Magischer Moment: die Gebrüder Grimm und der Wolf im Boulevardtheater

In der Märchenwelt ist der Wolf für alles Böse zuständig. Er wird als gierig und hinterlistig beschrieben. Ob er Rotkäppchen im Wald vom rechten Weg abbringt oder mit verstellter Stimme die sieben Geißlein überlistet, ihnen die Tür zu öffnen, um sie zu fressen… Als die Gebrüder Grimm ihre Märchen aufschrieben, der erste Band der gesammelten Kinder- und Hausmärchen erschien zu Weihnachten 1812, waren die Wölfe aber in Wirklichkeit schon längst ausgerottet. Doch der Mythos und die Magie um den Wolf, sein wildes und zugleich scheues Wesen, das ihn von den Menschen fernhält und zum gefährlichen Außenseiter abstempelt, sind bis heute ungebrochen.

Mit diesem Geheimnis, wie der Wolf denn nun wirklich ist, spielt auch das Stück „Gebrüder Grimm – Am Anfang aller Märchen“ (Buch: Kenny Friedemann, Regie: Olaf Becker), das derzeit erfolgreich im Boulevardtheater Dresden läuft. Es gibt allerdings nur noch Restkarten für die Vorstellungen bis zum 29. Dezember.

Und man traut seinen Augen kaum, steht dort tatsächlich auf einmal ein sehr wolfsähnliches Tier auf der Bühne an der Seite der Märchenbrüder Grimm. Ein ebenso magischer, berührender wie spannender Moment – für die Schauspieler wie für das Publikum. „Wir erzählen eine fiktive Geschichte von der Entstehung der Märchen. In ihnen stößt man immer wieder auf den Wolf, der einst als Krafttier in der heidnischen Kultur galt und später in den Hausmärchen als böse stigmatisiert wurde“, sagt Regisseur Olaf Becker. Die Aufführung greife dieses widersprüchliche Bild vom Wolf und sein Wiedererscheinen in der Natur auf, ohne zu moralisieren. Man wolle ihn weder dämonisieren noch verharmlosen, vielmehr spielerisch unterhaltsam in diesem Adventsmärchen für die ganze Familie Denkanstöße zur Auseinandersetzung mit dem Thema geben.

Einen Wolf auf einer Theaterbühne gab es noch nie. Fündig für das Märchenstück wurde Becker über das Internet bei Tiertrainer Miguel de la Torre (www.filmwoelfe.de) in Hannover, der seine Wölfe für Film- und Fotoaufnahmen zur Verfügung stellt. Ein halbes Jahr vor der Premiere begann die Zusammenarbeit mit vorsichtigem Kennlernen der Tiere bei Castings vor Ort und in Dresden. Die Theaterleute entschieden sich schließlich für die Wolfshündin „Isa“ (10). Äußerlich ist sie mit ihrem grauweißen Fell und gelben Augen kaum von einem echten Wolf zu unterscheiden.

Da Wölfe Rudeltiere sind, kam ein Bühneneinsatz mit längerer Trennung angesichts 30 Vorstellungen im Monat außerdem nicht in Frage. „Echte Wölfe würden gar nicht auf die Bühne gehen ohne mich. Man kann die Tiere auch nicht wirklich dressieren, sondern wenn überhaupt konditionieren“, sagt Miguel de la Torre. Seine Eltern stammen aus Spanien. Er ist Naturwissenschaftler und Informatiker und arbeitet seit acht Jahren als Wolfstrainer mit seinem Unternehmen „Filmwölfe“. Er hat ein Rudel mit derzeit neun Tieren aus eigener Zucht, die von amerikanischen Grau- und Polarwölfen abstammen und schon in rund 200 Produktionen, vom Kinofilm bis zum TV-Tatort-Krimi, vor der Kamera standen. Er möchte „professionelle Bilder von Wölfen und keine Wolfsdouble.“ Auch um Klischees und Vorurteile über die Tiere abzubauen. Eine Mär sei auch das Bild vom Leitwolf. Es gibt eine starke Feh im Wolfsrudel.  Es ist wie im echten Leben, die Frau entscheidet, mit wem sie Nachwuchs bekommt, so Torre.

