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Kategorien-Archiv: Literatur

Festival „Literatur Jetzt“ im Zentralwerk

23 Mittwoch Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie

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Mit Lyrik-Abend in Ateliers, Nacht der Lesebühnen und Kinderliteratur-Festival

Heute abend startet wieder das Festival „Literatur JETZT“ (bis 27.9.). Mit viel Liebe und Engagement haben die Initiatoren wieder ein interessantes Programm zusammengestellt, im Zentralwerk zu sehen. Tickets kann man auch vorab buchen, bei einigen Veranstaltungen ist das sogar zu empfehlen. Sagt es gern weiter!

Alle Veranstaltungen (mit Außnahme des Reporterslams) im Zentralwerk in Pieschen,Heidestraße.

Mi 23.09.

19:00 Zentralwerk

Eröffnung Literatur Jetzt! 2020

Traum und Trauma – Ingeborg Bachmann

Mit Sandra Hüller und Jens Harzer

Ingeborg Bachmann (geb. 1926 in Klagenfurt, gest. 1973 in Rom), Lyrik-Star, Philosophin, Opernlibrettistin und Romanautorin, rastlos, unbestechlich und kompromisslos in der Liebe wie im Leben, immer nah am Abgrund. Ihr Vater ein Nazi. Als sie kurz nach dem Krieg Paul Celan begegnet, begreift sie den tiefen Riss zwischen den Familien der Täter und denen der […]

Do 24.09.

18:00 Zentralwerk

Drei Stimmen – Drei Räume – Drei Stationen

Zentralwerk der Poesie

Mit Mirko Bonné, Undine Materni und Kerstin Preiwuß

„Zentralwerk der Poesie“ ist der Lyrikabend von „Literatur Jetzt!“ und längst eine feste Größe im Programm. Hier kann man neue und bekannte Stimmen der modernen Poesie bei etwa fünfzehnminütigen Lesungen an wechselnden Orten kennenlernen und sich dabei auch in drei sonst nicht zugänglichen Ateliers des Zentralwerks umsehen. Das lyrische Erlebnis wird musikalisch begleitet. In diesem […]

19:30 Zentralwerk

Romanlesung

Saša Stanišić liest aus „Herkunft“

So komplex die Frage nach der Herkunft ist, so zahlreich sind die Antworten, die man darauf geben kann. Im neuen, mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Roman von Saša Stanišić begegnet der Leser einem Autor, der, aufgewachsen in einer bosnisch-serbischen Familie, gleich zwei Heimaten verloren hat: Višegrad an der Drina und Jugoslawien. Volker Weidermann vom „Spiegel“ […]

21:00 Zentralwerk

Abend der komischen und satirischen Literatur

Nacht der Lesebühnen

Mit Maik Martschinkowsky, Susanne Riedel, Heiko Werning und Musik von Jan von Im Ich

Zur Vielfalt der Literatur gehört nicht nur der tiefe Ernst und der poetische Zauber, sondern auch das befreiende Lachen. Zur „Nacht der Lesebühnen“ begrüßt das Festival Literatur JETZT! wieder vier Autorinnen und Autoren des komischen Fachs, die regelmäßig mit heiteren Geschichten über die Abgründe des Alltags und satirischen Angriffen gegen die Weltordnung das Publikum beglücken. […]

23:00 Zentralwerk

Live-Hörspiel: „Giganten des Universums“

von und mit Candlelight Dynamite

Giganten des Universums von Candlelight Dynamite: ein Theater-Remmidemmi durch alle Instanzen des Fantasy-Action-Hero-Adventures mit Muskeltypen, Prinzessinnen, Schwertern und Synthi-Sounds. Empfohlen ab 12 Jahren. „Skeletor, der Herr des Bösen, befindet sich auf seiner Burg Drachenstein auf dem Planeten Eternia und sucht nach einer neuen Waffe für seinen Kampf gegen He-Man. Der Hass auf seinen Rivalen ist […]

Fr 25.09.

19:00 Zentralwerk

Romanlesung

Paula Irmschler liest aus „Superbusen“

„Paula Irmschler lesen ist wie Saufen mit der besten Freundin, aber ohne Kater. Magisch.“ (Margarete Stokowski) Gisela zieht nach Chemnitz, weil sie nicht weiß, wo sie sonst hin soll. Dort lernt sie verschiedene Menschen, insbesondere tolle Frauen, kennen, die sich voneinander endlich verstanden fühlen. Gemeinsam gehen sie auf linke Demonstrationen, hängen viel rum und machen […]

21:00 Zentralwerk

Pop & Poesie-Show mit Jarii van Gohl

Mit dabei: Jen Bender vom Großstadtgeflüster, Francesco Wilking von Die Höchste Eisenbahn und Überraschungsgast

Die große literarisch-musikalische bis anarchische Abendshow mit Jen Bender von der Band Grossstadtgeflüster, Francesco Wilking von Die Höchste Eisenbahn und einem Überraschungsgast, moderiert und bespielt von Jarii van Gohl. Nach einer kultigen Talk Show in der GrooveStation Dresden und später auch im Heimathafen Neukölln in Berlin kapert der Hobby-Entertainer Jarii van Gohl mit seiner Pop […]

Sa 26.09.

