Humorzone Dresden: Mimeclown Rainer König trifft die Elbhangzombies


Skurrile Typen & Schräge Lieder: Rainer König und die Elbhangzombies
Foto: Robert Jentzsch

Humorvolle Originale vom Elbhang

Im Rahmen der „Humorzone Dresden“ gibt es am 17. März, um 18 Uhr eine fetzige Veranstaltung mit den „Elbhangzombies“ und dem Mimen und Clown Rainer König in „Merlins Wunderland“ in Dresden. Eine musikalisch-verbale Pöbelei mit Menü und Tanz.

Was haben Prinz Albrecht, August Lingner und Dracula gemeinsam? Sie alle sind ja eigentlich schon tot. Doch gibt es Anlässe, zu denen sie wieder unter uns weilen.

Der nächste bietet sich am 17. März im Rahmen der „Humorzone“. Entsprechend lustig wird der Abend, wenn sich frühere Bewohner des Elbhangs als „Elbhangzombies“ vereinigen und die Gäste im Restaurant-Theater „Merlins Wunderland“ mit musikalisch-verbalen Pöbeleien unterhalten. Schräge Lieder mit Witz, aber auch mit Tiefgang, denn hier gibt es einiges zu lernen! Dieter Beckert verkörpert den „Earl of Findlater“, der die ersten Weinstöcke am Elbhang pflanzte und als Schotte natürlich den Whisky verehrt. Prinz Albrecht alias Wolf-Dieter Gööck besingt den Albrechtsapfel, der ihm zu Ehren gezüchtet wurde.

Jungpionier Max erinnert an den früheren Pionierpalast und die Mutti, die früh zur Arbeit geht. Auch August Lingner (Odol du riechst so gut!) und Heinsius von Meyenburg (Hoch lebe die Zahnpasta!) werden auferstehen, verkörpert von Robby Langer und Robert Jentzsch.

Als prominenten Gast haben sie sich Rainer König eingeladen. Für ihn beginnt der Abend in liegender Position, denn er wird als Dracula einem Sarg entsteigen. Vielen Dresdnern als Hexe Baba Jaga bekannt, stellt er hier abermals seine Vielseitigkeit unter Beweis.

Dazu gibt es ein üppiges Drei-Gang-Menü, und wer die Kalorien nicht mit nach Hause nehmen möchte, kann sie zur Musik eines DJs einfach wegtanzen.

Text: Sabine Mutschke

Beginn 18:00 Uhr
Ort: Merlins Wunderland, Zschonergrundstraße 4, 01157 Dresden

Tickets überall sowie unter Tel. 03 51 421 99 99 | info@merlins-wunderland.de

www.merlins-wunderland.de

3-Gang-Menü

Brotvariation vom Dresdner Backhaus, dazu frischer Topfen vom Markt mit Gartenkräutern, Paprika-Tomaten-Frischkäsecreme, Thunfisch-Chili-Dip, hausgemachtes Speckfett mit Apfel und Röstzwiebeln

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Karotten-Kokos-Süppchen mit Chili & gerösteten Croutons & Blattspinat-Kartoffelcreme mit Schmand & sautierten Kirschtomaten

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Gefüllte Rinderroulade wie bei Muttern, dazu feine Buttermöhren, klassischer Apfelrotkohl und Kartoffelklöße mit Semmelbutter

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Süße Überraschung: Merlins Dessertvariation

Vegetarisches/Veganes Menü

Tapenade aus sonnengereiften Oliven, gegrillter Tomate und Hummus mit geröstetem Sesam

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Feine Karottencrème mit Kokos, Chili und Kürbiskernen

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Pastavariation mit sautiertem Gemüse

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Marinierte Waldbeeren und Zitronensorbet mit Minze

 

Erlesene Kostbarkeiten: 25. Leipziger Antiquariatsmesse auf der Leipziger Buchmesse

Schätze aus sieben Jahrhunderte Buchgeschichte

In Zeiten der Digitalisierung und „Fake News“ und der daraus erwachsenen Unsicherheit ist es besonders wichtig, sich mit bleibenden Werten und real existierenden Objekten der Kultur zu beschäftigen. In Halle 3 der Leipziger Buchmesse (vom 21. bis 24. März)  findet bereits zum 25. Mal die größte und zugleich einzige Antiquaratsmesse in den neuen Bundesländern statt. Zum silbernen Jubiläum präsentieren 53 Aussteller ihre Kostbarkeiten aus sieben Jahrhunderten Buchgeschichte. 

