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Kategorien-Archiv: Literatur

Rumänien als Literaturland auf der Leipziger Buchmesse

25 Mittwoch Okt 2017

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Literatur

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Romania. Zoom in

Rumänien ist das Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2018. Ein Programm-Ausblick.

Die Veranstalter von Rumänien – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2018 haben kürzlich auf der Frankfurter Buchmesse einen ersten Programmausblick gegeben. Rumänien, mit 20 Mio. Einwohnern das zweitgrößte Land im Osten der EU, möchte sich in Leipzig als Literaturland zeigen, das tief in der europäischen Kultur-Tradition verwurzelt ist und eine große Vielfalt zeitgenössischer wie klassischer literarischer Werke vorzustellen hat: Rund 30 Neuübersetzungen werden zur Leipziger Buchmesse erscheinen, viele von international bekannten Autorinnen und Autoren, sowie vier Anthologien mit Texten junger Schriftsteller, die erstmals ins Deutsche übersetzt werden. Über 30 rumänische Autorinnen und Autoren kommen zum Gastland-Auftritt nach Leipzig, der vor dem Hintergrund eines Jubiläums stattfinden wird: 2018 feiert Rumänien die 100. Wiederkehr der Gründung des modernen rumänischen Staates.

Lucian Romaşcanu, Kulturstaatsminister von Rumänien, hob hervor: „Wer zur Leipziger Buchmesse 2018 kommt, wird Zeuge eines wahren Booms rumänischer Literatur auf dem deutschen Buchmarkt: repräsentative Autoren, hochwertige Übersetzungen, bestangesehene deutsche Verlage! Und das ist erst der Anfang einer schönen Freundschaft zwischen unseren Buchmärkten. Ein Anfang, der in ein für unser Land symbolträchtiges Jahr fällt, da wir 100 Jahre seit der Entstehung des vereinigten Rumänien feiern.“

„Zur Leipziger Buchmesse 2018 werden wir einmal mehr ein Land lesen lernen. Ich freue mich schon jetzt sehr auf den Auftritt Rumäniens“, so Buchmessedirektor Oliver Zille. „Ich wünsche mir, dass die großartige Literatur beim Fachpublikum neues Interesse weckt und spannende Verbindungen entstehen lässt – und, dass unsere Besucher ein neues Land entdecken und lieben lernen. Die Länderauftritte der letzten Jahre haben gezeigt: Wenn Literatur sich stellvertretend für eine ganze Kultur auf der Leipziger Buchmesse präsentiert, begeistert das nicht nur unsere Messebesucher, sondern die ganze Stadt.“

Die Verbindung zwischen Rumänien und Deutschland ist historisch tief verwurzelt – Klausenburg, Hermannstadt in Siebenbürgen sind Städte, die von Deutschen vor über 850 Jahren aufgebaut und geprägt worden sind. Auch in Bukarest gibt es Spuren, die von der traditionellen Beziehung beider Länder zeugen: Im alten Handelsviertel, dem heutigen Szeneviertel der Stadt, befindet sich die Lipscani Straße, die Leipziger Straße.

S.E. Emil Hurezeanu, Botschafter von Rumänien in Deutschland führte aus: „Zwischen Bukarest und Leipzig gibt es lange Kultur- und Handelsbeziehungen. Kaufleute aus Deutschland stiegen schon im Mittelalter unterwegs zwischen Leipzig und dem Orient in Bukarest ab. Die Lipscani-Straße zeugt noch heute davon und ist ein Synonym für Handel und Wandel im Viertel des alten Hofes der Walachei-Prinzen. – Heute bauen wir gemeinsam am ‚Haus Europa‘. Das bedeutet vor allem Meinungsfreiheit in einem Rechtsstaat: eine Arena, die auch für Kulturschaffende angemessen ist! Zahlreiche rumänische Schriftsteller der jüngeren Generation begreifen sich mittlerweile als europäische, ja eigentlich globale Autoren, die auf Rumänisch schreiben.“

Mirel Talos, Vizepräsident des Rumänischen Kulturinstituts, erklärte: „Das Rumänische Kulturinstitut trägt durch vielfältige Projekte dazu bei, den deutsch-rumänischen Kulturaustausch zu fördern. Ein Zeichen dafür sind die zahlreichen deutschen Übersetzungen rumänischer Autorinnen und Autoren, die vom Nationalen Buchzentrum (als Teil des Rumänischen Kulturinstituts) finanziell gefördert worden sind. 2018 wird Rumänien als Ehrengast der Leipziger Buchmesse dem deutschen Publikum die rumänische zeitgenössische Literatur und einige seiner prominentesten Literaten näherbringen. Wir hoffen sehr, dass die beiden Länder ihre kulturellen Beziehungen in den kommenden Jahren noch vertiefen und die rumänische Präsenz im deutschsprachigen Raum weiter an Sichtbarkeit gewinnt.“

In Frankfurt wurden erste Autorinnen und Autoren genannt, die mit Neuerscheinungen zur Leipziger Buchmesse 2018 kommen: Dazu gehören die mehrfach preisgekrönte Schriftstellerin und Journalistin Gabriela Adameșteanu und der in Rumänien gefeierte, erstmals mit einem Roman ins Deutsche übersetzte Ștefan Agopian. Filip Florian ist dabei mit seinem neuen Roman „Die Tage des Königs“ (Matthes & Seitz), ebenso kommen der Schriftsteller und Drehbuchautor Florin Lăzărescu sowie der rumänisch-französische Autor und Journalist Matei Vișniec mit seiner Neuerscheinung „Theater“ (PalmArtPress). Varujan Vosganian, Politiker, Romanautor und Lyriker armenischer Abstammung, dessen Bestseller „Buch des Flüsterns“ (2013) international große Beachtung fand, wird in Leipzig den neuen Erzählungsband „Als die Welt ganz war“ (Zsolnay Verlag) vorstellen.

