Neue Comedy-Pop-Show „KannMannSutra“ mit den NotenDealern im Dresdner Comedy & Theater Club


Zum Anbeißen komisch: die NotenDealer geben kurz vor Inkrafttreten der neuen Corona-Maßnahmen mit Veranstaltungsverboten an diesem Wochenende noch zwei Vorstellungen im Dresdner Comedy & Theater Club. Foto: PR

Der Humor blüht weiter

Mir / uns fehlen eigentlich die Worte, ich bin geschockt … Dem sowieso schon grauen November werden nun noch die letzten Farben genommen. Unser vorsichtiger Optimismus, alle Mühen, Hygienekonzepte etc. – irgendwie nutzlos, mit Füßen getreten. Unsere Künstler*Innen sind sehr traurig, daß sie nun wieder einige Wochen nicht auf der Bühne stehen dürfen. Alle Vorstellungen ab 2. November 2020 müssen abgesagt werden L

Doch es muss weitergehen … Klopapier wächst ja nicht aus der Wand 😉 Also schauen wir mal, was wir retten können.
Und so haben sich die wunderbaren NotenDealer spontan bereit erklärt, noch an diesem Wochenende Doppelvorstellungen ihrer großartigen neuen ComedyPopShow „KannMannSutra?“ zu spielen.

Es stehen zwei neue Termine an, für die noch Karten zu haben sind:

Samstag, 31.10. 2020 um 16 Uhr
Sonntag, 01.11. 2020 um 20 Uhr

Ticketreservierungen unter: Telefon 0351-46 44 877

Lassen Sie uns gemeinsam Spaß haben, so lange es noch geht. Wir freuen uns auf unser Publikum!

Aktuell spielt der DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB selbstverständlich für Wohlbefinden und Sicherheit noch mit reduzierter Platzanzahl und angemessenem Hygienekonzept am angestammten Spielort.
Es sollten aber Gäste mit Symptomen unsere Vorstellungen bitte nicht besuchen, im Theaterkeller einen Mund-Nasen-Schutz tragen, Abstände eingehalten und die Hände desinfiziert werden.

Text: Heike Jack

DRESDNER COMEDY & THEATER CLUB
Gewölbekeller im Kügelgenhaus
Hauptstraße 13
01097 Dresden
Telefon 0351-46 44 877

www.comedytheaterclub-dresden.de 

Die Freiheit des Jazz & die Freiheit anderer Meinungen: Vortrag und Diskussion mit Daniele Ganser bei den Jazztagen Dresden im Ostra-Dome fanden viel Resonanz


Dr. Daniele Ganser bei seinem Vortrag am Sonntagnachmittag bei den Jazztagen Dresden.

Nach dem Vortrag gab es eine Gesprächsrunde mit Daniele Ganser. Mit lebhafter Diskussion über Verschwörungstheorien, Aufrufe zum Boykott der Jazztage Dresden, etablierte und alternative Medien und Umgang mit unliebsamen Themen.


Historiker Daniele Ganser und Sängerin Julia Neigel bei der Podiumsdiskussion.

Keine Scheu vor Querköpfen und Widerworten

Zwei vielbeachtete Vorträge mit Blicken hinter die Kulissen der Macht mit dem Schweizer Zeithistoriker Daniele Ganser waren bei den 20. Jazztagen Dresden am Sonntagabend im Ostra-Dome zu hören. Hinterher gab es eine lebhafte, dreistündige Diskussion mit dem Publikum über Verschwörungstheorien, die Rolle der Medien und den Umgang mit schwierigen Themen, zu der Jazztage-Intendant Kilian Forster auch die Kritiker von Gansers Vortrag eingeladen hatte. Doch die kamen nicht.

Die Wellen schlugen hoch schon im Vorfeld des Vortrages „Geostrategie. Der Blick hinter die Kulissen der Macht“ von Daniele Ganser bei den diesjährigen Jazztagen Dresden (noch bis 23. November). „Der Medienrummel trug dazu bei, dass der zweite Vortrag noch besser besucht war als der erste, was sicher nicht die Absicht der Kritiker war“, sagte Kilian Forster, Musiker und Intendant der Jazztage erfreut zu Beginn. 600 und 700 Besucher seien zu den beiden Vorträgen in der Veranstaltungsstätte am Sonntag im Ostra-Dome gewesen.

In den letzten Wochen hatten Forster diesbezüglich sowohl „viel Kritik als auch viel Zuspruch erreicht.“ Daher schloss sich an die Veranstaltung eine Diskussion mit Zuschauern und Gesprächsrunde auf der Bühne in den Ostra-Studios an, um dem Phänomen von Verschwörungstheorien und deren mögliche Auswirkungen auf die Gesellschaft gemeinsam auf den Grund zu gehen. Unter dem Motto: „Wir reden miteinander, nicht übereinander.“

„Ganser sagt selber, prüft das selbst nach, seid kritisch und das passt wunderbar zur Freiheit des Jazz“, so Forster. „Wir brauchen die Dissonanz, ein bisschen Spannung, um wieder zur Harmonie zu finden.“ Das 20-jährige Jubiläums-Jazzfestival stellte Forster mit kleinem Team vor zwei Monaten auf die Beine dank der Corona-Hilfe von Stadt und Land. Ursprünglich war neben den Konzerten eine Vortrags- und Gesprächsreihe mit „Querköpfen“ und ihren Gedanken zum Zeitgeschehen geplant. Darunter der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser, der schon letztes Jahr da war und gut ankam. Der Vortrag Gansers unterstütze auch finanziell die Jazztage. „Wenn man für eine sechsstellige Summe Technik reinstellt in die leeren Räume, muss sich das ja auch rentieren. Indem man sich die Kosten teilt durch viele Veranstaltungen“, so Forster. „Die Musik steht aber weiterhin im Vordergrund der Jazztage.“

Daniele Ganser wurde vom Vortragspublikum, junge und ältere Zuhörer bunt gemischt im vollbesetzten Saal, mit langem Beifall begrüßt. Er zeigte sich „überrascht von dem Tumult im Vorfeld.“  Er ist 48 Jahre alt, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in der Schweiz. Ganser ist Historiker für Zeitgeschichte, mit dem Spezialgebiet verdeckte Kriegsführung. Das ist ebenso spannend wie heikel, weiß er. Wenn er zur  Mittelaltergeschichte wechselte, würde er ruhiger leben. Doch er habe sich der Aufklärung kriegerischer Konflikte und der Friedensforschung verschrieben. Er veröffentlichte bereits vier Bücher und 50 Vorträge von ihm sind auf Youtube zu hören.

