• Aktuelles
  • Auf der Gartenbank mit…
  • Im Atelier bei…
  • Aufgelesen
  • Bildende Kunst
  • Über uns
  • Eine Distel für…
  • Eine Sonnenblume für…
  • Erste und letzte Worte
  • Film
  • Genießen
  • Kolumne
    • Keine für Alle ! – Lara Finesse
  • Kultur
  • Kulturkalender
  • Kurzgeschichten
  • Lebensart
  • Literatur
  • Musik
  • Poesie
  • Porträts
  • Projekte
  • Theater
  • Tauschmarkt/Ideenbörse
  • Tanz
  • TraumTagebuch
  • Reportagen
  • Unterwegs
  • WortRaritäten
  • WortRätsel
  • Zwischenmenschliches
  • Virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“
  • Impressum/Kontakt

meinwortgarten.com

~ Das Dresdner Kulturgewächshaus im Netz

meinwortgarten.com

Kategorien-Archiv: Theater

Ausstellung „(Un)sichtbar“ von Designstudenten im Kulturkraftwerk Mitte

19 Donnerstag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Projekte, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Designstudentinnen mit ihren Arbeiten zum Stück


Probenfoto aus „Kleider machen Kaiser“

Zwischen offensichtlich und unsichtbar

Die Designstudenden der FH Dresden zeigen ihre Kreationen zum Stück „Kleider machen Kaiser“ (Premiere: 21.4., 16 Uhr) im Foyer des Theaters Junge Generation im Kulturkraftwerk Mitte. Noch bis 25. April.

Weniger Schein, mehr Sein: Die Mode- und Grafikdesignstudenten des vierten Semesters der Fachhochschule Dresden – University of Applied Sciences (FHD) interpretieren in der Ausstellung „(UN)sichtbar“ das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Gestern fand die Vernissage im Foyer des Theaters Junge Generation (TJG) im Kraftwerk -Mitte statt. Passend dazu feiert dort das Schauspiel „Kleider machen Kaiser“ am Samstag, dem 21. April Premiere. Die Werke der Studenten dienen dabei als Rahmenprogramm zur TJG-Produktion. Die ungewöhnliche Ausstellung kann noch bis zum 25. April während der Öffnungszeiten des Theaters besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ werden dem Kaiser prächtige Zauberkleider mit dem Hinweis verkauft, dass sie nur von intelligenten Menschen gesehen werden können. Betrüger jubeln ihm aber einen leeren Kleiderbügel unter und aus Scham und Eitelkeit erwähnt er nicht, dass selbst er die Kleider nicht sehen kann und auch sein Volk gibt vor, die scheinbar schönen Stoffe wahrnehmen zu können. Der Schwindel fliegt erst auf, als ein Kind bei einer Parade offenkundig sagt, dass der Kaiser gerade nackt vor ihnen steht.

Die 15 Grafik- und Modedesignstudenten haben sich in den letzten zwei Semestern in den Fächern „Künstlerisches Projekt“ und „Experimentelles Projekt“ bei Prof. Martina Jess, Dekanin der Fakultät Design der Fachhochschule Dresden, mit dem berühmten Märchen auseinandergesetzt. „Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern“, sagte einst schon Heinrich Heine. Die Ausstellung „(UN)sichtbar“ übt Kritik am gesellschaftlichen Druck zur Perfektion und feiert die Einzigartigkeit der menschlichen Anomalien. Denn zwischen „offensichtlich“ und „unsichtbar“ entscheidet meist nur der Blickwinkel und ein Hauch Empathie.

In den Werken der angehenden Grafik- und Modedesigner treffen klassische Darstellungsmethoden auf moderne Materialien und Medien. „Inspiriert von den metaphorischen und psychologischen Aspekten haben die Studenten das Märchen neu interpretiert und in die Gegenwart übersetzt. Sie hinterfragen zum Beispiel das heutige Konsumverhalten“, erläutert Jess. Die Grafikdesignstudenten haben unter anderem eine plastische Eigeninterpretation des nackten Kaisers erschaffen, welche mit bedeckter Transparenz und einem Anzug aus Nacktheit neugierig macht. Die Modedesignstudenten entwickelten Kleider aus Holz und anderen interessanten Materialkombinationen. „Sogar ein Blog wurde von den Studenten eingerichtet, welcher die Menschen aufrief, ihre Makel zu fotografieren und einzuschicken“, verrät Jess.