„Wölfe sind geradlinig und ehrlich. Entweder sie streiten oder mögen sich. Es gibt keine Grauzone“, schätzt Miguel de la Torre an ihnen. Er sieht sich nicht als ihr Anführer, sondern eher wie ein Großvater, als Gönner, der ganz sanft und ruhig mit den Tieren umgeht. „Es ist ein Umgang wie mit Hunden auch, nur mit mehr Vorsicht.“ Er lebt urban mit dem Wolfsrudel südlich von Hannover.

Sein Sohn Mattia (15) begleitet diesmal Wolfshündin „Isa“ vor und nach ihren Auftritten im Boulevardtheater. „Sie geht gern auf die Bühne, weil sie sich wohlfühlt, Leckerlis und Streicheleinheiten bekommt“, so de la Torre. Ein schöner wie ergreifender Moment sei die Begegnung mit der Wolfshündin in jeder Vorstellung, so Regisseur Olaf Becker, und er bekomme überraschend viele Reaktionen von Zuschauern. Diese reichen von „unfassbar“, „fast erstarrt“ bis „faszinierend“. „Alle anderen Darsteller sind neidisch auf die Gebrüder Grimm und verfolgen die Szene gebannt hinter der Bühne auf dem Bildschirm“, erzählt er schmunzelnd. Ein gewisses Kribbeln und Respekt der Schauspieler vor dem Wolfstier sei immer dabei, weiß Regisseur Becker. Daraus entsteht zugleich der Zauber dieses märchenhaft realen, selbstverständlichen Zusammentreffens jedes Mal neu wie es nur das Theater schafft.

Text + Fotos (lv)

Nächste Vorstellungen: 15.12., 18.30 Uhr, 16.12., 15 + 19 Uhr, 17.12., 14 + 18 Uhr


Bei der Probe zum Märchenstück: Tiertrainer Miguel de la Torre und Regisseur Olaf Becker mit Wolfshündin Isa


Magischer Moment: Begegnung mit einem sagenhaften, wunderbaren Tier.
Autorin Lilli Vostry von meinwortgarten.com und Regisseur Olaf Becker.
Fotos (lv, Torre)

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Wunderwelt aus Eis im Areal der Zeitenströmung

So schön kann eine Eis-Zeit sein

Von Dresdner Wahrzeichen wie dem Striezelstollen oder der Frauenkirche bis zum Schneemann gibt es eine Menge zauberhafter Figuren und Bauwerke zu entdecken in der Wunderwelt aus Eis in der“Zeitenströmung“ an der Königsbrücker Straße.

Den ersten Rundgang absolvierte ich mit der Kamera vor Augen. Haschte nach einer Lücke im Andrang, um möglichst schöne Fotos von den Ausstellungsstücken machen zu können. Nach gefühlt einem Tag bei einigen Minusgraden gab es nur ein Ziel – ein heißes Getränk. Der riesige und dennoch ganz gemütliche Gastronomiebereich nebenan bietet neben Heißgetränken auch Kuchen, Brezeln, Bockwurst oder eine  heiße Suppe. Frisch gestärkt und aufgewärmt ging es in die zweite Runde. Man kann auch drei- oder viermal hineingehen. Je nachdem, wie lange man es aushält. Wichtig ist auf alle Fälle, sich für den Rundgang warm einzupacken. Denn es ist Winter in der Halle. Wäre dem nicht so, würden die zauberhaften Figuren, Gegenstände und Bauwerke schnell dahinschmelzen.

Von „einfach genial“ bis „Wahnsinn, was da aus Eis gezaubert wurde“ ist viel Lob zu hören. Gleich, ob die Besucher die Frauenkirche bestaunen, am Moritzburger Schloss den verlorenen Schuh von Aschenputtel entdecken, den dicken weißen Schneemann und das Stollenmädchen bewundern oder vor dem Fürstenzug in Eis entlang gehen. Aus über 400 Tonnen Eis wurde auf knapp 1 000 Quadratmetern mit Kettensäge, Meißel und Bügeleisen eine Wunderwelt geschaffen. Die Gestalter der Figuren sind fast alle Architekten und Bildhauer. Sie kommen aus Deutschland, Finnland, Griechenland, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Russland, Ungarn, der Ukraine, den USA und Tschechien.

