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Kategorien-Archiv: Theater

Gruppe Spielbrett

21 Sonntag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Projekte, Theater, Zwischenmenschliches

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Eine Szene aus der Inszenierung „Jubiläum – Eine Geisterstunde“ von George Tabori, aufgeführt von der Theatergruppe „Spielbrett“ unter Regie von Ulrich Schwarz. Foto: Tanja Grunert

Ein Spiel-Platz der Toten

Mit bissigem Witz und viel Kraft erzählt das Stück „Jubiläum – Eine Geisterstunde“ von George Tabori über den Umgang mit jüdischem Leben und Kultur in Vergangenheit und Gegenwart.

Die Akteure sind sehr stolz, mitteilen zu können, dass die Theatergruppe Spielbrett e.V. mit seiner Inszenierung „Jubiläum – Eine Geisterstunde“ von George Tabori für den Deutschen Amateurtheaterpreis 2024 des Bundesverbands Deutscher Amateurtheater nominiert ist. Die nächste Möglichkeit, diese Inszenierung zu sehen, ist der 9. Juni, 19 Uhr im Theaterhaus Rudi. Fechnerstraße 2a in Dresden.

George Taboris „Jubiläum“ feierte am 28. und 29. Januar 2023 in einer Aufführung der Theatergruppe Spielbrett unter Regie ihres künstlerischen Leiters Ulrich Schwarz Premiere im Theaterhaus Rudi in Dresden. Diese Inszenierung führt auf einen ganz besonderen Friedhof. Die letzte Nacht Geisterstunde auf einem Friedhof, der morgen eingeebnet werden soll für einen Spielplatz. Die Toten feiern Abschied und machen ihn schon jetzt zu ihrem Spiel-Platz. Da treffen der Musiker mit seiner Frau und der behinderten Nichte auf ein schwules Paar. Sie alle haben eines gemeinsam: sie sind alle Juden, ob sie wollen oder nicht. Und jeder hat seinen besonderen Tod gehabt, wohlgemerkt: nach der Hitler-Diktatur. Nun werden sie – wie so oft – geweckt durch den Grab schändenden Neonazi, der sonst dem unsterblichen Totengräber zur Hand geht.

Erinnern, was man vergessen möchte

Das Erinnerungsspiel beginnt: Die Toten wollen die letzten Chance nutzen: Sie feiern ihre vergangenen Jubiläen, damit diese nicht totgeschwiegen werden. Die Stichworte für ihre Geschichten liefert ihnen die Gegenwart – auch die Wut des Neonazis und
die Gleichgültigkeit des Friedhofsgärtners. Scheinbar finden sie erst dann Frieden, wenn sie an das erinnern, was sie lieber vergessen würden. Können sie erlöst werden? Wird ihr Fest des menschlichen Lebens das Totschweigen beenden? Und wurde in Auschwitz doch nur Brot gebacken?


Humor und Geschichte?

Taboris Humor, seine Kalauer und Schlüpfrigkeiten sind alles andere als politisch korrekt. Aber sie lösen die moralische Verkrampfung, die sich zwanghaft einstellt, wenn sich Deutsche mit ihrer Vergangenheit beschäftigen. Für Spielbrett ist es nicht der erste Ausflug in die Vergangenheit. Nach der „Deutschland-Trilogie“ (2006-2009) und dem „Heimatabend“ (2016) – möchte Spielbrett der deutschen Geschichte und Gegenwart erneut auf die Finger schauen. Denn das Thema Antisemitismus gehört noch lange nicht der Vergangenheit an: Erst jüngst schrieb DIE ZEIT, dass ‚Du Jude‘ zu den häufigsten Schimpfwörtern auf deutschen Schulhöfen gehöre. Spielbrett will mit Taboris bissigem Witz, seiner Kraft und dem herrlich politisch Unkorrektem seines Stücks zeigen, dass Erinnern vor dem Verfall schützt – auch vor dem moralischen.
„Jeder wirkliche Humor ist schwarz.“ (George Tabori).

Weitere Informationen gibt es unter http://www.spielbrett.info.

Text: Claudia Leutemann/ Öffentlichkeitsarbeit bei der Gruppe „Spielbrett“

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Premiere „Achtsam morden“ – Krimikomödie in der Comödie Dresden

21 Sonntag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Immer ruhig und gelassen bleiben, nur nicht nervös
werden bei der Verbrecherjagd: Der Anwalt Björn Diemel (Ronald Spiess) übernimmt immer mehr die Rolle seines spurlos verschwundenen Mandanten, dem Mafiabos Dragan in dieser Krimikomödie. Ihm zur Seite in mehreren Rollen Benjamin Hille und Daniela Michel. Foto: Robert Jentzsch

Rasant komisches Spiel um Leben und Tod

Für Lachen und Gänsehaut mit viel schwarzem Humor, Action und schnellem Rollenwechsel sorgt die Krimikomödie „Achtsam morden“ in der Comödie Dresden.

Seelenruhig steigt der Mann im Dunkeln aus seinem schwarzen Schutzanzug. Björn Diemel ist ein erfolgreicher Anwalt, 42, und hat noch nie einen Menschen umgebracht. Doch dann vertritt er einen schuldigen Mafiaboss als Mandanten und steht bald selbst mitten im Schlamassel. Dabei setzt er um, was er gerade in einem Achtsamkeitsseminar gelernt hat, zu dem ihn seine Frau drängte, um Beruf und Familie wieder in Balance zu bringen, allerdings handelt er anders als erwartet. „Achtsam morden“ – ebenso paradox wie schwarzhumorig geht es zu in der Krimikomödie nach dem Bestsellerroman von Karsten Dusse, der aus einer Juristenfamilie kommt. Die Premiere in der Bühnenfassung von Bernd Schmidt war letzte Woche in der Comödie Dresden.

Vorher muss man aufpassen, nicht in die blutroten Fußspuren am Eingang und im Foyer zu treten. Dort sitzt am Premierenabend auf einem Podest eine Frau, Kristin Voß, in weißen Sachen mit einer Klangschale in der Hand und singt mit sanfter Stimme unbeirrt vom regen Besuchergewimmel. Auf der Bühnenmitte prangt groß das Wort „Kanzlei“, davor steht im Schatten einer Hauswand eine Buddhafigur und orange leuchtet der Raum gegenüber. Der Achtsamkeitstrainer (sachlich nüchtern: Benjamin Hille) wirkt beruhigend auf den Anwalt (clever-abgeklärt: Ronald Spiess) ein und bringt ihm ein paar grundlegende Lektionen bei wie den Atem spüren, einfach leben ohne zu bewerten und liebevoll zu sich selbst sein. Und gibt ihm ein Ratgeber-Buch mit: „Entschleunigt leben auf der Überholspur“.

Es steht auch einiges auf dem Spiel. Seine Frau Katharina (energisch: Daniela Michel) im roten Mantel droht mit Scheidung und dass er seine kleine Tochter Emily nie wieder sieht, wenn sein Job ihm weiter wichtiger sei und sie nur noch streiten. Doch kaum ist der Anwalt mit Emily gestartet zu dem Ausflug ins Wochenendhaus am See, kommt ein Anruf von Mafiaboss Dragan. Auf einem Parkplatz kamen sich bei der Übergabe zwei Drogenhändlerbanden in die Quere, es gab zwei Tote­. Ein Bus mit Schulkindern traf gerade in dem Moment dort ein und sie filmten eifrig mit ihren Handys die Verbrecher, hielten das Ganze wohl für eine Actionszene. Der Anwalt soll die Sache nun für Dragan regeln, sonst werde es seine Tochter nicht überleben. Er fungiert als Erzähler, rollt an der Wand eine Täterkartei mit Fotos aus und erklärt dem Publikum die  Zusammenhänge. Dennoch fällt es schwer, die Übersicht zu behalten und die Achtsamkeit bei der Verbrecherjagd wird absurdum geführt. Eine Schauspielerin und zwei Schauspieler bringen achtzehn Figuren in rasant komischem Rollen- und Kostümwechsel auf die Bühne und entführen mit viel schwarzem Humor und brutalem Gossenjargon ins Verbrechermilieu.

