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Kategorien-Archiv: Poesie

Gedicht-Lesung „Von Meerfarben, Möwen & Meerkatzen“ von Lilli Vostry & Musik von Gabriel Jagieniak am Akkordeon im Hoflößnitz Radebeul

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Poesie, Zwischenmenschliches

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Von Meerfarben, Möwen und Meerkatzen

Eine Lesung mit bilderreicher, meerfrischer Poesie der Autorin Lilli Vostry und beschwingten Akkordeonklängren von Gabriel Jagieniak können die Besucher zum Tag des offenen Denkmals, am 8. September, 14.30 Uhr im Weinbaumuseum Hoflößnitz erleben.

“Tanz mit Wind Meer und Wellen/tauch tief ein ins Leben/und wieder auf/wie meine Fellmusen/Meerkatzen seid ihr jetzt/und die Möwen meine Antreiber“, heißt es in einem Gedicht. Es geht um Aufbruch, Neuanfang nach unverhofften Verlusten und den Wandel im Leben, um den Glauben und die Hoffnung auf das Schöne, Liebenswerte, sich immer wieder Erneuernde, das Lebendig- und in Bewegung sein. Davon erzählt die neue Gedicht-Lesung mit dem Titel „Von Meerfarben, Möwen und Meerkatzen“ von Lilli Vostry, Kulturjournalistin und Lyrikerin aus Dresden, begleitet von Musiker Gabriel Jagieniak am Akkordeon.

Die beiden möchten die Besucher zum Tag des offenen Denkmals am 8. September, um 14.30 Uhr im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz in Radebeul zu dessen 100-jährigen Jubiläum überraschen und verzaubern mit besonderer, farb- und bilderreicher, meerfrischer Poesie und fröhlich beschwingten Klängen. Zu erleben sind diese mit Blick auf die Weinhänge auf der Terrasse hinter dem Bergverwalterhaus, in dem derzeit eine Ausstellung mit Malerei und Grafik von Bärbel Kuntsche, darunter auch eindrucksvolle Meer- und Strandszenen, zu sehen sind. Dies ist bereits die zweite Lyrik-Lesung mit Musik von Lilli Vostry und Gabriel Jagieniak, die im Sommer letztes Jahr erstmals an diesem Ort vor reizvoller Kulisse zu Gast waren, an dem Kunst- und Naturgenuss so nah beieinander liegen, wo man lauschen, genießen und sich anregen lassen kann bei einem erlesenen Glas Wein und eigenen Träumen Nahrung geben.

Text + Fotos (lv)

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Dokfilm-Vorstellung über den Dresdner Lyriker Bernhard Theilmann im Zentralkino Dresden

16 Freitag Aug 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Kultur, Lebensart, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Erinnerung an ein wundervolles Mysterium

Das Team des dokumentarischen Kurzfilms “theilmann” über den Dresdner Lyriker Bernhard Theilmann veranstaltet im Zentralkino ein Screening des Films mit Lesung und einer Gesprächsrunde am 30. August. um 17 Uhr. (Eintritt frei)

Hochgeschätzter Lyriker, einflussreicher Journalist, intellektueller Aktivist und doch kaum in Erinnerung. Beschäftigt mit der Gestaltung der Dresdner Kulturszene, hat Bernhard Theilmann verpasst, zu Lebzeiten etwas zu veröffentlichen, das an ihn erinnert.

Bernhard Theilmann (1949 – 2017) ist ein wundervolles Mysterium. Seit jeher schrieb er
Gedichte, kryptisch, tragisch, kritisch, manisch. Ende der Siebziger öffnete er mit Eberhard Göschel, Peter Herrmann, Jochen Lorenz und A. R. Penck die halblegale Obergrabenpresse. Gemeinsam ermöglichte man in der DDR unangepassten Kunstschaffenden die Veröffentlichung der eigenen Werke, umging Druckverbote und ärgerte die politische Elite. Er war in der Wendezeit als Sprecher der Vereinigten Linken unterwegs, gründete sofort nach dem Mauerfall mit Gleichgesinnten die Unabhängige Schriftsteller Assoziation Dresden und wenige Monate später das Dresdner Stadtmagazin SAX.Erst zwei Jahre nach seinem Tod erschien 2019 endlich ein Gedichtband mit seiner Lyrik, “Das Geheimnis der Brücken”. An einem Wochenende im Frühjahr 1990 bekam Bernhard Theilmann den Auftrag, einige seiner Gedichte für den Deutschlandfunk aufzunehmen. Er nutzte dafür das Haus seines Freundes Eberhard Göschel, der auf Reisen war. Die Kassette wurde kopiert und an den DLF geschickt. Doch die Sendung ging wenig später in einem Archivbrand verloren. Nach Theilmanns Tod fanden Eberhard Göschel und seine Frau Sonja Zimmermann auf dem Dachboden das Original. Es war im Rekorder verblieben und bildet die Grundlage für die assoziativ-experimentelle Kurzdoku “theilmann”, die in Kürze vom mdr ins Programm und die Mediathek aufgenommen werden wird.Am 30. August werden um 17 Uhr die Macher:innen des Films, Familie, Befreundete und Fans Theilmanns im Dresdner Zentralkino (Kraftwerk Mitte 16) zusammenkommen. Der Film wird gezeigt, der Schauspieler Albrecht Goette liest drei Gedichte Theilmanns und anschließend erinnern Theilmanns Witwe Hanna-Rose, Regisseur Tom Ehrhardt und andere in einem Publikumsgespräch an den außergewöhnlichen Dresdner Lyriker.