Ergänzend zum Rundgang kann man sich einen Film über die Entstehung ansehen oder in einer Begleitausstellung nachlesen, was  SZ-Redakteur Stephan Schön auf dem Forschungsschiff und Eisbrecher „Polarstern“ erlebte. Die Eiswelt auf dem Gelände der Zeitenströmung im Industriegelände an der Königsbrücker Straße in Dresden ist noch bis zum 25. Februar 2018 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weihnachten und Silvester gelten gesonderte Öffnungszeiten.

Text + Fotos: Sabine Bachert

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Marketing Club Dresden zieht um ins Hotel Taschenbergpalais Kempinski


Dresden zu neuem Glanz verhelfen: Marten Schwass, Direktor Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden; Tobias Blaurock, Inhaber blaurock markenkommunikation und Vizepräsident Marketing Club Dresden; Stephan Becker, Direktor Sales & Marketing im Kempinski und Frank Kebbekus, Präsident Marketing Club Dresden und Hauptgeschäftsführer Barmer Dresden bringen das Schild des Clubs am Hoteleingang an.


Pressefrühstück des Marketing Club Dresden in der Kronprinzensuite des Taschenbergpalais Kempinski: „Die Strahlkraft der Stadt sollte aus dem Business, der guten Idee und der Gesellschaft kommen“, sagte Clubchef Frank Kebbekus. Für Anregungen sei der Marketing Club Dresden immer offen. Gräfin Cosel, im Bildnis an der Wand zu sehen, würde es gewiss freuen. Berühmt für ihre Schönheit wie Klugheit. Für sie ließ August der Starke das Taschenbergpalais einst erbauen. Text + Fotos (lv)

Gemeinsam für mehr Strahlkraft für Dresden

Der Marketing Club Dresden lädt künftig im Hotel Taschenbergpalais Kempinski zu Veranstaltungen ein. Großer Neujahrsempfang zum Auftakt am 18. Januar 2018.

Zum Jahreswechsel zieht der Marketing Club Dresden mit seiner Geschäftsstelle und den Vortragsabenden in das Hotel Taschenbergpalais Kempinski. Bereits zum 18. Januar lädt der Club zu einem Neujahrsempfang in das renommierte Hotel ein. Dies gaben Marten Schwass, Direktor des Hotel Taschenbergpalais Kempinski und Frank Kebbekus, Präsident des Marketing Clubs und Hauptgeschäftsführer der BARMER, heute in der Kronprinzensuite des Hotels bekannt. Der Marketing Club Dresden ist mit ca. 250 Mitgliedern der größte Marketing Club in Ostdeutschland außer Berlin.

Highlights des Jahresprogrammes sind außer dem Neujahrsempfang unter anderem auch der gemeinsame Jahresauftakt der Kommunikationsverbände in der Gläsernen Manufaktur (30. Januar), das „Sommermarketing“ zu „Marke und Gesundheit“ im Juni, eine Podiumsdiskussion zur Frage „Wie wird ein Unternehmen zu einer attraktiven Arbeitgebermarke“ (20. September) oder die festliche Verleihung des Marketing-Preises am 29. November 2018.

Bisher war der Marketing Club mit seiner Geschäftsstelle und den Vortragsveranstaltungen zu Gast bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden. Präsident Frank Kebbekus: „Wir sind dem Vorstand und Sprecher der Sparkasse als unserem starken Partner zu großem Dank für das langjährige, großzügige und professionelle Engagement verpflichtet und freuen uns, dass wir auch weiterhin auf ihre Unterstützung zählen dürfen. Wir freuen uns, dass das Hotel Taschenbergpalais Kempinski Dresden uns mit offenen Armen empfangen hat, weil wir unseren Mitgliedern so in den nächsten Jahren – neben überaus spannenden und informativen Veranstaltungen – ein neues, sehr attraktives Ambiente bieten können.“

Das Programm wird stets aktuell unter www.marketingclub-dresden.de zu finden sein.