Die Ausstellung findet als Zusammenarbeit mit dem Theater Junge Generation (TJG) statt. Dort feiert am Samstag, dem 21. April um 16 Uhr das Schauspiel „Kleider machen Kaiser“ unter der Regie von Susanne Zaun auf der Studiobühne Premiere. Die Ausstellung „(UN)sichtbar“ hat noch bis zum 25. April während der Öffnungszeiten des Theaters jeweils montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 16 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Weitere Infos: http://www.fh-dresden.eu und http://www.tjg-dresden.de/home.html

Über die FHD:

Die Fachhochschule Dresden ist als staatlich anerkannte Hochschule eine moderne, internationale Einrichtung, die ihre Studierenden praxisnah fordert und fördert. Interessenten können aus dreizehn verschiedenen Bachelor-Studiengängen wählen. Dazu gehören die drei Designstudienrichtungen „Modedesign“, „Grafikdesign Screen/Printmedia“ und „Medieninformatik/Mediendesign“ sowie die fünf  Management-Studiengänge „Business Administration“, Logistikmanagement“, „Tourismus & Event Management“, „Pflege- & Gesundheitsmanagement“ und „Soziale Arbeit & Sozialmanagement“. Die Verknüpfung von Studium und Arbeit hat an der FHD einen besonderen Stellenwert. So können Berufstätige alle Management-Studiengänge auch berufsbegleitend studieren.

Text + Fotos: meeco Communication Services

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Premiere „Wie dressiere ich meinen Mann“, Teil 2 im Boulevardtheater

14 Samstag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Foto: Boulevardtheater

Humorvolle Tipps im Beziehungsdschungel

Ein witzig-ungenierter Abend für Frauen und Männer mit Kati Grasse und Robert Jentzsch nach dem Bestseller von Katja Kessler im Boulevardtheater Dresden.

Mit Ring oder ohne, hart oder weich, treu wie ein Rauhaardackel, wild-verwegen, mopsig oder muskelbepackt. Keiner kommt ungeschoren davon in “Wie dressiere ich meinen Mann“. Teil 2 des humorvollen Beziehungsprogramms mit Kati Grasse und Robert Jentzsch hatte jetzt Premiere im Boulevardtheater.

In einem Käfig auf der Bühne im kleinen Saal zwitschert ein Vogel, dem sie Medizin gibt, ein Placebo gegen Männerschnupfen. Doch wie soll Frau ihren Mann am besten, artgerecht halten? In Käfig-, Boden- oder doch lieber Freilandhaltung? Davon erzählt witzig, offen und ungeniert dieser Abend für Frauen und Männer nach dem Bestseller von Katja Kessler, „An dem Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren.“ Die Schauspielerin und Sängerin Kati Grasse gibt singend und spielend lustvoll, launig, lässig und mitfühlend reichlich Tipps zur Männerdressur, zu Liebe, Sex, Aufzucht und erläutert sie sogleich am lebenden Objekt – ihrem Pianisten Robert Jentzsch.

Der abwechselnd im Käfig mit Kopfhörern sitzt und herumwerkelt, ab und zu ein Wort wie „Nein“! oder „Genau!“ ruft, ihr ungewollt Recht gebend, und heraus gelassen vor gestreiftem Hintergrund am Piano mit gefühlreicher Begleitung glänzt und mal ruhig-gelassen und mit trockenem Humor konternd zeigt, dass ihm all das nicht einerlei ist. Begonnen beim alles andere als nur romantischen Liebesleben von Schwänen, Schwalben und Pinguinen, reden sie genauso Tacheles über Ehe, Treue, Eifersucht, Seitensprünge, erotische Fantasien, sein bestes Stück, Gehen oder Bleiben. Untermauert durch Statistik, laut der gerade mal 52 Prozent aus Liebe heiraten, 27 Prozent um sich fortzupflanzen, neun Prozent aus religiösen und der Rest aus steuerlichen Gründen.

