Neue Literatur aus Litauen auf der Leipziger Buchmesse

Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse präsentiert sein Programm: Rund 100 Autoren und Künstler treten in über 60 Veranstaltungen auf im März.

Auf der heutigen Pressekonferenz „Leipzig liest“ der Leipziger Buchmesse hat das Lithuanian Culture Institute unter der Leitung von Direktorin Aušrinė Žilinskienė das Programm des Schwerpunktlandes Litauen präsentiert sowie die litauischen Autorinnen und Autoren vorgestellt, die im März nach Leipzig kommen, darunter der Lyriker und Essayist Eugenijus Ališanka.

„Was verbindet so unterschiedliche Städte wie Leipzig und Troja?“, fragte Ališanka. „Erstens kann die Literatur Verbindungen auch dort schaffen, wo es gar keine gibt. Zweitens bereitet Litauen der Stadt Leipzig ein Geschenk – das Trojanische Pferd –, mit dem sich eine Truppe bewaffneter Autoren nach Leipzig drängt: bewaffnet aber nicht mit Schwertern und Speeren, sondern mit Büchern. Ich bin froh, einer dieses litauischen Trupps zu sein, und wünsche mir zugleich, dass die Stimme jedes einzelnen Schriftstellers gehört werde. Wenn überhaupt irgendwo, dann ist dies bestimmt in Leipzig möglich, denn Leipzig ist die Literatur-Stadt!“

„Die Literaturen kleinerer Sprachräume wie des Litauischen haben es schwerer, sich international durchzusetzen. Die Buchmesseschwerpunkte helfen, das Interesse der Verleger für die litauischen Titel zu gewinnen. Der deutsche Markt ist besonders wichtig für die Autorinnen und Autoren, weil er als Sprungbrett in die internationale Verbreitung gilt. Wir freuen uns, dass die litauische Literatur in diesem Jahr über den Länderauftritt Litauens in Leipzig deutlich präsent und unübersehbar ist“, so Aušrinė Žilinskienė, Direktorin des Lithuanian Culture Institute.

Rund 100 litauische Autoren und Künstler treten in über 60 Veranstaltungen auf. Zentrale Themen sind der litauischen Kultur, Geschichte und Politik gewidmet: der polyglotten Tradition der Stadt Vilnius und den Beziehungen Litauens zu seinen deutschen, polnischen und russischen Nachbarn. Darüber hinaus geht es um das Thema Ostpreußen, das zwischen der litauischen und deutschen Literatur eine wichtige Brücke bildete, über die Autoren wie Thomas Mann und Johannes Bobrowski wirkten. Zudem machen Grafiker, Komponisten, Buchgestalter, Musiker und Textildesigner neugierig auf die litauische Künstlerszene.

„Mit unserem Schwerpunktlandkonzept rücken wir bewusst kleinere literarische Landschaften ins Scheinwerferlicht“, erklärt Oliver Zille, Direktor der Leipziger Buchmesse. „Damit wollen wir die Aufmerksamkeit von Büchermachern und Lesern auf die vielfältigen europäischen Wirklichkeiten und Perspektiven erhöhen.“

Auf dem Messegelände werden litauische Bücher in Halle 4 D 300 präsentiert, ein weiterer Stand in Halle 3 G 400 widmet sich der jungen litauischen Grafikkunst. Studenten der Vilnius Art Academy laden hier in Workshops zum kreativen Gedankenaustausch. Das Autorenprogramm des Schwerpunktlandes findet auf der Messe, 23. bis 26. März, im Forum OstSüdOst, Halle 4 E 505, statt sowie an verschiedenen Orten der Innenstadt. Das kulturelle Rahmenprogramm, das litauische Künstlerinnen und Künstler gestalten, beginnt bereits vier Wochen vor Messestart:

Kulturelles Rahmenprogramm

Vom 23. Februar bis zum 6. April präsentiert das Lithuanian Culture Institute gemeinsam mit seinen Partnern ein Rahmenprogramm, das das Kulturland Litauen in seiner großen Vielfalt zeigt.

Experimentelle Klangkunst

Am 23. Februar wird junge experimentelle Klangkunst in der Schaubühne Lindenfels zu Gehör gebracht: die Orgelsafari-Chroniken von Arturas Bumšteinas. Der litauische Komponist reiste entlang der deutsch-tschechischen Grenze durch Sachsen, besuchte Kirchen und nahm deren Orgelmusik auf. Von dieser Reise mit all ihren überraschenden Begegnungen und Klängen erzählen die Orgelsafari-Chroniken. Die Installation kombiniert Videoprojektionen und Sprachperformances mit Original-Tönen und Improvisationen an selbstgebauten Instrumenten.

Nach Messeende, am 29. und 30. März, gibt es einen Nachklang des Buchmesseprogramms im Lofft: mit der Monoper im Dunkeln „Confessions“, präsentiert von der Spatial Opera Company. Das siebenteilige Libretto der Monoper umkreist die Todsünden Habgier, Hochmut, Völlerei, Neid, Zorn, Wollust, Trägheit. Alle Zuschauer tragen während des gesamten Stücks eine Augenbinde. Auf diese Weise werden ihre Klangerlebnisse verstärkt und intensive emotionale Bilder erzeugt.

Ausstellungen

In der Leipziger Baumwollspinnerei wird am 25. Februar die Kunst-Ausstellung „Oxymora“ gezeigt, die gleich drei Ausdrucksformen verbindet: Malerei, Text und Textildesign. Die Ausstellung, die bis zum 25. März zu sehen sein wird, zeigt eine Kollektion aus Grafiken, Malerei und Texten der Berliner Malerpoeten, einer 1972 von der in Litauen geborenen Künstlerin Aldona Gustas gegründeten Autoren- und Künstlergruppe. Ergänzend dazu werden Werke litauischer Gegenwartskünstlerinnen vorgeführt, die verschiedene Kulturtechniken eindrucksvoll verbinden: Tapisserie oder Stickerei mit Digitaldruck oder Videoanimation.

Vom 17. bis 30. März wird in der Galerie Hier + Jetzt eine Fotoausstellung anlässlich des 100. Geburtstages von Johannes Bobrowski gezeigt: „Johannes Bobrowskis Litauen: Beiderseits der Memel, zwischen Osten und Westen“ von Arturas Valiauga. Keiner repräsentiert die kulturelle Verbindung zwischen Deutschland und Osteuropa besser als Johannes Bobrowski, geboren im ostpreußischen Tilsit, verbrachte er die Sommer in Dörfern entlang der Memel. Der litauische Fotograf Arturas Valiauga besuchte Orte, in denen Bobrowski lebte und über die er schrieb.

Konzerte

Am 21. März tritt der akademische Mädchenchor „Liepaitės“ in der Leipziger Nicolaikirche auf und zeigt höchste Gesangskunst aus Vilnius. Die ‚Besten der Besten‘ zwischen 14 bis 17 Jahren geben unter der Leitung von Jolita Vaitkevičienė Konzerte in aller Welt. In der Nicolaikirche präsentieren die Sängerinnen litauische Volkslieder, Werke von Bach, Mendelssohn-Bartholdy, Holst und anderen litauischen und internationalen Komponisten.