Außerdem kommen Schriftstellerinnen und Schriftsteller der jüngeren Generation nach Leipzig, deren Bücher, Gedichte oder Erzählungen aus Anlass des Leipziger Gastland-Auftritts das erste Mal ins Deutsche übersetzt werden: Lavinia Braniște, Lyrikerin und Prosaistin ist darunter, oder Catalin Mihuleac mit seinem Roman „Oxenberg und Bernstein“ (Zsolnay Verlag), der von der Ermordung tausender Juden durch rumänische Regierungstrupps mit deutscher Mithilfe in Iasi 1941 handelt.

Auch rumänische Klassiker werden in Leipzig mit Neuübersetzungen vertreten sein: Ion Luca Caragiale (1852-1912), der als bedeutendster Dramatiker Rumäniens gilt und als Begründer des komischen Theaters, zudem der Schriftsteller, Dramatiker und Direktor des Nationaltheaters Bukarest Liviu Rebreanu (1885-1944) sowie Lucian Blaga (1895-1961), vielfach preisgekrönter rumänischer Philosoph, Dichter, Wissenschaftler und Diplomat.

Mit Blick auf die Präsentation des Literaturlands Rumänien in Leipzig resümiert Schriftsteller und Drehbuchautor Florin Lazarescu: „Es vermittelt ein Gefühl der Sicherheit, wenn man als Gastland in Leipzig auftreten darf. Lesen Sie, welchen Autor Sie wollen, aber machen Sie sich klar: Erhielten Vertreter einer außerirdischen Zivilisation durch Zufall Zugang zu 20 bis 30 in den letzten zwanzig Jahren geschriebenen rumänischen Titeln, könnten sie daraus alles über Beziehungen, Emotionen und Auseinandersetzungen auf unserem Planeten erfahren – nur säßen sie möglicherweise einem Irrtum auf und würden meinen, die Rumänen seien der Nabel der Welt.“

Neben den Novitäten-Präsentationen sind zur Leipziger Buchmesse und zum Festival Leipzig liest Begegnungen mit weiteren renommierten Schriftstellern, mit Historikern, Soziologen und Illustratoren geplant sowie Debatten zu Zeitgeschichte und Literatur. Es soll eine Nacht der rumänischen Poesie geben sowie eine Fotografie-Ausstellung: Der Berliner Fotograf Marc Schröder zeigt Bilder Überlebender der deportieren deutschen Minderheit Rumäniens. Im Lichtspieltheater UT Connewitz ist bereits im Vorfeld der Messetage eine ganze Woche dem neuen rumänischen Film gewidmet.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Nähere Informationen zu den neuen deutschen Übersetzungen rumänischer Literatur gibt es unter http://www.cultura.ro

Rumänien – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2018 wird veranstaltet vom Rumänischen Ministerium für Kultur und dem Rumänischen Kulturinstitut sowie der Leipziger Buchmesse in Zusammenarbeit mit TRADUKI, mit freundlicher Unterstützung durch die Botschaft von Rumänien in der Bundesrepublik Deutschland und das Goethe-Institut Bukarest.

 

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Neustadt Art Festival: Bühne für Kunst von unten

13 Mittwoch Sept 2017

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Kultur, Literatur, Musik

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Grafiken: Thomas Schreiter

Bild: Anne Kirlum

Bunte Oase der Kunst

Das bereits sechste Neustadt Art Festival lockt an bisher 19 Orte mit über 100 Veranstaltungen mit reichlich Kunst, Musik, Lesungen und vieles mehr.

Das Neustadt Art Festival zählt eine Woche vor Beginn (vom 22. bis 24. September)
19 Orte, an denen über 30 Künstlerinnen und Künstler über 100 Veranstaltungen in der Äußeren Neustadt ausrichten. Da die Anmeldung bis zum Festival möglich ist, kommen weitere Orte hinzu.

„Es sind alte Hasen wie die Blaue Fabrik, das Stadtteilhaus, die Alte Fabrik und die Waldbühne dabei“, schwärmt Jan Kossick, Mitinitiator des Festivals, „aber auch neue Orte wie der Geldschneider, der Wagenplatz, die Weiße Birke und das ‚Da Unten‘. Besonders freue ich mich, dass der Dachboden ‚Kunst unterm Dach‘ mit vielen Künstlerinnen und Künstlern, viel Musik und Lesungen wieder mit dabei ist.“ Das weiterhin aktualisierte Programm, eine Liste der Orte und eine Auswahl der Kunstschaffenden ist unter naf.li zu finden. Das Neustadt Art Festival finanziert sich hauptsächlich über Crowfunding von Unterstützung dieses Mitmach-Kunstfestes.

Weitere Informationen:
naf.li neustadt-art-festival.de

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Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

29 Dienstag Aug 2017

Posted by Lilli Vostry in Literatur, Musik

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Ein Gedicht aus dem Poesiealbum Nr. 89, das 1975 erschien und seine einzige Veröffentlichung in der DDR blieb. Es entstand nach einem Verhör Braschs, der nach einem öffentlichen Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

Wiederentdeckung eines großen Freigeistes

Mit einem musikalisch-literarischen Abend im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul am Sonntag abend erinnerte die Sängerin Ursula Kurze an das Leben und Schaffen des Dichters Thomas Brasch.

“Wer durch mein Leben will, muss durch mein Zimmer“, heißt eine Gedichtzeile von Thomas Brasch. Direkt, intensiv, ohne Umschweife kehrt er sein Inneres nach außen. Wenn er sich auf etwas einließ, ob Ideen oder Menschen, dann voll und ganz. Doch er war auch ein Suchender, Rastloser und Träumender bis an sein Lebensende.