Diesmal sprach Daniele Ganser über sein neues Buch mit dem Titel „Imperium USA – die skrupellose Weltmacht“. Darin geht er bis heute ungelösten Fragen zum Kennedy-Mord vor nunmehr 60 Jahren nach. „Manches sieht man heute klarer.“ Er stellt zwölf Thesen zu den Auftraggebern und Hintergründen des Mordes am amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy 1963 in Dallas auf, gestützt auf Aussagen einstiger Zeitzeugen, Berichte aus Untersuchungsausschüssen und anderer Buchautoren wie Mark Lane, Rechtsanwalt und Bürgerrechtsaktivist mit seinem 1966 erschienenen Bestseller „Rush To Judgement“ über den Kennedy-Mord. Eine langwierige Wahrheitssuche. Ganser rekonstruierte das Verbrechen in seinem Vortrag anhand von historischen Fotos, die den Präsidenten und seine Frau in offener Limousine zeigen, denen die Leute zujubeln. Wenig später fielen auf der seltsamerweise kurz vorher noch geänderten Fahrtroute die tödlichen Schüsse, von vorn und hinten im Kreuzfeuer, wie in der einzigen kurzen Liveaufnahme vom Tatort ersichtlich.

Doch noch immer sei umstritten unter Historikern, ob es die Tat eines Einzeltäters war oder mehrere schossen, dann war es eine Verschwörung, so Ganser. Alles deute auf letzteres hin, doch 100 %ig beweisen könne er es nicht. Ganser erklärte und rekonstruierte die damaligen Ereignisse anschaulich, locker und teils bissig ironisch, was ihm auffiel an Ungereimtheiten und Vertuschungsversuchen seitens des Geheimdienstes CIA, der eine eigene Abteilung für Mordanschläge auch auf ausländische Staatschefs hatte. Den damaligen CIA-Chef Allen Dulles sieht Ganser als Auftraggeber des Mordes an Kennedy, der ihn vorher entlassen hatte. Der Demokrat Kennedy lehnte die versuchte Militärinvasion in Kuba ab, er wollte die US-Berater aus Vietnam abziehen und die Lage entspannen und er war entsetzt über den Mord am ersten frei gewählten Präsidenten im Kongo, Patrice Lumumba. „Daher musste Kennedy weg, da er nicht mitmachen wollte, mit der Militärmacht USA Kriege führen“, so Ganser. Er weiß, dass er mit seinen Theorien und Nachforschungen, ob zu NATO-Geheimarmeen oder dem Einsturz des World Trade Centers am 11. September 2001 in New York bei manchen aneckt.

„Ich bringe schwierige Themen in den öffentlichen Raum und dann bekomme ich den ganzen Wind ab“, so Ganser. „Ich hab die Türme nicht gesprengt. Das muss man auseinander halten.“ Nur weil er eine Verschwörung des Geheimdienstes mit dem Kennedy-Mord aufdeckte, sei er kein Verschwörungstheoretiker.

Der Trick mit der Wiederholung zur Gewöhnung

In seinem Vortrag zog Ganser auch Parallelen zu heute, wie aktuelle Ereignisse in der Öffentlichkeit reflektiert werden, wie das allgegenwärtige Thema Corona und der Umgang mit Kritik. „Alles in der Kommunikation funktioniert bekanntlich über Repetitio. Und jetzt haben wir Corona-Repetitio“, so Ganser. Politik und Medien nutzen die Wiederholung und könnten damit gezielt die Gedanken im Gehirn steuern und lenken. Schon in der Schule lernt man durch ständiges Wiederholen. Schmunzeln im Publikum, als er hin und wieder fragte und erinnerte: „Habe ich schon erwähnt, dass ich ein Buch herausgebracht habe…“ und Einzelheiten zum Kennedy-Mord wiederholte.

Doch es birgt die Gefahr, wenn man immer das Gleiche hört, dass es sich erschöpft, abnutzt und man nicht mehr hinhört. Den „Trick mit den Nervenzellen“ erklärte er so: „Das was Sie lesen und hören, formt Ihre Nervenzellen im Gehirn. Also überlegen Sie sich, was Sie lesen.“ Er übt sich auch schon länger in der Technik der Achtsamkeit. „Glauben Sie nicht alles, was Sie denken! In dem Moment stehen Sie hinter dem Wasserfall, wie sich die unentwegt auf einen einhämmernden Gedanken anfühlen.“

„Bleiben Sie achtsam. Bleiben Sie friedlich !“, sagte Ganser abschließend in seinem mit viel Beifall bedachten Vortrag. Nach einer Verschnaufpause fand unter dem Titel „Concertare!“ eine Diskussion & Session von Jazzmusikern mit Daniele Ganser und interessierten Vortragsbesuchern in den etwas kleineren Ostra-Studios statt. Vollbesetzt die Sitzreihen auch hier. „Wir nehmen Kritik ernst und wollen über die Vorwürfe reden“, so Kilian Forster. Er hatte Kritiker des Ganser-Vortrages zu der Gesprächsrunde eingeladen, die jedoch nicht kamen. Darunter eine junge Musikerin, Laura Totenhagen aus Köln, die Forster die Absage der Veranstaltung nahelegte und mit anderen Musikern auf Facebook zum Boykott der Jazztage aufrief, obwohl Forster gerade jungen Musikern auch ein Podium geben will. Durch dem Aufruf zum Boykott seien Sponsoren abgesprungen und zwei Künstler sagten Auftritte ab bei den Jazztagen Dresden. Das habe sich derart hochgeschaukelt, so Forster, dass sogar der neugegründete Jazzverband Sachsen e.V. , eine Stellungnahme von ihm verlangte (nachzulesen auf meinwortgarten.com in der Ankündigung zum Ganser-Vortrag.)