In der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ ist am 24. März ein Gesprächskonzert zu erleben: Vytautas Landsbergis spricht über den litauischen Künstler M. K. Čiurlionis und spielt dessen Werke am Klavier. Vytautas Landsbergis wurde an der Litauischen Musikakademie zum Pianisten ausgebildet. Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit wurde Landsbergis zu Litauens erstem Staatsoberhaupt gewählt. Von 2004 bis 2014 Mitglied des EU-Parlaments, war er insgesamt 25 Jahre in Parlamenten tätig.

Filmkunst

Den Abschluss des litauischen Rahmenprogramms bilden vier Filmpräsentationen, 3. bis 6. April, in der Schaubühne Lindenfels: ein Oskar prämierter Stummfilm, eine Familiengeschichte, ein Episodenfilm und eine Romanverfilmung als Rockoper. „Sonnenaufgang“ zählen viele Filmhistoriker zu einem der zehn schönsten Filme aller Zeiten. „Für immer zusammen“ führt disparate Lebensentwürfe vor. „Wenn wir vom KGB reden“ handelt von sowjetischen Verbrechen und wiedererrungener Freiheit, und „Teufels Braut“, einer der populärsten Filme Litauens, basiert auf einer nationalen literarischen Legende.

 Autorenprogramm

Die Buchpräsentationen und Diskussionen des Autorenprogramms gestalten u.a.: der Lyriker und Essayist Eugenijus Ališanka, der Kulturgeograf Laimonas Briedis, der Lyriker Antanas A. Jonynas, der Essayist Laurynas Katkus, der Kulturhistoriker Rimvydas Laužikas, der Autor Kęstutis Navakas, der Lyriker Sigitas Parulskis, die Autorinnen Undinė Radzevičiūtė, Giedra Radvilavičiūtė und Renata Šerelytė, der Erzähler Alvydas Šlepikas, der Lyriker Rimvydas Stankevičius, der Lyriker und Menschenrechtler Tomas Venclova sowie der Grafiker, Illustrator und Essayist Mikalojus Vilutis, zudem deutsche Übersetzerinnen und Übersetzer wie Saskia Drude, Cornelius Hell, Markus Roduner und Claudia Sinnig.

Auch Themen des Kinderbuchmarkts sind vertreten, u.a. mit dem Kinderbuchautor und Illustrator Kęstutis Kasparavičius. Außerdem werden neu übersetzte litauische Klassiker präsentiert, darunter Grigori Kanowitsch, Jurgis Kunčinas, Romualdas Granauskas und Antanas Škėma.

Neue Literatur aus Litauen

Eine „Nacht der litauischen Literatur“ wird am 23. März im Schauspiel Leipzig/ Baustelle gefeiert: mit Autoren, Verlegern, Übersetzern und Musikern. Dabei sind moderne Romane und Erzählungen von Renata Šerelytė, Jurgis Kunčinas, Kęstutis Navakas, Grigori Kanowitsch u. a., präsentiert von ihren Autoren, Übersetzern oder Verlegern in Kurzlesungen und Gesprächen.

In Horns Erben heißt es am 25. März: „Wir sind die Neuen. Eine junge Autorengeneration stellt sich vor“. Auch, wenn jeder der 14 Autoren die Welt aus ganz eigener Perspektive betrachtet, haben sie etwas gemeinsam: Sie stammen aus einer Epoche, die man als das „sowjetische Litauen“ bezeichnet. Wie sich die Zeiten des Umbruchs in Literatur verwandeln lassen, zeigen sie in Prosa, Lyrik und Poetry-Slams.

Große Lyriker Litauens werden am 25. März in der „Nacht der litauischen Poesie“ vorgestellt. Im Schauspiel Leipzig/ Baustelle treten zehn Dichterinnen und Dichter auf: Rimvydas Stankevičius, Kęstutis Navakas, Gytis Norvilas, Antanas A. Jonynas, Giedrė Kazlauskaitė, Agnė Žagrakalytė, Aivaras Veiknys, Sigitas Parulskis, Laurynas Katkus, Eugenijus Ališanka. Sie lesen ihre aktuelle Lyrik, umrahmt von litauischen Klängen.

Vilnius: Herzstadt Litauens

„Vilnius, Wilno, Wilna, eine multikulturelle Stadt“ heißt die Diskussion am 24. März mit Tomas Venclova, Laimonas Briedis, Eugenijus Ališanka und Felix Ackermann. Jerusalem des Nordens, Zentrum polnischer Kultur, litauische Hauptstadt, belarussischer Sehnsuchtsort, Heimat russischsprachiger Einwohner: Vilnius ist ein Fixpunkt für viele Suchbewegungen, die in der Historie der Stadt ein Bergwerk für Rohstoffe sehen, aus denen heutige Erzählungen gemacht sind.

„Vilnius als Spiegelkabinett“ erklärt der Kulturgeograf Laimonas Briedis am 25. März. Selbst in Vilnius geboren und aufgewachsen ging er zum Studium nach Vancouver, wo er seit über 25 Jahren lebt. Der Blick von außen bestimmt auch „Vilnius. Reisen in die ferne Nähe“, mit dem Briedis internationales Aufsehen erregte. Virtuos verknüpft er Briefe, Tagebücher, Äußerungen von Napoleon, Dostojewski, Stendal, Döblin und anderen zu einer ganz persönlichen (Stadt-)Geschichte.

Litauen im Spannungsfeld der Politik

Gleich zu Beginn des Litauischen Messeprogramms, am 23. März, steht die Diskussion „Quo vadis, Europa? Außen- und sicherheitspolitische Herausforderungen aus der baltischen Perspektive“, u.a. mit Linas Linkevičius, Außenminister der Republik Litauen. Das hochkarätige Podium diskutiert, welche außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen sich den Ländern Litauen und Deutschland stellen.

In der Bibliotheca Albertina geht es am 23. März um „Chiffren, Mythen und Schweigen in sowjetlitauischer und DDR-Literatur“, u.a. mit Tomas Venclova und Ines Geipel. Ob in annektierten Sowjetrepubliken wie Litauen oder in Satellitenstaaten wie der DDR: Als Dogma und Kanon war hier wie dort einzig der sogenannte sozialistische Realismus zulässig. Wie wirkte und wirkt sich das bis heute auf die Literatur beider Länder aus?

Über die Beziehungen zwischen Litauen, Polen und Russland diskutieren am 24. März im Forum OstSüdOst Tomas Venclova, Adam Michnik und Lilija Schewzowa. In der heutigen Kontroverse zwischen dem Westen und Russland heben sich die Stimmen Litauens und Polens aus dem Chor der europäischen Staaten heraus. Beide Länder dienten dem nach Demokratie strebenden Teil der russischen Gesellschaft als Orientierung.