Text: Tom Ehrhardt

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BilderAlbum & Neue KatzenLyrik: Sind so kleine Kobolde & Himmlischer Morgen

31 Mittwoch Jul 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

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Sind so kleine Kobolde

Sind so kleine Pfoten
strecken sich durch die Box
unterwegs ins Ungewisse
sagen noch keinen Mucks
sind so schöne Augen
groß klar und noch etwas scheu
alles für sie noch neu
wissen noch nichts vom Leben
und haben schon so viel
zu geben
drei kleine Fellchen
entzückende aufgeweckte Wesen
voll Neugier und Vertrauen
Winzlinge noch zart und zerbrechlich
und schon so willensstark
staunend wie Ihr sollt nie verlieren diesen Eigensinn
schon nach Stunden alles erkunden
im neuen Zuhaus
Kobolde seid Ihr flink fröhlich verwegen
keck und verschmust schon kräftig schnurrend
die grauweiß getigerte wie ihre Vorgängerin Jade
der kleine weiße mit den schwarzen Flecken sanft und
schelmisch wie Lina
und der graubraun weiß getigerte flauschige
mutigste und lustigste von den Dreien
eroberte schnurstracks mein Herz
Ihr hebt meine Welt aus den Angeln
und bringt sie wieder ins Gleichgewicht

LV
29.7.2024

Himmlischer Morgen

Ein regenbogenbunter Ballon schwebte
gerade am Himmel morgens
an meinem Fenster vorbei federleicht
friedlich wie im Traum
ich hörte die Flamme
und sah hinauf blinzelten da meine Miezen
den Reisenden hinterher
hell von der Morgensonne die Fassade
gegenüber
wie der bunte Ballon hinter dem Hausdach
verschwand
kehrte die Lebensfreude zurück
und vor der Tür im Flur
warten drei kleine fellige Rabauken

LV
9.8.2024

Text + Fotos: Lilli Vostry

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BilderAlbum & Nachlese: Erstes Open Air „Karierte Katze“ im Palaisgarten Dresden

31 Mittwoch Jul 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Tanz, Zwischenmenschliches

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Genießen nach Katzenart

Beim ersten Open Air Karierte Katze wurden Kunst, Kultur und Lebensfreude im Palaisgarten an der Elbe mit fantastischem Blick auf die Dresdner Altstadtkulisse bei meist sonnigem Wetter und bunt gemischtem Publikum in gemütlich entspannter Atmosphäre genossen.

Ein fröhliches Fest der Lebensfreude und Fantasie ohne Katzenjammer konnten die Besucher beim ersten Open Air Kultur-Festival Karierte Katze vom 26. bis 28. Juli im Palaisgarten in Dresden an der Elbe erleben. Initiator ist der Künstler und Galerist Holger John. Das Gelände war mit lustig-originellen Katzenzeichnungen von ihm in schwarz-weiß, mit Kontrasten spielend, auf hellen Planen, Pavillons und Türmen gestaltet. Abends sprangen und kletterten die karierten Katzen mit Fahnen auf den Bäumen am Palais und auf der Fassade. Und Leuchtkatzen in warmen Rot- und Orangetönen rings um die Wiese erhellten den Besuchern den Weg. Es gab eine Bildergalerie im Freien, fröhlich bunt bemalte Papphäuschen von Besuchern mit ihren Wünschen und Visionen für die Zukunft dieser Stadt, Liebe und Frieden standen groß auf den Hauswänden. Barocke Tänze und Lebenskultur zelebrierten die Damen und Herren vom Elbvenezianischen Carneval in märchenhaft prächtigen Kleidern voller Eleganz, Anmut und Lebensfreude. Die Herren galant mit Kratzfuß und Federhüten. Fehlte nur noch der Gestiefelte Kater. Hinterher wurde an einer langen Festtafel geschmaust und getrunken. Ein Vorgeschmack auf das Fest anlässlich 350 Jahre italienischer Carneval in Dresden vom 28.2. bis 2.3.2025.

Auf der großen Bühne spielten Bands Musik für alle Geschmäcker, davor waren am Freitagabend kraftvoll mitreißende Trommelklänge zu hören. Am Sonntagabend gab es fröhlich beschwingte jiddische Lieder mit Karsten Troyke und danach feurige, temporeiche Klänge mit der rumänischen Balkan Brass-Beatkapelle Fanfare Kalashnikov, bei denen es kaum einen Besucher auf den Sitzen hielt. Da hüpfte das Herz froh im Takt mit!

