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Kategorien-Archiv: Theater

Kleine Spielstätten kämpfen um`s Überleben in der Corona-Krise

23 Donnerstag Apr 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Theater

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Märchenzauber: „Aladin und die Wunderlampe“


Spaß & Fantasie für kleine und große Zuschauer: Puppenspielerin Hella Müller & „Das tapfere Schneiderlein“ im mai hof puppentheater. Fotos: privat

Gutscheine, Humor und Fantasie
helfen zu überleben

Seit reichlich vier Wochen sind nun Theater und andere Kultureinrichtungen wegen der Corona-Krise geschlossen. Keine Besucher, keine Einnahmen. Davon betroffen sind auch das „mai hof Puppentheater“ in Dresden-Weissig, Hoppes Hoftheater ebenfalls in Weissig und der Dresdner Friedrichstatt palast (ehemals Kabraett-Theater Breschke & Schuch) am Wettiner Platz in Dresden.

Vor allem kleine, private Spielstätten kämpfen deswegen derzeit um`s Überleben. Wann sie wieder öffnen können, ist zurzeit völlig offen.
Das „mai hof puppentheater“ in Dresden-Weißig ist vorläufig bis zum 2. Mai geschlossen. “Glücklicherweise bin ich schon in Rente und kann die laufenden Kosten tragen“, sagt die Puppenspielerin Hella Müller. Seit 50 Jahren ist die
Bühne ihre Welt. „Wir sind guten Mutes und haben ein Publikum, das uns schon lange begleitet.“ Kleine und große Zuschauer, die schon als Kinder da waren und ihre Enkel mitbringen, lassen sich gern von der fantasievollen Figurenschar verzaubern.

„Die Liebe zum Theater wird bei uns geweckt. Wenn es in die Seele geht, erreiche ich die Kinder. Wenn ein Pfeifkessel der General ist, das begreifen sie sofort“, erzählt die Puppenkünstlerin. Die besondere Verbindung aus Puppen- und Spielzeugmuseum und Theater sorge ebenfalls für ein bleibendes Erlebnis bei den Besuchern. Mit all den wundervollen Sachen lebt Hella Müller zusammen mit ihrem Mann in einem alten Bauernhaus seit 31 Jahren. Seit 23 Jahren besteht ihr Puppentheater. Im Moment ist sie viel im Garten am Haus und bereitet Neues vor. Darunter eine Inszenierung, bei der Märchen aus aller Welt im Spiel aus dem Mantel mit kleinen Figuren zu erleben sind. Hella Müller hofft, dass die Spiel-Beschränkungen bald gelockert werden. Zum Tag der ,Offenen Gartenpforte` im Juni würde sie das Puppentheater gern öffnen. Dann will sie auch eine neue Ausstellung ihrer Bilder, diesmal Katzen und Pflanzen, zeigen. „Man könnte eine Sitzreihe weniger hinstellen und mehr Abstand zwischen den Plätzen halten.“ Der Spielort habe ohnehin maximal 50 Plätze.

„Wenn Schülergruppen in diese andere Welt ins Theater kommen, werden vorher aufgedrehte Kinder ganz ruhig, aufnahmefähig und lassen sich auf Gespräche ein“, erzählt Hella Müller. Nach der Vorstellung können sie im Garten umher streifen und Kräuter naschen. Hella Müller nimmt die Situation von der positiven Seite. Da sie nicht mehr außerhalb des „mai hof puppentheaters“ auftritt und weniger spielt als früher, bleibt mehr Zeit, um sich der Ausstattung zu widmen und wieder selbst Puppen zu schnitzen auch aus Kostengründen. „So mache ich das Puppenspiel noch mehr zu meinem eigenen. Vielleicht bin ich auch etwas Kind geblieben“, sagt Hella Müller schmunzelnd.


Hoppes Hoftheater in Weißig: Dirk Neumann (61, der künstlerische Leiter) und Josephine Hoppe (56) proben für das 25. jährige Jubiläum im August, inmitten von Gegenständen aus dieser Zeit. © Foto : Holm Helis

Eigentlich wollte Hoppes Hoftheater, einige Meter weiter in Weißig gelegen, in der Woche nach Ostern wieder starten. Doch das Veranstaltungsverbot wegen Corona hält weiter an. Von den Einnahmeausfällen ist das Ensemble, bestehend aus 15 freien Schauspielern und einigen Musikern betroffen. „Wir versuchen ihnen zu helfen, beim Formulare ausfüllen für Soforthilfen“, sagt Dirk Neumann, künstlerischer Leiter in Hoppes Hoftheater. Dieses zehre zurzeit noch von den Wintervorräten. Außerdem wurden ein Förderantrag ans Kulturamt der Stadt gestellt, um die Zeit bis zur Wiederöffnung zu überbrücken und beim Land Sachsen ein Zuschuss für den Theaterbetrieb beantragt. Sorge bereitet den Theaterleuten überdies eine anonyme Anzeige ans Bauaufsichtsamt wegen Lärmbelästigung, weshalb das diesjährige Sommer-Freilufttheater des Hoftheaters gefährdet ist. „Wir kämpfen noch um die Genehmigung“, so Neumann.

Außerdem werden zwei neue Inszenierungen vorbereitet: „Die Tür nebenan“ von Fabrice Roger Lacan, eine Tragikomödie, die wahres und virtuelles Leben nebeneinander stellt, soll Mitte Mai Premiere haben. Regie führt Philipp Otto. Kathleen Gaube und Dirk Neumann spielen in dem Zwei-Personen-Stück. Im Juni soll der Monolog „Mathematik der Liebe“ von Esther Vilar im Hoftheater auf die Bühne kommen, wofür Ellen Schaller mit ihrem Mann, dem Regisseur Gerald Gluth im Home Office probt.

