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Kategorien-Archiv: Kultur

20 Jahre Jazztage Dresden 2020 Live und in Echtzeit & Konzert mit Konstantin Wecker in der Jungen Garde

18 Freitag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Projekte

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Der Intendant der Jazztage Dresden und Bassist der Klazz Brothers Kilian Forster vor dem Plakat der Jazztage Dresden 2020. Das diesjährige „Gesicht“ des Festivals sind die Echo-Preisträger Klazz Brothers & Cuba Percussion. Foto © Andreas Weihs

Jazztage Dresden 2020 – aus der Not eine Tugend!

Das 20-jährige Festivaljubiläum wird (inter)national und bringt Dresdner Künstlern und Ensebmbles aus der Region einem größeren Publikum nahe.

2020 sollte ein ganz besonderes Jahr werden – 20 Jahre Jazztage Dresden! Von den Anfängen in der kleinen aber feinen Unkersdorfer Kirche mit vier Konzerten und 400 Gästen im Jahr 2001 über den Schritt ins Dresdner Zentrum bis hin zu einem der größten Jazzfestivals in Deutschland, das jährlich rund 40.000 Gäste empfangen durfte, gab es doch einiges zu feiern. Zusätzliche Programmbestandteile wollten dafür in diesem Jahr umgesetzt werden, wie etwa die Sonderkonzertreihe „20 Konzerte an 20 Spielstätten“ und vieles mehr.

Dann kam der Stopp und damit die monatelange Ungewissheit, wie und ob es mit den Jazztagen weitergehen würde. An vielen Stellen – unter anderem über die von Jazztage-Dresden-Intendant Kilian Forster initiierte Aktion STUMME KÜNSTLER – wurde auf die schwierige Lage freischaffender Künstler, deren Veranstalter und eine große Anzahl darum herum angelagerter Berufsgruppen und Gewerke aufmerksam gemacht. Und an mancher Stelle auch gehört.

„Wir freuen uns als Jazztage Dresden sehr über die Unterstützung von Stadt und Land, die dem Festival für dieses Jahr das Überleben sichern werden. Dies soll nun unbedingt weitergegeben werden – zum einen an die Musiker, die wir zum Festival einladen möchten, aber auch an das Publikum, dem wir auch im Herbst den Genuss großartiger Live-Musik ermöglichen wollen. Gerade in herausfordernden Zeiten für alle Beteiligten ein wichtiger Bestandteil seelischer Gesundheit“, sagt Forster.

Die Unterstützung von Stadt und Land für das Festival – etwas über 100.000 Euro – über diverse Corona-Unterstützungsprogramme kompensieren natürlich bei weitem nicht die Einnahmeausfälle von circa 750.000 Euro. Jedoch versetzen sie die Jazztage Dresden in die Lage, das Festival im Herbst durchzuführen. Anders als in vorigen Jahren, anders als geplant – aber in veränderter Form live auf der Bühne! Und diese Tugend machen sich die Veranstalter zur Pflicht: die Jazztage werden im Jubiläumsjahr 2020 einen großen Schwerpunkt auf Künstler und Ensembles aus Dresden und der Region legen. Bereits zu den aktuell noch stattfindenden Kulturinseln ist der Reichtum und die Vielfalt der lokalen Szene zu erleben – mit manchen Perlen darunter! Die Notwendigkeit, mit internationalen Stars und teurem Eintritt Ticketerlöse in Größenordnungen der letzten Jahre generieren zu müssen, ist durch die aktuelle Unterstützung nicht mehr in dem Umfang erforderlich. Dies schafft die Möglichkeit, Dresdner Künstler und Ensembles aus der Region im Rahmen der Jazztage endlich einem größeren Publikum nahe zu bringen – auch zu moderateren Ticketpreisen. Wir bauen an der Stelle auf die Solidarität des Publikums, mit den Jazztagen zusammen auf die Entdeckungsreise in die lokale und regionale Jazzszene zu gehen!

Der Ort der Pressekonferenz – Eyßer Schöne Gärten in Dresden-Cossebaude – ist selbst ein Symbol für Solidarität und Zusammenhalt. 2002 stand das gesamte Gelände samt Werksräume 2,50 m unter Wasser. Und die Solidarität zur Hilfe und Unterstützung war allerorten präsent – von offizieller Seite aber auch tatkräftig von „Unbeteiligten“ über Unterstützung beispielsweise bei Rettungsaktionen, Aufräumarbeiten oder auch privaten Spenden. „Genau diese Solidarität, diesen Zusammenhalt, benötigen wir auch heute wieder. Im Kulturbereich insbesondere für freischaffende Künstler, deren Veranstalter und all die vielen Berufsgruppen und Gewerke, deren Arbeit im Umfeld von Konzerten und Veranstaltungen dieselben erst möglich macht“, so Forster weiter. Konzerte mit regionalen Ensembles sollen weiterhin – und dies wohl erstmals überhaupt – durch Mitmusiker aus entfernten Ländern und Kontinenten ergänzt werden. Live und in Echtzeit ist dies über die neue „Fast Technologie“, entwickelt in Sachsen und Sachsen-Anhalt, möglich. Durch eine minimale Latenzzeit von 20 Millisekunden wird ein aufeinander Reagieren im direkten Zusammenspiel über Kontinente hinweg möglich – live, spontan und improvisiert im Konzertsaal in Dresden mit live zugeschalteten Gästen aus Übersee!

Weiterhin in Planung ist die Eröffnung der Jazztage Dresden am 21. Oktober 2020 im QF Quartier an der Frauenkirche. Und dies bereits mit Dresdner Künstlern als Vorgeschmack auf das Festival selbst. Am 8. November ist ein „Jazztag“ vorgesehen, der gemeinsam mit einem von der Stadt geplanten verkaufsoffenen Sonntag den Jazz in die gesamte Stadt tragen wird – in Geschäfte und Einkaufszentren und weitere öffentliche Orte.

Einige der für 2020 geplanten Stars aus Übersee werden erst im Jahr 2021 nach Dresden kommen können – bei manchen ist dies noch unklar. Aufgrund der allgemein auch weiterhin sehr flexiblen Lage bietet der Blick auf die Website der Jazztage den besten und aktuellsten Stand der Festivalplanung.

