Premiere „Mädelsabend“ im Boulevardtheater


Witzig, wild und romantisch: Beim „Mädelsabend“ wird nach Herzenslust gefeiert, gequasselt und der quirlige Pizzabote sorgt für extra Stimmung mit Gitarre und viel Schmelz in der Stimme. Foto: Robert Jentzsch

Pure Lust am Leben

Ein musikalisches Gefühlsfeuerwerk von frech, flott, verträumt, verrückt bis leise nachdenklich entzünden vier Freundinnen beim „Mädelsabend und es hat Zoom gemacht“. Die Musikkomödie feierte am Sonntagabend Premiere im Boulevardtheater Dresden.

Sie lieben, lachen, lästern und verführen. Himmeln mal den schönen Fremden und mal den Mann im Mond an. Die vier Freundinnen Hannah, Mel, Emmi und Siri lassen nichts aus. Kein Herz bleibt ungerührt, kein Auge trocken bei ihrem witzig, wilden wie romantischen „Mädelsabend und es hat Zoom gemacht“ (Buch: Michael Kuhn und Anni Lech, Regie und Bühnenbild: Olaf Becker). Die neue Musikkomödie mit den größten deutschen Hits hatte am Sonntagabend Premiere im Boulevardtheater Dresden.

Mit viel Lebenslust, Humor, Charme und Frauenpower singen, spielen, tanzen und umgarnen die vier Damen das Publikum. Hannahs Mann ist gerade auf Geschäftsreise und die Gelegenheit günstig. Mit den Mädels feiert es sich am besten, kann man ungehemmt quatschen über das Leben, die Männer und andere Sorgen. Als Kulisse dient Hannahs schickes Appartement in einem alten Fabrikgemäuer mit weißer Sofaecke und Hausbar. Das verwandelt sich im Handumdrehen zur Bühne, wo die Mädels mit Prosecco anstoßen, lauthals ihre Lieblingslieder singen, dabei all ihre Träume, Frust, Ängste und Sehnsüchte herauslassen und nachdenken über Frauenrollen von Hausfrau, Nutte bis Hippie.

Da hat jede Freundin ihren großen Auftritt und teilen sie Freude und Leid: die unbeschwert-lebensfrohe Hannah (Stefanie Bock), die rothaarige Mel (Laura Mann), die sich nach außen cool und sexy gibt, die romantische und fürsorgliche Emmi im roten Kleid (Samantha Skopiak) und die taffe, energische Siri (Anne Berndt). Zwischendurch taucht Hannahs Mitbewohner Tom (Daniel Tille) auf, der noch Single ist, alberne und anstößige Sprüche über Frauen reißt und sich in Siri verguckt hat. Witzig die Szene, als er die künstliche Frauenstimme Siri am Handy um Rat fragt, woran man erkennt, dass man verliebt ist. Und die echte Siri hört es mit im Hintergrund und reagiert anders als gedacht.

Für noch mehr Knistern und Stimmung sorgt der quirlige Pizzabote Fabrizio (Joyello Sabatelli), der außerdem noch Gitarre und Saxofon dabei hat, viel Schmelz in der Stimme und sein schwarzes Haar lang wallen lässt, um beim Mädelsabend dabei zu sein. Und er hilft mit, das passende Lied für Hannahs Mutter Anita zu ihrem 60. Geburtstag zu finden. Dabei entzünden die Mädels ein musikalisches Gefühlsfeuerwerk vom Feinsten, von frech, flott, verträumt, verrückt bis leise nachdenklich. Bekannte Ohrwürmer aus Schlager, Rock und Pop waren zu hören: Von „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“, „Männer sind Schweine“, dem Hit „Männer“ von Grönemeyer, „Ein Bett im Kornfeld“ bis „Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt“ gab es in wechselndem Licht von rot, blau, knallig pink bis strahlend gelb für jede Gefühlslage das passende Lied.

Die Stimmung sprang schnell auf die Zuschauer über, die kräftig mitsangen, tanzten und applaudierten. Reichlich Beifall für einen stimmungsreichen Abend, der Wärme, Kraft und Zuversicht in schwieriger Zeit hochhält bis zum Schlusssong: „Eins kann uns keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben“.

Text (lv)

Nächste Termine: 8. März, 19.30 Uhr, 18. und 19.3, 19.30 Uhr, 20.3., 16 Uhr und 21.3., 19.30 Uhr.

http://www.boulevardtheater.de

Ausstellung „Polyphonie“ von Max Manfred Queißer zum 95. Geburtstag in der Stadtgalerie Radebeul


Farbberauschende, vielstimmige Klangmalerei: Gerlinde Queißer vor einem Bild ihres Mannes Max Manfred Queißer in der Stadtgalerie Radebeul. Am 6. März, um 15 Uhr findet dort ein Künstlergespräch mit ihr statt.
„Fantasia“, 2009, Öl auf Leinwand
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„Ein Maler hört Musik“, 1998, Öl auf Leinwand
„Giocoso“, 2016, Öl auf Leinwand


„Clown mit Tremoloharmonika“, 2009, Öl auf Leinwand

Farbmelodien des Lebens

Ausdrucksreiche Klangmalerei zeigt die Ausstellung „Polyphonie“ zum 95. Geburtstag von Max Manfred Queißer in der Stadtgalerie Radebeul.

Malerei voller Kraft, Rhythmus und Bewegung vereint die Ausstellung „Polyphonie“ (übers.: Vielstimmigkeit) zum 95. Geburtstag von Max Manfred Queißer derzeit in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21. Zu sehen sind frühe und späte Werke des 2016 in Radebeul gestorbenen Künstlers.

„Wir haben uns in dieser Ausstellung bewusst auf seine abstrakten Werke beschränkt, in denen er Musik in Farben umsetzt und deren Vielfalt fasziniert“, sagt Stadtgalerist Alexander Lange. Er findet diese Bilder von Queißer „am stärksten“. Die Leuchtkraft der Farben wirkt noch mehr im winterlichen Grau. Rund 80 Besucher kamen zur
Ausstellungseröffnung.

