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Kategorien-Archiv: Natur

Neue Meer-Gedichte: Ein Gesicht im Sand & Abschied von Kater Franz & Traumversunken & Dem Wind entgegen & mehr

16 Donnerstag Jul 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Ein Gesicht im Sand

Angekommen am Meer
find ich unzählige Federn
helle dunkle gefleckte
und windzerzauste
ein Gesicht im Sand
wie eingemeißelt
Wasser rinnt unaufhaltsam
ringsherum
Möwen fliegen auf
reißen sich um die Krumen
ausgehungert mir fast
das Futter aus den Händen
mit spitzen Schnäbeln
erschrocken weiche
ich zurück
ihre Freudenschreie begleiten
mich auf Schritt und Tritt
wollte hier vergessen
die Schatten der letzten Zeit
stattdessen beginne ich zu leben
Ganz von vorn

5.7.2026

Abschied von Kater Franz

Früh der Aufbruch
endlich wieder ans Meer
drei Wirbelwinde ließ
ich zuhause
geriet schon fast in Seenot
kaum fort
kommt die Sehnsucht wieder
unterwegs ein Wetter
als stürze der Himmel ein
aus grauschweren Wolken
bricht immer wieder Sonnenlicht
sonst saßst Du oft schon vorm Haus
an der Tür
oder unter einem Strauch im Garten
diesmal nicht
der große zottlige Schlappohrenhund Joschi
stürmt ins Ferienzimmer herein
mit der Gastgeberin
doch kein Kater Franz
schwarzsamtig mollig keck
und gelbäugig wie meine Sternaugenkatze Lola
der in mein Herz schlich
durchs Tor schnurstracks galant an der Agave vorbei
wird mehr kommen
er ging schon im Januar
für immer fort
all meine Freude
auf einmal verloren
das Meer braust und
schickt mir seine schönsten Wellen
es hält und bricht keine Versprechen
doch kann es meinen Kummer nicht fortspülen

5.7.2026

Traumversunken

Die Möwen riefen
noch lange
eine Taube gurrte
draußen auf dem Giebel
schon halb im Traum
zog wieder alles
vorbei
was ist und war
wie auf einer Bühne
als probten wir
für ein neues Stück
ohne Zurück
die Darsteller ringsumher
schwiegen
verkauften ihre Schuhe
und Taschen
keiner wollte ihre
Kunst sehen
Ich erzählte was ich schreiben
wollte
doch keiner hörte zu

ich träumte unter
dem Meerbild
darauf weiße hohe Wellen
reichen fast
bis zum Himmel
das Meer groß weise
und weit sagt:
Alles hat seine Zeit
und draußen strömt der Regen

6.7.2026

Dem Wind entgegen

Der Wind zaust mein Haar
seh nichts mehr nichts steht mehr fest
durchkämmt das Meer
hohe weiße Schaumkronen
aufbrausend
schleudern mir
ihre ganze Kraft entgegen
als wollten sie
mich aus mir
heraus
erheben
die Wellenberge scheinen
unüberwindlich
der Boden unter den Füßen
gibt nach
Wellen prallen
gegen meine Haut
werde nicht sanft
wie sonst hineingezogen
sondern fast gerissen
falle fast hinein
und auf einmal
fühlt sich alles
leicht an
die Wellen wogen
ich überspringe sie
vertraue mich an
der Wind wirft mich zurück
an Land
doch bin gewachsen
ein Stück

8.7.2026

Sonnentag am Meer

Die Sonne kam wieder
am dritten Tag und
hielt lange
der Himmel immer noch
azurblau voller Federwölkchen
Möwen kreisen über dem Ferienzimmer
den leckeren Düften nach
Schwalben schwirren umher
Raben krächzen heiser
eine winzige helle Spinne seilt
sich ab an meinem Stift
eine lange schwarze und eine Tigerfeder
die von Euch aus dem Himmel flogen
liegen vor den Bildern
meiner Katzen
ein heller Falter flog Mittag
übers Dach sah kurz nach
mir und verschwand
und noch einer ein Zitronenfalter
flirtete kurz
mit mir am Strand
bevor der Wind
den Sand aufwirbelte
das Meer den Schleudergang einlegte
Ich allein blieb mit den Möwen
die es verstehen
zu bitten schreien und flehen
alles nehmen wie es kommt
noch in der Dämmerung
hallt ihr Lachen

8.7.2026

Geborgen/Ückeritz

Das Meer schimmert
blau hinter den Bäumen
der Lärm von der Promenade
verebbt
die Anhöhe hoch
in den Wald
Wege voller Sonnenflecke
auf und abwärts
das Rad hält mich
dann endlich das Tor am Waldrand
Zurück in meiner Welt
langersehnt und vermisst
all die Leinwandvillen
Wäsche hängt auf der Leine
wo sie unter Sonnensegeln
beisammen sitzen
zusammen essen feiern
ausruhen
es duftet nach Kartoffelsalat
Gurken und manchmal verbrannten
Fleisch auf dem Grill
und hohe Kiefern säumen
den Weg zum Strand

das kleine Wäldchen an der Steilküste
wuchert und schlummert
vor sich hin
zwischen den Buchen
der offene freie Meerblick
immer noch
endlos weit
die weiße Treppe
hinunter
zum Strand
führt in eine
andere Zeit
zum Ursprung meiner
Meerliebe
viele Bäume Licht
und Wellen die immer
wiederkehren
wie die Möwen
und manchmal offene alte Strandkörbe
mit Blümchenbezug oder Streifen
mehr brauchte ich nicht
zum Glück

der Sand am Strand
weicher und höher
neu aufgeschüttet
bildet Wälle zum Wasser hin
viele Steine liegen drin
und der Sand gibt nach
Ich schwanke in den Wellen
bernsteinfarben funkelnd
in der Sonne
kräuseln sich wiegen
und tragen mich sanft
Abends kommen die Möwen
und ein paar Raben
freuen sich über das Festmahl
und drehen ihre Runden
als wollten sie
wie ich
das Meer umarmen

10.7.2026

Blütensegel

Euer Leuchten
weithin
begleitet
meinen Weg
kleine Blütensegel
im Wind
öffnen und schließen
sich geschwind
klimpern mit den Wimpern
rote Irisschimmer
auf den Blättern
zarte Berührung
schon verwehen sie
im Wind
abends färben
sie den Himmel
rot unzählige kleine Flügel
hoch über dem Meer
mit den Möwen

10.7.2026

Schneckenleben

Die Sonne stand
schon tief
der Sand leuchtete
rot golden am fast menschenleeren
Strand
winzige weiße Federn
flogen umher
landeten in den Seegräsern
dort fand ich Dich
klein kugelrund
dunkelbraun hellgelbes Gehäuse
voller Sand
doch es schien als wohne
noch jemand
darin

nahm Dich mit
obenauf mit den
flaumigen Federn
so viel Leichtigkeit
schwer zu halten
legte Dich in den Pflanztopf
weiße Rosen Lavendel
Vergissmeinnicht wachsen dort
in der Nacht klettertest Du
am Rosenstrauch empor

hängst nun mitten in den Blättern
und Wassertropfen
halt Dich
gut fest

11.7.2026

Gedichte: Lilli Vostry
Fotos folgen

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Gedichte für den Wal Hope

22 Montag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie

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Gestrandet oder
Für immer im Meer
(Für den Wal Timmy Hope)

Du willst nicht mehr
in irgendeinen Hafen schwimmen
auch nicht gezogen
von einem Schiff
weg von der Küste Dänemarks
vor Anholt wo Du gestrandet bist
Dein Anblick stört sie der Gestank
ein Schandfleck am Strand
für die Touristen
gar Explosionsgefahr
doch es hielt manche nicht ab
auf dem toten Tier herumzusteigen
und zu posieren vor der Kamera

eigentlich wolltest Du zurück
aus der Ostsee in den Nordatlantik
nachhause
nun  liegst Du
leblos da seit Tagen
schutzlos
und sie rätseln
wer das angespülte Walmädchen ist
sie glaubten Du wärst ein Bulle
vielen warst Du egal
sie wollten Dich liegenlassen
auf der Sandbank in Poel
Pech gehabt falsch abgebogen
andere hörten Deine Hilferufe
und gaben viel Dich zu retten

die kleine Karawane mit zwei Schiffen
vorneweg und dem Lichterkahn mit Sonnensegel
in dem Du schwammst
im Sonnenuntergang bei der Abreise
alles sah so friedlich und schön aus
doch dann zogen raue Winde auf
stürmische Wogen
ließen die Seeleute Dich zu früh
hinaus
ein paar kräftige Wasserfontänen
stiegen in die Luft über dem Meer
dann warst Du fort