Haltung zeigen und verschiedene Meinungen aushalten

In der Diskussionsrunde saßen neben Ganser eine Moderatorin, Julia Sszarvasy, die in alternativen Medien unterwegs ist. Außerdem Sängerin Julia Neigel und Werner Patzelt, emeritierter Professor für Politikwissenschaften, der bis 2019 an der TU Dresden lehrte und dort als AfD- und Pegida-Experte wegen angeblich „zu großer Nähe“ zu seinem „Untersuchungsgegenstand“ umstritten war. Zu Verschwörungstheoretikern nannte er seinen „Freund Machiavelli“, ein italienischer Philosoph, Politiker, Chronist, Schriftsteller und Dichter, der vor 500 Jahren lebte und Ideal und Wirklichkeit von Macht und Moral in der Politik seiner Zeit untersuchte und entlarvte. „Warum soll es keine Theorien über Verschwörungen geben, wenn es Verschwörungen gibt?“, fragt Patzelt. Ein junger Zuhörer fragte, ob es eine „neue Welle der Aufklärung jetzt gibt? Und wie man von präsentativer Demokratie zu echter, bürgerlicher Mitbeteiligung komme?“ Patzelt meinte dazu, eine neue Welle von Aufklärung sei zu hoch gegriffen.

„Es braucht eher eine neue Welle schon mit der Fähigkeit, kritisch mit Informationen umzugehen und wieder die Bereitschaft, sich des eigenen Verstandes zu bedienen.“ Wenn man woanders als in den etablierten Medien Informationen höre, werde es schnell als „Verschwörungstheorien“ abgetan. „So tragen die Medien, die eigentlich aufklären sollten, bei zu Polarisierung und Spaltung der Gesellschaft“, sagte Patzelt unter Beifall der Diskussionsteilnehmer. Er beobachtet ein „Kampf- und Abwehrverhalten und Glaubwürdigkeitsprobleme der etablierten Medien gegenüber Kritik.“

Das Wort Verschwörungstheoretiker sei inzwischen zum „Schimpfwort, Kampfbegriff und Erkennungszeichen für Corona-Leugner ebenso wie Kritiker der derzeitigen Politik geworden“, sagte ein älterer Zuhörer und erinnerte an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern.

„Es ist grundsätzlich richtig, Haltung zu zeigen gegen Gewalt“, sagte die Sängerin Julia Neigel. „Doch wenn man eine Haltung haben will, muss man erst mal wissen, um was es geht, fundiert und sachlich.“ Die Aufforderung auf FB an die Jazztage Dresden, den Vortrag mit Ganser abzusagen, sei aber keine Haltung. „Das ist öffentliche Erpressung!“ Ähnlich problematisch sieht sie das sogenannte „Framing“, dh. das Umdrehen von Begriffen und fälschlich jemand bezichtigen. „Das benutzen immer diejenigen, die keine Widerworte wollen“, so Julia Neigel. „Wir sollten dabei bleiben, offen unsere Meinung zu vertreten, sonst kommen wir in die Situation wie vor vielen Jahren in Deutschland.“ Zur Rolle der Medien sagt sie: „Der investigative Journalismus mit seinem Qualitätsanspruch wird auf ein Minimum heruntergefahren und gespart. Wenn die Medien nicht mehr finanziell und wirtschaftlich unabhängig arbeiten können, gibt es keinen Korrektiv mehr in der Gesellschaft.“

Daniele Ganser sieht sich verunglimpft als angeblicher „Verschwörungstheoretiker“ und „Neurechter“. Keiner habe vor seinem Vortrag mit ihm gesprochen, weder Journalisten noch Buchautoren. Er müsse als Historiker auch mit Rechtsextremen reden z.B. für sein Buch „Geheime Armeen in Deutschland“. Ein entsprechendes Gespräch wurde von Compact aufgezeichnet. Danach wurde Ganser mit dem Vorwurf der „Kontaktschuld“ konfrontiert. Michael Butter, ein Professor für amerikanische Literatur in Tübingen, der Ganser noch nie sah, bezeichnete den Historiker in Artikeln und einem Buch mehrmals als „Verschwörungstheoretiker“. „Die haben keine Dossier-Kenntnis und Tiefe über die Hintergründe“, sagt Ganser über seine Kritiker.

Auf die Frage Forsters, warum er sich nicht von rechten und rassistischen Kommentaren auf seiner FB-Seite distanziere oder solche Leute rausschmeiße aus seinen Vorträgen, sagte Ganser, seine Vorträge und Aussagen seien dokumentiert und für jeden auf Youtube einsehbar. Er wolle niemanden rausschmeißen, das sei unhöflich und die Leute haben sich ein Ticket gekauft. „Alle die in der Massenkommunikation tätig sind, haben dieses Phänomen. Ich finde diese Durchmischung verschiedener Meinungen gut und cool“, so Ganser.

Miteinander reden statt übereinander

„Es wird Ganser vorgeworfen, er spalte die Gesellschaft, dabei tut er genau das Gegenteil mit seinen Vorträgen“, so Jazztage-Intendant Kilian Forster. Im Januar diesen Jahres, noch vor Corona und dem Lockdown, hielt Daniele Ganser einen Vortrag vor rund 500 Zuhörern im Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Ein Fernsehteam von Ostsachsen TV zeichnete nun die Veranstaltung und Diskussion mit Ganser bei den Jazztagen Dresden auf.

Es gelang leider nicht, Kritiker seines Vortrages auf die Bühne zu bringen und es gab auch keine Sessionband mit Gegenstimmen an diesem Abend, bedauert Forster. „Wir hätten uns auch gern zusammen gestritten.“ Während es doch unterschiedliche Meinungen zur Corona-Thematik gebe in Bands, wodurch Proben mitunter schwierig seien, ebenso in der Öffentlichkeit bis in die Familien, dass sie sich nicht mehr verstehen und miteinander reden. Manche junge Musiker trauten sich auch nicht, öffentlich in der Corona-Debatte konträre Ansichten zu äußern, da sie Nachteile befürchten. Daher sollten wir alle überlegen, wie wir diese neue Spaltung überwinden, uns wieder verbinden, so Forster.

Drei Stunden dauerte die streitbare, sehr sachliche und nachdenkliche Gesprächsrunde. Zum Schluss gab es noch eine spontane Session der Forster-Brüder an Piano und Kontrabass, nebst einem Schlagzeuger und dem demnächst bei den Jazztagen auftretenden Saxofonisten Volker Schlott aus Berlin gemeinsam mit Julia Neigel. Sie sang mit warmer tiefer Stimme den Ohrwurm „What a wonderful World“ von Louis Armstrong. Ein schönes Zeichen das regenbogenfarbene Banner mit der Aufschrift Peace, das die Teilnehmer der Gesprächsrunde zusammen mit Daniele Ganser hielten.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos und Programm unter http://www.jazztage-dresden.de


Session & Gesprächsrunde mit Daniele Ganser bei den Jazztagen Dresden. Motto: „Miteinander, nicht übereinander reden.“

Lesung aus „Johnny Ohneland“ mit Judith Zander im Landhaus

Sprachwitziger Selbsterfahrungs-Trip

In der Reihe Lesungen/Literarische Alphabete stellt Judith Zander ihren neuen Roman „Johnny Ohneland“ und ihren Gedichtband „manual numerale“ am 27. Oktober, um 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2 vor.