Litauisch-deutsche Beziehungen 

Wie kaum ein anderer hat Thomas Mann die Verbindung zwischen Litauen und Deutschland befördert. Drei Sommer verbrachte er auf der Kurischen Nehrung. Heute beherbergt sein ehemaliges Domizil das Thomas-Mann-Museum und -Kulturzentrum. Am 23. März resümieren dessen Kurator Antanas Gailius und der Präsident der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft Hans Wißkirchen den literarischen Ertrag der Niddener Sommer 1930 bis 1932 und sprechen mit Ruth Leiserowitz über die Perspektiven des Hauses.

Eine Diskussion über die „Wolfskinder: das geweckte Schicksal Ostpreußens“ steht am 25. März auf dem Programm – mit Alvydas Šlepikas und Ula Lachauer. Das Schicksal der sogenannten Wolfskinder war in Litauen und Deutschland weitgehend bekannt. Nun findet das tragische Kapitel der Nachkriegsgeschichte auch Einzug in die Literatur: „Mein Name ist Marytė“ von Alvydas Šlepikas oder „Salz für die See“ von Ruta Sepetys geben der Erinnerung an den Untergang Ostpreußens einen eigenen Raum.

Aus Anlass der Leipziger Buchmesse haben Rimvydas Laužikas und Antanas Astrauskas das Buch „Wie der gepökelte Stier nach Konstanz fuhr“ geschrieben: die erste Studie über die Wechselbeziehungen der litauischen und der deutschen Küche und ihrer kulinarischen Traditionen. Am 24. März lädt das Lithuanian Culture Institute zur Buchpremiere – „Meschkines, Schuppnis und Spirgel: das deutsch-litauische Verhältnis als Leib- und Magengeschichte“.

Alle Veranstaltungen und Informationen zu Autoren und Programm unter: http://www.litaueninleipzig.lt

Litauen – Schwerpunktland der Leipziger Buchmesse 2017 wird veranstaltet vom Lithuanian Culture Institute und der Leipziger Buchmesse in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium der Republik Litauen, dem Kulturrat Litauen, der Botschaft der Republik Litauen in Deutschland, dem Litauischen Verlegerverband, dem Staatlichen Tourismusamt Litauen sowie dem Goethe-Institut Litauen.

Text: Pressestelle Leipziger Buchmesse

 

Sherlock Holmes und die Schnecken von Eastwick im Boulevardtheater

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Foto: Robert Jentzsch

Humorvolles Verführungsspiel mit dem Meisterdetektiv

Er ist ein genialer Denker und etwas schrulliger Gentleman, der Licht in jedes Verbrechen bringt und immer einen kühlen Kopf bewahrt. Dem berühmtesten Detektiv aller Zeiten aus den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle, der erste erschien vor nunmehr 130 Jahren, huldigt die Kriminalkomödie “Sherlock Holmes und die Schnecken von Eastwick“ aus der Feder von Schauspieler Michael Kuhn.

Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater Dresden. Dieser ebenso verwicklungs- wie verführungsreiche Kriminalfall stellt den britischen Meisterdetektiv im karierten Mantel und Kappe und seinen Gehilfen Dr. Watson vor sehr weibliche Rätsel unter Regie von Olaf Becker. Im Salon des mondänen Landsitzes treffen sie in einer unheimlichen Gewitternacht auf den leblos auf dem Chesterfield-Sofa sitzenden Earl of Eastwick (Stephan Schill). Der nicht nur ein passionierter Rosenzüchter und Schneckenforscher war, sondern auch den Frauen sehr zugetan. Alle vier Damen in seinem Haus sind des Mordes verdächtig, sie kokettieren mit ihren Reizen, lästern übereinander mit spitzer Zunge und jede hat ihr kleines pikantes Geheimnis. Das blonde, kesse Hausmädchen Melody (Sarah Gebert) und die raffinierte ägyptische Köchin Yasmina (Ilona Raytman) ebenso wie die eifersüchtige Ehefrau Carla (Dorothee Krüger) und ihre ungeniert liebestolle Mutter (Monika Hildebrand).

Cool und galant löst Sherlock Holmes (Boris Schwiebert) den verzwickten Fall, in Denkerpose, im Rauch der Tabakpfeife und mit Lupe, begleitet von seinem gewitzt-tolpatschigen Gehilfen Watson (René Geisler). Um ein Haar erwischt es auch die so neugierig wie geschwätzige Hauswirtin Mrs. Hudson (Katrin Jaehne). Eine gelungene Mischung aus Spannung, schwarzhumorigem und verruchtem Witz und Grusel mit altenglischen, mitreißenden Musik- und Tanzeinlagen und überraschenden Wendungen ist diese Inszenierung.

Zuletzt bleibt nur noch der Gärtner mit auffallendem Bart übrig, der unerwartet auftaucht, sich genauso gut mit Rosen und Schnecken auskennt wie der Hausherr und gelegentlich Schach spielt. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Begeisterter Beifall vom Publikum für einen intelligent-vergnüglichen Abend.

Nächste Vorstellungen: 27.2., 19.30; 2. und 3.3., 19.30; 4.3., 15+19.30; 5.3., 14+18
und 6.3., 19.30 Uhr

 

 

Bücherfrühling: Die Finalisten für den Preis der Leipziger Buchmesse stehen fest

Die Jury hat entschieden: Die 15 Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse 2017 stehen fest. Am 23. März, 16.00 Uhr, werden die drei Preisträger 2017 in der Glashalle ausgezeichnet.

Die Spannung steigt: Aus 365 eingereichten Werken hat die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse 2017 unter der Leitung von Kristina Maidt-Zinke 15 preisverdächtige Bücher in den Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch/Essayistik ausgewählt. Jeweils fünf Nominierte gehen pro Kategorie ins Rennen um eine der renommiertesten Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wird am 23. März zum 13. Mal vergeben.

Nominierte in der Kategorie Belletristik

  • Lukas Bärfuss: „Hagard“ (Wallstein Verlag)
  • Brigitte Kronauer: „Der Scheik von Aachen“ (Klett-Cotta)
  • Steffen Popp: „118“ (Kookbooks)
  • Anne Weber: „Kirio“ (S. Fischer)
  • Natascha Wodin: „Sie kam aus Mariupol“ (Rowohlt)

Nominierte in der Kategorie Sachbuch/Essayistik

  • Leonhard Horowski: „Das Europa der Könige“ (Rowohlt)
  • Klaus Reichert: „Wolkendienst“ (S. Fischer)
  • Jörg Später: „Siegfried Kracauer“ (Suhrkamp)
  • Barbara Stollberg-Rilinger: „Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit” (C.H.Beck)
  • Volker Weiß: „Die autoritäre Revolte“ (Klett-Cotta)

Nominierte in der Kategorie Übersetzung

  • Holger Fock, Sabine Müller: übersetzten aus dem Französischen „Kompass“ von Mathias Énard (Hanser Berlin)
  • Gregor Hens: übersetzte aus dem Englischen „Shark“ von Will Self (Hoffmann und Campe)
  • Gabriele Leupold: übersetzte aus dem Russischen „Die Baugrube“ von Andrej Platonow (Suhrkamp)
  • Eva Lüdi Kong: übersetzte aus dem Chinesischen „Die Reise in den Westen“ (Reclam)
  • Petra Strien: übersetzte aus dem Spanischen „Die Irrfahrten von Persiles und Sigismunda“ von Miguel de Cervantes (Die Andere Bibliothek)

Hier finden Interessierte die Jurybegründungen zu den Nominierungen.