Nachdem Dragan spurlos verschwunden ist, übernimmt der Anwalt seine Rolle und erteilt den anderen Bandenmitgliedern seine Anweisungen. Er wird immer abgebrühter, hartgesottener und fühlt sich frei, atmet tief und übersteht mit einem Lächeln jede heikle Situation. Etwa wenn eine Frau von der Mordkommission Verdacht schöpft und ihn befragt, z.B. zu dem gefundenen Finger mit Siegelring von Dragan in der Nähe des Anwaltgrundstücks. Boris, ein Russe im Pelzmantel und seine Geliebte setzen den Anwalt außerdem unter Druck und wollen Dragan sehen. Ein gnadenlos komisches Spiel auf Leben und Tod voller Verwicklungen und überraschender Wendungen ist diese Inszenierung unter Regie von Ingmar Otto. Absurd und traurig zugleich die Szene, in der die Gauner getarnt als Beteiligungsgesellschaft einen Kindergarten übernehmen, auf den kleinen Kinderstühlchen sitzen, einer gerissener als der andere, kichern und sich Schläge androhen und ihre nächsten Coups planen. Die Frau vom Anwalt ist happy, dass sie doch noch den heiß begehrten Kitaplatz für Emily bekommt und auch die Kriminalbeamtin arrangiert sich für einen Platz für ihren Sohn. Bei der abschließenden Explosion, bei der einer der Gauner hochfliegt, spritzen rote Luftschlangen ins Publikum. Für Lachen und Gänsehaut abwechselnd sorgt diese eigentlich todernste Komödie. Viel Beifall gab es dafür zur Premiere.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

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Premiere „Fräulein Else“ nach Arthur Schnitzler an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

20 Samstag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Viermal Else wie sie leibt und lebt. Inszenierungsfoto mit: Veronika Petrovic, Julia Rani, Sandra Maria Huimann, Maria Sommer (v. l.) Foto: Carsten Beier

Reizvolles Spiel mit Rollenbildern

Das Stück „Fräulein Else“ nach Arthur Schnitzler ist auch bei der 10. Langen Nacht der Dresdner Theater am Sonnabend, dem 20. April auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul zu sehen. 22 Theater in und um Dresden laden die Besucher zwischen 16 und 23 Uhr zu einer bunten Mischung aus S chauspiel, Oper, Musical, Tanz, Puppentheater und Lesungen ein und zeigen im Stundentakt jeweils 30-minütige Kostproben aus ihrem Repertoire. Begonnen im Schauspielhaus Dresden, dort liegen auch Programmhefte aus, mit Abschlussparty dort ab ca. 23.15 Uhr bis zum Theaterhaus Rudi mit After Show Party mit Tam Tam Comony ab 22 Uhr. Karten gibts jeweils vor Ort.

Im warmen Bühnenlicht tanzen übermütig vier Frauen auf die Bühne. Ihre Körperschatten zeichnen sich auf der weißen Wand ab. Sie bewegen sich um ein Gehäuse, eine Art Salon, Versteck oder Käfig mit Ritzen zum Hineinlunsen, geheimnisvoll und etwas unheimlich. Eine von ihnen mit brünettem, halblangen Haar, roten Lippen  und geschminktem Bijoubärtchen und schulterfreiem, schwarzweiß geblümten Kleid und Glacéhandschuhen (stolz, verletzlich, im Zwiespalt ihrer Gefühle: Sandra Maria Huimann) verliest einen Brief ihrer Mutter aus Wien, der sie mitten in den Ferien im Süden ereilt. Ihr Vater steckt in Geldnöten und nur seine Tochter Else könne ihn vor dem Kriminal retten, wenn sie den ebenfalls im Kurort weilenden Kunsthändler Herr von Dorsday um Geld bittet. Sie will ihrem Vater helfen, doch ist bestürzt über die Bedingung Dorsdays: Er leihe ihr das Geld, aber nur, wenn er sie eine Viertelstunde nackt ansehen könne.

Auf der Grundlage von Arthur Schnitzlers Novelle „Fräulein Else“, die er 1924 veröffentlichte als inneren Monolog einer 19-jährigen Frau aus gut bürgerlichen Verhältnissen und das Problem der materiellen Abhängigkeit von Frauen thematisierte, entstand eine Stückentwicklung unter Regie von Jan Meyer mit vier Schauspielerinnen. Die Premiere war im Januar auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Mit Textpassagen von Schnitzler, ergänzt um eigene Sichtweisen und Erfahrungen kam ein spannendes, berührendes wie provokantes Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit über alte und neue Frauenrollen-Bilder, den Umgang mit Körperlichkeit, Nacktheit und  weiblichen Wünschen und Identität in einer immer noch männlich geprägten Gesellschaft auf die Bühne.

Gleich viermal Else war zu erleben mit all ihren Träumen, Ängsten, Zweifeln, Begabungen und Eigenarten. Vier verschiedene Frauentypen sprechen, agieren, ergänzen sich und überlegen, was zu tun ist. Ob sie das anstößige Angebot annehmen oder nicht. Da ist die brave, adrette, romantische Dame im weißen Kleid  mit Sonnenschirmhut (Maria Sommer), die sinnlich, verführerische und mutige, die es mit dem Geldgeber und Angreifer aufnehmen will (Julia Rani), die kluge und sensible (Sandra Maria Huimann) und die elegant, burschikos kokette mit männlichen und weiblichen Attributen spielende Frau im Nadelstreifenanzug, weißem Hemd, schwarzer Schleife und hochgestecktem rötlichen Haar (Veronika Petrovic). In jeder von ihren steckt auch ein Teil der anderen. Viele Facetten von Frausein.

Zuerst lehnen sie das Geld-Angebot empört ab. Sie seien nicht käuflich! Im nächsten Moment rennen sie aufgeregt, kichernd umher und träumen, was mit dem Geld alles anfangen könnten, studieren, reisen, sich einen Geliebten nehmen und nackt auf dem Marmorboden liegen… Sie spielen verschiedene Möglichkeiten und Szenarien durch. Das Spiel mit Blicken, keusch, naiv, reizvoll und wütend, sich nicht für Geld zu verkaufen. Dann wieder steht Else, die wohlbehütete Tochter (Sandra Maria Huimann) wie erstarrt vor Angst und Abneigung, ausgeliefert den männlichen Blicken, an der Wand. Die anderen Darstellerinnen stehen um sie herum und legen besitzergreifend die Hände um ihren Körper und taxieren dessen Wert. Grotesk-komisch die Szene, in der die Frauen sich vor einen weißen Sarg stellen und vorstellen, Else wäre tot, um der Misere zu entgehen oder den Skandal, wen man mehr bedauern würde, ihren Vater oder den Kunsthändler, die durch ihren Tod in schlechten Ruf gerieten. Wie es ihr geht ist egal.

Dann drehen sie den Spieß um. Else (Julia Rani) steht als Mann auf dem Sarg wie einem Podest, den intensiven Blicken und abfälligen Sprüchen der Frauen ausgeliefert, die ihm sagen, was er machen soll  und erfährt selbst wie es ist, mit Blicken ausgezogen zu werden. Die Frauen erzählen auch von eigenen Erfahrungen, wenn jemand näher kommt als gewollt oder abends allein an der Haltestelle zu stehen. Dann gehen die Frauen in die Offensive und wollen sich wild entschlossen nicht nur Dorsday nackt zeigen. sondern auch allen anderen in der Hotelhalle. Dann sind sie damit nicht allein. Huimann sagt, sie ziehe sich jetzt aus, bewegt die Fingerspitzen in den langen weißen Glacéhandschuhen, doch lässt ihr Kleid an. Ein sinnliches Spiel mit der Vorstellungskraft des Zuschauers und es gibt ihr die Macht über ihren Körper zurück. Sie entscheidet, wie weit sie geht.

Zum Schluss rücken die anderen Frauen an sie heran, bilden einen Kreis um sie wie um sie zu schützen und rufen erstaunt „Else“! Es bleibt offen, ob sie sich nackt zeigt. Viel Beifall gab es vom Publikum für einen ambitionierten, emotionsreichen Theaterabend mit viel Stoff zum Weiterdenken.