„Mag auch aufgrund der aktuellen Lage vieles immer wieder unklar und in Bewegung sein: die Jazztage Dresden stehen zwar auf verändertem, aber sicherem Boden – und so haben Ticketkäufer die Sicherheit, dass Konzerte im schlimmsten Fall verschoben werden beziehungsweise aus den Tickets Gutscheine für spätere Tickets werden“, so Forster abschließend.

Weitere Infos: www.jazztage-dresden.de

Jazztage verlegen auch Konzert von Konstantin Wecker vor

Eine gefühlvolle Stimme am Klavier macht Konstantin Weckers Auftritte unverwechselbar. Der 1947 in München geborene Musiker, Schriftsteller, Schauspieler und Komponist gehört heute zu den bedeutendsten Liedermachern im deutschsprachigen Raum. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mit Abstand das beste OpenAir-Theater der Welt“ wird sein ursprünglich für November im Rahmen der Jazztage Dresden geplantes Solo-Konzert nun auf den 18. September 2020 vorverlegt. Die Veranstaltung findet um 19 Uhr in der Jungen Garde statt.

Konstantin Wecker ist seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr von den Bühnen wegzudenken. Erstmals trat er 1968 als Liedermacher auf, der Durchbruch sollte ihm dann 1977 mit der Ballade „Willy“ und dem Album „Genug ist nicht genug“ gelingen. Sein breites künstlerisches Schaffen, aber auch persönliche Krisen und Höhenflüge zeigen sich eindrucksvoll in insgesamt rund 40 LP- und CD-Produktionen, darunter „Liebesflug“ (1981), „Ganz schön Wecker“ (1988), „Vaterland“ (2001), „Am Flussufer“ (2005) und „Ohne Warum“ (2015).

Mit der für ihn typischen Verbindung aus Poesie und Musik möchte Konstantin Wecker denen Mut machen, die die Welt verändern wollen. Sein Solo-Programm ist geprägt von Wut und Zärtlichkeit, Mystik und Widerstand und sucht immer wieder nach dem Wunderbaren. Als Pazifist kämpft er dabei schon lange mit viel Kraft und Gefühl für eine Welt ohne Waffen und Grenzen. Neben Stücken wie „Der alte Kaiser“ und „Genug ist nicht genug“, die längst einen Stammplatz in der deutschen Liedermacherszene haben, präsentiert Konstantin Wecker allein am Flügel auch neue Songs wie „Der Krieg“, „An meine Kinder“ und „Heiliger Tanz“, die auf seiner CD „Ohne Warum“ zu hören sind.

Zu dem ungewöhnlichen Schritt der Vorverlegung entschlossen sich die Jazztage Dresden, um den Fans von Konstantin Wecker ein gesichertes Konzert mit über 1.000 Zuschauern in der Jungen Garde zu ermöglichen. Dies dient auch dem sicheren Fortbestand der Jazztage. Alle Karteninhaber wurden bereits persönlich via E-Mail über die Corona-bedingte Verlegung informiert. Die für den 14. November erworbenen Tickets können noch bis zum 18. September um 12 Uhr für das vorverlegte Konzert per Mail an ticket@jazztage-dresden.de  getauscht werden, solange der Vorrat reicht. Der Einlass nur mit einem Ticket vom 14. November ist nicht möglich. Da eine Nachverfolgungspflicht besteht, müssen Ticketinhaber, die ihre Karten anonym bei Vorverkaufsstellen erworben haben, sich an der Abendkasse unter Vorlage eines Ausweisdokuments namentlich registrieren. An der Abendkasse werden eventuelle Restkarten erhältlich sein. Es gibt freie Sitzplatzwahl mit einem neuen Einheitspreis von 59 Euro und ermäßigt 49 Euro. Für bereits gekaufte Karten in der für November teureren 1. und 2. Kategorie ist ein reservierter Bereich im vorderen Publikumssegment vorgesehen.

Text + Foto (1): meeco Communication Services

Weitere Informationen: www.jazztage-dresden.de 

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Ausstellung „Eins Zwei Dreier“ in der Galerie Kunst & Eros

18 Freitag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Zwischenmenschliches

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»EINS – ZWEI – DREIer«

Petra Lorenz, Volker Lenkeit & Frank Voigt

Zeichnung · Collage · Objekt

18. September bis 14. November 2020

Vernissage am Freitag, 18. September 2020 · Beginn 19.00 Uhr

Begrüßung: Janett Noack
Einführung: Solvig Frey
Musik: Mario Faust – Trompete/ Surbahar (Sitar) & Christian Retzke – Electronics

Zur Vernissage der Ausstellung »EINS – ZWEI – DREIer« am 18. September 2020 um 19 Uhr lädt die Galeristin Janett Noack alle Interessierte herzlich ein.

Die Künstlergruppe ist anwesend.

Petra Lorenz, Volker Lenkeit & Frank Voigt nehmen erstmalig in einer gemeinsamen Ausstellung die Spur des Eros auf. Die Ausstellung zeigt eine Vielfalt an erotischen Zeichnungen von Volker Lenkeit, welche durch ihre Transparenz und Überlagerungen verschiedener Materialien eine geheimnisvolle Tiefe erzielen. Petra Lorenz & Frank Voigt bringen einfachste Techniken wie Collage und Schnitte, Kopierverfahren und Montagen zum Einsatz, alle verfügbaren Materialien und vorhandene Bildwerke wie Zeitungsausschnitte, Stempel oder Postkarten werden kombiniert.

Künstler und Galeristin freuen sich auf dieses Wiedersehen, auf die Neugier der Besucher und auf die anschließende Geselligkeit in der Galerie.

Text + Foto:  Janett Noack & Team

Galerie kunst & eros, Hauptstraße 15, 01097 Dresden – Mo bis Sa 11 bis 15 Uhr, Tel.: 0351 – 802 47 85 

kunstunderos.de, info@kunstunderos.de  

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Ausstellung „Geträumt in Farbe & Gelebt in Farbe“ von Kerstin Dähne und Edgar Kupfer in der Galerie mit Weitblick Radebeul

18 Freitag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Musik, Poesie

≈ Ein Kommentar


In ihren Bildern nehmen lichtvolle und dunkle Träume Gestalt an: Kerstin Dähne und Edgar Kupfer, hier vor seinen geschichtenreichen Ölbildern in der Galerie mit Weitblick Radebeul.