Diese Schätze sind authentisch, wirklich und unverfälscht vorhanden und dürfen auch gleich gekauft und mitgenommen werden. Unter den Ausstellern sind Antiquare aus den Niederlanden, Österreich, Italien, Slowenien und dem Gastland Tschechien. – So zeigt der Antiquar Tomas Lazar eine schöne Sammlung tschechoslowakischer Avantgarde.
Erstmals sind zwei Galerien dabei: Die Galerie Erik Bausmann aus Halle zeigt hochwertige zeitgenössische Kunst und der Leipziger Kollege Martin Koenitz ist neben seinem Graphikantiquariat mit seiner Galerie für Werke der klassischen Moderne vertreten.
Im Außenbereich der Antiquariatsmesse befindet sich für den Leser mit kleinem Geldbeutel die beliebte
Literaturmeile mit über 15.000 Titeln. Dort wird solide Literatur zu kleinem Preis angeboten. In ihrem durch Taschenkontrolle am Ein- und Ausgang gesicherten Innenbereich bieten die 53 Aussteller zahlreiche Schätze für bibliophile Sammler zum Kauf an.

Schwerpunkte der diesjährigen Leipziger Antiquariatsmesse sind zum Beispiel eine umfassende Upton Sinclair-Sammlung beim Antiquariat Lenzen, rare Exilliteratur ab 1933 bei Walter Markov. Hans Lindner präsentiert Struwwelpetriaden und das Antiquariat KaraJahn bietet eine nahezu vollständige Sammlung aller je erschienenen Lederbände der Inselbücherei an.

Alle Aussteller bringen wertvolle alte Bücher zu vielen Sachgebieten, aber auch seltene Erstausgaben, Autographen, Bücher mit Signatur oder Widmung des Autors nach Leipzig. Angeboten werden sammelwürdige Dokumente und Fotos, Luxusausgaben, Handeinbände aus Leder und Pergament, Pressendrucke, illustrierte Bücher, Kinderbücher, Musikalien, Landkarten, Globen, dekorative Graphik und Kunst.

Der reich illustrierte Gemeinschaftskatalog enthält einen Teil der wertvollsten Objekte. Alle diese Titel sind bis zum Messebeginn reserviert. Der Katalog wurde weltweit verschickt und er findet immer großen Anklang. Bei mehr als einem Interessenten für einen Titel entscheidet das Los. Dies ist für viele Anbieter, Sammler und Zuschauer ein dramatischer und emotionaler Einstieg bei der Eröffnung.

Text: Julia Lücke/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Katalog & Informationen zu den Ausstellern

http://www.abooks.de

Erich Kästner Museumsfestival, Zweites Kapitel: Lesung mit Durs Grünbein – „Aus der Traum (Kartei)“

Von Vielfalt und Neuer Sachlichkeit

Das Festival zum 120. Geburtstag Erich Kästners und dem 20. Geburtstag des Micromuseums im Literaturhaus Dresden am Albertplatz geht weiter. Das zweite Kapitel steht unter dem Motto: „Der synthetische Mensch“* (Aus Erich Kästner, „Gesang zwischen den Stühlen“, 1932). Hier die Veranstaltungen vom 14. bis 20.3.

Humanismus? Weltbürgertum? Liberale Demokratie? Bauhaus? Neuer Populismus? Neue Heimat? Neuer Mensch?

Erich Kästner, Jahrgang 1899, wurde Zeuge und Handelnder in einem Jahrhundert voller Kontinuitätsbrüche und Gewalt, Neuanfänge und technischer Fortschritte. Wo stehen wir, die Erben von 1919, 1949 und 1989 heute? Welche Wirklichkeiten bestimmen unsere Haltung?

Do., 14.3. Die Kraft der Imagination
19 h
Durs Grünbein, „Aus der Traum (Kartei)“ / Lesung und Gespräch /
Moderation Uwe Hübner 

Provokativer könnte ein poetischer Buchtitel nicht sein, und doch lässt der Dichter an einem nicht zweifeln: »Ganz insgesamt wird das, was man die Realität nennt, überschätzt.« Und so steuert er im ersten Teil seines Buches mit aller Kraft der Imagination konsequent hinein in die Sturmzone jener Realität, die den meisten als das Maß aller Dinge erscheint.