Text (lv)

Termine: 20.4., 19, 20 und 21 Uhr bei der Langen Nacht der Theater.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Premiere „Mamma Medea“ von Tom Lanoye im Schauspielhaus Dresden

11 Donnerstag Apr 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Eine Geschichte voller Licht und Schatten: den antiken Mythos um Medea, die liebende, zornige, aufbegehrende Frau, Mutter und Kindesmörderin holt die Inszenierung „Mamma Medea“ in einer Fassung von Tom Lanoye eindrucksvoll, berührend, beklemmend und bilderstark in die Gegenwart im Schauspielhaus Dresden. Foto: Sebastian Hoppe

Ein Schritt über die Grenze befreit oder tötet

Vom Gefühl des Fremdseins und Umgang mit Fremden erzählt das Stück „Mamma Medea“ nach dem antiken Mythos von Euripides als bilderstarke, fern-morbide und zeitgenössische Tragödie mit grotesken Passagen unter Regie von Lilja Rupprecht im Schauspielhaus Dresden.

Eine Treppe, umrahmt von Säulen, führt nach oben ins Nichts. Unten stehen zwei Männer in weißen Gewändern und weiß geschminkten Gesichtern wie lebende Tote, geisterhaft, aus einer fernen Zeit und zitieren einen Text „Vor dem Schritt“ von Thomas Melle zur Einstimmung auf das Stück „Mamma Medea“ von Tom Lanoye. Es geht um Grenzen, außen und innen und das Gefühl der Fremdheit, vor sich selbst und anderen. Und Grenzen zu überschreiten, im Außen oder die in dir drin. „Unsichtbar, tödlich, da drüben, paar Meter… Vielleicht wird es ganz leicht. Es ist nur ein Schritt, eine Tat. Wird sie vielleicht deren Leben befreien oder es zerstören…“

Oben auf der Treppe, ins Licht der Scheinwerfer gerückt, steht Medea (stolz, schön und entschlossener Blick: Henriette Hölzel). Sie trägt ein graues Kleid aus Flicken, das Oberteil eng geschnürt und die roten Arme gebunden, die Hände mit Binden umwickelt und das Haar unter einem grauen Tuch verborgen. Unten steht Jason (trocken humorvoll: Matthias Reichwald), der charismatische Fremde, in schwarzer Jacke, breitschultrig, heldenhaft, tatendurstig und direkt, salopp bis poltrig im Ton, in Alltagssprache. Er rennt, reist um die Bühne im Eiltempo durch die Zeit. An seiner Seite Frontis und Melas, die Söhne von Medeas Schwester Chalkiope (sorgenvoll-gramgebeugt: Christine Hoppe), die mit Jason nach Kolchis zurückkehren, in ihre Heimat und um das Goldene Vlies zu holen für Zeus, den obersten Gott der Griechen. Dort trifft Jason auf Medea, beide fühlen sich voneinander angezogen, ein dunkler Rest Unsicherheit bleibt. Ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn in ihrer Heimat droht dem Fremden der Tod. Medea hilft Jason mit ihren Zauberkräften, stärkender Medizin aus Heilkräutern beim Bestehen der Prüfungen und beim Raub des Vlieses, wird dadurch zur Verräterin an Land und Familie, flieht mit ihm und heiratet ihn.

In seiner Heimat scheitert die erhoffte Thronbesteigung. Das Paar lebt mit seinen Kindern im Exil im griechischen Korinth. Medea wird selbst zur Fremden und soll ausgewiesen werden. Jason geht fremd und will ehrgeizig eine neue Existenz aufbauen und dazu eine Jüngere, Kreusa, die Tochter des Königs Kreon von Korinth heiraten. Medea fühlt sich betrogen und verraten, sie hat für Jason alles aufgegeben und weiß, mutterseelenallein, nicht wohin mit sich und ihren Kindern. Eine verhängnisvolle Liebesgeschichte, die Schatten und Not von Anfang an begleiten, die viel begehrt, fordert und verlangt vom anderen, das Feuer immer neu zu schüren sucht, sich wehrt, widersetzt und schutzlos dem anderen ausgeliefert, wütend, verletzt, blind auf Rache sinnt und grausam endet.

Der berühmte, antike Mythos um Medea, die liebende, zornige und aufbegehrende Frau, Mutter und Kindesmörderin aus Verzweiflung nach der Trennung ihres Mannes Jason kam nach Euripides` Drama Medea in einer zeitgenössischen Fassung von Tom Lanoye aus dem Flämischen von Rainer Kersten übersetzt als bilderstarke Tragödie mit ironisch grotesken Passagen unter Regie von Lilja Rupprecht auf die Bühne. Mitte Februar war die Premiere der Inszenierung im Großen Haus des Staatsschauspiel Dresden.

Die Gesichter von Medea und den anderen Figuren sind kalkweiß, wie bröckliger Putz, der Staub der Geschichte liegt auf ihnen. Ihre Lippen sind rot und blutverschmiert später ihre Hände. Im Stück geht es um den Umgang mit Fremden, den Kampf verschiedener Kulturen ebenso wie den Kampf der Geschlechter, zwischen Mann und Frau, immer noch aktuell und erschreckend brisant die Auseinandersetzungen bis in die heutige Zeit  angesichts der neuen, gerade vom EU-Parlament beschlossenen Gesetze, welche die Asylverfahren in Europa verschärfen und die Grenzen dichter machen sollen vor Flüchtlingen.

Bildermächtig, berührend, beklemmend, eindringlich und erschütternd in der Ausweglosigkeit des Konflikts und Unversöhnlichkeit der Beteiligten fesselt einen diese Inszenierung, stellt viele Fragen und lässt den Zuschauern viel Raum für eigene Deutung und Nachdenken.

Im zweiten Teil der Aufführung sind Medea und Jason als modernes Paar, allein, mit ihren Kindern und der Rivalin und gegenseitigen Schuldvorwürfen zu sehen. Kleidung, Kissen und Müllsäcke liegt bunt verstreut auf der Bühne wie Zwischenstationen von Flüchtenden. Eine Sirene tönt schrill. Medea trägt jetzt ein helles, schulterfreies Kleid, selbstbewusst und gibt nicht klein bei. Enttäuscht, verlassen und verletzt von ihrer großen Liebe bleiben ihr nur Klagen. Sie nennt ihn feige und einen Hampelmann, der die Karre in den Dreck fuhr. Sie sei hysterisch, kontert er. Die Leute kennen sie nicht, sie mache ihnen Angst! Behauptet Jason, in weißem Hemd mit hohem Kragen und schwarzer Hose. Er fühlt sich von ihr in die Enge gedrängt. Sie will ihm ihre Kinder nicht als Beute da lassen. Er beteuert, es werde ihnen an nichts fehlen in der Familie und mit ihrer neuen Mutter.

Ihre zwei Kinder tauchen vor ihnen auf, spielen auf der Treppe und ahnen nichts von der Gefahr. Auf einer Leinwand hinter ihnen sieht man Projektionen, ein Wirrwarr aus schwarzen Linien wie Gewitter, flackendes Licht und Flammen. Dazu stumpf hämmernde Schlagzeug-Klänge. Medea steht ungerührt da mit ihrem eigenen Schmerz und Wut als er vor ihr hilflos steht und weint. Erst als Jason so hilflos, schwach und verletzlich sich zeigt, wird das ganze Drama offensichtlich. Beide sind Opfer und Täter zugleich und haben jeder eine Verantwortung für das was passiert. Sie stehen sich gegenüber, im Halbdunkel erkennbar ihre Körperumrisse. Da sie keine Lösung finden, schreiten beide zu der unfassbaren Tat. Medea und Jason führen ihre Kinder hinaus und hinter der weißen Leinwand fallen Schüsse. Kein Schrei.

