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Archiv des Autors: Lilli Vostry

Sommertheater Dresden im Bärenzwinger: Humorvolle Glücksjagd im Wilden Westen

19 Dienstag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Premiere von „Coltfingers letzter Schuss – Ein Shakespeare aus dem Wilden Westen“

Alle sind besessen von der Suche nach dem großen Glück und Geld. Da wechseln Liebe und Lüge, Freund und Feind von einem Moment zum nächsten im Stück „Coltfingers letzter Schuss – Ein Shakespeare aus dem Wilden Westen“ (Buch und Regie: Peter Förster). Die nunmehr 13. Inszenierung des Sommertheaters Dresden erzählt unterhaltsam, spannend und mit viel schwarzhumorigem, aktuellem Zündstoff über eine Gruppe von Auswanderern im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Premiere war am Freitag abend im überdachten Innenhof im Bärenzwinger.

Als Spielkulisse dienen Stellwände mit Saloon und Schwingtür, Planwagen und ein Indianermarterpfahl. Da nehmen die fünf jungen Schauspieler im wildem Rollen- und Kostümwechsel amüsant, zungenbrecherisch reimend und mit viel Situationskomik die klischeehafte Wildwest-Romantik der Karl-May-Filme ebenso wie westliche Werte und Willkommenskultur in Historie und Gegenwart näher unter die Lupe. Als heuchlerisch gut meinender, finsterer Typ im Anzug und Hut tritt der Geschäftsmann Coltfinger auf (Dominik Breuer), der trickreich versucht den Indianern ihr Land wegzunehmen. Ebenso naiv wie lässig begegnet ihm als stolzer Wild- wie Schürzenjäger der Häuptling „Ins Herz treffender Pfeil“ (Dennis Dagli). In die Quere kommt ihnen der schießwütige Cowboy und Depp Slaughterman (Simon Fleischacker). Außerdem bieten die zwei so reizenden wie cleveren Salongirls (Antonia Michalsky und Carolin Jakoby) mit scharf-witziger Wortmunition den Männern Paroli. Herzlicher Beifall vom Publikum.

Gespielt wird bis 18.8. und dann wieder vom 23.8. bis 4.9., täglich außer montags.

Text + Foto (lv)

http://www.Sommertheater-Dresden.de

 

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Galerie mit Weitblick Radebeul: Im Farbenmeer von Maria Mednikova

19 Dienstag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst

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Sommerlich beschwingte Malerei von Maria Mednikova zeigt derzeit eine Ausstellung in der Galerie mit Weitblick in Radebeul.

In farbenreiche Landschaften und an Sehnsuchtsorte entführt die Künstlerin Maria Mednikova derzeit die Besucher in der Ausstellung „Die Ewigkeit im Herz“ in der Galerie mit Weitblick auf der Oberen Bergstraße 13 in Radebeul.

Mit ihren Bildern taucht man in ein Farbenmeer aus leuchtend expressiven und zart pastellfarbenen, lebhaft wogenden Formen. Im Wechsel des Lichts und der Jahreszeiten sind Naturstimmungen und die Orte ihrer Reisen oft nur von knappen Linien umrissen in den luftig-leicht beschwingten Aquarellen und Tuschezeichnungen eingefangen. Die Mittagssonne in Montenegro strahlt über dem belebten Strand und einer kleiner Kirche. Ein rotes Boot ruht auf dem Wasser. Da schlängelt ein blauviolettes Band inmitten sandiger Landschaft „Auf der Dolmar“, verschwimmen Meer und Horizont in der „Boddenlandschaft auf Hiddensee“, spiegeln sich in den Ölbildern Himmel und Bäume im Wasser farbenfroh in einer Teichlandschaft oder strahlen warm im Abendlicht und wärmt die Wintersonne kahle Baumstämme.

Sommerbunte Gartenblumen und Stillleben mit Primeln, Tulpen und Äpfeln sind bezaubernd festgehalten. „Einzig auf die Farbe kommt es an“, sagt Maria Mednikova über ihre Arbeiten. Manchmal könne sie gar nicht so schnell malen wie sie sieht, da sich das Licht auch ständig ändert. Ihr Farbauftrag mit Spachtel ist ungeachtet dessen voller Schwung und Leichtigkeit. „Farben sind lebendig wie die Ewigkeit im Herzen, in ihnen sind alle Hoffnung, Liebe und Erinnerungen verankert“, sagt die Künstlerin.

Ihren ersten Malunterricht in Aquarellmalerei und Zeichnung erhielt Maria Mednikova mit zehn Jahren bei der Malerin Tamara Kawolina an der Akademie der Künste in St. Petersburg. Hier wurde sie 1977 geboren. Inzwischen ist sie in Dresden zuhause. Sie studierte Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule von 1997 bis 2004. Ihre Lehrer waren Siegfried Klotz, Elke Hopfe, Max Uhlig und Ralf Kerbach, bei dem sie nach ihrem Diplom außerdem drei Jahre Meisterschülerin bis 2007 war. Seitdem lebt und arbeitet Maria Mednikova mit ihrer Familie, ihr Mann Olaf Amberg ist ebenfalls Maler, als freischaffende Künstlerin in Dresden. Die Ausstellung ist noch bis 2. Oktober in der Galerie mit Weitblick in Radebeul zu sehen.