Die Bilder von Max Manfred Queißer sind Musik für die Augen. Darin spiegeln sich die Eindrücke und Empfindungen der gehörten sinfonischen Werke, die Queißer in farbberauschende, vielstimmige Klangmalerei verwandelt hat. Die Farben fließen mal ruhig und klar, mal strömen, strudeln, wogen sie expressiv und kontrastreich, mal flächig und mal pastos, gespachtelt aufgetragen auf den oft großformatigen Leinwänden. Darunter “Inspiration“ nach Igor Strawinsky in bewegt-beschwingten, hellen und dunklen Farbtönen. Kräftiges Rot und Schwarz dominieren in Analogie zur Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin. Ein farbflirrendes „Allegro Moderato“ und ein federleichtes „Fortissimo“ stimmen auf den Frühling ein. “Vier Hände – zwei Klaviere“ zeigt einander umspielende, ineinander greifende Farbformen.

Ausdrucksreich auch die Bilderserie nach der Orchestersuite Op. 32, The Planets von Gustav Holst. Eins seiner Hauptwerke, das 2009 entstand und in leuchtend farbigen Linienschwüngen, weit ausholend und schwebend die Planeten Saturn, Merkur, Jupiter und Venus auf die Leinwände holt. „Er nahm die Musik in sich auf, wie ein inneres Bild, und danach malte er nach Gehör“, erzählt seine Frau Gerlinde Queißer, Diplomdesignerin und Freie Innenarchitektin, bei einem Rundgang durch die Ausstellung. 45 Jahre lebten sie zusammen.

“Musik, Wissenschaft und Kunst gingen immer zusammen bei ihm, verbunden mit großer Neugier.“ Max Manfred Queißer wurde 1927 in Freital geboren. Nach einer unbeschwerten Kindheit und Jugend erlebte er als 17-Jähriger den Krieg in der Ukraine am Donbass, wo er nach dreijähriger Kriegsgefangenschaft an Malaria erkrankte und trotz der Lungenkrankheit sich zurückkämpfte ins Leben im zerstörten Dresden. Das Geigenspiel half Queißer auch in dieser Zeit. Ab 1958 entstanden erste eigene, realistisch-expressionistische Malereien. Sein Schaffen wurde angeregt durch Besuche in den Ateliers von Künstlern wie Joseph Hegenbarth, Hans und Lea Grundig. Er besuchte das Picasso-Museum in Paris, beschäftigte sich mit seiner Kunst und auch die Bauhaus-Künstler hatten Einfluss auf sein Werk. Nach Beendigung seiner wissenschaftlichen Laufbahn als Kultursoziologe war Queißer ab 1993 als Maler tätig und musizierte auf der Geige.

Er war ein vielseitiger Malerpoet. Fein akzentuiert und assoziationsreich begegnen einem die meist abstrakten und zeichenhaften Farblandschaften in dieser Ausstellung. Ab und an schauen Gesichter und Tiere hervor aus den atmosphärisch dichten Farbgeweben, ein still-versonnener Clown mit sonnengelbem Antlitz inmitten von Grün. Und in der Bilderserie „Tanzender Garten im Wind“ tummeln sich Schildkröte, Adler und Specht. Tatsächlich lebt im Haus der Familie Queißer seit vielen Jahren eine griechische Landschildkröte, ca. 80 Jahre alt inzwischen und über ein Dutzend kleine Kinderschildkröten nebst einer Katze, 13 Jahre. Im März erwachen die Schildkröten aus dem Winterschlaf, so Gerlinde Queißer. Sie archiviert das reichhaltige Werk ihres Mannes im gemeinsam sanierten Wohnhaus mit Atelier, Depot und großem Garten in Radebeul. Rund 500 Werke hat Max Manfred Queißer hinterlassen, darunter etliche Grafiken und auch einiges niedergeschrieben, das seine Frau noch in Buchform mit Bildern veröffentlichen will. Der Katalog „Seelenlandschaften“ zu Leben und Werk mit zahlreichen farbigen Abbildungen ist in der Stadtgalerie erhältlich.

Die Ausstellung ist noch bis 27. März zu sehen in der Stadtgalerie Radebeul. Ein Gespräch mit Gerlinde Queißer gibt es dort am 6. März, 15 Uhr und einen Rundgang am Abschlusstag der Ausstellung um 16 Uhr.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di, Mi, Do von 14 bis 18 Uhr und So von 13 bis 17 Uhr


„Fortissimo“, 1999                                               „Vivace Vivo“, 2016


Abstrakte und zeichenhafte Farblandschaften, darunter eine Bilderserie zur Orchestersuite „The Planets“ von Gustav Holst (im Hintergrund) vereint die Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul. Die Diplomdesignerin und Absolventin der Burg Giebichenstein bei Halle, Gerlinde Queißer erzählt mit Akribie und Hingabe über das reichhaltige Schaffen ihres Mannes.

Benefiz-Konzert für den Frieden mit KünstlerInnen aus der Ukraine im Schauspielhaus Dresden

Alte ukrainische Volkslieder und Weltmusik

Am Sonntag, dem 6. März 2022 um 11 Uhr findet im Schauspielhaus des Staatsschauspiels Dresden ein KONZERT FÜR DEN FRIEDEN statt. Die Erlöse des Benefiz-Konzerts ukrainischer MusikerInnen gehen an die Hilfsorganisation arche noVa – Initiative für Menschen in Not e. V.

Das Konzert, eine gemeinsame Initiative des kulturellen Bündnis #WOD – Weltoffenes Dresden, ist eine Einladung an alle Dresdner BürgerInnen, die Menschen in der Ukraine, die vor Ort durch diesen Angriffskrieg bedroht werden oder sich auf der Flucht befinden, zu unterstützen.

Das binnen weniger Tage von der ukrainischen Musikerin und Komponistin Viktoria Leléka gemeinsam mit einer Vielzahl ukrainischer und solidarischer MusikerInnen organisierte Benefizkonzert versammelt am Sonntagvormittag auf der Bühne des Dresdner Schauspielhauses KünstlerInnen aus der Ukraine und der Welt, um in Musik, Wort und Gesang ein Zeichen für Frieden und Zusammenhalt zu setzen.