Judith Zander liest aus ihrem neuen Roman „Johnny  Ohneland“ und ihrem Gedichtband  „manual numerale“. Joana Wolkenzin weiß früh, dass sie anders ist. Sie liest stundenlang und lernt Songtexte auswendig; später verliebt sie sich in Jungs und in Mädchen. Im vorpommerschen Niemandsland der Neunziger gibt sie sich einen neuen Namen: Johnny. Aber bringt ein neuer Name auch neues Glück? Als die Mutter über Nacht die Familie verlässt, kreisen Johnny, ihr Bruder Charlie und ihr Vater auf wackligen Bahnen um eine leere Mitte. Schließlich macht Johnny sich auf die Suche nach einem Leben und einer Erzählung, die ihren eigenen Vorstellungen entsprechen, in Deutschland, Finnland und Australien.

„Judith Zander erzählt diese Coming-of-Age-Geschichte auf eine ebenso witzige wie anrührende Art und mit großer Lust am Sprachspiel. Neben bildhaften Namen – „Ohneland“, Wolkenzin“ – gehören Lautmalerei und Kalauer ebenso zu ihrem Repertoire wie Zitate aus Pop- und Hochkultur. Auch der Name Johnny Ohneland ist ein Zitat: eine Anspielung an den britischen King John, den bösen Bruder von Richard Löwenherz, der den Beinamen „Lackland“ – „Ohneland“ – bekam. Kein Robin Hood-Film kommt ohne diesen Johann Ohneland aus, aber auch Shakespeare hat ihn verewigt.“

(Christel Wester, Deutschlandfunk)

Judith Zander wurde 1980 in Anklam geboren und lebt heute in Jüterbog. Für ihre Werke wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs und mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis.

Text: Volker Sielaff

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich. 

Online-Salon „Auf Eierschalen gehen? Über politisch korrektes Schreiben in der Literatur“ des Literaturnetzwerks Wortwechsel

Zu Gast im literarischen Salon „Wortwechsel“ sind die Autorinnen
Volha Hapeyeva und Nele Pollatschek

Einladung zum Online-Salon der Reihe „Wortwechsel. Gespräche über Literatur und Politik“ & Diskussion mit den Zuschauern am Bildschirm am 28.10.2020 von 19.30 bis 21.15 Uhr.

“Politische Korrektheit” beinhaltet moralische Vorstellungen, die von manchen als Einengung, von anderen als Leitplanken respektvollen Umgangs verstanden werden. Der literarische Salon „Wortwechsel“ am 28.10.20 fragt von 19.30 Uhr bis 21.15 Uhr nach dem Einfluss der aktuellen Debatten über “politische Korrektheit” auf das künstlerische Schaffen von Schriftsteller*innen. Die Autorinnen Volha Hapeyeva und Nele Pollatschek diskutieren mit den Teilnehmer*innen des Online-Salons über heikle Fragen des Anstands in der Literatur, moderiert von Cornelius Pollmer (Schriftsteller und Journalist).

Wer mitdiskutieren möchte, kann sich bis 26.10.2020 unter kontakt@kaestnerhaus-dresden.de anmelden und erhält einen Link zur Veranstaltung, die über den Videokonferenz-Dienst ZOOM stattfinden wird. Benötigt wird ein internetfähiges Gerät (PC, Laptop, Handy, Tablet) mit Kamera und Mikrofon. Der Einlass und der technische Support finden von 19.15 – 19.30 Uhr statt. Wer einfach nur zuschauen möchte, kann den Livestream bei Facebook verfolgen, der über die Seite des Dresdner Literaturner e.V. geteilt wird.

Über die Autorinnen

Volha Hapeyeva, geboren 1982 in Minsk, ist Autorin, Übersetzerin und Linguistin und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Werke wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Ihre linguistische Forschung beinhaltet die Philosophie der Sprache, Körpersoziologie und Geschlechterfragen in Sprache und Kultur.

Nele Pollatschek wurde 1988 in Berlin geboren und studierte Englische Literatur und Philosophie in Heidelberg, Cambridge und Oxford. Für ihren Debütroman “Das Unglück anderer Leute” erhielt sie den Friedrich-Hölderlin-Förderpreis.

Dieser Online-Salon ist eine Veranstaltung des Literaturnetzwerks Wortwechsel und wird durch die Kooperation mit dem Verein Dresdner Literaturner e.V.  sowie dem Erich Kästner Haus für Literatur ermöglicht. Für die Projektförderung danken wir der Landeshauptstadt Dresden.

Die Veranstalter freuen sich, Euch am 28.10. bei ZOOM zu begrüßen und mit Euch zu diskutieren. Gern auch zum Weiterempfehlen.
In Vertretung des Literaturnetzwerks Wortwechsel:
Michael Bartsch, Beate Baum, Willi Hetze, Jayne-Ann Igel, Torsten König, Andrea O’Brien,  Petra Schweizer-Strobel, Hans-Haiko Seifert, Ju Sobing, Justus Ulbricht, Noëlle Waibel

Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087

kontakt@kaestnerhaus-literatur.de
www.kaestnerhaus-literatur.de

Neu: mit #kaestnerathome gibt es jetzt auch #kaestnerimnetz: Literatur in all ihren vielfältigen Facetten online jederzeit abrufbar – zum Auftanken & Mitmachen in Lesungen, Gesprächen, Interviews und Museumsschätzen auf @kaestnerhaus und @Erich.Kaestner.Museum.

Auch das MuMo ist nun virtuell unterwegs – hereinspaziert & mitgekästnert! Hier geht’s zum Fahrplan und allen Beiträgen: @KaestnerMuMo

Haptisches benötigt? Hier geht es zu unserem Online-Shop.

Lesung aus dem neuen Gedichtband „Wildniß“ von Daniela Danz im Landhaus Dresden

Verse voll wilder Experimentierlust

In der Reihe Literarische Alphabete des Literaturforum Dresden e.V. liest Daniela Danz (Kranichfeld) aus „Wildniß“ am 20. Oktober, um 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum,  Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2.