Geöffnet: Sa und So von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

www.doro-malerei.de Tel.: 0174 – 147 12 70

Text + Fotos (lv)

 

 

 

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Sommerausstellung in der Galerie Mitte: Es blüht die Fantasie…

19 Dienstag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst

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Eine Augenweide für die Sinne

Es blühen der Schalk, die Lebensfreude und die Sinneslust in farbenfroher Vielfalt der künstlerischen Handschriften. Leicht und beschwingt,witzig-hintergründig und zuweilen nachdenklich geht es zu in den rund 140 Arbeiten von 48 Künstlern aus Dresden, Leipzig, Augustusburg bis Gütersloh.
Zu sehen sind diese zurzeit in der Sommerausstellung „Es blüht…“ in der Galerie Mitte am Fetscherplatz/Striesener Str. 49, 2. Etage (noch bis 13. August).
Da sprießen Sommergewächse aller Art auf Leinwänden, Aquarellen, Druckgrafiken, Papierschnitten und Filzobjekten. Da prangen Blüten keck im Haar von Frauen oder umspielen nackte Körper und fliegt ein sonnengelbes Lachen aus einem Mund. Dem „Rosenkrieger“ mit Blütenkopf wachsen Dornen aus den Händen in einer Zeichnung von Katharina Probst. Neben ihm zieht in einem weiteren Blatt von ihr die „Schöne Gärtnerin“ alle Blicke und Insekten an.

Die Fantasie blüht in aller Fülle in einem Objektbild von Christoph Winkler, auf dem das Meer wogt mit seinen vielen Gesichtern und wundersamen Fundstücken. Einen alten schelmischen Satyr, halb Mann, halb Stier aus dionysischen Gefilden zeigt als graue Keramikplastik und mit strahlend blauem, efeuumkränzten Haupt der Künstler Rolf Büttner. Mit lustvollem Augenzwinkern hat Tanja Rein „Zwei Tittenfische“ im Meer in ihrer Aquarellzeichnung eingefangen. Ein Paar schwebt mit den Blütenkelchen und eine meerblaue Frau betrachtet ihr Spiegelbild in zwei Grafiken von Gudrun Trendafilov.

Traumhaft farbige Unterwasserlandschaften zeigt die russische Kunstfotografin Oxana Jad. Weit gereist sind offensichtlich die zwei ornament- und farbenreich bemalten Fußsohlen von Viola Schöpe. Inmitten einer Früchteschale mit Blüten liegt ein Fisch. „Der letzte Stör“ heißt die Installation von Susan Donath, die an den fragilen Zustand nicht nur der Natur erinnert.

Erstmals dabei mit ihren Werken in der Galerie Mitte sind der kolumbianische Maler und Grafiker Juan Miguel Restrepo mit seinen Bildern über Leben und Vergängnis sowie die beiden Dresdner Künstlerinnen Mirjam Moritz mit ihren heiter-erfrischenden Blumenstilleben und Kerstin Böttger mit filigranem Papierschmuck, Ketten- und Ohranhängern und poesiereichen Zeichnungen.

„Die Ausstellung will in dieser nicht gerade lebens- und kunstfreundlichen Zeit etwas Blühendes entgegensetzen und die Sinne anregen. Es geht um Mythen, Zuwendung, Träume und Illusionen und auch Visionen“, sagt Karin Weber, Kunstwissenschaftlerin und seit über 30 Jahren Galeristin. Sie kümmert sich außerdem als Geschäftsstellenleiterin beim Neuen Sächsischen Kunstverein um Ausstellungen, Führungen und Atelierbesuche bei Künstlern innerhalb der „Schule des Sehens“.
Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Di bis Fr von 15 – 19 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr  sowie nach Vereinbarung
Fon/Fax: 0351 – 459 00 52, Mobile: 0179 – 297 95 52

http://www.galerie-mitte.de

DSCF6382 Filzblumen von Claudia Müller,
Engel von Elena Pagel

DSCF6384Memento mori von Juan Miguel Restrepo, Der letzte Stör von Susan Donath

DSCF6389 Satyr von Rolf Büttner, Blumenstilleben
von Mirjam Moritz

DSCF6391Paar von Gudrun Trendafilov, Es blüht der Schalk…
von Heike Brettschneider

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„Tittenfische“ von Tanja Rein

DSCF6399„Rosenkrieger“ von Katharina Probst

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Papierschmuck von Kerstin Böttger

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Objektbild von Christoph Winkler

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Manuela Neumann

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Manuela Neumann

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Angela Hampel

DSCF6434Viola Schöpe

 

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SchaubudenSommer: Herrlich schräge Urlaubs(alb)träume

15 Freitag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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In herrlich verrückte Urlaubs(alb)träume über und unter Wasser und an der Strandmüllhalde verwickelt die Compagnie Buffpapier aus der Schweiz ihr Publikum derzeit beim Scheune-Schaubuden-Sommer. Zwei Männer und eine Frau verblüffen und begeistern in immer neuer, grotesk-komischer Maskerade mit vielen bekannten Film-Zitaten. Einer der Männer lacht immer höhnisch über sich selbst und die allgegenwärtige menschliche Dummheit und Ignoranz und man ist hin und hergerissen zwischen Lachen und Heulen, weil alles eigentlich tieftraurig ist – siehe der schwarze Delfin, der Rettungsanker und Liebesplatz in einem ist. Körpertheater für Geist und Herz vom Allerfeinsten! Schrill, zärtlich, liebevoll verzweifelt. Selten so gelacht.
Diese „Aqua Freak Show“ ist noch am heutigen Freitag abend bis Sonntag (17.7.) auf dem Schaubuden-Platz zu sehen. Rechtzeitig Plätze sichern!

Text + Fotos (lv)

http://www.buffpapier.ch

Heute bis Sonntag ist außerdem die neue Show „Schrödingers Datsche“ der Sängerinnen Annamateur und Cora Frost zu erleben. Leider war der Saal am Sonnabend kurz vor 22.30 Uhr schon proppevoll, schaffte ich es nur bis kurz vor die Tür… So dass ich die Vorstellung nicht sehen konnte. Dem Vernehmen nach soll sie nicht so gut wie letztes Jahr gewesen sein… Wer seine Eindrücke zur Show teilen mag – gerne auch auf diesem Blog.