Die Leuchtkraft der Farben

In Bildern festgehaltene Träume zeigen Kerstin Dähne und Edgar Kupfer in der nunmehr 20. Ausstellung der Galerie mit Weitblick Radebeul.

Sonnenlicht und Nachtschatten begleiten den Wanderer auf seinen Wegen, mal endlos schlängelndem Asphalt oder einem majestätischen Berggipfel. Dunkle Baumumrisse und ein heller Schimmer aus einem Fenster zeichnen sich ab vor einem glühenden Morgenhimmel. “Geträumt in Farbe – Gelebt in Farbe“ heißt die derzeitige Ausstellung mit Malerei und Grafik von Edgar Kupfer und Kerstin Dähne in der Galerie mit Weitblick, Obere Bergstraße 13 in Radebeul.

Zur Eröffnung am vergangenen Sonntag nachmittag spielte der Musiker Heinz Lindner im begrünten Brunnen vor der Galerie, wo die Besucher gut verteilt standen, auf Flöten aus aller Welt. Dabei ertönten viele Klangfarben, ein Didgeridoo und Obertongesang von sanft, erdig, rau bis traumversunken in andere Welten entführend. Passend zu den vielfarbigen, gestaltreichen und geheimnisvollen Bildern von Edgar Kupfer und Kerstin Dähne.

Es ist bereits die 20. Ausstellung der Galerie mit Weitblick und eine der schönsten und umfangreichsten bisher. Zu sehen sind vielfältige konkrete und abstrakte Landschaften, reale und erträumte Orte und Räume. Zwei Wände voller kleinformatiger Ölbilder auf Pappe, ohne Bildtitel, die Figürliches, oft Gegensätzliches zeigen. Angeregt sind sie von Filmen, Reisen, Computerspielen und Stimmungen, die aus dem Traumhaft Ungewissen aufsteigen, so Kupfer. Da wandert der Blick von Strohballen auf dem Feld, dem türkisblau schlängelnden Fluss in Serkowitz, Booten im Hafen, einer bezaubernden Baumallee hin zu alten südländischen Gemäuern mit Torbögen und verwinkelten Gassen und entdeckt dahinter Radebeuler Fassaden.

Da begegnen einem Clownsgesicht und Skelett. Ein Magier mit tanzenden Geistern. Gestalten mit fliegenden Herzen, Fackel und Lautsprecher, einem heran nahenden Segelschiff auf dem Meer und schwarzer Festung, die zum “Sturm auf die Bastille“ blasen. Eine Ratte sucht das Weite. Eine Frau mit Zeichenblock auf der Wiese und vor uralten Gebäuden. Ein sonnengelber Frauenakt auf rotem Tuch. Einsam umherirrende, nachtschwarze Gestalten mit Regenschirmen. „Der Morgenspaziergang der Robinsons“, heißt dieses augenzwinkernde Bild. Edgar Kupfer wurde 1967 in Dresden geboren. Er ist künstlerischer Autodidakt, orientierte sich als Jugendlicher an Comic- und Buchillustrationen und gestaltete später mehrere Bücher. Seit 1991 beschäftigt er sich neben dem Zeichnen und Grafik mit Ölmalerei. Eine Ausstellung seiner Grafiken war unter dem Titel  „Der schwarze Strich“ 2016 bereits in der Galerie mit Weitblick zu sehen.

Nun zeigt er neue Arbeiten zusammen mit Kerstin Dähne. Mit ihr bietet er im Notart-Kreativraum in Radebeul künstlerische Kurse für Kinder und Jugendliche an. Ihre leuchtend farbigen, oft surreal märchenhaften bis düsteren Ölbilder tragen Titel wie “Anker“, „Anlegestelle“ und „Der Morgen danach“. Ein Bild zeigt einen Muskelmann und seine zwei Seiten, verletzlich und gepanzert. Farben und Körper umarmen sich in einem Paar-Bild am Meer, erst auf den zweiten Blick erkennbar. Auf einem Graffiti-Bild in Form eines Labyrinths stehen rot die Worte „Lebenslang“ und „Veränderung“. „Das Labyrinth hat einen Anfang und ein Ende, die Wege führen mal nach innen und außen, näher zu sich selbst“, so Kerstin Dähne. Ein paar Schritte weiter ein Bildnis einer weiß blühenden und einer welken Tulpe.

Zwei farbige Radierungen mit Aquatinta zeigen einen Stein im Wanken und „Amor… im Strom der Zeit“, den sie in einem Skulpturenwald im Seifersdorfer Tal entdeckte. Kerstin Dähne wurde 1978 in Riesa geboren. Die gelernte Krankenschwester fand in einer dunklen Lebensphase Halt in der Kunst, der Leuchtkraft der Farben. Bei Edgar Kupfer erlernte sie verschiedene Tiefdrucktechniken. Inzwischen ist sie die Chefin im Noteingang-Verein. Zur Ausstellung, die noch bis 10. Januar 2021 zu sehen ist, erschien ein traumwandelnder Katalog mit Bildern und Gedichten, die Edgar Kupfer erstmals veröffentlicht hat, im NOTschriften Verlag Radebeul. Zudem gibt es zwei große Grafikmappen von ihm in der Galerie.

Text + Fotos (lv)

Geöffnet: Sa & So 14 – 18 Uhr und nach Vereinbarung

http://www.doro-malerei.de


Neuer Spielort: Der Brunnen vor der Galerie mit Weitblick, wo der Laudator und Autor Thomas Gerlach die 20. Ausstellung eröffnete und der Musiker Heinz Lindner aus Gostewitz mit besonderen Flöten, Didgeridoo und Obertongesang die Besucher verzauberte und sein Hund „Strolch“ freute sich ebenso über den schönen Platz im Freien.


Leuchtend farbige Bilderlandschaften zeigt Kerstin Dähne in der Ausstellung.