Durs Grünbeins neues Buch ist eine über Leitmotive miteinander verbundene Sammlung von Schriften verschiedener Genres: aus Aufsätzen, Reflexionen, Reden, Traumnotizen, Vorträgen, Sprechertexten und Gedichten. Ihr Ursprung verdankt sich der speziellen Arbeitsweise des Dichters. Aus der sammelnden und ordnenden Kartei seiner Stichworte ist ein Fundbuch hervorgegangen, das sich auf jeder Seite gewinnbringend aufschlagen lässt.

Fr., 15.3. Homunkulus
10 h
Décalcomanie-Workshop unter der Leitung von Marleen Andreev. Schüler*innen erarbeiten in der Kreativen Werkstatt Dresden Farbabzüge zu Kästners Text „Der synthetische Mensch“ 

Unter Décalcomanie versteht man die künstlerische Technik des Farbabzuges oder des Farbabklatsches. In Anlehnung an Kästners Gedicht beschäftigt uns die Frage, welchen radikalen Umbau des Menschen technologische Entwicklungen und Künstliche Intelligenz zur Folge haben können.

Mi, 20.3. Die Kunst und das unvollständige Leben
19 h
Jewgeni Wodolaskin, „Luftgänger“ / Lesung und Gespräch / Moderation Hartmut Mangold / Lesung der Texte in deutscher Sprache: Dirk Strobel 

Ein Mann erwacht in einem Krankenzimmer und kann sich an nichts erinnern. Sein Arzt verrät ihm nur seinen Namen: Innokenti Platonow. Als die Erinnerung langsam zurückkommt, formt sich das Bild eines bewegten Lebens: Eine behütete Kindheit im Russland der Zarenzeit, der Sturm der Revolution, roter Terror und der Verlust einer ersten großen Liebe. Bald treibt ihn vor allem eine Frage um: Wie kann er sich an den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts erinnern, wenn die Tabletten auf seinem Nachttisch aus dem Jahr 1999 stammen?
In der Tradition großer russischer Autoren wie Michail Bulgakow und Fjodor Dostojewski entfaltet Jewgeni Wodolaskin am Schicksal eines Einzelnen ein faszinierendes Panorama Russlands.

Jewgeni Wodolaskin, geboren 1964 in Kiew, arbeitet nach einem Philologie-studium und der Promotion seit 1990 in der Abteilung für Altrussische Literatur im Puschkinhaus (Institut für russische Literatur) in St. Petersburg. Sein Roman „Laurus“, ein internationaler Bestseller, wurde in 20 Sprachen übersetzt. „Luftgänger“ wurde bisher in 14 Sprachen übersetzt und stand auf der Shortlist für den russischen Booker Prize. Jewgeni Wodolaskin lebt mit seiner Familie in St. Petersburg.

Das Festivalkapitel findet in Kooperation mit Kreative Werkstatt Dresden e.V. und Aufbau Verlag GmbH & Co. KG statt, gefördert von der Landeshauptstadt Dresden.

Festivalfortsetzung von 3.-7. April

Drittes Kapitel: Lassen Sie sich nichts weismachen!*
Themenfeld Bildung

*Aus: Erich Kästner, „Weisheit der Bücher“, erschienen am 17.12.1926 in der Neuen  Leipziger Zeitung (Nr. 348)

Weitere Infos unter http://www.literaturhaus-dresden.de

Ausstellung „Archiv der Modelle“ in der Galerie Ursula Walter


„Zimmer mit Aussicht“, Pfelder 2008

Kunst am Bau

Die Ausstellung „Unrealised projects – Archiv der Modelle“  eröffnet am kommenden Samstag ab 16 Uhr in der Galerie Ursula Walter am Neustädter Markt 10. Diese ist der erste Teil einer Ausstellungsreihe Kunst im und für den öffentliche Raum und wird von Claudia Reichardt kuratiert. Eingeladen sind 17 Künstler*innen mit nicht realisierten Modellen und Entwürfen aus Kunst-am-Bau-Wettbewerben bzw. Ausschreibungen für Kunst im öffentlichen Raum.