Das Konzert verbindet klassische Musik ukrainischer Komponisten, alte ukrainische Volkslieder, Weltmusik, Oper und Jazz und zeigt damit vielfältige musikalische Facetten dieses kulturreichen Landes und seiner Beziehungen in die Welt. Zahlreiche KünstlerInnen haben zugesagt, unter anderem die gebürtige ukrainische Jazzsängerin und Komponistin Kateryna Kravchenko mit ihrer Band InSpace, die Violinistinnen Daria Tarasova und Patrycja Ulańska, der Pianist Yaroslav Molochnyk, die Cellistin Anastasiya Myakushko, die Sopranistin Paulina Bielarczyk, der Bratschist Eduard Poharetski, die Band Leléka, die Banda Internationale und viele mehr. Gemeinsam stehen sie Seite an Seite mit Mitgliedern der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden, einem Projektorchester unter der Leitung von Katharina Dickopf, und den Ensemblemitgliedern der Theater der Stadt, u. a. des Staatsschauspiels Dresden, der Semperoper Dresden, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und der Staatsoperette Dresden.

Das Konzert ist kostenfrei, um großzügige Spenden an die Hilfsorganisation arche noVa – Initiative für Menschen in Not e. V. wird gebeten. Vor Ort werden Spendenboxen aufgestellt, es ist aber auch eine Spende online möglich an: arche noVa e.V. Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE78850205000003573500, BIC: BFSWDE33DRE

Nähere Informationen finden Sie hier: www.arche-nova.org/news/arche-nova-ruft-zu-spenden-fuer-die-ukraine-auf

Karten für das Benefizkonzert erhalten Sie über die Theaterkassen des Staatsschauspiels Dresden, unter 0351 49 13-555 oder per E-Mail an tickets@staatsschauspiel-dresden.de. Verbleibende Restkarten werden 30 Minuten vor dem Konzert am Sonntag unter den Arkaden des Schauspielhauses ausgegeben. Die Veranstaltung findet unter 3-G-Voraussetzungen (Geimpft – Genesen – Getestet) statt. Im Haus ist FFP2-Maskenpflicht, am Platz kann die Maske für die Dauer der Veranstaltung abgenommen werden.

Text: Gertrud Aringer/ Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Staatsschauspiel                Dresden

www.staatsschauspiel-dresden.de

Ausstellungseröffnung „Menschentiere – Die Weissheit des Zebras“ im „Kastenmeiers“


Faszinierende Tierwelt auf Leinwänden: die Künstlerin und Designerin Elke Heber in ihrem Atelier.

Fabelhafter Blick auf Menschen und Tiere

Die Künstlerin und Diplom-Designerin Elke Heber stellt vom 2. März bis 14. April 2022 im Restaurant „Kastenmeiers“ aus. Die Vernissage findet am 6. März, ab 13 Uhr statt (Um Anmeldung wird gebeten unter: as@kastenmeiers.de !)

Nein, im Titel der Ausstellung steckt kein Fehlerteufel. Elke Heber hat die Formulierung „Die Weissheit des Zebras“ ganz bewusst gewählt. Denn dieses Wortspiel steht für die Intention ihrer Bilderserie, die bis 14. April die lehmverputzten Wände des Restaurants Kastenmeiers illustriert.

Elke Hebers Schaffen bewegt sich seit vielen Jahren zwischen Kunst und Design. In dieser Ausstellung zeigt sie sich als Künstlerin, die sich u.a. von der Tierwelt Tansanias inspirieren ließ für  ihren ganz eigenen und im wahrsten Sinne „fabelhaften“ Blick auf Menschen und Tiere. Mehr erfahren Sie zu Beginn der Vernissage am 6. März, um 13 Uhr in einer Rede der Diplom-Kunstwissenschaftlerin Karin Weber.

Den musikalischen Rahmen setzt Thomas Friedlaender mit seinen ungewöhnlichen Instrumenten, darunter ein traditionelles afrikanisches Hirteninstrument, gefertigt aus dem fast ein Meter langen Horn eines Watussi-Rindes.

Es gilt die aktuelle Corona-Schutzverordnung.
(Generell werden alle Besucher der Vernissage vorab um Anmeldung gebeten!!!)

Weiß als Sinnbild für Schönheit

Zebra, Gnu, Gepard und Perlhühner – wer Elke Hebers Bilder betrachtet, fühlt sich versetzt in die Steppenwelt in Afrika und berührt von der Lebendigkeit und der Anmut der Tiere. Vom 2. März bis 14. April sind 28 Bilder von Elke Heber im Restaurant „Kastenmeiers“ zu sehen – gearbeitet in Acryl oder Tusche / Ölpastell, auf Leinwand oder Karton. Den Titel der Ausstellung „Menschentiere – Die Weissheit des Zebras“ hat Elke Heber ganz bewusst gewählt. Denn die Farbe Weiß – so wie sie die Zebras in ihren Linien tragen – ist für die Künstlerin ein Sinnbild für die Schönheit der Tiere. Aber auch den weißen Gänsen Marianne und Michael begegnet man in der Ausstellung. Sie leben auf einem Hof in Schmadebeck und haben das weise Alter von 19 Jahren erreicht. Und so kann man in vielen Bildern sowohl „Weissheit“ als auch Weisheit entdecken.

Die Betrachter sind eingeladen teilzuhaben an ihrem „Fabel-haften“ Blick auf die faszinierende Tierwelt, in der den Zebras das Streifenkleid als Tarnung dient vor Löwen und Hyänen, wo das Gnu die Zebras begleitet und sich im Zweifel für sie opfert.
Nach Tiger, Kranich und Gans hat die Künstlerin das Gnu oder englisch „wildebeest“ zu ihrem Tier des Jahres 2021/2022 gewählt und setzt dem Weißbartgnu in einem Bild ein besonderes Denkmal.

Elke Heber wurde in Dresden geboren und hat nach dem Diplomingenieur an der TU Dresden ihr zweites 2. Studium an der Burg Giebichenstein in Halle als Diplomdesignerin abgeschlossen. Seit 1992 ist sie freischaffend u.a. in Berlin, München, Bautzen und in Dresden tätig. Sie arbeitet als freie Dozentin für Grafik und Gestaltung und als Innenarchitektin. In ihrem Designatelier in der Dresdner Neustadt gibt sie Workshops für Menschen, die Freude am künstlerischen Tun empfinden und bietet sogar „Baby Matsch-Patsch-Mal-Stunden“ an. Ihr Atelier ist ihr Refugium, der Ort für ihr experimentelles, künstlerisches Schaffen.

