Der neue Roman „Tarantella“ von Jens-Uwe Sommerschuh


Jens-Uwe Sommerschuh auf dem Gipfel der Vulkaninsel, auf der große Teile seines neuen Romans spielen. Foto: M. Catalfamo

Leidenschaftlicher Tanz auf dem Vulkan

Spannend, aufregend und lustvoll-ironisch erzählt der neue Roman „Tarantella“ von Jens-Uwe Sommerschuh von der Suche nach seiner Traumfrau „Mimi“, für die er kreuz und quer durch Sizilien reist, in dunkle Geschäfte verstrickt wird, zwangsverbandelt mit einer verführerischen Begleiterin. Mit bebendem Vulkan und rettender Tarantella.

Das neue Buch beginnt, wie das vorherige aufhörte. Abenteuerlich und aufregend. Eines Tages verschwindet Mimi spurlos. Er vermisst sie, die „Verrückte aus Marseille“, ihre Welt, die so wunderbar wie gefährlich war und ihn fast das Leben gekostet hatte, als er mit ihr obskure Kurierdienste ausführte, um Schulden abzuarbeiten. Noch immer trägt er das Säckchen mit den Diamanten mit sich herum, erfuhr nie, wem sie gehörten und auch die Beretta samt Munition hat er noch bei sich. Als dann ein Unbekannter auf ihn schießt, sieht er dies als Zeichen und haut ab aus Rom. Da er sich nicht mehr nach Marseille traut, sucht er Mimi in Palermo. Die Aussicht, sie „irgendwann wieder am Ohrläppchen zu zupfen oder anderswo, das war nicht die schlechteste Option.“ Ist Mimi weggelaufen oder wurde sie entführt? Von wem und warum? Wie kann er sie wiederfinden?

In „Tarantella“ von Jens-Uwe Sommerschuh (erschienen bei Salomo publishing, 2019, 388 S., 15 Euro), dem Nachfolgeroman von „Mimi,“ der im Mai 2016 bei Editia herauskam, erzählt der Ich-Erzähler Giovanni in Rückblende zunächst von seiner Zeit mit Mimi. Von jenem Sommer in Toulouse, ihren Reizen, ihren blitzenden Augen, ihrem verschmitzten Lachen und ihrer kratzigen Stimme. Sie konnte feinfühlig sein, aber auch knallhart. Er war noch nie mit einer Frau so abgeflogen, bekennt er, und ist sich sicher, dass sie dieses Feuer nicht gespielt haben kann. Derart glänzende Augen ließen sich nicht vortäuschen. Doch wo war sie nun? Der neue Roman „Tarantella“ ist noch einen Tick schärfer als „Mimi“. Ein literarischer, leidenschaftlicher Tanz auf dem Vulkan, voller Geheimnisse und Überraschungen. Anders als im Roman „Mimi“ sind die Kapitel diesmal ohne Zwischenüberschriften (schade eigentlich), sondern einfach nummeriert, 39 Kapitel insgesamt. Dieses Buch ist „der „Liebe gewidmet. Sie ist nicht berechenbar.“ Mit trocken lakonischem Humor, witzig, verrückt, verführerisch, wild und romantisch erzählt Jens-Uwe Sommerschuh in „Tarantella“ vom Glück und der Liebe, die immer wieder neu gefunden werden wollen, und nebenbei erfährt man von ihm wieder detail- und kenntnisreich viel über Land, Leute, Lebensart, Geschichte, Kultur und Küche im Süden Italiens. Inspiriert von seinem Zweitwohnsitz auf der Mittelmeerinsel Alicudi, wo der in Nordhausen im Harz geborene SZ-Autor und Schriftsteller heute lebt, abwechselnd mit Dresden und viel umherreist.

Auf seiner Reise nach Sizilien betreten die Leser mit Giovanni heißes Pflaster. Eigentlich sucht er nur einen Job in Palermo, bekommt einen in einer Café-Bar im Stadtteil Castellammare und landet, ehe er sich versieht, in den Fängen der Familie, die in dem Viertel das Sagen hat. Das Wort „Mafia“ fällt nie. Ab und zu taucht der Padrone, Don Fazio auf. Bald erhält Giovanni seltsame Aufträge, außer Botengängen soll er eine verwitwete Dame begleiten, um zudringliche Verehrer abzuwimmeln. Auf dem Marktplatz trifft er eine rätselhafte Frau, Marcella. Sie ist stolz, temperamentvoll und trägt einen Kater namens Otello mit Piratenklappe am Auge auf der Schulter. Er sieht sie häufiger. Wer ist sie? Seine Wächterin oder selbst Gefangene der Cosa Nostra? Die beiden werden von Don Fazio mit einem mysteriösen Auftrag auf die Insel Stranezza geschickt. Er erklärt sie eigenmächtig, feierlich zu Mann und Frau, händigt ihnen täuschend echte Pässe aus und besorgt ihnen ein Haus auf der Insel. Klein und entlegen. Ungefähr tausendeinhundert Stufen überm Meer.