SVEA DUVE, PAUL ELSNER, KERSTIN FRANKE-GNEUSS, INGO GÜTTLER, SEBASTIAN HEMPEL, BRITTA JONAS, MATTHIAS LEHMANN, STEFAN NESTLER, PFELDER, UTE RICHTER, URSULA SAX, STEFAN SCHRÖDER, BIRGIT SCHUH, TOBIAS STENGEL, ANDRÉ TEMPEL, PATRICIA WESTERHOLZ, AREND ZWICKER

Eröffnung: Samstag 16.03.2019, 16 – 21 Uhr
Einführung: Claudia Reichardt, 18 Uhr

Ausstellung: 16.03. – 27.04.2019

Die Ausstellungsreihe Kunst im und für den öffentlichen Raum wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

GALERIE URSULA WALTER
Neustädter Markt 10
Am Goldenen Reiter
01097 Dresden

Geöffnet: Do – Fr 15 – 18 Uhr, Sa 12 – 16 Uhr

www.galerieursulawalter.de

Das Jahresprogramm 2019 wird gefördert von der Landeshauptstadt Dresden, Amt für Kultur und Denkmalschutz und den Paten des Fördervereins Galerie Ursula Walter e.V.

Premiere „Ich bin Kain“ im Theater Junge Generation


Zwei Brüder, zwei Weltsichten: Vom Umgang mit Unterschieden und Konflikten erzählt das Stück „Ich bin Kain“ im TJG. Foto Marco Prill

Wie lange ist für immer?

Die biblische Geschichte über den Brüder- und Glaubenszwist hat als Puppentheater-Stück mit Videoprojektion „Ich bin Kain“ (Regie: Nis Søgaard, ab 12) Premiere am Sonnabend, den 23. März, 18 Uhr, im Kraftwerk Mitte, Kleine Bühne. 

                
Laut Kains Vater Adam ist die Welt kompliziert. Kain möchte sie verstehen und hat viele Fragen: Wieso müssen wir sterben? Ist tot sein besser oder schlechter als lebendig sein? Wo ist meine Heimat? Wie lange ist „für immer“? Diese Neugier findet Kains Vater übertrieben. Und Schlange, ein alter Bekannter aus früheren Tagen, pflichtet ihm bei: „Seht auf jeden Fall zu, dass euer nächster Sprössling anders wird als Kain. Einer, der die Welt nicht komplizierter macht, als sie eh schon ist.“

Dann bekommt Kain tatsächlich einen kleinen Bruder: Abel. Kain will ihm alles beibringen, was er weiß. Aber Abel ist nicht interessiert. Während Kain Antworten auf seine Fragen sucht, forscht und Dinge erfindet, vertraut Abel auf eine unsichtbare Macht: „ER sagt mir alles, was ich wissen muss.“ Die beiden Brüder sind so unterschiedlich, dass die Konflikte nicht lange auf sich warten lassen. Dabei gerät sogar Kains Überzeugung ins Wanken, dass das Leben das Wertvollste ist, was es gibt.

Regisseur Nis Søgaard beschäftigt sich mit den innerfamiliären Konflikten der aus dem Paradies verstoßenen Eltern und ihrer Söhne. Er fokussiert – mit den Mitteln des Puppentheaters und Videos – auf das Zusammenprallen zweier verschiedener Weltsichten und Glaubensweisen.

Text: Norbert Seidel/TJG

Die nächsten Premieren:
Sa 23. Mrz ~ Ich bin Kain ~ von Jens Raschke ~ 12+    
Di 02. Apr ~ #nofilter UA ~ eine analoge Suche nach dem Ich im Digitalen ~ von Sophia Keil und Anna Lubenska ~ 12+
Sa 13. Apr ~ Der starke Wanja ~ nach dem Buch „Die Abenteuer des starken Wanja“ von Otfried Preußler ~ 6+
Sa 25. Mai ~ Auf der Suche nach dem unschätzbaren Wert der Dinge UA ~ von Konradin Kunze ~ eine Zusammenarbeit des tjg. und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ~ 8+        
So 02. Jun ~ Ginpuin – Auf der Suche nach dem großen Glück ~ von Barbara van den Speulhof und Henrike Wilson ~ spartenübergreifend~ 5+        

http://www.tjg-dresden.de                  

 

Premiere „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden


Mit der Schwalbe, Kassettenrekorder und heißer Ostmusik durch die Zeit vor und nach dem Mauerfall brausen die jungen Darsteller im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden. Kultverdächtig!
Fotos: Robert Jentzsch

Zündende musikalische Zeitreise mit viel Ost-Feeling

Ostmusik hat eine besondere Aura, da unter besonderen Umständen entstanden. Sie ist und bleibt unverwüstlich, lebendig, Herz und Geist gleichermaßen berührend. Zu erleben im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ im Boulevardtheater Dresden.