Daniela Danz zählt seit langem zu den wichtigsten Lyrikerinnen dieses Landes. Ihr neuer Gedichtband ist ein Ereignis. Der Titel „Widniß“ in dieser Schreibweise ist eine Anspielung auf Hölderlin. Streng formbewusst und voll wilder Experimentierlust sind ihre Verse, sie greifen weit aus in die Landschaft, in die Welt, in die Geschichte, und doch führen sie immer auch in enge Räume zurück, in das Haus, die Wohnung, das innerste Fühlen. Oder vielleicht gehen sie eher davon aus? Als eine Sehnsucht? Ins Offene? Wenn zeitgenössische Lyrik eine Dringlichkeit hat, dann in den Versen von Daniela Danz.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Volker SIelaff

Eröffnung der 20. Jazztage Dresden & Überblick über Konzert Highligths


Die Klazzbrothers spielen zum Auftakt der Dresdner Jazztage und das Abschluss- und Jubiläumskonzert des Festivals am 23. November, um 20 Uhr in den Ostra-Studios.


Die Sängerin Julia Neigel & Band ist mit ihrem neuem Album „Ehrensache“ am 24. Oktober, um 20 Uhr im Ostra-Dome zu erleben.


Luca Stricagnoli, einer der besten Akustikgitarristen aus Italien spielt am 5. November, um 19.30 Uhr in den Ostra-Studios.


Tom Gaebel & His Orchestra zelebrieren 15 Years of Singing & Swinging am 22. Oktober, um 20 Uhr im Ostra-Dome.


Dirty Loop geben ihr einziges Deutschland-Konzert mit furiosem Fusion Pop am 13. November, um 20 Uhr im Ostra-Dome. Fotos/PR: Jazztage Dresden

Maske im Gesicht, Jazz im Blut

Die Jazztage Dresden eröffnen am Mittwoch mit Kurzkonzerten das Festival in der QF-Passage an der Frauenkirche.

In normalen Jahren zelebrieren die3 Jazztage Dresden ihre alljährliche Eröffnung mit zahlreichen, eng gedrängten Gästen, die verschiedenen Künstlern des Festivals in der QF-Passage an der Frauenkirche lauschen. Für den Auftakt im Corona-Jahr mussten sich die Veranstalter ein neues Konzept überlegen, das den Zuhörern genauso viel Lust auf die immerhin schon 20. Ausgabe der Jazztage Dresden macht. Das Festival findet in diesem Jahr vom 21. Oktober bis 23. November statt. Eingeladen sind Neugierige bei freiem Eintritt und unter Einhaltung der allgemeinen Gesundheitsmaßnahmen zur großen Eröffnung diesen Mittwoch, 21. Oktober, ab 16 Uhr in das QF-Quartier an der Frauenkirche.

Mit einem etwas kleineren und dennoch nicht weniger beschwingten Festakt eröffnen die Jazztage Dresden ihre diesjährige Ausgabe. Gemeinsam mit ihren Partnern, der QF-Passage, Dresden-Information und der Sächsischen Zeitung, bieten sie einen musikalischen Nachmittag inmitten des Dresdner Zentrums. Bis 19 Uhr stehen einige Kurzkonzerte sowie moderierte Gespräche auf dem Programm. Anstatt auf mehreren Ebenen und in einzelnen Geschäften der Einkaufsmeile finden die Veranstaltungen in diesem Jahr allesamt auf der Bühne im Untergeschoss der QF-Passage statt. Das Team der Jazztage Dresden bietet währenddessen die Möglichkeit des lockeren Austausches vor Ort. Angekündigt haben sich bereits die Klazzbrothers, Ive Kanew & Friends sowie die Forster Family. Als „Special guest“ wird in diesem Jahr Entertainer Tom Gaebel mit seiner Stimmgewalt das Publikum fesseln. Parallel zum Bühnenprogramm zeigt der Festival-Fotograf Hans-Joachim Maquet seine Bilderausstellung in der Passage.

Damit das strahlende Lächeln der Zuschauer auch für die Musiker deutlich sichtbar ist, bieten die Jazztage Dresden erstmals hauseigene „Smile@Jazztage“-Transparentmasken an. Außerdem gibt es während der dreistündigen Festivaleröffnung im Shop der Dresden-Information 50% Ermäßigung auf Konzerttickets des Festivals, außer auf Restkarten. Bei der Veranstaltung gelten die allgemeinen Regeln der Corona-Schutz-Verordnung. Das Tragen einer Mund-Nasen-Maske ist verpflichtend, außer bei Einnahme von Getränken unter Wahrung des Mindestabstands.

Tickets für alle Konzerte der Jazztage Dresden gibt es an allen Dresdner und deutschlandweiten ReserviX-Vorverkaufsstellen. Ebenso steht die ReserviX-Hotline unter 01806 700733 (0,20 Euro aus dem Festnetz, mobil 0,60 Euro) zur Verfügung.

Text: meeco Communication Services GmbH

Weitere Informationen: www.jazztage-dresden.de

Kunst aus Tschechien in der Galerie Rainar Götz


Anästhesist, Kunst- und Weinliebhaber und Galerist Rainar Götz weiß ästhetische Genüsse zu schätzen. Zurzeit stellt er Arbeiten von Markéta Safáriková, darunter auch unikate Kleider mit bedruckten Motiven von ihr in den Räumen auf der Westendstraße 16 in Dresden-Plauen aus. Fotos: Susanna Lotte Henken

Faszinierende Fotomalerei voller Verwandlung

Bilder zwischen Traum und Realität zeigt die Künstlerin Markéta Safáriková zurzeit im Rahmen der Tschechisch-Deutschen Kulturtage in der Galerie Rainar Götz in Dresden-Plauen. Die Ausstellung ist noch bis 12. November zu sehen.

Bunte Herbstblätter wirbeln auf grauer, fast menschenleerer Leinwand. Ein intensivrotes Stillleben mit Äpfeln. Drei schwarze, knorrige Bäume stehen geheimnisvoll beisammen wie „Schicksalsgöttinnen“. Faszinierend verwandelt,
in starken Farbkontrasten zwischen Traum und Realität schwebend,Grenzen auslotend, geht es auf die Suche nach dem “Gleichgewichtszustand“. So heißt die Ausstellung mit Malerei auf Fotografie von Markéta Safáriková, zu sehen im Rahmen der Tschechisch-Deutschen Kulturtage in der Galerie Rainar Götz auf der Westendstraße 16 in Dresden-Plauen.