Unterstützen kann man Hoppes Hoftheater mit dem Kauf von Theatergutscheinen oder indem man auf Rückerstattung bereits gekaufter Karten verzichtet. Es gingen auch schon einige Spenden von langjährigen Theaterbesuchern ein, so Neumann. “Es sind noch viele Dinge rückwirkend zu erledigen, neue Spielpläne aufzustellen, neue Stücke lesen, lesen, lesen und Verträge mit den Verlagen abzuschließen für die Zeit nach Corona“, zeigt sich Dirk Neumann optimistisch.

Der Vorhang bleibt vorerst auch zu im Dresdner Friedrichstatt Palast. Bis 4. Mai sind alle Veranstaltungen untersagt. „Wir leben ja von der verkauften Karte, also leben eigentlich nicht mehr“, sagt Thomas Schuch, Kabarettist und Geschäftsführer. Mit ihm sind sechs Mitarbeiter inklusive ein Lehrling von der Schließung der Spielstätte betroffen. „Wir haben Mittel bei der Stadt und der Sächsischen Aufbaubank beantragt und sind im Gespräch mit dem Vermieter, einer Immobiliengesellschaft, um einen Nachlass bei der Miete zu erreichen.“ Die angebotenen Darlehen sieht er mit Skepsis. „Wir haben schon die unangenehme Erfahrung gemacht, als wir während der Flut 2002 einen Kredit bei der SAB aufnahmen und Zinsen weit über den üblichen zurückzahlen mussten“, so Schuch. „In Krisenzeiten ist nicht die Zeit, um das Kleingedruckte in solchen Verträgen genau zu studieren, was einem anschließend auf die Füße fällt.“

Motto: „Lacht über das, was euch Angst macht.“

Auch hier helfen Theatergutscheine und Spenden. Um weiter präsent zu sein, werden ständig kleine Filme verschiedener Kabarettisten produziert, die auf der Homepage des Dresdner Friedrichstatt Palast und auf Youtube stehen. Darunter auch ein satirisches Video von Thomas Schuch zum Notvorrat hierzulande bevorzugt als Klopapier. Nicht nur im Umgang mit dem Corona-Virus beobachtet der Kabarettist mit Sorge, dass „viele Leute in den sozialen Medien nur ihre eine Wahrheit glauben und nicht davon abzubringen sind. Das spitzt sich immer mehr zu, die Gelassenheit und die Fähigkeit über sich selbst zu lachen gehen dabei verloren.“ Thomas Schuch hält sich lieber an einen Spruch des bekannten Comiczeichners Mordillo: „Humor ist die Zärtlichkeit der Angst.“ Sie wird dadurch bewältigt, indem man sich mit ihr auseinandersetzt und versucht davon zu befreien. So lautet Schuchs Motto erst recht in Krisenzeiten: “Lacht über das, was euch Angst macht.“ Nicht stattfinden kann vorerst auch der Endausscheid zum 7. Dresdner Satirepreis, bei dem am 25. April sechs Kabarettisten um die Gunst des Publikums streiten sollten. Auch das neue Programm: „Mieses Klima – Wetter prima“ mit Jörg Lehmann und Thomas Schuch, das am 20. April Premiere
gehabt hätte, kann vorerst nicht auf die Bühne im Dresdner Friedrichstatt Palast.

Text (lv)

Einbruch im Dresdner Friedrichstatt Palast

Zu allem Überfluss mussten die Künstler am Montag (20.4.) feststellen, dass ihr Theater nun noch Ziel eines Einbruches geworden ist. Der Schaden für das Haus muss noch ermittelt werden. „Für uns ist es ein weiterer Schlag, der die Existenz unserer kleinen Bühne gefährdet“, sagt Thomas Schuch, Kabarettist und Geschäftsführer des Dresdner Friedrichstatt Palastes. „Es ist aber vor allem so, dass die vermeintliche Nichtnutzung von Einrichtungen, Diebe und Einbrecher offensichtlich ermutigt auf Beutezug zu gehen, obwohl auch diesen schwer eingeschränkten Leuten eigentlich klar sein müsste, dass zur Zeit keine Einnahmen im Objekt vorhanden sein können.“

„Entwendet wurden in erster Linie kleine Geldbeträge, die noch im Hause waren, heute haben wir festgestellt, dass die Diebe uns ebenfalls unseren Briefmarkenvorrat (Post Modern) nebst Klebeanleitung (welche Briefmarke auf welchen Brief gehört) gestohlen haben. Was neben dem reinen Geldwert, natürlich wieder Mehrarbeit zwecks Neubeschaffung erfordert und die Absendung wichtiger Briefe verzögert“, so Schuch.

Jedenfalls möchten die Theaterleute die Veröffentlichung ihres Falles auch als Mahnung an alle verstehen, Vorsicht walten zu lassen und die Augen offen zu halten.

https://youtu.be/yHJOokD7A9Y

Kontakt zu den Spielstätten:

Dresdner FRIEDRICHSTATT PALAST gGmbH
Wettiner Platz 10 (Eingang Jahnstraße) 01067 Dresden
Telefon: (0351) 490 4009
Telefax: (0351) 490 4008

www.dresdner-friedrichstatt-palast.de

HOFTHEATER DRESDEN
Prinzipal Rolf Hoppe | in memoriam
Hauptstraße 35
01328 Dresden | OT Weißig

Telefon: 0351-250 6 150
Weihnachtsfeier-Telefon 0172 78 22 354
Email: service@hoftheater-dresden.de
Homepage: www.hoftheater-dresden.de
mai  hof  puppentheater
Hella Müller / Hartmut Maihöfer
Hauptstr. 46
01328 Dresden-Weißig
Tel.: 0351-26 900 72
Fax: 0351-21 799 71
www.puppentheater-dresden.de
E-Mail maihofpuppentheater@t-online.de


Fasziniert vom Figurenspiel & Katzen: Hella Müller in ihrem mai hof puppentheater. Foto: Frank Höhler


Wer zuletzt lacht… Kabarettist Thomas Schuch vom Dresdner Friedrichstatt Palast hält zurzeit die Stellung im Home Office. Foto: privat

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Humorzone Dresden: Comedy mit Rindsroulade mit Rainer König, Alf Mahlo & Ralf Herzog in Merlins Wunderland

09 Montag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Projekte, Theater

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„Merlins Spezial“ im Rahmen der „Humorzone“ – Comedy mit Magie und Menü mit Rainer König, Alf Mahlo, Ralf Herzog und Kerstin Straßburger. 