Noch einmal zeigst Du
Deine Kraft
ein letztes Mal
mehrere Versuche Dich
in den Hafen zu schleppen
schlugen fehl
Du willst zurück ins Meer
zeigst es allen Zweiflern
Mögen ein kräftiger Wind
und Wellen Dich hinaustragen
wundervoller sanfter Riese
und gib Deine Kraft und Hoffnung
weiter all den anderen Meerestieren

LV
21..5.2026

Dunkler Traum
(Für Timmy Hope)

Ich sah eine Frau
die Blumen an Deiner Schwanzflosse
im Sand ablegte
und Dein Name Hope
mit Muscheln geschrieben
im Netz
gestern einen Mann im Schutzanzug
und blauen Handschuhen
mit einer Nadel oder Bohrer
stach er in Deine Haut
schon ganz braun verfärbt
vierzehn Tage lagst Du
tot am Strand der dänischen Küste
von Anholt
nach Deiner Odyssee durchs Meer
mehrmals gestrandet
vorher in Poel

letzte Nacht träumte
ich von Walen
was Tiere aus der Sicht
der Menschen falsch machen
und sterben
sie streiten ob Du es bist
oder nicht
um die Unterschiede
ein Männchen oder Weibchen
kein sanfter Ton des Abschieds
steht mir zu keine Rückkehr ins Meer
hörte ich Dich
leise fragen
legte mich im Traum
zu Dir
alles dunkel und wund
Lasst sie Lebewesen sein wie wir

LV
9.6.2026

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Ausstellung „Wer bin ich?“ mit Malerei & Zeichnung von Dorothee Kuhbandner in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost im Kultur-Bahnhof

14 Sonntag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Natur, Zwischenmenschliches

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Eigener Bilder-Kosmos & Zauberhaftes Zusammenspiel von Mensch- und Tierwesen und Natur. Die Bilder von Dorothee Kuhbandner regen zum Schmunzeln, Staunen, Entdecken an, sie sprechen Herz, Geist und Sinne gleichermaßen an.


Worte & Bilder verbinden sich entdeckungsfreudig, machen sichtbar, und regen an zum Weiterdenken & Träumen: meinwortgarten-Inhaberin und freie Journalistin Lilli Vostry sprach gestern zur Ausstellungseröffnung von Dorothee Kuhbandner.

Farbreiche Bilder des Lebens

In leuchtenden Farben, fantasievoll, verschmitzt, vieldeutig und feinsinnig lädt die Ausstellung „Wer bin ich?“ von Dorothee Kuhbandner die Besucher zum Innehalten, Träumen und Nachdenken ein in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost im Kulturbahnhof. Zu sehen bis 30. Oktober 2026.

Eine Figur, halb Mensch, halb Tier, schmiegen sich aneinander. Umhüllt von einem feuerroten Kopf. Die Farbe fließt, strömt, kreist und verknäult sich in schwarzen und weißen Linien wie Rauchzeichen. Wer beschützt oder bedroht hier wen? Hinter der nachtblauen Hauswand sitzt hinter vergittertem Fenster im hellen Lichtschein eine weiße Taube. Das warme Licht fließt zu einer erdbraunen Gestalt herüber, die klein und zart vor dem feurigen Gesicht steht.
Es ist das Titelbild zur Ausstellung „Wer bin ich?“ mit Malerei und Zeichnung von Dorothee Kuhbandner. Ich begrüße Sie herzlich in den Räumen der Stadtbibliothek Radebeul-Ost im Kultur-Bahnhof.

Farbreiche Bilder des Lebens, in denen Kunst, Natur und Zwischenmenschliches aufs Schönste miteinander verbunden sind, können Sie hier sehen. Fantasievoll, verschmitzt, vieldeutig und feinsinnig begegnen diese dem Betrachter. Dorothee Kuhbandner ist eine Bilderzauberin. Auf kleinen und großen Fomaten, Leinwänden und Papier entführen ihre Werke in leuchtenden Farben, symbolhaft und ausdrucksreich, in einen ganz eigenen Bilderkosmos zwischen Traum und Wirklichkeit, gemalt im „Dorealismus“, wie sie es nennt. Drei Fensterbilder, sacht bewegt vom Wind und gehalten von Drähten unter dem Blätterdach eines Baumes, drehen sich und erscheinen immer wieder anders im Spiel von Licht und Schatten. Auf dem Weg zu ihrem Wohnhaus und Atelier in Radebeul, in der Oberen Berggasse, unterhalb der Weinberge. Das erste Bild zeigt drei Figuren mit Augenbinde, Kopfhörern und Maske vorm Mund in einem Boot sitzend. Es trägt den Titel „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen aber fühlen“, eine Hand liegt auf einer Mauer. Wie ein roter Lampion wirkt auf den ersten Blick die Maske mit den rot-weißen Signalbändern, auf der eine weiße Taube thront vor einem staunenden Gesicht. Im dritten Bild sind aufgespannte Rettungsschirme über lodernden Flammen, eine Taube, ein versteckter Gekreuzigter, eine waghalsige Dame, ein getarnter Uhu und, und, und zu sehen. Die Fensterbilder sind großformatig auch in dieser Ausstellung zu sehen.

Insgesamt neun Bilder in Tusche- und Acrylmalerei, die 2023 entstanden sind und einige kleinere und ältere Arbeiten, zeigt die in Radebeul lebende Künstlerin unter dem Titel „Wer bin ich?“ Angeregt wurde Dorothee Kuhbandner dazu von einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer, das der Theologe und Dichter 1944 im Gefängnis schrieb. Mit dem Thema ist sie schon lange vertraut. Als sie vor 20 Jahren in der Friedenskirche Radebeul ausstellte, machte sie der dortige Pfarrer Schleinitz auf das Bonhoeffer-Gedicht aufmerksam mit den Worten: „Das passt.“ Dorothee Kuhbandner beschäftigt ebenso die Frage: „Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen? Oder bin ich nur das, was ich selber von mir weiß? Unruhig, sehnsüchtig, krank wie ein Vogel im Käfig, ringend nach Lebensatem…“, wie es Bonhoeffer formulierte. Die Bilder ihrer Ausstellung „Wer bin ich?“ waren bereits in der Wuhlgartenkirche in Berlin im Jahr 2023 zu sehen, außerdem in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Chemnitz im Kulturhauptstadt-Jahr 2025 und in der Uniklinik der Medak in Dresden ein halbes Jahr lang. Zuletzt in der Full Moon-Gallery in Dresden. Dies ist nun die fünfte Station in der Stadtteilbibliothek Radebeul-Ost. Den Bildern hat Dorothee Kuhbandner eigene Texte hinzugefügt, die auch in einem Begleitheft zur Ausstellung „Wer bin ich ?“ in ihrem ZilpZalp Verlag Radebeul erschienen sind. Nicht um die Bilder zu erklären, sie sieht die Zeilen vielmehr als zusätzliche Ebene. Es sind gedankliche Reflexionen von ihr zu den Bildern: „Warum habe ich das gemalt?“