Zwei Wochen lang locken außerdem Konzerte und Lesungen an vielen Orten in der Stadt noch bis 18. Oktober. Gerade stand der selbstständige Narkosearzt noch im OP-Saal einer Klinik, drei Stunden später eröffnete der Anästhesist und Galerist Rainar Götz (62) die Ausstellung der aus Prag stammenden Künstlerin. Mit ihren Arbeiten öffnete zugleich die erste und älteste Galerie in der Südvorstadt wieder ihre Türen als
Kunst- und Begegnungsort. Im Mai 2006 begann Götz neben seiner Anästhesiepraxis mit seiner Galerie im Souterrain des von ihm sanierten Hauses. Er zeigt zeitgenössische Werke internationaler Künstler unter dem Motto: „Ausland in Dresden“.

Seit 2009 stellten bereits Künstler aus Argentinien, Chile, Russland, England, Iran und Italien in der Galerie Rainar Götz aus. Einerseits, weil er selbst weiß, was es heißt angenommen und willkommen zu sein in der Fremde. Er hat eine Zeitlang in Italien und der Schweiz gelebt. “Die Ausstellungen sind ein Angebot, Kultur aus anderen Ländern als Bereicherung zu sehen, nicht nur den Elbe-Barock, schließlich erweitert dies den Blick des Verständnisses für die Welt“, sagt Rainar Götz. In diese Galerietradition passt nahtlos die Ausstellung mit Kunst aus Tschechien. „Ein Land, das aktuell aufhorchen lässt in der Corona-Krise und auch mit den sensiblen Arbeiten und der beeindruckenden Technik der Fotomalerei“, so Götz.

Markéta Safáriková lernte er durch seine jetzige Galeriemitarbeiterin Susanna Lotte Henken kennen, ebenfalls Tschechin, bei einer Lesung mit der bekannten Schriftstellerin Radka Denemarková im letzten Jahr in Dresden. Die Ausstellung mit rund 120 Bildern erstreckt sich über zwei Etagen. Sie hängen im hinzugekommenen medizinischen Schönheitsatelier „Curabella“ und in der neuen Weingalerie mit edlen Tropfen aus Portugal, Spanien und Österreich und demnächst auch Elsässer und Schweizer Käse.

„Vom Galerismus satt werden kann ich nicht, aber ohne ihn würde ich verhungern“, sagt Rainar Götz über seine Kunstleidenschaft. Im Titelbild der Ausstellung sind helle und dunkle Farbflächen wie Traumgespinste verwoben. Die Farbe überdeckt oft Teile der Landschaft und Gesichter, mal wie ein Hauch, mal gitterartig und wie mit einer Schutzhülle versehen. Markéta Safáriková malt gegen das Dunkle an. Das Pierrot-Motiv des traurigen Clowns ist auch auf Kleidung gedruckt.

Insekten schwirren in zart farbigen Aquarellen im Weinregal und wundersame, skurrile Wesen wie Scherenkäfer und „Keimlinge“ blinzeln aus vielfarbigen kleinen Zeichnungen den Betrachter an. Außerdem gibt es ein Galeriedinner für Kunstliebhaber am 28.10., um 18 Uhr (Voranmeldung erforderlich. Mehr dazu unter www.galerierainargoetz.de ) Dann kocht Rainar Götz ein Vier-Gänge-Menü für maximal 16 Personen. Die Finissage (mit Kunstauktion) der Ausstellung von Markéta Safáriková findet am 12. November ab 18 Uhr statt.

Text (lv)

http://www.galerierainargoetz.de


Galeriedinner & edle Tropfen. Dabei kocht Rainar Götz ein Vier-Gänge-Menü für Besucher in seiner Kunst- und Weingalerie. Das nächste findet am 28.10., um 18 Uhr statt. Voranmeldung erforderlich über die Galerie Götz.

Buchpremiere: „Alte Karten von Flandern“ von Patrick Wilden in der Buchhandlung LeseZeichen

Eine Reise entlang unsichtbarer Grenzen

Zur Lesung mit Patrick Wilden aus seinem Gedichtband „Alte Karten von Flandern“ lädt die Buchhandlung LeseZeichen heute, am 15. Oktober, um 20 Uhr in die Priessnitzstr. 56 ein. Moderation und Gespräch: Jayne-Ann Igel.

Im Dunkeln leuchtende Wörter, die Verheißungen alter Bücher und Landkarten, die letzten Geheimnisse einer von Google Maps kartierten Welt – all das findet in Patrick Wildens Debüt ganz selbstverständlich zusammen. Er nimmt uns mit auf Reisen entlang unsichtbarer Grenzen, spürt Verwandtschaften und vergessenen Bezeichnungen nach. Doch es ist Vorsicht geboten: Die Zuverlässigkeit der „Alten Karten von Flandern“ ist äußerst fragwürdig. Sie spielen mit unserer räumlichen Vorstellung, verbinden die entlegensten Gegenden miteinander oder verschweigen deren Existenz. Diese Gedichte durchstoßen die Oberfläche unserer Gegenwart.

Patrick Wilden, geboren 1973 in Paderborn, aufgewachsen in der Region Kassel. Nach einem Studium in Tübingen und einem Verlagsvolontariat in Stuttgart arbeitete er viele Jahre in einem Antiquariat in Dresden und ist dort heute für eine Bibliothek und ein Archiv sowie als Redakteur der Literaturzeitschrift Ostragehege tätig.Er erhielt im Jahr 2000 den Würth-Literatur-Preis und 2019 das Raniser Debüt Stipendium. Der Gedichtband „Alte Karten von Flandern“ erschien im Jahr 2019.

Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt.
Bitte um Anmeldung unter 0351-803 39 14 oder info@buchlesen.de

Eintritt frei.

Text: Jörg Scholz-Nollau

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Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

Streit um Vortrag von Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser im Ostra-Dome Dresden


Daniele Ganser  Foto: Jazztage Dresden
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Geostrategie: Der Blick hinter die Kulissen der Macht

„Brücken schlagen, statt Gräben ziehen über die Musik hinaus“, lautet das Motto der 20. Jazztage Dresden vom 21. Oktober bis 23. November. Aufgrund des hohen Interesses hält der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser am 25. Oktober, um 11 und 15 Uhr einen Vortrag über Geostrategie im Ostra-Dome in Dresden.