Diese Mimenshow findet laut Veranstalter am 15. März leider nicht statt aufgrund der derzeitigen Situation, Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus!

Das hat es seit Jahren nicht gegeben – Rainer König, Alf Mahlo und Ralf Herzog auf einer Bühne! Am 15. März sind die drei begnadeten Mimen im Rahmen der Humor-Zone in einem „Merlins Spezial“ im Restaurant-Theater Merlins Wunderland zu erleben. Für die Frauenquote sorgt die Dresdner Illusionistin Kerstin Straßburger. Ihre magischen Nummern hat sie übrigens nachhaltig-ökologisch konzipiert, denn hier wird keine Jungfrau mit dem Schwert zerteilt, sondern mit Pappbechern und rohen Eiern hantiert. Dabei sieht die Frau Straßburger auch noch gut aus! Überhaupt wird es Zeit, dass Frauen zaubern und die Männer die Requisiten reichen! Deshalb will sie die Herren Herzog, König und Mahlo auch als Assistenten für ihre Zauberei verpflichten.

Zu all dem Quatsch gibt es Soße samt Roulade als Highlight eines Drei-Gang-Menüs. Und das kann man sich zum Schluss nach der Musik eines DJ einfach wieder wegtanzen.

Text: Sabine Mutschke
Foto: Veranstalter

http://www.merlins-wunderland.de

Sonntag, 15. März 2020
Beginn 18 Uhr, Einlass ab 17.15 Uhr

Merlins Wunderland
Zschonergrundstraße 4
01157 Dresden

Tickets an allen VVK-Kassen sowie unter Tel. 03 51/ 421 99 99  Fax 4219977 

http://www.merlins-wunderland.de

3-Gang-Menü

Brotvariation vom Dresdner Backhaus, dazu frischer Topfen vom Markt mit Gartenkräutern, Paprika-Tomaten-Frischkäsecreme, Thunfisch-Chili-Dip, hausgemachtes Speckfett mit Apfel und Röstzwiebeln

***

Karotten-Kokos-Süppchen mit Chili & gerösteten Croutons & Blattspinat-Kartoffelcreme mit Schmand & sautierten Kirschtomaten

***

Gefüllte Rinderroulade wie bei Muttern, dazu feine Buttermöhren, klassischer Apfelrotkohl und Kartoffelklöße mit Semmelbutter

***

Süße Überraschung: Merlins Dessertvariation

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Premiere „Sternstunden“ in der Comödie Dresden

08 Sonntag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Theater

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Den Geheimnissen des Kosmos und der Liebe auf der Spur: die Kosmologin Estelle (Cosma Shiva Hagen, Bildmitte) und ihre Freundinnen erleben manch pikante Entdeckung in der Komödie „Sternstunden“. Fotos: Robert Jentzsch

Ein kosmisch komisches Vergnügen über
die Mysterien der Liebe

Die witzig-turbulente Beziehungskomödie „Sternstunden“ von Tristan Petitgirard feierte ihre deutschsprachige Erstaufführung am Freitagabend in der Comödie Dresden.

Die Kosmologin Estelle erforscht mit Leidenschaft die Geheimnisse des Kosmos. Doch ihre Freundinnen verhalten sich in letzter Zeit irgendwie komisch, seit dieser rätselhafte Fremde in ihrem Leben aufgetaucht ist. Von den unendlichen Mysterien des Weltalls und der Liebe erzählt „Sternstunden“ – eine himmlische Komödie von Tristan Petitgirard in der Übersetzung von Kim Langner. Die deutschsprachige Erstaufführung des französischen Boulevardtheater-Erfolges, der auch bald verfilmt wird, war am Freitagabend in der Comödie Dresden.

Goldglänzende Sterne schweben zum Greifen nah im Theaterfoyer. Doch die drei Frauen auf der Bühne tappen erst mal im Dunklen und fühlen sich wie in einem Fantasy-Drama. Die lebenslustige Garance, eine Fernsehproduzentin (Dominique Siassia) hat einen neuen Freund und will den anderen partout nicht verraten, wer ihre neue Flamme ist. Warum nicht?!, rätseln sie. Ist er prominent, hat er etwas zu verbergen oder ist es gar der Ehemann von Sophie? Je länger Garance schweigt, um so mehr stachelt sie die Neugier ihrer Freundinnen an, das Geheimnis um Mister Unbekannt zu lüften. Das führt zu allerhand pikanten Szenen, Überraschungen und Wendungen in dieser turbulent witzigen Beziehungskomödie, spannend in Szene gesetzt unter Regie von Thomas Heep.

Es geht um Liebe, Freundschaft, Treue, sexuelle Vorlieben, Jugendwahn, Älterwerden und zu sich stehen in amüsant doppeldeutigen Dialogen. Die drei Frauen und ein Mann spielen auf einer Drehbühne, die abwechselnd ein Schlafzimmer mit Bett und orangener Kuscheldecke zeigt und eine Wandtafel voller mathematischer Gleichungen. Daneben steht ein Schreibtisch, an dem sie ihr Berufs- und Privatleben organisieren, telefonieren und feiern. Die Musik mit Songs u.a. von Janis Joplin und die Mode entführen ins Paris der 70er Jahre. Die Kosmologin Estelle steht kurz vor einer bahnbrechenden Entdeckung über die Form des Universums (quirlig-energisch: Cosma Shiva Hagen). Hoch auf einer Leiter stehend, quasselt sie viel über die unendlichen Weiten des Kosmos, eine Vorliebe auch ihrer Mutter. Unverblümt direkt parliert sie und auch die rauchige Stimme hat sie von ihr geerbt.