Schwarzhumoriges Spiel um Glaube, Liebe und Hoffnung mit Cie. Tetes de Mules (Schweiz/Frankreich)

Ein schnauzbärtiger Spielertyp im karierten Anzug unterhält, trickst und führt die Zuschauer nonstop an der Nase herum mal mit Geldscheinen und Smartphones, mit Anrufen und Klingeltönen wie beim Glückslotto. Während hinter ihm eine schwarz verschleierte Gestalt in einem religiösen Andenkenladen jammert, weil ihr keiner etwas abkauft und der Mann zu nichts nutze ist. Er reicht ihr eine rote Rose auf Knien. Eine weiße, geisterhafte Gestalt mit Halskrause und Klotzschuhen schlurft über die Bühne und bewegt sich marionettenhaft, wie die schwarze Gestalt ihm befiehlt. Er stellt sich mit seinem Körpergewicht auf einen Plastbecher, ohne ihn zu zerdrücken und erweicht sie mit seinem Gitarrenspiel. Die schwarze Gestalt tritt ans Mikro, hebt den Schleier und singt mit ergreifender Stimme Fado, während unter ihrem Rock zwei Paar rotbestrumpfte, tanzende Beine zum Vorschein kommen. Schmerz, entfesselte Leidenschaft und Komik liegen nah beieinander bei dieser poetisch rätselhaften Reise in den Süden, die für viel Begeisterung beim Publikum sorgt. Die Show ist am heutigen Sonnabend und Sonntag noch mal zu sehen. Text + Fotos (lv)

http://www.pumcliks.ch

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  Beschwingte Klänge

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Mit fröhlich beschwingten und romantischen Klängen erfreut Akkordeonspieler
Frank Deutscher etwas abseits vom Trubel im Innenhof die Wartenden vor den
Buden vis a vis zum erfrischenden Springbrunnen. Da sieht man auch manch hingebungsvoll tanzendes Tangopaar spätabends unterm Sternenhimmel.

Text + Foto (lv)

Gilgamesch oder „Die göttliche Zähmung des Mannes ohne chirurgischen Eingriff“

Vor männlichkeitsstrotzender Kulisse entführt in anmutigen, kraftvollen und augenzwinkernd erhabenen Tanzbildern zu betörenden Sitarklängen, Gesang und Rezitation der Kathak-Tänzer Ahsan Nadeem Sheikh aus Pakistan in die altindische Sagenwelt.
Zu erleben noch bis Sonntag. Text + Fotos (lv)

http://www.ahsanadeem.de

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 Figurenzauber mit Musik auf dem Glückskarussell

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Fotos (lv)

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„Blickwechsel“ zwischen Farbe und Raum zeigen Petra Graupner und Jörg Mai in der Stadtgalerie Radebeul

14 Donnerstag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Bildende Kunst

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Die Künstlerin Petra Graupner vor ihrer Plastik „leicht“ und einer Waldlandschaft von Jörg Mai. Fotos: Lilli Vostry

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Blickwechsel zwischen Farbe und Raum

Das Schöne und Zerbrechliche des Moments zeigen Petra Graupner und Jörg Mai zurzeit in der Sommerausstellung des Radebeuler Kunstvereins in der Stadtgalerie in Altkötzschenbroda.

Filigran, bewegt, farbreich und vieldeutig halten Malerei, Grafik und Plastik von Petra Graupner und Jörg Mai lebhafte Zwiesprache in der diesjährigen Sommerausstellung des Radebeuler Kunstvereins. Ihre „Blickwechsel“ zwischen Farbe und Raum zeigen sie in der gleichnamigen Schau, die am heutigen Freitag abend, um 19.30 Uhr in der Stadtgalerie Radebeul in Altkötzschenbroda 21 eröffnet.

Es ist bereits die 19. Sommerausstellung im 20. Jahr des Bestehens des Radebeuler Kunstvereins. Rund 180 Atelierbesuche fanden schon statt. „Wir laden immer Künstler von auswärts ein, sich mit ihren Werken in unserer jährlichen Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul vorzustellen“, sagt die Vereinsvorsitzende Inge Bielmeier. Letztes Jahr war der Kunstverein bei den in Dresden lebenden Künstlern Petra Graupner und Jörg Mai zu Besuch. Gemeinsam ist ihren Arbeiten das vieldeutig festgehaltene Schwebende, Anmutige, Schöne und Zerbrechliche eines Augenblicks.

„Der Titel ,Blickwechsel` passt für die Plastiken und Bilder, da sie offen gehalten sind, Freiräume lassen und wir betrachten etwas aus verschiedenen Perspektiven“, sagt Petra Graupner. Ihre zart und zeichenreich einander umfließenden Figuren aus weißem Gips und Papier, mit schwarzer Tusche bemalt und die farbigen Zeichnungen auf luftig-weißem Seidenpapier zeigen spontane Momentaufnahmen verschiedener Landschaftsstimmungen, Porträts ihr vertrauter Menschen und tragen oft den Bildtitel  „unterwegs“. Ihr Unterwegssein in der Welt ebenso wie die tägliche Lebensreise spiegelnd. Grafik und Plastik sind ineinander verwoben, aufgebrochen und wirken wie Zeichnungen im Raum und auch in den Zeichnungen gibt es viele Zwischenräume zu entdecken.