Querstellen nützt nichts, sonst würden sie Mimi nicht freigeben und auf Marcella lastet noch ein dunkles Familiengeheimnis. Beide sind aufeinander angewiesen. Sie kennt sich aus mit dem Leben auf der Insel, mit Weinbau ebenso wie mit dem Ernten stachliger Kaktusfeigen oder Wasser schöpfen mit einem Eimer an einem Seil aus der Zisterne, angefüllt mit Regenwasser. Wie die beiden sich in ihrem notgedrungenen Paar-Dasein näher kommen, sich fragen, was das alles zu bedeuten hat und was für ominöse Ware sie entgegen nehmen, ist in sehr atmosphärischer, bildreicher Sprache, feiner Figurenzeichnung, pointierten Dialogen und sinnlich knisternd erzählt.

Die Geschichte  entwickelt einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Fesselnd und spannend von Anfang bis Ende. Von einer Episode zur nächsten springend, locker, launig und lustvoll-ironisch bis hitzig unter der flirrenden Sonne auf und abwärts am Felshang entlang, werden abwechselnd die atemberaubende Schönheit der Landschaft, der Blick aufs Meer und die Nachbarinseln von hoch oben, von der geräumigen Terrasse und Dunkles, Bedrohliches geschildert.

Wie Marcella mit den Eidechsen redet und für Giovanni übersetzt, ist so originell wie behutsam, anrührend. Gruslig komisch, wie Giovanni kopfüber in einem Karnickelbau steckt, mit Blick auf einen Totenschädel und in der rechten Hand den Schuh einer Frau, die noch lebt und mit verstauchtem Fuß oben hockt. Dann wird Marcella auch noch von einer Spinne gebissen. Da kann nur eine Tarantella helfen, ein alter süditalienischer Tanz, bei dem Gift, Böses und Bedrohliches in wild-ekstatischen Bewegungen aus dem Körper heraus getanzt werden. Dann kommt noch eine Truppe wilder, rachehungriger Motorradtypen auf die Insel, regt sich der Vulkan mit großen Gesteinsbrocken, die alten Götter feierten Party und sparten nicht mit titanischem Konfetti, kommentiert Giovanni. Plötzlich ist Mimi wieder da. Die zwei Frauen tanzen zusammen Tarantella und Giovanni schaut ihnen zu, der Entkommenen und der Genesenden, und genießt ihre Gegenwart in vollen Zügen. Erlebt Liebe im Überfluss und Seelen, die in einer uralten Sprache singen. Was für ein Schluss!

Text + Foto (lv)

 

 

„Poesie-Tankstelle“: Lesungen mit Uta Hauthal


Die Schriftstellerin, Musikerin und Pädagogin Uta Hauthal aus Dresden tourt wieder mit ihrem Buch „Poesie-Tankstelle: Mit Gedichten unterwegs in Deutschland und der Schweiz“, in dem sie von ihren Erlebnissen erzählt. Außerdem äußert sie sich zum aktuellen Zeitgeschehen.

Selbstverständlich werde ich mich auf meiner Seite www.zeitgedanken.eu am Anfang der nächsten Woche zu den Ereignissen des Sonntags, des Wahltags, zu Wort melden – zuvor aber möchte ich noch einmal auf die Ausschreibung zu meiner Schreibwerkstatt in Griechenland hinweisen und Interessierte an einer Auszeit mit professioneller Schreibanleitung sowie Yoga herzlich dazu einladen (weitere Informationen auf meiner webseite unter „Werkstatt-Schreiben“).

Der Mai, der „Mozart des Kalender“ (Erich Kästner) neigt sich seinem Ende zu, ich darf ihn für mich in der Stadtbibliothek Delitzsch mit einer Lesung aus dem Poesie-Essayband krönen, gleich danach führt mich mein Weg in die „BrandSanierung“ Weißenfels und mit meinem Roman „Garbald in Dresden“ an einen ganz außergewöhnlichen Ort, in die Kapelle des Nordfriedhofs (Dresdner Heide). Diese Lesung hat eine besondere Bedeutung, da eine der Heldinnen der Dresdner Gegenwartsebene, Hanna Gefrees, am Nordfriedhof wohnt und zeitweilig dort als Friedhofsgärtnerin arbeitet – ein besonderes Heimkommen des Romans, wenn man so will.

Auch freue ich mich besonders, dass mich mein künstlerischer Weg im Sommer wiederholt in die Schweiz führen wird sowie in das Ringelnatzhaus Wurzen (bzw. sanierungsbedingt in die Ausweichspielstätte „Seepferdchen“).
Die genauen Termine finden sich hier im Anschluss sowie demnächst auch auf meiner Webseite unter „Aktuelles“.

Text + Foto: Uta Hauthal
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28.5.19, 18:30 Uhr, Bibliothek Delitzsch/Sa. und 4.6.19, 19 Uhr, BrandSanierung Weißenfels: Uta Hauthal liest aus ihrem Essayband „Poesie-Tankstelle: Mit Gedichten unterwegs in Deutschland und der Schweiz“.
15.6.19, 19 Uhr, Kapelle Nordfriedhof (Dresdner Heide): Die Autorin liest aus ihrem Roman „Garbald in Dresden“ (eine Veranstaltung von DenkMalFort! e.V. zum Erhalt der Kapelle)
27.6.19, 20:15 Uhr, Hotel Ucliva Waltensburg/CH (Ucliva Cultura): Uta Hauthal liest aus ihrem ersten Roman „Garbald in Dresden“
19.7.19, 19 Uhr, Seepferdchen Wurzen: Essayband „Poesie-Tankstelle: Mit Gedichten unterwegs in Deutschland und der Schweiz“ – Uta Hauthal liest und erzählt
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www.utahauthal.de
www.zeitgedanken.eu

Buchpremiere „Tarantella“ von Jens-Uwe Sommerschuh im Literaturhaus Dresden

Ein literarischer Tanz auf dem Vulkan, Buchsalon mit Streitgespräch und Dresden isst bunt

Eine Menge spannender Veranstaltungen, Autoren-Gespräche, Buch-Neuvorstellungen und ein Picknick mit Begegnungen auf dem Altmarkt locken in nächster Zeit.