Onlineangebote zum Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird am 23. März 2017 um 16 Uhr in der Glashalle vergeben. Die Preisverleihung kann im Livestream unter www.facebook.com/leipzigerbuchmesse verfolgt werden.

Medienvertreter haben zudem die Möglichkeit, einen Beitrag zum Preis der Leipziger Buchmesse 2017 für ihre Berichterstattung zu verwenden. Unter http://www.media-porta-mediathek.de in der Rubrik Beiträge können sich Pressevertreter anmelden und den kostenfreien Video-Inhalt downloaden.

Die Nominierten vorab erleben

Literaturfans können die Nominierten schon im Vorfeld deutschlandweit erleben. Die Autoren der Kategorie Belletristik sind schließlich am 2. März im Literaturhaus Hamburg zu erleben. Die Veranstaltungen werden vom NDR beziehungsweise SWR übertragen. Am 8. März sind die Nominierten in der Kategorie Übersetzung im Literarischen Colloquium Berlin zu sehen. Die Nominierten in der Kategorie Sachbuch/Essayistik werden am 12. März in der Volksbühne Berlin vorgestellt.

Wer diese Termine nicht wahrnehmen kann, hat am ersten Messetag die Gelegenheit, den Autoren und Übersetzern zu lauschen. Von 11 bis 12 Uhr präsentieren sich die Belletristik-Nominierten im Forum Literatur (Halle 4, F100). Direkt im Anschluss stellen sich dort die Autoren der Kategorie Sachbuch/Essayistik vor. Ab 13 Uhr sind die Übersetzer-Nominierten im Forum International im Übersetzerzentrum (Halle 4, Stand C500) zu hören. Präsentiert werden die Autoren von jeweils zwei Juroren.

Über den Preis der Leipziger Buchmesse
Der mit 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse wird in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben und ehrt herausragende Neuerscheinungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Die Preisverleihung findet am ersten Messetag, 23. März, in der Glashalle der Leipziger Messe statt. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin (LCB) – Medienpartner das Magazin buchjournal, Cicero und Deutschlandradio Kultur.

Text: Leipziger Buchmesse/Julia Wick
Pressereferentin
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Dresdner Reden 2017: Lukas Bärfuss – Am Ende der Sprache

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Es ist jedes Jahr spannend, wer bei den „Dresdner Reden“ ans Pult tritt. Seit ihrem Start im Jahr 1992 bis heute ist die Anziehungskraft beim Publikum ungebrochen, das Schauspielhaus an den vier Sonntagen Ende Januar und Februar meist ausverkauft. Dazu lädt das Staatsschauspiel Dresden in Kooperation mit der Sächsischen Zeitung jedes Jahr Persönlichkeiten aus Kunst, Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft ein, um mit den Zuschauern über welthaltige Themen nachzudenken.

Ein Blick auf die beeindruckend reichhaltige Rednerliste zeigt aber auch, dass in den Anfangsjahren deutlich mehr und charismatische Politiker bei den „Dresdner Reden“ sprachen wie Egon Bahr (gleich zweimal 1992 und 2002), Willy Brandt, Hans-Dietrich Genscher, Heiner Geißler, Wolfgang Thierse, Joschka Fischer bis Kurt Biedenkopf und viele andere. In den letzten Jahren und auch diesmal überwiegen die Schriftsteller, Publizisten und Soziologen. Zufall oder Ausdruck der politischen Sprachstörungen derzeit hierzulande? Ohnehin sind in letzter Zeit Orte des offen-unaufgeregten Mitdenkens und Zuhörens rar geworden.

In diesem Jahr traten bereits der Schriftsteller Ilija Trojanow und Lukas Bärfuss (Schweizer Essayist und Dramatiker) ans Pult. Nun folgt die israelische, in Marokko geborene Autorin und Soziologin Eva Illouz – zuletzt sorgte ihr Buch „Warum Liebe wehtut“, 2011 bei Suhrkamp erschienen, für Aufsehen – mit ihrer Rede: zu „Sexual Freedom and Social Uncertainty – sexuelle Freiheit und soziale Verunsicherung“ am 12. Februar im Schauspielhaus. Nach ihr spricht dort als letzter Redner der Politiker Matthias Platzeck, Vorsitzender des Deutsch-Russischen Forums und  früherer Ministerpräsident Brandenburgs, zum Thema: „Brauchen Europa und Russland einander wirklich?“ (19. Februar, 11 Uhr).

Den Anfang bei den „Dresdner Reden“ 2017 machte der in Sofia geborene deutsche Schriftsteller Ilija Trojanow (sein Stück „Der Weltensammler“ wurde 2016 am Staatsschauspiel Dresden uraufgeführt) mit seiner Rede „Nach der Flucht – Gedanken über das restliche Leben“ (29.1.). Er sprach darüber, wie die Flucht aus der Heimat das Leben für immer verändert. Sie wirkt fort, unabhängig von individuellen Prägungen und davon, ob man sich integriert, , assimiliert oder außen vor bleibt, so Trojanow.

Lukas Bärfuss (seine Stücke „Der Bus – Das Zeug einer Heiligen“ und „20 000 Seiten“ über Vergessen und Erinnern waren auch im Dresdner Schauspielhaus und im Kleinen Haus zu sehen) setzte sich am vergangenen Sonntag in seiner anekdotenreichen, mit viel Ironie gewürzten und mit reichlich Beifall bedachten Rede „Am Ende der Sprache“ mit derzeitigen Kommunikationsverunsicherungen, die auch sprachliche Unklarheit hervorbringen, auseinander. Er fragte sich, was derzeit geschieht in Dresden und Sachsen, dass ihn Freunde warnten vor seiner Reise nach Dresden, da es dort „gefährlich“ sei, Fremde angegriffen und angepöbelt würden. Tatsächlich fühle er sich auch als ein Mensch aus Sachsen und besorgter Bürger, so Bärfuss, auch wenn er in den Schweizer Bergen aufwuchs und Schweizer Dialekt spreche. Er sei eingebürgert durch seine weitläufigen Streifzüge und Wanderungen u.a. durch die Oberlausitz und Heimat der Sorben, seit seinem zwölften Lebensjahr war er hier unterwegs und der literarische Held seiner Jugendjahre hieß „Krabat“ aus dem Roman von Otfried Preuß. Einer, der überall zuhause ist und ein Herumtreiber wie Bärfuss. Aus Büchern wie diesem lernte er Zaubern, List und Umgang mit den Armen dieser Welt. Kurz nach dem Mauerfall reiste er mit drei Freunden im Auto mit Schweizer Kennzeichen durch den Osten Deutschlands, misstrauisch beäugt von den Leuten von Zwickau bis Hoyerswerda, Dresden  und Prag. Er wurde 26 Jahre nach Kriegsende geboren und sah in Dresden noch den Trümmerhaufen der Frauenkirche. In seiner Rede dachte Bärfuss nach über Sinn und Wirksamkeit von Sprache, ihren Ge- und Missbrauch in Politik und Gellschaft, über ad absurdum geführte Befehle durch den „Braven Soldat Schwejk“ von Hasek, der alles versteht, aber nie so wie es gemeint ist. Es gibt magische Worte, die „fürchterlich mächtig“ wirken können bis zum Stumm und Gelähmt sein am Ende der Sprache, wenn die Gewalt, Hass und Kälte beginnen. „Zurzeit gibt es wieder viele Zauberkünstler, die nicht wollen, dass wir denken und sprechen, alles nur Worte, Worte, Worte…“, sagte Bärfuss.