Musik von Blues bis Irish Rover Beats, bei denen das Meer in allen Tönen rief und die Sehnsucht nach Unterwegssein und Ankommen, war am Glockenspielpavillon zu hören, umgeben von einer Wunderkammer mit Schaukästen und wunderlichen, schwebenden Figuren und Flügeln. Der Wind wehte wie am Meer. Die Papierseiten flogen wie Möwenflügel, der Fluss sonnefunkelnd und bewegte Wolkenlandschaft. Eine bessere Kulisse konnte es kaum geben für die Lesung meiner neuen Meer- und Katzengedichte beim Open Air Karierte Katze am Sonntagnachmittag am Glockenspielpavillon vor zufälligen, aufmerksam lauschenden Zuhörern und den Musikern. Wäre natürlich schön, die Zuhörerrunde wächst weiter.

Sicher sind die Mitmach-Kunst-Aktionen und Bildergalerie im Freien noch weiter ausbaufähig. Etwas mehr Auswahl bei der Gastronomie, auch preislich, wäre wünschenswert. Musik überwog im Programm, die leisen Töne gerieten etwas kurz.
Dafür konnten die Besucher gemütlich entspannt in Liegestühlen sitzen oder auf Decken auf dem weichen Rasen räkeln, der Musik lauschen und die Atmosphäre genießen und angeregt im Gelände umher stromern. Und überall Bilder von Katzentieren. Sie fühlen sich, nun ja, geschmeichelt und sahen es mit Wonne, wie viele Menschen es ihnen gleich taten und sich dem Schönen im Leben hingaben bei diesem ersten Open Air Karierte Katze im Palaisgarten in Dresden. Bin gespannt und freue mich auf die Fortsetzung dieses feinen, stilvollen und unkonventionellen Kultur-Festivals im nächsten Jahr!

Text + Fotos (lv)

http://www.KarierteKatze.de

 

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Gedicht-Lesung: „Von Meerfarben & Möwen & Meerkatzen“ von Lilli Vostry beim Open Air Karierte Katze am Glockenspielpavillon, Palaisgarten in Dresden

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, In eigener Sache, Kultur, Lebensart, Poesie, Projekte, Zwischenmenschliches

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Wo Katzen sind, da lasse Dich ruhig nieder… Sie verstehen und lehren uns Genießen & Gelassenheit. Neue Meer- und Katzen-Gedichte liest Lilli Vostry, Kulturjournalistin und Lyrikerin aus Dresden, beim ersten Open Air Karierte Katze am Sonntag, dem 28. Juli, 16 Uhr, am Glockenspielpavillon, nahe Palaisgarten an der Elbe in Dresden. Juhu und Miau! Fotos (2): Christopher Simpson

Poesie & Genießen nach Katzenart

Ein fröhliches Fest der Lebensfreude und Fantasie ohne Katzenjammer. Da schlägt das Herz aller Katzenliebhaber, Kunstfreunde und Genießer höher. Erleben könnt Ihr es beim ersten Open Air Festival Karierte Katze im Palaisgarten an der Elbe in Dresden, das gestern abend startete und noch bis Sonntag dauert. Im prallbunten Programm stehen viel Live-Musik für alle Geschmäcker, Kunstmitmach-Aktionen, eine Bildergalerie, Venezianischer Karneval und, und…

Besondere Freude für mich: Hier kann ich am Sonntagnachmittag, dem 28. Juli, 16 Uhr am Glockenspielpavillon nahe am Palaisgarten meine neuen Meer- und Katzengedichte erstmals lesen, die erst vor kurzem bei meinem OstseeUrlaub auf Usedom entstanden sind. Auf meinem wortgarten-Blog sind die Gedichte natürlich schon zu lesen. 🙂

Kommt also gern und lauscht dieser Gedicht-Lesung mit Meer- und KatzenLyrik.
Meine Miezen Jade & Lina & Lola würden sich sehr freuen und schauen von oben zu. Miau!

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BilderAlbum & Neue Lyrik: Von Meerfarben & Möwen & Meerkatzen

23 Dienstag Jul 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Poesie, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Aufbruch an`s Meer
(Für Jade & Lina)

Morgen in der Früh
breche ich auf an`s Meer
nichts ist wie vorher mehr
keiner sieht mir nach
wenn ich geh

aus der Strandtasche frisch genäht
rieselt Sand noch vom letzten Jahr
lese Muscheln etliche zerbrochen auf
Nein glücklich waren wir nicht immer
doch es gab immer Liebe
und Hoffnungsschimmer

im Dunkeln schreien liebestolle Katzen
hinten bei den Gärten
am Himmel funkeln die Sterne
lautlos sitzt ihr bei mir
die grauweiß getigerte und die schwarz-weiße
euer Fell scheint Mondkatzenhell
wenn ihr durch die Räume streift

ich trag euer Bild mit mir
der rote Koffer trägt Jades zärtliche Kratzspuren
die Leere bleibt zurück
vor uns liegt das Meer

LV
13/14.7.2024

Lufttänze
(Für meine Meerkatzen)

Ich kam an
alles in mir zerbrochen
als hätt ich was verbrochen
im Zug der Sturz Knie blau
am Bahnhof in Anklam die erste Möwe
mit Euch wachsen mir wieder Flügel
verwegene Segler der Lüfte
elegant und keck mit weiten Fächerschwingen
der Schnabel immer weit aufgerissen
unersättliche Freude und Lebenshunger

umgeben mich hier
der weiche Sand unter mir
Jade kitzelt meine Füße
zeig das Foto mit den Samtpfotigen dem Meer
sie vollführen jetzt auch solche Lufttänze
sie sprangen und kletterten immer gern
Federn mochten sie auch

halt mich an die Gefiederten
tanz mit Wind Meer und Wellen
tauch tief ein ins Leben
und wieder auf
wie meine Fellmusen
Meerkatzen seid ihr jetzt
und die Möwen meine Antreiber