Ihre Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Italien und Frankreich
zu sehen und befinden sich weltweit in privatem und öffentlichem Besitz.

Text + Fotos: Sabine Mutschke

Mehr Infos unter http://www.kastenmeiers.de

BilderAlbum: Ausstellung von Andy Warhol in der „Zeitenströmung“ Dresden

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Kreativität kennt keine Grenzen!

Die bunt schillernde Welt des Andy Warhol zwischen Kunst, Kommerz, Erfolg und Eigenständigkeit, Individualität und Vielfalt der Ideen und Lebensformen zeigt eine neue Ausstellung in der „Zeitenströmung“, Königsbrücker Straße 96 in Dresden.

Andy Warhol – Pop Art Identities heißt eine neue, heute eröffnete Ausstellung, die ihre Deutschland-Premiere feiert in der „Zeitenströmung“ Dresden. Direkt gegenüber der van-Gogh-Bilderschau lockt das Werk eines weiteren Weltkünstlers und Visionärs. Rund 130 Originalwerke, Bilder, Objekte und Filme des schillernden Meisters der Extravaganz nehmen die Besucher zu rockigen Klängen mit auf eine frisch-fröhlich-bunte Zeitreise zurück in die 60er und 70er Jahre in Amerika und der spannenden Frage: Was ist Identität und wer will ich sein?!

Die Ausstellung ist noch bis 12. Juni 2022 zu sehen.

Mehr Text zur Ausstellung folgt.

Text + Fotos (lv)

http://www.warhol-exhibition.com

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Dresdner Reden 2022: Clemens Meyer sprach über „Realitätsverlust oder: Komm wieder, Dr. May!“ im Schauspielhaus


Fabulierfreudig zwischen Fiktion und Wahrheit: der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer. Foto: Staatsschauspiel Dresden

Schwindelerregende Wahrheiten

Mit viel Ironie, Spottlust, aber auch Ratlosigkeit und Nachdenklichkeit sprach Clemens Meyer in seiner Rede im  Schauspielhaus Dresden über verzerrte Realitäten, fantasiereiche Erzähler und täuschende Phantasten.

Seine Texte sind lebensprall, direkt, krass und sozialkritisch, voll komisch-skurriler Typen, Außenseiter und Gestrandeter. Clemens Meyer sagt von sich, er sei „ein Voyeur erster Klasse“. Einer, der begierig „Menschen aufsauge“ und sich „für Dinge interessiert, die aus dem Ruder gelaufen sind.“ So gesehen, dürften verrückte Zeiten wie diese ihm reichlich literarisches Futter bescheren. Doch manches ist so absurd, unglaublich und entsetzlich, dass man nicht weiß, ob man lachen oder heulen, schreien oder schweigen statt sich den Mund verbrennen soll.

Ebenso schwindelerregend zwischen Fiktion und Wahrheit, Spottlust und Ratlosigkeit, Wut, Humor und ernsthaftem Nachdenken, Geschichte und Gegenwart hin und her springend, bewegte sich der Leipziger Schriftsteller Clemens Meyer („Als wir träumten“, „Im Stein“) in seiner Dresdner Rede mit dem Titel „Realitätsverlust oder: Komm wieder, Dr. May!“ am denkwürdigen 13. Februar im Schauspielhaus Dresden. Es ist bereits die 30. Ausgabe dieser Veranstaltungsreihe in Kooperation mit der Sächsischen Zeitung, bei der bekannte wie streitbare Persönlichkeiten des nationalen und internationalen Kultur- und Geisteslebens zum Zeitgeschehen sprechen, ein vorgegebenes Motto gibt es nicht. Das hält die Neugier des Publikums wach und macht die Reden spannend.

Meyer begann seine Rede mit einem langen Vorsatz, in dem er Ge- und Erfundenes querbeet durcheinander als Gerüchte entkräftete, entschieden dementierte oder klarstellte einschließlich der Tatsache, dass er nicht verrückt sei! Er war noch nie in Amerika in Sachsen gewesen, weil dort der CIA stationiert ist, sagt er flüsternd. Berichtet von einem ominösen Teilchenbeschleuniger im Cern-Forschungszentrum, der Nanopartikel absondere, die eigentlich Viren seien. Er sei nicht Lex Barker, obwohl er ihm sehr ähnlich sehe. Er hat keinen Ziegenkäse bei Beate Schöpe gekauft und war nicht auf Klassenfahrt mit Björn Höcke, habe aber das Buch gelesen. „Wenn Sie Zusammenhänge nicht sehen“, sagte er, „heißt das nicht, dass sie nicht existieren.“

Er dementiert zudem, dass er gemeinsam mit KollegInnen einen „Phantastischen Salon“ einrichten werde in der frühlingsleeren Glashalle der Leipziger Buchmesse, um das „Monopol der Realitätserfindungen zurückzuholen von denen, die sich ungehemmt eine neue Realität erschaffen, ohne über die erzählerischen Mittel zu verfügen.“ – Zwischenbeifall –  „Begreifen Sie es  doch endlich. Dr. Karl May ist tot !“, so Meyer.

Er packte in seine einstündige, anspruchsvolle Rede eine Fülle an Themen, parlierte und schwadronierte mit viel Ironie und Fabulierfreude rund um Dichtung und Wahrheit, Farce und Tragödie, Tragödie und Farce. Erzählte wie er kürzlich einer Täuschung zum Opfer fiel, als er Artefakte aus der jugoslawischen Geschichte kaufte, die er sammelt für eine größere Geschichte und las Passagen aus neuen Texten. Statt des gesuchten Minenwarnschildes erwarb Meyer über ebay ein Schild eines Stromhäuschens oder Hochspannungsmastes und wurde zornig, da er sich um „seinen Krieg betrogen fühlte.“ Ein Kapitel seines neuen Romans handelt vom Glauben an Täuschung, Erscheinungen und Wunderheiler.