In zarten Linienschwüngen und Farbspritzern, die Gesichter und Körperformen oft nur angedeutet, begegnen einem hellbraune „Geschwister“, dunkelhäutige Gestalten und ein Kopf mit Sonnenbrille und roter Nase überlagert von warm leuchtenden Erdfarben. Die Bilder entstanden nach einer Reise der Künstlerin nach Guinea-Bissao im Jahr 1990, wo ihre Tante mit ihrer Familie eine Zeitlang lebte. Ursprünglich wollte Petra Graupner, 1962 im Ostseebad Kühlungsborn geboren, Biologin werden, studierte aber dann doch Kunst zunächst im Abendstudium Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule und danach von 1982 bis `87 an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee, wo sie ein Diplom als Bildhauerin erwarb. Ihre Verbundenheit zu Natur und Tieren spiegeln all ihre Arbeiten. Eine „tanzende Hyäne“ kreist über roten und schwarzen Farbflächen. Ein „Dromedar“ wogt mit langem Hals in sehr aufgelöster Form vorbei und ein „Wüstenschiff“ mit Reiter.

Manchen Figuren wachsen Flügel aus dem Körper, schwerelos und Halt gebend, aber nicht fest stehend auf den Sockeln, sondern im Bewegungsfluss. Geformtes und Zufälliges fließen zusammen. Ein Mädchen aus der Figurenserie „…am fluss“ hält einen Schutzschild oder Fundstück mit Pflanzenabdruck in den Händen. Demgegenüber hängen die Ölbilder mit Eitempera von Jörg Mai in starken Farbkontrasten. Zartgrün getupfte, morgenklare, dunstige und dunkelgrüne Landschaften am Waldsaum mit Wolkenballung und glühend rotem Abendhimmel über blauen Kornfeldern im Erzgebirge und vis a vis dazu eine Ansicht einer riesigen Flammenwolke hinter Bäumen. Hinter dem Bildtitel  „Sonnenuntergang in Altkötzschenbroda“ versteckt sich eine trügerische Idylle eines Mannes inmitten einer wie umgepflügten Flusslandschaft in grellorangenen und braunen Farbtönen.

„Die Landschaft ist für mich faszinierendes Ereignis, Fluchtpunkt, schillernder Sehnsuchtsort und in ihrer Prachtentfaltung, Gnadenlosigkeit und Dramatik ein großes Bühnenstück“, sagt Jörg Mai über seine Malerei. Ihn interessiert dabei die Veränderung des Raumes, die Plastizität durch das Spiel von Licht und Schatten und er setzt sich ebenso mit Umweltthemen wie ihrer Überformung durch uferlose Lebensgier und permanente Kultivierung auseinander in seinen Bildern. Jörg Mai wurde 1966 in Dippoldiswalde geboren und wandte sich nach einer Ausbildung zum Glasbläser intensiv der Kunst zu. Er studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und ist seit 2001 freischaffend in Dresden tätig. Einen Galerierundgang mit den Künstlern gibt es am 31. Juli um 16 Uhr. Die Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul ist noch bis 21. August zu sehen.

Geöffnet: Di., Mi., Do. und So. von 14 – 18 Uhr

Kontakt: Radebeuler Kunstverein e.V., Tel.: (0351) 830 3900

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Sommertheater mit Puppen: Die kleine Meerjungfrau im Sonnenhäusel Großer Garten

12 Dienstag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Bianka Heuser spielt mit viel Humor und Liebe

Die Sonne strahlt auf die wundervolle bunte Wasserwelt aus wehenden Tüchern. Ein lispelnder Fisch prahlt, wie er gerade gegen einen Hai kämpfte und einer Riesenkrake die Fangarme verknotete. Einen Moment später ist er im Netz gefangen, wo er cool „abhängt“. Später begleiten der Fisch Fabius und ein gelber Seeigel als humorvolle Beschützer die kleine Meerjungfrau auf ihrer Reise in die Menschenwelt.

Mit viel Witz und Poesie erzählt und spielt die Schauspielerin und Puppenspielerin Bianka Heuser derzeit das Märchen „Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen im Puppentheater Sonnenhäusel im Großen Garten. (weitere Aufführungen: 13. und 14.7., 10 Uhr, 16.7., 16 Uhr und 17.7., 11+16 Uhr).

Sie ist bereits zum dritten Mal zu Gast beim Sommertheater mitten im Grünen. Da mischen sich Vogelzwitschern und Meerrauschen, sitzt die kleine Meerjungfrau Arielle auf dem roten Korallenriff und sehnt sich verliebt nach dem Prinzen, den sie vor dem Ertrinken rettete. Um Beine wie die Menschen zu bekommen, verkauft sie der Meerhexe ihre Stimme. Alles ist neu und fremd an Land für die Wassernixe und wenn sie die Liebe des Prinzen nicht gewinnt, verliert sie ihr Leben. Doch anders als im Originalmärchen gibt es hier ein Happy End. Ebenso romantisch wie vergnüglich und verständlich für kleine Zuschauer erzählt das Stück, welche Hindernisse zu überwinden sind, wenn zwei verschiedene Welten sich begegnen, bis die Meerjungfrau und der Prinz einander finden.

Fasziniert und gebannt lauschen kleine und große Zuhörer, der jüngste knapp zwei auf dem Schoß von Oma, dem Märchenzauber. „Wichtig ist mir, dass es für Große und Kleine spannend und unterhaltsam ist“, sagt Bianka Heuser. Reizvoll sei am Puppenspiel auch die andere Art des Spiels. „Zum einen schlüpft man stimmlich und gedanklich immer in eine andere Figur, andererseits muss man sich selbst zurücknehmen. Und erst einmal herausfinden, wie Puppen sich überhaupt bewegen, blicken und sprechen.“ Viel gelernt habe sie hierbei von ihrem gestandenen Puppenspielerkollegen Jörg Bretschneider vom Dresdner Figurentheater, der meist Regie führt und auch mal ohne Puppen mit ihr gemeinsam auf der Bühne steht in Schauspiel- und Comedy-Programmen.