Ein Koffer mit persönlichen Erinnerungsstücken, ein Liebesbrief, Schlafsack und Filmplakate aus zwei legendären Defa-Filmen wecken Erinnerungen und sind die zündenden Zutaten im Stück „Die Legende vom heissen Sommer“ von Michael Kuhn und E.B. Marol. Die Aufführung vereint grandios die 50 größten Amiga-Hits aller Zeiten. Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater Dresden.

Vor der Kulisse einer Kirche mit hohen, regenbogenbunten Fenstern probt eine junge Band. Der umtriebige John (Andreas Köhler), Sohn des ehemaligen Amiga-Produzenten, plant eine Konzerttournee, um das historische Ereignis 30 Jahre Mauerfall und gleichzeitig den Sound des Ostens zu feiern. Für einigen Wirbel sorgt Sängerin Nina (kess-selbstbewusst: Katharina Eirich), die unerwartet aus Hamburg auftaucht, weder Ernst Thälmann noch einen einzigen Osthit kennt, aber im heissen Sommer `89 gezeugt wurde. Neben dem coolen John ist auch der schüchterne Bandleader Richi (Janis Masino) in Nina verliebt, was zu Spannungen führt, so dass das Konzert beinahe platzt.

Liebessongs und echtes Leben kommen sich während der Konzertproben gefühlreich in die Quere, nebenbei werden Ost-West-Klischees humorvoll auf die Schippe genommen in dieser wunderbaren musikalischen Zeitreise unter Regie von Olaf Becker, die Musik kuratierte Jörg Stempel, der letzte Amiga-Chef. Mittendrin im Publikum saßen viele bekannte Ostmusiker, eine Reihe vor mir Dieter „Maschine Birr“ von den Puhdys, neben ihm Jäcki Reznicek, Bassist auch bei „Silly,“ in der Reihe neben mir Wolfgang Ziegler, Petra Zieger, Angelika Mann…

„Tourneemutti“ Helga in Blümchenschürze (trocken humorvoll: Julia Henke bei ihrem  ersten Auftritt im Boulevardtheater) schmiert Fettbemmen, erzählt von früher, auch ungehörige politische Witze, singt und moderiert im schrillen Nina-Hagen-Outfit das Konzert und lüftet ein Geheimnis um John und Ninas Herkunft.

Die Dialoge sind voller Anspielungen auf Amiga-Hits, sie begleiten die Handlung und spiegeln Eindrücke aus der DDR-Zeit und dem Lebensgefühl. Da wechseln Kinderlieder, Kampf- und Arbeiterlieder, Gute-Laune-Medley und das aufrüttelnd-zeitlose „Sag mir wo du stehst“ vom Oktoberklub. Vom ersten bis zum letzten Song sprang der Funke sofort aufs Publikum über, wurde geklatscht und mitgesungen. Begonnen bei Holger Bieges „Sagte mal ein Dichter“ über „Jugendliebe“ von Ute Freudenberg, “König der Welt“ und „Über sieben Brücken“ von Karat, „Casablanca“, „Purpursonne“ und „Am Fenster“ von City, „Katzen bei Nacht“ von Petra Zieger, „Heute bin ich allein“ von Reinhard Lakomy, „Als ich fortging“ von Karussell bis „Bataillon d`amour“ von Silly. Zu Filmbildern aus „Paul und Paula“ und „Heißer Sommer“ erklingen die Hits „Geh zu ihr“ und „Alt wie ein Baum“ von den Puhdys und Ohrwürmer von Frank Schöbel.

Stehende Ovationen gab es bei dem berührenden Titel „Gib mir Asyl hier im Paradies“, den Silly-Sängerin Tamara Danz kurz vor ihrem Tod aufnahm. Ob kraftvoll rockig oder liedhaft poetisch, diese Musik kann sich immer noch hören lassen und hat etwas zu sagen. Wer Ost-Feeling erleben und verstehen will, ist hier bestens aufgehoben! Stürmischen Beifall gab es dafür vom Publikum.

Eine Doppel-CD zur Legende vom heissen Sommer mit den
Amiga-Originalen und dem Soundtrack zur Theater-Show erscheint übrigens am 7. Mai und ist im Boulevardtheater erhältlich.