„Zauberworte treffen immer eine Gemütslage, Ressentiments. Das Gefühl des Zukurzkommens, Beleidigt seins, das jemand sein Wort nicht gehalten hat…“ Der Zustand einer Gesellschaft lässt sich auch am Reichtum, der Vielfalt oder dem Verfall und der Verarmung der Sprache ablesen. Zuerst gibt es eine Verödung, Verwirrung und Vereinfachung der Sprache, zitierte Bärfuss Victor Klemperer. Dresden sei ein Ort auch des Schmerzes und der Reduktion, an dem das Gewesene und Verschwundene bis heute nachwirke. Mit den Demos und dem gewaltbereiten Polizeiaufgebot 1989 schien wieder das Ende der Sprache erreicht. „Doch hier entschied man sich gegen die Parolen, die Schlagstöcke verstummten und die Sprache begann. Und die andere Möglichkeit für die Sprache, die freie Rede“, so Bärfuss. Diese brauche Räume, Menschen die sie ermöglichen und Mut. Sowohl in Dresden als auch der Schweiz und anderen Ländern Europa seien aber auch Engstirnigkeit, Geschichtsvergessenheit und Rechtspopulisten wieder verbreitet. „Im Unterschied zu hier ziehen sie nicht krakeelend durch die Straßen. Das ist auch nicht nötig. Bei uns sitzen sie in der Regierung!“, so Bärfuss.

Als Dichter sucht er nicht nach Kompromiss und Konsens, sondern nach der Wahrheit: „Ich weiß, es gibt sie. Ohne Wahrheit gibt es keine Menschlichkeit. Zaubersprüche enthalten keine Wahrheit. Sie sind das Ende der Sprache.“ Lukas Bärfuss träumt von einem Zustand, bei dem „keine Lücke bleibt, Gesagtes und Gemeintes, Worte und Sache zusammenfallen, auch eine Erlösung und ein Ende der Doppeldeutigkeiten und Angst im Herzen des anderen stattfinden. Dort wo ein Kuss beginnt am anderen Ende der Sprache.“ Und die Sprache der Zärtlichkeit die Menschen verbindet.

 

 

Radfahrer leben gefährlich in Dresden – Chronik eines vermeidbaren tödlichen Unfalls in der Neustadt

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Eine Distel für: Reinhard Koettnitz, Amtsleiter des Straßen- und Tiefbauamtes der Stadt Dresden

Tödlicher Radunfall in der Dresdner Neustadt

Vor einem Jahr am 8. Februar verunglückte eine junge Radfahrerin an der Fahrbahnverengung Bautznerstraße/Kreuzung Rothenburgerstraße. Gegen den Unfall verursachenden Kraftfahrer eines Betonmisch-Lasters erging am 24. August 2016 ein Strafbefehl des Amtsgerichts Dresden. Da gegen diesen Widerspruch eingelegt wurde, kommt das schreckliche Geschehen nun in eine öffentliche Gerichtsverhandlung, voraussichtlich im Mai 2017. 

Es musste erst ein Mensch sterben, um die Verantwortlichen der Stadtverwaltung zur Entschärfung einer längst erkannten außerordentlichen Gefahrenstelle zu bringen, an der sich Radfahrer lebensgefährlich in den Autoverkehr auf einer verengten Fahrspur zwängen mussten. Und auch dann noch brauchte es acht Monate nach dem Todesfall, bis zur Ankündigung der Bauarbeiten, die erst im Oktober 2016 begannen.

Ein Paar legt einen Blumenstrauß nieder, an der Stelle, wo bis Baubeginn ein weißes Fahrrad an den Unfalltod der Radfahrerin mahnte. „Es ist heute der Geburtstag unserer Tochter, die wir durch das schreckliche Geschehen verloren“ sagen sie dem Beobachter. Am 8. Februar 2016 war die Sechsundzwanzigjährige von einem Betonmischer abgedrängt und überrollt worden. Schwer verletzt erlag sie im Krankenhaus ihren Verletzungen. 

Die Gefahrenstelle

Radfahrer, die von der ausgebauten Bautzner Straße stadtwärts auf einer eigenen Radfahrspur kommen, wurden in die Kreuzung mit der Rothenburger Straße ohne Rad-Markierungen entlassen. Lediglich eine Randlinie, die breite weiße unterbrochene Bodenmarkierung, zwang alle Verkehre in die auf 3,05 Meter Breite verengte Fahrspur der Bautzner Straße – Bundesstraße 6. Dort müssen Radfahrer sich in den laufenden Verkehr der PKW und Laster einordnen. Ein Ausweichen über den Gehweg in die Parallelstraße ‚Kleine Bautzner‘ war (vor Entschärfung der Gefahrenstelle) durch einen umlaufenden und sturzgefährdenden 12 Zentimeter hohen Bordstein unmöglich. Kraftfahrzeugen ist das Ausweichen nach links durch Sperrstreifen auf den Straßenbahngleisen verwehrt.

Warnung vor extremer Gefahr

Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, Ortsgruppe Dresden) hatte bereits während der Planung und Erneuerung des östlichen Kreuzungsbereiches vor dieser Verkehrsführung im noch unsanierten Abschnitt der Bautzner Straße gewarnt. Nach Fertigstellung der Ausbaumaßnahme im Jahr 2013 und wieder rollendem Verkehr über die Kreuzung wurde die Gefahrenstelle für den Radverkehr überdeutlich manifest.

Indolenz der Verantwortlichen

Von „höllisch gefährlichen“ Situationen beim Einfädeln als Radler wurde dem ADFC berichtet, auch der Stadt. Nach persönlichem Vorsprechen und schriftlichen Eingaben kam es zu einer Ortsbegehung (28.4.2014) von Aktiven des ADFC mit dem Amtsleiter Straßen- und Tiefbauamt der Stadt Reinhard Koettnitz.
Dieser erkannte die Problemstelle, verwies aber darauf, dass bauliche Änderungen erst bei einer späteren Erneuerung des Abschnittes Bautzner- bis Glacisstraße möglich würden. Die Forderung nach einer sofortigen Abhilfe insbesondere mittels einer provisorischen Notmaßnahme durch Absenkung des Bordsteins, um Radfahrer direkt  in die ‚Kleine Bautzner’ einfahren zu lassen, nahm er ohne Entscheidung entgegen. Bei dieser Positionierung blieb die Stadt, auch in der Antwort des damaligen ressortverantwortlichen Baubürgermeisters, Jörn Marx. Der schlug die eindringliche Forderung des ADFC nach einer alsbaldigen Beseitigung der Gefahrenstelle ab – auch die einfache und vorläufige Maßnahme der Bordabsenkung und Markierung einer Furt. Der Bürgermeister verstieg sich im Schreiben sogar zu der Aussage „In meinem Geschäftsbereich sind dazu bisher noch keine Hinweise eingegangen“ – schlicht eine Lüge.