11:00 Zentralwerk

Literatur FETZT! Kinderliteraturfestival

Jo Hecker: „Frag doch mal … die Maus!“

Spannende Experimente zum Ausprobieren, Forschen und Staunen

Ihr wollt wissen, warum Astronauten Windeln tragen und habt viele andere Fragen? Dann kommt zur Show voller Antworten! Am Ende gibt’s Autogramme und echten Kunstschnee zum Mitnehmen. Jo Hecker ist Ingenieur, Wissenschafts-Journalist, Buchautor und Science Entertainer und reist mit seiner Show von Thailand bis Alaska. Eintritt frei!

15:00 Zentralwerk

Literatur FETZT! Kinderliteraturfestival

Sabine Engel: „Bühne frei für Ben“

Für Erstleser

Ein Plan muss her…! Denn Ben soll mit Glitzerleggins ausgerechnet als Prinz, statt in einer coolen Rolle, zum jährlichen Schultheater auftreten. Eine humorvoll erzählte, leicht lesbare Schulgeschichte. Eintritt frei!

17:00 Zentralwerk

Literatur FETZT! Kinderliteraturfestival

Jörg Isermeyer: „Lyrik-Comics als Bilderbuchkino“

Für Kinder in den besten Jahren und die ganze Familie

Gedichte von Ringelnatz bis Rautenberg hemmungslos in Text, Bild und Klang mit Gesang, Gerassel & Gerumpel umgesetzt, könnt ihr von und mit Jörg Isermeyer erleben. Dabei gibt es nicht nur was auf die Ohren, wir gleiten auch in dem von Stefanie Schweizer bei Beltz für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiertem Band staunend von Bild zu Bild. […]

17:00 Zentralwerk

Politische Autobiografie

Christian Baron liest aus „Ein Mann seiner Klasse“

Lesung und Gespräch

„Mochte mein Vater auch manchmal unser letztes Geld in irgendeiner Spelunke versoffen, mochte er auch mehrmals meine Mutter blutig geprügelt haben: Ich wollte immer, dass er bleibt. Aber anders.“ Kaiserslautern in den neunziger Jahren: Christian Baron erzählt die Geschichte seiner Kindheit, seines prügelnden Vaters und seiner depressiven Mutter. Er beschreibt, was es bedeutet, in diesem […]

19:00 Zentralwerk

Romanlesung

Frank Goldammer liest aus „Zwei fremde Leben“

Eine packende und bewegenden Geschichte über das nach wie vor nicht aufgearbeitete Thema von Zwangsadoptionen in der DDR: Ein verschwundenes Kind und die lebenslange Suche nach der Wahrheit. Ricarda Raspe und ihr Verlobter freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch dann geht bei der Geburt in der Dresdner Klinik etwas schief ? und es heißt, […]

20:00 Scheune

Reporter Slam

mit Maximilian Helm, Carina Huppertz, Dmitrij Kapitelman, Denise Peikert, Cornelius Pollmer, Moderator Jochen Markett und Musik von Bommi und Brummi

Deutschlands lustigste Bühnenshow von und mit Journalist*innen kommt nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr zum zweiten Mal nach Dresden: Am Festival-Samstag geht der Reporter Slam über die Bühne der Scheune. Fünf Reporterinnen und Reporter treten zum Wettstreit an. Es gewinnt, wer am unterhaltsamsten von einer Recherche erzählen kann. In Wort, Ton und Bild berichten […]

21:00 Zentralwerk

Ein Abend über Beziehung und Liebe

„Es ist kompliziert“

Mit: Jochen Schmidt und Line Hoven („Paargespräche“), Frank Berzbach und Jörg Stübing („Die Schönheit der Begegnung“)

Hin und wieder wütet wohl in jeder Beziehung der ganz normale Wahnsinn. Aber weswegen haben sich eigentlich prominente Paare wie Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir in die Haare gekriegt? Und welche von Caesars Gewohnheiten brachte Kleopatra so richtig auf die Palme? In treffsicher-komischen Dialogen und originellen Illustrationen holen Jochen Schmidt und Line Hoven berühmte […]

So 27.09.

11:00 Zentralwerk

Eidechse, Fuchs, Koralle

Die „Naturkunden“-Matinee

Mit Jutta Person, Katrin Schumacher und Joachim Sartorius

Die Reihe „Naturkunden“, herausgegeben von Judith Schalansky im Verlag Matthes & Seitz Berlin, ist legendär. Fast jeder kennt die handlichen, schön gestalteten Bücher, Standardwerke des Nature Writing. Bücher, die von Tieren und Pflanzen, Pilzen und Menschen, fremder und vertrauter Natur erzählen. Wir haben drei Naturkunden-Autoren mit ihren Büchern eingeladen: Jutta Person mit ihrem Band „Korallen“, […]

14:00 Zentralwerk

Literatur FETZT! Kinderliteraturfestival

Susanne Göhlich: „Abenteuer mit Korny“

Für die Allerkleinsten (ab Drei)

Sechs herrliche Bilderbuchgeschichten zeigen liebevoll dargestellte kleine Helden aus Kornys und aller Kinder Alltag. Den von der Autorin erzählten Geschichten können alle kleinen und großen Bilderbuchfans auf der Leinwand folgen. Eintritt frei!