Text und Foto (1) (lv)

http://www.boulevardtheater.de

Premiere „Mit Herz & Promille – Die Königs von Elbflorenz“ in der Comödie Dresden


Eine schrecklich nette Familie: die Königs von Elbflorenz. Foto: Robert Jentzsch

Eine rauschhafte Liebeserklärung an die Stadt

Mit viel schrägem Humor und gefühlvollen Songs erzählt die Musicalcomödie „Mit Herz & Promille“ von bösen und wundersamen Überraschungen einer vom Leben gebeutelten Familie in Dresden-Pieschen.

Von der berauschenden Schönheit der Stadt haben sie wenig. Familie König aus Pieschen ist vor allem reich an Sorgen. Sie wohnen im „Souterrain des Lebens“ und der alleinerziehende Familienvater erträgt sein Dasein nur, wenn er blauer als der Himmel ist. Tief ins Glas und ins Leben schaut die Musicalcomödie „Mit Herz & Promille – Die Königs von Elbflorenz“ von Martin Lingnau, Heiko Wohlgemuth und Mirko Bott in einer mit viel Lokalkolorit angereicherten Bearbeitung von Christian Kühn, der auch Regie führt. Die Premiere war am Sonnabend in der Comödie Dresden.

Voll beschwipstem Humor, liebevoll schrullig, turbulent und ehrlich führt die Inszenierung hinter die barocke Dresdner Fassade und erzählt von den Alltagskämpfen einer Unterschichten-Familie. Die manch böse, aber auch wundersame Überraschung erleben und gemeinsam durchstehen. In der Haushaltskasse herrscht ständig Ebbe. Dann droht der siebenköpfigen Familie auch noch die Räumungsklage wegen Mietschulden. Eine Woche bleibt ihnen Zeit, das Geld aufzutreiben.

Der alleinerziehende Familienvater Käpt`n König (umwerfend komisch: Christian Kühn)  ist Stammgast in der Nachtbar Klax im Viertel. Er ersäuft seinen Kummer, wenn er nicht gerade spottlustig philosophiert und politisiert über Kapital und Bourgeoisie, über “Buddha, Marx, Hilbert (OB) und ich.“ Schön ironisch singt er auf dem Tresen mit lustigem Flaschen-Ballett als Backgroundchor. Klaut einen Spielautomaten und stellt ihn in der bröckligen Altbauwohnung auf, flugs verwandelt in „Familie Königs Keller Casino“. Tochter Marie (Lina Gerlitz) kümmert sich rührend um Haushalt und Familie und hat keine Zeit zum Studieren, und soll gar noch strippen wie ihre Mutter früher, um die Haushaltskasse aufzubessern. Ihr Freund Alex (Tom Wagenhammer) hilft die Oma zu betreuen und versucht Marie aus ihrer Tristesse zu holen, außerdem tritt er als rabiater Drogenhändler auf. Schwester Pamela ist allein mit ihrem Baby, flucht gern mit „Fuck!“ und sammelt von ihren Exlovern Geld ein als mögliche Kindesväter.

Dann sind da noch die Zwillingsbrüder Benny und Björn (Nico Went), der eine jobbt als Drogendealer und Björn bringt als Maskottchen im Elefantenkostüm für den Fußballverein FC Aue seinen Vater als Dynamo Dresden-Fan in Rage.
In mehreren Rollen als Wolle Förster vom Klax, Priester auf erotischen Abwegen, Exlover Ranjid mit Turban, Oma und schillernde Glücksfee erheitert köstlich Philipp Richter. Die Nachbarin Nu Nong (amüsant: Dorothea Kriegl), eine schwäbelnde Asiatin, ist fürsorglich, hilfsbereit und scharf auf den Käpt`n, der bei ihr in See stechen soll. Sie bringt ihn gehörig auf Trab, wenn sie rittlings auf ihm sitzt und La paloma ohé singt samt Showballett im Seerosenkostüm. Witzig wie beide hochkant im rosa Wandbett liegen und die Segel neu setzen. Es ist nie zu spät, das Ruder noch einmal herumzureißen. Mit viel schwarzem Humor und  wandlungsreich spielen, singen und tanzen die sieben Darsteller, in einer Szene mit den lichtfunkelnden Dresdner Wahrzeichen im Schlepptau. Reichlich Beifall gab`s zur Premiere für einen mitreißend-unterhaltsamen Abend, der Dresden mal von einer anderen Seite zeigt.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

Echo Leipzig 2019 – Tschechische Kultur in München

Eröffnung mit „Winterbergs letzte Reise“ von Jaroslav Rudis, nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse & seiner Kafka-Band

Kurz vor der Leipziger Buchmesse kommt das diesjährige Gast-Land mit tschechischer Kultur vom 15. März bis 22. Mai nach München: Literatur. Film. Musik. Geschichte.