Bianka Heuser bevorzugt eine offene Spielweise und tritt immer mit einer Figur selbst in Erscheinung beispielsweise als böse Meerhexe oder als Mädchen Anna Barbara auf der Suche nach dem Glück in ihrem Lieblingsmärchen „Der goldene Taler“ nach Hans Falladas Geschichte aus der Murkelei. Nach ihrem Schaupielstudium an der HFF Potsdam Babelsberg war sie am Theater in Schwedt und an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul engagiert. Seit 2007 ist Bianka Heuser freiberuflich als Schauspielerin und Puppenspielerin mit ihrer „Theatermanufaktur Dresden“ und über einem Dutzend Stücken für Kinder und Erwachsene im Repertoire unterwegs.

Sie spielt in Theatern und Clubs, bei Straßenfesten wie dem Inselfest Laubegast (am 13./14. August) und dem Hechtfest Ende August und gastierte auch schon bei  Puppentheaterfestivals in Nashville, Taiwan und Iran. Ihre Spiellust und komödiantische Ader lebt Bianka Heuser außerdem im Dresdner Comedy & Theaterclub im Kügelgenhaus aus, wo sie nach der Sommerpause im Herbst wieder in zwei Programmen zu dritt auftritt: im Schauspiel-Kabarett „Und ewig bockt das Weib“ und in “Kaviar, Sex und russisch Brot” sowie ihrer One-Woman-Show „Sex? Aber mit Vergnügen!“ von Franca Rame und Dario Fo unter Regie von Matthias Nagatis ab 23. September im Kunstkeller auf der Radeberger Straße 15. Inzwischen will sie weder das Puppenspiel noch die Schauspielerei missen. „Beides ist erfüllend und macht Spaß, mit allen Strapazen und wird nie langweilig“, sagt Bianka Heuser schmunzelnd.

Text + Fotos (lv)

http://www.theatermanufaktur.de

Kartenvorbestellung für das Sonnenhäusel: 0152 – 295 80 777

Weitere Puppenspiel-Aufführungen

* Der kleine Angsthase mit Jörg Bretschneider am 14.7., 10 Uhr
* Rumpelstilzchen mit Volkmar Funke am 19., 20. und 21.7., 10 Uhr
und  23.7., 16 Uhr, 24.7., 11+16 Uhr
* Zwerg Nase mit Volkmar Funke am  26., 27. und 28.7., 10 Uhr, 30.7., 16 Uhr
und 31.7., 11+16 Uhr
* Der kultivierte Wolf mit Marie Bretschneider am 2., 3. und 4.8.,, 10 Uhr
* Lieschen Radieschen mit Marie Bretschneider, Premiere am 13.8., 16 Uhr
und 14.8., 11+16 Uhr

 

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19. Scheune-Schaubuden-Sommer: Elf Nächte voller Budenzauber

08 Freitag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Kultur

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Poetisches Papiertheater mit Maayan Iungman aus Israel.

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Flippig-freizügige Musikperformance „Alles Klar!“ mit den Bad Girls Alice und    Claire.

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Witzig-charmantes Varietée-Theater, klein aber oho, zeigt der Franzose Jean    Francois Verdot mit seinem Kabaret de Poche.

Eine geballte Mischung aus Lachen, Lust,
Sinnlichkeit und Gänsehaut

Ein Gewirr aus Netzen und bunt flimmernden Lämpchen hängt wie Traumfänger über den Zelten und Buden. Da wachsen manchem gar Flügel angesichts all der fantasievoll verrückten Attraktionen beim 19. Scheune-Schaubuden-Sommer, der am Donnerstag abend seine Pforten in der Dresdner Neustadt öffnete. Die luftig-versponnene Platzinstallation gestaltete das chilenische Künstlerpaar Muriel Cornejo und César Olhagaray.

Zum Schauen, Staunen, Schmunzeln und Entdecken laden über 70 internationale Künstler elf Tage lang bis 17. Juli in den Scheune-Garten auf der Alaunstraße ein. Außerdem vergrößert sich das Vergnügen in diesem Jahr um drei weitere Spielstätten: Das Projekttheater, Thalia Kino und die Groove Station locken ebenfalls mit witzig musikalischen und theatralischen Performances, wie das zwischen Irrsinn und Idyll spielende weltmusikalische Spektakel des bayerischen „Gankino Circus“ oder die Chaos-Musik-Comedy-Kapelle The Fuck Hornisschen Orchestra aus Leipzig. Jeden Abend stehen zwölf bis fünfzehn verschiedene Shows zur Auswahl bei diesem Festival für Träumer, Nachtschwärmer und schräge Vögel.

An Stelle des bisherigen Zeltcafés dreht sich jetzt das einzigartige, caféähnliche Nostalgiekarrussell des Dr. Eisenbarth, das sich in Bewegung setzt mit den Besuchern und gewitzten Gestalten im Stil der Commedia dell`arte und angetrieben wird von den übermütigen Klängen querbeet durch alle Musikstile der Band „Bardomaniacs“ aus Berlin. Die Wanderbühne aus der Schweiz ist noch bis Sonntag beim Schaubudensommer. Dann überrascht eine neue Crew das Publikum. Am Eröffnungsabend war der Platz mit der großen neuen Freiterrasse mit Sitzstufen zunächst noch halbleer. Doch vor den Buden standen die Schaulustigen erwartungsvoll Schlange. Egal wo man gerade hineingerät, falls kein Platz mehr frei ist. Hauptsache es ist besonders und außergewöhnlich, davon lebt schließlich der Schaubuden-Sommer.