16:00 Zentralwerk

Literatur FETZT! Kinderliteraturfestival

Iris Anemone Paul: „Polka für Igor“

Zusammen mit Igor reisen wir durch die polnische Vergangenheit, in der Igor ein Held mit bengalischen Tigern, Seiltänzerinnen und nach Wiesenschaumkraut duftenden Schafen ist. Das zauberhafte Bilderbuch erhielt 2019 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Iris Anemone Paul zeigt nach der Lesung allen Gästen einen kleinen Atelierfilm. Eintritt frei!

18:30 Zentralwerk

Literatur FETZT! Kinderliteraturfestival

Johannes Herwig: „Scherbenhelden“

Jugendbuch

Stress in der Schule, erste Beziehungen… und beim Klauen erwischt werden. Das ganz normale Leben eines Fünfzehnjährigen also. Nein! Eine Gruppe von Punks wird Ninos zu Hause und an Normalität ist nicht zu denken. Der in Dresden vielen bekannte Johannes Herwig zeichnet uns ein herrlich wildes und emotionales Bild der Veränderung, Ziellosigkeit und Hoffnung von […]
*
Text: Volker Sielaff & Literatur-Jetzt-Team
http://www.literatur-jetzt.de

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„Malinois“ & „Die Krone der Schöpfung“: Lesung & Gespräch mit Lukas Bärfuss ins Societaetstheater verlegt

21 Montag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur

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Die Liebe und das Begehren in all ihren Spielarten sind die Fluchtpunkte in den Erzählungen von „Malinois“. Wie begegnen wir uns? Welche Sehnsüchte treiben uns um? Nach welchen Vorlagen entwerfen wir die Geschichten unserer Leidenschaften? Bärfuss zeichnet eine Kartografie der Passionen. Seine Geschichten handeln von Grenzerfahrungen, die wir mitten um Alltag machen können. Sie zeigen die Momente der Verwandlung. (Wallstein Verlag)
*

Von unbändigem Begehren und Aufbegehren des Menschseins

Am 22. September kommt der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss zum Nachholtermin für die im Januar ausgefallene Lesung. Aufgrund der Platzkapazitäten im Erich Kästner Haus für Literatur findet die Veranstaltung um 20 Uhr im Societaetstheater, An der Dreikönigskirche 1 A statt. Das Gespräch mit Lukas Bärfuss moderiert Andreas Berger (MDR).

Aktuell gibt es noch etwa 15 Restkarten, bevor die Veranstaltung ausverkauft ist. Es wird daher allen empfohlen, die gern bei der Lesung dabei sein möchten, sich schnell im Kästner-Haus anzumelden.
Lukas Bärfuss liest innerhalb der Reihe „Welt sichten“ des Erich Kästner Haus für Literatur in Dresden aus seinem Erzählband „Malinois“ und und wird einen Einblick in seinen neuesten Essayband „Die Krone der Schöpfung“ geben, in dem er mal analytisch-kühl, mal leidenschaftlich polemisch Themen des Zeitgeschehens kommentiert. „Die Krone der Schöpfung“ erscheint voraussichtlich im November 2020.
Bärfuss ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und wurde zuletzt mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 ausgezeichnet.
*
Text: Florian Ernst

Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087

kontakt@kaestnerhaus-literatur.de
www.kaestnerhaus-literatur.de

Neu: mit #kaestnerathome gibt es jetzt auch #kaestnerimnetz: Literatur in all ihren vielfältigen Facetten online jederzeit abrufbar – zum Auftanken & Mitmachen in Lesungen, Gesprächen, Interviews und Museumsschätzen auf @kaestnerhaus und @Erich.Kaestner.Museum.

Auch das MuMo ist nun virtuell unterwegs – hereinspaziert & mitgekästnert! Hier geht’s zum Fahrplan und allen Beiträgen: @KaestnerMuMo

Haptisches benötigt? Hier geht es zum Online-Shop.

P.S. ein Beitrag zur Lesung mit Lukas Bärfuss im Societaetstheater folgt noch.

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Lustvoll-ironische Lesung: „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ aus dem Roman von Sibylle Berg im Theaterhaus Rudi

17 Donnerstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Zwischenmenschliches

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Zwischen Lust und Frust hin und her gerissen und der Frage: „Ist Sex lebensnotwendig? Oder doch eher die Liebe?“ Das fragen sich und lesen abwechselnd Solvig Frey und Rüdiger Schlögel als Chloe und Rasmus aus dem neuen Roman von Sibylle Berg.
Fotos: Lilli Vostry

Vom Verlieren und Finden im unerschöpflichen Gefühls-Kosmos

Ungeniert offen, freimütig und herzzerreißend komisch erzählt Sibylle Berg in ihrem neuen Roman über ein Paar in der Midlife-Crisis, über Sex, Liebe und verlorene Träume. Abwechselnd kommen die zwei zu Wort in einer lustvoll-ironischen Lesung mit Solvig Frey und Rüdiger Schlögel, die Anfang September im Theaterhaus Rudi in Dresden zu erleben war.