Di., 28.5., 19 h
Jens-Uwe Sommerschuh, „Tarantella“
Dresdner Buchpremieren im Literaturhaus Villa Augustin

Ist dein Blut vergiftet, sagen die Sizilianer, musst du tanzen. Und wenn du, was dir fehlt, finden willst, dann musst du suchen.

Mimi ist verschwunden. Er vermisst sie, er will mehr als nur die Erinnerung an ein paar wilde Wochen mit ihr. Also sucht er sie. Eine Spur führt nach Palermo.  Mit sicherem Gespür, im Zweifelsfall das Falsche zu tun, verfängt er sich dort im Netz der Familie, die in dem Viertel das Sagen hat. Man schickt ihn quer durch Sizilien, dann mit einem seltsamen Auftrag nach Stranezza. Auf der schroffen Vulkaninsel, wo kaum hundert Menschen leben, ist die Zeit stehen geblieben. Und in dem steinalten Haus unweit des Kraters ist er nicht allein. Mimi zu finden, aber an Marcella zu geraten, das war nicht der Plan. Ist die eigenwillige, temperamentvolle Frau seine Wächterin oder selbst Gefangene der Cosa Nostra? Dann regt sich der Vulkan, und eine Spinne beißt zu: eine Tarantella auf Leben und Tod. (Michael G. Fritz)

Jens-Uwe Sommerschuh absolvierte ein Studium der Publizistik und arbeitete danach als Kunstredakteur in Dresden. Er war Korrespondent des Kunstmagazins art. Sommerschuh schreibt seit 1992 eine Kolumne für die Sächsische Zeitung, für die er auch als Musikkritiker tätig ist. Seit 1996 veröffentlicht er Prosa, bislang sind drei Romane erschienen. Er lebt in Dresden und auf der italienischen Insel Alicudi.

Moderation: Michael Ernst.

Und noch ein Ausblick in die erste Juniwoche:

Literaturclub Meet & Read
Di., 4.6., 19 h

Der Eintritt ist frei.

Vorgestellt und besprochen werden der erotisch-phantastische Roman „Aura“ des mexikanischen Autors Carlos Fuentes sowie „Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk.

Wir sind Gastgeber bei „Dresden isst bunt“

Dresden.Respekt / Literaturhaus Villa Augustin in Kooperation mit Literaturnetzwerk WortWechsel
Mi., 05.6., 17-20 h

Auf dem Altmarkt

Buchsalon
Streitgespräch
Do., 6.6., 19 h

Sächsischer Literaturrat in Kooperation mit Literaturhaus Villa Augustin

Michael Bittner, Karin Großmann und Michael Hametner diskutieren über sächsische Neuerscheinungen. Thomas Böhme liest aus „Puppenkino. Kalendergeschichten für 365 und einen Tag“.

„Explorer la question de la création“ – Der Zyklus der Künste Haute Mer
Lesung und Gespräch mit Cécile Wajsbrot
Fr., 7.6., 18 h

Centrum Frankreich | Frankophonie der Technischen Universität Dresden in Kooperation mit Literaturhaus Villa Augustin
Der Eintritt ist frei.

Mit Destruction und den anderen vier Romanen der Pentalogie „Haute Mer“, aus denen an diesem Abend gelesen wird, denkt Cécile Wajsbrot nicht nur über die Entstehung verschiedener Kunstformen, ihre Rezeption und ihre Funktionen nach, sondern liefert eine Diagnose gegenwärtiger Gesell­schaften.

Text: Förderverein für das Erich Kästner Museum /
Dresdner Literaturbüro e.V.
Literaturhaus Villa Augustin
Antonstraße 1
01097 Dresden
Tel 0351 / 8045087
http://www.facebook.com/Literaturhaus.Dresden
http://www.literaturhaus-dresden.de

Echo Leipzig 2019: Neue deutsch-tschechische Hörstücke zu erleben

Unterwegs mit Texten und Tönen – Die Stadt als Klanglandschaft

Neue deutsch-tschechische Hörstücke sind am 26. und 27. Mai 2019 in Leipzig zu erleben.

Der Verein Geräuschkulisse, spezialisiert auf die Förderung von HörKunst wie Hörspiel, Feature und Klangkunst, präsentiert am 26. und 27. Mai 2019 besondere akustische Literatur deutscher und tschechischer Künstlerinnen und Künstler in Leipzig:

Workshop: Die Entdeckung der Stadt über Klangkunst und Literatur

In einem Workshop unter dem Titel „Stadt – Raum – Mein“ laden am 26. Mai, 14-20 Uhr, der Dichter, Performer und Essayist Jaromír Typlt und der Komponist und Klangkünstler Michal Rataj dazu ein, den Stadtraum mit literarischen und klangkünstlerischen Methoden zu erkunden. Der Lyriker und der Komponist leiten durch einen Arbeitsprozess, der die eigene Stadt neu entdecken lässt: Von genauen Beobachtungen ausgehend, entstehen Texte, zu denen Klänge gesammelt und improvisiert werden. Abschließend gipfeln die Erkundungen des Tages in eigenen Kompositionen. Eine Voranmeldung ist erforderlich.