Er glaube an das Wunder der Autographen und Handschriften, so Clemens Meyer. Wenn er vorsichtig mit den Fingerspitzen über den Namen und das Papier streicht, habe er keine Angst mehr vor der Realität. „Der Geist erhebt sich aus dem Papier.“ Es löst Fragen  aus. „Wo stand Tito, als er dieses Foto unterzeichnete, wer reichte es ihm…“

Es geht um Sachsen und Karl May, den fantastischen Geschichtenerzähler und -erfinder und Humanist. Der veröffentlichte seine ersten Kolportageromane in Dresden bei einem direkten Nachfahr des Barons von Münchhausen, Mönchmeyer und erlangte erst mit seinem Spätwerk Tiefe, findet Meyer. Er erwähnt einen Indianer, Edward Tutu, der einst mit dem berühmten Circus Sarrasani aus Dresden auf Tournee ging und auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden begraben liegt. Und er überrascht und erheitert mit der Aussage: „Im Grunde unseres Herzens sind wir Sachsen Monarchen, die am Straßenrand stehen und winken. Wir wollen uns weiden an den Klatsch- und Hofgeschichten und unserem König in Sachsen glauben, dass wir kein rechtes Problem haben.“ Und lieber über die guten alten Wichs-, ähm Wettiner Witze lachen, so Meyer, statt sich um den Rest der Welt zu scheren.

Clemens Meyer hat – da die Leipziger Buchmesse dieses Jahr erneut ausfällt – viele Bücher mitgebracht, aus denen er zitiert, von Anna Seghers „Die Toten bleiben jung“ und „Die Überfahrt“ bis zu Christa Wolfs „Kindheitsmuster“. „Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es ab von uns…“, heißt es dort. Stark polemisch wird es im zweiten Teil der Rede, als es um den Umgang mit der Realität und narratives, authentisches Erzählen geht.

„Uns sind die Narrative abhanden gekommen. Es gibt keine Erzählungen mehr. Die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt, weil uns die Narrative fehlen“, beklagt Clemens Meyer, der 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse, Belletristik gewann für seinen Erzählband „Die Nacht, die Lichter“ und sich darüber mit erhobener Bierflasche freute. Nun sagt er: „Wir Erzähler, Erfinder sind arbeitslos! Die Phantasten, Antierzähler haben übernommen und die an Verschwörungen glauben.“ Und setzt amüsiert und verärgert zugleich noch eins drauf: „Unsere Narrative sind nicht verrückt genug gegenüber den Narrativen der Straße.“

Vielleicht sollte man es doch darauf ankommen lassen, denen zuhören und den Faden des Absurden, Ungeheuren weiterspinnen?! Vielleicht wird es dann erkennbarer in seiner Drastik, man wacht auf wie aus einem Albtraum und sieht die Realität wieder klarer.  Schön ironisch las Meyer zum Schluss eine Episode über einen seltsamen Reisenden. Ein kleiner Mann, sein Alter war nicht zu schätzen, mit einer Art Kaftan gekleidet, Turban und Sandalen, erschien an einem Januarmorgen auf dem Bahnsteig in Zwickau und murmelte halb fremd-, halb einheimische Worte vor sich hin. Er rief das Wort „Bomben“, das im Lärm des Bahnhofs fast unterging und zwei Biertrinker verstanden „Plomben“ und zeigten grinsend auf ihre schwarzsilbernen Zahnruinen.

„Karl May weiter erzählen, den Hatschi zurückholen in die Gegenwart, die Narrative zurückerobern, verzweifeln und lesen und den Zügen hinterher schauen, die am Horizont verschwinden“, gab Clemens Meyer dem Publikum abschließend mit auf den Weg. Eine Rede, die zum Nachdenken darüber anregt, was Literatur heutzutage noch vermag, um Menschen zu erreichen. Ein zwiespältiger Eindruck bleibt. Die Szene erscheint verlockend und surreal. Man schaut nur, reist in Gedanken und der Fantasie, tut es aber nicht mehr selber. Steigt nicht in den Zug. Warum nicht?!

Text (lv)

Den Schlusspunkt der diesjährigen Dresdner Reden setzt Svenja Flaßpöhler, Philosophin, Journalistin und Autorin am 27.2., 11 Uhr im Schauspielhaus Dresden. Sie forscht in ihrem Vortrag unter dem Titel „Erkenntnislust“ nach den Grundbedingungen guter Gespräche und setzt in einer Zeit zunehmender Polarisierung und Verhärtung auf die Kunst der Dialektik und die unerschrockene Erkenntnislust der Philosophie.

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Neue Lyrik: Katzen & Natur

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Herz-Fangespiel

Sonnenlicht weckt mich
klettert die Wände hoch
ein warmer Schein im Gesicht
der Getigerten ihre gelben Augen glänzen
wie eine Statue sitzt sie auf der Decke
vor mir blinzelt mir zu

einen Moment hält still
ihr unbändiges Wesen
bis die kleine weiße auftaucht
und immer wieder entwischt

Jade die Jägerin die anfangs so scheue
tagelang unsichtbar
und Lina die kecke sanfte schlaue
lässt sich darauf ein

Tag für Tag füllen sie die Plätze
der schwarzen Sternäugigen mehr
innerlich weiter verbunden
ergreifen sie nach obsessiven Versteckspiel
von jedem Raum und mir Besitz

energisch wild und anschmiegsam
Fell an Wange und abrupte Sprünge
einlassen zulassen gelassen bleiben
den Sinn im Unsinn und Chaos erkennen
zeigen sie mir immer wieder

auf den Kletterbaum am Fenster
mit Höhle und Hochsitzen
mein Geschenk für sie zum einjährigen
Zusammensein sind die zwei Felligen
welch Überraschung nicht zu bewegen
trotz herausfordernd schwebender Spielmäuse

eine Maus rissen sie ab und legten sie
mir unter den Esstisch
strecken die Köpfe und stehen unsicher
vor der Leiter am Kletterbaum
sonst kennen sie kein Halten
springen überall hin auf Tische und Schränke

sie lieben das Fangespiel mit der Federangel
der Kopf der Getigerten pendelt hin und her
mit jeder Bewegung
sie liegt unterm Schaukelstuhl der schaukelt mit
legt ihre weiße Pfote auf das zappelnde Stoffherz

ich ziehe am Faden und Stab
die Jägerin sieht reglos zu
ich ziehe stärker
sie lässt los und das Herz-Fangespiel
beginnt von vorn