Die leicht beschwingten Akkordeonklänge vom Band sind kaum verhallt, da holt die Wirklichkeit Chloe desaströs ein. Eine männliche Stimme erzählt, was sie aus dem Fenster ihrer Wohnung an einem sonnigen Frühlingsmorgen sieht: „Unten fahren ein Krankenwagen und ein Polizeiwagen vor, eine Person wird eingeladen und ihr Gesicht abgedeckt. Ein kurzes Frösteln. Eine Lücke in der Welt…“ Wer war der Mann? Er wird in irgendeinem Leben, einem Partner, einer Familie fehlen und dieser Moment wird sich jedes Jahr als Unglückstag wiederholen, überlegt sie kurz und schließt das Fenster. Die Sirenen entfernen sich. Chloe sagt innerlich dem Fremden Lebewohl. Macht sich einen Tee und legt Klaviermusik auf, Goldberg-Variationen, passend zu diesem Tag und hofft, dass jetzt alles ruhig weitergehen wird.

Wer der tragisch Verunglückte war, bleibt offen bis zum Schluss, auch im letzten Kapitel des Buches, mit dem die Lesung beginnt. Man hat allenfalls eine Ahnung. Das flaue, verwirrende Gefühl im Magen bleibt.

Dafür geht es zwischen Chloe und Rasmus um so heftiger und schonungslos ehrlich zu. Sie sind seit 20 Jahren verheiratet und können es selbst nicht fassen. Abwechselnd erzählen sie, hören zu und denken laut nach über sich selbst, den Partner, ihre Ehe und was von ihren Träumen und Lebensvorstellungen geblieben ist. Staunend, spöttisch, sachlich, traurig, wütend, sanft, ernüchtert und herzzerreißend komisch sind ihre Betrachtungen und Beobachtungen, Erlebnisse und Erfahrungen, lebhaft Anteil nehmend gelesen von Solvig Frey und Rüdiger Schlögel –  beide kennen sich aus verschiedenen Theaterprojekten und sind seit 2016 mit Lese-Musik-Performances gemeinsam unterwegs – aus dem neuen Roman „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ von Sibylle Berg (Carl Hanser Verlag, 2015). Zu hören waren sie an zwei Abenden Anfang September im Theaterhaus Rudi auf der Bühne unterm Dach. Am Samstagabend mit begrenzter Platzzahl vor rund zehn aufmerksamen Zuhörern jüngeren und mittleren Alters, Paaren und Singles.

Auf Solvig Freys schwarzem T-Shirt steht wie ein Zauberwort Venedig. Schöne und wehmütige Erinnerungen verbinden Chloe und Rasmus mit dieser Stadt, als sie jung, frisch verliebt und lebenshungrig dort durch die Straßen zogen, ohne Geld, morgens neben einem umgestülpten Boot aufwachten und später in Ferienwohnungen und gepflegten Restaurants in Italien waren und sich langweilten.

Sibylle Berg ist bekannt für knappe Sätze, haarscharf, offen, direkt, pikant, provokant und trocken humorvoll. Nicht immer schön, tut auch weh. Aber auch sehr befreiend! Neben der charmanten Akkordeonmusik zwischen den gelesenen Kapiteln sind später auch Glockenspielklänge, lautes Herzklopfen und Türläuten zu hören.

Es braucht etwas Zeit, in die Geschichte hineinzukommen (Leseregie: Detlef Nier) und natürlich wurde der Text gestrafft für die Lesung. Man erfährt wenig Hintergrund über das Paar, so dass manches ihre jetzige Situation Erhellende etwas unklar bleibt. Nebulös ist ebenso, wo die beiden sich gerade aufhalten, mal in irgendeinem Hotelzimmer in den Tropen, dann wieder zu hause. Es gibt große Sprünge in Rückblenden und Gegenwart hin und her, so dass es nicht immer leicht ist zu folgen, wie die Liebe ihnen schleichend abhanden kam einschließlich aufregendem Sex und Begehren. Es fehlt nicht an prallen, saftigen Passagen darüber, ausführlich, ungeniert und ironisch wird mit allem Frust und aller Lust beschrieben, was ihnen am anderen gefällt, missfällt, fehlt… Überaus witzig-absurd formuliert und beleuchtet Sibylle Berg zugleich die Verrücktheiten der Liebe näher. Manches Vergangene schildern Chloe und Rasmus ähnlich, sich sehnsuchtsvoll erinnernd. Einiges sehen und empfinden sie ganz anders. In diesen verschiedenen Sichten auf ihr, sein und das gemeinsame Leben liegt auch der Reiz beim Lesen und Zuhören, wie sie die einzelnen Puzzleteile ihrer Beziehung suchen, sortieren, zusammenfügen oder auch nicht. Die Leer- und Zwischenräume darf der Zuhörer selbst in seiner Fantasie ausfüllen.

So bleibt es nicht aus, dass Chloe unglücklich mit ihrer Ehe im Urlaub die erstbeste Gelegenheit nutzt, sich in einen Masseur verguckt und als Liebhaber nimmt für lange vermisste und ersehnte zärtliche Stunden. Dann zurück in Deutschland kann sie ihn nicht vergessen und eines Tages steht Benny vor ihrer Wohnungstür. Ihr Mann reagiert mit Sarkasmus, Wut und stoischer Gelassenheit auf die Affäre seiner Frau. Willigt widerwillig ein, als die beiden ihn zum Essen einladen und, findet die Tischgespräche mit dem Neuen seiner Frau bald ganz amüsant und sie landen sogar zu dritt im Bett.
Am Schluss wird die Eingangsszene mit dem tragisch verunglückten Mann unten vor Chloes Fenster noch einmal erzählt. Ruhe kehrt wieder ein. Kirschblüten fallen auf den Boden wie Schnee und decken alles lautlos zu. Was aus ihrer Liebe geworden ist, darf jeder Zuhörer für sich weiterdenken. Viel Beifall für eine lebendige, kurzweilige und lustvoll ironische Lesung und auch Anregung, dieses Buch von Sibylle Berg mal wieder in die Hand zu nehmen und intensiver einzutauchen in den unerschöpflichen Gefühls-Kosmos mit allen Höhen und Tiefen.