Adresse: Kanal 30, am Karl-Heine-Kanal, 04229 Leipzig

Premiere eines literarischen Hörstücks über Brno und Live-Performance eines lyrischen Klangkunstwerks über Leipzig

Der deutsch-tschechische Austausch steht am 27. Mai ab 20 Uhr im Fokus mit der Ur-Aufführung des literarischen Hörstücks „1-2-3 Brno“ der Autorin Bettina Hartz und des Klangkünstlers Konrad Behr sowie der lyrischen Klangkunstperformance des Duos Jaromír Typlt und Michal Rataj. Bettina Hartz und Jaromír Typlt haben als Ahoj!-Residenzautoren im Vorausblick auf die Leipziger Buchmesse 2019 vier Wochen in Brno bzw. Leipzig verbracht. Ihre Beobachtungen und lyrischen Sprachaufnahmen in Brno verarbeitete Bettina Hartz, angestiftet vom Verein Geräuschkulisse, zu einem Audio-Portrait der mährischen Landeshauptstadt. Jaromír Typlt verbrachte seine Residenz in Leipzig. „Škrábanice“ (Kritzeleien) heißt die 360-Grad-Live-Performance mit Texten, die in Leipzig entstanden sind und von Michal Rataj in experimentelle Klanglandschaften verwandelt werden. Dabei entwickeln sich Laut- und Wortverbindungen zu Wortgruppen, zu vollkommenen Sätzen und wieder zurück, Poesie-Fragmente verdichten sich klanglich, verharren und lösen sich auf.

Adresse: Atelier ART_ONLY, Westwerk, Karl-Heine-Straße 89, 04229 Leipzig

Die Künstlerinnen und Künstler

Konrad Behr, geboren 1974, lebt als Medien- und Klangkünstler in Weimar. Er kreiert vor allem Installationen und Formen der Radiokunst, u.a. für den ORF und für savvy funk, das Radio zur documenta 2018. Er hat an zahlreichen internationalen Residenzen teilgenommen und arbeitet als Dozent.

Bettina Hartz, geboren 1974, ist Autorin von Drehbüchern, Theaterstücken, Prosa und Lyrik. Seit 1999 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und Kulturjournalistin. 2018/19 kuratierte sie am Literaturhaus Berlin eine Veranstaltungsreihe zum „Prager Frühling und den Folgen im Osten bis ’89“. Bisher erschienen u.a.: „Nicht viel: Erzählung“, Lunardi 2007, und „Auf dem Rad – Eine Frage der Haltung“, DVA 2012.

Michal Rataj, geboren 1975, lebt als Komponist und Klangkünstler in Prag. Seit 2000 arbeitet er als Radioproduzent beim Tschechischen Radio, wo er über 150 Radiowerke mit Künstlern aus der ganzen Welt produzierte und das Radiokunst-Archiv rAdioCUSTICA aufbaute. Als Filmmusikproduzent hat er über 40 Soundtracks für TV und Kino komponiert sowie klassische Orchester- und Kammermusik.

Jaromír Typlt, geboren 1973, lebt als Dichter, Performer und Essayist mit dem Schwerpunkt Art Brut in Prag. Seit 1990 sind zahlreiche Gedichtbände erschienen, zuletzt „Za dlouho“ (2016). In seinen Performances experimentiert Jaromír Typlt entlang der Grenzen von Dichtung, Musik und bildender Kunst.

Das Hörprogramm des Geräuschkulisse e.V. wird veranstaltet mit freundlicher Unterstützung der Tschechischen Zentren, von CzechLit, des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Mährischen Landesbibliothek Brünn und dem Gastland Tschechien auf der Leipziger Buchmesse 2019, der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM), dem Studentenwerk Leipzig, dem Referat für Internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig und dem Gromke Hörzentrum.

Informationen zum Programm und Ticketverkauf

Geräuschkulisse 26./27. Mai 2019

Text: Susanne Meierhenrich/Gastland Tschechien und Tschechisches Kulturjahr

www.ahojleipzig2019.de

Verleger Jens Kuhbandner vom Notschriften-Verlag eröffnete seinen Verlagsladen mit Büchern, Kunst und Wein in Radebeul


Bücher-Oase, Kunst und edle Tropfen. Zeit zum Genießen. Verleger Jens Kuhbandner hat einen schönen Arbeitsplatz.

Zeit zum Verweilen.

Viel zu entdecken.

„Kleine Verlage sind das Salz in der Suppe“

Verleger Jens Kuhbandner betreibt einen Verlagsladen mit Büchern, Kunst und Wein in der alten Apotheke in Radebeul. Hier ist auch Raum für Lesungen.