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Lustvoll-ironische Lesung: „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ aus dem Roman von Sibylle Berg im Theaterhaus Rudi

17 Donnerstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Literatur, Zwischenmenschliches

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Zwischen Lust und Frust hin und her gerissen und der Frage: „Ist Sex lebensnotwendig? Oder doch eher die Liebe?“ Das fragen sich und lesen abwechselnd Solvig Frey und Rüdiger Schlögel als Chloe und Rasmus aus dem neuen Roman von Sibylle Berg.
Fotos: Lilli Vostry

Vom Verlieren und Finden im unerschöpflichen Gefühls-Kosmos

Ungeniert offen, freimütig und herzzerreißend komisch erzählt Sibylle Berg in ihrem neuen Roman über ein Paar in der Midlife-Crisis, über Sex, Liebe und verlorene Träume. Abwechselnd kommen die zwei zu Wort in einer lustvoll-ironischen Lesung mit Solvig Frey und Rüdiger Schlögel, die Anfang September im Theaterhaus Rudi in Dresden zu erleben war.

Die leicht beschwingten Akkordeonklänge vom Band sind kaum verhallt, da holt die Wirklichkeit Chloe desaströs ein. Eine männliche Stimme erzählt, was sie aus dem Fenster ihrer Wohnung an einem sonnigen Frühlingsmorgen sieht: „Unten fahren ein Krankenwagen und ein Polizeiwagen vor, eine Person wird eingeladen und ihr Gesicht abgedeckt. Ein kurzes Frösteln. Eine Lücke in der Welt…“ Wer war der Mann? Er wird in irgendeinem Leben, einem Partner, einer Familie fehlen und dieser Moment wird sich jedes Jahr als Unglückstag wiederholen, überlegt sie kurz und schließt das Fenster. Die Sirenen entfernen sich. Chloe sagt innerlich dem Fremden Lebewohl. Macht sich einen Tee und legt Klaviermusik auf, Goldberg-Variationen, passend zu diesem Tag und hofft, dass jetzt alles ruhig weitergehen wird.

Wer der tragisch Verunglückte war, bleibt offen bis zum Schluss, auch im letzten Kapitel des Buches, mit dem die Lesung beginnt. Man hat allenfalls eine Ahnung. Das flaue, verwirrende Gefühl im Magen bleibt.

Dafür geht es zwischen Chloe und Rasmus um so heftiger und schonungslos ehrlich zu. Sie sind seit 20 Jahren verheiratet und können es selbst nicht fassen. Abwechselnd erzählen sie, hören zu und denken laut nach über sich selbst, den Partner, ihre Ehe und was von ihren Träumen und Lebensvorstellungen geblieben ist. Staunend, spöttisch, sachlich, traurig, wütend, sanft, ernüchtert und herzzerreißend komisch sind ihre Betrachtungen und Beobachtungen, Erlebnisse und Erfahrungen, lebhaft Anteil nehmend gelesen von Solvig Frey und Rüdiger Schlögel –  beide kennen sich aus verschiedenen Theaterprojekten und sind seit 2016 mit Lese-Musik-Performances gemeinsam unterwegs – aus dem neuen Roman „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ von Sibylle Berg (Carl Hanser Verlag, 2015). Zu hören waren sie an zwei Abenden Anfang September im Theaterhaus Rudi auf der Bühne unterm Dach. Am Samstagabend mit begrenzter Platzzahl vor rund zehn aufmerksamen Zuhörern jüngeren und mittleren Alters, Paaren und Singles.

Auf Solvig Freys schwarzem T-Shirt steht wie ein Zauberwort Venedig. Schöne und wehmütige Erinnerungen verbinden Chloe und Rasmus mit dieser Stadt, als sie jung, frisch verliebt und lebenshungrig dort durch die Straßen zogen, ohne Geld, morgens neben einem umgestülpten Boot aufwachten und später in Ferienwohnungen und gepflegten Restaurants in Italien waren und sich langweilten.

Sibylle Berg ist bekannt für knappe Sätze, haarscharf, offen, direkt, pikant, provokant und trocken humorvoll. Nicht immer schön, tut auch weh. Aber auch sehr befreiend! Neben der charmanten Akkordeonmusik zwischen den gelesenen Kapiteln sind später auch Glockenspielklänge, lautes Herzklopfen und Türläuten zu hören.

Es braucht etwas Zeit, in die Geschichte hineinzukommen (Leseregie: Detlef Nier) und natürlich wurde der Text gestrafft für die Lesung. Man erfährt wenig Hintergrund über das Paar, so dass manches ihre jetzige Situation Erhellende etwas unklar bleibt. Nebulös ist ebenso, wo die beiden sich gerade aufhalten, mal in irgendeinem Hotelzimmer in den Tropen, dann wieder zu hause. Es gibt große Sprünge in Rückblenden und Gegenwart hin und her, so dass es nicht immer leicht ist zu folgen, wie die Liebe ihnen schleichend abhanden kam einschließlich aufregendem Sex und Begehren. Es fehlt nicht an prallen, saftigen Passagen darüber, ausführlich, ungeniert und ironisch wird mit allem Frust und aller Lust beschrieben, was ihnen am anderen gefällt, missfällt, fehlt… Überaus witzig-absurd formuliert und beleuchtet Sibylle Berg zugleich die Verrücktheiten der Liebe näher. Manches Vergangene schildern Chloe und Rasmus ähnlich, sich sehnsuchtsvoll erinnernd. Einiges sehen und empfinden sie ganz anders. In diesen verschiedenen Sichten auf ihr, sein und das gemeinsame Leben liegt auch der Reiz beim Lesen und Zuhören, wie sie die einzelnen Puzzleteile ihrer Beziehung suchen, sortieren, zusammenfügen oder auch nicht. Die Leer- und Zwischenräume darf der Zuhörer selbst in seiner Fantasie ausfüllen.

So bleibt es nicht aus, dass Chloe unglücklich mit ihrer Ehe im Urlaub die erstbeste Gelegenheit nutzt, sich in einen Masseur verguckt und als Liebhaber nimmt für lange vermisste und ersehnte zärtliche Stunden. Dann zurück in Deutschland kann sie ihn nicht vergessen und eines Tages steht Benny vor ihrer Wohnungstür. Ihr Mann reagiert mit Sarkasmus, Wut und stoischer Gelassenheit auf die Affäre seiner Frau. Willigt widerwillig ein, als die beiden ihn zum Essen einladen und, findet die Tischgespräche mit dem Neuen seiner Frau bald ganz amüsant und sie landen sogar zu dritt im Bett.
Am Schluss wird die Eingangsszene mit dem tragisch verunglückten Mann unten vor Chloes Fenster noch einmal erzählt. Ruhe kehrt wieder ein. Kirschblüten fallen auf den Boden wie Schnee und decken alles lautlos zu. Was aus ihrer Liebe geworden ist, darf jeder Zuhörer für sich weiterdenken. Viel Beifall für eine lebendige, kurzweilige und lustvoll ironische Lesung und auch Anregung, dieses Buch von Sibylle Berg mal wieder in die Hand zu nehmen und intensiver einzutauchen in den unerschöpflichen Gefühls-Kosmos mit allen Höhen und Tiefen.