Text + Fotos (lv)

Vorschau

Die nächste Lesung „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ aus dem Roman von Sibylle Berg mit Frey & Schlögel wird am 20. November als Auftakt zum „Erotischen Advent“ in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden stattfinden.


Vom Glück des Geschichtenerzählens: das Leseteam Solvig Frey und Rüdiger Schlögel nach der Lesung.

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Lesung aus „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ von Sibylle Berg im Theaterhaus Rudi

01 Dienstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Literatur, Projekte

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Liebe mit Hindernissen: Solvig Frey und Rüdiger Schlögel lesen im Duo aus Sibylle Bergs neuem Roman. Sie ist bekannt für absurd-komische Geschichten über die Liebe und das Leben. Direkt, pikant, provokant und befreiend!

Über die Verrücktheiten der Liebe

Mit der Lesung „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ nach dem gleichnamigen Roman von Sibylle Berg (Leseregie: Detlef Nier) sind Solvig Frey und Rüdiger Schlögel am 4. und 5. September, jeweils um 20 Uhr im Theaterhaus Rudi in Dresden, Fechnerstraße 2a, unterm Dach zu Gast. Um Voranmeldung wird aus Platzgründen gebeten!

Da diese Veranstaltungen natürlich unter den gegebenen Bedingungen anders stattfinden als gewohnt, möchten wir um vorherige Kartenbestellungen bitten.
Es passen ins „Theater unter dem Dach“ nur 20 Besucher und es wird eine Kontaktliste ausliegen.
Wir freuen uns über Jeden, der trotzdem zu uns kommen mag!
Hier noch ein kleiner Einblick ins Thema:
Chloe und Rasmus sind seit fast zwanzig Jahren verheiratet, alles ist bestens, man ist sich vertraut. Aber sollte das alles gewesen sein? Ein neues Projekt soll Rasmus aus seinem beruflichen Tief holen. Chloe glaubt fest an ihn. Doch plötzlich gerät ihrer beider Welt aus den Fugen, als Chloe auf Benny trifft.
Sibylle Berg stellt die Frage, die alle Paare irgendwann einmal beschäftigt:
Ist Sex lebensnotwendig? Oder doch eher die Liebe?

Text + Foto: Solvig Frey

http://www.solvig-frey.de

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Lesung aus „Grand Hotel Tazi“ mit Christoph Leisten im Stadtmuseum

01 Dienstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie

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Poetische Expedition in eine andere Welt 

Im Rahmen der Reihe Literarische Alphabete liest Christoph Leisten (Aachen) aus seinem neuen Gedichtband „grand hotel tazi“ am 2. September, 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum), Wilsdruffer Straße 2.

Für Schriftsteller und Künstler sind Hotels stets anziehend gewesen. Große literarische Werke wie die von Thomas Mann und Wolfgang Koeppen legen ein beredtes Zeugnis davon ab. In Christoph Leistens jüngst erschienenem Gedichtband „grand hotel tazi“ wird das gleichnamige Hotel in Marrakesch mit seiner wechselhaften – auch literarischen – Geschichte zum Ausgangspunkt der poetischen Expedition in eine andere Welt, an die Ränder des Existenziellen – und in unsere Gegenwart. Diese Gedichte lassen die Wahrnehmung oszillieren und bewegen sich zwischen den Polen von Werden und Vergehen, Heimstatt und Flucht, (vermeintlicher) Faktizität und Poesie. Ausgangspunkt der Texte war Michel Foucaults Begriff der Heterotopie. In diesem Sinne sind diese Gedichte ein „Andersort“, von dem her die Wirklichkeit sich neu in den Blick nehmen lässt.

Christoph Leistens Lesung erschöpft sich nicht in einer Aneinanderreihung poetischer Texte. Im Gespräch und in anekdotischen Kommentaren führt der Autor hin zu den Gedichten und ihrer Entstehungsgeschichte. Wenn Christoph Leisten vom „Grand Hotel Tazi“ liest und erzählt, eröffnen sich mit sinnlicher Leichtigkeit überraschende Perspektiven auf unsere Zeit. Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.

Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

Text: Patrick Beck

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„Gartengeflüster“ mit Ministerpräsident Michael Kretschmer im Dresdner Friedrichstatt Palast & die nächsten Premieren

26 Mittwoch Aug 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Musik, Projekte

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Auf Entdeckungsreise: Mit erzgebirgischen Figuren wie dem Engel Katrinchen Zimtstern und einem schneidigen Nussknackergeneral gingen der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und die Schnitzkünstlerin Kerstin Flade-Drechsel mit dem Publikum beim „Gartengeflüster“ am 12. August im Dresdner FriedrichstaTT Palast.