Weitere Informationen:

Marketing Club Dresden e.V. · info@marketingclub-dresden.de · www.marketingclub-dresden.de

Text: blaurock markenkommunikation

www.blaurock-markenkommunikation.de

Interieur Underground: Lebendige Zeitreise in die Subkultur der DDR


aktuelle Künstlerplakate zur Ausstellung „Interieur Underground“
Soundkünstler Uli Sachse und Reinhard Zabka, künstlerischer Leiter im Lügenmuseum
Kraftvoller Klangrausch aus der Kellertiefe: Jazzmusiker Hartmut Dorschner am Saxofon 

Schaufenster in die Geschichte mit Originalsound

Die Ausstellung „Interieur Underground“ versammelt spannend und aufschlussreich Bilder, Erinnerungsstücke und Lebensgeschichten subkultureller Künstler der DDR im Lügenmuseum Radebeul.

Bilder mit dunklen Häuserklötzen, Filmguckkästen aus der Schlüssellochperspektive und die Welt im Karton eingefangen. Ausstellungsplakate und Fotografien von Wohnungslesungen, Straßenaktionen und einem Kunstfest mit Anwohnern, Künstlern und der Szene vom Prenzlauer Berg und den ersten Punks füllen die Wände. Darunter eine frühe Arbeit von Cornelia Schleime, die von Dresden nach Ostberlin flüchtete. Den Siebdruck lernte sie bei Reinhard Zabka. Zu sehen ist auch eine Grafik, „Die oppositionelle Sonne“ von Bärbel Bohley zu einem Gedicht von Rüdiger Rosenthal. An einer Soundorgel kann jeder sich seinen eigenen DDR-Sound mixen und anhören. Wie ein Schaufenster in die Geschichte wirkt die neue Kunst- und Rauminszenierung „Interieur Underground“, die am Sonnabend im Lügenmuseum Radebeul eröffnete im Rahmen der Dauerausstellung im alten Gasthof in Serkowitz.

Sie entführt authentisch, kenntnisreich und mit viel Ironie zurück in die Zeit der konspirativen Künstlerszene und Subkultur in der DDR. Durch eine schmale Pforte hinter einem Bücherregal gelangen die Besucher in das nachgebaute, versteckte Hinterzimmer. Es ist einem ärmlichen Hinterhofatelier im Prenzlauer Berg oder in Dresden-Neustadt nachempfunden. Die Ausstellung versammelt Bilder, Objekte, Erinnerungsstücke und Lebensgeschichten von Künstlern, die unangepasst zum politischen System, oft mit Ausstellungs- und Auftrittsverbot belegt, im Untergrund eine äußerst schöpferische Gegenkultur und grenzüberschreitende Gestaltungsmittel entwickelten. Davon erzählt eine Bilderwand voller Mail Art-Kunst, Zeichnungen und Collagen voll witzig-hintergründiger Aussagen wie: „Ich übersende Ihnen eine Linie. Führen Sie diese weiter…“

Das Motto der Untergrundkünstler von einst gilt unverändert: „Kunst ist der Spiegel deiner Gesellschaft“. Zu sehen sind Kunstwerke aus den Sammlungen von Peter Graf, Klaus Liebscher, Pit Müller sowie Wilfriede und Ekkhard Maaß. Zur Ausstellungseröffnung im Beisein vieler Künstler und dem Radebeuler Bürgermeister Bert Wendsche spielte der Jazzmusiker Hartmut Dorschner wilde, raue und kraftvoll wirbelnde Klänge auf dem Saxofon mit fulminantem Finale ganz unten im Kellergewölbe.

„Interieur Underground ist eine Sammlung von Tropfen, die ein undichtes Fass zum Überlaufen brachten. Jeder einzelne Tropfen hat die Kraft uns mitzuziehen wie ein Strudel“, sagte der Radebeuler Autor Thomas Gerlach zur Eröffnung des neuen Ausstellungsraums. „Die Ausstellung sagt nicht: So war es, sondern so ist es auch gewesen“, sagte Teresa Ende in ihrer Rede über „Interieur Underground“. Diese lebendigen Erinnerungen bilden das Fundament für das Heute. „Es braucht Beides. Das Zeigen der Werke und ihre Erzählung, das Gespräch und die Vielfalt der Perspektiven.“

Zur Ausstellungsraum erschien außerdem einen Katalog mit `89 Geschichten der Friedlichen Revolution, in dem Künstler dieser Zeit anhand von Alltagsdingen über Ausgrenzung und Verfolgung erzählen. Zehn aktuelle Künstlerplakate mit Erinnerungsstücken von damals und dem Blick von heute können zudem als
Wanderausstellung ausgeliehen werden. Gefördert wurde das Kunstprojekt „Interieur Underground“, getragen vom Verein “Kunst der Lüge“ e.V., durch die Bundesstiftung Aufarbeitung und vom Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen.