„Wo die Worte versagen, wo die Sätze entgleisen. Wo die Silben in alle Richtungen schießen. Geh jetzt, geh. Hinein ins Sperrgebiet deiner eigenen Fremde. Da vorne, tödlich, paar Meter, tief innen.“ Zitieren die zwei geisterhaften Gestalten vom Anfang den Schlussmonolog von Thomas Melle. Viel Beifall vom Premierenpublikum für eine Inszenierung, die unter die Haut geht und nicht so schnell loslässt mit ihren vielen offenen Fragen.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Nächste Termine: 11. und 30.4., 19.30 Uhr im Schauspielhaus Dresden.

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Premiere „Match me if you can“ – eine Datingkomödie in der Comödie Dresden

22 Montag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Erstes Date mit der Traumfrau und dem Traummann aus dem Internet. Da sind Überraschungen und manch pikantes Geheimnis aus dem echten Leben vorprogrammiert. Foto; Robert Jentzsch

Turbulentes digitales Doppel-Spiel um Lust und Liebe

Nichts ist wie es auf den ersten Blick scheint in der haarsträubend komischen Datingkomödie „Match me if you can“ in der Comödie Dresden.

Bei Lisa und Martin hat es online gefunkt, so dass sie sich endlich im realen Leben treffen wollen. Die Vorfreude und Spannung steigen. Doch das Kribbeln im Bauch endet im Desaster, da beide ihre Profilfotos derart geschönt haben, dass sie einander nicht erkennen und das erste Date ganz anders verläuft als erwartet. Vom Flirten und Anbandeln im digitalen Zeitalter erzählt die turbulente Datingkomödie „Match me if you can“ von Nina Hartmann und Gregor Barcal, die am Freitagabend Premiere in der Comödie Dresden hatte.

Eine urige Kneipe, die „Alte Laube“ mit kuriosen Sammelstücken an den grünen Wänden und Flimmerlampe wirkt schon fast antiquiert als Begegnungsort. Zwei Gitarren an der Wand spielen automatisch, wenn man näherkommt, Schlager und fordern auf: „Tanze Samba mit mir…“ und schmachten: „Du bist so heiß wie ein Vulkan“, so dass man unweigerlich mitwippt und je öfter es angeht und man alleine ist, sich genervt wegdreht.

Lisa (verwöhnt-abenteuerlustig: Britta Boehlke) sitzt in pinkfarbenem Overall, Pumps und orangener Plastikhandtasche auf einem rustikalen Holzhocker am Tisch und wartet auf ihr Date. Ein supersexy Typ, 1,93 Meter groß, mit dem sie seit einigen Wochen heiß chattet, schwärmt sie am Handy ihrer Freundin vor. Doch er lässt auf sich warten. Den Mann, der stattdessen hereinkommt, mittelgroß, kräftig, graumelliertes Haar und Brille, ignoriert sie. Als er sie sieht, fühlt er sich wie vom Blitz getroffen und möchte am liebsten umkehren. Und schickt Lisa eine Absage per SMS sein bester Freund wäre gerade betrogen worden von seiner Freundin und er müsse ihn jetzt trösten. Sie liest es und ist sauer, dass Martin (als schüchterner Möchtegern-Verführer: Alexander Wipprecht) sie versetzt hat.

Er gibt sich ihr nicht zu erkennen und so beginnt ein haarsträubend komisches Doppel-Spiel, bei dem beide Datingpartner sich gegenseitig auf den Leim gehen, immer neue Überraschungen, Missverständnisse und manch pikantes Geheimnis aus dem echten Leben ans Licht kommen in dieser Komödie unter Regie von Katja Wolff. Ungeschönt, ungeniert, offen und direkt von Anfang an lassen Lisa und Martin dabei, zunächst ahnunglos und dann noch mal auf Reset zurückspulend, allen Frust, Wünsche und Sehnsüchte über den gesuchten Traumpartner heraus.

Er hört mit, wie sie auf ihn schimpft und tausend Gründe erfindet, warum er nicht zu ihrem Date kommen kann. Martin verteidigt ihn und tischt ihr eine Lüge nach der anderen auf, die darin gipfeln, das sei gar nicht sein Handy sondern von seinem besten Freund. Beide bieten sich kräftig Paroli, wie bei einem Boxwettkampf fliegen Vorwürfe, Ausflüchte, Spottgelächter und klare Ansagen hin und her, statt romantischem Rendez-vous und verführerischen Blicken mit Mister Knister und Missis Twister. Er ist auch charmant und ehrlich und sie nicht so tiefgründig und cool wie sie tut, wenn sie Männer auf Tinder wegwischt im Handumdrehen. Ein Schock für sie ist, als sich herausstellt, wer der „osterzgebirgische Wildhengst“, ihr neuester Kandidat im Chat in Wirklichkeit ist. Ein lustvolles Sahnehäubchen auf dem vermasselten Date sind die Gesangs- und Tanzeinlagen, darunter ein Ohrwurm aus der Rocky Horror Show und der Lovesong Je`taime im Schummerlicht. Viel Beifall vom Publikum, das auf heitere Weise vor den Tücken des digitalen Datings gewarnt wird.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

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Premiere „Maria Stuart“ – Trauerspiel von Friedrich Schiller in den Landesbühnen Sachsen

18 Donnerstag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater, Zwischenmenschliches

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Zwischen Übermut und Verzweiflung: „Maria Stuart“, gespielt von Karoline Günst, ist Hoffnungsträgerin und tragische Figur zugleich im Spiel um Macht und Wahrhaftigkeit. Fotos: René Jungnickel

Von der Liebe zur Macht und der Ohnmacht des Herzens

Ein Wechselbad der Gefühle über Gefangen- und Freisein, Recht und Willkür, Begehrtsein und Aufbegehren durchlebt und -leidet das Publikum in der Inszenierung des Trauerspiels „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Gleich zu Beginn bricht das Gerangel um die Macht los, werden auf der dunklen Bühne Podeste lautstark umgeworfen, herrscht Aufruhr. Besorgt und unruhig steht eine ältere Frau in grauem Kleid dabei. Alles andere als gastfreundlich war der Empfang für die Hilfe suchende Maria Stuart und ihre Amme, die in England Zuflucht suchten bei Königin Elisabeth, einer Verwandten Marias. Nach der Flucht aus ihrer Heimat, wo die schottische Königin einer Mitschuld an der Ermordung ihres Ehemanns bezichtigt wird, wird sie jedoch festgenommen und eingesperrt. All ihr Bitten und Flehen auf Befreiung und Gnade bleibt unerhört. Immer zwischen Hoffen und Bangen, Wut, Schmerz und Verzweiflung hin und her gerissen, durchlebt und leidet das Publikum ein Wechselbad der Gefühle mit der Titelheldin „Maria Stuart“ in dem Trauerspiel von Friedrich Schiller, das am vergangenen Sonnabend Premiere hatte in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Aus einem übergroßen, aufklappbaren Reisekoffer, ihrem Gefängnis mit karger Einrichtung, tritt Maria Stuart (stolz, unverzagt und kraftvoll: Karoline Günst) heraus und setzt sich obendrauf, rebellisch, fast übermütig und fragt, ob sie schon verurteilt ist. Ihre Amme (gütig und großherzig: Anke Teickner) beruhigt und tröstet sie und trägt eine Geige mit sich, als wiege sie ein Kind. Die wird Maria später spielen, in Momenten der Liebe und größter Bedrängnis. Drei Musiker (Berthold Bauer, Kevin Knödler und Simeon Hudlet) begleiten außerdem das Geschehen und lockern es abwechslungsreich auf mit Trompete, Kontrabass und Gitarre, mal leise, wehmütig, mal rockig, bluesig und feurig wie Flamencoklänge. Wenn Maria Stuart aufbegehrt und ungeduldig auf und ab gehend auf Königin Elisabeth wartet. Das ist lang, zäh und erfordert viel Zuhör- und Durchhaltevermögen auch von den Zuschauern, bis die Handlung an Spannung gewinnt und die Geschichte einen packt und ergreift. Es wird viel geredet, palavert und gestritten in langen, wortreichen Mono- und Dialogen in dieser dreistündigen Inszenierung unter Regie von Landesbühnenintendant Manuel Schöbel. Maria glaubt an das Gute, Wahre und Schöne bis zuletzt. Doch als lebensfrohe wie gläubige Katholikin ist sie der protestantischen Königin Elisabeth (kühl kalkulierend: Julia Vincze) suspekt. Da die Stuart auch noch selbst den englischen Thron beansprucht, stellt sie eine Gefahr dar für Elisabeth. Ihre Gefolgsleute unternehmen alles für ihren Machterhalt und verfolgen eigene Interessen, die einen mit Intrigen, andere diplomatisch, sachlich oder versuchen Elisabeth von den Vorteilen einer Ehe zu überzeugen.