Die Tochter von Sängerin Nina Hagen gibt in ihrem Debüt in der Comödie Dresden die cool-liebenswürdige und kratzbürstige Tochter, die nichts mehr von ihrem Vater wissen will und ihn seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hat. Ausgerechnet mit ihm, Jean-Philippe, Typ ergrauter Schürzenjäger (Stephan Schill) ist ihre beste Freundin jetzt zusammen, nachdem sie versuchte, Vater und Tochter zu versöhnen. Unfreiwillig wird Freundin Sophie, eine taffe Psychologin (Astrid Leberti) zur Mitwisserin und Komplizin im Verheimlichen der Affäre. Bis das Versteckspiel auffliegt, alle sich reinen Wein einschenken und die Sterne wieder funkeln sehen. Viel Beifall für einen kosmisch komischen und vergnüglichen Theaterabend.

Text (lv)

http://www.comoedie-dresden.de

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Ausstellung „Toi toi toi – Ein Blick hinter die Theaterkulissen“ von Birgit Köhler in den Landesbühnen Sachsen

07 Samstag Mär 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Theater

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Theaterleben in Bildern

Die Theatermalerin und Requisiteurin Birgit Köhler zeigt augenzwinkernd den Bühnenalltag. Eine Ausstellung mit ihren Zeichnungen und Linolschnitten eröffnet am 7. März, um 17 Uhr im Glashaus der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 

Birgit Köhler studierte Theatermalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, eröffnete 2004 ihr eigenes Atelier, gibt Kurse für Kinder und Erwachsene und veranstaltet jeden Sommer die „Sommermalreise“ auf dem Darß. Sie ist seit 2011 Requisiteurin an den Landesbühnen.

Bei mehr als 30 Theaterproduktionen war sie beteiligt und hat ihre Eindrücke in Zeichnungen und Linolschnitten festgehalten. Birgit Köhler ist seit ihrem Auftritt im Kinderchor 1985 bei „Hänsel und Gretel“ den Landesbühnen Sachsen verbunden. Sie studierte Theatermalerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, eröffnete 2004 ihr eigenes Atelier, gibt dort Kurse für Kinder und Erwachsene, und veranstaltet jeden Sommer die „Sommermalreise“ auf dem Darß.  Seit 2011 ist Birgit Köhler Requisiteurin an den Landesbühnen.

Als Requisiteurin ist Birgit Köhler verantwortlich für die Beschaffung und Herstellung von Requisiten (alle beweglichen Ausstattungsgegenstände auf der Bühne), also Kleingegenstände, Möbel, Einrichtungsgegenstände aller Art und besorgt. Sie kümmert sich um alles von der Büroklammer bis zum Maschinengewehr. Dabei bewältigt sie die unterschiedlichsten Aufgaben mit Geschick und Kreativität. Wenn man mit ihr über ihren Beruf spricht, merkt man ihr an, dass sie mit Leidenschaft dabei ist.

An mehr als 30 Theaterproduktionen war sie beteiligt und hat ihre Eindrücke in Zeichnungen und Linolschnitten festgehalten. Entstanden sind diese Bilder, weil es bei Premieren üblich ist, dass die Beteiligten sich untereinander beschenken und Glück wünschen. Einem alten Aberglauben folgend, der auf das 19. Jahrhundert zurückgeht, sagt man sich dabei „Toi, toi, toi“. Indem das Böse heraufbeschworen wird – „Toi“ steht für Teufel –, soll es gleichzeitig abgewendet werden, im Sinne von „Es möge gelingen!“. Diese Formel hat Birgit Köhler in allen ihren Bildern verwendet, manchmal auf kunstvolle und originelle Weise versteckt.

Die Bilder geben außerdem wieder, welchen Herausforderungen sie sich in den Theaterproduktionen stellt. Da ist zum Beispiel in der Operette „Eine Nacht in Venedig“ ein Topf voller Spaghetti gefragt. Für jede Vorstellung Nudeln kochen, ist für ein Reisetheater eine echte Herausforderung und zudem werden sie auf der Bühne kalt… kurzerhand wird ein Wollgeschäft aufgesucht, gefärbt und gebastelt, und fertig sind die kleinen „Nudelnester“.

So beschreibt es Birgit Köhler, und der Spaß, den die Beteiligten auf der Bühne hatten, spiegelte sich in den Reaktionen des Publikums, wie auch in der Zeichnung zur Premiere wieder.

Ihre Liebe zum Theater und ihrem Beruf lässt die dargestellten Szenen lebendig werden, und durch ihr großes handwerkliches Können und die besondere Fähigkeit, mit wenigen Strichen und einem Augenzwinkern eine Situation auf den Punkt zu bringen, machen ihre Kunstwerke zu etwas Besonderem.

Texte: Petra Grubitzsch/LB Sachsen

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

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BühnenBall: Eine Zeitreise in die Goldenen Zwanziger

07 Freitag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Musik, Theater

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Wiedersehen mit Charlie Chaplin, Claire Waldoff und den Comedian Harmonists

Glamour, Lebenslust, Avantgarde und Exotik kennzeichnen das Nachtleben der Goldenen Zwanziger. In diesem Sinne und unter diesem Motto laden die Landesbühnen Sachsen am 8. Februar 2020 zum 6. Bühnenball ein.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein glanzvolles Programm mit Mitgliedern des Tanz-, Schauspiel- und Musiktheaterensembles der Landesbühnen Sachsen und mit der Elbland Philharmonie Sachsen.