Entschärfung zu spät

Vom 18. Februar 2015 des Antwortschreibens der Stadt zählte die Stundenuhr dann noch 355 Tage bis zum Unfalltod der Radfahrerin. Für die Verunglückte 240 Tage zu spät begannen die Bauarbeiten für eine dann doch noch eilig vorgezogene Entschärfung der Gefahrenstelle für Radler in der Kreuzung Bautzner-Rothenburger Straße. Nach knapp dreiwöchiger Bauarbeit an der Todesecke können Radfahrer nun direkt in die Nebenfahrbahn, die „Kleine Bautzner“, einfahren. Der Umbau kostet nur noch 60 – nach vorher verlauteten 150 Tausend Euro. Ein niedriger Wertmaßstab des Systems für ein Menschenleben.

Verweigerungshaltung

Die Auflistung des ADFC-Dresden mit  Hinweisen auf die Gefahrenstelle für Radfahrer – die zu einer tödlichen wurde – der Warnungen, Forderungen nach Entschärfung, abschlägigen Antworten der Ämter, spreizt sich zu einer beängstigenden „Chronik des Behördenversagens“. Schade für die Bürger der Stadt.

Text + Fotos: Peter Bäumler

http://www.baeumler-agentur.de

 

Lügenmuseum entpuppt sich als wahres DDR-Museum in Radebeul

Die kleinen Mülldetektive entdecken das Lügenmuseum. Vorstellung der kleinen Sonderschau „Der Wegwerfgesellschaft auf der Spur“ mit Kunstobjekten aus Recyclingmaterialien am 03. Juni 2016 im Lügenmuseum Radebeul. Die Kinder der städtischen Kindertagesstätte „Buddelflink“ in Dresden-Pieschen beteiligen sich an der deutschlandweiten Aktion zur Müllvermeidung und zeigen vom 3. bis 12. Juni 2016 ihre Kunstobjekte im Lügenmuseum Radebeul. Foto: André Wirsig

Die kleinen Mülldetektive entdecken das Lügenmuseum. Vorstellung der kleinen Sonderschau „Der Wegwerfgesellschaft auf der Spur“ mit Kunstobjekten aus Recyclingmaterialien am 03. Juni 2016 im Lügenmuseum Radebeul. Die Kinder der städtischen Kindertagesstätte „Buddelflink“ in Dresden-Pieschen beteiligen sich an der deutschlandweiten Aktion zur Müllvermeidung und zeigen vom 3. bis 12. Juni 2016 ihre Kunstobjekte im Lügenmuseum Radebeul.
Foto: André Wirsig

In den Winterferien – vom 13. bis 24. Februar – hat das Lügenmuseum täglich geöffnet.

Nach der Schließung des DDR Museums in Radebeul übernimmt das Lügenmuseum nun diese Rolle. Auch wenn das Lügenmuseum nicht in die Kategorie der Ostalgie gehört, können die Besucher authentische DDR Geschichte erleben: die Poesie des Untergrunds, die kostbaren Eigentümlichkeiten der ausgegrenzten Kunst, die unkonventionellen Ideen der ostdeutschen Subkultur. Sie verweisen auf die Hoffnungen und die Verzweiflungen stellvertretend ausgegrenzter Jugendlicher, auf die Macht der Phantasie im Angesicht der Zensur.

Nach einer Einführung und einem Lügentee beginnt der Rundgang durch die zehn Räume. Der Raum „Atelier eines Dissidenten“ zeigt die Notstandskreativität der Mangelwirtschaft, der Raum „Vittoriale der Ostdeutschen“ die produktive Verwirrung einer sinnverweigernden Kunstproduktion, der Raum „Grüße von Überall“ das Unbehagen vor und nach dem Mauerfall und der Raum „Seit bereit“ ausjurierte Kunstwerke, Manifeste und Pamphlete. Dank einer Förderung der Stiftung Aufarbeitung wird dieses Jahres eine neue Rauminszenierung „Interieur Underground“ entwickelt. Der Raum wird Kunstwerke und Geschichten ausgegrenzter Künstler und der subkulturellen Szene in Ostdeutschland präsentieren.

Der poetische Lügner verweist mit dem „Wahren DDR Museum“, und dies gehört zu seiner Raffinesse, auf die Ursprünge der Poesie. Ob sinnlose Weihnachtsgeschenke oder Wahres DDR Museum, das meiste ist gar nicht irgendwie gemeint, will an gar nichts mehr erinnern, hat die Erinnerung an sich selbst fast aufgegeben und kreist als nutzloses Spielwerk lächelnd um sich selbst. Man kann spüren, wie die irrwitzigen Zusammenstöße im eigenen Kopf Funken schlagen.

Das Lügenmuseums ist das Chamäleon unter den Museen im Elbtal, ein unterhaltsames Ausflugsziel für die ganze Familie.

Im historischen Tanzsaal ist bis 1. April die Ausstellung WuKaMenta – 100 Jahre DaDa mit Arbeiten von 22 zeitgenössischen Künstlern zu sehen.

Text: Richard v. Gigantikow

Reinhard Zabka Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Strasse 39, 10445 Radebeul

Geöffnet: Sa & So, Ferien und Feiertagen 13-18 Uhr
www.luegenmuseum.de
info@luegenmuseum.de

Kontakt: 0176 – 99 02 56 52

 

Stadt – Rand – Fluss – Ausstellung im Stadtarchiv Dresden

Malerei, Zeichnungen und Installationen von Jan Kilian Böttcher ab 20. Februar im Stadtarchiv Dresden.

Am 20. Februar 2017, 19 Uhr wird die Kunstausstellung „Stadt – Rand – Fluss. Malerei, Zeichnung und Installationen“ von Jan Kilian Böttcher im Stadtarchiv Dresden auf der Elisabeth-Boer-Str. 1 eröffnet.

Die Ausstellung „Stadt – Rand – Fluss“ im Stadtarchiv Dresden präsentiert eine Auswahl von Zeichnungen der Dresdner Schaffensperiode, Jan Kilian Böttchers, vordergründig denen nach der Natur. Neben eigenständigen installativen Ölbildern und Aquarellen wird in vielen aneinandergereihten Zeichnungen das „gesamte“ Dresdner Elbufer begehbar, zwischen zwei sich gegenüberstehenden langen Bildreihen, als befände man sich in einem Boot auf der Elbe. Das Werk entstand, als der Künstler bemerkte, dass er Zeichnungen von großen Teilen des Elbufers angefertigt hatte und nur noch ein paar Lücken zu schließen waren. Die Einzelbilder stehen immer auch für sich und fallen daher unterschiedlich aus.