Sie sei selbst oft überrascht von dem, was sie sieht. Malen ist ein intuitiver, spontaner Vorgang. Manche Besucher lesen nur die Texte und sehen die Bilder nicht an, sagt sie. Idealerweise ergänzt sich beides, Worte und Bilder. Bäume, Pflanzen, Tiere und immer wieder Gesichter, die sich ansehen wie im Spiegel, aus Trichtern, Tunneln oder Megaphonen hervorschauen, oft im schwarz-weißen Schachbrettmuster und Fabelwesen, halb Mensch, halb Tier, mit buntem Gefieder, Flügeln, Hörnern, Knospen und Jahresringen, besiedeln und beäugen auf den Leinwänden den Betrachter offen, wundersam und neugierig. Auerdem zeigt sie ein Porträt von ihrem Sohn Friedrich, mit nachdenklichem Blick und hervorquellenden Gedankengängen, aus denen weiße Tauben flattern und ein Selbstporträt, das eine Frau zeigt, aus deren Kopf Blumen sprießen bis hinunter auf die schwarz-weiß karierte Halskrause mit Harlekinglöckchen. In den Bildern von Dorothee Kuhbandner nehmen Erlebtes, Träume, Ängste, Zweifel und Hoffnungen farbenfroh und vieldeutig, oft mit leisem Schmunzeln, Gestalt an. Sie möchte, dass die Betrachter sich selbst Gedanken zu den Bildern machen, sich verbinden und etwas entdecken, wiederfinden von sich selbst in den Bildern. Man muss sie nicht sofort und völlig verstehen. Diese Bilder wollen vor allem gefühlt werden. Sie sind eine Einladung an die Betrachter, das Staunen und Träumen in einer zunehmend technisierten, widerspruchsvollen und kalten Gegenwart nicht zu verlernen, vielmehr den eigenen Sinnen und Erfahrungen zu vertrauen.

Die Malerin, Grafikerin, Objektkünstlerin und Illustratorin wurde 1964 als Dorothee Friedrich in Dresden geboren und ist in Radebeul aufgewachsen, verheiratet und Mutter von vier Söhnen. Sie hat Ausbildungen als Buchbinderin, Krankenschwester, Tagesmutter und Entspannungspädagogin. Dorothee Kuhbandner ist äußerst gestaltungs- und experimentierfreudig und verwandelt alles, was ihr zwischen die Finger kommt, liebe- und kunstvoll. Sie ist Autodidaktin und seit 2010 freischaffend als Bildende Künstlerin tätig. Seit 2012 hat sie die „Galerie mit Weitblick“ in Radebeul betrieben, die sie letztes Jahr wegen neuer Besitzer des Grundstücks aufgeben musste. Doch so wie Vögel fliegen wollen und sie es zurückgezogen im Schneckenhaus nicht lange aushalten würde, hält Dorothee Kuhbandner immer wieder Ausschau nach neuen Wundern und Möglichkeiten, sie glaubt weiterhin an Träume für eine bessere Welt ohne ein „Traumtänzer“ zu sein. Das spricht aus all ihren Bildern, die unbeschwert, feinfühlig und fröhlich, aufmunternd und wagemutig sind
und die Welt ein Stück freundlicher, farbenfroher und heller machen.
Nun bleiben mir noch die magischen vier Worte: Die Ausstellung ist eröffnet!

Text + Fotos (lv)
Porträtaufnahmen: Annette Richter

Geöffnet: Mo, Do, Fr 10-19 Uhr, Di 13-19 Uhr, Mi geschloissen


Bücher, kleine und grpße, farbenfroh illustriert aus dem ZilpZalp-Verlag Radebeul von Dorothee Kuhbandner. Auch online bestellbar.

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Plenair-Ausstellung auf dem Künstlerhof Kunath in Röhrsdorf bei Meißen

06 Samstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

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„Ich lasse die Natur auch mitreden.“ Die Verbindung von Kunst & Landschaft spiegelt sich facettenreich in der diesjährigen Plenair-Ausstellung auf dem Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf bei Meißen.

Über die Leinwände wandert der Blick weiter in die Natur
Der Künstlerhof von Franziska Kunath in Röhrsdorf bei Meißen wird dieses Jahr zum zwölften Mal zum Plenair- und Ausstellungsort. 21 Künstlerinnen und Künstler zeigen derze ddort ihre in der Landschaft entstandenen Arbeiten.

Eine Frau mit Zeichenblock und Stift sitzt auf der Wiese, auf einem morschen Stamm vor einem Baum. Sie sieht ihn an, seine letzten Äste, die wie Arme emporragen. Er trägt noch ein paar blühende weiße Zweige. Es wirkt wie ein Gespräch. Es ist das Titelbild zum Plenair. „Ich brauche diese Unmittelbarkeit zur Natur wie eine Zwiesprache, das spiegelt sich auf dem Hof auch wider“, sagt Franziska Kunath. „Ich lasse die Natur auch mitreden. Es wächst mit meinem Zutun und von selber. Ich lasse mich immer wieder überraschen, was die Natur hervorbringt.“

Die Verbindung zwischen Natur und Kunst steht im Mittelpunkt auf dem Künstlerhof Kunath, der dieses Jahr zum zwölften Mal zum Plenair- und Ausstellungsort wird auf der Pinkowitzer Straße 10 in Klipphausen, OT Röhrsdorf bei Meißen. 21 Künstlerinnen und Künstler aus Sachsen und eine Künstlerin aus dem Harz trafen sich im Frühjahr zur künstlerischen Arbeit in der Landschaft mehrere Tage lang. Gastgeberin ist die Künstlerin  Franziska Kunath. Die entstandenen Arbeiten sind derzeit in einer Ausstellung in der Atelierscheune zu sehen. Am 24. Mai, von 12 bis 19 Uhr gibt es Führungen mit Künstlerinnen und Künstlern. Am 31.5., 15 bis 17 Uhr einen Impulsvortrag von Professor Oliver Kossak, Rektor der Dresdner Kunthochschule und anschließend ein Künstlergespräch.

Zur Finissage am 7.Juni, um 20 Uhr findet ein Solokonzert mit Matthias Macht am Schlagzeug statt.

Seit 2015 veranstaltet Franziska Kunath Künstlerplenairs mit Begleitveranstaltungen auf dem ehemaligen Bauernhof, den sie 2008 entdeckte, der lange Zeit leer und verfallen stand und den sie günstig erwerben konnte von der ortansässigen Agrargesellschaft. Finanziell geholfen hat ihr dabei ihre Mutter, die ein Grundstück besaß und es verkaufte. „Es sah schlimmer aus als es war, die Bausubstanz auf dem Hof“, erzählt Franziska Kunath. „Es war genau der richtige Zeitpunkt, um die Gebäude noch zu retten.“

Peu a peu begann sie mit dem Ausbau. „Ich kann auch mit Härten leben, wie kalte Winter. Zuerst war nur eine Bautür auf der Vorderseite des Wohngebäudes, es zog und zog. Da gerade eine neue Ziegelwand in das alte Fachwerkhaus eingebaut wurde.“ Beim Ausbauen habe sie das alte Gemäuer liebgewonnen, so Franziska Kunath, und dass die Zeit darüber gegangen ist. Und sie hat das Gefühl, dass es ein Ort ist, wo gut gelebt wurde. Ihr Sohn mit Familie lebte eine Zeitlang mit auf dem Hof. „Danach habe ich mir eine Künstlerfamilie herbeigeholt. Das hat gut funktioniert, der Austausch vor Ort und die Naturnähe. Man kommt aus der Haustür und kann sofort anfangen. Ein idealer Ort, um schöpferisch und kreativ zu sein“, sagt die Künstlerin glücklich. Sie hat auch schon an anderen Plenairs teilgenommen. Anfangs waren es ca. fünf bis acht Teilnehmer bei den Plenairs auf ihrem Künstlerhof. Inzwischen seien es so viele Interessierte, dass sie nicht alle berücksichtigen könne. Erst kamen nur Maler, jetzt auch Fotografen und Bildhauer. „Ich schaue wie es passt und versuche verschiedene Künste und Generationen zusammenzubringen“, so Franziska Kunath. Die Plenair-Teilnehmer sind zwischen 40 und 70 Jahre alt. Sie sind nicht alle auf einmal da. Manche Künstler übernachten auf dem Hof, andere kommen wieder. Wie es ihre Zeit und andere Arbeiten erlauben und je nachdem, wie intensiv sie sich auf den Ort einlassen wollen, sagt sie. Sie freue sich, wenn dabei schöne Begegnungen entstehen, man sich gegenseitig anregen und konzentriert arbeiten kann.