Davon erzählen die Texte, Erzählungen, Stücke und Gedichte des Schriftstellers, Dramatikers, Drehbuchautors, Regisseurs und Lyrikers Brasch. Mal leise lyrisch, zärtlich, mal bluesig, unbändig, innehaltend nachdenklich und kraftvoll, sang und rezitierte die Sängerin und Schauspielerin Ursula Kurze zur Gitarre in einem musikalisch –literarischen Abend Gedichtvertonungen und Texte über das Leben und Schaffen von Thomas Brasch (1945 – 2011) und Wegbegleitern von ihm am Sonntag abend im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul. Sie freute sich über die rege Resonanz und dass der „ins Vergessen geratene große Dichter Brasch jetzt allmählich wieder entdeckt wird. Er spiegelt ja auch ein Stück Leben von uns“. Seit mehreren Jahren lädt zu den Dichterlesungen, verbunden mit Natur- und Kunstgenuss, die Künstlerin Dorothee Kuhbandner von der Galerie mit Weitblick ins nahe gelegene Weinberghaus ein.

Bei sommerlichem Wetter war der Raum voll. Unter den Zuhörern war auch Wolfram von Minckwitz, der Besitzer des Areals. Mit 84 Jahren ist er immer noch vital und fast täglich oben in dem Waldgrundstück und Weinberg. „Die Bewegung an der Luft hält mich gesund“, schmunzelt er. Thomas Brasch hätte es hier sicher gefallen. Weit und frei wie seine Gedanken und vom Wind umweht, schweift der Blick von der Terrasse am Weinberghaus über das Häusermeer und die Elblandschaft. Als ältester von drei Söhnen einer deutsch-jüdischen Emigrantenfamilie kam Brasch als Zweijähriger aus dem englischen Exil nach Ostberlin. Anders als sein Vater, der zum stellvertretenden Kulturminister in der DDR aufstieg, eckte Thomas Brasch mit seiner Haltung an als ebenso lebenssprühend-anziehender wie unbequemer, unangepasster Freigeist und Sprachgenie. Seine Vorbilder waren Heine und Brecht, Rimbaud und Heiner Müller. Er übersetzte die Stücke von Shakespeare, Tschechow und Gorki. Brasch durfte in der DDR nichts veröffentlichen außer einem schmalen Poesiealbum, weshalb er 1976 in die BRD ausreiste mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Katharina Thalbach und ihrer Tochter Anna.

Im Westen schlug er wie ein Meteor auf der Bühne ein, sagte Ursula Kurze in ihrem Programm über Brasch. Er wurde über Nacht bekannt mit seinen Gedichtbänden und dem Prosaband „Vor den Vätern sterben die Söhne“. Für die einen war die Lesung eine schöne wie ergreifende Wiederbegegnung mit seinem Werk nach langer Zeit, für andere eine spannende Neuentdeckung. Thomas Brasch dachte laut nach über seine innere Zerrissenheit zwischen den beiden Deutschlands, über Enge und Aufbruch, vertane Chancen nach der Wende und er glaubte weiter an die Utopie einer sozial gerechteren Gesellschaft.

„Mein Volk ist frei. Jetzt kann es tun, was es mit sich tun lässt“, schrieb Brasch nach dem Mauerfall. „Die hassen müssen lieben/ ins Paradies vertrieben.“ In letzter Zeit erschienen vier Biographien über Brasch, ein Buch seiner Schwester Marion Brasch, „Ab jetzt ist Ruhe“ über das bewegte Leben in ihrer „Bonzenfamilie“ und eine Gedichtsammlung – vor zwei Jahren wäre Braschs 70. Geburtstag gewesen – mit dem Titel „Die nennen das Schrei“ bei Suhrkamp. 2001 starb er gerade 56-jährig an Herzversagen in Berlin. Es liegen noch tausende unveröffentlichte Seiten von Thomas Brasch im Literaturarchiv Marbach. Als nächstes plant Ursula Kurze ein Programm über den großen Menschenkenner und Satiriker Kurt Tucholsky.

Text + Fotos (lv)

http://www.ursula-kurze.de

der Eingang zum Minkwitzschen Weinberghaus

Dorothee Kuhbandner lädt regelmäßig zu den Dichterlesungen zusammen mit Ursula Kurze ins Minckwitzsche Weinberghaus in Radebeul ein.

Jens Kuhbandner sorgte für Speis und Trank.

Fantastische Aussicht von der Freiterrasse ins Elbtal: meinwortgarten-Autorin Lilli Vostry

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Traumreiche Landschaften von Aleko Adamia eröffnen den Palais Sommer

03 Donnerstag Aug 2017

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Literatur, Musik, Poesie

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Wirbelnde Farbwogen und Flüchtlinge im Park

Die erste Einzelausstellung mit Arbeiten des georgischen Künstlers, Mitgründer des Palais Sommer und Leiter des Plenairs ist ab dem 4. August (Eröffnung um 19 Uhr) beim Kulturfestival auf der Wiese des Japanischen Palais zu sehen.

Wie ein schwerer alter Dampfer ragt die Altstadtkulisse aus dem Fluss. Da treffen verwittertes Sandsteingrau auf lebhaft wirbelnde Farbwogen und Blütenzauber in zarten Pastelltönen aufeinander auf den Leinwänden. Die Bilder hängen im Freien mit Blick auf die malerische Landschaft. „Mein Traum sieht ähnlich aus wie ein blühender Pfirsichbaum!“, so nennt der georgische Künstler Aleko Adamia seine Ausstellung, welche am heutigen Freitagabend, um 19 Uhr den nunmehr neunten Palais Sommer auf der Wiese am Japanischen Palais eröffnet.

Das Kulturfestival bietet wieder den ganzen August über, eintrittfrei auf Spendenbasis mit über 100 Veranstaltungen, den Besuchern reichlich Kunst und Kultur mitten im Grünen, auf Decken und Liegestühlen sitzend und an der Bildergalerie entlang flanierend. Die Palette reicht dabei von Klavierkonzerten, Singer-Songwriter-Nacht, Hörspielen, Lesungen mit Poesie und Yoga im Park bis zu einem Gespräch unter dem Titel “Wie wollen wir leben?“ mit dem Philosophen Richard David Precht und dem Autor Chistian Felber (am 14.8., 20.30 Uhr).