Mit viel Herz, Komik und Power durchlebt und besingt Kati Grasse mit warmer intensiver Stimme, mal stark und verletzlich die Höhen und Tiefen der Zweisamkeit. Mal isst sie genüsslich eine Banane zum Lied „Dschungel der Begierde“, dient ein Ei als Rassel in einer wortspielerischen „Ode an die Fruchtbarkeit“. Dem übermütigen, frisch verliebt mit dem Wind reiten folgt das leise Lied „Bitte geh nicht fort“, das einst Marlene Dietrich sang. Dem herrlich ironischen Song „Ab morgen sind wir tolerant“ von Georg Kreisler ein Duett mit ihrem Pianisten, auch eine Art Glückscredo: „Wir sagten nie ein Leben lang, nur bis irgendwann…“. Hand aufs Herz: Die Zuschauerinnen dürfen eine „Männerschwackeliste“, eine Checkliste mit 20 Fragen ausfüllen, um zu sehen wo sie gerade in puncto Liebesglück stehen. Viel Beifall für einen gewitzt-beziehungsreichen Theaterabend.

Text (lv)

Nächste Vorstellungen: 28.4. und 18.5.

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Premiere The Black Rider im Kulturkraftwerk Mitte: Gruselspaß mit Zauberkugeln

04 Mittwoch Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

≈ 2 Kommentare


Fotos: TJG

Gruselspaß mit Zauberkugeln

Witzig-unterhaltsam und klangreich schillernd entführt das Musical mit Musik von Tom Waits in die verlockend-trügerische Idylle zwischen Wald, Wild, Heim und Herd.

Ohne Zauberkugeln hat Wilhelm kein Jagd- und Liebesglück. Daher geht er einen Teufelspakt ein im Musical „The Black Rider” im Kulturkraftwerk Mitte. In einer ersten Koproduktion der Staatsoperette Dresden und des Theater Junge Generation kam dort das bekannte Musical von William S. Burroughs, mit Musik und Gesangstexten von Tom Waits und Robert Wilson frei nach Carl Maria von Webers Oper “Der Freischütz“ auf die Bühne.

Schauspieler, Puppenspieler und Sänger bringen ihre bewährten Zutaten ein in die Inszenierung unter Regie von Jos van Kann, der sowohl im Kinder- und Jugendtheater als auch im Musiktheater zu Hause ist. Angefangen beim augenzwinkernd und unterhaltsam in Szene gesetzten Jagdmillieu im dezent modernen Bühnenbild mit eingerahmtem Forsthaus, rotem Balken als Schaukel und Schranke vor den Gefahren des Waldes bis zu witzig-verspielten und poetisch skurrilen Szenen mit Jägern und Wild. Aus dem grün schillernden Vorhang ragen bleiche Tiergeweihe wie Attrappen, auf die Wilhelm (witzig-tollkühn: Moritz Stephan) wie vor einer Jahrmarktsschießbude mit dem Gewehr zielt. Das Wild im Wald ist nicht nur immer schneller als er, es macht sich auch noch über ihn lustig und führt wilde Freudentänze auf vor dem aufgeregt-angstschlotternden Möchtegernjäger.  Der trägt einen schwarzen Anzug und halblanges Haar. Wilhelm ist kein Meisterschütze, sondern ein Meister der Worte und Zahlen. Doch um seine große Liebe, Käthchen (naiv-romantisch: Marie Hänsel) heiraten zu dürfen, muss er einen Probeschuss auf einen fliegenden Vogel abgeben und treffen. So verlangen es Tradition und Käthchens
Eltern.

Da hilft Wilhelm nur „Just a little Devil“, um nicht als Versager oder Feigling dazustehen. Lässt er sich mit Stelzfuß (Marja Hofmann) ein, der mit mal heller Sopranstimme, mal schrill-rockig und jazzig mit Punkfrisur galant-gerissen das Publikum und Wilhelm umgarnt, ihm kunterbunte Zauberkugeln und eine große schwarze für den letzten, entscheidenden Schuss zuwirft. Da erscheinen Wilhelm und Käthchen plötzlich wie verwandelt, als verwegener Jäger mit nacktem Oberkörper, kriegerisch bemalt und Büffelfellkappe und als kesses Westerngirl mit Pistole. Besondere Würze verleihen der Inszenierung die wild und quer durch alle Musikstile galoppierenden Klänge von Opernarien, altenglischen Liedern über Swing bis zu übermütig, schräger Varietéemusik und Jodlern. Viel Beifall vom Publikum.