Kurz vor dem Start der Leipziger Buchmesse (21.-24.3.2019), bei der Tschechien in diesem Jahr mit 55 Autorinnen und Autoren, 70 Neuerscheinungen und 130 Veranstaltungen zu Gast ist, stellt sich das Leipziger Schwerpunktland in München vor: „Echo Leipzig 2019“ heißt die Reihe, die aktuelle Themen der tschechischen Literatur, Geschichte, Musik und des Films vom 15. März bis 22. Mai nach München bringt und in fünf Kulturinstitutionen präsentiert: im Tschechischen Zentrum, im Literaturhaus München, in der Münchner Volkshochschule im Gasteig sowie Einstein 28, im Arena Filmtheater und im Muffatcafé.

Die Reihe startet mit einem Vortrag der Bohemistin Zuzana Jürgens über die tschechische Gegenwartsliteratur am 15. März um 10.30 Uhr im Gasteig: Welche Themen stehen im Vordergrund der neuen tschechischen Bücher? Wie sieht die tschechische Gesellschaft aus, die darin abgebildet wird? Wie wurden diese Texte in Tschechien aufgenommen? An insgesamt sechs Abenden treten darauf herausragende tschechische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in München auf: Jaroslav Rudiš, Radka Denemarková, Petr Borkovec, Jáchym Topol, Kateřina Tučková, Tereza Semotamová sowie die Kinderbuch-Autoren Tomáš Končinský und Barbora Klárová. Sie lesen aus ihren aktuellen Werken und sprechen über Tschechien und deutsch-tschechische Beziehungen.

Gleich zur Eröffnung der Reihe wird am 27. März ein literarisch-musikalischer Hochgenuss im Literaturhaus München zu erleben sein: Jaroslav Rudiš, mit seinem neuen Buch für den Leipziger Buchpreis nominiert, tritt dort mit der Kafka Band auf und spielt Songs des neuen Albums „Amerika“ (2019), das vom gleichnamigen Roman Franz Kafkas inspiriert ist.

Am 1. April feiert das Literaturhaus München den 90. Geburtstag des großen tschechischen Romanciers Milan Kundera und zeigt die legendäre Romanverfilmung „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Eine andere besondere Literaturverfilmung stellt das Arena Filmtheater am 3. April vor: „Diebe der grünen Pferde“ von Jiří Hájíček, einem der bekanntesten und vielfach preisgekrönten tschechischen Gegenwartsschriftsteller. Am Abschluss der Reihe „Echo Leipzig 2019“ steht die Podiumsdiskussion „1989: Ende und Anfang. Das Umbruchjahr und seine Folgen in der DDR und der Tschechoslowakei“ am 20. Mai im Gasteig. Die Diskussion beschäftigt sich mit dem dreißigjährigen Jubiläum seit dem Mauer-Fall und fragt: Welche politischen und gesellschaftlichen Ereignisse waren für die Wende entscheidend, und wie haben sich Deutschland und Tschechien im Hinblick auf das bürgerschaftliche Engagement sowie den Umgang mit der eigenen Geschichte nach 89 weiterentwickelt?

Echo Leipzig 2019 ist ein Projekt des Vereins Mittel Punkt Europa e. V. und des Tschechischen Literaturzentrums in Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum München. Weitere Kooperationspartner sind: Adalbert Stifter Verein, Collegium Carolinum, Filmtheater Arena, Institut für slavische Philologie an der LMU München, Literaturhaus München, Muffatwerk, Münchner Stadtbibliothek, Münchner Volkshochschule und Tschechische Schule ohne Grenzen. Mit freundlicher Unterstützung des Generalkonsulats der Tschechischen Republik in München und der Mährischen Landesbibliothek.

Informationen zum Programm und Ticketverkauf

Echo Leipzig. Tschechische Kultur in München

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

www.ahojleipzig2019.de

Zum Frauentag 2019: „Wir wollen lieber fliegen als kriechen“ – Grafik von Angela Hampel

Macht Euch die Welt, wie sie Euch gefällt!