„Die Arbeiten sehen wir oft erst zur Plenair-Ausstellung“, sagt Franziska Kunath. Sie sitzt auf der Wiese im Garten hinter der Kunstscheune. Ein großes, farbiges Ölbild von ihr hängt auf eine Wäscheleine gespannt, gestützt von zwei Stöcken. Über die bemalte Leinwand hinaus wandert der Blick weiter in den urwüchsigen Garten, mit Bäumen, blühenden Sträuchern und Blumen auf der Wiese und weiter hinten zu Wald und Feldern. Hier ist ihr Hauptplatz derzeit zum Malen, erzählt sie. Sie arbeitet fast nur draußen an ihren Bildern. „Es ist wie eine Befragung. Licht, Stimmung, Farbigkeit und ein gewisser Rhythmus spielen hinein. Ebenso der ganze Zyklus von Werden, Wachsen und Vergehen“, sagt Franziska Kunath über ihr Herangehen. All das holt sie in ihre Bilder, Blühendes, Grünendes ebenso wie Vergängliches, Sterbendes. Auch die toten Bäume sind es ihr wert, gezeichnet zu werden und seien auch ästhetisch. „Sie sind interessant und man sieht viel mehr, wie so ein Baum gewachsen ist“, sagt sie. Deshalb veranstaltet Franziska Kunath das Plenair auch im zeitigen Frühjahr. „Eine Zeit, in der diese Übergänge, alle Phasen und Zustände gegenwärtig sind in der Natur.“ Der Künstlerhof ist Refugium und Schaffensort zugleich für sie.

“Ich hatte schon immer diese Sehnsucht, möglichst nah an der Natur zu sein“, sagt Franziska Kunath. Sie ist eigentlich eine Städterin. 1964 wurde sie in Dresden geboren, nach einer Lehre und Arbeit als Maschinenbauzeichnerin absolvierte sie ein Abendstudium an der Dresdner Kunsthochschule und hat hier Malerei und Grafik von 1992 bis `97 bei den Professoren Ralf Kerbach und Max Uhlig studiert mit Diplomabschluss. Bei ihm war sie außerdem Meisterschülerin von 1997 bis ´99. Seit 1999 arbeitet Franziska Kunath als freischaffende Künstlerin,  seit 2008 auf dem eigenen Hof in Röhrsdorf im Landschaftskulturraum der „Lommatzscher Pflege“. Die Gegend kannte sie schon. Scharfenberg und Schloss Batzdorf sind in der Nähe, wo die Künstlerin Bettina Zimmermann auch Plenairs veranstaltet, zusammen mit Musik und Theateraufführungen. Franziska Kunath hat ihren Künstlerhof mit viel Zeit, Mühe und der Hilfe von Freunden aufgebaut und die Gebäude nuzbar hergerichtet. Es bleibt noch viel zu tun. „Ich habe großes Glück mit dem vielen Platz, das ist mein Luxus. Auf Komfort kann ich verzichten. Dafür mitten in der Natur leben“, so die Künstlerin. Malmotive finden sich überall auf dem urigen Hof. Überall stehen Stühle und kleine Tische. In der Mitte steht ein großer Weidenbaum mit weitem Blätterdach, davor eine bunte Hängematte zum Ausruhen und Träumen. Ringsum sprießen Sträucher, Flieder, Blumen auf der Wiese und in Planztöpfen vor dem Haus. Eine orange-schwarz-weiß gefleckte Glückskatze namens „Mimi“ spaziert über den Hof, betrachtet Besucher neugierig, zutraulich und lässt sich gern streicheln.

Wir gehen ein Stück in den Garten hinter der Kunstscheune, vorbei an der Hollywoodschaukel mit meerblauer, muschelverzierter Decke, an einem Teich umrahmt von welkem und grün hervor lugendem Schilf, aus dem es plätschert und wo eine Kröte und ein Frosch wohnen, die bald Junge bekommen. Dahinter stehen weitere hohe Weidenbäume und weiter unten Obstbäume. Der Kirchturm von Röhrsdorf ragt hervor hinter den Zweigen. Ein umgestürzter Baum liegt im Gras. Schwarz ragt der geborstene Stamm, die Äste und Zweige hängen über dem Boden. Letztes Jahr habe der Apfelbaum noch geblüht, sagt Franziska Kunath. Der Baum bleibt noch liegen. Er wirkt wie eine Skulptur. Es geht ihr auch um die Wandlungen. „Die Frage mit dem Eingreifen und wie man Maß hält. Man kann die Ordnung der Natur lassen“, sagt Franziska Kunath. „Ich lasse mich gezielt inspirieren davon und bereichern. Viele Besucher schätzen das und kommen extra deswegen her. Da sie es auch vermissen, ein Stück gesunde Natur. Da vieles überpflegt ist in den Städten.“ Sie greife erst ein, wenn es unwegsam wird. Die Künstlerin hat ein paar Schafe und gelernt, die Wiese zu sensen. Krachgeräte wie Rasenmäher gebe es auch hier auf dem Lande.

Ihre oft großformatigen Bilder, Naturansichten mit lebhaft, konkret und abstrahiertem, zeichenreich leuchtenden Farben- und Formenspiel, hängen und lehnen an den Wänden auf dem geräumigen Dachboden mit Holzverkleidung und neu eingebauten Fenstern der Kunstscheune. Auf dem Fensterbrett steht ein ausgestopfter Vogel, ein Reiher. Der wohl mal Modell stand und den sie von ihrer Mutter, die Biologielehrerin war, bekam. Davor lehnt ein großes Bild von Maja Nagel, auf dem Figuren fröhlich unerschrocken auf einem Drahtseil balancieren, einer mit großer Leinwand und Pinseln unter dem Arm, ein anderer holt weit aus, wie um die vorbeifliegenden Gebilde aus der Natur einzufangen und eine Figur verschnauft kurz auf dem Seil. Gegenüber steht eine Installation aus leeren Käfigen aus Holz und Metall, kleine und größere, um- und übereinander aufgetürmt. Angeregt vom Märchen „Jorinde und Joringel“ ebenso wie den grafischen Formen, Schichtungen und Überlagerungen der Gitter und Durchblicke ist dieses Objekt von Künstlerin Else Gold aus Meißen.

Sie hat außerdem einige Bündel mit filigranen, blätterlosen Stöcken von der Weide in rote Bänder gebunden, die wie ein Windspiel frei schwebend, übereinander hängen an einem Holzbalken. Ein Stück weiter lädt eine gemütliche Sitzecke mit Sofa, Polstern und Stehlampe nahe am Fenster zum Verweilen in der Plenair-Ausstellung ein. Franziska Kunath wird farbige Tuschezeichnungen und das Ölbild aus dem Garten zeigen.“Es ist eine Gemeinschaft auf Zeit“, so die Künstlerin. Vor und nach dem künstlerischen Arbeiten treffen sich die Teilnehmer vom Plenair, sie kochen zusammen die Mahlzeiten und reden über das, was gerade ansteht. „Künstler wollen immer Gestaltungsraum haben. Den gibt es hier reichlich“, sagt Franziska Kunath. Das Plenair wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Außerdem unterstützt der Kulturraum Meißen, Sächsische Schweiz, Osterzgebirge zum zweiten Mal das Plenair. „Die Bildenden Künstler bekommen für dieses Projekt ein Teilnahmehonorar“, das ist Franziska Kunath besonders wichtig. Es sei ja nichts Kommerzielles, daher ist das Plenair außerdem auf finanzielle Zuwendung und Spenden der Besucher als „Hutkasse“ zur Kostendeckung angewiesen. In Kooperation mit dem Verein „Land gestalten“, der sich als Vernetzungsprojekt versteht, kann Franziska Kunath für Unterstützer des Plenairs auch Spendenquittungen ausstellen. Damit auch Kunst auf dem Land sich entwickeln, wachsen und blühen kann und noch mehr Menschen anzieht.