Text + Fotos (lv)
Magische Wunderwelt mit Underground-Buffet

Spiel mit Wahrheit und Illusion: Verführerische Kunsttorte und Kräutertee
Da sind sie aber immer noch: Künstlerrunde rege im Gespräch nach der Ausstellungseröffnung „Interieur Underground“

http://www.luegenmuseum.de

BilderAlbum: Im Reich von Sherazade

Ein guter Ort an kalten, grauen Wintertagen ist ein Besuch bei Sherazade. Mit den zauberhaften Farben, Klängen und Speisen tauchen die Gäste ein in die Welt der schönen Prinzessin aus 1001 Nacht, deren Geschichten ebenso berühmt sind wie die Küche des Orients. Bei einer unterhaltsamen kulinarischen Reise stellte diese der Inhaber des Restaurants auf der Bautzner Straße 53, Talal Khalil unlängst im Rahmen der 130. Lighting Deluxe Medienlounge Dresden den Pressevertretern vor. Als krönenden Abschluss gab es eine wunderbare Bauchtanzvorführung mit Tänzerin Bianca.

Mehr Text folgt.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet:
täglich außer Di. von 11.30 – 14.30 Uhr (Mittagsangebot, auch bei mittag.de) und
von 17 – 23 Uhr

Erotischer Advent: Malerei und Musik über das Geheimnis der Liebe in der Galerie Kunst & Eros

Titelbild zur Ausstellung, Juan Miguel Restrepo: „Salome und Jochanaan – Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes“, Öl auf LW, 2017
Charme und Power: Die Frauenband „Youkali“
  
Erotischer Advent mit Kunst zum Fest der Liebe
24.11.2017 bis 27.1.2018
In dieser Ausstellung werden Grafik, Malerei und Plastik zeitgenössischer Dresdner Künstler vorgestellt. Zu Gast ist auch Juan Miguel Restrepo, kolumbianischer Maler und Grafiker in Dresden mit neuer Ölmalerei und Zeichnungen. Zudem werden neue lust- und liebevoll bemalte Schmuckstücke und Gefäße aus dem edlen Material Porzellan von der Künstlerin und Galeristin Janett Noack gezeigt. Zur Eröffnung gibt es  einen ganz besonderen Konzertabend: 

»Youkali« Die Goldenen 20er
Freitag, 8.12.2017 · Beginn 19.30 Uhr
Die Band »Youkali« nimmt Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit, direkt in die Zeit der »Goldenen 20er«. Ihr Repertoire bewegt sich zwischen bekannten Gassenhauern und selten gehörten Liedern, zwischen der Lebenslust der Boheme und der Sehnsucht nach erwiderter Liebe. Die vier Musikerinnen erzählen Geschichten und spinnen einen goldenen Faden in die Zeit des gesellschaftlichen Wandels, den Aufbruch der emanzipierten Frau und das Hier und Jetzt.
Gesang Marie Hänsel, Klarinette & Gesang Ttjana Davis, Violoncello & Gesang Laura Härtel, Klavier & Gesang Elena Schoychet

Vorbestellungen sind in der Galerie, per Telefon (0351) 802 47 85 oder per Mail info@kunstunderos.de möglich.

Text: Galerie Kunst & Eros

http://www.kunstunderos.de

Mit viel Humor & Glamour: Weihnachtsdinnershow „Palaishotel“ im Kurländer Palais

Witziges Dinnercabaret mit Hotelbesatzung als Stars

Alles ist vorbereitet für die Show im glamourösen Palaishotel. Gar zu verlockend für die Putzfrau, die in kurzer Blümchenschürze, Schrubber und Eimer schnell noch mal durch den Saal huscht. Und kess mit Kassettenrekorder auf die Bühne steigt und mit Hingabe singt und tanzt: „Welcome to Cabaret…“ Bis sie der witzig-großmäulige Conferencier mit Punkfrisur Matthias Krahnert wegscheucht. Der gebürtige Dresdner ist ein Urgestein der Dinnershows, war künstlerischer Leiter des Clownsmimen-Theaters Salto Vitale in den 1980er Jahren mit Alf Mahlo und Rainer König und der erste verrückte Kellner bei „Pomp, Duck & Circumstance“.