Die farbreich-poetischen, figürlichen und abstrakten Bilder von Aleko Adamia entstanden während der internationalen Plenairs, mit denen das Kulturfestival 2005 begann. Sie zeigen Erträumtes und Erlebtes zwischen Park und Fluss wie „Das Frühstück im Grünen“, „Garten Eden“, „Chillende Wasserpfeife“, „Danea“, „Träumerin“, „Gewitter“ oder „Gäste“. In diesem Bild malte Adamia eine Flüchtlingsfamilie im Park vor der Flusslandschaft. “Ich bin auch Gast und es ergeht mir mit Dresden wie mit Tbilisi. Wenn ich wegfahre und wiederkomme, fühlt es sich wie Heimat an. Dresden hat auch ein einzigartiges Porträt, da braucht man nur noch zu den Farben greifen“, sagt Aleko Adamia. Dresden ist seit 25 Jahren sein zweites Zuhause. Er studierte Malerei und Grafik an der Kunstakademie in Tbilisi, wo er eine Gastprofessur hat. Außerdem ist er Mitgründer des Palais Sommer und künstlerischer Leiter des Plenairs.

Das erste fand 2005 noch im Filmnächte-Gelände am Königsufer statt. Begeistert von der Idee des Kunst-Happenings unter freiem Himmel, das mit Freilichtmalern wie Paul Cezanne und anderen Postimpressionisten in Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts begann, stieg Filmnächte-Veranstalter Jörg Polenz auch als Geschäftsführer beim Palais Sommer mit ein und mit ihm viele weitere Programmpartner und Unterstützer, die helfen das Kulturfestival – vom Bühnenaufbau über die Technik bis zu Gagen für die Künstler – zu finanzieren.

Bei den Spenden von Unternehmen und Besuchern des Palais Sommer gilt das Motto: „Du gibst was du kannst“. Man kann auch Liegestühle und Yogamatten ausleihen. Der Erlös fließt ebenfalls in den Palais Sommer. Zum Unterstützerkreis gehört auch Familie Metzig, die von Anbeginn eine Künstlerwohnung für Plenair-Teilnehmer in ihrem Haus bereitstellt. Dort befindet sich auch Adamias Atelier. Unter den langjährigen emsigen Helfern und Weggefährten des Plenairs sind außerdem der Maler Otto Rabisch und die Kulturmanagerin Simone Lade mit ihrer Agentur „Ars longa“.

Zwei Jahre wurde das Plenair von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gefördert, mit „Frühstück im Freien“ und Aktmalerei nach einem Gemälde von Èdouard Manet und das zweite Mal innerhalb der Ausstellung „Verwandelte Götter“ im Japanischen Palais. Es folgten weitere sinnliche Bilderinszenierungen wie „Schlummernde Venus“ oder „Flora mit Akt“ und in diesem Jahr regen „Nackte Reiterinnen“, zwei Aktmodelle nebst echtem Pferd, die Sinne und Fantasie beim Betrachten und Malen an (am 12.8., ab 12 Uhr). Dazu sind neben der Künstlergruppe vom Plenair ebenso künstlerische Autodidakten aus dem Publikum eingeladen. Fortgesetzt wird auch die Aktion „Folge kleinen Herzen“, wo Kinder und Jugendliche mit Künstlern zusammen Bilder malen, der Verkaufserlös kommt sozialen Zwecken zugute.

Aleko Adamia betreut diesmal zehn Teilnehmer bei der Freilichtmalerei, drei Kunststudenten aus Dresden und sieben junge Künstler aus Tbilisi. Sie werden ihre Staffeleien im Grünen aufstellen und in den kommenden drei Wochen täglich vor den Augen der Passanten malen. Erstmals ist eine Einzelausstellung beim Palais Sommer zu sehen. Diesmal mit Arbeiten Adamias, der dieses Jahr seinen 55. Geburtstag feierte. „Jedes Jahr erhält ein anderer Künstler die Möglichkeit, mit seinen Werken präsent zu sein, die auch auf einem Plakat und im Programmheft gedruckt  werden“, so Adamia. Pro Abend kommen immerhin bis zu tausend Besucher zum Palais Sommer, die dann auch die Bilder betrachten und erwerben können. Von den verkauften Bildern gehen 30 Prozent der Einnahmen an den Palais Sommer. Die beim Plenair entstehenden Bilder werden mit feierlicher Vergabe des Canaletto-Preises, den der Künstlerbedarf Gerstaecker stiftet für die besten Bilder, ausgewählt von einer Jury aus regelmäßig am Plenair teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern (wie Maria Mednikowa, Mandy Friedrich, Ulrike Pisch, Babak Nayebi) in einer gemeinsamen Abschlussausstellung am 27. August präsentiert.

Text + Fotos (lv)

Das vollständige Programm steht unter www.Palaissommer.de

Bald ist die Wiese am Japanischen Palais wieder voller Bilder, kann man allabendlich Musik und Hörspielen lauschen und beim Yoga entspannen. Auf viele interessierte Besucher freuen sich der Künstler Aleko Adamia und die Kulturmanagerin Simone Lade. Auch wenn Adamia weiß: „Oft entscheidet der Bauch mehr als der Kopf. Doch ich bin sicher, wenn diese ständige Angst der Menschen, nicht genug zu haben, hungrig zu sein, eines Tages wegfällt, werden sie Kunst suchen und das Schöne sehen und genießen.“

P.S.: Über die sozialen Netzwerke habe ich gestern erfahren, dass Aleko Adamia letzte Woche an den Folgen einer Herzoperation leider verstorben ist. Er war ein großartiger, engagierter Künstler. Seine Bilder werden bleiben und hoffentlich auch die Plenairs und wunderbare Bildergalerie im Freien beim Palais Sommer. L.V.