„Es kommen schon auch Bewohner aus der Umgebung, zuerst neugierig, inzwischen regelmäßig zu den Ausstellungen auf dem Künstlerhof. Doch es gibt auch Berührungsängste, weil sie es nicht gewohnt sind und weil sie einen anderen Umgang mit der Natur haben“, erlebt Franziska Kunath. Daher sei es wichtig, präsent zu bleiben. Im Frühjahr und Winter veranstaltet sie Ausstellungen, Führungen mit den Künstlern, Lesungen und Livemusik. Auch Arbeiten von Max Uhlig, ihrem damaligen Kunstprofessor, sind bei den Winterausstellungen immer mit zu sehen. Der Naturbezug verbindet sie. „Es ist eine große Freude und beglückend, auch wenn es manchmal beschwerlich ist, mit der Natur zu leben und wie eine Partnerschaft einzugehen, verbunden mit künstlerischem Arbeiten“, sagt Franziska Kunath. Die Plenair-Ausstellung ist bis 7. Juni auf dem Künstlerhof Kunath zu sehen und geöffnet zu den Veranstaltungen.

Text + Fotos (lv)

Weitere Infos unter http://www.franziska-kunath.de


Urwüchsiger Platz in der Natur mit viel Kunst & schönen Begegnungen: meinwortgarten-Inhaberin und Autorin Lilli Vostry mit Glückskatze „Mimi“.

Der Mensch als Wolf: Der Videofilm „Wolf“ von Heinz Schmöller untersucht performativ das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Zivilisation.

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Neue MeerGedichte: Farben des Lebens & Beflügelt & Garten am Meer & Sanfter Riese am Meer & Frühling am Meer

02 Dienstag Jun 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Allgemein, Lebensart, Natur, Poesie, Unterwegs, Zwischenmenschliches

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Farben des Lebens
(Für Frau B.)

In warmen Farben rankt
sprießt und duftet der Sommer
rings um das große Blumenbeet
stetiges Auf- und Verblühen
Wachsen Werden und Weitergehen
fließen auf den Leinwänden zusammen
mit Blick in den Garten
Räume voller Bilder
in der kleinen Ferienwohnung am Meer

gleich am Eingang rote Blüten
auf schwarzem Grund
in einer Vase stehen zwei rosa Rosen
eine schon im Fallen ein paar Blütenblätter
verstreut
auf meerblauem Tuch
das aussieht wie der Bug eines Schiffs
vor strahlendem Gelb
gegenüber steht ein Paar am Strand
und sieht den Sonnenuntergang am Horizont
die Hände umeinander gelegt
Himmel Meer und Wellen
in orangenen grünblauen und dunklen
Farbschimmern

wogendes Sein sanft pastellfarben
still verwunschen und kraftvoll
weiß und tiefblau
manchmal fast Ton in Ton
mit dem weiten Himmel

das Meer immer in Bewegung
Kommen und Gehen der Wellen
Sich Nähern und Entfernen
in Schwarzweißen und Grautönen
stürmen stürzen strömen
die Wellen
ziehen ihre Spur
am Nachthimmel mit Vollmond
und hinterlassen Lichtflecken
auf dem Meer

ein Blick auf die Seebrücke in Ahlbeck
nach Heringsdorf
vor blau rot violettem Abendhimmel
alte Fischer- und Bauernhäuser
Mohnblumen auf einer Wiese am See
eine Anlegestelle am Hafen mit Booten
schemenhafte Gestalten mit langen Stäben
wie Ruder oder Flügel
und eine Landschaft mit dunklen
Schattenumrissen von zwei Bäumen
die aneinander lehnen
dazwischen eine helle Insel

Text: Lilli Vostry
1.6.2026

Beflügelt

Die kleinen weißen Segler sitzen
wieder auf dem Dach
sie gurren und drehen ihre Runden
hoch zum Bahndamm
und zurück
in den Garten der gerade im Blühen
Ich schaue zu ihnen
ein letztes Mal
im Sonnengeflecht der Kiefern
zwitschern die Vögel
heute besonders schön
das Tagpfauenauge taucht
noch einmal auf
zum Abschied
die Möwen senden ihre Lockrufe
kreisen über den glänzenden Wogen
und kreischen freudig über das Festmahl
mit ihnen verfliegt alle Schwere
und irgendwo weiter hinten
im Meer kommt der große sanfte
Riese endlich frei
gibt es die ersehnte Rettung für den Wal Hope

LV
15.4.2026

Garten am Meer

Die ersten grünen Blattspitzen ragen
an der Pergola empor
der Sitzplatz noch kahl die Laterne
ohne Licht die Bäume noch blätterlos
der Tulpenbaum hinter dem Gartentor
trägt noch welke Blütenkronen
vom vorigen Jahr
weiter vorn sprießen runde Knospen
an einem Strauch
purpurfarbene Blüten gehen bald auf
lugen schon durch den Zaun
Hyazinthen duften noch allein
im großen Blumenbeet
ein großer Kiefernbaum steht Spalier
an der Terrasse
mit wogenden Zweigen
erfüllt von Licht Vogelgezwitscher
und Flügelschlägen
ein weißer Taubenschwarm dreht
unentwegt seine Runden
über dem Ferienhaus freundliches Gurren
hin und wieder fliegen Möwen
vorbei mit lautem Rufen
ein Tagpfauenauge lässt sich nieder
vor dem Buddhakopf aus Stein
der lächelt
eine kleine schwarze Katze mit weißen Pfoten
streift durch den Garten zum Futterteller
am Küchenfenster
wo die alte Dame sitzt
manchmal wirft sie ihre Krückstöcke zur Seite
und schaut im Garten wie alles wächst
die Räume sind voller Blumen- und Meerbilder von
ihr in allen Farben

LV
15.4.2026

Sanfter Riese am Meer
(Für den Wal Hope)

Der Himmel immer noch bleiweiß
verhangen
in einem Fenster der Vinetatürmchen
auf der Seebrücke brennt noch Licht
der Strand fast menschenleer
mein Herz schwer
seit Tagen
Möwenrufe und kreisende Flügel
lockern es wieder
Das Meer wogt grau und weit

irgendwo da draußen
liegst Du
Großer
sanfter Riese
im weichen Schlamm
steckt fest in der Tiefe
schlägst mit der Flosse
sprudelst Wasserfontänen
hebst den Rücken manchmal sitzen
darauf Möwen
die Haut hat schon Risse
und kannst nicht fort
sie lassen Dich nicht weg
wie lebendig begraben
nachts hören sie an Land
Deinen Gesang Rufe und Klagen
so viel Regung
so viele unerhörte Fragen

Helfer und Rettungsgerät stehen bereit
naht Deine Rettung oder Dein Ende
ach wüchsen Dir doch Flügel
könntest Du mit den Möwen fliegen
übers Meer nachhause

LV
13.4.2026

Frühling m Meer

Das Meer braust dunkel
weiße Wellen rollen heran
wie Blütenflocken
hier und da
ein paar blühende Bäume
an der Promenade
ein einsamer Magnolienstrauch
zwischen eleganten Strandvillen
die Natur liegt noch im Winterschlaf
Es weht ein rauer Wind
eine helle Rose steckt im Sand
an den Strandkörben flattert der blauweiße Stoff
galant
die Möwen kreischen hoch im Flug
ihr Gekicher übertönt das Tosen
macht den Tag weniger grau
auf dem Fensterbrett am Ferienzimmer
leuchten zitternd eisblaue Stiefmütterchen
und eine Silbermöwe mit gelbem Schnabel
und weißgrauem Gefieder
sieht mich unverfroren an
wie ich ankomme und gehe
immer wieder aufbrechen kann

LV
13.4.2026

Fotos folgen.

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Jubiläumsausstellung „handsam“ von Angela Hampel in der Galerie Mitte in Dresden

25 Mittwoch Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Natur, Zwischenmenschliches

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„Die eigenen Wertvorstellungen behalten und hochhalten“: Die Malerin Angela Hampel vor den Arbeiten ihrer Jubiläumsausstellung „handsam“ in der Galerie Mitte in Dresden. Sie gehört zu den herausragendsten Künstlerinnen in Ostdeutschland.