Das geschieht eindrucksvoll in mal hartnäckigen, trockenen bis witzig-absurden Wortgefechten der Kontrahenten um Elisabeth und Maria, die sich gegenseitig überbieten mit aufgeblasenem Gerede ins Mikro. Die Bühne ist in stimmungsvolles Licht getaucht von nachtblau, tiefrot bis lichtvoll, frühlings- und hoffnungsgrün. Haften bleiben vor allem diese bilderstarken, prägnanten Szenen. Wenn Maria plötzlich ihr Gefängnis einen Moment im Freudentaumel verlässt und neu erblüht. Wenn die Gefolgsleute einen Kreis um Königin Elisabeth bilden, sie schützen und zugleich abschirmen von der Welt draußen, der Wirklichkeit. Allen voran ihr machtgierig, eitler und heuchlerischer Berater, Baron von Burleigh (Alexander Wulke). Er führt einen erbitterten Disput mit Maria Stuart über Recht und Gesetz. Einen Moment später fegt er die Gesetzakte mit dem Schwert vom Pult, trinkt aus einem Zinnbecher, reicht ihr auch einen vermeintlich höflich und schleudert seinen Becher wütend in ihre Richtung. Unerschrocken, besonnen und sachlich versucht Amias Paulet, Ritter und Hüter der Maria (Matthias Avemarg) Unheil von ihr abzuwenden und zu schlichten. Mortimer, sein Neffe (Maximilian Bendl) will hitzköpfig und stur hingegen Maria Stuart gewaltsam befreien. Galant und listig verspricht er bei einer Teestunde mit Elisabeth, die Sache mit der Stuart zu regeln. Dabei hat er ein Attentat auf Elisabeth vor. Robert Dudley, Graf von Leicester (innerlich zerrissen: Moritz Gabriel) warnte ihn davor und verrät ihn.

Leicester, der ehrgeizig-aufstrebende Geliebte der Königin Elisabeth und Ex-Liebhaber von Maria Stuart, will sie retten und spielt mit dem Feuer. Mal trifft er sich heimlich mit Maria, die Geige in der Mitte, nah beieinander, mal steht er im Prunkgemach der Königin und verführt sie. Dann löst Elisabeth ihre kunstvolle Haarkrone, ihr langes, rotes Haar fällt offen herab auf ihr weißes, tief ausgeschnittenes Kleid. Solche Momente, wo sie einfach nur Frau sein kann und dies genießt, sind selten. Sie ist Herrscherin eines Landes, was ihr Herz will und ihre Sorgen, interessieren keinen. Doch sie regiert gern. Schlau und mit scharfer Zunge und Verstand, auch mit Ironie, bietet sie den Männern in Anzügen um sie herum Paroli. In ihrer orangenen, schicken Kostümjacke, die sie lässig und selbstbewusst an- und auszieht, kurz innehält und loslegt zur nächsten Runde im Macht-Spiel, wirkt diese Elisabeth von Julia Vincze wie eine moderne Karrierefrau, entschlossen und energisch.

Spannend die Szene, als die zwei Frauen und Rivalinnen sich dann endlich gegenüberstehen als dramatischer Höhepunkt in Schillers Stück. Denn im echten Leben sind die beiden Königinnen sich nie begegnet. Elisabeth staunt, dass sie keine gramgebeugte Frau vorfindet, sondern Maria Stuart ihr stolz, schön, klug und aufbegehrend gegenübertritt. Sie steht mal zwischen den Pfeilern einer Regalwand, in der Hocke, richtet sich wieder auf und steckt ihren Kopf durch ein Dreieck in der Wand. Geht hindurch und steht in ihrem schwarzen, weiß durchlässigen Kleid im Licht mit dem Rücken zur Wand. Elisabeth in Kostümjacke, Hosen und Stiefeln kommt gerade von der Jagd, sieht neugierig, ergriffen und wütend zugleich auf ihre Gegnerin, die kein bisschen unterwürfig ist und sie herausfordert. Es gibt keine Versöhnung!, ruft die Stuart ihr entgegen. All ihr Zorn und Leidenschaft über die lange Gefangenschaft und Unrecht brechen aus ihr heraus. Maria glaubte, dass sie sich wie zwei Königinnen auf Augenhöhe begegnen könnten. Doch zu viel ist schon geschehen und beide Frauen können nicht an sich halten, keine der anderen trauen oder um Schutz bitten. Das ist die Tragik dieser Geschichte und visionäre Botschaft des Stücks, dass dies eines Tages doch möglich wird, dass zuerst die Herzen und Mitgefühl sprechen statt Gewalt, Gegensätze und Feindseligkeiten.

Es sind zwei starke und verletzliche Frauen in einem ungleichen Kampf, die eine frei, die andere gefangen, im Bannkreis der Macht. Der Preis dafür ist hoch. Maria Stuart bezahlt mit ihrem Leben. Elisabeth unterzeichnet widerwillig das Todesurteil im Zwiespalt aus gekränkter weiblicher Eitelkeit, Eifersucht und Angst um ihre Macht, wird aber zeit ihres Lebens von Zweifeln geplagt ob es die richtige Entscheidung war und sie steht am Ende allein da. „Maria Stuart“ ist ein zeitlos spannendes Stück über Macht und Ohnmacht, Recht und Unrecht, Freiheit, Willkür und Wahrhaftigkeit und Umgang mit dem politischen Gegner. Davon erzählt die anspruchsvolle, bewegende, aber in der Intensität von Bildern und Spiel nicht durchweg schlüssige, ambivalente und durchaus streitbare Aufführung in den Landesbühnen. Viel Beifall bekamen vor allem die beiden Königinnen zur Premiere.

Text (lv)

Nächste Vorstellung: So., 21.1., 19 Uhr in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de


Glanz und Schatten der Macht: Königin Elisabeth (Julia Vincze) und ein vermeintlicher Vertrauter, Mortimer (Maximilian Bendl), der ein Attentat gegen sie plant, um Maria Stuart zu befreien.

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Premiere „Piaf. Mythos, Rausch und Wirklichkeit“ im Schauspielhaus Dresden

08 Montag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Theater, Zwischenmenschliches

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Die Stimme der Liebe

Wie soll man etwas beschreiben, das tief von innen herauskommt?! „Ich singe einfach!“, sagt Edith Piaf lächelnd auf die Frage eines Reporters. Am Anfang der Aufführung ist ihr Gesicht in Großaufnahme auf dem Bühnenvorhang zu sehen. Ob in ihrem Leben Glück oder Unglück überwogen habe? „Das gleicht sich aus“, antwortet  die Sängerin. Sie würde genau dasselbe Leben wieder wählen. Wenn sie nicht Sängerin sein könnte, was wäre sie dann? „Tot“, sagt sie. Auf ihr bewegtes, rastloses Leben mit allen Höhen und Tiefen, Licht- und Schattenseiten schaut „Piaf – Mythos, Rausch und Wirklichkeit“, ein Theaterabend von Laura Linnenbaum. Die Premiere war im November im Schauspielhaus Dresden. Im Halbdunkel der Bühne geht sie (grandios in der Titelrolle Betty Freudenberg), geplagt von Schmerzen, im weißen Nachthemd umher und mit den Erinnerungen steigen die dunklen Geister der Vergangenheit auf.