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BilderAlbum: Eröffnung der neuen KulturOase Zentralwerk in Dresden

08 Montag Mai 2017

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst, Film, Kultur, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte, Tanz, Theater, Zwischenmenschliches

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Ein neuer Magnet der Kunst und Kultur für alle

Die noch grauen alten Fabrikgebäude zeigten sich mit den Künstlern und den zahlreichen kleinen und großen Besuchern farb- und ideenreich verwandelt zur Eröffnung des Zentralwerk am Sonnabend auf der Riesaer Straße 32 in Dresden-Pieschen. „Ein Ort, an dem sich Energien sammeln“, so lautet das Motto. Das Areal bietet nicht nur Wohn- und Arbeitsräume für rund 70 Künstler und Initiativen im Gelände, sondern auch Kunst und Kultur für alle. Mit Hilfe von öffentlichen Mitteln und der gemeinnützigen Stiftung trias entsteht hier bezahlbarer Raum für selbstbestimmtes Leben und Schaffen. Verwirklicht wird das Projekt von der dazu gegründeten Zentralwerk Kultur- und Wohngenossenschaft Dresden eG. Spenden und Kulturpatenschaften werden in die Sanierung des Gemeinschaftshauses investiert.

Mit Ausstellungen im Haupthaus, offenen Ateliers, einem rotierenden Kunst-Karussell aus Baumaterial und sich fortlaufend ändernden Bildern in einem Seitenflügel des Großen Saals, Videos zur Geschichte dieses Ortes, Musik, Tanz und Performances gab es schon mal einen Vorgeschmack auf das Kommende. Eine kleine Spieloase mit Holzschiff im Sand, Trampolin, Mal- und Bastelecken gibt es schon, aus ausrangierten Badewannen und Closetts sprießt Grün in die Höhe und das erste Hochbeet unter Bäumen beginnt zu blühen.

Text + Fotos (lv)

http://www.zentralwerk.de

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Buchpremiere: „Was willst Du denn auf Island“ mit Ahmad Mesgarha im Kleinen Haus

24 Montag Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Literatur, Musik, Unterwegs

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„Die Naturgewalt ist unsere Apotheke“

Wie schön und einfach das Leben sein kann, wenn man es im Gleichklang der Schritte mit offenem Herzen immer wieder neu erkundet, darüber las und erzählte der Schauspieler, Langstreckenläufer und jetzt auch Buchautor Ahmad Mesgarha am Sonntagabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Kann es ein schöneres Land für einen Schauspieler geben? Die Landschaft ist karg, aber voller Naturwunder und ändert malerisch ihre Farben im Sekundentakt im hell gleißenden Sonnenlicht. Moosbewachsene Felsen, die teils wie Figuren und Gesichter in die Höhe ragen, Wasserfälle, Steppe, Schlammlöcher und die schwarze Lava erinnert an eine Mondwüste. Ahmad Mesgarha war im Land der Elfen und Trolle in Island und hat sich einen Traum erfüllt: „Laufen in unberührter Natur zwischen Gletscher und Steppe. Sieben Tage lang nur Tag in einem Land aus Feuer und Eis!“ Denn neben der Bühne ist der Langstreckenlauf seine Leidenschaft.

Das Laufabenteuer liegt schon eine Weile zurück. Im Juli 2013 flog Mesgarha nach Island. Mit ihm trat noch ein laufverrückter deutscher Tourist, Volkmar, Triathlet und Chef einer Firma in Leipzig an sowie zwei Reiseführer aus Island und Deutschland (von der Agentur „LaufKultTour“ in Ausgburg). Über seine Laufreise – 187 Kilometer durch das Land der Gnome und Geysire hat Ahmad Mesgarha ein Buch geschrieben, erfrischend locker, ehrlich, offenherzig, mit lakonischem Humor, episodenreich, bildhaft anschaulich und mit vielen beeindruckenden Fotografien der geheimnisvoll-schönen Landschaft.

Bei der Buchpremiere „Was willst Du denn auf Island“ (soeben erschienen im Zwiebook Verlag in Dresden – ein Imprint von salomo publishing, 50 S., 12,90 Euro) am Sonntag abend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden steht eine lange Besucherschlange am Eingang. Vorbestellen ging nicht, die Lesung war gratis. Alle sind auf gut Glück gekommen. Und nicht alle finden Platz im Theaterraum.

Mesgarha verspricht die Lesung zu wiederholen. Während er lebhaft, immer noch berührt von dem gewaltigen Erlebnis der Natur und seinen Erfahrungen, liest und erzählt, durchlebt er alles noch einmal und lässt seine Zuhörer ergreifend daran teilhaben. Auf einer Leinwand erscheinen die Bilder aus dem Buch von seiner Reise, die der Musiker Philipp Makolies an der Gitarre mit versonnen-versunkenen, dem beglückenden Gleichklang des Körpers beim Laufen nachempfundenen Tönen begleitet.

Abschließend singen sie gemeinsam den Song „Immer weiter“ zum Buch von Philipp Makolies feat. Ahmad Mesgarha (als kostenloser Download unter http://www.philippmakolies.bandcamp.com)

http://www.salomo-publishing.de

Mehr Text zum Buch folgt

Text + Fotos (lv)

 

 

 

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„Das falsche Leben“: Hans-Joachim Maaz sprach über sein neues Buch in der Frauenkirche Dresden

21 Freitag Apr 2017

Posted by Lilli Vostry in Lebensart, Literatur

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„Leben wir alle falsch, Herr Maaz?“, fragte Frank Richter, Moderator der Veranstaltung von der Stiftung Frauenkirche zu Beginn der Buchvorstellung am Donnerstag abend. Stoff zum Aufhorchen, Nachdenken und Diskutieren bietet das neueste Buch: „Das falsche Leben – Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft“ (Verlag C.H. Beck, 256 S., 16,95 Euro) des bekannten Hallenser Psychoanalytikers Hans-Joachim Maaz jedenfalls reichlich. Mit Büchern wie „Der Gefühlsstau“ und „Die Liebesfalle“ stellte er bereits Spielregeln für eine neue Beziehungskultur durch Ehrlichkeit und Offenheit auf. Das Interesse war so groß, dass die Veranstaltung von der Unterkirche in den Hauptkirchenraum verlegt wurde.