Mit Bildern berühren und Besinnung auf eigene Werte
Sinnlich expressive figürliche Arbeiten über die Licht- und Schattenseiten des Menschseins zeigt die Künstlerin Angela Hampel derzeit in ihrer Jubiläumsausstellung „handsam“ zum 70. Geburtstag in der Galerie Mitte in Dresden. Noch bis 4. April zu sehen.

Zärtlich, wild, furchtsam, sanft und gelassen schauen ihre Figuren in die Welt. Paarweise schmiegen sie sich aneinander, in erdig warmen und intensiv roten und schwarzen Farbtönen. Um Berührungen innen wie außen geht es in der Jubiläumsausstellung „handsam“ mit Malerei, Zeichnung und Druckgrafik von Angela Hampel zum 70. Geburtstag in der Galerie Mitte, Striesener Straße 49 in Dresden (noch bis 4. April zu sehen).

Dort zeigt außerdem der Künstler Michael Klose derzeit unter dem Titel „Reflexion“ seine Bilderlandschaften in wunderbar schwebenden Farben, die in einen Zustand zwischen Wachen und Träumen entführen im Stil der Romantik, in dem Sehnsucht, Fantasie und Reales Gestalt annehmen. Im Kabinett der Galerie sind aktuelle, sinnlich expressive figürliche Arbeiten mit Acryl und sibirischer Kreide gezeichnet von 2025/26 von Angela Hampel aus der Serie „handsam“ zu sehen. Es sind Ausschnitte aus ihrem laufenden Werk, in denen es um die Licht- und Schattenseiten des Menschseins geht. Sie gehört zu den herausragendsten Künstlerinnen in Ostdeutschland. In ihren Bildern setzt die Malerin sich mit ihrer unverkennbar kraftvoll, energiegeladenen Handschrift oft mit zwischenmenschlichen Beziehungen, Mann-Frau-Rollenbildern, der Ohnmacht und Kraft des Weiblichen oft in mythologischen Gleichnissen auseinander.

Immer wieder tauchen Paare und Frauen mit Tieren auf, die an Naturgöttinnen erinnern, wundersam, erhaben und selbstbewusst, begleitet von vielerlei Getier wie Raben, Mäuse, Ratten, Schlangen, Fische, Geparden und Katzen. Auch der Kasper ist „als Spiegelbild der Gesellschaft“ in einem Bild zu sehen, mit herabhängender roter Mütze, der auch immer etwas Trauriges hat, und sich selbst umarmt oder auf die Schulter klopft selbstverliebt. „Wenn sich der Kasper liebt…“, heißt der vieldeutige Titel. Das Gesicht ist nachdenklich, versunken, weiblich. Es könnte auch ein Selbstbildnis der Malerin sein. „Die eigenen Wertvorstellungen behalten, hochhalten“, ist ihr wichtig. Der Titel „handsam“ bezieht sich darauf, dass es Handzeichnungen sind. „Ich kann das machen, was mir nahe ist. Die Quintessenz ist das freundliche, zärtliche Miteinander zwischen allen Lebewesen, die Anteilnahme, das Akzeptieren des Anderen. Das Sosein. Dazu ist man kaum noch in der Lage“, sagt Angela Hampel zu ihren Bildern. „Ich gehöre ja zu einer Generation von Menschen aus dem Osten, deren Werte am Verschwinden sind. Die Kunst auch mit einer gewissen Haltung machen und die Dinge auch anders sehen.“ Es gebe auch so etwas wie Herzanstand. Berühren hat mit anfassen, die Hand geben zu tun.

„Ich will die Leute berühren mit meiner Kunst. Mir geht es um die Verbindung von Mensch und Tier. Aber wir werden der Verantwortung nicht gerecht und sind gar nicht auf ein Zusammenleben vorbereitet“, sagt sie. Erst wurden sie geschützt, jetzt wolle man Wölfe wieder schießen statt ihnen Respekt zu zollen. Angela Hampel weiß: „Ich kann mit den Blättern nur meine Empfindungen ausdrücken, aber keinen Krieg verhindern.“ Dennoch malt und zeichnet sie weiter. Trotz alledem und mit Frühlingsbeginn auch wieder in ihrem Gartenatelier in Struppen bei Pirna. „Ich kann mich in den Garten setzen, erfreue mich an den Märzenbechern, jedem Blümchen, das wächst. Nur Vögel sind weniger als sonst da.“

In Dresden gibt es bald eine kleine Ausstellung zu christlichen Themen von ihr in der Tolkewitzer Betlehemkirche, die am 14. Juni, um 11 Uhr eröffnet. Es war die erste Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg neu aufgebaut wurde. In ihrer Heimatstadt Kamenz hat Angela Hampel außerdem eine Ausstellung (Eröffnung am 23.7. im Malzhaus) mit Zeichnungen aus der Serie „Laookon“, dem weisen Seher, der auf Kassandra trifft. Ihre Mutter lebt noch dort, die unlängst ihren 90. Geburtstag feierte. Über das Älterwerden sagt Angela Hampel ganz unsentimental: „Man muss es akzeptieren, auch um Hilfe fragen. Der Blick verändert sich, man weiß die kleinen Dinge mehr zu schätzen und die Zeit, wo nichts weh tut.“ Für die Welt wünscht sie sich Frieden, sagt die Malerin. „Wir versuchen ja auch ein bisschen Schönheit in die Welt zu setzen. Das ist ja auch eine Lebensaufgabe.“

Text + Fotos (lv)
Öffnungszeiten: Di bis Fr 15 bis 19 Uhr, Sa 10 bis 14 Uhr

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Neue Lyrik: Frühlingsanfang & Blütensterne & Frühlingsbeginn (Ohne P.)

22 Sonntag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie, Zwischenmenschliches

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Frühlingsanfang
(Zum Welttag der Poesie)

Der graue Himmel fällt
aus dem Rahmen
kein Vogelgesang keine laue Frühlingsluft
nur ein leises Gurren der brütenden Tauben
in der Thuje am Haus
die Natur hält sich nicht
an Kalendertage
regt sich blüht
und wächst wie sie will
aus ihr spricht die Erde
ihre eigene Sprache
Bäume Pflanzen Tiere
und der Mensch greift immerfort
nach ihr
ruft flüstert schreit
wild und zärtlich
neigt er sich ihr zu
findet keine Ruh
sie zu ergründen untersuchen
mit der Macht der Worte
berauscht und beraubt
ihrer Sinne sucht sich ihr zu bemächtigen
in nie versiegenden Flüssen
fest verwurzelt im leisen weisen
Rauschen von Baumriesen
weit verästelt im unbeschwerten Flug der Vögel
im Hohelied der Liebe
die Welt zu sehen

LV
21.3.2026

Blütensterne

(Für Jade & Lina und Lola)

Träume sterben
wenn wir sie versäumen
lassen wir uns nieder
kommen sie wieder
ich träum mich zu Euch
in einen Garten über den Wolken
voller Licht hell und klar
das erste Grün sprießt
Schneeglöckchen verabschieden sich leis
Gänseblumen wachsen
Anemonen Tausendschönchen
und Hornveilchen entzücken
mit ihren Farben
wer schnuppert daran und
zählt mit mir die Blütensterne
stelle sie höher in Gläser
ihr Leuchten
Ihr zwinkert mir zu in der Sterne Schar
in der Ferne seht die Blütensterne
die kleinen Fellkobolde
staunen bewundern und
zerpflücken sie gar zu gerne

LV
21./22,3.2026

Lina am Wintergarten. Lina & Jade auf dem Sofa. Ich vermisse die beiden sehr.Lola.
Sie war meine erste Katze und lebte 18 Jahre bei mir.

Frühlingsbeginn
(Ohne P.)