„Non, je ne regrette rien“ – Nein, ich bereue nichts!, sagt sie und singt die Piaf am Ende ihres Lebens. Sie liebte ihr schreckliches Leben, die Menschen und ihr Publikum. Und sie sang darüber, sang sich die Seele aus dem Leib und manchmal buchstäblich um ihr Leben. Die Musik, ihre Lieder hielten sie aufrecht. Klein, zart von Gestalt im schlicht schwarzen Kleid und gekräuseltem Haar hält sie sich am Mikro fest und mit ihrer großen, hellen, warmen und tiefen, kraftvollen Stimme verzaubert sie alle. Mit der sie zu Tränen rührt wie in „La vie en rose“, einer Hymne auf das Leben, lebensfroh, mitreißend und wehmütig auch ihre anderen, bekannten Songs wie „Padam… Padam“, „Milord“, „Sous Le Ciel de Paris“, „La Bohème“ oder „Mon Dieu“. Ihr Gesang trägt sie und ihr Publikum fort in eine andere Welt. Voller Träume, Liebe, Leidenschaft, Sehnsucht, Schmerz und Verzweiflung sind ihre Lieder wie ihr Leben. Mit viel Hingabe, stark und verletzlich, ergreifend, erschütternd und berührend erzählt und spielt Betty Freudenberg markante Stationen aus dem Leben der Piaf. Begleitet wird sie auf einer Drehbühne von vier weiteren Schauspielerinnen und Schauspielern (Jannik Hinsch, Henriette Hölzel, David Kosel und Raiko Küster) und einem Mädchen (Clara Dobberstein), die eindrucksvoll, mit Witz, Charme, Strenge, Esprit, Euphorie und Dramatik, verschiedene Seiten ihres Ich und innere Stimmen der Sängerin zeigen und Menschen, die ihr auf ihrem Weg begegneten. Sie zeigen sie als Kind, als junge Frau, Braut, gefeierte Sängerin ebenso wie Liebende, Manager und Künstlerfreunde. Beeindruckend und bewundernswert, wie die Piaf sich immer wieder aufrafft, selbst antreibt und nie den Glauben an sich verliert. Damit macht sie sich und anderen Mut, nie im Leben aufzugeben. Herzlicher Beifall vom Premierenpublikum.

Text (lv)
Mehr Text zur Aufführung folgt.

Nächste Vorstellungen: 8.1. und 17.1., 19.30 Uhr, Schauspielhaus

http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Zwischen Verzauberung und Verzweiflung: Sie lebte und liebte das Leben pur bis zur Neige mit aller Freude, Traurigkeit und Schmerz. „Die Stimmen vieler singen in mir“, sagte Edith Piaf und diese nehmen facettenreich Gestalt an auf der Bühne. Fotos: Sebastian Hoppe

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Lebensfreude & Genuss contra Ignoranz beim Gastspiel „Chocolat“ mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer & Les Manouches Du Tannes im Schauspielhaus Dresden

04 Donnerstag Jan 2024

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Poesie, Theater, Zwischenmenschliches

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Unfreiwillige Verführung zu Genuss & Lebensfreude: als krass sittenstrenger, lebensfremder Dorfpfarrer und lebensfrohe Genießerin begeisterte das Schauspieler-Paar Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer, begleitet von beschwingten Klängen von Les Manouches Du Tannes die Zuschauer im Schauspielhaus Dresden. Foto: Gia Carlucci Staufer

Genuss für Geist und Sinne

Ebenso reiz- wie spannungsvoll im Wechsel von Lebenslust, Streit über Moral und Werte, Humor und Gänsehaut und beschwingt-fröhlichen Klängen kam „Chocolat“ nach dem Roman von Joanne Harris in einer Aufführung mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer und den Musikern von Les Manouches Du Tannes auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden.

Schon das Wort klingt verlockend. Es zerschmilzt auf der Zunge wie die Süßigkeit. Sie löst nachweislich Glückshormone und Wohlbefinden aus. Wer wollte ernsthaft etwas dagegen haben?! Doch ausgerechnet im Heimatland von Genuss und feinem Geschmack, in einem kleinen Ort in Frankreich, sorgen die kleinen Schokoladen-Köstlichkeiten für Aufregung, Argwohn, Anfeindung und Turbulenzen. Dabei geht es um weit mehr als nur um „Chocolat“ im Roman von Joanne Harris aus dem Jahr 1959, der als sinnebetörende Romantikkomödie und Märchen für Erwachsene unter Regie von Lasse Hallström im Jahr 2000 ein großer Kinoerfolg war. Mit Juliette Binoche in der Hauptrolle der jungen, alleinerziehenden Mutter, die auf dem Kirchplatz eines südfranzösischen Dorfes in einem leerstehenden, verfallenen Haus eine Patisserie eröffnet, einen kleinen Tempel für feinste Schokoladen. Und damit auf Missfallen beim Dorfpfarrer stößt, der alles unternimmt, ihre Chocolaterie zu verbieten und sie wieder aus dem Ort zu vertreiben.

Eine ebenso reizvolle wie heikle Geschichte mit Blick auf aktuelle Konflikte in der Welt, wo Ablehnung, Ausgrenzung, Hass und Gewalt gegenüber anderen Kulturen und Lebensvorstellungen zunehmen und der Sinn für Schönes, Verbindendes verlorengeht bzw. leidet. Am Neujahrstag kam „Chocolat“ nun als Gastspiel mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer sowie Les Manouches Du Tannes auf die Bühne im nahezu ausverkauften Schauspielhaus Dresden. Manche hatten sicher noch den in sinnlichen Bildern schwelgenden Kinofilm „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“ vor Augen. Ein Wagnis also für das Schauspieler-Paar Kramer und Harald Krassnitzer, die vor allem auf die Lust und Kraft der Worte, wandlungsreiches Spiel der verschiedenen Figuren mittels Stimme setzten und großartig begleitet wurden mit Musik im Stil des Sinto-Gitarristen Django Reinhardt mit mal beschwingten, fröhlichen, sanften, leisen und wehmütigen Klängen des Musikerquartetts um den Akkordeonisten Valentin Butt und den Geiger Roland Satterwhite.   

Die Geschichte gewinnt sogar an Spannung, Dramatik und Biss, da das Schauspieler-Duo sich ganz auf die gegensätzlichen Lebensweisen, Ansichten und Eigenarten der zwei im Mittelpunkt stehenden Figuren konzentriert. Vor sparsamer Kulisse, einem zwischen Chocolaterie und sakralem Kirchenraum hin und her wechselnden Bühnenbild und bunten Lämpchen bei den Musikern, spielt Ann-Kathrin Kramer die selbstbewusste, lebensfrohe Genießerin Vianne Rocher freundlich-gelassen, mit sanfter Stimme und bezauberndem Lächeln, so dass auch der Dorfpfarrer hin und her gerissen ist zwischen ihrer Ausstrahlung und verhexter Verführung mit ihren Schokoladen. Im Film ist es allerdings nicht der Dorfpfarrer, sondern der erzkonservative, sittenstrenge und asketische Bürgermeister Comte de Reynaud, der die Geschicke im Ort lenkt und die Bewohner in seinem Sinne versucht zu beeinflussen. Harald Krassnitzer spielt den Moralapostel zwischen Humor und Gänsehaut grotesk überzogen, wetternd und wutschnaubend, buchstäblich krass überall Laster und Verfall von Bräuchen und Werten witternd und dann wieder wehleidig und verbittert an sich und der Welt leidend. Da Vianne ihren Laden während der Fastenzeit eröffnet, nicht in die Kirche geht und alleinerziehende Mutter ist, offen und frei heraus lebt und mit ihrer herzlichen Art auch noch andere Dorfbewohner ansteckt, sieht er sie zunehmend als Widersacherin.