In seinem Buch hinterfragt Maaz die Gründe von Angepasstheit und Selbstentfremdung, Ängsten und Feindbildern, die immer mehr um sich greifen in der bundesdeutschen Gegenwart.

Mehr Text folgt

Text + Fotos (lv)

Vor vollen Rängen sprach Hans-Joachim Maaz über unbequeme Wahrheiten in unserer Gesellschaft. Rechts im Bild: Frank Richter, Moderator des Abends von der Stiftung Frauenkirche und Kathrin Krüger-Mlaouhia, Journalistin. Zeitweise konnte man eine Stecknadel fallen hören, so gebannt lauschten die Zuhörenden.

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Nach der Buchmesse: Litauen zeigt „Oper im Dunkeln“ und Filmprogramm

26 Sonntag Mär 2017

Posted by Lilli Vostry in Film, Literatur, Musik

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Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017 zieht Bilanz

Zum Ende der Leipziger Buchmesse am heutigen Sonntagabend zieht das Team des Schwerpunktlandes Litauen eine überaus positive Bilanz.

Aušrinė Žilinskienė, Direktorin des Litauischen Kulturinstituts, freut sich: „Der Auftritt Litauens in Leipzig war ein sehr großer Erfolg. Wir waren überwältigt von den vielen Interessenten an unserem Messe-Stand, und auch die litauischen Literatur- und Rahmenveranstaltungen waren gut besucht. Unsere Autorinnen und Autoren freuten sich über die hohe Aufmerksamkeit und die vielen inspirierenden Begegnungen. Herzlich möchten wir uns dafür bedanken, mit welcher Begeisterung Litauen in Leipzig empfangen und aufgenommen worden ist – in der Leipziger Innenstadt, in Straßenbahnen wurden wir auf Litauen angesprochen und Leipziger Restaurants überraschten mit litauischen Köstlichkeiten auf ihren Speisekarten. In litauischen Farben gekleidete Manga-Convent-Figuren kamen an unseren Stand, sogar der Messechor hat litauische Lieder gesungen. Ein herzliches Dankeschön zudem an unsere Partner und Förderer und ganz besonders an das großartige Team der Leipziger Buchmesse!“

Auch über die Leipziger Buchmesse 2017 hinaus wird Litauen in Leipzig noch präsent sein: Ausklingen wird der Länderauftritt mit einer „Oper im Dunkeln“ und mit einem spannenden litauischen Filmprogramm:

Am 29. und 30. März findet je um 20 Uhr im Lofft (Lindenauer Markt 21) die Monoper im Dunkeln „Confessions“ statt. Die Künstler Rūta Vitkauskaitė (Komponistin, Litauen), Jens Hedman (Komponist, Schweden) und Åsa Nordgren (Sopran, Schweden) gründeten die Spatial Opera Company. Für „Confessions“ erweitern sie die akustischen Möglichkeiten des Raums und damit die Wirkung auf die individuelle Einbildungskraft. Ihr siebenteiliges Libretto umkreist die Todsünden Habgier, Hochmut, Völlerei, Neid, Zorn, Wollust, Trägheit. Dabei wird das Visuelle komplett ausgeblendet: Alle Zuschauer tragen während des gesamten Stücks eine Augenbinde, um die Fantasie anzuregen und im Kopf intensive emotionale Bilder entstehen zu lassen.

Vom 3. bis 6. April, je 19 Uhr, werden in der Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Straße 50) litauische Kinofilme gezeigt: Ein Oscar prämierter Stummfilm, eine Familiengeschichte, ein Episodenfilm und eine Romanverfilmung als Rockoper: Die vier „litauischen Film-Geschichten“ aus verschiedenen Genres umspannen beinahe ein Jahrhundert. „Sonnenaufgang“ (3.4.) zählen viele Filmhistoriker zu einem der zehn schönsten Filme aller Zeiten. „Für immer zusammen“ (4.4.) zeigt disparate Lebensentwürfe, „Wenn wir vom KGB reden“ (5.4.) handelt von Verbrechen der Sowjetzeit und wiedererrungener Freiheit und „Teufels Braut“ (6.4.), einer der populärsten und eigentümlichsten Filme Litauens, basiert auf einer nationalen literarischen Legende.

www.litaueninleipzig.lt

Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017 wird veranstaltet vom Lithuanian Culture Institute und der Leipziger Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium der Republik Litauen, dem Kulturrat Litauen, der Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, dem Litauischen Verlegerverband, dem Staatlichen Tourismusamt Litauen sowie dem Goethe-Institut Litauen.

Text + Fotos: Pressestelle Leipziger Buchmesse und
Vlada Kalpokaitė, Communication coordinator
Lithuanian Culture Institute

 

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Leipziger Buchmesse: 285 000 Besucher feierten das Buch und seine Macher

26 Sonntag Mär 2017

Posted by Lilli Vostry in Lebensart, Literatur

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„Ein Fest wie kein zweites Mal auf der Welt“

Die Buch- und Medienbranche wandelt sich rasant. „In Leipzig bewiesen dennoch die 285.000 Besucher der Leipziger Buchmesse 2017 und des Lesefestes Leipzig liest einmal mehr, wie lebendig die Begeisterung der Leser für Bücher und Büchermacher ist“, erklärt Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe.   

Insgesamt 2.493 Aussteller aus 43 Ländern präsentierten zur Leipziger Buchmesse, der 23. Leipziger Antiquariatsmesse und der 4. Manga-Comic-Con vom 23. bis 26. März ihre Neuerscheinungen. Von den 285.000 Besuchern, kamen allein 208.000 auf das Leipziger Messegelände. „Als Fach- und Publikumsmesse gab die Leipziger Buchmesse auch 2017 wieder wichtige Impulse zur Literaturvermittlung für Verleger, Buchhändler, Autoren, Lektoren, Übersetzer, Blogger oder Leser“, resümiert Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Gleichzeitig zeigte sich die Leipziger Buchmesse so politisch wie nie zuvor“.