Danach  können sie das Theater mit all seinen Winkeln und Geheimnissen erkunden. In der Blue Galerie (Glashaus) werden die Gäste empfangen von Amadeus Boyde am Flügel  und vom Trio Filou. Das Duo Vibrationzz begleitet hier später die Tanzenden in die Nacht. Unterhaltung versprechen Claire Waldoff  (Sylke Guhr begleitet von Uwe Zimmermann) und die Comedian  Harmonists (gesungen von Michael König, Kay Frenzel, Benedikt Eder, Andreas Petzoldt, Edward Lee, Thomas Tuchscheerer-am Piano) im Berliner „Kabarett Größenwahn“ (Goldne Weintraube). Hier sind auch Sandra Maria Huimann, Tammy Girke  mit Thomas Gläser am Klavier  sowie Julia Rani und Johannes Krobbach mit Tobias Herzz-Hallbauer im Piratencabaret zu erleben. Und natürlich gibt es eine kleine spezielle Runde Theatersport mit Johannes Krobbach, Tine Josch, Tammy girke, Felix Lydike, Alexander Wulke, Michael Berndt-Canana und Moritz Gabriel.

Im Speakeasy „Blind Pig“ (Studiobühne),  erwartet die Besucher Jazzmusik der Prohibitionszeit, gespielt und gesungen  u.a. von Amadeus Boyde, Franziska Abram, Paul Pernewitz, Karl Bernewitz mit Damen und Herren des Chores, Franziska Kleeberg, Carlos Matos.

Eintauchen  kann man in  Klassiker des Stummfilms im „Café Kinopolis“. Im Hauptsaal spielt das Ballorchester SERENATA SAXONIA für  die Tanzbegeisterten Charleston, Foxtrott und Walzer.

Den Ball moderieren Holger Uwe Tews, Mu-Yi Chen und Norbert Kegel.

Wer dafür noch einmal seine Tanzkenntnisse auffrischen möchte, ist herzlich zu Tanz-Crash-Kursen im Ballettsaal mit Tanzstudio Linhart eingeladen.

Der Höhepunkt des Abends ist die Prämierung des besten Tanzpaares, der besten 20er Jahre Kostüme sowie ein Überraschungsgast um Mitternacht. Zur Vervollständigung des Ballkostüms bieten wir im Foyer diverse Accessoires zum Erwerb an.

Stargast Ahmad Mesgarha mit Pianistin Olga Nowikowa 0.00 Uhr

Auf einer Sekt- und Häppchenmeile finden die Ballgäste vielerlei „handliche“ Genüsse von Wein&Fein, La Terra Mia, Schloss Wackerbarth, Schwarzer Seele,  der Kaffeerösterei Müller, der Fleischerei Täubrich, die sie mit der „Ballwährung“ einlösen können.

Die Theaterleute der Landesbühnen erwarten gespannt ihre Gäste und freuen sich auf eine glamouröse Tanznacht.

Künstlerische Gesamtleitung: Jane Taubert, Ausstattung: Stefan Wiel

Beginn der Gala: 19 Uhr

Zutritt schon ab 18.00 Uhr, Beginn Gala 19 Uhr
Inkl. Begrüßungshäppchen und ein Glas Sekt

Ball-Ticket:

60,00 Euro –  inkl. Ballwährung im Wert von 20,00 Euro für Kulinarik
Zutritt ab 20:30 Uhr, Inkl. ein Glas Sekt

Flanier-Ticket:

30,00 Euro ohne Essen
Zutritt ab 22.00 Uhr,  Inkl. ein Glas Sekt

Karten jetzt im VVK unter www.landesbuehnen-sachsen.de
Tel. 0351/8954203 oder 0160/8820685, presse@landesbuehnen-sachsen.de Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; www.landesbuehnen-sachsen.de Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0 

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Premiere „Blauer als sonst“ an den Landesbühnen Sachsen

28 Dienstag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Ein Stück zum Verlieben

Vom ersten Kribbeln im Bauch bis zum Zusammensein erzählt witzig-berührend das Stück „Blauer als sonst“ für Zuschauer ab zwölf Jahren auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Eine abenteuerliche Kistenlandschaft erstreckt sich auf der Bühne. Sie bietet Platz zum Verstecken, Herumlümmeln, Bekritzeln und Festhalten. Anfangs sind rhythmische Schläge wie lautes Herzklopfen aus dem Kisteninneren zu hören. Von dort kommen nacheinander vier Menschen zum Vorschein, ein Junge mit Kopfhörern, ein Mädchen, eine Frau und ein Mann. Sie alle kennen dieses Gefühl, wenn es im Bauch kribbelt, man wie berauscht ist und der Himmel BLAUER ALS SONST. So heißt auch das Stück von Eva Rottmann für Zuschauer ab 12 Jahren, das vom schwebenden Gefühl des Verliebtseins, von erster Liebe mit allen Verrücktheiten, Unsicherheiten, Höhen und Tiefen erzählt (Regie: Esther Undisz, Ausstattung: Irina Steiner).

Mit aller Spannung, Aufregung, Geheimnissen und Überraschungen, wie sie Verliebte egal welchen Alters erleben, erzählt die Aufführung von gerade entflammten, aber auch von vergessenen und verlorenen Gefühlen, die wieder aufsteigen. Die Premiere von „Blauer als sonst“ war unlängst auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Da lernen sich der schüchterne Finn (Felix Lydike) und Jule, die hübsch und irgendwie anders als die anderen ist (eigensinnig: Theresa Winkler) näher kennen. Er ist gerade mit seinem Vater (lässig mit weichem Kern: Alexander Wulke) in eine andere Stadt gezogen und alles ist neu für ihn. Nach einem Vokabeltest treffen sich Finn und Jule im Stadtpark, essen Eis und… küssen sich, erst zaghaft, dann intensiv und er hebt übermütig die Arme. Ein Gefühl wie Fliegen. Der Vater reagiert nervös und fragt vorsichtig, ob sie schon… Und ist erleichtert, als der Sohn ihm antwortet, dass sie das alles in der Schule haben. Bei diesen wenigen, andeutungsreichen Worten in puncto sexuelle Aufklärung ist Schmunzeln im Zuschauerraum hörbar. Einige Mädchen lachen laut, als Finn gleich am Anfang cool und ungeniert direkt einen Rap von Bushido singt. Während sein Vater mit gefühlvoll-wehmütigen Songs von den Beatles u.a. auf der Ukulele das kribbelig herzergreifende Geschehen begleitet.