Du bist verloren gegangen
Im Dunkeln warst du
kaum zu sehen
doch ich hab dich immer gefunden

im dichtesten Grün
verwuschelt Erde im Haar
Kratzspuren von Kämpfen
und auch die Knoten am Bauch
trugst du mit kecken Sprüngen davon

sprangst ohne zu fragen
in mein Herz
das dir alle Tage zufliegt
unsre Wege abgeht

der Futterteller steht leer
nebenan im Garten haben sie
einen Drahtzain errichtet
zum Frühlingsbeginn
unten ein Spalt offen

werd ich dich wieder sehen
mein Graugetigerter

LV
22.3.201

Kater Paul im Hausgarten. Leider lebt er nicht mehr.

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Neue Lyrik zur Frühlingszeit: Fließen & Farblächeln

08 Sonntag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Poesie, Zwischenmenschliches

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Fließen

Ein Aufleuchten
Auftauchen
wie aus der Ferne
alles vertraut und
doch anders
die Wege und Gassen
neue Häuser dazwischen
alte steinerne Vorgärten
vorn die Straße zum Fluss
am blauen Himmel steht
schon der Neumond
schwirren federleichte Wolkengeister
Schient Ihr mir herab
vor Freude
wieder hinaus in die Welt
könnt Ihr nun als Buchkatzen
funkelnd mit den Lichtstrahlen
und den Wolkenspielen im Wasser
durchzogen von der Brücke der Zauberin
auf dem Geländer
und den Bäumen am Ufer
ziehen Wasservögel ihre Kreise
hör ihr Flügelschlagen und die Rufe
der Wildgänse
endlich zurück
wieder im Fließen

LV
24.2.2026

Farblächeln

Im schon verblühten
verglühten unvollkommenen
noch unfertigen noch das Schöne
den Glanz das Wollen
und Werden sehen
nichts ist verloren
was vergilbt
weit weg
unerreichbar scheint
alles möglich
was mit Liebe geschieht
das Verblühte alles wandelt
sich mit uns
neu

LV
8.3.2026

Texte und Fotos: Lilli Vostry

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Neuer Besucherrekord bei der Blumenschau „Dresdner Frühling im Palais“ Großer Garten in Dresden

08 Sonntag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Opulent inszeniert: Mit der „Tafel der Vielfalt“ entfaltete sich beim Dresdner Frühling im Palais eine eindrucksvolle Komposition aus gärtnerischen und floristischen Arbeiten. Besucher konnten die facettenreiche Blütenpracht aus nächster Nähe erleben. Foto: Sebastian Thiel

Besucherrekord für Dresdner Frühling im Palais

Dresden, 8. März 2026 (tpr) – Am Sonntagabend endet die zehnte Ausgabe der Blumen- und Floristikausstellung „Dresdner Frühling im Palais“ im Palais im Großen Garten Dresden. Die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen (FGS) rechnet damit, dass bis zum Abend insgesamt etwa 43.000 Besucher das Gesamtkunstwerk aus Tausenden blühenden Pflanzen und Gehölzen sowie meisterhafter Floristik gesehen haben werden. Das ist ein neuer Rekord für die Schau, die unter der Schirmherrschaft von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stand.

„Die Besucher haben sich von den Wundern der Natur verzaubern lassen“, sagt der Veranstalter und FGS-Geschäftsführer Tobias Muschalek. „Das Gästebuch ist voller Worte des Dankes und der Begeisterung – das berührt uns! Viele haben lange Anfahrtswege und teilweise Wartezeiten in Kauf genommen, um die Ausstellung zu sehen. Dafür bedanke ich mich im Namen aller, die an dieser Schau mit Herzblut mitgewirkt haben, ganz herzlich.“ Neben Dresdnern und Gästen aus Sachsen kamen auch Besucher aus allen weiteren ostdeutschen Bundesländern sowie aus Niedersachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.Die Jubiläumsausgabe stand unter dem Motto „Oh Blütenwelt – welch‘ Wunder!“ und zeigte in den Sälen und Salons des Lustschlosses zehn Tage lang farbenprächtige und frühlingshaft duftende Szenen. Höhepunkt war eine fast sechs Meter hohe Baumskulptur im großen Saal des Palais. Als Weltenbaum stand sie für die majestätische Schönheit der Natur. 22 Gartenbaubetriebe aus Sachsen hatten monatelang darauf hingearbeitet, etwa 40.000 Pflanzen punktgenau zum Blühen zu bringen. Eigens für die Ausstellung produzierten sie dabei auch besondere Sorten wie Butterfly-Ranunkeln oder frühblühenden Islandmohn.

Nächstes Highlight: Blühendes Sachsen
dresdner Frühling im Palais ist die größte Indoor-Frühlingsblütenausstellung in Deutschland. Seit 2006 knüpft sie alle zwei bis drei Jahre an die Tradition der opulenten Blüten-, Pflanzen- und Früchteschauen in Dresden an, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Die nächste Schau ist für 2028 geplant – genau 200 Jahre nach der ersten öffentlichen Ausstellung seltener Früchte und Gewächse im Palais im Großen Garten.Blumen- und Gartenfreunde können sich schon in diesem Jahr auf ein weiteres Highlight freuen: Am 25./26. April laden bei der Aktion „Blühendes Sachsen“ etwa einhundert Gärtnereien und Baumschulen im Freistaat zum Besuch und präsentieren aktuelle Blumen- und Gartentrends. Es ist der offizielle Start in die Beet- und Balkonpflanzensaison. Informationen gibt es unter www.bluehendes-sachsen.de.

Rückblick Besucherzahlen Dresdner Frühling im Palais:
2023: 42.050 Besucher
2020: 40.700 Besucher
2018: 36.800 Besucher

Text: Anne Jungowitz

Über Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mbH:
Die Fördergesellschaft Gartenbau Sachsen mit Sitz in Dresden fördert alle Zweige des Gartenbaus und seiner Betriebe in beruflicher, wirtschaftlicher, fachtechnischer und kultureller Hinsicht. Die Förderung besteht u.a. in der Durchführung von Gärtner- und Floristenbörsen, in der Durchführung von Ausstellungen, Blumenschauen und Messen sowie von Seminaren, Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen. Darüber hinaus fördert sie den Berufsnachwuchs und berät die u.a. die im Gartenbauverband Mitteldeutschland e.V.  organisierten berufsständischen Unternehmen, darunter rund 320 Gemüsebau- und Zierpflanzenbetriebe, Einzelhandels-, Stauden- und Friedhofsgärtnereien sowie Baumschulen.

 

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Ausstellung „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich im Einnehmerhaus Freital

07 Samstag Mär 2026

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Musik, Natur, Projekte, Zwischenmenschliches

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Steinsonne & Eisblumen & Baumstrukturen… Die Natur malt, zeichnet mit in der derzeitigen Ausstellung mit Fotografie im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital, Dresdner Straße 2.

Farben- und Formenfülle in Bildern & Klängen:  Mit zauberhaftem Spiel voller Hingabe an der Harfe begeisterte Aerdna Harp (Andrea Dorschner) zur Ausstellugseröffnung die Besucher. Bettina Liepe, Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus bedankte sich herzlich.

Steinfarben & Steingesichter: Einen besonderen Blick dafür hat Jürgen Dittrich, von Beruf Geologe und seit vielen Jahren als Fotograf in der Natur unterwegs.

Zauberhafte Naturaufnahmen

Die reichhaltige Farb- und Formenfülle von Gesteinen und Landschaften zeigt die Ausstellung „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich derzeit im Einnehmerhaus Freital.

Steinfarben, Eisblumen, Baumstrukturen und Schwünge in der Landschaft. Die Natur malt, zeichnet mit in reichlicher Farben- und Formenfülle in der ersten  Ausstellung dieses Jahres mit dem Titel „Vertrautes & Überraschendes“ mit Fotografien von Wolfgang Nassler und Jürgen Dittrich im Einnehmerhaus des Kunstvereins Freital e.V., Dresdner Straße 2. In der Reihe „Sinn und Eigensinn“, in der Vereinsmitglieder und Freunde des Hauses ihre Arbeiten vorstellen, zeigen sie in langjähriger Freundschaft entstandene Aufnahmen von ihren gemeinsamen Fototouren und der Suche nach besonderen Motiven.