Über die Hintergründe der beiden derart konträr aufeinander treffenden Figuren erfährt man in dieser Aufführung leider wenig. So wirkt die Schärfe der Streitigkeiten teils übertrieben, altbacken, platt bis unverständlich. Der Gipfel der Unmoral ist für ihn erreicht, als ausgerechnet am „höchsten kirchlichen Feiertag, am Ostersonntag“ ein großes Schokoladenfest im Dorf stattfinden soll. Ostern sei doch ein Fest der Freude und was an Schokolade so schlimm sei?!, fragt Vianne den Dorfpfarrer heiter-spöttisch und fügt hinzu: „In diesem Ort ist genug Platz für uns beide!“ 

Doch die alte, noch immer lebenslustige Armande und Stammgast in Viannes Chocolaterie, weiß es besser: „Sie vertreiben jeden, der ihnen nicht passt! Passen Sie auf!“, rät sie Vianne. Das Geschehen eskaliert bei einer Geburtstagsfeier der alten Dame, die sie mit ihren Gästen am Fluss Tannes zusammen mit einer Gruppe Umherreisender ausklingen lässt. Dort verliebt sich Vianne in den Zigeuner Roux, den Johnny Depp im Kinofilm „Chocolat“ spielt, der als Figur gar nicht vorkommt in der Bühnenfassung, obwohl dies die Geschichte zusätzlich anheizt. Nachts geht ein Boot von ihnen in Flammen auf, inmitten der im Nachtblau gelb tanzenden Lichter und noch eben fröhlicher Musik. Doch es kommt noch ärger und tragikomischer. Der Dorfpfarrer fühlt sich als Versager, da er die Ehe von Josephine und ihrem prügelnden und trinkenden Ehemann nicht retten kann und bricht wütend, da sie jetzt bei Vianne untergekommen ist, nachts in ihren Laden ein und richtet eine Verwüstung an. Doch stärker als sein Groll ist die Intensität des Duftes und Aromas all der süßen Köstlichkeiten, die ihn überwältigen und hemmungslos kostet er die „verbotenen Früchte“. Köstlich Krassnitzers Schilderung der Szene im Schokoladenrausch, angewidert, verstört, schwärmerisch und begeistert zugleich mit spitzem Mund. Glückselig, schlafend und mit schokoladenverschmiertem Mund in den Auslagen im Schaufenster findet Vianne ihn am nächsten Morgen und weckt ihn.

Sie betrachtet ihn mit gütigem Lächeln und beim großen Schokoladenfest am Schluss wagen der Dorfpfarrer und die charmante Genießerin gar noch ein Tänzchen miteinander zu fröhlich-unbeschwerter Caféhaus-Musik. Zwei wie Feuer und Wasser. Kann das gut gehen?! Zumindest ist es ein leises Hoffnungszeichen für mehr Offenheit, Toleranz und Mitgefühl in einer Welt voller Gegensätze, in der es noch viele Orte gibt, die darauf warten, dass der Wind sich dreht und in der auch Wohlhabende bedürftig sein können. Viel Beifall vom Publikum gab es für dieses sanft, feinsinnig und nachdenklich die Sinne kitzelnde Theatererlebnis.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

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Gastspiel „Chocolat“ von Joanne Harris mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer & Les Manouches Du Tannes

29 Freitag Dez 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater

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Genuss contra Enthaltsamkeit: Das Schauspieler-Paar Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer streiten höchst vergnüglich in der Komödie „Chocolat“ bei ihrem Gastspiel am 1. Januar 2024, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Dresden. Fotos: Stefan Nimmesgern

Die Verführerin und der Grantler

„Chocolat“ mit Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer kommt in einer Mischung aus Schauspiel, Lesung und Konzert auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden.

CHOCOLAT ist ein betörendes Märchen für Erwachsene, eine klassische Srewball-Komödie, mit der mitreißenden Live-Musik im Stile Django Reinhardts. Die Geschichte: Eine junge, alleinerziehende Mutter eröffnet am Kirchplatz eines kleinen, südfranzösischen Dorfes eine Pâtisserie, einen kleinen Tempel für feinste Schokoladen. Für den Dorfpfarrer ist diese Art der „Verführung“ absolut inakzeptabel. Rigoros verbietet er den Mitgliedern seiner Gemeinde jeden Umgang mit der jungen Frau – und wird zu ihrem großen Gegenspieler.

Auf äußerst amüsante Weise prallen zwei Lebenshaltungen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die Abneigung gegen alles Fremde auf der einen Seite, Offenheit und Genuss auf der anderen. Erzählt wird diese Geschichte von einem virtuosen Quartett um den Akkordeonisten Valentin Butt und den Geiger Roland Satterwhite – und von dem faszinierenden Schauspieler-Paar Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer. Sie zählt seit mehr als zwanzig Jahren zur Crème der deutschsprachigen Filmschauspielerinnen. Er verkörpert seit vielen Jahren den wunderbaren Wiener TATORT-Kommissar. Der Grantler und die charmante Verführerin – zwei Figuren, die den beiden sympathischen Schauspielern geradezu auf den Leib geschneidert sind. Eine faszinierende Mischung aus Schauspiel, Lesung und Konzert.

Dauer der Aufführung: ca. 2 Stunden.
Eine Pause.Text: Staatsschauspiel Dresden
Text: Staatsschauspiel Dresden

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

Chocolat von Joanne Harris mit Ann-Kathrin Kramer, Harald Krassnitzer & Les Manouches  Du Tannes.

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Premiere „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden

10 Dienstag Okt 2023

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Theater, Zwischenmenschliches

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Zwischen Traum- und realer Welt: Was ist echt, was eingebildet? Fragt das Stück „Der Sandmann“ nach der Erzählung von E.T.A. Hoffmann im Kleinen Haus. Hier eine Szene mit Jonas Holupirek und Nadja Stübiger. Fotos: Sebastian Hoppe

Aufrüttelnde Traumgeister

Ein bilderstarkes, berührendes und beunruhigendes Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit, Sehen, Erkennen und dem Zwiespalt von innerer und äußerer Freiheit ist die Inszenierung „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden.

Ein Labyrinth aus schwarz-weißen und farbigen Linien überzieht die Bühne. Rot, blau, grün und gelb, abwechselnd schlängelnd und starr wie Gitterstäbe ragen in den Raum. In der Mitte steht ein Metallgerüst, ein Turm. Ein Mann mit weißgrau zauseligem, schulterlangen Haar geht auf und ab und schiebt, verrückt die Wände hin und her als könne er die Wirklichkeit dadurch verändern. Vor der Wand werden Türen auf und zu gestoßen in eine andere, rätselhafte Traumwelt. Auf einer Videoleinwand erscheinen immer wieder groß die Gesichter der Darsteller, Frauen und Männer in dunklen Anzügen, das Haar zurückgekämmt und geisterhaft weiße Gesichtszüge mit großen dunkel und rot geränderten Augen. Sie erzählen abwechselnd die seltsame Geschichte des Studenten Nathanael, dessen Begegnung mit dem Wetterglashändler Coppola in ihm Erinnerungen an offensichtlich traumatische Kindheitserlebnisse wachruft.

Wundersam, geheimnisvoll und unheimlich zugleich, voll schwebend, verlockender und düsterer Bilder, sphärischer Klänge und ergreifend schöner, dunkler und gefühlvoller Poesie kam die surreale Traumerzählung „Der Sandmann“ nach E.T.A. Hoffmann in einer Inszenierung unter Regie von Sebastian Klink, Bühne und Kostüme: Gregor Sturm, Livekamera: Christian Rabending und mit Livemusik von Friederike Bernhardt auf die Bühne. Die Premiere war am vergangenen Sonnabend im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Hoffmanns 1816 erschienene Erzählung „Der Sandmann“ ist seine bekannteste, sie stammt aus dem Zyklus „Nachtstücke“ und wird der Schwarzen Romantik zugeordnet. Doch es ist weitaus mehr als ein Schauermärchen, gehört zu den vieldeutigsten und am häufigsten untersuchten Texten der deutschsprachigen Literatur, ohne ihn zweifelsfrei ergründen zu können. Das macht den Reiz dieser Erzählung bis heute aus.