Text + Fotos (lv)

Vorschau

Die nächste Lesung „Der Tag, als meine Frau einen Mann fand“ aus dem Roman von Sibylle Berg mit Frey & Schlögel wird am 20. November als Auftakt zum „Erotischen Advent“ in der Galerie Kunst & Eros, Hauptstraße 15 in Dresden stattfinden.


Vom Glück des Geschichtenerzählens: das Leseteam Solvig Frey und Rüdiger Schlögel nach der Lesung.

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Konzert „Nur für Dich!“ mit Helge Schneider in der Freilichtbühne Junge Garde

13 Sonntag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik

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Halb im Bühnennebel verschwunden. Aber unnachahmlich Helge Schneider. Der Vollblutmusiker und Komiker gab am Donnerstag vor vollen Rängen ein Konzert in der Freilichtbühne Junge Garde in Dresden.

Reichlich Humor und tolle Musik eingeatmet

Mit Wuschelfrisur, Sonnenbrille, rotem Hemd über dem karierten Jackett und seinem unverwüstlichen Humor zelebrierte der Vollblutmusiker und Komiker Helge Schneider seine Rückkehr auf die Bühne. „Nicht zu viel lachen! Wer zuletzt lacht, lacht am besten!“, begrüßte er die Zuschauer und bekam gleich einen „Hustenanfall“ bei seinem Konzert „Nur für Dich!“ am Donnerstag abend bei strahlendem Sommerwetter in der Freilichtbühne Junge Garde im Großen Garten.

1 850 Zuschauer kamen laut Veranstalter zum Open Air mit Helge Schneider, das von der Konzertbühne der „Filmnnächte Dresden“ corona-bedingt in die Junge Garde verlegt wurde. „Oh mal kein Beton, sondern Bretter! Ich mag Holz“, stellte der Komiker erfreut fest. Helge Schneider spielte, sang und improvisierte virtuos am Klavier und an der Orgel und genoss es sichtlich, wieder live vor Publikum aufzutreten. Den Fotografen ohne Maske vor der Bühne rief er zu: „Das könnte gefährlich werden, wenn Ihr mich einatmet!“ Beim Konzert in Hamburg am Vortag hatten sie eine Art Pferdeboxen mit Stroh und 30 Meter Abstand vor der Bühne aufgestellt, erzählte Schneider. So konnte er die Zuschauer mit „liebe Pferde“ begrüßen, die sicher auch noch „gestriegelt würden“.

Er lobte das Dresdner Publikum als „das beste im Umkreis“ und dass er sehr gern hier spiele. Ungeniert direkt, romantisch unernst mit Wortsinn und -unsinn spielend von albern bis absurd über die Verrücktheiten des Lebens, reichte die Palette vom „Gute Laune“-Song zu Beginn, „Mama“  – der Titelsong seines neuen Studioalbums, eins über Einsamkeit: „Ich setz mein Herz bei Ebay rein“, „Ich bin die Roswitha aus der Striptease-Bar“, „Liebe im 6/8 Takt“, „Klapper Strauß“ bis zum „Kälte-Blues“ und „Der Boss“. Und er setzte noch eins drauf mit einem Hörspiel mit „Impressionen aus der modernen Welt“ zwischen ayurvedischem Massagesalon und China-Restaurant “Deutsches Haus“ mit meditativen Glockenspiel- und harten Klängen.

Begleitet wurde Helge Schneider von zwei exzellenten Musikern, dem Gitarrist Henrik Freischlader und Nachwuchs-Schlagzeuger Charlie Schneider Durch alle Stile querbeet und mitreißend von Swing, Jazz, Blues, Boogie Woogie, wildmähniger Hardrock-Parodie bis zum fetzigen Rock`n`Roll. Nach knapp anderthalb Stunden Humor-Konzert gab es als Zugabe das wunderbare, leicht abgewandelte Lied vom „Meisenmann“, der umherfliegt für seine Jungen auf Futtersuche, neuerdings mit einem „Mini-MNS“ vorm Schnabel zur „Futterabwehr und er will uns schützen“. Reichlich Beifall vom begeisterten Publikum.

Text + Foto (lv)

Weitere Tour-Termine:

http://www.helge-schneider.de

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Kunst-Aktion „Heimatschutz – Mein Land muss gerecht werden“ mit Dada Vadim im Dresdner Zwinger

11 Freitag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Lebensart, Projekte, Zwischenmenschliches

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Herbstputz im Dresdner Zwinger. Erneuerung & Spuren im Sand wird der Aktionskünstler Dada Vadim von Sonnenauf- bis Untergang am Sonnabend hinterlassen. Foto: Dada Vadim

Fegen, Fegen, Fegen für ein schönes Aussehen

Performance: „Dada Vadim – Heimatschutz – Mein Land muß gerecht werden“ am 12. September ganztags im Dresdner Zwinger.

Der Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erhielt über die jährlichen Förderankäufe der Kulturstiftung dieses Jahr die Performance „Heimatschutz – Mein Land muß gerecht werden“ des Dresdner Künstlers David Adam alias DADA VADIM. Am Samstag, dem 12. September 2020, wird er seine ganztägige Aktion im Innenhof des Zwingers durchführen, zu der der Kunstfonds zusammen mit der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen herzlich einladen.

Während seiner Performance wird DADA VADIM die Sandfläche des Zwingerinnenhofes mit einem Laubbesen rechen, um dem Bereich ein gepflegtes und geordnetes Erscheinungsbild zu geben. Er beginnt bei Sonnenaufgang und beendet die Aktion nach Untergang der Sonne. In dieser Zeit bearbeitet und ordnet der Künstler die Fläche, während die Besucher*innen ihre Spuren im Sand hinterlassen; so wird DADA VADIM immer wieder von Neuem beginnen müssen, den Zwingerhof in ein einheitliches Bild zu bringen und das Land mit einer gerechten Oberfläche erscheinen zu lassen.