In der neuen, turbulenten Weihnachtsdinnershow „Palaishotel – The Grand
Opening“ im Kurländer Palais nahe der Frauenkirche tritt Krahnert erstmals wieder in Dresden auf. Als Maitre d`hotel kümmert er sich um das werte Publikum. Skurril, lässig und schlagfertig überspielt er das Ausbleiben der angekündigten Stars des Abends, von den im Schneesturm feststeckenden Philharmonikern über den spurlos verschwundenen Zauberer David Copperfield bis zur heiseren Vanessa Mai. Er stichelt gegen angestaubte Tradition und das “Dogma der Bequemlichkeit“ und bringt mit der illustren Hotelbesatzung ein wunderbares Dinnercabaret mit viel Musik, Comedy, Zauberei und graziler Tuch-Akrobatik auf die Bühne.

Allen voran flott swingend, steppend und witzige Poesie vortragend die neue Hoteldirektorin Dr. Witzig, gespielt von Schauspielerin Meike Anna Stock und galant von Liftboy Roberto alias Robert Jentzsch am Klavier begleitet. Als Dienstmädchen und heißer Rockabilly-Feger ist Lisa Hedel zu sehen und mit viel Schwung und Sinnlichkeit begeistert die Trapezkünstlerin Mareike Koch über der Festtafel schwebend.

Ein rundum gelungener, kurzweiliger Abend mit sehr leckerem Menü. Zu erleben noch bis 7. Januar. Es gibt auch zu Silvester eine Vorstellung mit erweitertem, festlichen Menü.

Text + Fotos (lv)

http://www.Palaishotel-Dresden.de

Striezelmarktwirtschaft 2017 im Kabarett Breschke & Schuch


drei Komiker als (un)heilige Könige nehmen die Verrücktheiten der Welt von heute auf`s Korn. Foto: Kabarett Breschke & Schuch

Humorvolle Reise mit der Zeitmaschine
für mehr Licht

Die drei Weisen aus dem Morgenland tappen im Dunkeln. Einer mit gehörnter Germanenkappe, Alphorn mit Leuchtstern, der andere mit Strohhut, Flöte und Lampion und der dritte mit dunklem Zottelhaar und Trommel rufen nach „Licht“! Kaum auf der Bühne angekommen, streiten sie, welcher Stern die wahre Erleuchtung bringt und wo er sie eigentlich hinführt. Um dies herauszufinden, besteigen die drei Kabarettisten Thomas Schuch, Carsten Linke und Daniel Vedres eine Zeitmaschine und treffen bekannte Gestalten aus Geschichte und Gegenwart in einer Welt, wo Glaube, Liebe und Hoffnung angesichts der vielen Konflikte und Unsicherheiten zunehmend schwerer fällt. So fehlt es auch nicht an deftig komischen, schrillen und schrägen Szenen und Klängen im neuen Programm Striezelmarktwirtschaft 2017 (Regie: Ulrich Schwarz). Die Premiere war am Dienstag abend im Kabarett Breschke & Schuch.

Im beginnenden Weihnachtsmarkttrubel blieben etliche Stühle leer. Unterdessen reisen die Komiker als (un)heilige drei Könige Melchior (Thomas Schuch), Balthasar (Daniel Vedres) und Caspar (Carsten Linke) per Zeitmaschine, mit Videoeinspielung eines um die Erde kreisenden roten Weckers zurück zum Ursprung der Weihnacht. In schnellem Rollen- und Kostümwechsel spielen sie Maria und Josef beim Arzt, der dem Kind Wundervolles und Kreuzschmerzen vorhersagt. Als Geschenke überbringen sie an der Krippe im Stall Schießpulver, Gold und Myrrhe.