Witzig-abenteuerliches Roadmovie durch Europa ins Weihnachtsland

„Gartengeflüster – Text miez Musik“ – Erlesenes Gelesenes mit romantischem Umtata – lautet das Motto einer neuen Veranstaltungsreihe im Dresdner FriedrichstaTT Palast. Im idyllischen Hinterhof des Kabarett-Theaters am Wettiner Platz treffen immer mittwochs, um 20 Uhr bekannte Dresdner Künstler und Prominente bei musikalischen Lesungen aufeinander. Das Publikum weiß vorher nicht das Thema des Abends. So staunten die rund 50 Zuschauer im vollbesetzten Garten nicht schlecht, als sie mitten im Hochsommer ins Weihnachtsland mit erzgebirgischer Schnitzkunst, Bräuchen und Geschichten entführt wurden. Originell, märchenhaft, skurril und fantasievoll ging es dabei zu.

Die Künstlerin Kerstin Flade-Drechsel aus Olbernhau erzählte, wie ihr das so anmutige wie vorwitzige Weihnachtsengelchen Katrinchen Zimtstern zuflog, das in alle Welt hinaus inzwischen als Figur reist und den Jazzmusiker Micha Winkler zu einem Musical inspirierte. Zwei Räuchermänner steigen aus ihren Kartons und suchen das verschwundene Katrinchen Zimtsternchen in der Welt. „Daraus entspinnt sich ein spannendes Roadmovie durch halb Europa, bei dem man auch Weihnachtsbräuche anderswo kennenlernt“, so Winkler. Er vertonte für das Musical Weihnachtslieder, teils bekannt und neu getextet und neue Lieder wie eine Afrisamba für Katrinchen im Dschungel.

In Fortsetzung der Geschichte um Katrinchen Zimtstern gibt es jetzt das Musical „Auf großer Fahrt“ als Ganzjahresgeschichte, mit der die Künstler im kommenden Jahr auf Tournee gehen wollen, natürlich auch im Erzgebirge. Die Vorlage für das Musical lieferte das Buch „Auf großer Fahrt“ von Micha Unger. Es erzählt die abenteuerliche Reise von Aurelius Spekulatius und General zu Gragenknopp-Hembsermel (erschienen im Husum Verlag, 2019).

Einige Kapitel daraus las kein Geringerer als der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer, der die Bühne der Politik kurz mit der Kultur tauschte und sichtlich vergnügt die trocken-humorvolle Geschichte um den schneidigen Nussknackergeneral und das reizende Engelchen zu Gehör brachte.

Mehr Text zu dieser Veranstaltung und eine Rezension zum Buch „Auf großer Fahrt“ folgt.

Text + Fotos (lv)

Heute, am 26. August, um 20 Uhr sind der brachialromantische Liedermacher Dieter Beckert & Gäste mit Feuerschalenliedern beim „Gartengeflüster“ zu erleben.

Vorschau auf die nächsten Veranstaltungen

„JazzSideStories“ mit Micha Winkler & Francis Mohr:
8.9., 13.11., 19. & 20.1.2021, jeweils 19.30 Uhr

„Mieses Klima – Wetter prima“ mit Jörg Lehmann und Thomas Schuch:
öffentliche Generalprobe – 18.9., Premiere – 19.9., 22.9. bis 24.9., 25.9….,
immer um 19.30 Uhr

„Bock auf Ostrock“ – Eine Musiksatire zum 30-jährigen mit der Band Placebo Flamingo & Prof.Dr.Phil.habil Erich Hornegger (alias Thomas Schuch):
3.10., 19.30 Uhr, 4.10., 11 Uhr, 6. und 7.10., 19.30 Uhr

„Sind die Wichtel angezündet“ – Satirisch musikalische Weltreise:
Voraufführung – 20./21.11., öffl. Generalprobe – 27.11., Premiere – 28.11.,

http://www.WeltWeitWeihnacht

http://www.dresdner-friedrichstatt-palast.de

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Überall Welt: Buchpremiere von Volker Sielaff im Zentralwerk & Neuer Gedichtband „Barfuß vor Penelope“

Hervorgehoben

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Literatur

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Die Edition AZUR lädt ins neue Verlagsbüro im ZENTRALWERK – ein neues Domizil der Dresdner kreativen Szene – zur Vorstellung von Volker Sielaffs Journal „Überall Welt“ am 7. März 2017, um 20 Uhr auf der Riesaer Straße 32 ein. Mit Lesung und Gespräch mit dem Buchautor. Der Eintritt ist frei.

 Volker Sielaff: Überall Welt. Ein Journal

Ein Tagebuch kann vieles sein: Archiv, Versuchslabor, Ideenspeicher. Volker Sielaffs Journal passt in keine dieser Schubladen – und sein Schreibgrund ist wohl am ehesten mit dem vergleichbar, den Victor Klemperer einmal für seine Tagebücher formulierte: »Nur Leben sammeln. Immer sammeln. Eindrücke, Lektüre, Gesehenes, alles. Und nicht fragen, wozu und warum.«
Nach den gefeierten Lyrikbänden »Selbstporträt mit Zwerg« und »Glossar des Prinzen« legt Volker Sielaff erstmals eine Auswahl von Prosaaufzeichnungen aus zehn Jahren vor: unverstellte, berührende Notate vom Rand der Wahrnehmung. Sie berichten vom Glück des Lebens mit einem Kind, von Begegnungen, Streifzügen, Lektüren und Beobachtungen. Überall Welt!