LV
15.7.2024

Meerrufer

Sie sind die Stimme des Meeres
wenn es tost flüstert und schweigt
ihre Rufe voll Hingabe lockende Sehnsuchtsschreie
kichern freudig kreischen unverzagt
morgens mittags und abends
besonders ergreifend
sind scheint es immer in der Nähe
immer hellwach
fliegen weiß beschwingt voran
übers Dach am Ferienzimmer
sitzen auf dem Dach gegenüber
schauen herüber
grüßen lautstark
und fliegen wieder
zum Meer
von wo ein starker Wind und Regen
mich heute wegtrieben meerlos wehrlos
klatschnass
Sand wirbelte umher den Strand
im Nu menschenleer
ein paar Möwen pickten noch unverdrossen
Brotkrumen im Sand
zwei rissen sich um einen Fischhappen
die Wellen rollten ungerührt weiter
das Meer selten so ruhig und klar

LV
16.7.2024

Sommertag

Zwei Gartenhandschuhe liegen
auf der Wiese in der Mittagssonne
einer mit der hellgrünen Seite und
einer mit der schwarzen nach oben
eine Pflanze aus dem Kaktustopf
mit der Wurzel ausgegraben
der Topf vom Fensterbrett ist fort

Möwen fliegen kichernd
vorbei
Ich schreie innerlich
ihnen ist Schmerz einerlei
ein Marienkäfer landet
unversehens auf meinem Bein
oberhalb vom blauen Knie
setze ihn auf eine gelbe Rosenblüte
da bleibt er nicht allein

zwei Rosenblüten sind schon
wieder verblüht
breiten ihre Blätter zum Flug
über dem Stuhl mit der Herzlehne
er ist noch immer frei
Vögel Hummeln und ein gelber Falter
schwirren vorbei

neuerdings sitzt unter dem Baum
auf einem hohen Stein
umrankt von Efeu
ein Froschkönig
was macht er da
und schaut mich an

LV
18.7.2024

Farbmeer
(Für Otto Niemeyer-Holstein)

Auf den Leinwänden und im Garten
des Malers ein Pulsieren und Flimmern
in allen Farben des Sommers
Sonnen- und Erdtönen
helles Ocker Orange Sand- und
Meerfarben verrinnen
rings um`s paradiesische Rosenspalier
hängen Äpfel wie Glückskugeln
duften himmlisch und ein paar kommen mit
prallrund wie die steinernen Grazien
im wogenden Grün
der kantige Kopf des Käpt`n
überdauert die Zeit
der Himmel und das Meer malen immer neue Farben
auf den Buhnen am Koserower Strand thronen
die Möwen kosen kreisen kreischen
stolzieren spalieren den Schwimmern fliegen umher
durch`s helle und dunkle Wolkenmeer
und einen Reghenbogen
sitzen abends im warmen Sand
lassen manchmal wundervolle Federn liegen
eine weiße grau braun gesprenkelte wie die Fellfarbe
von Jade und eine lange schwarz-weiße mit Schwung
wie von Lina die wie Segel vor ihrem Bild stehen
heute wieder eine große grauweiße Feder gefunden
mit winzig schwarzem Rand

LV
18.7.2024

Die Kräfte des Meers

Der Himmel weit aufgespannt
azurblau fast durchsichtig
wolkenleer ein leises Lüftchen weht
Möwen kreischen zwischen bunten Zelten
und Sonnenschirmen
nichts mehr woran mein Schmerz
sich festhalten kann
ich übergebe ihn dem Meer

die Wellen schlagen nicht
mehr aufgewühlt
gegen meinen Körper
dünnhäutige Porzellanhaut
dem Gleichmaß der Wogen
überlassen

die Kräfte des Meers
wiegen werfen mich vor und zurück
nehmen mich auf und bergen mich
auf den Wellenkämmen tanzen
unzählige Sonnensplitter
am Ufersaum liegt eine lange weiß braune Feder
streift mich wie feine Fellhaare
und das Meerrauschen hört sich einen Moment
fast wie Schnurren an

LV
20.7.2024

Abschied vom Meer

Die weiß Gefiederten fliegen
vergnügt rufend
über die Häuser an der Promenade
Richtung Strand
der Wasserstrahl am Springbrunnen schnellt
auf und ab glänzt in der Sonne
umweht von duftenden Sommerblumen
Dahlien und Lavendel
die gelben Rosen vor dem Ferienzimmer
duften weiter
ohne mich
der Froschkönig und der zottlige Hofhund Joschi
schauen mir nach
der schwarze dicke Kater Franz hockt ungerührt
vor einem Strauch als ich geh

den gleichen Weg zur Promenade hoch
den gestern eine graue dunkel getupfte Möwe
entlang lief es war schon dunkel
sie kam mir nach ein Stück
als ich näher kam lief sie zurück
weg vom Meer
langsam über die Straße Leute betrachteten sie
und liefen stumm weiter ein Auto wich ihr aus
ein Flügel mit schwarzen Federn
hing herab
sie irrte umher überall nur dunkle Läden
hätt sie so gern aufgehoben
in die Luft zurück
meine Strandtasche voller Möwenfedern
sie bog um die Ecke

