von Rotkäppchen bis zum Mädchen mit den Schwefelhölzern. Die Ausstellung von Käthe Kuntze ist noch bis 18. August zu sehen, mit abschließender Sonderführung mit den Ausstellungskuratoren um 16 Uhr.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do, So von 14 – 18 Uhr.

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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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