Dr. phil. Daniele Ganser ist Schweizer Historiker und Friedensforscher, spezialisiert auf internationale Zeitgeschichte seit 1945. Seine Forschungsschwerpunkte sind Friedensforschung, Geostrategie, verdeckte Kriegsführung, US-Imperialismus, Ressourcenkämpfe, Energiesysteme und Wirtschaftspolitik. Dr. Ganser ist Gründer und Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) in Basel. Das SIPER untersucht, ob es möglich wäre, die Energieversorgung zu 100% auf erneuerbare Energien umzustellen und Konflikte ohne Gewalt zu lösen (www.siper.ch). In seinen Vorträgen geht es Dr. Ganser hauptsächlich um den Weltfrieden, denn der Frieden ist die Basis einer gesunden Entwicklung in jedem Land, in jeder Gemeinschaft und eben auch in der Familie.

Veranstalter: SIPER AG
Kooperationspartner: Jazztage Dresden

Stellungnahme der Jazztage Dresden (vom 13. Oktober 2020)

Im Anschluss an den Vortrag soll um 18 Uhr unter dem Motto „Concertare“ eine offene Diskussion mit Gesprächspartnern und allen Interessierten stattfinden.

Seit Ende letzter Woche verbreitet sich ein Aufruf, ausgehend von einem Facebook-Post, mit dem Ziel, bei den Jazztagen Dresden die Absage des Vortrages von Dr. Daniele Ganser zu erreichen. Seitdem gehen Mails von unterschiedlichen Seiten bei den Jazztagen ein. Einerseits mit der Bitte bzw. der expliziten Forderung, den Vortrag abzusagen – und andererseits mit der konträren Bitte, den Vortrag nicht abzusagen. Auch Partner und Sponsoren werden mit entsprechenden Mails bedacht. Wir freuen uns immer über Feedback und konstruktive Kritik. Auch die Zuschriften, die uns nun erreichen, haben im überwiegenden Teil einen positiven Grund-Tenor den Jazztagen gegenüber.

Aus der von uns tiefempfundenen Verantwortung und Verpflichtung sowohl unseren Künstlern als auch dem Publikum und unseren vielen, zum großen Teil langjährigen Partnern und Unterstützern und unserem Team gegenüber, möchten wir zu diesem Thema wie folgt Stellung nehmen.

Gerne stellen wir ein Zitat aus der Präambel des Jazzverbandes Sachsen e.V. an den Anfang: „Der Jazzverband Sachsen e.V. versteht sich als weltoffen und sagt deshalb entschieden Nein(!) zu jeglicher Form von Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Homophobie.“ Dieser Aussage schließen wir uns von Seiten der Jazztage Dresden zu 100 Prozent an. Die Jazztage Dresden stehen in diesem für viele so schwierigen Jahr aktuell kurz vor ihrem 20. Festivaljahrgang. In den vergangenen 19 Jahren hat sich das Festival vom Dresdner Stadtrand mit zu Beginn 400 Gästen hin zu einem Festival von internationaler Reputation mit renommierten Künstlern aus aller Welt entwickelt. In den letzten Jahren besuchten jährlich circa 40.000 Gäste die jeweils rund 80 Festivalkonzerte.

Neben dem grundlegenden Bestreben, hervorragende und außergewöhnliche Musiker nach Dresden zu holen – seien es internationale Stars oder junge und/oder aufstrebende Musiker – liegt von Beginn an ein besonderer Schwerpunkt der Festivalprogrammatik im Ausloten von Grenzräumen zwischen unterschiedlichen Genres und Stilen – und dem Schaffen eines Raumes für Projekte, Ensembles und Experimente, die sich in einem derartigen Spannungsfeld bewegen. Das auf den ersten Blick mitunter scheinbar Unvereinbare kann miteinander in Kontakt treten und ermöglicht dabei das Entstehen von Neuem.

Diese Motivation, Brücken zu schlagen anstatt Gräben zu ziehen, tragen die Jazztage auch über die Musik selbst hinaus mit – und weiter. So gibt es im Festivalprogramm immer mal wieder Künstler, die auch politisch aktiv sind und Entsprechendes in ihrem Programm auf der Bühne kommunizieren. Dies ist im Rahmen der Kunstfreiheit in Ordnung und wichtig, solange die Grenze zur Diskriminierung (egal welcher Art und gegen wen) und zum Extremismus nicht überschritten wird.

Auch auf dem Gebiet der gesellschaftlichen, auch der politischen Themen halten wir eine offene Diskussion auch sehr unterschiedlicher Ansichten und Perspektiven für gut und richtig – und ziehen dies einer Abgrenzung und Abschottung vor. Immer mit Blick auf die oben schon genannte rote Linie, deren Überschreitung von uns nicht toleriert wird.

Vor diesem Hintergrund haben wir Dr. Ganser zur Durchführung seines Vortrages auch in diesem Jahr zugestimmt. Der Vortrag ist, als „Vortrag“ gekennzeichnet, bereits seit Anfang des Jahres 2020 (Januar/Februar) veröffentlicht und im Verkauf. Auch im Vorjahr hatte bereits ein Vortrag von Dr. Ganser stattgefunden. Die Veranstaltung wird durchgeführt von der SIPER AG, die Jazztage stellen die Infrastruktur zur Verfügung und erhalten eine Miete. Das Entstehen von Kosten für die Jazztage aus diesem Vortrag ist (und war) ausgeschlossen.

Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind die folgenden Punkte:

1. Dr. Ganser hat sich unseres Wissens nach nie rassistisch, diskriminierend oder homophob geäußert. Dies bestätigt unter anderem auch Prof. Butter, der im ursprünglichen Facebook-Post (siehe oben!) zitiert wird.
2. Wir sind der festen Überzeugung, dass sowohl das Sprechen miteinander als auch das Hören und Erfahren von anderen Sichtweisen oder Perspektiven dem Menschen nicht schadet, sondern vielmehr das eigene Reflektieren und das eigene kritische Denken anregt.
3. Weiterhin sind wir der Überzeugung, dass wir Menschen durchaus dazu in der Lage sind, Gehörtes und Erlebtes selbst und eigenständig zu beurteilen (im Idealfall aus erster Hand und nicht über Dritte) und daraus – jeder für sich – seine Schlüsse zu ziehen oder das Gehörte in der einen oder anderen Form für sich weiter zu verarbeiten.