Die Aktion wird mit freundlicher Unterstützung der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH realisiert.

Weitere Informationen auf der Website des Künstlers www.davidadam.de.

 

Text: Staatliche Kunstsammlungen Dresden ◦ Abteilung Medien und Kommunikation
Residenzschloss ◦ Taschenberg 2 ◦ 01067 Dresden
T +49 (0)351 4914 2643 ◦ presse@skd.museum ◦ http://www.skd.museum

 

»HistoPad Albrechtsburg Meissen«
Augmented Reality und 3-D-Inszenierungen.

Eine Neuheit in Deutschland: Mit dem „HistoPad Albrechtsburg Meissen“ auf Entdeckertour.

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Verführerisch: Ausstellung „Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros

08 Dienstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst

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Opulente Farbenfülle: Malerei von Leonore Adler


Reizvolle Blicke auf den Körper & Schönheit: Das Künstler-Paar Thomas Reichstein und Doreen Wolff stellt erstmals in der Galerie Kunst & Eros aus.


Liebevolle Auswahl: Galeristin Janett Noack zeigt frühe Kleinplastik von Horst Hille.

Ein Fest für die Sinne

Reizvolle Kunst in aller Vielfalt versammelt die Gruppenausstellung „Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 noch bis 12. September.

Die Früchte des Sommers locken verführerisch in opulenter Farbenfülle. Drei Nymphen im Gras und Bachantinnen mit Trauben tummeln sich auf Leinwänden und eine Dame sitzt auf einer Muschel am Meer mit hochgerecktem Daumen. Reizvolles für die Sinne in großer Vielfalt versammelt die traditionelle Gruppenausstellung “Sommersalon“ in der Galerie Kunst & Eros auf der Hauptstraße 15 in Dresden (noch bis 12. September
zu sehen. Geöffnet: Mo bis Sa 11 – 15 Uhr).

Zu sehen sind farbschwelgende und wandlungsreiche Malerei im Zeichen der vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft von Leonore Adler. Außerdem farbintensive, beschwingte Zeichnungen, feine Grafik und  bemalte Keramik von Michele Cyranka und lustvoll-heitere Kleinplastik und Bilder von Horst Hille. Dazu kommt ein in der Corona-Zeit entstandenes, filigran und liebevoll bemaltes Teeservice „Schneckenliebe“ der Porzellanmalerin und Galeristin Janett Noack.

„Eros ist mehr als systemrelevant, er ist lebensrelevant“, sagte sie bei der Ausstellungseröffnung. Erstmals ist das Künstlerpaar Doreen Wolff und Thomas Reichstein mit einigen Werken dabei. Ein „Hingucker“ sind ihre zwei Collagen gleich neben dem Eingang. Sie zeigen den weiblichen Körper verlockend und verletzlich im Wechsel von Licht und Schatten. Die Konturen sind mal rasierklingenscharf und weich gespült mit Muscheln umlegt. Ein anderes Mal umspielt die Körperrundungen Eigenhaar neben fließenden Formen und sticht am Bauch eine Sicherheitsnadel heraus. „Sie weist auf eine Narbe am Körper, auf das Unperfekte. Manche Leute fühlten sich sehr provoziert von demAnblick und finden das krank, andere öffnen sich und fragen was dahinter steht“, sagt Doreen Wolff über ihre Collage „Fremd“.

Darin setzt sie sich mit öffentlichen Rollenbildern wie frau sein soll und der Frage, was ist schön auseinander. Der Bildhauer Thomas Reichstein zelebriert Schönheit durch Bewegung in seinen grazilen und kraftvollen Tanzfiguren aus Bronze, eine davon ist eine Hommage an „Palucca“. Schön auch die Mondfrau mit ihrer doppelseitigen Wirkung: eine Sichel glänzt über ihrem Kopf und eine unter den Füßen. Der Mond trägt die Frau und die Frau ihn. In vielen seiner Figuren sieht er auch Doreen als Vorbild.

Die Werke von beiden sind körperbetont und es geht ihnen um einen offenen Umgang mit Sinnlichkeit und Emotionen. „Die Brückemaler, Penck und Gerhard Richter haben diese Stadt aufgemischt mit ihren Arbeiten. Wir müssen das weiterführen, sonst erstickt die Stadt in ihren Verklemmungen“, sagt der aus Halle stammende Künstler Thomas Reichstein. Einige seiner sinnlichen Figuren stehen jetzt im Jüdenhof, den er umbenannte in „Damenhof“ neben dem Verkehrsmuseum. „Das wird ein modernes Nymphenbad, wenn der Brunnen dazukommt“, so Reichstein. Dort haben sie eine kleine Galerie „Skulpturen Wolff und Reichstein“ seit Februar. Doreen Wolff ist als Künstlerin und Yogalehrerin tätig. „Kunst und Spiritualität gehören zusammen“, sagt sie. Beide haben ihr Atelier im Künstlerhaus auf der Pillnitzer Landstraße. „Wir haben verschiedene Ausgangspunkte und auch keineswegs nur harmonische Diskussionen, z.B. über das Perfekte in der Kunst“, sagt Thomas Reichstein. „Reibung erzeugt Wärme. Sonst wäre es ja langweilig“, sagt sie lächelnd.

Text + Fotos Lilli Vostry

http://www.kunstunderos.de


Muschelfrau. Frühes Bild von Horst Hille. Mondfrau. Kleinplastik von Thomas Reichstein.

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Premiere „Zwei wie Bonnie & Clyde“ in der Comödie Dresden

07 Montag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Mit vollem Körpereinsatz und viel Humor planen Bonnie (Christian Kühn) und Clyde (Dorothea Kriegl) ihren ersten Banküberfall. Fotos: Robert Jentzsch

Humorvolle Maskerade eines Gauner-Paares

Mit der turbulent-komischen Gaunerkomödie „Zwei wie Bonnie und Clyde“ startete die Comödie Dresden in die neue Spielzeit.

Manni und Chantal sind heiß verliebt und gerade von ihrem ersten Banküberfall zurück. Sie träumen von Heirat in Las Vegas und einem sorgenfreien Leben unter Palmen. Doch wo ist die Kohle?! Sie tappen im Dunklen mit Taschenlampen umher und kommen sich gegenseitig immer wieder in die Quere im Stück „Zwei wie Bonnie und Clyde“. Die turbulente Gaunerkomödie von Tom Müller und Sabine Misiorny hatte unter Regie von Christian Kühn am Freitagabend Premiere in der Comödie Dresden.