„Zerreiß deine Pläne. Sei klug und halte dich an Wunder.
Sie sind lange schon verzeichnet im großen Plan.
Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.“

(aus dem Gedichtband von Mascha Kaléko: „Sei klug und halte dich an Wunder“, dtv)

Überall nur noch Struwwelpeter? – Wie gehen wir heute miteinander um? Fragt Axel Hacke in seinem Vortrag im Dresdner Rathaus


Rau, rüpelhaft, respektlos. Woher kommt das weit verbreitete Struwwelpeter-Verhalten der heutigen Generation? Fragt der bekannte Journalist und Autor Axel Hacke.

Über den Ton in unserer Gesellschaft

Axel Hacke spricht über die Rolle des Anstandes in unserer Gesellschaft in seinem Vortrag anlässlich des 100-jährigen Volkshochschul-Jubiläums am 12. März im Plenarsaal des Dresdener Rathauses. Vortrag verschoben!! Aufgrund einer kurzfristigen Erkrankung des Referenten findet die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt statt, teilte die VHS am Montag mit.

Der Vortrag mit Axel Hacke findet nun am 7. April, um 19 Uhr im Festsaal des Rathauses Dresden statt (Anmeldung über VHS).

„Der Friederich, der Friederich, der war ein arger Wüterich!“ So beginnt die Geschichte vom bösen Friederich im Kinderbuch Struwwelpeter. Setz dich ordentlich hin! Mit dem Essen spielt man nicht! Oder: Benimm dich anständig! Diese Rufe der Eltern mahnen zum geordneten Miteinander und sind vielen aus Kindertagen vertraut. Doch mit Blick auf manch rauen Zungenschlag in sozialen Medien und Politik stellt sich schnell die Frage, wie es um diese Tugenden in der heutigen Erwachsenenwelt bestellt ist. „Wo bleibt der Anstand“ fragt der Vortrag Axel Hackes am 12. März um 19 Uhr. Dieser findet anlässlich des 100-jährigen Volkshochschul-Jubiläums im Plenarsaal des Dresdner Rathauses statt.

Deutschlandweit bekannt geworden ist Axel Hacke allen voran als Schriftsteller der feinen und fantasievollen Wortspiele. Seine Kolumne „Der kleine Erziehungsberater“ im Magazin der Süddeutschen Zeitung sowie seine Bücher „Der weiße Neger Wumbaba“ und „Der kleine König Dezember“ erfreuen sich bei Jung und Alt großer Beliebtheit. Für den Schriftsteller und Journalisten ist der viel beschworene Anstand indes kein verstaubter Begriff aus Kindertagen. Ihm geht es nicht um ungewaschene Haare eines Struwwelpeters, sondern weit grundsätzlicher um die alltagsmoralische Tugend und jene Haltung, die den gegenseitigen Respekt der Menschen zueinander sowie die wechselseitige Solidarität zwischen ihnen in den Blick nimmt. Er fragt, warum heute in den Medien ein oft aggressiver und verletzender Ton herrscht und was man dagegen tun kann. Wie wollen wir als Einzelne sein? Wie wollen wir in der Gesellschaft mit anderen zusammenleben? Und was bedeuten uns Freundlichkeit, Zugewandtheit, Interesse, Neugier und Wohlwollen heute? Axel Hacke versucht hierauf Antworten zu finden.

Der Festvortrag findet im Rahmen der Reihe „Grundfragen der Zeit“ statt. Im Mittelpunkt dieser Vortragsreihe steht die Auseinandersetzung mit den Fragen: Woran können sich Menschen des 21. Jahrhunderts orientieren? Welche Entwicklungen und Faktoren bestimmen das soziale und gesellschaftliche Miteinander? Vor welchen Herausforderungen steht die Gegenwartskultur – Musik, Kunst und Architektur? Zu Gast waren bisher unter anderen Wolfgang Thierse, Uwe Steimle, Christian Wulff und Kurt Biedenkopf. Der Eintritt zur Diskussion ist frei.

Um eine Anmeldung wird gebeten, da nur begrenzt Plätze zur Verfügung stehen: Entweder über die VHS-Dresden-Webseite, in der Geschäftsstelle Annenstraße 10 (Montag bis Freitag 9 Uhr bis 13 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag 14 Uhr bis 18 Uhr) sowie im Standort Gorbitz (Helbigsdorfer Weg 1, Montag und Dienstag 15 Uhr bis 18 Uhr sowie Mittwoch 9 Uhr bis 13 Uhr) und telefonisch unter 0351 254400 möglich.

Weitere Infos: www.vhs-dresden.de

Text + Foto: meeco Communication Services