Da unterhalten sich Martin Luther und Donald Trump über die Macht von Geld und Glauben, da beklagen drei Wachmänner, dass draußen nichts mehr los sei, erschreckt ein vermeintlicher Terrorist mit umgeschnallter bunter Plastrohrorgel die Passanten und spekulieren zwei ältere Damen pikiert-sensationslüstern mit Blick auf einen Steinewerfer und seine kleine Frau über den Vorfall. Ein süßes, aber schwanzgesteuertes Eichhörnchen beargwöhnen sie skeptisch. Als bekennender Raucher lässt Carsten Linke gehörig Dampf ab gegen „verzichtsüchtige Genussrassisten“ und „Nichtrauchernahkämpfer“. Mit rythmischen Hustengeräuschen und klangreichem Instrumentarium stimmungsvoll begleitet von Musikkabarettist Vedres, was dem zu wortlastigen Programm auch erst Schwung und Würze gibt.

Höhepunkt des  Programms ist eine bissige Parodie auf Politikverdrossenheit, wo ein alter Mann (grandios sturköpfig: Thomas Schuch) den Glühweinstand mit dem Wahllokal verwechselt und sein Sohn ihm anhand der Gläser in verschiedenen Parteifarben die immer anderen politischen Aufgüsse erklärt.

Herzlicher Beifall für eine humorvoll nachdenkliche Bescherung.

Text (lv)

http://www.kabarett-breschke-schuch.de

 

 

Eröffnung der Ausstellung „Interieur Underground“ im Lügenmuseum Radebeul


Beim Bau des Sound-Koffers für die Ausstellung: Helfer Justus Erhard
Lebendig Zeitgeschichte vermitteln will Reinhard Zabka, der künstlerische Leiter von
„Interieur Underground“

Sensationeller Fund 

Ein neuer Ausstellungsraum in der Dauerausstellung im Lügenmuseum Radebeul entführt in die konspirative Künstlerszene der DDR. Die Eröffnung wird am 9. Dezember, ab 18 Uhr gefeiert. 

Im April 1992 ahnte niemand, dass der Anruf des Künstlers Albrecht Hillemann aus Erfurt einen sensationellen Fund zu Tage bringen würde. In der Taubengasse in Erfurt wurde ein verfallenes barockes Haus saniert. Welch eine Überraschung, die Sanierung legte im Dachquartier eine übertapezierte Tür frei. Dahinter lag ein geheimer Raum, verstaubte Möbel und nicht genau zu bestimmende Kunstwerke. Alles musste geräumt werden. Das Erfurter Stadtmuseum lehnte ab. Das Lügenmuseum war interessiert, weil in den 1970er Jahren Albrecht Hillemann und Reinhard Zabka in der Backstube des besetzten Hauses ein Atelier bezogen hatten.

Drei Stockwerke auf steilen Holzstiegen empor, ganz oben dann Ausblicke auf das Augustinerkloster und die Mühle an der Gera. In dem Raum hatte zuletzt ein Künstler gewirkt, das war auf den ersten Blick klar. Die Wände voller Kunst, die Bücher in graues Packpapier eingebunden. Die Kunstgegenstände stellten wir an die Wand, um sie zu begutachten. Alles wirkte wie eine Zeitreportage in Form von Skizzen, Objekten und Experimenten. Spiegelbild einer schwierigen Zeit, eine Episode aus Erfurts Kultur im Verborgenen der 1970er Jahre.

Die Ansammlung wurde ins Lügenmuseum transportiert, entstaubt und eingelagert. Die Namen der Künstler waren unbekannt, nichts war signiert. Es gab Umzüge, zuletzt 2012 in den Gasthof Serkowitz. Doch die Erfurter Sammlung blieb in groben Zügen erhalten. 25 Jahre nach dem Fund erhielt das Lügenmuseum eine Förderung der Bundesstiftung Aufarbeitung. Dies gab uns die Mittel, diese Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sie neu zu entdeckten. Was da unter dem sozialistischen Schubladenbegriff „Volkskünstlerisches Schaffen“  firmieren musste, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als ernstzunehmender Aufbruch, der keinerlei Vergleiche scheuen brauchte. Was da fast vergessen in einer Dachkammer ruhte, steht heute stellvertretend für die schöpferische, vielseitige, eher im Stillen gewachsene und sich um keine Modeströmung scherende künstlerische Vitalität von Künstlern im Untergrund der DDR.