LV
22.2.2022
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ZweiKlang

Die Amaryllis blüht
ein zweites Mal
öffnet sie ihre Kelche

zwei Blütenpaare strahlen
flammend rot
gelber Blütenstaub verstreut
auf den Blättern

der Stengel biegt sich
unter den schweren Blüten
die Freude wiegt schwerer

wenn zwei sich finden oder
um Haaresbreite verfehlen
ist ihre Zeit noch
nicht gekommen
kann Liebe sich allein auch verdoppeln

Sonnenflecken im Wolkengrau
dazwischen helles Blau
und die Magie der Zweier Doppelzahlen
ein kribbelndes Etwas
liegt in der Luft

was bleibt von diesem Tag
nur Zahlen oder eine Zauberformel
oder einfach:  Dass es ihn gab

LV
22.2.2022

Zerreißprobe

Die Sonne strahlt
und strahlt
die hohen Tannen vorm Wintergarten-Fenster
schwanken hin und her
verdecken und geben
sie wieder frei
Schattenlichter tanzen

der Wind braust
närrisch
zaust
fällt über die Bäume
her die schütteln
sich wie wild
nähmen am liebsten
Reißaus ungezügelte Wirrnisse
nähern sich dem Haus
wo soll das hinführen

Sonnenlicht flackert auf
und ab
wie Sirenen
irrlichtern
tanzende Schatten
streifen die Wände

meine grauweiß getigerte Katze
springt zu mir aufs Sofa
und wieder weg
die kleine schwarz-weiße dreht sich um
ich bleibe zwischen den Lichtschatten

LV
19.2.2022

Ein Zettel am Fenster

Auf dem Weg zum Blumenladen
komme ich an dem Haus vorbei
vor dem ich Dich das erste Mal sah
ein Zettel klebt am Fenster im
Parterre für alle die Dich kannten:
Der rote Kater der grummelnd auf
Fensterbrettern sass ist fortgegangen
von dieser Welt geht seine Runden
nun weiter oben

Einen Moment möchte ich glauben
es wäre ein anderer
lese Deinen Namen Lumpi das erste Mal
ich nannte Dich Vincent
nach dem Maler
der hätte gewiss seine Freude an Dir
kleiner Stromer

Letzten Sommer schautest Du
über die Gartenmauer
am Abend als ich an meine
schwarzfellig Sternäugige dachte
warst Du da
wie vom Himmel gefallen

stilles Verbundensein
Streicheln und Füttern
immer wieder weg
eines Nachmittags sasst Du
vor meiner Wohnungstür
woher kanntest Du den Weg
meine zwei Katzentiere
schnupperten noch tagelang
nach Dir im Frühling wollte ich
mit ihnen hinaus zu Dir

Einmal noch kamst Du
standest auf der Wiese
lange sahst mich aufmerksam
und traurig aus grünen Augen an
als wüsstest Du um den Abschied

hungrig warst Du
und hast gegrummelt
Dein Fell blieb ungestreichelt
werde Deine Überraschungsbesuche
vermissen

Der volle weiße Mond schaut
aus den Wolken hervor
um ihn schwirren rötliche Flecken
und ein schwarzer
ziehen ihre Spuren

Ein wildes Fauchen hinter mir
holt mich zurück
die kleine grau getigerte Hofkatze
sagt unmissverständlich: Ich bin auch noch
hier

LV
14.2.2022

P.S.: Totgesagte leben länger! Der rote Kater Lumpi vom Fensterbrett war doch nicht der Kater, der mich besucht hat, wie ich erfuhr! Der andere Draußenkater sah ihm ähnlich, hatte aber ein weißes Lätzchen am Bauch und starb bereits vor fünf Wochen mit stolzen 20 Jahren. Ich sah ihn manchmal dort sitzen und werde ihn ebenfalls in liebevoller Erinnerung behalten.

Texte + Fotos: Lilli Vostry
Fotos (2): Volkmar Fritzsche

Literarische Reise: Das Gastland Portugal stellt sich in aller Vielfalt im Frühjahr trotz Absage der Leipziger Buchmesse vor

„Unerwartete Begegnungen“

Veranstaltungen mit zehn Autor:innen im Leipziger Stadtgebiet – Über 50 Neuerscheinungen im Rahmen des Gastlandauftritts

Portugal als Gastland der Leipziger Buchmesse 2022 bedauert die Absage der Messe sehr, will seiner Literatur aber dennoch eine Bühne bieten – auch durch Präsenzveranstaltungen mit Autor:innen aus dem Gastland in Leipzig sowie mit Events und Aktionen für Buchhandlungen und Blogger:innen. Denn im Frühjahr erscheinen nicht nur wichtige Übersetzungen aus dem Portugiesischen, Portugal feiert 2022 auch die Jubiläen einiger der größten Schriftsteller und Schriftstellerinnen seiner Geschichte. José Saramago, António Lobo Antunes, Sophia de Mello Breyner Andresen und Agustina Bessa-Luís, aber auch die vielen anderen Autoren und Autorinnen sowie Werke des für die Leipziger Buchmesse geplanten Programms sollen daher in Leipzig trotzdem gefeiert werden. Portugal ist seit zwei Jahren ein begeisterter Partner der Leipziger Buchmesse und setzt weiterhin alles daran, um das Talent und die Kreativität einiger der bekanntesten Schriftsteller:innen aus drei Kontinenten in den Fokus zu rücken und die über 50 ins Deutsche übersetzten Titel zu präsentieren, die sich mit wichtigen aktuellen Themen wie Rassismus, Ironie usw. auseinandersetzen.

Auch wenn die ursprünglich auf der Messe geplanten 42 Veranstaltungen nun nicht stattfinden können, will Portugal Spielstätten im Leipziger Stadtgebiet nutzen, um dem deutschsprachigen Publikum seine ganze Vielfalt zu präsentieren und für „Unerwartete Begegnungen“ – so das Gastlandmotto – zu sorgen. Für diese Vielfalt stehen neben bedeutenden Schriftsteller:innen und vielversprechenden neuen Stimmen aus Portugal auch zahlreiche Autor:innen aus weiteren portugiesischsprachigen Ländern – etwa Angola, Guinea-Bissau, Kap Verde, Mosambik oder São Tomé e Príncipe. Zehn von ihnen werden an dem Programm Portugals im Haus des Buches und in der Schaubühne Lindenfels in Leipzig teilnehmen, darunter Dulce Maria Cardoso, Yara Monteiro, José Luís Peixoto und Margarida Vale de Gato. Es sind Gesprächsrunden und Lesungen geplant. Auch auf dem „Blauen Sofa“, dem Autorenforum von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat, werden Autor:innen aus dem Gastland Platz nehmen. Dazu stehen Ehrungen großer portugiesischer Autor:innen auf dem Programm. So wird im Haus des Buches eine Ausstellung zu José Saramago, dem Gewinner des Literaturnobelpreises 1998, gezeigt.