Zur Eröffnung in der Keramikwerkstatt am vergangenen Sonntagnachmittag waren alle Plätze besetzt. „Vor einem Monat standen wir hier noch im Bauschutt und sind froh, dass wir es geschafft haben“, sagte Bettina Vorsitzende des Kunstvereins im Einnehmerhaus. Das gehört  jetzt dem Verein.

Das Einnehmerhaus gehört jetzt dem Kunstverein

Im Dezember 2024 wurde der Kaufvertrag mit der Stadt Freital unterzeichnet wurde. Damit wird auch das Engagement des Kunstvereins gewürdigt und sichert ihm langfristig sein Domizil. Die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen werden peu a peu umgesetzt. Mit viel Hingabe und zauberhafter Klangfülle an der Harfe brachte Andrea Harp alias Andrea Dorschner die Räume zum Klingen. Feinsinnig, ausdrucksreich und fantasievoll lassen die Fotografien dem Betrachter viel Raum für eigene Wahrnehmung. Sie zeigen faszinierende Naturaufnahmen, darunter rote Flechten auf Gestein, Blätter unterm Eis, hauchfeines „Haareis“, Wasserbewegung, Lerchennadeln, eine Steinsonne, ein Fensterblick mit getigerter Katze und ein Sandsteingesicht. „Die Stein-Geschichten liegen mir besonders am Herzen, ihre verblüffend natürliche Vielfalt bezüglich Struktur und Farbe“, sagt Jürgen Dittrich. Er ist Jahrgang 1944, Geologe von Beruf und seit vielen Jahren ambitionierter Hobbyfotograf.

„Wir wollten diese Ausstellung noch zusammen machen. Wolfgang Nassler wusste davon und war erfreut darüber“, so Dittrich. Vier Monate später, im April 2025 starb er 85-jährig nach langer, schwerer Krankheit. Jürgen Dittrich erinnerte an dessen reges Schaffen und stellte Nasslers Bilder vor. Seine Frau hörte es gerührt und freute sich über die Blumen. Wolfgang Nassler war Urfreitaler, erfolgreich als Diplomingenieur im Hochbau und Leiter von Ingenieurbüros und viele Jahre fotografisch kontinuierlich unterwegs. Die beiden hatten 2017 bereits eine Ausstellung „Unterwegs in Nah und Fern“ mit ihren Fotografien im Einnehmerhaus.

Variationen zur Farbe in der Landschaft

Die neue Ausstellung vereint verschiedene Sichtweisen, die kontrastieren und einander ergänzen. Von Wolfgang Nassler stammen die fotografischen Variationen zur Farbe in der Landschaft. Ein Bild von ihm hängt einzeln, fast schwarz-weiß, mit rotem Signal am Waggon. „Der Zug ist abgefahren…“, so der vieldeutige Bildtitel. „Die Zeichen des Käfers“ im Holz von Dittrich erinnern in der Form an die Kunst der Aborigines, den australischen Ureinwohnern und andere Naturvölker. „Ich sehe das Schöpferische, wenn dort in einer Aufnahme das kleine Bäumchen wie aus dem Nichts wächst“, sagt Ausstellungsbesucherin Rosemarie Halmel aus Dresden begeistert. „Die Schönheit und die Kraft, die in der Natur liegen, sind beeindruckend.“ Die Ausstellung ist noch bis 26. April im Einnehmerhaus zu sehen. Zum Mittun in der Dunkelkammer und Fotolabor lädt Thomas Unger vom Kunstvererein im Einehmerhaus nach Absprache ein.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Do und Sa 10 – 17 Uhr, Fr und So 14 – 17 Uhr

http://www.kunstvereinfreital.de

Bleibende Bilder & Erinnerungen: Die Frau von Wolfgang Nassler, der die Ausstellung nicht mehr selbst miterleben konnte. Er starb nach schwerer Krankheit 85-jährig im April letzten Jahres.

Fasziniert von der Schönheit & Schöpferkraft der Natur: Besucherin Rosemarie Halmel im Gespräch mit Thomas Unger vom Kunstverein im Einnehmerhaus und ebenfalls Fotograf.

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Willkommen in diesem reichhaltigen Garten der Künste – Hier blüht Euch was! Hier wächst vieles, Schönes und Dorniges, Auffälliges und Verborgenes, Seltenes und Seltsames nebeneinander. Hier erfahrt Ihr das Neueste aus der Dresdner Kultur- und Kunstszene in aller Eigenart und Vielfalt. Sitzt man auf der Gartenbank mit namhaften und weniger bekannten Kulturmenschen und Menschen mit Ideen und Visionen aus anderen Lebensbereichen. Zeigen Künstler beim Atelier-Besuch ihre neuesten Werke, bevor sie in der Ausstellung hängen und erzählen, welche Bilder sie nie ausstellen würden. Wird Neues aus der Bühnen- und Bücherwelt vorgestellt, Augen- und Ohrenschmaus weitergegeben. Es gibt ein Traumtagebuch, für die Bilder der Nacht und Lebensträume. Es ist Platz für Poesie und Kurzprosa, Reisereportagen, Beiträge über das Leben mit anderen Kulturen, über Lebensart und Zwischenmenschliches. Es werden WortRaritäten gesammelt und Wort-Rätsel mit geheimnisvollem Inhalt gelüftet. Und nun: Schaut Euch um, entdeckt, genießt und lasst Euch anregen von der Fülle an Kulturgewächsen. Und vor allem: Bleibt schön neugierig und empfehlt meinwortgarten weiter.
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Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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Kulturkalender, Bildende Kunst, Theater, Literatur, Musik, Unterwegs, Genießen, Traumtagebuch, KünstlerPorträts, Interviews, Kolumne, Comics, Virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“

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TOP-BEITRÄGE & SEITEN

  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Premiere "Einige fühlen den Regen, andere werden nass" & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation
  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • Ausstellung "Figur & Natur" von Christine Wahl in der Galerie Mitte. Bilder aus dem Leben einer 90-jährigen Künstlerin.
  • Ausstellung "Zauberhaft" von Rita Goldschmidt in der Galerie mit Weitblick in Radebeul
  • Ausstellung "Franzosen in Dresden - Malerei des Impressionismus und Fauvismus"
  • Premiere "Achtsam morden" - Krimikomödie in der Comödie Dresden
  • Atelierbesuch bei der Malerin Angela Hampel in Dresden
  • BilderAlbum: Zu Besuch bei dem Künstler Eckhard Kempin im Melli Beese-Haus in Dresden-Laubegast & Neue Ausstellung
  • Tango in Dresden: "Die Szene ist sehr bunt und offen."
  • Ausstellung: "Songs from the Wood" bei Büchers Best
  • Kurzgeschichte: Die Frau an der Haltestelle
  • Kreatives Universum mit neuen Erlebnisräumen für Kunst: Der aus Venezuela stammende Künstler Esteban Velázquez von Wilhelm hat eine Kunstmanufaktur mit Galerie & Atelier in Wurzen eröffnet

Aktuelle Beiträge

  • Opera en miniature: „Abu Hassan“ – Musiktheater mit Puppen im Schloss Lauenstein
  • Letzte Gelegenheit in die fantastische Welt im Lügenmuseum Radebeul einzutauchen
  • „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ – Vielleicht bringt die 25. Vorstellung Glück!
  • Klangwanderung & Konzert mit Agnes Ponizil & Anne Kathrin Wagler an zwei Klavieren beim Musiksommer Bärenstein
  • Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung
  • Wunderreiche Welt & unbequeme Wahrheiten: dem Lügenmuseum Radebeul droht die Räumung
  • Gastspiel „Manche mögen`s heiss“ in Hoppes Hoftheater in Weissig
  • BilderAlbum: Konzert im Milchschafhof Bärenstein & Ausstellungen beim Musiksommer
  • Ausstellungs-Eröffnung: „Wenn Farben Liebe machen“ mit Malerei von Oliver Estavillo in der Galerie Holger John in Dresden
  • Neue Lyrik: Gedichte von Zoe Nora Goerges

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