Schön die Szene, in der Finn und Jule sich in einem mit Kreide gezeichneten Kreis auf dem Boden gegenübersitzen und befragen, was ihnen am anderen gefällt. Und wie Jule überlegt, wann und wo das erste Mal passieren könnte. Witzig, wie Finns Vater für ihn Kondome kaufen will und verlegen herumdruckst und Frau Seidel, die Besitzerin des Stadtparkkiosks ihn herrlich cool-abgeklärt abblitzen lässt (Julia Vincze). Sie erzählt von ihrem ersten Schwarm, wie sie sich in Frank verliebte, der nichts von ihr wissen wollte. Wie sie abnahm, nicht mehr übersehen werden wollte und Frank sie eines Tages endlich nach einem Treffen fragte.

Da weiß Finn bald nicht mehr, ob Jule ihn wirklich will, weil sie seinen „kleinen Freund“ noch nicht mal sehen und anfassen will, als er hinter einer Kiste die Hosen runterlässt. Sein Mitschüler Adrian nervt ihn ständig, wann es denn soweit wäre und er solle sich nicht abwimmeln lassen. Und prahlt, was er mit einem Mädchen schon alles angeblich anstellte. Die Umzugskisten wirbeln auf der Bühne durcheinander wie die Gefühle der jugendlichen Darsteller. Bei der Kioskbesitzerin, wo er eine Flasche Alkohol gegen seinen Liebeskummer klauen wollte, schüttet Finn sein Herz aus und sie erzählt ihm von Frank, der sie damals nachts allein im Schwimmbad sitzen ließ. Belustigt hört sie, als Finn wild entschlossen mit ihr am liebsten nach Russland abhauen und einen Kiosk oder Restaurant aufmachen will. Sein Vater scheint wie verwandelt, macht plötzlich Liegestütze, bestellt gut gelaunt Pizza für beide und springt unter die Dusche als habe er gleich ein Rendez-vous. Manchmal ist der Himmel eben blauer als sonst. Ein witziges, ehrliches und wahrhaftiges Stück zum Verlieben. Viel Beifall vom Premierenpublikum.

Text (lv)

Nächste Aufführungen:

28.1., 10.3., 6.4. auf der Studiobühne der Landesbühnen und am 7.4., 10 Uhr in Hoyerswerda/Kulturfabrik.

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Premiere „Minna von Barnhelm“ an den Landesbühnen Sachsen

25 Samstag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Reizvolles Ringen um Liebe und männliche Tugenden

Wunderbar komödiantisch, mit gefühlreichen Wortgefechten und feinsinnigem Humor kämpfen Männer und Frauen mit äußeren Rollen und für ihr persönliches Glück in Lessings zeitlosem Stück „Minna von Barnhelm“ in der Inszenierung an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Heute wieder, am 25.1., um 19.30 Uhr.

Schon das Titelbild auf dem Programmheft zu „Minna von Barnhelm“, eine Komödie von Gotthold Ephraim Lessing, spricht Bände. Vor grau blättriger Wand sitzt der Major von Tellheim auf dem Sofa, in weißem Hemd mit stehendem Kragen, Reithose mit Hosenträgern und Stiefeln. Eigentlich ein Mann zum Verlieben. Sein Blick kühn, verwegen, wagemutig und sehnsuchtsvoll. Eine Hand hält er beschützend auf Minna, seine Liebste, ihr Kopf ruht auf seinem Knie, halb auf dem Sofa liegend, hält sie den Liebsten fest. Sie schaut verträumt, auch ein wenig schmollend und skeptisch. Denn sie weiß, dieses Bild ist nicht von Dauer. Sein Blick ist in die Ferne gerichtet. Es zieht ihn hinaus in die Welt, neue Abenteuer zu bestehen und seinen Edelmut und Stärke zu beweisen.

Doch daraus wird vorerst nichts. Schlimmer noch. Der Major von Tellheim (innerlich zerrissen: Grian Duesberg) glaubt, Minnas Liebe nicht mehr würdig zu sein. Da er nach dem Siebenjährigen Krieg unehrenhaft aus der Preußischen Armee entlassen wurde. Man wirft ihm Bestechlichkeit vor, obwohl er anstatt im besetzten Sachsen hohe Kriegsabgaben zu fordern, sie aus Mitleid mit der Bevölkerung zum Teil aus eigenem Vermögen vorgestreckt hatte. Dafür erhielt er Wechsel, die im Berlin Friedrich II. konfisziert wurden. In seiner Ehre durch die ungerechtfertigten Vorwürfe verletzt und finanziell ruiniert, sieht Tellheim sich nicht mehr in der Lage, seine Verlobte Minna von Barnhelm (liebevoll-selbstbewusst: Sandra Maria Huimann) zu heiraten. Doch sie lässt nichts unversucht, um ihn zurückzugewinnen und kämpft um ihre Liebe.

Ebenso spannungs- wie reizvoll erzählt Lessings Stück „Minna von Barnhelm“ (1767), das er selbst als „ernstes Lustspiel“ bezeichnete, von Licht und Schatten heldenhafter, männlicher Tugenden, die zu Anerkennung, Macht und Erfolg führen sollen und von den Konflikten, die aus gesellschaftlich festgelegten, starren Rollenbildern für Männer und Frauen entstehen. Damit war Lessing mit seinem Stück den Moralvorstellungen seiner Zeit weit voraus, es ist immer noch erstaunlich zeitlos, modern in seiner Grundaussage und mit seinen starken Frauenfiguren und bis heute eines der meistgespielten Stücke auf deutschen Bühnen.