Text (lv)

http://www.tjg-dresden.de
http://www.staatsoperette-dresden.de

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Premiere „Der Bruch“ im projekttheater: Wie entsteht Gewalt, was verhindert sie?

04 Mittwoch Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Auf der Suche nach dem eigenen Weg

In ihrem ersten eigenen Stück „Der Bruch“ erzählt die in Paris und Dresden lebende Künstlerin Rania El-Chanati in symbolreich und sinnlich fesselnden Bildern über  kulturelle Identität und Konflikte. Heute am 4..4., um 20 Uhr noch einmal im projekttheater Dresden.

Auf einer grauen Wand ein Stück Himmel. Ein junge Frau boxt mit Fäusten gegen einen Panzer. Immer und immer wieder. Mit dem Finger fährt sie zärtlich auf der Leinwand entlang über die Landschaft, das weiße Häusermeer im hell gleißenden Licht. Sie sieht die Bilder mit den Trümmerbergen der Häuser, mittendrin Helfer in orangenen Westen, die unermüdlich nach Verschütteten suchen. Hier kann sie nicht bleiben. Doch die Bilder der Zerstörung, das Leben der Menschen dort, die ihr nah und fremd zugleich sind, die Stimmen, Geräusche, das Leid und die Sehnsüchte begleiten sie überall hin. Wie entsteht Gewalt, was verhindert sie? Wie sieht kulturelle Identität aus, wenn man nicht nur eine Heimat hat? Davon erzählt in symbolreich, sinnlich fesselnden Bildern und kraftvoll-ergreifender Körpersprache Rania El-Chanati.

Mit ihrem ersten eigenen Stück ist die in Paris und Dresden lebende Künstlerin mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits derzeit im projekttheater in Dresden zu Gast. Nach der gestrigen Premiere mit Zuschauern vor allem aus dem Freundeskreis und ihrer Familie ist ihre Bildercollage mit Liverperformance heute abend (4.4., 20 Uhr) noch einmal zu erleben. Nach der Vorstellung freut sich die Künstlerin auf Gespräche mit den Zuschauern. Rania El-Chanati spielt allein, barfuß, mit einem Rollkoffer als fiktivem Partner, an dem sie sich festhält, sich anlehnt, erschöpft vom langen Fußmarsch durch die glühende Landschaft bis zum Meer. Und der ihre Sachen aufbewahrt. Ein weißes Tuch, in das sie sich hüllt zum Schutz vor Wind und Kälte, das sie über den Kopf zieht und ihren Körper gänzlich verhüllt, aus dem sie sich befreit und rote Handschuhe überzieht, die sie verheißungsvoll in die Höhe reckt zu pulsierenden Trommelklängen. Ihr Gesicht erscheint auf ihren Körper, auf die äußere Hülle projiiziert, dahinter ihr Schatten, der für das rätselhafte, andere Ich steht, das nicht weiß wohin, das sieht, wahrnimmt und aus der Ferne fremde, unverständliche Sprachlaute hört. Begleitet von bunten Lichtern tanzt, schwenkt, schwebt sie einen Moment mit ihrem Koffer selbstvergessen, frei von allen Zwängen.

Sieht Bilder von übermütig hoch auf den Häusertrümmern spielenden, kletternden und über sie hinweg springenden Kindern und Jugendlichen. Doch ihre Unbeschwertheit erreicht sie nicht. Vorbei das Lachen der jungen Frau, die sich die roten Lippen nachzieht auf der Leinwand. Die Musik bricht ab als die junge Frau einen tickenden Gegenstand unter ihrer schwarzen Jacke verbirgt.