In den Vorstellungen werden auch alle Register gezogen und alle Sinne, mal feiner und gröber Lachen, Lust, Nachdenken oder Gänsehaut provozierend, gereizt. Auf die Suche nach dem sagenhaften, dunkel geheimnisvollen Eldorado und seinen Glücksversprechen geht in der gleichnamigen Tanztheater-Aufführung die Dresdner JuWie Dance Company im Projekttheater. Rund um einen gelben Altar mit weißer Hülle, der mal Wasserfall und Brautkleid ist, recken sich drei weißmähnige Gestalten wie Naturgeister, die Strandgut wie eine zerbrochene Rüstung umkreisen. Mittendrin ein kraftvoll steppendes, leidenschaftlich im Widerstreit seiner Wünsche kämpfendes Paar. Weitaus eindeutiger, wild, frech und schamlos sexy geht es zur Sache in der Show „Alles Klar!“ mit den zwei deutsch-russischen „Bad Girls“ Alice und Claire, die singend und tanzend im roten Schummerlicht in ihr schrill-spaßiges Liebeswunderland mit heißem Electric PornPunk und Videos im Hintergrund entführen.

Im Zelt nebenan verzaubert mit still poetischem und sinnlichem Papiertheater zu sanften Geigen- und Naturklängen Maayan Iungman aus Israel. Sie sitzt hinter einem Berg zerknüllten Papiers, weggeworfener Ideen an einem Tisch im Glühlampenschein bei fast leerem Rotweinglas. Plötzlich beginnen die Blätter sich zu bewegen, hüpft eine Papierfigur hoch zu den Wolken, blüht auf mit den Blumen und erhält Besuch von einer Papierfrau, die aus der Mondkugel steigt und zuletzt fliegen mit den Blättern, die umher schwingen wie Vögel ihre Wünsche in die Welt. Im Zelt vom Kabaret de Poche aus Frankreich strahlt der Mann im schwarzen Anzug mit Zylinder, Jean Francois Verdot, da Frankreich gerade im EM-Fußballspiel 3 : 1 gegen Deutschland gewonnen hat. Das Nostalgiekarussell dreht eine Ehrenrunde und spielt beschwingt die Marsellaise und den Ohrwurm Champs Elysees. Während der Puppenspieler Verdot drinnen mit verschmitztem Charme das berühmte Varitée-Theater Moulin Rouge mit roter Windmühle und Zirkusdarbietungen, eigenem Knetpublikum, lustiger Akrobatik und Cancan tanzenden Kühen im Taschenformat grandios erstehen lässt.

„Den Spanier im Großen Saal müssen Sie unbedingt sehen! Der ist grandios“, schwärmt eine Besucherin. Der Zauber wird weitergegeben. Auch das adrette Einlasspersonal gibt gern Geheimtipps weiter und weist den Weg im Getümmel. Dazu zählen an den nächsgten Abenden der „zeitgenössische Mozart“, Musikperformer John Moran aus New York und der sehr elastische Körperartist Robert Muraine aus den USA. Die Sängerinnen Annamateur und Cora Frost stehen erstmals gemeinsam auf der Bühne mit ihrem schrägen Programm „Schrödingers Datsche – ein deutscher Abend voller Wahn-Zen“ (vom 15. – 17. Juli im Saal). Viel Spaß auch für kleine Zuschauer mit Clowns, Puppenspielern und Magiern, Zuckerwatte und Eselreiten gibt`s zur Familien-Schaubude nur an diesem Sonntag ab 15 Uhr. Nach Mitternacht spielen für Unermüdliche im Festivalclub die angesagtesten Bands.

Der Schaubuden-Platz hat täglich ab 20 Uhr geöffnet. Eintritt: 2,50 Euro. Ein Einzelticket kostet 5, ein  Dreierticket für die Shows 12 Euro.

Text + Fotos (lv)

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Hereinspaziert zum 19. Scheune-Schaubuden-Sommer

04 Montag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Auf der Gartenbank mit...

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bank3 Auf der Gartenbank mit…. Helmut Raeder und Heiki Ikkola, künstlerische Leiter des Festivals für Theater, Vergnügen und Musik

„Die Schaubude erfindet sich immer wieder neu“

Der 19. Scheune-Schaubuden-Sommer lockt vom 7. bis 17. Juli  wieder kleine und große Besucher mit buntem, komödiantischen Treiben voller Witz, Poesie und Eigenartigkeiten. Über 70 Künstler aus aller Welt laden mit 12 bis 15 Shows allabendlich zum Wandeln, Staunen und Entdecken auf dem fantasievoll verwandelten Platz hinter der Scheune auf der Alaunstraße ein.

Über die Ursprünge, das besondere Flair und Neuheiten sprach ich mit  Helmut Raeder und Heiki Ikkola, den beiden künstlerischen Leitern des Festivals für Theater, Vergnügen und Musik.

Wie begann der Schaubuden-Sommer?

Helmut Raeder: Wir kennen uns schon lange, anfangs umherziehend durchs Land. Ich war mit meiner Gauklertruppe „Spieltour“ und Heiki mit seinem „Theater Circus Kaos“ auf diversen Volks- und Wohngebietsfesten unterwegs, als fahrendes Volk engagiert und erfanden den alten Berufsstand neu mit spielerischen Aktionen, Theater, Musik und Bildender Kunst. Das war eine der Keimzellen des Schaubudensommers. Dann studierte Heiki Puppenspiel an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin und in der Zeit entstanden auch der „Zirkus Luft“ und das „Eselnest“ in Dresden. 1997 war die Zeit reif für ein neues Projekt, der erste Schaubuden-Sommer fand auf der damaligen Hundewiese hinter der Scheune statt.

Heiki Ikkola: Es war uns auch wichtig, aus Brachflächen Möglichkeitsräume zu schaffen. Ein Platz im Herzen der Neustadt und man fragt sich: Was ist unter dem Gras? Eine Art Wundermittel, das immer neue Ideen sprießen lässt…

Wie wirkte das aufs Publikum?

Helmut Raeder: Die erste Zeit reagierten die Besucher zurückhaltend auf das Zelttheater. Während die Hundebesitzer immer noch kamen und irritiert schauten. 1998 kam Heiki Ikkola dazu, der damals als Puppenspieler und Regisseur am Theater Junge Generation arbeitete. Er drückte mir eine Dia-Show-Serie vom Flohmarkt in die Hand: „Verhalte dich richtig in Krisensituationen“. Das war unser Wiedersehen.