Zudem lädt das Gastland alle Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum zu einem Deko-Wettbewerb ein. Als Hauptpreis winkt eine Reise zum Literaturfestival „Fólio – Festival Literário Internacional de Óbidos“ vom 6. bis 9. Oktober 2022. Darüber hinaus sind für das Frühjahr 2022 literarische Portugal-Abende in Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart geplant.

Über 50 Neuerscheinungen

Im Mai 2022 werden es über 50 neue Titel sein, die mit Fördermitteln der portugiesischen Regierung übersetzt wurden und im Rahmen des Gastlandauftritts in deutscher Sprache erschienen sind. Sechs Neuerscheinungen sind noch in diesem Jahr geplant: So bringt der Unionsverlag im Februar 2022 mit „Im Auge der Pflanzen“ einen neuen Roman der mehrfach ausgezeichneten Autorin Djaimilia Pereira de Almeida heraus (Übersetzung: Barbara Mesquita). Im Kupido Literaturverlag erscheint ebenfalls im Februar „Geliebter Fernando Pessoa“ von Mário de Sá-Carneiro – ein Zeugnis einer der bedeutendsten brieflichen Dialoge der portugiesischen Literatur (Übersetzung: Frank Henseleit). Die Edition Korrespondenzen legt im März mit „Herr Calvino und der Spaziergang“ von Gonçalo M. Tavares einen neuen Band aus dem Zyklus „Das Viertel“ vor (Übersetzung: Michael Kegler). Und im gleichen Monat veröffentlicht der mare Verlag „Ferner Westen“; Paulo Moura, der sonst als Kriegsberichterstatter ferne Länder bereist, erzählt hier von seinem 1000 Kilometer langen Motorradtrip entlang der portugiesischen Küste voller Begegnungen, Schicksale und Geschichten (Übersetzung: Kirsten Brandt).

Zahlreiche herausragende Bücher sind bereits erschienen, darunter „Asche und Sand“ aus der großen Romantrilogie von Mia Couto. Das Buch handelt von den Wunden des portugiesischen Kolonialismus in Mosambik (Unionsverlag, 2021, Übersetzung: Karin von Schweder-Schreiner). In „Die Rückkehr“ erzählt Dulce Maria Cardoso die Geschichte einer Vertreibung aus der Kolonie Angola nach Lissabon, wie sie sie selbst erlebt hat (Secession Verlag, 2021, Übersetzung Steven Uhly). Mit „Was ist ein Name“ von Ana Luísa Amaral ist ein ebenso einfühlsamer wie scharfsinniger Gedichtband der beliebtesten Lyrikerin Portugals erschienen (Carl Hanser Verlag, 2021, Übersetzung: Michael Kegler und Piero Salabè). Und das Buch „Stippvisiten“ versammelt fünf wichtige Stimmen der zeitgenössischen portugiesischen Literatur: Miguel Cardoso, Afonso Cruz, Isabela Figueiredo, Rui Cardoso Martins und Patrícia Portela (Elfenbein Verlag, 2021, Übersetzung: Marianne Gareis, Niki Graça, Odile Kennel und Dania Schüürmann).

Deutsch-Portugiesischer Journalismus-Preis

Der Gastlandauftritt von Portugal soll nicht nur Literatur und Kultur in Deutschland bekannter machen, sondern auch zum gegenseitigen Verständnis zwischen beiden Ländern beitragen. Ebenfalls diesem Ziel dient der Deutsch-Portugiesische Journalismus-Preis, der im Rahmen der Hannover Messe (30. Mai bis 2. Juni 2022) vergeben werden soll, wo Portugal dieses Jahr ebenfalls Partnerland ist. Mit diesem Preis werden herausragende Artikel in deutschen und portugiesischen Medien ausgezeichnet, die klischeefrei und differenziert über Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik des jeweils anderen Landes berichten. Mit dem Preis soll zugleich die Bedeutung eines unabhängigen und professionellen Journalismus als wesentliche Basis der europäischen Demokratie gewürdigt und gefördert werden.

Text: Pressebüro Portugal – Gastland der Leipziger Buchmesse

Mirjam Flender, Kirsten Lehnert, literatur2508, c/o projekt2508

www.camoesberlim.de/de 
www.leipziger-buchmesse.de

Ausstellung „candies. colored. bodies“ von Peggy Berger und Helena Zubler bei art + form

Eyecatcher, rätselhafte Innenwelten und der Zauber des Alltags

Ausdrucksreiche Körperbilder, die durch farbenfroh-Erfrischende Motive, besondere Blickwinkel und das Phantastische des Moments faszinieren, zeigen derzeit die jungen Dresdner Künstlerinnen Peggy Berger und Helena Zubler gemeinsam in der Ladengalerie art + form, Bautzner Str. 11 in Dresden. Noch bis 17. März.

Die Ausstellung candy. colored. bodies. zeigt eine Vielzahl an Werken der Künstlerinnen Peggy Berger und Helena Zubler. Klare Farben, menschliche Körper und feine Linien sind die Hauptakteure in den Bildern der beiden Malerinnen.

Die in Dresden geborene Künstlerin Peggy Berger, welche u.a. bei Prof. Max Uhlig an der hiesigen Hochschule für Bildende Künste studierte, verbindet in ihren Malereien spielerisch die Komponenten von Abstraktion und Figuration. Während im Zentrum ihrer Bilder beinahe immer der Mensch steht, so sind die malerischen Wurzeln und die Einflüsse ihrer künstlerischen Ausbildung bei Uhlig dennoch zu erkennen. Der Mensch, er steht nicht allein da, er ist eingebettet in abstrakten malerischen Welten und surrealen Momenten. Fast so, als würde die Künstlerin ihre Figuren in Farblandschaften platzieren. So kreiert Berger farbige Zauberwelten, in denen die Figuren ihren ganz eigenen Platz finden.
Ihre Inspirationsquellen sind im Alltag zu finden, wo es der Künstlerin spielerisch gelingt, das Phantastische im Moment zu sehen, um dieses daraufhin für ihr künstlerisches Schaffen zu konservieren.