Die Bilder sind offen, interpretierbar für die Zuschauer gehalten. Jedes erzählt eine Geschichte. Vor dem Hintergrund des sehr komplexen, vielschichtigen Nahostkonflikts mit alltäglicher Gewalt wegen immer neu aufflammender Grenz- und Gebietsstreitigkeiten im Grenzgebiet von Israel und Palästina, fehlenden Perspektiven für junge Leute und patriarchalen Strukturen einer dominierenden Männergesellschaft. Es geht um Rollenbilder, Einsamkeit und Gefangensein von Frauen und einen Weg daraus für sich zu finden. „Wenn da keiner gegensteuert, verselbstständigt sich das auch mit der Gewalt“, sagt Rania El-Chanati. Das Stück sei ein Versuch, diese Themen zu visualisieren. Sie kennt das zwiespältige Gefühl der Suche nach Zugehörigkeit von ihren Reisen. Durch ihren arabischen Namen und Aussehen sei ihre deutsche Herkunft nicht gleich ersichtlich und bei den Palästinensern sei sie keine von ihnen und spreche auch kein Arabisch. „Ich frage mich, was palästinensische Identität eigentlich ist und finde darauf keine Antwort.“

Text + Fotos (lv)

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Premiere „Erniedrigte und Beleidigte“ von Dostojewski im Schauspielhaus Dresden

02 Montag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Fotos: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

„Habt Ihr noch was?!“

Leidenschaftliches, spielbesessenes Theater, das schmerzhaft-komisch die Abgründe der menschlichen Seele auslotet, erntete ebenso viele Bravo- wie Buhrufe bei der Premiere von Dostojewskis Stück „Erniedrigte und Beleidigte“ unter Regie von Sebastian Hartmann im Schauspielhaus Dresden.

Wozu die Aufregung?! Die Inszenierung „Erniedrigte und Beleidigte“ nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski unter Regie einschließlich Bühnenbild von Sebastian Hartmann polarisiert, bekam ebenso viele Bravo- wie Buh! Geld zurück!-Rufe nach der Premiere am Gründonnerstag im Schauspielhaus Dresden. Im Stücktitel klingt schon an, dass da einiger Zündstoff dahinter steht. Ja, es geht heftig zur Sache. Fiebrig, pulsierend, grell, zäh. Ein (Alb)traum und doch Wirklichkeit. Verliebte gebärden sich wie Verrückte. Wer zu verquer auftritt, zu laut lamentiert, wird schnurstracks auf die Krankentrage verfrachtet, zum Schweigen gebracht und weggefahren.

Leidenschaftliches, spielbesessenes Theater, drei Stunden lang, mit großartigen Schauspielerinnen und Schauspielern, die so scheint es gar nicht aufhören wollen, sich zwischendurch auch selbst fragen, was diese oder jene Szene eigentlich soll, dass man die ganze Geschichte endlich auch mal erzählen müsste – was kurz vor Ende sehr russisch wehmütig-ironisch auch passiert bis zum abschließenden: „Habt Ihr noch was?!“. Doch da haben sie längst alles ausgereizt an theatralen Mitteln, was Körper, Stimme und Sprache hergeben (unter Verwendung einer heruntergerasselten Hamburger Poetikvorlesung von Wolfram Lotz, fast ein Sinnbild für das Ringen von Kunst und Sprache um Gehör heutzutage! Auch angesichts allgegenwärtiger Reizüberflutung). Danach hat man keine Lust auf Wein oder Gespräche mehr. Man fühlt sich wie benommen von der Fülle an Eindrücken, dem Gefühlschaos auf der Bühne, dem wilden Gezappel der Körper, die in Schmerz, Ekstase, dahin geschleuderten Geistesergüssen und Verzweiflung sich ergehen.

Das ist nicht leicht auszuhalten, dermaßen zwischen nebulöser Leere mit umher geisternden, dunklen Gestalten, groteskem Wahnwitz und tieftrauriger Melancholie und Verzweiflung, untermalt von sanfter Cello- und Klaviermusik und dröhnenden Bässen, hin und her gerissen als Zuschauer, den Spiegel vorgehalten zu bekommen über die Abgründe der menschlichen Seele. Die Gier nach Macht, Erfolg, Heirat ohne Liebe nur aus materiellen Beweggründen, Gleichgültigkeit gegenüber anderem Leid, Angst vor dem Tod, dem Nichts und dagegen Anspielen, im Dunklen einer Dachkammer den einen, winzigen Sonnenstrahl sehen, der wieder Licht in die Seele bringt, neue Gedanken anstößt… Wunderbar dazu das nach und nach entstehende, vielschichtig übermalte Leinwandbild mit seinen Schwarz-Weiß-Schattierungen von Tilo Baumgärtel mit einem staunend-fragenden Kindergesicht in der Mitte, das Treiben der Erwachsenen beobachtend, zugleich ihre Erinnerungen, Ängste und Träume verkörpernd.