Heiki Ikkola: Damals hatte gerade der Irak-Krieg begonnen. Wir wollen auf verschiedene Art unterhalten und die Zuschauer in unterschiedlichste Welten, auch Abgründe, entführen. Die Begegnung mit dem Fremden als Bedrohung und Chance, dieses Thema taucht immer wieder auf, sowohl heiter, warmherzig als auch als Stolperstein und mit Gruselkick, der erhellt oder befreiendes Lachen auslöst.

Woher kommen die Anregungen für den Schaubudenzauber?

Helmut Raeder: Einerseits aus der Straßentheater-Kultur, die wir auf Festivals in Polen und Holland erlebten und es spielen auch Kindheitserlebnisse mit Geisterbahnen und ausgestopften Walen auf Jahrmärkten eine Rolle. Die Form ist alt, der Inhalt immer wieder neu. Wir wollen außerdem zeigen, wie schön das Leben ist, wenn Kulturen aus aller Welt, Junge und Ältere auf diesem Platz zusammenkommen und möchten die Besucher faszinieren und verzaubern. Es ist ein Ort des Vergnügens und der Kommunikation, wo man einander erzählt und weiterempfiehlt, was man gerade gesehen hat.

Inzwischen stehen die Besucher Schlange vor den Buden, gerät der Platz an seine Grenzen…

Helmut Raeder: Es ist natürlich ein Anreiz und eine Herausforderung für die Künstler, so dicht am Publikum zu spielen, lustig und originell für ihre Vorstellungen zu werben neben einem Dutzend Kollegen. Inzwischen haben wir pro Abend tausend Besucher, die sich individuell ihr Programm zusammenstellen können. Dieses Jahr haben wir drei neue Spielorte, um den Besucheransturm etwas aufzulockern. Das Projekttheater mit theatralischen Aktionen, die Groovestation mit einigen musikalischen Acts und das Thalia-Kino u.a. mit einer Livevertonung alter Stummfilme.

Was steht zum Familientag auf dem Programm?

Heiki Ikkola: Am 10. Juli werden von 15 bis 18 Uhr alle Künstler auf dem Platz Kinder-Programme zeigen. Außerdem dreht sich das Theaterkarussell des Dr. Eisenbarth wieder mit Livemusik und kurzen Showdarbietungen.

Was sind ihre persönlichen Favoriten in diesem Jahr?

Helmut Raeder: Ich freue mich besonders auf zwei spanische Tänzer, die leidenschaftliches Tanztheater unter dem Titel „Postscriptum“ zeigen werden.

Heiki Ikkola: Ich bin gespannt auf den Musikperformer John Moran aus New York, der verschiedene Sounds aus Alltagsgeräuschen mixt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Lilli Vostry

Foto: SchaubudenSommer/André Wirsig

Das komplette Programm steht unter www.Schaubudensommer.de

Tickets gibt es nur an der Abendkasse: 1 Kurzvorstellung (ca. 20 – 30 Minuten) kostet 5 Euro; 1 Dreier-Ticket: 12 Euro; die erm. Karte für Kinder abends (5 – 12 Jahre) kostet 2 Euro

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Sommertheater der Comödie Dresden: „Scharfe Brise“

04 Montag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Theater

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Burlesque Späße am Tittisee

Sie sind cool, knackig braun und helfen den Damen gern beim Eincremen. Doch die Badegäste im Freibad am Tittisee bleiben aus, seit in der Nähe ein Freizeitbad mit vielen Attraktionen eröffnet hat. Das soll sich mit einem heißen Event, einer Burlesque-Show, ändern.

Dabei geht es ebenso humorvoll wie offenherzig zur Sache in der Komödie „Scharfe Brise – Die Rettungsschwimmer vom Tittisee“ von Christian Kühn. Die Premiere war am Freitag abend beim nunmehr zweiten Sommer-Open-Air im Innenhof des Hotel Elbflorenz neben der Comoedie Dresden.

Die Stimmung ist zunächst eher lau als heiß und das Stück plätschert wenig spannend vor sich hin (Regie: Oliver Geilhardt). Die Rettungsschwimmer halten mit dem Fernglas vergebens nach hübschen Besucherinnen Ausschau. Ein paar alte, blassblaue und rosa angestrichene Umkleidekabinen, ein Hochsitz und eine Imbissbude dienen als Spielkulisse. Die Zuschauer sitzen rings um den „Badesee“, der eher einer großen Pfütze gleicht. Da nehmen der lässige Möchtegern-Playboy Georg (Christian Backhauss) und der etwas begriffsstutzige, Sprüche klopfende und breit sächselnde Patrick (Philipp Richter) erst einmal den Neuen, den attraktiven Praktikanten Marcus (Jan Kittmann) ins Verhör. Georg wittert in ihm sofort einen Rivalen seiner heimlich verehrten Imbissdame Doris (kess auch als singende Entertainerin: Stefanie Dietrich).

Da bekommt jeder sein Fett ab, gibt es  überraschende Liebesgeständnisse und Outings, in anderen, wärmeren Gewässern zu fischen. Da hilft Doris, begeistert von einer Burlesque-Show, den Jungs auf die Sprünge, um in Aktion zu treten als Eventbademeister. Statt Schlabberlook tragen sie jetzt knallorangene, enganliegende Badehosen und lassen nacheinander die Hüllen fallen. Mit dem Ruf: „Wir schaffen das!“ verblüffen und erheitern sie in immer neuer Kostümierung zu heißen karibischen und Rock`n`Roll-Klängen: im Glitzerfummel mit Federboa, mit Wasserpistolen ins Publikum zielend, als fesche Matrosen mit Papierschiff, Kraftprotz und Dompteur mit Raubkatze. Die witzig-frivolen Burlesque-Nummern zu mitreißender Musik trösten über die dürftige Handlung hinweg in dieser luftig-leichten Sommerkomödie mit viel Augenzwinkern. Viel Beifall gab es dafür vom Publikum.