Wunderbar komödiantisch, voller Spiellust, Leidenschaft, gefühlreicher Wortgefechte und feinsinnigem Humor in bezaubernd romantischen Kostümen vor trister Kulisse erlebte die Inszenierung „Minna von Barnhelm“ unter Regie von Steffen Pietzsch in der Ausstattung von Katharina Lorenz letzten Sonnabend ihre Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Eine Augenweide und ein Genuss für Geist und Sinne mit durchweg großartigen Schauspielerinnen und Schauspielern. Zur Premiere gab es reichlich Beifall vom Publikum.

Text (lv)

Die nächsten Termine:

Sa   25.01.2020   19:30                Hauptbühne
So   02.02.2020   18:00                Großenhain Kulturzentrum
Sa   07.03.2020   19:30                Hauptbühne
Fr    13.03.2020   19:00                Freital Kulturhaus
So   15.03.2020   19:00                Hauptbühne
Sa   25.04.2020   19:00                Neustadt Neustadthalle

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

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Premiere „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an den Landesbühnen Sachsen

19 Sonntag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Du darfst alles!

Von Glanz, Gier und grenzenlosem Vergnügen und wohin das führt, erzählt schillernd bunt und grotesk abgründig die Weill-Brecht-Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Heute am 19.1., um 19 Uhr wieder.

Eine Paradiesstadt soll „Mahagonny“ werden. Mit Freiheit, Genuss im Überfluss und Wohlstand für alle. Ihre Gründer sind eine Frau und zwei Männer auf der Flucht vor den Steuerfahndern. Die Witwe Begbick treibt sie im Rollstuhl zur Eile an. Sie fahren über einen Steg quer durchs Publikum auf die Bühne. Ihr Ziel ist die Goldstadt Alaskas.
Doch sie landen mitten in einer Einöde. Die Flüsse geben das Gold ungern her. Da sie nicht zum Gold kommen, soll das Gold zu ihnen kommen. Sie stellen eine Antenne auf und gründen die Stadt Mahagonny, die mit Showglanz, rauschhaften Getränken und Werbung und sexy Damen bald viele Männer, Arbeiter aus Alaska und Glücksucher anlockt. Sie singen im Chor „Geld macht sinnlich“. Nach einem gewaltigen Taifun, der in der Umgebung alles zerstört und um Mahagonny einen Bogen macht, ergeben sich dessen Bewohner voll und ganz dem Vergnügen als gäbe es kein Morgen. Alle moralischen Ge- und Verbote werden abgeschafft. Der neue Leitspruch in Mahagonny lautet: „Du darfst!“ Alles ist erlaubt.
Doch Jim, einer der Arbeiter aus Alaska, ist nicht glücklich. „Etwas fehlt.“ Die anderen Männer holen ihn zurück. Seifenblasen steigen auf, in übergroßen durchsichtigen Kugeln tanzen verlockend, traumversunken Frauen und Männer in Anzügen zu Klavierklängen. Eine schöne Illusion, die bald zum grotesken Albtraum wird, ist der Traum von der Paradiesstadt, in der man für Geld alles kaufen kann.

Davon erzählt originell, einfalls- und spannungsreich die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ mit Musik von Kurt Weill und Text von Bertolt Brecht in einer Inszenierung von Manuel Schöbel, dem Intendant der Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 1930 in Leipzig uraufgeführt, hat dieses Musik-Theaterstück fast 90 Jahre nach seiner Entstehung nichts an Brisanz und Aktualität verloren. Die Musik wechselt klangreich funkelnd zwischen dunklen, bizarren, wehmütigen, heiteren, schmissigen Tönen, lyrischen Balladen bis zu operettenhaft parodistischen Liedern. Dafür gab es reichlich Beifall vom Publikum.

Die nächste Aufführung ist am 29.1., 19 Uhr an den Landesbühnen Sachsen Radebeul.

Text (lv)

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Drei Schauspiel-Premieren im Januar: „Blauer als sonst“, „Minna von Barnhelm“ & „Diplomatie“ an den Landesbühnen

15 Mittwoch Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Drei Stücke über die Macht der Liebe und Mitgefühl

„Blauer als sonst“, ein Stück von Eva Rottmann für Kinder ab zwölf Jahren hat am 17.1., 18 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen in Radebeul Premiere. „Minna von Barnhelm“, eine Komödie von Gotthold Ephraim Lessing kommt am 18.1., 19 Uhr auf die große Bühne. „Diplomatie“, ein Stück von Cyril Gely, aus dem Französischen von Horst Leonhard hat am 26.1., 19 Uhr auf der Studiobühne Premiere.

Zum Stück „Blauer als sonst“

Das erste Kribbeln. Die erste Berührung. Der erste Kuss. Und was kommt dann? Vier Menschen erzählen von dem Moment, als sie den Himmel blauer sahen: sie berichten von großen Gefühlen, aber auch von Verunsicherungen. Finn. Das erste Mal gehen Finn (Felix Lydike) und Jule ( Theresa Winkler) Eis essen, ein Kuss und wie weiter? Können die beiden den Fragen der Mitschüler standhalten, ohne sich und ihre Beziehung unter Druck zu setzen? Finns Vater (Alexander Wulke)  ist aufgeregt, als er mitbekommt, dass Finn eine Freundin hat. Er fragt sich, wie er seinen Sohn begleiten und schützen kann. Frau Seidel  (Julia Vincze) erzählt von ihrem ersten Schwarm, wie sie sich in Frank verliebt hat, er aber nichts von ihr wissen wollte. Oder vielleicht doch? An einem Tag ist Jettes Himmel blauer als sonst, denn Frank hat sie endlich nach einem Treffen gefragt…

Mit dem Verlieben kommen tausend Fragen: Bin ich schön? Wann küssen wir uns? Will sie mich? Habt ihr schon? Soll ich oder macht er? Eva Rottmanns Theaterstück ermöglicht eine facettenreiche Sicht auf die Schönste Sache der Welt, die so kompliziert sein kann. Sie erzählt von dem Druck, den Jugendliche erleben, wenn es um Sex und Liebe geht aber auch über das Kribbeln im Bauch.

Blauer als sonst ist ein Stück über die Liebe. Ein Theaterstück für alle, die schon verliebt waren und sind oder die sich den Fragen der Liebe stellen.