Die Werke der jungen Künstlerin Helena Zubler sprechen eine ganz andere Formensprache, obgleich auch bei ihr der menschliche Körper im Zentrum des künstlerischen Schaffens steht. Nach ihrer Ausbildung zur Grafikdesignerin studierte Zubler an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und war von 2017-2019 Meisterschülerin bei Prof. Ralf Kerbach.
Körper und klare abstrakte Formen, welche sich meist von einem monochromen Hintergrund abgrenzen, ziehen sich beinahe schon als Wiedererkennungsmerkmal durch ihr Werk. Hinzu kommt, dass das Thema der Body Positivity bei Zublers Motiven enorm wichtig ist. In Ihren Malereien und feinen Grafiken stehen immer der Körper und die Darstellung von Händen im Fokus. Die Hände, so Zubler, nehmen für sie einen universellen Platz ein und sind Schlüssel zur Lesbarkeit ihrer Werke.

candy. colored. bodies., eine Ausstellung in der Galerie art+form, die die Werke zweier Künstlerinnen miteinander verbindet und den menschlichen Körper und die Lebendigkeit von Farbe in den Fokus rückt.

Im Rahmen der Ausstellung wird je eine Sonderedition der Künstlerinnen erscheinen, die zu einem Vorzugspreis erworben werden kann.

Die Ausstellung kann besucht werden:

Ab 26. Februar 2022 wird es auf der Homepage von art + form ein Ausstellungsvideo mit Musik und Texten sowie Atelierbesuchen und Gesprächen mit den Künstlerinnen geben.

Text + Fotos:

GALERIE RAHMUNGEN SPECIALS
Bautzner Straße 11 / Albertplatz
D- 01099 Dresden – Neustadt

Laden + Galerie
Telefon +49 (0)351 8031322
Telefax +49 (0)351 8031323
info@artundform.de

Ladengalerie
aktuell geöffnet: Mo bis Sa 10 – 18 Uhr3G-Zugang Bitte Impf- oder Genesenen­nachweis oder tagesaktuellen Schnelltest + Ausweispapier bereithalten.

„Schwerer Schlag für die Branche!“ – Leipziger Buchmesse findet zum dritten Mal nicht statt!

LEIPZIGER BUCHMESSE 2022 FINDET NICHT STATT

Der Wunsch nach einem persönlichen Treffen auf der Leipziger Buchmesse war riesengroß. Doch zahlreiche Absagen von Aussteller:innen innerhalb der vergangenen Tage führten dazu, dass die erwartete Qualität und inhaltliche Breite einer solchen großen Publikumsmesse nicht mehr gewährleistet ist. Aus diesen Gründen hat die Leipziger Messe in Einvernehmen mit dem Beirat entschieden, den Messeverbund aus Leipziger Buchmesse, Manga-Comic-Con, Leipzig liest und Antiquariatsmesse vom 17. bis 20. März 2022 abzusagen. Die nächste Leipziger Buchmesse findet vom 23. bis 26. März 2023 statt.

„Wir haben uns sehr gefreut über das Signal der Politik, Messen und Kongresse endlich wieder zu erlauben. Wir danken für dieses große Vertrauen, auch in pandemischen Zeiten, Veranstaltungen sicher umsetzen zu können“, so Martin Buhl-Wagner, Geschäftsführer der Leipziger Messe. „Leider sehen sich viele Aussteller und Ausstellerinnen aufgrund der Unwägbarkeiten der Pandemie aktuell nicht in der Lage, für eine solch große Publikumsveranstaltung zuverlässig zu planen. Das führte kurzfristig zu vielen Absagen. Daher haben wir uns jetzt schweren Herzens entschieden, die Leipziger Buchmesse nicht durchzuführen. Diese Absage ist der Besonderheit der Dimension der Veranstaltung geschuldet und gilt nicht für andere Messen und Kongresse der Leipziger Messe.“

„Die Branche hat uns klare Zeichen gegeben, die Messe mit aller Kraft zu ermöglichen – bis zuletzt haben wir um eine Durchführung gerungen“, so Buchmessedirektor Oliver Zille. „Leider führt jedoch die volatile pandemische Lage zu personellen Engpässen bei sehr vielen Aussteller:innen. In Abstimmung mit dem Beirat haben wir uns entschieden, die Veranstaltung abzusagen. Wir danken allen Aussteller:innen für ihr Vertrauen in die Leipziger Buchmesse sowie unserem treuen Publikum.“

„Die Absage der Leipziger Buchmesse ist ein schwerer Schlag für die Branche. Die Messe wäre für das Buch und alle, die dafür und davon leben, sehr wichtig gewesen. Nun fehlt den Verlagen und ihren Autor:innen einmal mehr jene so langersehnte Bühne“, so Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Die letzten Tage haben gezeigt, dass sich viele Verlage durch die Unplanbarkeit der Omikron-Variante dennoch außerstande sehen, eine feste Zusage zu geben. Wir danken all jenen Verlagen, die den Umständen zum Trotz zur Messe gekommen wären und haben zugleich Verständnis für alle, die sich dagegen entschieden haben. Mein großer Dank gilt außerdem der Politik, die das Stattfinden der Messe möglich gemacht hätte sowie Oliver Zille und seinem engagierten Team. Wir teilen die Enttäuschung aller Buchmenschen und freuen uns darauf, im Frühjahr 2023 endlich wieder in Leipzig zusammenzukommen.“

Aufgrund der kurzen Vorlaufzeit wird in diesem Jahr kein digitales Alternativprogramm umgesetzt.

Ausgewählte Preisverleihungen wie der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung am 16. März sowie der Preis der Leipziger Buchmesse am 17. März finden statt und werden gestreamt. Details werden zeitnah bekannt gegeben.

Die Leipziger Buchmesse 2023 findet vom 23. bis 26. März statt.

Text: Julia Lücke
Pressesprecherin Leipziger Buchmesse

Weitere Infos unter:

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