Die Orte in den Landschaftsbildern wirken so realistisch, wie unwirklich und zeugen von einer ansteckenden Selbstvergessenheit. Nähe, Distanz, Geborgenheit und Leere werden unmerklich zu einem Gebilde, dass gleichermaßen friedlich wie bedrohlich wirken kann. Ohne das es dem Betrachter auffällt, wird er Teil dieser Widersprüche. Parallel sind Kohlezeichnungen vom fantastischem Bildzyklus „Battlefield XYZ“ zu sehen, eine unerwartete Symbiose des Computerspiels mit jungen Männer und Karl May‘s Hund.

Jan Kilian Böttcher wurde 1983 in Berlin geboren, studierte von 2006 bis 2009 freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar, von 2009 bis 2013 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden Malerei und Grafik, wo er anschließend von 2013 bis 2016 Meisterschüler im Bereich dreidimensionales Gestalten bei Martin Honert war.
Jan Kilian Böttcher lebt und arbeitet in Berlin.
Der Eintritt ist frei.

Text: Stadtarchiv Dresden

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Mo/Mi: 9-16 Uhr, Die/Do: 9-18 Uhr, Freitag: 9-12 Uhr.Stadtarchiv Dresden
Elisabeth-Boer-Str. 1
01099 Dresden
www.dresden.de/stadtarchiv

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Kommende Veranstaltungen

16. März 2017, 18 Uhr
Vortragsreihe mit dem Frauenstadtarchiv Dresden
Thema:„Der Lebensweg religiöser Frauen nach der Einführung der Reformation“ (nach 1539 für Leipzig und Dresden)

27. März 2017, 18 Uhr
Buchpräsentation: „Dresdner Lebensbücher“

„Prinzessinnen“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

Zwischen Märchen und Realität: Tanztheater über Traumfrauen

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Sie residiert auf einem Matratzenberg, drapiert mit rosa Laken und träumt vom Märchenprinzen. Etwas piekst und drückt. Ruhelos wirft sie sich hin und her, reißt das Stroh aus der Füllung und findet eine Erbse, einen Wecker und eine Spieldose.

Die begleitet die Traumfrau aller Männer auf ihrem Weg, mit mal lieblich, süß-klebrigen, sanften, rockigen und verführerischen Klängen. Sie wechselt unentwegt Kleider, Perücken und Aussehen, ähnelt mal Sissi, mal Diana, der „Königin der Herzen“ und mal Madonna mit spitzem BH. Vom schönen Schein und Sein von „Prinzessinnen“ erzählt das gleichnamige Tanztheaterstück an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul (Regie: Manuel Schöbel). Die Tänzerin und Choreografin Wencke Kriemer de Matos und der Schauspieler Marco Bräutigam entführen die Zuschauer mit viel Witz, Poesie und Power auf eine Reise zwischen Märchen und Realität, bei der sie Frauen-Bilderrollen und Schönheitsideale samt ihren unvereinbaren Widersprüchen, bestehend aus gesellschaftlichen Vorgaben, Zwängen und eigenen Ansprüchen und Lebensvorstellungen aufs Korn nehmen.

Das Publikum wird dabei buchstäblich in Bewegung versetzt auf mehreren Spielebenen, beginnend in der Garderobe im Untergeschoss geht es per Fahrstuhl hoch ins Theaterfoyer, wo sich Männer, Frauen und auch ein paar kleine „Prinzessinnen“ gegenüber stehen bzw. sitzen und das Geschehen aus wechselnder Perspektive betrachten können. Da bleibt die Prinzessin am Treppenaufgang mit ihren spitzen Pumps prompt stecken auf dem Weg nach oben, werden mal lockend auf dem Laufsteg und mal knallhart, über den anderen hinweg steigende Matratzen-Kämpfe um Erfolg und Anerkennung ausgefochten. Protzt er mit bergeweise goldenen Schuhkartons, bis sie ihm diese nachwirft zum Stöhnhit  Je`taime, klappert er vor ihr mit dem Abfalleimer, überschüttet sie mit Geldscheinen und tanzen sie gemeinsam im Regen. Gegen Ende lässt die Spannung etwas nach, sitzt sie wie verloren umgeben von goldenen Kissen auf der Matratze, der Geschenke überdrüssig und er weiß offenbar nicht, womit er sie noch beglücken kann.

Die „Prinzessin“ zitiert einige kluge Sätze, die auf den im Theaterfoyer ausliegenden Zetteln stehen, wo die Zuschauer ihre Lieblingszitate anstreichen und dalassen können. Sie stammen von Künstlerinnen und Schriftstellerinnen, die sich äußern über weibliches Rollenverhalten, Sexualität und Körperkult und ausbrechen aus dem gesellschaftlich verordneten Wie-Frau-sein-soll-Korsett. Die sich fragen wie Ariadne von Schirach, wie der „bewirtschaftete Körper wieder zum bewohnten wird“ und „wie wegkommen von dem Glitzer und dem Plastik und dem unendlichen Spaß?“ Die Tür fällt laut ins Schloss. In eine weiße Decke gehüllt, geht die Prinzessin und wirft noch etwas unschlüssig einen Blick durchs Fenster zu ihm. Wie denn nun eine echte Prinzessin ist, darf jeder für sich beantworten. Herzlicher Beifall vom Publikum.

Nächste Vorstellung: 26.2., 19 Uhr.

Der Phantast – ein Stück über das Leben von Karl May im Schauspielhaus Dresden

 
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Fotos: Staatsschauspiel Dresden

Karl May als visionärer Weltreisender

Er war Träumer, Abenteurer und Utopist. Geliebt von den Fans seiner wild-romantischen Geschichten, in denen Gut und Böse noch klar getrennt sind und immer die Edelmütigen siegen. Geschmäht von seinen Kritikern als notorischer Lügner und Hochstapler. Das Stück „Der Phantast – Leben und Sterben des Dr. Karl May“ von Jan Dvorák holt die schillernde Figurenwelt seiner Romane, verwoben mit seiner eigenen Lebensgeschichte, Ideen und Visionen eines friedlichen Miteinanders der Kulturen voller Situations- und Tragikomik, spannend, kurzweilig und hoch aktuell auf die Bühne im Schauspielhaus Dresden (Idee und Regie: Philipp Stölzl, der auch Drehbuchautor der drei neuen Winnetou-Verfilmungen ist, die unlängst im Fernsehen liefen).

Die Guckkastenbühne mit Wohn- und Schreibzimmer mit ausgestopftem Löwen, Silberbüchsen und orientalischen Teppichen ist originalgetreu der Villa Shatterhand in Radebeul nachempfunden, die zum Karl-May-Museum gehört. Mit viel Idealismus und Selbstironie als gedanklicher Weltreisender in Pantoffeln, der unzählige Abenteuer mit seinen Bücherhelden durchlebt und -leidet, vor gemalten Kulissen ferner Länder und Landschaften für den Fotografen posiert und bald selbst nicht mehr zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden kann, spielt Götz Schubert in der Rolle des Karl May (im Februar wäre sein 175. Geburtstag) alle Höhen und Tiefen dieses beeindruckenden Schriftstellerlebens.