An der Ladentür steht „NOTschriften“ in roten Buchstaben.
Passen würde aber auch „Bücher-Apotheke“. Ein gutes Buch kann wie Arznei wirken, aufmuntern, anregen, beflügeln. Verleger Jens Kuhbandner eröffnete Ende März seinen Verlagsladen mit Büchern, Kunst und Wein in einem Gebäude der alten Apotheke auf der Bahnhofstraße 19 in Radebeul-West. Etwas versteckt hinter der Toreinfahrt lädt der helle, ungewöhnliche Ladenraum mit großem Schaufenster Besucher zum Anschauen und Verweilen ein. Mit einer gemütlichen Sitzecke, wo man in Regionalliteratur, Natur- und Reisebänden und Künstlerbüchern blättern, lesen und erwerben kann. Bücher aus über 20 Jahren Verlegertätigkeit stehen in den Regalen.

Seit 1996 besteht der „NOTschriften-Verlag“ Radebeul. Er ist umgezogen aus seinem bisherigen Domizil im Pfarrhaus in Altkötzschenbroda, da dieses saniert und umgebaut wird. Im Oktober vorigen Jahres war Jens Kuhbandner mit seinen Büchern einen Monat lang im Bürgertreff Radebeul präsent. Dort konnten sich Initiativen und Kulturschaffende mit ihren Projekten vorstellen, wozu Quartiersmanagerin Nadine Wollrad einlud. „Dort entstand auch die Idee, künftig Verlagsbüro und Laden zu verbinden“, sagt Jens Kuhbandner.

Neben den Bücherregalen steht nun sein Schreibtisch mit Computer.
Den Raum hat er selbst vorgerichtet. Es fallen etwas mehr Kosten an als bisher für den 30 Quadratmeter großen Verlagsladen, sagt er. „Doch es ist erträglich.“
Noch schauen eher zufällig Leute herein, Bekannte, Radebeuler und Touristen. Das neue Angebot muss sich noch herumsprechen. Neben originellen Büchern werden hier edle Tropfen von Winzern aus Radebeul und Umgebung  angeboten.

Die Wände schmücken farbenfrohe Bilder seiner Frau, der Künstlerin Dorothee Kuhbandner. Ein Blickfang ist auch der aktuelle Kalender zur Sächsischen Weinstraße mit lustigen Illustrationen von Kay „Leo“ Leonhardt und Fotografien von Werner Böhme. Die Bandbreite an Regionalliteratur reicht vom Buch über den Radebeuler Naturheilkundler Eduard Bilz, einen Roman über Wolf von Kreyern und sein barockes Jägerleben im einst sächsisch-kurfürstlichen Friedewald über einen opulenten Bildband, „Schmetterlinge im Weinberg“ (die Fotografien daraus sind derzeit im Schloss Wackerbarth ausgestellt), ein Buch über Lößnitzbachmühlen, über „Paddeln auf der Elbe“ bis zu einem Band mit spöttisch-frechen Gedichten zu deutschen Befindlichkeiten. Gerade erschienen ist ein Band, „Gedanken auf Glatteis“ mit neuen Aphorismen und Bildern des Radebeulers Christian Uri Weber.

Im Verlagsladen ist auch Platz für Lesungen. Jens Kuhbandner offen für entsprechende Angebote. Er vermittelt schon hin und wieder Autoren seines Verlags zu Lesungen in der Stadtbibliothek Radebeul. „Kleine Verlage sind das Salz in der Suppe“, lautet das Motto von Jens Kuhbandner. Da sie gezwungen sind, immer etwas Besonderes und keine Massenware wie die großen Verlage herauszubringen. Ein gesundes Maß zu finden zwischen Idealismus und finanziellem Ausgleich, sei die Kunst dabei. Und solange die Bücher anderen Freude bereiten, will er weitermachen.

Text + Fotos (lv)

http://www.notschriften.com

Künstler aus dem „Notart-Kreativraum“ stellen im Jugendamt Radebeul aus


„Little Girl“ von Gunnar Pfaffe und Zeichnungen von Edgar Kupfer
Zeichnungen von Anastasia Kalinycev. Re. im Bild: Arbeiten von Kerstin Dähne, Gunnar Pfaffe und Edgar Kupfer

Farbige Zeichnungen von Edgar Kupfer
Bilder einer Ausstellung: Edgar Kupfer, Leiter des „Notart-Kreativraums“ Radebeul und Anastasia Kalinycev, die ihn porträtierte.

Im Rausch der Farbe

Eine Gruppe junger Künstler vom „Notart-Kreativraum“ zeigt ihre Arbeiten derzeit im Amt für Bildung, Jugend und Soziales in Radebeul.

Ein Porträt zeigt Edgar Kupfer, mit halblangem Haar, Bart und Brille, im Atelierraum. Er steht vor einem Holztisch, darauf ein Weinglas und eine Weinflasche, auf der eine Kerze steckt. Gleich daneben der Drucktisch und der Grafikschrank.
Gezeichnet hat ihn Anastasia Kalinycev, 15 Jahre und die Jüngste in der Künstlerrunde. Ihre Familie stammt aus Kasachstan.

„Ich war überrascht, wie schnell und mit welcher Sicherheit sie das Bild hinbekommen hat“, sagt er. Zunächst mit Bleistift, dann mit Tuschefarben und mit Rötelstift nahm es Gestalt an. Edgar Kupfer steht zusammen mit Anastasia in der Ausstellung des „Notart-Kreativraums“ Radebeul. Eine Gruppe junger Künstler zeigt ihre neuesten Arbeiten derzeit auf drei Etagen an den Wänden des Amts für Bildung, Jugend und Soziales Radebeul auf der Hauptstraße 4. Es ist die erste Ausstellung mit Bildender Kunst dort. Zu sehen sind Siebdrucke, Tiefdrucke Aquarelle und Zeichnungen.