ISBN: 978-3-942375-24-5
152 S., Klappenbroschur, 19,90 EUR

Der Chamisso-Preisträger Gino Chiellino schrieb in einer DNN-Kritik unter dem Titel „Ein Entwicklungsroman besonderer Art: Volker Sielaff legt mit „Überall Welt“ ein außergewöhnliches Buch vor“ u.a.: „Zwar werden Reisberichte, Tagebücher und Autobiographien wichtiger und unwichtiger Akteure mit Erfolg… veröffentlicht, aber welcher Schriftsteller würde es wagen, wie es Volker Sielaff getan hat, ausgehend von einer existentiellen Veränderung im Leben des Protagonisten eine elfjährige Beobachtung der Welt um das Leben des Journalverfassers niederzuschreiben? Mir ist auf jeden Fall kein zweiter bekannt!“

Siehe dazu auch den Text auf meinwortgarten.com zur Lesung „Unmöglich, gegen eine Amsel anzulesen…“ von Volker Sielaff aus seinem Buch „Überall Welt“.

Mehr Text zu diesem Buch folgt.

Rezension zum neuen Gedichtband „Barfuß vor Penelope“ von Volker Sielaff (edition Azur, 2020)

Kleiner Vorgeschmack: In diesen Texten, freien Versen und mit End- und Binnenreim, spricht oft die Liebe, in allen Facetten, zärtlich, rau und sanft. Diogenes spricht zu einem Maler; eine wortwitzreiche-poetische Welt- und Alltagsreise ist der Zyklus „Mystische Aubergine“ und kleine schöne Momentaufnahmen des Seins verankert Sielaff im letzten Kapitel mit dem Bekenntnis: „Ich bin in hohem Bogen ein Diesseitiger“.
Ein luftig-leichtes, gedankenreiches Buch für warme und kühle Tage, voller Farb- und Sprachreichtum über die Liebe zu allem, zum Leben mit allen Höhen und Tiefen. Prägnant und geheimnisvoll wie im Klappentext auf der Buchrückseite mit dem doppeldeutigen Titel „Liebe endlich“: „zum Umbruch, zur Wut. Zu den achtzig Thesen des Pandas zum Blut. Zu jedem, der noch gern barfuß geht. Zum Hut, zur Kokotte, zum Widergänger, zum Nestbeschmutzer und Zettelaufhänger. Zu Aphrodites Tattoo. Zu allen Tasten auf deiner Haut, zu jedem Ganoven, jeder Braut. Zu Else Laske-Schüler und dem Blauen Klavier auf deinem Kühler.“

Text (lv)

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Prosa & Poesie-Nacht beim PalaisSommer: Dresdner Doppelbuch-Premiere mit Ingo Schulze und Volker Sielaff

10 Montag Aug 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie, Projekte

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Die Kraft der Worte

Die Autoren Ingo Schulze und Volker Sielaff stellen ihre neuesten Werke am 12. August, 19.30 Uhr beim PalaisSommer vor. Den vieldiskutierten Dresden-Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ und den Gedichtband „Barfuß vor Penelope“.

Portraits der Autoren Ingo Schulze und Volker Sielaff
© Gaby Gerster (Ingo Schulze), Amac Garbe (Volker Sielaff)

Die Palais. Prosa und Poesie Nacht ist ein Abend, an dem Prosa und Dichtkunst aufeinandertreffen. Die sommerliche Atmosphäre des Barockgartens am Japanischen Palais verbindet sich mit der Kraft der Worte und öffnet den Raum für Fantasie. Denn unter freiem Himmel und mit Blick auf die malerische Kulisse Dresdens, einer Stadt der sie sich beide eng verbunden sind, – der eine wurde hier geboren und wuchs hier auf, der andere lebt seit vielen Jahren hier – stellen die Autoren Ingo Schulze und Volker Sielaff ihre neuesten Werke vor: Ingo Schulze liest aus seinem viel diskutierten Dresden-Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ (Fischer Verlag, 2020) und Volker Sielaff aus seinem Gedichtband „Barfuß vor Penelope“ (Verlag Voland & Quist/edition Azur, 2020).

Eine Kooperation zwischen den Städtischen Bibliotheken Dresden und dem Palais Sommer Dresden.

Veranstaltungsort ist der Park am Japanischen Palais, Palaisplatz 11, 01097 Dresden.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Moderation
Odile Vassas, Städtische Bibliotheken Dresden

Palais Sommer Dresden
Programm

Mehr Infos:

https://palaissommer.de/programm/ingo-schulze-und-volker-sielaff-doppelbuchpremiere/

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Veranstaltungen im Literaturhaus Dresden: Nachgeholt wird auch die Lesung von Lukas Bärfuss aus seinem neuen Erzählband „Malinois“ im September

01 Samstag Aug 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur

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Bücher brauchen Leser. Schriftsteller kommen gern zu Lesungen, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen, Anregungen und Feedback zu erhalten. Dazu öffnet das Literaturhaus Dresden in der Villa Augustin am Albertplatz nach der corona-bedingten Pause bald wieder seine Türen.