Wir sehen eine größere Gefahr darin, Gesprächspartner oder Andersdenkende auszuschließen, als miteinander zu sprechen (oder auch kontrovers zu diskutieren) und unterschiedliche Perspektiven zuzulassen. Immer natürlich mit Blick auf die bereits genannte rote Linie.

Das Zitat von Evelyn Beatrice Hall „Ich missbillige, was du sagst, aber würde bis auf den Tod dein Recht verteidigen, es zu sagen.“ (Voltaire zugeschrieben) leitet uns an dieser Stelle.

Ansonsten stehen wir und die Jazztage – und wohl zumindest die meisten, die die Jazztage und uns selbst kennen, wissen das – für Freiheit und Weltoffenheit und gegen jegliche Form von Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und Extremismus. Das ist eine Selbstverständlichkeit, die eigentlich keiner Erwähnung bedarf.

Da wir miteinander und nicht übereinander (oder gar nicht) sprechen wollen, möchten wir eine Diskussion an den Vortrag von Herrn Ganser (der aufgrund der Corona-Auflagen und entsprechend geringerer Platzkapazität in zwei Vorträge gesplittet wurde) anschließen unter dem Motto „Concertare“. Um 18 Uhr wollen wir Gesprächspartner zur offenen Diskussion einladen. Wir bitten die Initiatoren des Facebook-Posts um Vorschläge zu möglichen Gesprächspartnern/Diskutanten.

Wir freuen uns auf ein Festival mit großartiger Musik – und mit guten Gesprächen und Diskursen. Offen, freiheitlich, mit Respekt und Toleranz jedem und jeder gegenüber.

Text: Kilian Forster & Tanja Grandmontagne, Jazztage Dresden

Weitere Infos: www.jazztage-dresden.de

P.S.: Ein ausführlicher Beitrag zum Vortrag und der anschließenden Diskussion mit Daniele Ganser erscheint morgen, 27.10, auf meinwortgarten.com

Neustart im BücherReich: Bundesmittel für die Leipziger Buchmesse

Aufbruch zu Neuem in der Welt der Bücher

Bund fördert Ausstellerteilnahme an der Leipziger Buchmesse mit einer Million Euro. Sie öffnet wieder ihre Türen im kommenden Frühjahr statt Mitte März nun vom 27. bis 30. Mai 2021.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters unterstützt die Leipziger Buchmesse mit einer Million Euro aus dem Konjunkturprogramm NEUSTART KULTUR, um die Folgen der Corona-Krise für die Branche abzumildern. Die Förderung wird zum Großteil für die Teilnahme der Aussteller sowie für die Schaffung schutzdienender Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für Aussteller und Besucher verwendet.

Als wichtigster Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche traf die Corona-bedingte Absage der Leipzig Buchmesse im März 2020 die Branche besonders hart. Die Auswirkungen sind noch heute zu spüren. Die Mittel der Förderung werden aus diesem Grund zum Großteil für die Aussteller eingesetzt. Ermäßigte Standgebühren sollen vielen Ausstellern die Teilnahme an der Messe ermöglichen, um Neuerscheinungen zu präsentieren. Dies betrifft besonders kleine und mittlere Verlage. Zusätzlich wird die Förderung für die Schaffung schutzdienender Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen für Aussteller und Besucher verwendet.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters: „Es ist für alle Buchliebhaber ein Zeichen der Hoffnung und des Aufbruchs, dass die Leipziger Buchmesse im kommenden Jahr wieder ihre Türen öffnen will. Durch die Absage der beiden größten deutschen Buchmessen sind der Branche in diesem Jahr zwei der bedeutendsten kulturwirtschaftlichen Treffpunkte verloren gegangen. Umso wichtiger ist es, möglichst vielen Verlagen im nächsten Jahr in Leipzig die Teilnahme zu ermöglichen. Deshalb unterstützt die Bundesregierung die Leipziger Buchmesse aus dem Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR dabei, die Standkosten und Teilnahmegebühren für die Verlage deutlich zu reduzieren.“

Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse, betont: „Mit ihrer Unterstützung befördert die Kulturstaatsministerin eine breite Teilnahme an der nächsten Leipziger Buchmesse und setzt damit ein wichtiges Zeichen für den Erhalt der Vielfalt in der Buchbranche. Dafür sind wir sehr dankbar. Das macht Mut nach einem extrem schwierigen Jahr, das pandemiebedingt ohne die starken Impulse der Buchmessen auskommen musste. Die Förderung gibt allen Beteiligten Rückenwind mit der Messe im kommenden Frühjahr besonders engagiert für neue Literatur und das Lesen zu werben.“

Das Format der Leipziger Buchmesse 2021, die vom 27. bis 30. Mai stattfindet, wird derzeit schrittweise konkretisiert. So wie in den Vorjahren findet die Leipziger Buchmesse gemeinsam mit dem Lesefest Leipzig liest, der Manga-Comic-Con und der Antiquariatsmesse auf dem Gelände der Leipziger Messe und in der Kongresshalle am Zoo statt.

Das Rettungs- und Zukunftspaket NEUSTART KULTUR in Höhe von einer Milliarde Euro gliedert sich in vier Teilprogramme: „Pandemiebedingte Investitionen“ (bis zu 250 Mio. Euro), „Stärkung der Kulturwirtschaft“ (bis zu 480 Mio. Euro), „Unterstützung alternativer, auch digitaler Kulturangebote“ (bis zu 150 Mio. Euro) und Hilfen bei „pandemiebedingten Einnahmeverlusten und Mehrbedarfen der vom Bund geförderten Häuser und Projekte“ (bis zu 100 Mio. Euro).

Über die Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse ist der wichtigste Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche und versteht sich als Messe für Leser, Autoren und Verlage. Sie präsentiert die Neuerscheinungen des Frühjahrs, aktuelle Themen und Trends und zeigt neben junger deutschsprachiger Literatur auch Neues aus Mittel- und Osteuropa. Durch die einzigartige Verbindung von Messe und Leipzig liest – dem größten europäischen Lesefest – hat sich die Buchmesse zu einem Publikumsmagneten entwickelt. Im Verbund mit der Leipziger Buchmesse öffnet die Manga-Comic-Con (MCC). Parallel dazu findet die 26. Leipziger Antiquariatsmesse statt.

Text:  Dr. Andreas Knaut
Unternehmenssprecher/Bereichsleiter Kommunikation

Leipziger Buchmesse im Internet:
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