Auch die Bilder von Anastasia, Porträts und Stillleben, sind erstmals öffentlich zu sehen. Das Kunstangebot entdeckte sie eher zufällig. „Eigentlich war ich wegen Gitarre spielen im ,Weißen Haus` und fand dadurch den Kreativraum“, erzählt sie.
Seit einem drei viertel Jahr kommt Anastasia regelmäßig dorthin zum Malen und Zeichnen. Offen und neugierig betrachtet sie auch die anderen Arbeiten in der Ausstellung. Für später hat sie noch keine festen Pläne. Sie „schwankt noch zwischen Grafikdesign oder einem sozialen Beruf.“

„Im Rausch der Farbe“ heißt ein Blatt von Kerstin Dähne, von Beruf Krankenschwester und seit Sommer 2016 künstlerisch aktiv im „Notart-Kreativraum“. Ein anderes Bild zeigt farbige, bewegte, fast tanzende Häuser und eine Frau, die übermütig ihre Arme ausbreitet vor dem Nachthimmel. Zwei ausdrucksstarke Porträts, „Little Girl“ und „The inner Side“, Kaltnadelradierungen stellt Gunnar Pfaffe aus. Er begann mit Graffiti und lernt seit 2015 verschiedene Drucktechniken im “Notart-Kreativraum“. Letztes Jahr war er mit seinen Arbeiten erstmals beim Radebeuler Grafikmarkt dabei.

Der Ausstellungsort im Amt passt, denn der „Noteingang“ e.V. ist ein Jugend- und Kulturverein und der Kreativraum eins von vielen Angeboten. Der Treff befindet sich im „Weißen Haus“ auf der Kötzschenbrodaer Straße 60 in Radebeul. Den Notart-Kreativraum gibt es seit 2013. Er steht täglich, Montag bis Freitag von 16 bis 18 Uhr offen für Jugendliche. „Um Kunst und Kreativität auszuleben und erlebbar zu machen“, sagt Edgar Kupfer, Maler und Grafiker und Leiter des „Notart-Kreativraums“. „Wir sind eine Ateliergemeinschaft von 5 – 6 Leuten, die den Raum regelmäßig nutzen und zusammen Ausstellungen machen.“ Es werden Mal- und Zeichenkurse angeboten und auch anderen Künstlern steht der Raum zur Ateliernutzung auf Spendenbasis zur Verfügung. “Ein Teil des Erlöses aus den Kursen fließt wieder ins Projekt des Kreativraums“, sagt Kupfer. „Manchmal sind wir zu dritt am Malen und Drucken gleichzeitig. Wir lernen voneinander, führen Gespräche untereinander“, erzählt er.

Zurzeit malt Edgar Kupfer, der mit Comics und Buchillustrationen begann, kleine Ölbilder, die er als „träumerischen Umgang mit dem Leben und philosophischen Themen“ betrachtet. Wichtig ist ihm: „Aktiv in der Umgebung sein, man kann etwas ändern und bewegen, indem man einfach anfängt, auch wenn man nicht gleich weiß, wohin es führt.“ Der „Notart-Kreativraum“ veranstaltet mehrmals im Jahr eine „Kreative Nacht“ mit offener Bühne und Kunst für alle.

Es werden auch Abendkurse für Jung und Alt angeboten, z.B. Aquarell, Schmuck- und Aktzeichenkurse. Weiterhin sind neue Kursleiter willkommen, um das bunte Angebot weiter auszubauen. (Bei Interesse und Fragen einfach anrufen unter Tel: 0351 – 833 72 175 während der Öffnungszeit von 16 bis 18 Uhr). Die Ausstellung im Jugend-Amt ist noch bis 4. Juni zu sehen.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Mo und Fr 9 – 12 Uhr, Di und Do 9 – 12 und 13 – 18 Uhr,
mittwochs geschlossen

Premiere der Oper „Katja Kabanowa“ von Leos Janácek an den Landesbühnen Sachsen

Gewitter der Gefühle

Die Oper „Katja Kabanowa“ von Leos Janacek nach dem Schauspiel „Das Gewitte“ von Alexander N. Ostrowski hat am 25. Mai, um 19 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul Premiere.

Neben seiner Affinität zu russischer Literatur war es vor allem ein persönlicher Bezug, der Leoš Janáček für KATJA KABANOWA zu dem Drama DAS GEWITTER aus dem Jahre 1860 hatte greifen lassen: Denn wie seine platonische Geliebte Kamila Stösslová, die als Muse sein gesamtes Spätwerk inspirierte, ist auch Ostrowskis Katja Kabanowa eine verheiratete Frau und gefangen im Korsett gesellschaftlicher Zwänge. Die Opernhandlung führt in die russische Provinz, an die Wolga.

Katja (Stephanie Krone) hat vor allem unter dem strengen Regime  ihrer Schwiegermutter zu leiden, einem verkleinerten Abbild absolutistischer Zarenmacht, wie Janáčeks Übersetzer Max Brod formuliert. Dieser bewundert  an der Oper vor allem die «Wucht dieses aus einem Zug hingegossenen Musiksturms». Das ganze Werk «hat diesen fortreißenden, unaufhaltsam seinem Ziel zuströmenden Wolga-Charakter», der die Geschichte tragisch enden lässt.