Um ihre Gefährlichkeit zu demonstrieren, fuchtelt das Gaunerpärchen in pinkfarbenen Overalls abwechselnd mit Pistolen herum in rotem Licht. „Geld oder Leber!“, schreit der schwarzhaarige, halb kahlrasierte Manni (naiv-trottelig: Christian Kühn) auf einer Kiste stehend. Er bedroht die sonst so supercoole Chantal (Dorothea Kriegl), die ängstlich am Boden hockt. Eine Minute später lachen sie darüber und fallen innig übereinander her auf harten Kartons. Sie verstecken sich vor der Polizei in einem Lager voller Kistenstapel mit Schuhen, wo sie ihre nächsten Banküberfälle planen.

Dabei bringt Manni Chantal fast zur Verzweiflung mit seinen vielen Fragen und Versprechern, reagiert nicht aufs Stichwort, wenn es nicht haargenau so kommt wie abgesprochen und hat immer eine Ausrede parat. Immer wieder erklärt und zeichnet sie Straßen und Fluchtwege. Eine Schubkarre dient als Fluchtauto. In den Nachrichten hören sie von einem Banküberfall, bei dem die Täter statt 100 000 Euro nur eine Einkaufstüte einer Frau erbeuteten. Manni staunt: „Mit uns ist das Gleiche passiert!“ Und lacht über die anderen Idioten.

Die Szene mit dem Banküberfall üben die beiden immer wieder und immer geht irgendetwas schief. Durch die Wiederholung im selben Bühnenbild und die zu einseitig gespielten Charaktere gehen allerdings Witz und Spannung etwas verloren. Er ist fast nur der Dumme, der scheinbar alles falsch macht und dann plötzlich einen komplizierten Ortsnamen fehlerfrei aufsagt, so dass sie ihn verblüfft stürmisch küsst.

Reichlich überdreht werden Klischees über kriminelle Ausländer ebenso wie Missverständnisse zwischen Männern und Frauen auf die Schippe genommen. Wenn die beiden über die schwarzen Haare blonde Perücken ziehen und auch mal ein Bulldoggengesicht als Maske.

Es fehlt auch nicht an Anspielungen auf die Corona-Krise. Als Manni und Chantal statt Geld Clopapierrollen erbeuten, die noch vor kurzem Mangelware waren und sie seinen Kopf liebevoll auf eine Rolle bettet. Köstlich die Maskerade mit Strumpfmasken des Gaunerpärchens. Wie sie wild gestikulieren, fast ersticken und nichts sehen. Da er versehentlich blickdichte Strumpfhosen kaufte.

Überraschend finden sie doch noch eine Papiertüte voller Geldscheine und schicke Klamotten in einem Seesack. Das gipfelt in einem überaus witzigen Bewach- und Versteckspiel mit dem Geld ín den Schuhkartons. Am Ende tappt Chantal in die Falle, als sie Manni überlisten und allein mit dem Geld abhauen will. Das Publikum amüsierte sich prächtig über einen Theaterabend, bei dem Glück und Pech nah beieinander liegen. Herzlicher Beifall.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de


Atemberaubende Tarnung

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„Carmen“ – Eine Flamencoerzählung auf dem Theaterkahn brettl

05 Samstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Tanz, Theater

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Zauber des Flamenco: Sabine Jordan und Friedrich-Wilhelm Junge.
Foto: Carsten Nüssler

Eine Verführung mit Worten & Tanz

In eine Welt voller Leidenschaft, Sehnsucht, Schmerz, aber auch unbändige Lebenslust und Liebe entführt die Flamencoerzählung „Carmen“ mit Friedrich-Wilhelm Junge und Sabine Jordan am 5. September um 20 Uhr auf dem Theaterkahn brettl am Terrassenufer in Dresden.

Fast jeder kennt „Carmen“ von George Bizet, diesen Welterfolg der Operngeschichte mit seinen faszinierenden Klängen und der dramatischen Liebesgeschichte. Weniger bekannt ist seine literarische Vorlage, die gleichnamige Novelle von Prosper Mérimée.
Auf den Brettern des Theaterkahns erwecken der Schauspieler Friedrich-Wilhelm Junge und die Flamenco-Tänzerin Sabine Jordan diese Geschichte von Leidenschaft und Eifersucht zu neuem Leben.

Text: Theaterkahn

Weitere Termine: 24.10., 20 Uhr und 22.11., 17 Uhr

Kartentelefon: 0351 – 49 69 450

Theaterkahn
Terrassenufer an der Augustusbrücke
01067 Dresden

http://www.theaterkahn.de
http://www.sabine-jordan.de

Neue Kurse im TanzZentrum Dresden e.V.

Sevillanas Grundkurs:
ab Montag, 26.10., 20.30 Uhr

Anmeldung bei Sabine Jordan
mail@flamenco-dresden.de , Tel.: 0173 – 363 26 23

Ort:
TanzZentrum Dresden e.V.
Schweriner Str. 56 (Eingang Weißeritzstr.)
01067 Dresden

http://www.tanzzentrum-dresden.de

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Premiere „The Kraut“ – ein Marlene Dietrich-Abend an den Landesbühnen Sachsen

03 Donnerstag Sept 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Musik, Theater

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Eine große Stimme auf der Bühne und im Leben, die geliebt, verehrt,
aber auch geschmäht wurde als „Vaterlandsverräterin“, weil sie als deutsche, in Amerika gefeierte Künstlerin gegen die Nationalsozialisten mit amerikanischen Soldaten in den Krieg zog. Foto: Sylvio Dittrich

Schillernde Diva, Femme Fatale und Frau mit Courage

Als erste Premiere in der neuen Spielzeit hat The Kraut – ein Marlene Dietrich-Abend von Dirk Heidicke am 5. September, um 19 Uhr an den Landesbühnen Sachsen im Radebeul Premiere.

Die Landesbühnen Sachsen GmbH startet in Radebeul am 5. September 2020 mit einer Premiere. „The Kraut-Ein Marlene Dietrich-Abend“ sollte bereits am 3. April 2020 auf der Studiobühne seine Premiere feiern. Durch die Corona-Pandemie fiel diese jedoch aus und Antje Kahn und Thomas Tuchscheerer sowie Rebekah Rota nahmen im August den Probenprozess nach ihrem Urlaub wieder auf, um am 5. September auf der großen Bühne das Stück zur Premiere zu bringen.