Heute Morgen sah ich
die Möwe lief in Richtung der schönen
alten Backsteinkirche auf der Anhöhe
deren Spitze über den Bäumen ich vom
Ferienzimmer aus seh
eine helle Feder lag am Weg
Ich hoffe die Möwe hat ihren gefunden

LV
21.7.2024

Zurück vom Meer

Fernab vom Meer
Fernweh kaum zurück
von der See
gestrandet nachts in
überfüllten Zügen
Heimweh nach den Katzen
sie würden verschlafen verwundert
sich die Augen reiben: Schon wieder da?!
die Möwenrufe weit
die den Takt angaben
ihr gellendes unerschütterliches Lachen
hoch über allem erhaben
und der frische Seewind der das Gemüt losreißt
aus der Starre
die funkelnden Sonnenlichter auf den Wogen

wieder an Land gespült
drückende Hitze stickige Luft Sirenen
Gerangel der Reisenden auf dem Bahnhof
alles kostet jede Sekunde
alles braucht seine Zeit
der rote Koffer auf dem Jade gern saß
steht offen im Flur
darin die Lieblingssachen vom Meer
mit dem eigentümlichen Duft vom Ferienzimmer
in dem alles gut riecht
Sachen voll schöner Momente
selten getragen aufbewahrt für den Sehnsuchtsort

dazwischen viele Möwenfedern
helle dunkle weiße und schwarze Linien und Tupfen
weiß braun gesprenkelte fast getigerte
lange feste spitze grazile kleine streichelzarte seidig
schimmernde hauchfeine und flaumige Federn
manche riechen wild und pikant
Ich mag sie alle
auch die zerzausten
die mir ihre Geschichten erzählen

im Flug fallen gelassen
schwammen mehrere im Meer
federleichte Zeichen
es ihnen gleichzutun
leg die schönsten Federn an die Plätze der Katzen
zuhause
als Meerkatzen begleiten sie mich jetzt
Federsegel stehen an ihren Bildern

hab Farbe bekommen
neue Energie brennt auf der Haut
alles weitermachen wie am Meer
Schönes mehren
mit den Wellen fließen

LV
22.7.2024

Alle Texte + Fotos: Lilli Vostry

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Neue Lyrik: Hochwasser & Blütenregen & Herzblumen & Regen

12 Mittwoch Jun 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Hochwasser

Der Fluss tritt ans Ufer
zwei Jungen holen sich nasse Füße
ganz und gar freiwillig
der Kleinere planscht vergnügt
die Schuhe voll Wasser springt drin herum
als wäre es eine große Pfütze
die kleinen Hände greifen hinein
ziehen Geschling heraus kreisen
und werfen es zurück jauchzend
lächelt er mich an der kleine Wassermann
die gestreifte Hose schon schlammig
sein größerer Bruder holt sein Skateboard
rot mit türkisen Rädern und stellt sich
halb im Wasser darauf balanciert etwas
hält sich gerade freudestrahlend
eine junge Frau ihr blonder Zopf geflochten
in luftigen Sachen und ihr dunkelhaariger Begleiter
schauen vom Ufer aus zu

Es stört sie nicht im geringsten
dass ihre Kinder im Nassen stehen und spielen
sie scheinen ganz anderes gewohnt
sie spricht russisch mit ihnen
lächelt mich herzlich an
und bietet mir eine große Scheibe Honigmelone an
ich lehne dankend ab
sie lächelt immer noch
und fragt mich: Alles in Ordnung
ich halte ihr ein Bild mit meinen zwei Katzen hin
vor meinen Körper und in den Himmel
und sehe schweigend mit ihnen auf den Fluss

der breiter und weiter wird
manches heran anderes fortträgt
Sträucher Gräser und den Stein umspült
wie eine Insel auf dem ich gern sitze
auf dem jetzt eine Ente allein sitzt
auf die Strömung schaut auf das viele Wasser
und mit einem gellenden Ruf hinein steigt
und am Rand entlang schwimmt

Der größere Junge bringt mir zwei Täfelchen
Schokolade
ich nehme nur die kleine zwei wären zu viel
er will schon beide wieder mitnehmen
doch ich mag Schokolade esse das Täfelchen
gleich vor ihnen
er freut sich die Mutter lächelt
einen Moment schaukelt meine Traurigkeit davon
mit dem kleinen Baumstamm im Wasser
auf den der kleinere Junge im Davongehen zeigt
später schwingt sich ein Band aus vielen Farben
in den Abendhimmel

LV
5.6.2024

Blütenregen

Unfassbar viele winzige
weiße Blütensterne liegen
vor mir
versinke mit ihnen
in der Blütenfülle
lautlos fallen sie zur Erde
verstreut überall
im Gras auf Steinmauern Asphalt
ich sammle sie auf
in meinem Haar
auf dem Körper