Janáčeks Katja, anrührend in ihrer Sehnsucht nach Freiheit und tief in ihren Empfindungen, gibt sich während einer Reise ihres Gatten heimlich dem Mann hin, den sie wirklich liebt. Ihre Gefühle entladen sich schließlich bei einem Gewitter, das sich über allen aufgestaut hat: Katja gesteht ihren Ehebruch öffentlich! Doch anders als ihre Freundin Barbara, die mit ihrem Geliebten aus der kleinbürgerlichen Misere Richtung Großstadt flieht, zieht es Katja – von allen verlassen – Richtung Wolga.

Die Oper wurde am  23. November 1921 im National Theatre, Brno uraufgeführt.

ES SPIELT DIE  ELBLAND PHILHARMONIE SACHSEN

MUSIKALISCHE LEITUNG: EKKEHARD KLEMM
INSZENIERUNG UND LICHT: SEBASTIAN RITSCHEL
AUSSTATTUNG: STEFAN WIEL

Besetzung:

Katja Kabanowa – Stephanie Krone; Sawjol Prokofjewitsch Dikoj – Paul Song; Boris Grigorjewitsch-Sebastjan Podbregar ; Marfa Ignatjewna Kabanová (Die „Kabanicha“) – Jasmin Etezadzadeh A.G.; Tichon Kabanow– Kay Frenzel; Váňa Kudrjáš – Edward Lee;  Warwara – Katarzyna Wlodarczyk ; Kuligin– Johannes Leuschner;  Glaša – Gundula Ehret; Fekluša – Ausra Pruselaityte; eine Frau aus dem Volk – Suji Kim; Bürger – Opernchor der Landesbühnen Sachsen

Termine:

30.5. und 9.6., 19 Uhr -LANDESBÜHNEN SACHSEN – HAUPTBÜHNE · RADEBEUL

Text: Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; www.landesbuehnen-sachsen.de

Eine Sonnenblume für: Malte Hartwieg für seinen Einsatz für Tiere in Not

Dieser Mann quält sich für die Tiere

30 Tage, 4.400 Kilometer, 36.000 Höhenmeter und 300.000 Unterschriften. Am 1. Juli 2019 startet Malte Hartwieg, Präsident der Tierschutzorganisation „Jeder Tag zählt“, zur Tortour für die Tiere, um den Regierungsvertretern Österreichs, der Schweiz, Deutschlands, der EU und dem Papst eine Petition zur Beendigung der Unterdrückung der Tiere zu überreichen. Hierbei wird er allerdings nicht das Automobil, die Eisenbahn oder ein Flugobjekt besteigen, sondern seinen Drahtesel, mit dem er bereits zweimal die USA durchquerte.

„Mit der Aktion möchte ich auf das Elend der Tiere aufmerksam machen,“ erklärt Hartwieg. Die müssen seinen Recherchen nach nämlich bei langen Tiertransporten, in unbequemen Mastanlagen, auf Pelzfarmen oder bei grausamen Experimenten leiden. „Also will ich mich auch nicht über Hitze, Kälte, Regen, Wind, Schlafentzug oder Schmerzen beschweren, die einem bei solchen Ultradistanzen das Leben schwer machen können. Sind diese Qualen doch nichts, im Vergleich zu dem namenlosen Schicksal, das den Tieren bestimmt ist,“ so Hartwieg.

In der Petition fordert er das Ende der Massentierhaltung, das Verbot der Jagd als Freizeitvergnügen und die Abschaffung von Tierversuchen und Pelzfarmen. Ihm sei schon klar, dass diese Forderungen wohl nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Er handle dabei aber nach seinem bewährten Leitsatz „Warum wenig fordern, wenn man auch viel fordern kann?“

Seine Route führt ihn von Szeged in Ungarn, wo seine auch im Tierschutz engagierte Tochter ein veganes Restaurant betreibt, über Wien, Rom, Bern, Brüssel und Berlin an das Ziel der Tortour für Tiere, den Sitz der Tierschutzorganisation in Prien am Chiemsee.

In den letzten 12 Monaten habe er bereits 219.000 Unterschriften gesammelt und bis zum Start der Tortour für Tiere werde er die 300.000 voll haben, da ist sich Hartwieg sicher. „Wir bewegen uns mit großen Schritten auf unser Ziel zu.“

Petition: https://jedertag.org/petition-niemand-darf-ein-tier-toeten/

Text: Jeder Tag zählt e.V.
Postfach 1136
83201 Prien am Chiemsee

 

Lesung „Den Jungen machen“ mit Jérome Meizoz im Landhaus Dresden

Was ist männlich?

In der Reihe „Literarische Alphabete“ sind der Schweizer Autor Jérôme Meizoz und die Übersetzerin Corinna Popp am 24. Mai, um 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2 zu Gast.