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, ergänzt diese Einschätzung: „Die Buchbranche gestaltet eine demokratische und offene Gesellschaft aktiv mit, das haben Verlage, Autoren und Leser auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse deutlich gezeigt. Neben den vielfältigen Neuerscheinungen war der Einsatz für Meinungsfreiheit, Toleranz und Pluralismus Thema vieler Debatten und Gespräche. Gleichzeitig richtete die Branche einen klaren Appell an die Politik, bei den geplanten Gesetzesänderungen im Bereich Bildung und Wissenschaft das Urheberrecht und die Publikationsfreiheit zu stärken.“

Litauen: Inspirierende literarische Begegnungen

Spannende politische Debatten bot unter anderem auch Litauen – das Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017. Das Publikum nutzte die Länderpräsentation mit rund 100 Mitwirkenden aus Literatur und Kultur in 60 Veranstaltungen, um sich über das baltische Land und dessen reiche, literarische und kulturelle Landschaften sowie die politische Entwicklung zu informieren. Litauen präsentierte 26 Neuerscheinungen und ein vielfältiges Kulturprogramm mit Grafik- und Buchkunst, Musik und Literatur.

Ausrine Zilinskiene, Direktorin des Litauischen Kulturinstituts, freut sich: „Der Auftritt Litauens in Leipzig war ein großer Erfolg. Wir waren überwältigt von den vielen Interessenten an unserem Messestand, auch die litauischen Literatur- und Rahmenveranstaltungen waren sehr gut besucht. Unsere Autorinnen und Autoren freuten sich über die hohe Aufmerksamkeit und die vielen inspirierenden Begegnungen. Herzlich möchten wir uns dafür bedanken, mit welcher Begeisterung Litauen in Leipzig empfangen und aufgenommen worden ist – nicht nur auf dem Leipziger Messegelände, auch in der Leipziger Innenstadt, sogar in Strassenbahnen wurden wir auf Litauen angesprochen, in litauischen Farben gekleidete Cosplayer kamen an unseren Stand und Leipziger Restaurants überraschten mit litauischen Köstlichkeiten auf ihren Speisekarten. Ein herzliches Dankeschön zudem an unsere Partner und Förderer und insbesondere an das großartige Team der Leipziger Buchmesse!“

Europa21: Positive Botschaften und zuversichtliche Haltung

Europa21, der Programmschwerpunkt der Robert Bosch Stiftung und der Leipziger Buchmesse, schaffte einen Raum für den intensiven Gedankenaustausch zu Europa mitten in den Messehallen. Hunderte von Besuchern lauschten den sechs Debatten über die zukünftige Gestaltung Europas und gaben Impulse, wie aus ihrer Sicht ein Zusammenleben in Europa aussehen könnte. „Besonders gefreut hat mich, wie viel Begeisterung Europa trotz aller Kritik erfährt und wie spürbar groß der Wunsch nach direkter Teilnahme an der Ausformung von Demokratie innerhalb Europas ist“, erklärt Esra Küçük, Kuratorin des diesjährigen Programmschwerpunktes. „Die Menschen sehnen sich wieder nach positiven Botschaften und einer zuversichtlichen Haltung.“ Haltung forderte spielerisch Idil Nuna Baydar aka Jilet Ayse in ihrer Eröffnungsperformance „E-U-R-O-P-A, wir müssen reden!“. Einen Blick von außen – aus Moldau – auf Europa nahm der interaktive Theaterabend „FUCK YOU, Eu.ro.Pa! / Fuck you Moldova!“ ein.

Feierliche Eröffnung: Für europäische Werte einstehen

Ebenfalls zu Europa bekannten sich die Redner der feierlichen Eröffnung im Gewandhaus zu Leipzig: Liana Ruokyte-Jonsson, Kulturministerin der Republik Litauen; Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen; Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig; Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V.; Laudatorin Dr. Leyla Dakhli sowie der Preisträger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen Verständigung 2017, Mathias Enard, riefen dazu auf, für die gemeinsamen europäischen Werte einzustehen und sich verstärkt, differenziert und wertschätzend mit Europa sowie seinen Nachbarn auseinanderzusetzen.

Literatur hautnah erleben: Leipzig liest mit 3.400 Veranstaltungen

Lesen an allen denkbaren und auch manch undenkbaren Orten – Europas größtes Lesefest Leipzig liest steht traditionell für Leseerlebnisse der ganz besonderen Art. Mehr als 3.300 Mitwirkende bespielten zur Leipziger Buchmesse 2017 insgesamt 571 Bühnen auf dem Leipziger Messegelände und in der gesamten Stadt. Zu den Höhepunkten des diesjährigen Leipzig liest-Programms zählte der ausverkaufte Große Leipzig liest-Abend mit Martin Suter, Jostein Gaarder und Thomas Brussig in der KONGRESSHALLE am Zoo Leipzig mit 1.000 Gästen. Die insgesamt 3.400 Veranstaltungen machten 2017 unter anderem in einer Tabledance-Bar, einem Hundesalon und beim Optiker Station.

„Ich war begeistert von dem belesenen und neugierigen Publikum, das sich neben den Inhalten auch für Form und Gestalt von Büchern interessiert. Gerade die Halle 3 war ein Vergnügen: Die Produktion der Verlage, die Stände der Hochschulen, an denen man die Buchproduktion der nächsten Generation betrachten konnte, bis hin zu dem qualitativ hochwertigen Angebot der Antiquariatsmesse – ein Fest für Leserinnen und Leser wie man es kein zweites Mal auf der Welt findet“, so der bekannte Büchermacher und Kurator Gerhard Steidl, der zur Leipziger Buchmesse die Fotoausstellung „Paper Dreams“ präsentierte.