Ich liege ihnen zu Füßen
kniee nieder vor ihrem himmlischen
Duft
würzig herb erdig
verführerisch nach Leben
jede einzelne
Holunderblüte

LV
18.5.2024

Herzblumen

Herzwund gerieben an Nachttiefen
kein Taglicht kein Wasser konnte
es stillen die Sternblumen am Flussufer
verdorrt Wildgänse und Tauben schwirren
umher der Stein drückt schwer eine Last
die nicht meine ist aus dunklen Erzählungen
aufsteigt ungestillte unerlöste Wunde
mit den Schatten fast übersehen
erst der Wind rüttelt dreht euch mir zu
hauchzarte Herzblumen auf wilder Wiese
wie ein lang vermisstes warmes
Leuchten in den Augen

LV
14.5.2024

Regen

Rinnt rauscht strömt
im Grünmeer vor dem Fenster
Langersehnte Frische
spült nicht weg
die Schatten in mir
der Regen fällt zu dir
in die Erde
und ich kann dich nicht
schützen nicht mehr
sie umhüllt dich
du liegst still da
und immer noch wach
bei mir Tag und Nacht
seh dich als du nicht
aus deiner Höhle
wolltest
und ich nicht einfach
zusehen konnte was wird
du wolltest bleiben

Ich musste dich losreißen
hast den Blumenkasten
samt Erde umgerissen im Wintergarten
schwarze frische Erde blieb liegen

gestern flog ein kleiner weißer Falter
vor mir her immer wieder bei den
Pflanzen vor dem Balkon
wo du gern saßest streichst weiter
um mich
die grauweiß getigerte legte eine grüne
Stoffmaus und einen Federball unters Sofa
als kämst du gleich wieder

LV
5.5.2024

Alle Texte: Lilli Vostry
Fotos folgen noch.

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BilderAlbum & Neue Katzenlyrik: Abschied von Jade & Katzenliebe & Alles Lebendige & Blütenbett & Lichtspur

01 Samstag Jun 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie, Projekte

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Abschied von Jade

Der Futterteller aus dem Kühlschrank
steht unberührt
wollte ihn dir heute Abend geben
gestern musste ich ihn wegstellen
zehn Stunden vor der OP
nüchtern solltest du sein
schweigend sahst du mich an
saßt mit mir noch auf dem Sofa
hieltst eine Pfote über die kahle Stelle
wie um sie zu bedecken schützen
wo die Kanüle und der rote Verband saßen
nach der Blutabnahme
du hast mich nicht ran gelassen
nahmst selbst den Verband ab
am nächsten Tag lag er vor dem Sofa
und die Mullbinde mit den getrockneten
Blutflecken
ein Glas mit vier gezogenen Eckzähnen und deinem
Namen und etwas von deinem wundervollen Fell ließ
ich mir noch mitgeben und die blutigen Kratzer am
Handgelenk von heute Morgen erinnern an dich
meine geliebte grauweiß getigerte Madam
du wehrtest dich flehtest wolltest nicht in die blaue Box
rührtest das Beruhigungspulver im Leckerli
Leberwurstcreme nicht an auf das Lina immer
begierig war

Mein Magen knurrt laut wie ein wildes Tier
voll unbändigem Hunger auf Leben Licht Toben
Spielen wie Du stärker nur die Leere jetzt ringsum
steht alles noch da wie von
dir und Lina der schwarz-weißen zuletzt gesehen
Kratzbäume Spielmäuse Kugelbahn die Kartons
und die neue Federangel die Schnur noch
zusammengerollt
alles wehrt sich in mir es zu sehen ohne dich
das Undenkbare Unerklärliche ist geschehen
lautes Miauen von dir vorher den ganzen Weg
zur Tierarztpraxis
noch mal Streicheln durch die Ritzen der Box
deine schönen Jadeaugen sehen
deine Nase stupste nach mir
allerliebst

der Tierarzthelfer hielt dich hoch
in der blauen Box zum Abschied
Nachmittag würden wir uns wieder sehen
du saßt aufrecht drin sahst mich still an
wie beim ersten Mal hinter den Stäben
im Katzenhaus
aufmerksam scheu und aufgeweckt klarer Blick
im den ich mich sofort verliebte und dein Tigerkleid
noch nicht vertraut
zuletzt uns noch näher im Schmerz
um das zweite Fellwesen Lina holte euch zusammen
aus dem Katzenhaus wir wuchsen zusammen zu
einer Berg und Talfahrt liebevoll verschworenen
Gemeinschaft die abrupt zerbrach
Lina wurde immer weniger ihr Blut auch das
Medikament sprang nicht an war bis zuletzt bei ihr
Du suchtest sie lange

Wir zwei hatten uns immer noch
bis heute
Sie wollten dir die Zahnschmerzen nehmen
und nahmen mir dich
zogen dir neun Zähne von insgesamt dreißig bei
Katzen
auch alle vier Schneidezähne
Ach wären sie doch nur drin geblieben
hätte ich auf mein Bauchgefühl und dich gehört
in der Natur gibt es auch keine Zahnärzte
zwölf Jahre können wilde Katzen leben sagte die
Tierärztin
Du warst gerade fünf
Was ist schon wirklich schmerzfrei im Leben