Nächste Aufführungen: noch bis 20. August; von Mi – Sa. um 20 Uhr im Innenhof des Hotel Elbflorenz, Rosenstr. 36 in Dresden

Tickets an der Theaterkasse der Comödie Dresden (im World Trade Center): Mo – Sa 10 – 18 Uhr und im Internet: http://www.comoedie-dresden.de

Foto: Robert Jentzsch

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Ruhm und Ehr: der Dresdner Verein „Goldstück“ ist Bundespreisträger bei startsocial

01 Freitag Jul 2016

Posted by Lilli Vostry in Lebensart

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startsocial_gruppenfoto_bundesregierung_sandra_steins

goldstueck

Glanzvoller Auftritt für die rührigen Vereinsfrauen vom Goldstück e.V. aus
Dresden in Berlin: Elisabeth Renschen und Frauke Angel wurden mit einer Ehrenurkunde und einem Coaching ausgezeichnet von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schirmherrin des Wettbewerbes startsocial. Fotos: Bundesregierung/Sandra Steins

Älter werden mit Freude und Glanz

Der Verein „Goldstück“ e.V. bringt in originellen Projekten junge und alte Menschen zusammen und gehört zu den 25 besten Initiativen im bundesweiten Wettbewerb startsocial „Hilfe für Helfer“. Mit Preisverleihung im Bundeskanzleramt.

Fröhliches Stimmengewirr erfüllt das sonnige Foyer. In der Mitte steht eine Birke als „Baum der Erinnerung“. Die Zweige sind mit lustig bemalten Kindergesichtern und bunt gefiederten Vogelhäuschen aus Pappe geschmückt. Rund um den Stamm liegen bemalte Steine mit den Namen der Kinder. Und es gibt einen Briefkasten, wo die Post mit den Wünschen der Senioren gesammelt und weitergeleitet wird.
Weiße Papiersterne schweben von der Decke herab für die Menschen, die nicht mehr leben und die sie vermissen.

Rings um den „Baum der Erinnerung“ stehen und erfreuen sich die Kinder und Heimbewohner, einige sitzen im Rollstuhl, an ihrem gemeinsamen Werk. Diesen farbenfrohen Sehnsuchtsort, der den Senioren bleibt, wenn sie nach dem Besuch wieder allein sind und alles still ist, gestalteten die Kinder aus der Kita „Fröbelzwerge“ zusammen mit Bewohnern des Seniorenwohn- und Pflegeheims „Haus Löbtau“.

Begleitet wurden sie vom 2015 gegründeten Verein „Goldstück e.V. – Bring Herz ins Heim“, der Alt und Jung durch gemeinsame Aktivitäten zusammenbringen, Gesichter aufhellen, Freude, Frohsinn und Abwechslung in den Heimalltag bringen möchte. Das erste Projekt der „HeimArt-Reihe“ fand Ende Januar im „Haus Löbtau“ statt, gefördert aus Mitteln der Robert-Bosch-Stiftung und der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

„Wir wollen der Vereinsamung alter Menschen in unserer Gesellschaft mit Spaß, Herz und Hingabe entgegen treten. Damit Altwerden nicht länger hinter verschlossenen Türen, sondern im Zusammensein der Generationen stattfindet“, sagt Frauke Angel. Sie ist ursprünglich Schauspielerin und gestaltet jetzt kreativ-spielerische Projekte mit jungen Leuten in Senioreneinrichtungen in Dresden. Zusammen mit der Unternehmerin Elisa Renschen rief sie den „Goldstück“ e.V. ins Leben mit derzeit rund einem Dutzend Mitstreiter. Außerdem sind Schüler, Azubis, Studenten und andere Interessierte eingeladen, mit ihnen Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen zu besuchen, um die Bewohner weiter teilhaben zu lassen am sozialen und kulturellen Leben, Freundschaften zu schließen und Feste zu feiern.

In Vorbereitung sind neben den HeimArt-Kunstprojekten auch offene „HeimSpiel“-Nachmittage, wo Besucher und Bewohner etwas miteinander tun, spielen, gestalten, vorlesen, erzählen, singen, musizieren oder spazieren gehen… Außerdem beschert der Verein „HeimGlück“, indem er älteren und bedürftigen Menschen individuell ihre Herzenswünsche erfüllt. „Wir erleben eine große Dankbarkeit bei den Bewohnern und es besteht auch großes Interesse, die Projekte weiterzuführen“, so Frauke Angel. Damit glänzte der Goldstück-Verein auch beim bundesweiten Wettbewerb startsocial „Hilfe für Helfer“, wo die zwei Frauen unter den 25 innovativsten neuen Initiativen nun eingeladen sind zur Preisverleihung ins Bundeskanzleramt am 15. Juni. Mit einem Geldpreis hat es zwar leider nicht geklappt. Dafür gratulierte ihnen Bundeskanzlerin Angela Merkel persönlich mit Erinnerungsfoto.

Das neueste Projekt des Goldstück e.V. heißt „Wir sind Helden“, bei dem junge und alte Menschen aus einem Seniorenheim am Blauen Wunder sich zurzeit gegenseitig fotografisch in Szene setzen und fragen, worauf sie stolz sind und was sie in ihrem Leben schon bewegt haben. Die Bilder und Geschichten werden anschließend in einer Ausstellung gezeigt.

Kontakt zum Goldstück e.V., Washingtonstr. 16/16a, 01139 Dresden.
Tel.; 0172 – 845 86 73
http://www.goldstück.org

 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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