Ein junger Mann mit sandfarbenem Wuschelhaar (Jonas Holupirek), der in seiner neugierig-aufsässigen und lausbubenhaften Art etwas an den Struwwelpeter und feinsinnig-verträumt an den Kleinen Prinzen von Saint du Exupéry erinnert, steht da auf der Bühne. Im dunklen Mantel, der auf der Rückseite wie eine Leinwand mit Klaviertasten und farbig bemalt ist und oberkörperfrei, erzählt der Student Nathanael und angehende Künstler rückblickend über ein gravierendes, ihn nie wieder loslassendes Kindheitsereignis. Er liebte schauerliche Geschichten über Zauberer, Hexen und Däumlinge, „der Sandmann“ zog ihn auf die Spur des Abenteuerlichen. Nachtbilder steigen auf, Erinnerungen an jene zwiespältige Figur, die den Schlaf und die Träume bringt, aber auch Sand in die Augen streut, wenn die Kinder nicht schlafen wollen. Erzählt die Mutter (Gina Calinoiu) mal besonders gruslig, mal beschwichtigend, den Sandmann gebe es gar nicht wirklich. Doch Nathanael wartet auf ihn und will ihn sehen. Zumal er des nachts Geräusche im Haus hört, jemand klopft an die Tür. Er erzählt von den Besuchen des vermeintlichen Sandmann Coppelius, den er zusammen mit seinem Vater bei deren alchemistischen Experimenten im Labor heimlich beobachtet, wie eine blaue Flamme aus dem Herd schießt und er sieht mechanische Wesen, ohne Augen und Körper, die an Puppen erinnern.

Er wird von Coppelius entdeckt und verfällt danach in eine Art Todesschlaf. Der Schrecken erreicht seinen Höhepunkt, als bei einer Explosion im Versuchslabor mit lautem Knall, Rauch und rot loderndem Licht Nathanael seinen Vater mit schwarz verkohltem Gesicht findet. Er will den Tod des Vaters rächen und glaubt im Wetterglashändler Coppola jenen Advokaten Coppelius wiederzuerkennen. Seine Verlobte Clara (auch als Schwester und Olimpia abwechselnd sanft, mitfühlend und abweisend kalt: Ursula Hobmair) und sein Freund Lothar, ihr Bruder (salopp-lebenslustig: Friederike Bernhardt) versuchen ihm sachlich und aufmunternd seine düsteren „Einbildungen“ auszureden, der Vater sei durch seine eigene Unvorsicht ums Leben gekommen und nicht durch Coppelius. Doch es hilft nichts. Nathanael zieht sich immer mehr zurück, daran ändern auch lange Briefwechsel und ein inniger Tango mit Clara nichts. Er verfällt immer mehr in Schwermut und dunkel abgründige Dichtung und verliebt sich sehnsuchtsvoll-schwärmerisch und verzweifelt in die ebenso schöne wie unerreichbare Olimpia, ein Mädchen, das er eines Tages im Fenster gegenüber mit einem Fernrohr sieht mit seltsam leerem Blick.

Clara und Nathanael entfernen sich immer mehr voneinander. Sie hält ihn bald für einen „Geisterseher“. Tatsächlich wandelt der Geist seines unruhevollen Vaters (Torsten Ranft) des nachts weiter im Haus umher und zitiert Verse von Edgar Allan Poe mit schwarzen, ungerührt dasitzenden und krächzenden Raben, die fortfliegen nimmermehr… Nacheinander fahren sie wie in einem Fahrstuhl hinauf auf den Turm hinter Glas, der ihnen aber auch keine neuen Aussichten bringt, sondern nur einen neuerlichen Blick in den Abgrund. Am Schuss liegen unzählige Gläser auf der Bühne verstreut und ein umgestürztes, schwarzes Kreuz wie ein großer, dunkler Vogel.

Ein bilderstarkes, fantastisches, berührendes, beunruhigendes und tragikomisches, philosophisches Spiel zwischen Traum und Wirklichkeit, über Sehen, Wahrnehmen und Erkennen im Zwiespalt von innerer und äußerer Welt und Freiheit, die ständig miteinander ringen brachte „Der Sandmann“ mit auf die Bühne im Kleinen Haus. Ein Stück darüber, was passiert, wenn kindliche Neugier, Fantasie und Entdeckerlust unterdrückt werden und nicht ausgelebt werden dürfen, Begabungen, Intuition und Vorstellungskraft sich nicht kreativ, schöpferisch entfalten können, sondern Ängste und Schatten übermächtig werden und die Kraft der Fantasie innerlich gefangen nimmt und gegen einen selbst zerstörerisch wirkt. Bei aller Mehrdeutigkeit eine klare Aufforderung, den eigenen Augen und Sinnen für das Wahre, Schöne zu vertrauen in einer Welt voller Verlockungen und Unsicherheit. Viel Beifall gab es dafür vom Premierenpublikum.

Text (lv) http://www.staatsschauspiel-dresden.de


Stelldichein der Nachtgeister: Auf dem Bild Nadja Stübiger, Torsten Ranft und Gina Calinoiu.

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Willkommen in diesem reichhaltigen Garten der Künste – Hier blüht Euch was! Hier wächst vieles, Schönes und Dorniges, Auffälliges und Verborgenes, Seltenes und Seltsames nebeneinander. Hier erfahrt Ihr das Neueste aus der Dresdner Kultur- und Kunstszene in aller Eigenart und Vielfalt. Sitzt man auf der Gartenbank mit namhaften und weniger bekannten Kulturmenschen und Menschen mit Ideen und Visionen aus anderen Lebensbereichen. Zeigen Künstler beim Atelier-Besuch ihre neuesten Werke, bevor sie in der Ausstellung hängen und erzählen, welche Bilder sie nie ausstellen würden. Wird Neues aus der Bühnen- und Bücherwelt vorgestellt, Augen- und Ohrenschmaus weitergegeben. Es gibt ein Traumtagebuch, für die Bilder der Nacht und Lebensträume. Es ist Platz für Poesie und Kurzprosa, Reisereportagen, Beiträge über das Leben mit anderen Kulturen, über Lebensart und Zwischenmenschliches. Es werden WortRaritäten gesammelt und Wort-Rätsel mit geheimnisvollem Inhalt gelüftet. Und nun: Schaut Euch um, entdeckt, genießt und lasst Euch anregen von der Fülle an Kulturgewächsen. Und vor allem: Bleibt schön neugierig und empfehlt meinwortgarten weiter.
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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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Kultur Musik Tiere

TOP-BEITRÄGE & SEITEN

  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Premiere "Einige fühlen den Regen, andere werden nass" & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation
  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • Ausstellung "Stille Post" von Gudrun Trendafilov auf Schloss Burgk in Freital
  • Offene Gartenpforte Dresden: "Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage"
  • Ausstellung "Überblick - Bilder aus fünf Jahrzehnten" von Peter Pit Müller in der Stadtgalerie Radebeul
  • Ausstellung "Alles so schön bunt hier!" von Holger John in der Kunsthochschule Dresden & "66 x John" in der Galerie Holger John
  • Atelierbesuch bei Anne Kern in Wehlen, Sächsische Schweiz
  • Premiere im Boulevardtheater Dresden- Herr Lehrer, Fräulein Lustig schwänzt!
  • Schönes bleibt: Gedichte zur Erinnerung
  • Premiere "Das Ding - die Friedrichstadt-Revue" im Dresdner Friedrichstatt Palast
  • Atelierbesuch bei Kathrin Stadthaus: "Ich fühle mich überall zuhause"
  • Kurzgeschichte: Die Frau an der Haltestelle

Aktuelle Beiträge

  • Ausstellung „Wer bin ich?“ mit Malerei & Zeichnung von Dorothee Kuhbandner in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost im Kultur-Bahnhof
  • Premiere vom Theaterjugendclub Döbeln zum Thema „Heimat“ anlässlich des 1045-jährigen Stadtjubiläums
  • Ausstellung „Stille Post“ von Gudrun Trendafilov auf Schloss Burgk in Freital
  • Uraufführung „Träume in Europa“ von Wolfram Lotz im Schauspielhaus Dresden
  • Plenair-Ausstellung auf dem Künstlerhof Kunath in Röhrsdorf bei Meißen
  • Premiere „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“ von Peter Turrini frei nach Beaumarchais als Sommertheater Open Air im Innenhof des Japanischen Palais Dresden
  • Ein lebendiger Ort für Geschichten: Erzählcafé & Schreibwerkstatt
  • Gedichte von Abschied & Bleiben
  • Neue MeerGedichte: Farben des Lebens
  • Ausstellung „Alles so schön bunt hier!“ von Holger John in der Kunsthochschule Dresden & „66 x John“ in der Galerie Holger John

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