Er bereist als Kara Ben Nemsi im weißen Gewand den Orient hoch zu Ross, das sein treuer, Turban tragender Begleiter Hadschi Halef Omar (Alexander Angeletta) an einem Seil vorwärts zieht auf der Bühne und durchstreift als Old Shatterhand Prärie und Sümpfe im Indianerland. Er kämpft mit Bösewichten, die Pickelhauben tragen (die Geschichten entstanden im Wilhelminischen Deutschland) und entlarvt mit seinem imaginären Blutsbruder, dem Apachenhäuptling Winnetou (zunächst adrett in Anzug und Zylinder über dem langen Haar mit Feder schön naiv-komisch: Ahmad Mesgarha) Heuchelei, Heimattümelei mancher seiner deutschen Landsleute, denen Karl May sich als weltoffener Phantast entgegenstellt. Den seine erste, bieder-häusliche Frau Emma (Nele Rosetz) wegen seiner wilden Flunkereien für verrückt hält und schon selbst dem Wahnsinn nahe, lieber mal wieder zum Amselsee nach Rathen mit ihm fahren will, als von den immer neuen, fremdländischen Reiseabenteuern in seinem Kopf zu hören. Der hartnäckig-besessen glaubt: „Die Wirklichkeit hält sich an meine Bücher!“

Der vom Erfolgsautor zum Verfolgten und als „Volksverräter“ bezichtigt wird von seinen Kritikern, die ihn in seinen Albträumen ins Kreuzverhör nehmen und später zu zehn Jahre dauernden Gerichtsprozessen führen nahe am Ruin, woraufhin Karl May seine wahre Geschichte erzählt, die von bitterer Armut, kleinen Diebstählen in jungen Jahren und großen Träumen von einer gerechten, besseren Welt handelt, die aber keiner seiner Ankläger hören will. Am Ende seiner Lebensreise begleitet Winnetou mit dunkel-archaischem Gesang und weit schwingenden Armen den sterbenden Karl May, der immer an seine Romanhelden glaubte. Die mit seinem Werk lebendig bleiben. Herzlicher Beifall.

Nächste Vorstellung: 18.2., 19.30 Uhr

 

Tief & Hoch – Druckgrafik von 18 Künstlern im Neustädter Barockviertel

Sonderausstellung mit aktueller Dresdner Druckkunst in der Galerie Sybille Nütt und im Hans Körnig Museum vom 3. Februar bis 23. April.

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Tanja Pohl: Kontemplation,          Georg Sadowicz: Der Lenz, Hochdruck/
Tiefdruck auf Bütten                                                                    Holzschnitt

Gleich zwei Adressen im Kunstquartier Neustädter Barockviertel laden zu einer sehenswerten Ausstellung ein. In ihrer gemeinsamen Sonderausstellung zeigen die Galerie Sybille Nütt und das Hans Körnig Museum Tief- und Hochdruckarbeiten von zeitgenössischen Dresdner Künstlern. Präsentiert werden 18 spannende, von Oliver Kratz kuratierte Positionen, die aufzeigen, wie Künstler heute die klassischen Jahrhunderte alten Drucktechniken anwenden, weiterentwickeln und teils völlig neu erfinden. So werden Radierungen, Linol- und Holzschnitte sowie Stempeldrucke zu sehen sein.

Die grafische Druckkunst hat in Dresden seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine beeindruckende Tradition – erinnert sei an die berühmten Mappenwerke der Brücke-Künstler, an den Radierzyklus „Der Krieg“ von Otto Dix, an die herausragende Farbholzdruckreihe „Van Zantens glückliche Zeit“ von Otto Lange, an die Holzschnitte Wilhelm Rudolfs oder die Aquatintaradierungen Hans Körnigs. Galeristin Sybille Nütt: „Die große Tradition der Dresdner Druckkunst erfährt wunderbarerweise bis heute ihre Fortsetzung und Weiterentwicklung. Denn die zeitgenössischen Künstler unserer Stadt greifen nicht nur die alten Techniken mit großer Experimentierfreude auf, sondern sie entwickeln auch neue Druckverfahren.“

Die kommende Ausstellung zeigt aktuelle Werke von Jan Brokof, Brian Curling, Kerstin Franke-Gneuß, Udo Haufe, Konrad Henker, Andreas Hildebrandt, Andreas Kempe, Jan Kromke, Hanif Lehmann, Tanja Pohl, Georg Sadowicz, Alexandra Schewski, Detlef Schweiger, Tobias Stengel, Katrin Süss, Tina Wohlfahrt und Silvio Zesch. Ebenfalls werden Bücher des Salz-Verlages gezeigt.

„In den lichten und hohen Räumlichkeiten der Galerie Sybille Nütt wird den farbigen Drucken Raum gegeben.“ verrät die Leiterin des Hans Körnig Museums, Maria Bertelsmeier, einen Teil des Ausstellungskonzeptes. „In den Museumsräumen hingegen werden die Tiefen und Grenzen von schwarz und weiß ausgelotet, indem wir die zeitgenössischen Arbeiten in den direkten Dialog mit den meisterhaften Aquatintaradierungen Hans Körnigs (1905-1989) stellen.“

Beide Ausstellungsmacherinnen verbindet neben der räumlichen Nähe (ca. 100 m) ihrer Häuser im Neustädter Barockviertel die Freude an zeitgenössischer Dresdner Kunst. Dieser hat sich die Galerie Sybille Nütt ohnehin verschrieben. Alle fünf Jahre schlägt sie jedoch den Bogen ins 20. Jahrhundert und präsentiert eine großangelegte thematische Ausstellung (2007: ICH – Selbstbildnisse Dresdner Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts / 2012: WERTEWANDEL – von Schönheit, Schicksal, Poesie und Witz unnützer Dinge).

Das Hans Körnig Museum steht hingegen zunächst für eine prägende Dresdner Künstlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts, Leiterin Maria Bertelsmeier präsentiert dazu in ihrer Ausstellungsreihe „HANS KÖRNIG X …“ immer wieder ausgewählte zeitgenössische junge Dresdner Künstler und Künstlerinnen (u. a. Lisa Pahlke, Karin Armbruster, Robert Vanis).

Öffnungszeiten:

Vernissage: 03.02.2017, Beginn 19.00 Uhr im Hans Körnig Museum und ab 20:30 Uhr in der Galerie Sybille Nütt

Hans Körnig Museum (Wallgäßchen 2): Do. bis Mo. 11-18 Uhr

Galerie Sybille Nütt (Obergraben 10): Di. bis Fr. 12-19 Uhr, Sa. 12-16 Uhr

Ende: 23.04.2017

Führungen:

Führungen mit dem Kurator der Ausstellung, Oliver Kratz: 4. und 5.02. sowie 22. und 23. April 2017, jeweils um 14 Uhr, Treffpunkt Galerie Sybille Nütt, Anmeldung erwünscht

Text: Tobias Blaurock

www.galerie-sybille-nuett.de

http://www.hans-koernig-museum.de