Alles gut gegangen OP und Narkose überstanden
hobst den Kopf maunztest bewegtest dich schon
dann plötzlich Herzstillstand unerklärlich
die Tierärztin strich mit mir über dein lebloses
wunderschönes grauweiß getigertes Fell sah eine
Naht dort deine Augen halboffen noch
suchten sie nach mir
ich durfte nicht zu dir
den Anblick so wackelig und benommen wollen Sie
nicht sehen sagten sie hinterher
Doch sagte ich warum nicht

Sie gaben dir Schmerzmittel
mein Schmerz um dich ist unendlich
ein Teil von mir geht mit dir
kein Mensch kann dich ersetzen
und du keinen Menschen
mein Herz will nicht weiter
und nicht still stehen
der Bus vor dem Fenster der dich und Lina
in der Box in ein neues Leben bringen sollte
fährt weiter hin und her

LV
30.5.2024


Katzenliebe

Wenn sie einen einmal in ihre Krallen, pardon ihr Herz
geschlossen haben, ist es für immer.
Wie Rohdiamanten funkeln ihre Augen
hell wild ungeschliffen
voll Verlangen uns einzufangen
ganz und gar
ihren Blicken bleibt nichts verborgen
ein Ton zu laut ein Schritt zu schnell
oder eine Streicheleinheit zu viel
springen sie auf fahren die Krallen aus
schwärmen aus schleichen sich heran
Herzspiel fängt von vorne an.

LV
29.5.2024

Alles Lebendige
(Für Jade)

Ich liebe manche Menschen
doch noch mehr
alles was Fell und Federn hat
das Meer und die Möwen
die Tauben und Wildgänge am Fluss
die kleinen Sänger in den Zweigen
die Gefiederten und Fellwesen
lehren mich Liebe ist alles
die Welt mit anderem Blick sehen

allen Wettern ausgesetzt
fragil ausdauernd unverdrossen
es kommen gehen fließen lassen
die Kunst sich wortlos verstehen
offen ins Herz sehen
mit einem Flügelschlag
einer galanten Fellbewegung
alles Schwere hinweg fegen

ohne Euch fällt mir das viel schwerer
pure Freude am Leben
über die Leere hinaus gehen

LV
1.6.2024

Blütenbett
(Für Jade)

Vom Blumenkasten am Fenster
den du fülltest mit Wonne im
Wintergarten vor dir das Grünmeer
bist du umgezogen
in ein Blütenbett mit vielen Rhododendron
und rotgelben Sternblumen
endlich verweht der Geruch nach Medizin
aus deinem wundervollen Fell
in der Luft der Duft nach frischer Erde
und Blätterflügel liegen bei dir

Sie haben dir gründlich auf den Zahn gefühlt
neun Zähne auf einmal gezogen
dich mit Schmerzmitteln betäubt
doch dein Herz deine Angst
außer acht gelassen
die Kratzer am Handgelenk sind verheilt
der Schmerz bleibt auf der blauen Box
steht noch dein Name
vertraute ihnen mehr
als dir mein Herz

Du lagst gern in offenen Kartons
einer voll gelber raschelnder Blätter
klein und strecktest den Kopf und
die weißen Pfoten genüsslich heraus
deine Jadeaugen leuchteten
als sei dies der bequemste Platz der Welt

sprangst auf den Kratzbaum
deinen Aussichtsposten am Fenster
voll Schwung bliebst sitzen wie sehr
er auch schwankte wie ein Schiff auf hoher See
davongetragen um hinaus zu gelangen
hangeltest elegant am geliebten Klettermast
aaltest dich auf dem hölzernen Balkontisch
dem Sonnendeck rücklings
klettertest auf den äußersten Geländerrand
Blumen zu beschnuppern

nichts konnte dich aufhalten
deine unbändige Energie Neugier ansteckende
Fröhlichkeit treib wilde Blüten
überraschtest mich immer wieder mit lustig
umgewandelten Dingen und Stellungen
wie wenig es braucht zum Genießen
meine wildsanfte scheue und verschmuste
grauweiß getigerte Madam
meine Muse Antreiberin und Anführerin
abwechselnd Wolke und Wirbelwind
zusammen mit Lina der kleinen schwarz-weißen
mein ein und alles wie vorher Lola die schwarzfellig
Gelbäugige

Nun klettert ihr gemeinsam auf der Himmelsleiter
letzte Nacht leuchteten hoch über dem Balkonfenster
zwei Sterne besonders hell
vielleicht saßt ihr gerade auf der Deichsel vom
Großen Wagen
wacht von dort weiter über mich
und segelt am Himmel mit den Schwalben

LV
7.6.2024

Der letzte Holunder

Die weißen Blüten flüstern mir
vom Lebensspiel
während sie durch meine Hände
streifen gerade hingen sie noch in der Sonne
einige ganz oben im Strauch
nahezu unerreichbar
neigten sich mir zu
andere blieben
vergehen im Licht
die Beeren wachsen schon
als die ersten Blüten rieselten
sahst du mir noch zu
so viel Aroma und Aufmerksamkeit
für solche Winzlinge
da gab es einen Radau von Jade der grauweiss getigerten
den Holunderbaum im Hausgarten sahst du nie