1930 führte Marlene (Antje Kahn) ihre Filmkarriere nach Hollywood. Doch auch wenn sie sich nach Hause sehnte, schloss sie eine Rückkehr in ein von Nationalsozialisten regiertes Deutschland aus. Um sich ihre Heimat als Bühne zurück zu erobern, zog sie statt dessen mit den amerikanischen Soldaten in den Krieg! Und wie für „The boys in the backroom” erklingen Marlenes berühmte Lieder hier auch für uns.

Wenn jemand seinen Job als Schauspielerin verstand, war es Marlene Dietrich, die – von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt – ihr Publikum und ihre zahlreichen persönlichen Verehrer und Verehrerinnen gleichermaßen zu verzaubern wusste. Remarque, Gabin und möglicherweise auch die Piaf  zählten zu ihren Geliebten und Hemingway, mit dem sie eng befreundet war, nannte sie «my little kraut». Kein Wunder, dass sich die verführerische Marlene am Ende ihrer Karriere vorstellt, dass sie möglicherweise sogar einen Diktator wie Hitler hätte um den Finger wickeln können. Und vielleicht hätte sie dadurch Weltgeschehen beeinflussen und den Zweiten Weltkrieg verhindern können?

Allerdings ist Marlene Hitler nie begegnet, da sie ihre Filmkarriere bereits 1930 nach Hollywood führte. Und auch wenn sie sich nach Hause sehnte und man den Star für die Ufa abwerben wollte: Sie zeigte Haltung und schloss eine Rückkehr in ein von Nationalsozialisten regiertes Deutschland aus. Um sich ihre Heimat als Bühne zurück zu erobern, zog sie stattdessen mit den amerikanischen Soldaten in den Krieg!

Und wie für die GIs an der Front erklingen Marlenes berühmte Lieder auch in «The Kraut». Dirk Heidicke bringt uns die «private» Marlene ebenso nahe wie die Perfektionistin, die sich schließlich radikal aus der Öffentlichkeit zurück zieht, als sie nicht mehr sein kann, was man von ihr erwartet: Die makellose Verkörperung einer erotischen Stilikone, eine Diva, die nicht altert, ein Mythos, eine Legende.

Inszenierung: Rebekah Rota; Musikalischer Leiter: Thomas Tuchscheerer;        Ausstattung: Sabine Lindner

Es singt und spielt Antje Kahn, Sopran in der Rolle als Marlene Dietrich. Pianist: Thomas Tuchscheerer

Nächste Termine: 26.9., 19.30 Uhr im Stammhaus der Landesbühnen in Radebeul und 11.10., 18 Uhr im Schloss Großenhain

Zur Künstlerin

Der sorteneichste Rosengarten der Welt ist das Wahrzeichen der Vorharzstadt Sangerhausen, der Heimat von Antje Kahn, die hier zunächst einen «ordentlichen» Beruf erlernen sollte. Zumindest hilft ihr nach eigener Aussage die abgeschlossene Ausbildung als Finanzkauffrau bestens, die als Sängerin vergeblich erhofften Reichtümer gut anzulegen!

Von 1984 bis 1992 studierte Antje Kahn an der Hochschule für Musik «Franz Liszt» in Weimar Gesang und absolvierte in München ein Meisterklassenstudium. Ihr sängerisches Profil wurde durch die Professorinnen Helga Bante, Hruba Freiberger, Reri Grist und Christiane Hossfeld geprägt.

Seit 1994 ist Antje Kahn Mitglied des Solistenensembles der Landesbühnen Sachsen. Sie hat dem Publikum in Radebeul und im Spielgebiet ihres Theaters viele große Musiktheatererlebnisse geschenkt und zahlreiche Rollen mit Leben und unverwechselbarem Charakter gefüllt: So sang und spielte sie unter anderem die Rosina in Rossinis «Barbier von Sevilla», die Pamina in Mozarts «Zauberflöte», die Schwanhilde in Rimski-Korsakows «Märchen vom Zaren Saltan», die Gilda in Verdis «Rigoletto», die Sophie Scholl in Zimmermanns «Weißer Rose», die Olympia in «Hoffmanns Erzählungen» von Offenbach, die Martha in der gleichnamigen Oper von Friedrich von Flotow oder die Norina in Donizettis «Don Pasquale».

Von vielen Freunden der Landesbühnen und der Felsenbühne Rathen wird Antje Kahn vor allem mit zwei Hauptrollen identifiziert, die sie seit Beginn ihres Engagements spielte und in denen sie sich auch besonders wohl fühlte: mit dem Ännchen aus Webers «Freischütz» und der Gretel aus Humperdincks Märchenoper «Hänsel und Gretel».

Trotz der Treue, die sie ihrem Erstengagement hält, ist Antje Kahn auch auf anderen Bühnen ein gefragter und geschätzter Gast – in Chemnitz, Eisenach, Erfurt, Görlitz, Greifswald und Wittenberg, sowie am Münchner Prinzregententheater und an der Staatsoperette Dresden.

Seit Beginn der Spielzeit 2010/11 ist Antje Kahn an den Landesbühnen Sachsen als Inspizientin engagiert – mit Spielverpflichtung natürlich, so dass sie auch weiterhin in zahlreichen Haupt-Rollen im Spielplan der Landesbühnen zu erleben ist, speziell im Bereich Musical.

Fast so vielfältig wie die künstlerischen Herausforderungen an den Landesbühnen sind jene, denen sich die ehemalige Leistungssportlerin Antje Kahn in den verschiedensten Disziplinen des Sports stellt: Tischtennis, Badminton, Yoga, Fahrrad fahren, Wandern und sogar Fußball gehören zu ihrem Ausgleichsprogramm, aber auch Kochen, Fotografieren und Lesen …

Text: Petra Grubitzsch/LB 

Kasse der Landesbühnen Sachsen, 0145 Radebeul, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954214; Fax 0351/8954 213  kasse@landesbuehnen-sachsen.de

Kassenöffnungszeiten:  Dienstag und Donnerstag 10 – 18 Uhr und Freitag 10 – 13 Uhr.

http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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