Hier eine Vorschau

13.8. Michal Hvorecký – „Troll“
Themenreihe „Tatsächlich? Fantastisch!“ (mit Unterstützung der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank)

26.8. Mirko Bonné – „Die Widerspenstigkeit“ (ebenfalls innerhalb der Themenreihe „Tatsächlich? Fantastisch!“)

2.9. Michael Wüstefeld – „Gegenwärtige Vergangenheit“
Reihe „Premieren“

22.9. Lukas Bärfuss – „Malinois“ und „Die Krone der Schöpfung“ (Nachholtermin)

29.9. Ilija Trojanow – „Doppelte Spur“
Reihe „Sprache machen Leute“ (in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Thalia Buchhandlung „Haus des Buches“)

Das virtuelle Programm des Erich Kästner Haus für Literatur e.V. steht hier.

Kontakt:

Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden

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Bücher-Sommer: „Was habe ich gelacht“ & „Das Testament des Zauberers Tenor“ von César Aira

30 Donnerstag Jul 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Spiel mit der Verwirrung

Am 31. Juli soll ein neues Buch des Argentinier César Aira erscheinen. „Die Wunderheilungen des Doktor Aira“. Lohnt das Lesen? Meine Vorhersage anhand seiner Bände „Das Testament des Zauberers Tenor“ und „Was habe ich gelacht“.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Dem 71-jährigen argentinischen Autor wird das Lob nicht nur hinterhergeworfen, es wird ihm schon wie Blumen vor die Füße gestreut. Einem Schreiber, den die Erwartungen seiner Leser laut seinem Verlag gar nicht interessieren! Das hätte mich stutzig machen sollen. César Aira wird als wahrer Nachfolger Franz Kafkas gehandelt, als einer, dessen Ziel es sei, seine Leser nachhaltig zu verwirren. Ich frage mich nur, zu welchem Zweck.

Band 9 in seiner Bibliothek, 2019 erschienen, erzählt zumindest anfangs spannend und nicht ohne Faszination die Geschichte des Zauberers Tenor, der sich später als Sänger entpuppen wird. Mit flüssiger, ja unterhaltsamer Sprache treibt Aira die Geschichte voran. Auch die Einführung der Figur des „Ewigen Buddhas“ im indischen Pandschab ist originell und sinnfällig. Soll der doch der Erbe des letzten Zaubertricks des inzwischen verstorbenen Tenor werden. Mit aberwitzigen Einfällen und gehörig Schalk in der Schreibfeder lässt uns der Autor am Schicksal des „Ewigen Buddha“ teilhaben, der „einige Verbesserungen an seinem psychischen Getriebe vornehmen“ muss. Selten so gelacht.

Doch so famos César Aira seine Leser in skurrile Schilderungen hineinzieht, so sehr vermeidet er es auch, wichtige Hintergründe verständlich zu machen. Ellenlange Schachtelsätze verbessern das Leseverständnis zudem keinesfalls. In seiner üppigen Darlegung, wie ein junger Schweizer Anwalt damit beauftragt wird, den letzten Willen Tenors in Indien zu überbringen, verwendet er lieber eine Reihe hochsprachliche Ausdrücke. So dass man ein Wörterbuch braucht, um der Geschichte en detail zu folgen.

Das alles lasse ich mir ja gefallen bei dem Genuss trefflicher sprachlicher Einfälle und einer überbordenden Anschaulichkeit. Doch irgendwann ist Schluss mit lustig, wenn sich das Geschehen so gar nicht zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfindet. Warum puzzeln, wenn ich am Ende kein ganzes Bild erblicke? Der dichterische Wert, dem man dem nobelpreisverdächtigen Autor nicht absprechen kann, ist im „Zauberer Tenor“ seine Fähigkeit, unterschiedliche Dinge zusammenzudenken, die erst auf den zweiten Blick eine einleuchtende, verblüffende Symbiose darstellen. Aber der Sinn der ganzen Geschichte erhellte sich mir damit trotzdem nicht. War allein der Weg das Ziel?

Noch weniger von César Airas angeblicher weltliterarischer Größe konnte ich in „Was habe ich gelacht“ finden, Band 8 der Bibliothek und ebenfalls 2019 auf Deutsch erschienen. Hier hält der Argentinier Nabelschau über seine Jugend, die mich so gut wie nicht begeistern kann. Hier lässt Aira einigermaßen sinnlose und wirkungsfreie Erinnerungen vom Stapel – oder ist alles nur ausgedacht? Geschwätziges Geschwafel. „Gut. Ich will mich nicht erklären, das ist eines Gentlemans unwürdig.“ An dieser Stelle hätte ich das Buch schon weglegen sollen. Was will uns der Dichter damit sagen? Ein paar Seiten später kommt`s: „Je unwichtiger ein Ereignis, desto aufwändiger seine Erzählung.“ Alles nur aufgeblasen, diese „banalen Ereignisse der Jugend“. Was soll man denken bei einem Autor, der „mangels echten Talents“ nur schreibt, damit sich überhaupt jemand für ihn interessiert? Es wird bis zum Schluss nicht besser. Geistreich kann ich das nicht nennen.

Kafka habe ich übrigens auch nie (gern) gelesen.

P.S. Die Meinung der Autorin gibt nicht unbedingt diejenige der Inhaberin des Blog meinwortgarten.com wieder. Es darf gern gestritten werden über künstlerische Werke.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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