LV
9.6.2024

Lichtspur
(Für Jade)

Die Morgenlieder der Vögel
wecken den Tag
emsiges Geschwirr
zartrote Federwolken segeln
vorbei
träum mich zurück
zu dem Morgen als wir uns verloren
höre dein Rufen
öffne
du springst aus der blauen Box
zurück ins Leben
der Bus fährt ohne uns
vorüber wie jetzt auch

Deine Lebensfreude und unbändiger Eigenwille
überstrahlten heilten die entzündeten Zähne
mit der Zeit
gab dich leichtfertig aus der Hand
sie versprachen Schmerzfreiheit
du reagiertest mit Herzstillstand

Legst überall deine Lichtspur auf die Plätze
die uns verbinden
lässt die Sonne noch mehr strahlen wo du nun bist
und brachtest mir eine große schwarze Feder
vom Nachtvogel
liegst meine grauweiß getigerte Muse wachend und
träumend weiter bei mir

LV
13.6.2024

PS: Im Gedenken an meine geliebte, gesunde und lebensfrohe Jadekatze, die am 30. Mai 2024 nach einer ZahnOP unverhofft an plötzlichem Herzstillstand starb. Sie war knapp fünf Jahre alt und ich bin zutiefst erschüttert über diesen Verlust.

Alle Texte + Fotos: Lilli Vostry

Unvergesslich: Jade & Lina kurz nach der Ankunft aus dem Katzenhaus bei uns zuhause vor drei Jahren.

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Neue Lyrik: Was ist Liebe & Mutters Hände

28 Dienstag Mai 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

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Was ist Liebe

Ein Nahrungs- und Druckmittel
ein magisches und ein Fremdwort
eine zarte Libelle oder ein dunkler Vogel
der unser Innerstes frisst
ein Herz aus Grashalmen
Haut oder Fell umeinander gelegt

Sie rollt leise an
überrollt
fällt uns zu
und zerfällt
unmerklich
in unendliche Teile
die weiter tasten
tosen
suchen
und wirbeln

Wir haben es nicht
in der Hand
wen wir lieben
doch wie wir lieben

Sie ist ein unerschöpflicher Quell
aus dem wir trinken
unsere Sehnsucht lindern
uns finden verlieren
wiederfinden in anderen
und uns behalten
wenn wir wollen

LV
28.5.2024

Mutters Hände

Helles warmes Licht
fällt aus der Ecke
wo dein Bild steht
vor dem Kerzenlicht
abends halb zehn
draußen zwitschern die Vögel
noch munter immer etwas zu erzählen
klang auch deine Stimme
viele Farben viele Details
mehr über das Schöne als Narben
Vögel Natur Liebe
von der wir alle nie
genug bekommen konnten

die uns das Leben gaben
kamen und gingen
du bliebst
deine streichelzarten Hände
rieben sich die Fingerknöchel blutig
bis unsere Wäsche wieder rein war
wie es innen aussah
hinter den Gardinen
am offenen Fenster
die Rufe schwirrten wie
Vogelstimmen
hörte wollte niemand hören
wir lachten weinten verkrochen uns
in kalte Federbetten
in vollgeschriebenen Blättern
vielfach umgeblätterten Bücherseiten
aus denen wir das Leben sogen

du zeichnetest mit sanfter ruhiger Hand
sogar mit blauem Auge nach einem Sturz
einen kleinen Holzvogel der mir seine Flügel leiht
voller Liebe
in jeder freien Minute für dich und uns
ein anderes Leben

LV
28.5.2014

Texte + Fotos: Lilli Vostry

 

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BilderAlbum & Neue Lyrik: Die Kindheit ein wilder Garten

22 Mittwoch Mai 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Im Atelier bei..., Lebensart, Poesie, Zwischenmenschliches

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Die Kindheit ein wilder Garten

Der Zauber war immer da
hält an
ungebrochen
schlummert seit vielen Jahren
tief in mir
die Kindheit ein wilder Garten
voll unbehauster Träume
in zu engen Räumen
Spazieren und Verstecken zwischen
dichten Rhododendron und Azaleenbüschen
unter hohen Bäumen
auf dem Hutberg
mit dem Lessingturm
für den großen Dichter
der auch früh
die Kleinstadt verließ
spätes Wiedersehen
wie eine große Liebe
nach langer Zeit
Ich besuche ihn
mit zart lila Blüten
an seinem Denkmal zu Pfingsten

die kleinen Häuschen stehen immer noch
einstöckig blass gelb rosa und grau
manche mit Türmchen und Erkern
rings um den Markt
hübsch geworden
die Gassen mit den kleinen Häusern
aufgestockt mit Dachterrassen Holzbalkonen
Kletterpflanzen an den Mauern
und farbenfrohen Wandmalereien
auf dem Pflaster eine kommt extra von der Terrasse
herunter sitzen mehrere Katzen graugetigert
und wundern sich dass ich sie beachte
Leute die ich nicht kenne
grüßen mich freundlich
ungewohnt für mich
in der Großstadt läuft vieles anders

LV
21.5.2024

Text + Fotos: Lilli Vostry

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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