Preis der Leipziger Buchmesse 2017: Drei strahlende Siegerinnen

Die Gewinnerinnen des Preises der Leipziger Buchmesse 2017 stehen fest: In der festlichen Verleihung in der Glashalle wurden Natascha Wodin, Barbara Stollberg-Rilinger und Eva Lüdi Kong in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung ausgezeichnet. Die Fachjury unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke hatte zuvor 15 Nominierte aus insgesamt 365 eingereichten Werken von 106 Verlagen ausgewählt. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wurde in diesem Jahr bereits zum 13. Mal vergeben.

Manga-Comic-Con: 105.000 Besucher füllten die Messehalle 1 mit Leben

Vier Tage Manga-Comic-Con 2017 das bedeutete vier Tage ausgiebiges Stöbern in den aktuellen Neuerscheinungen, große Signierstunden, spannende Serien im Anime-Kino und interessante Fachveranstaltungen. Zu den Höhepunkten der bereits vierten MCC-Auflage zählten neben den Besuchen der Ehrengäste Yusei Matsui, Kyoko Kumagai, Mike Deodato, Michael Witwer und Scott Koblish auch der Bereich MCC-Kreativ mit insgesamt 130 Künstlern sowie die Auftritte der Anime- und Pop-Sängerin Desi. Erneut machten die fantasievollen Outfits und einzigartigen Kostümierungen der Cosplayer die Leipziger Buchmesse zu einem bunten Bücherfrühling. Absolutes Bühnen-Highlight war auch in diesem Jahr wieder der traditionelle Leipziger Cosplay Wettbewerb am Messe-Samstag mit über 50 Teilnehmern.

Die kommende Leipziger Buchmesse, 24. Leipziger Antiquariatsmesse und 5. Manga-Comic-Con finden vom 15. bis 18. März 2018 statt.

Text: Pressestelle Leipziger Buchmesse

Fotos (lv)

Leipziger Buchmesse im Internet:
http://www.leipziger-buchmesse.de
Leipziger Messe im Internet:
http://www.leipziger-messe.de
Die Leipziger Buchmesse im Social Web:
http://www.facebook.com/leipzigerbuchmesse
http://twitter.com/buchmesse
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BilderAlbum: Leipziger Buchmesse – Von der Liebe zu Büchern

26 Sonntag Mär 2017

Posted by Lilli Vostry in Lebensart, Literatur

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Ein Papierschiffchen auf einem Teich, von zwei Goldfischen gehalten und an Land gezogen, schmückt das Titelbild des Veranstaltungsprogramms der Büchergilde (Halle 5, K200) zur Leipziger Buchmesse. Dieses gestaltete die Künstlerin Annika Siems. Die Liebe zu Büchern mit Anspruch, schöner Optik und Illustrationen, die Geist und Sinne gleichermaßen erfreuen, hat eine lange Tradition bei der Büchergilde. Sie wurde 1924 als erste Literaturgemeinschaft in Leipzig gegründet.

Heute hat sie mehr als 60 000 Mitglieder, Leser, engagierte Buchhändler und Künstler in Deutschland, Österreich und der Schweiz, welche die Büchergilde-Buchkultur leben und pflegen. Die Mitglieder der Büchergilde erhalten besonders gestaltete Bücher und Neuerscheinungen günstiger als auf dem Buchmarkt und unterstützen damit zugleich das Weiterbestehen dieser Gemeinschaft für gute Bücher und ein unabhängiges Programm. Zu den Neuerscheinungen 2017 gehört Hermann Hesses Erzählung „Kinderseele“, welche die Berliner Illustratorin Marie Wolf lässig und provozierend ins Jetzt holt. „Lampe und sein Meister Immanuel Kant“ heißt eine Graphic Novel von Antje Herzog über einen Denker, der nie auszog und doch die Welt veränderte. Vorgestellt wurde außerdem der von Annika Siems neu illustrierte Krimiklassiker „Der dritte Mann“ von Graham Greene. Im druckfrischen Magazin der Büchergilde, das vierteljährlich erscheint, werden über 30 neue Bücher in Wort und Bild vorgestellt, besprochen, gibt es Porträts und Interviews mit Illustratorinnen und einem engagierten Buchhändler, Gunther Philler von der Jenaer Bücherstube, ein Gespräch mit zwei Mitgliedern der Verlagsgenossenschaft und vieles mehr.

Weitere Infos unter: http://www.buechergilde.de

Liebe zum guten Buch: Martin Mascheski, Marketingleiter der Büchergilde mit
Mitarbeiterinnen am Messestand in Leipzig.

Bücher-Talk: In einer Gesprächsrunde für den Deutschlandfunk ging es um das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2017 ausgezeichnete Buch „Sie kam aus Mariupol“ von Natascha Wodin (erschienen bei Rowohlt), die eine bewegende, schattenreiche Familiengeschichte erzählt, Nachforschungen über das Schicksal ihrer Mutter anstellt, die in einem russischen Zwangsarbeiterlager war und die schlimmen Zustände dort und Folgen, die bis heute nachwirken, beschreibt. Außerdem wurde das Literaturland Litauen vorgestellt und ein Buch mit dem Titel: „Zuflucht in Deutschland“ mit Texten aus ihren Heimatländern vor Krieg und Verfolgung geflüchteter Autorinnen und Autoren (erschienen im S. Fischer Verlag), aus dem Mitherausgeberin Franziska  Sperr vom PEN-Zentrum Deutschland las, das verfolgte Autoren mit Stipendien zum Schreiben und Leben unterstützt.

Im Land der Fantasie…

Mit den bunt-originellen Gestalten aus der Comic- und Manga-Szene ist die Leipziger Buchmesse noch mal so schön.

Zauberhaft, schön, spannend und viel zu schnell um die Zeit war`s wieder bei der diesjährigen Leipziger Buchmesse! Auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr.

Text + Fotos (lv)

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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