„Der Junge“, die namenlose Hauptfigur im Roman „Den Jungen machen“ der Schweizers Autors Jérôme Meizoz, kann die Männlichkeitserwartungen seiner Lebenswelt nicht erfüllen. „Der Junge hat nie verstanden, um was es bei dieser Männlichkeit ging, von der seine Klassenkameraden wie besessen waren.“„Du bist kein richtiger Mann“, hört er immer wieder. Der Junge ringt mit sich, versucht, sich selbst einen Platz im Leben zu schaffen. Es gelingt ihm, sich selbst zu erziehen. Er richtet eine Blumenwohnung mit Arbeitsbett ein und gibt eine Anzeige auf: „Jung und männlich, Massagen und mehr. Erfüllt diverse Wünsche, je nach Bezahlung. Ausschließlich Frauen. Kein Verkehr.“ Der Junge wird zum Therapeuten, um Schmerzen zu lindern, die letztlich tiefer liegende gesellschaftliche Ursachen haben. Der Roman ist letztlich eine Parabel über die verzweifelte Suche nach einem Sinn des Lebens.

Jérôme Meizoz wurde 1967 im Wallis geboren und ist dort aufgewachsen. Er schreibt auf französisch. „Den Jungen machen“ ist sein zweites Buch, das ins Deutsche übersetzt wurde.

2018 erhielt er für diesen Roman den Schweizer Literaturpreis.
Corinna Popp studierte an der Sorbonne in Paris Bühnenkünste und Deutsche Sprachwissenschaft. Heute arbeitet sie als Übersetzerin und als Dramaturgin.

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und der Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung.

Text: Jörg Scholz-Nollau

https://www.srf.ch/sendungen/52-beste-buecher/den-jungen-machen-von-jerome-meizoz


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Ausstellung: Hinterglasbilder von Wolfgang HerbstSilesius in der Produzentengalerie Jahnaischer Hof in Meißen


Karpatenwinter, Hinterglas, Bleigefasst, 1987, WEHS


Mai, Hinterglas, 2019, WEHS

binnen as buten

Eine Ausstellung mit Hinterglasmalerei von Wolfgang E. HerbstSilesius eröffnet am 23. Mai, um 19 Uhr in der Produzentengalerie Jahnaischer Hof in Meißen. Zu sehen bis 29. September 2019.

Laudatio zur Vernissage: Tania Mette – Zimmermann, Musik: Agnes Ponizil, (voc/acc) Neue Kunstlieder zu Texten von WEHerbstSilesius.

War mal eine Zinkplatte. Nützlich für Radierungen, Kaltnadel, Verni-mou-Ätzungen usw. War mal eine Glasplatte, sagte: „Das kann ich auch.“ Grundierung, Kaltnadel, Farbaufträge mit Pinsel und Feder, Auswischungen. Wieso denn das? Zufall? Anfang der 70-er an der Akademie in Düsseldorf. Seither sind wir eine lebenslange Freundschaft eingegangen: die Glasplatte und ich. Verkehrt herum und deshalb in großer Freiheit. Im Einvernehmen mit der Radierung und dem Holzschnitt. Dem Reichtum die Kehrseite.

Text: Wolfgang E. HerbstSilesius / 2019

Geöffnet zum Literaturfest mit zahlreichen Lesungen und Konzerten vom 7.6. -9.6.2019, zum Tag des offenen Denkmals am 8.9 , zum Weinfest vom 27.9. – 29.9. und nach Vereinbarung: Sylvia Fenk, 03521/408759, Infos: http://www.sylviafenk.de

Wolfgang E. HerbstSilesius M
Maler. Grafiker. Poet.

Kürzer als das Leben lang ist,
läßt es sich nicht fassen.  WEHS

Zum Künstler

am 7. Januar 1935 in Weißstein/Niederschlesien geboren,
erlernte 2 Handwerke (Bäcker, Schriftsetzer),
Arbeit als Korrektor (Süddeutschen Zeitung, Berliner Tagesspiegel, Westfälische Nachrichten),
Gesangsstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik in München bei Prof. Gruberbauer,
Studium Freie Grafik an der Kunstakademie in Düsseldorf  bei Prof. Sackenheim,Tutor und Meisterschüler,
Gründer mehrerer Handpressen: Tengstraßenpresse München, Herbst Presse Düsseldorf, Holzwiesenwegpresse im Wald, Goldgrundpresse Meißen,
Langjähriges Vorstandsmitglied des BBK Düsseldorf und Künstlervertreter im Kulturausschuss der Stadt Düsseldorf,
1985 – `91 intensive Reisetätigkeit und Arbeitsaufenthalte in Deutschland, Italien, Holland, Frankreich, England, Belgien, Luxemburg, Schweiz, Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Polen,
Parallel zur bildnerischen Arbeit entstehen literarische Texte – Lyrik, Prosa, Quintessenzen,
Mitte der 80er Jahre Verlagerung des Verbalen auf die philosophische Ebene,
1993 Holzschnittzyklus “Die Winterreise” 24 Holzschnitte nach den Gedichten von Wilhelm Müller,
Ausstellungen derselben in Verbindung mit dem Vortrag des Schubertschen Liederzyklus´ durch verschiedene Interpreten in Düsseldorf, Luxembourg, Bad Kötzting, Bienne (Schweiz), Evangelische Akademie Meißen, Schloss Struppen,
2004 Mitbegründer der EDITION DREIZEICHEN, Initiator der Zeitschrift „DAS ZÜNDBLÄTTCHEN – überelbsche Blätter für Kunst und Literatur,
lebt seit 2003 in Arbeits- und Lebensgemeinschaft mit Else Gold in Meißen

Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland

http://www.weherbst.de