INSZENIERUNG: ESTHER UNDISZ;  AUSSTATTUNG: IRINA STEINER

Besetzung:
Finn- Felix Lydike; Jule- Theresa Winckler a.G.; Vater- Alexander Wulke; Frau Seidel- Julia Vicze

Zum Stück „Minna von Barnhelm“

Major von Tellheim, nach dem Siebenjährigen Krieg unehrenhaft aus der Preußischen Armee entlassen, befindet sich in Geldnot, weil er im besetzten Sachsen anstatt hohe Kriegsabgaben zu fordern, sie aus Mitleid mit der Bevölkerung zum Teil aus eigenem Vermögen vorgestreckt hatte. Dafür erhielt er Wechsel, die im Berlin Friedrichs II. konfisziert wurden. Tellheim wirft man Bestechlichkeit vor. In seiner Ehre durch die ungerechtfertigten Vorwürfe verletzt und finanziell ruiniert – sieht er sich nicht mehr in der Lage, seine Verlobte Minna von Barnhelm zu heiraten. Doch seine Braut lässt nichts unversucht, um ihn zurück zu gewinnen. „Minna von Barnhelm“ (1767), eine der bedeutendsten Komödien der Theatergeschichte, ist noch heute eines der meistgespielten Stücke in Deutschland.

Inszenierung: Steffen Pietsch
Ausstattung : Katharina Lorenz

Besetzung:
Major Von Tellheim – Grian Duesberg
Minna Von Barnhelm – Sandra Maria Huimann
Franciska, Ihr Mädchen- Tammy Girke
Just – Moritz Gabriel
Paul Werner – Johannes Krobach
Der Wirt – Michael Berndt-Cananà
Eine Dame In Trauer – Anke Teickner

Zum Stück „Diplomatie“

«Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen» lautet Hitlers Befehl im August 1944 an den deutschen Stadtkommandanten von Paris, General Dietrich von Choltitz. Alles ist für die Zerstörung der französischen Hauptstadt vorbereitet, als der schwedische Generalkonsul Raoul Nordling durch eine Geheimtür in von Choltitz‘ Suite im Hotel Meurice eindringt. Es entspinnt sich ein faszinierendes und atemberaubendes Duell zwischen dem schwedischen Diplomaten und dem deutschen Militär. Das Schicksal von Millionen Menschen und eine der schönsten Städte der Welt stehen auf dem Spiel. Mit allen Mitteln der Diplomatie versucht Nordling, den General vom Plan der sinnlosen und katastrophalen Vernichtung abzubringen.

Aus der historischen Tatsache, dass von Choltitz einen direkten Befehl Hitlers missachtete, entwickelt der Dramatiker und Romanautor Cyril Gély einen fiktiven Dialog über die Widersprüche zwischen den gnadenlosen Gesetzen des Krieges und persönlichem Gewissen und zeigt, wie entscheidend die gesellschaftliche Verantwortung jedes einzelnen für den Verlauf von Geschichte ist.

Inszenierung: Tine Josch;
Ausstattung: Irina Steiner
Dramaturgie:  Johanna Jäger

Darsteller:  Dietrich Von Choltitz – Holger Uwe Thews;  Raoul Nordling – Michael Heuser; Helmut Mayer – Tom Hantschel; Hans Brensdorf – Max Westphal

Text: Petra Grubitzsch/LB

Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; www.landesbuehnen-sachsen.de 

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152,  01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0

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„Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss an den Landesbühnen Sachsen

04 Samstag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Ein turbulentes Verkleidungsspiel rund um Amore

Die Operette „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauss ist am 4. Januar, um 19.30 Uhr an den Landesbühnen Sachsen zu erleben.

Die Ankunft des Herzogs von Urbino beim Karneval sorgt in Venedig für Aufregung, denn dieser feine Herr ist als großer Verführer bekannt. Besonders Senator Delacqua muss um die Ehre seiner Frau Barbara fürchten, da der Herzog auf sie ein Auge geworfen hat. So plant der Senator, Barbara sicherheitshalber aus der Stadt bringen zu lassen, doch Barbara hat ihren eigenen Plan: Um sich heimlich mit ihrem Liebhaber, einem charmanten Seeoffizier, treffen zu können, tauscht sie mit ihrer Vertrauten Annina die Kleider: Dass es sich nun bei der verhüllten Frauengestalt, die der herzogliche Leibbarbier Caramello als falscher Gondoliere zu seinem Herrn entführen will, nicht um die Senatorengattin Barbara handelt, sondern um das Fischermädchen Annina, ist Caramello gar nicht recht, denn: An der aufgeweckten Annina ist er selbst interessiert! Was also tun?

Dem Herzog die ersehnte Schäferstunde mit der falschen Barbara durch Störmanöver gründlich verderben! Zum Glück hat Caramello daran nicht allein Interesse …  Verkleidungen und Verwechslungen bestimmen die Handlung fast jeder Operette. Doch in dieser turbulenten venezianischen Nacht setzt zudem der Karneval die übliche gesellschaftliche Ordnung außer Kraft und wirbelt das gesellschaftliche Oben und Unten so gründlich durcheinander, dass von glücklichen Paaren kaum eine Rede sein kann.

Es ist vielmehr die rastlose Jagd aller nach persönlichem Glück, die Strauss zu seinen unsterblichen Melodien inspirierte.

MUSIKALISCHE LEITUNG: Florian Merz / Hans-Peter Preu
INSZENIERUNG: Wolfgang Dosch als Gast aus Wien
Ausstattung: Stefan Wiel
Mimografie: Ralf Herzog

Text: Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

Weitere Termine:

Fr., 17.1., 19.30 Uhr und Fr., 28.2., 19.30 Uhr, 27.3., 19.30 Uhr im König Albert Theater Bald Elster und Fr., 6.3., 19.30 Uhr, Landesbühnen Sachsen im Stammhaus Radebeul

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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