Die Geschichte dieser konspirativen Kunstsammlung wird nun als Interieur Underground im Lügenmuseum präsentiert. Der Zugang erfolgt im siebenten Ausstellungsraum durch eine schmale Pforte hinter einem Bücherregal in das nachgebaute, konspirative Hinterzimmer. Zum Ausstellungsraum gibt es einen Katalog mit ’89 Geschichten: Künstler dieser Zeit erzählen an Hand von Alltagsdingen über Ausgrenzung und Verfolgung. 10 aktuelle Künstlerplakate können als Wanderausstellung ausgeliehen werden. Gefördert durch die Bundesstiftung Aufarbeitung und den Sächsischen Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen, Träger ist der Kunst der Lüge e. V.

Text: Reinhard Zabka

Fotos (lv)

http://kunst-der-luege.de/


Miezi hält die Stellung

Premiere „Gebrüder Grimm – Am Anfang aller Märchen“ im Boulevardtheater Dresden

Fotos: Boulevardtheater

Witzige Reise mit Örksenknörksen durch die Märchenwunderwelt

Sie verzaubern klein und groß immer wieder aufs Neue. Doch woher kommen eigentlich all die wundervoll verrückten Geschichten? Und was haben Örksenknörkse damit zu tun? Dies erkundet das Stück „Gebrüder Grimm – Am Anfang aller Märchen“.Die Premiere war am Sonnabend im Boulevardtheater Dresden.

Eines Abends, als der Vater vor dem zu Bett gehen dem Kind wieder aus dem dicken alten Märchenbuch vorliest, überrascht es ihn mit der Frage: Woher kannten die Gebrüder Grimm denn die Märchen?!  Haben sie den Froschkönig, Rotkäppchen und den bösen Wolf persönlich getroffen?! Zusammen mit dem Publikum begeben sie sich auf eine fantastische, turbulente und humorvolle Reise ins Märchenland, in dem unglaubliche Dinge geschehen, Träume wahr werden so wie das Leben auch märchenhafte Momente bereithält.

Wenn man die Welt auch als Erwachsener noch mit Kinderaugen sehen, über alles staunen und seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Genau das tun die mal kindlich übermütigen und nachdenklichen Märchenerzähler Jakob (Volkmar Leif Gilbert) und Wilhelm (Jonathan Heck) Grimm. „Alles ist märchenhaft, magisch, aber nicht für alle“, wissen sie ebenso.  Sie und ihre Freunde bezauberten die kleinen und großen Zuschauer mit viel Witz und Herzblut spielend und singend in dieser liebevoll und originell in Szene gesetzten Märchenwunderwelt mit vielen bekannten Details und Anspielungen auf die Wirklichkeit (Buch: Kenny Friedemann, Komposition: Andreas Goldmann, Regie: Olaf Becker). Den Gebrüdern Grimm helfen die Örksenknörkse. Das sind lustige, kobaldartige Wesen, die die Welt bunter und zauberhaft machen. Jeder Mensch hat solch ein Wesen in sich, das ihm Kraft, Freude, Schönheit und Mut gibt, erklärt der grün-zauselige Oberörksenknörks Heinrich (Christian Ludwig).

Bei manchen ist dieses aber fast schon erloschen wie beim gold- und machtbesessenen König (Andreas Köhler) und der gierig, hartherzigen Bürgermeisterin Knolle und Stiefmutter der Gebrüder Grimm (abwechselnd biestig und liebenswürdig verwandelt bis hin zu einem feurigen Tanz mit dem König: Katharina Eirich). Sie sperrt jeden in den Hungerturm, der zauberhafte Dinge kann wie den Müller Käppler, der mit Tieren sprechen kann. Seine Tochter Ruth (Stefanie Bock) vermag in ihrer Not aus Stroh Gold zu spinnen, um den Vater zu befreien. Märchenfiguren wie Froschkönig, Hase und Katze begleiten als kuschlig kulleräugige Stoffpuppen das Geschehen als mitfühlende Freunde und Helfer, und überraschend taucht auch noch ein leibhaftiger, gar nicht böser Wolf auf der Bühne auf, der brav an der Seite der Gebrüder Grimm geht. Zum Schluss ziehen sie mit ihren Träumen und Märchen hinaus in die Welt. Reichlich Beifall gab es für diese versponnen-vergnügte Reise zum Ursprung der Märchen.

Text (lv)

http://www.boulevardtheater.de