Man fühlt sich streckenweise so allein gelassen und ratlos wie die im dichten Nebel umher irrenden Figuren auf der Bühne mit der bruchstückhaft erzählten, aufgesplitterten, erst gegen Ende einigermaßen verständlichen Geschichte. Nichts ist eindeutig, alles möglich und ungewiss. Das zeigt dieser intensive, schmerzhaft schöne und zwiegespaltene Theaterabend, der garantiert keinen kaltlässt, eindrucksvoll.

Text (lv)

Nächste Vorstellungen:

2.4. und 21.4, 19.30 Uhr; 8.4., 19 Uhr und 29.4., 16 Uhr

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Rania El-Chanati mit ihrem ersten Stück „Der Bruch“ im projekttheater

02 Montag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Die Künstlerin Rania El-Chanati. Die Abendsonne wärmt nicht, Kälte und Angst begleiten die Frau mit der schwarzen Haarsträhne vorm Gesicht. Wo wird ihr Weg hinführen? Fotos: privat

Ausbrechen aus der Gewaltspirale

Die Bildercollage mit Liveperformance der in Paris und Dresden lebenden, jungen Künstlerin mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits lädt ein zum Nachdenken über Heimatverlust, kulturelle Identität und Raum, diese zu leben. Zu sehen am 3. und 4. April, um 20 Uhr  mit anschließender Gesprächsmöglichkeit im projekttheater.

Eine rote Hand erhebt sich abwehrend vor grell blendendem Licht auf dem Titelplakat. Auf einem weiteren Bild hält eine junge Frau eine schwarze Haarsträhne schützend vors Gesicht, in der anderen Hand einen Rollkoffer vor glühender Landschaft. Es sind Aufnahmen aus dem Stück „Der Bruch“ von Rania El-Chanati. Mit ihrem ersten eigenen Theaterprojekt kommt die in Paris lebende Künstlerin am 3. und 4. April, um 20 Uhr im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ ins projekttheater in Dresden.

In dieser Bildercollage mit Liveperformance, in der sich Film- und Theatersprache ausdrucksreich verbinden, werden die Zwänge und Wünsche einer jungen Frau mit Blick auf ihren eigenen familiären Hintergrund und die großen Themen des Nahostkonflikts dargestellt. Es geht um die Auseinandersetzung mit der Spirale von Angst, Wut und Gewalt, die gerade zu Ostern am Karfreitag wieder eskalierte bei  Massenprotesten von Palästinensern im israelischen Grenzgebiet. Gibt es einen Ausweg aus der Gewalt?, fragt das Stück.

„Mein Theaterprojekt möchte das Publikum für die Ursachen der Konflikte sensibilisieren und zum Nachdenken über Themen wie kulturelle Identität und Raum, um sie zu leben, anregen“, sagt Rania El-Chanati. „Da das Stück sich einer fiktiven Sprache bedient, bekommen die Bilder einen universellen Charakter. Jede Situation kann sich somit in jedem Teil der Welt abspielen.“

Rania El-Chanati ist im Harz geboren und in Dresden aufgewachsen, mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits. Die Welt des Theaters lernte sie von klein an kennen durch ihre Mutter, die Schauspielerin Annette Richter. Sie führt Regie bei diesem Stück. Theater und Film sind für Tochter Rania sowohl „magische als auch politische Orte, die die geistige Interaktion mit dem Publikum ermöglichen.“

Sie verwendet vor allem symbolische Bilder, zum Teil eigene Aufnahmen und schon vorhandene Dokumentarfotos, darunter eins vom berühmten Street Art-Künstler Banksy. Alltagsobjekte werden im Spiel verfremdet und bekommen so eine politische Bedeutung. Nach dem Abitur verbrachte Rania El-Chanati eineinhalb Jahre im Libanon und in Frankreich. Sie besitzt einen deutsch-französischen Bachelor in “Interkulturelle Europa- und Amerikastudien“, ein Diplom in „Kulturelle Mediation“ und einen Master in Filmwissenschaften. Parallel zu ihrem Studium an der Universität Sorbonne hat sie eine Schauspielausbildung am Method Acting Center in Paris absolviert und an verschiedenen Workshops der Schauspielschule Cours Florent teilgenommen.

Seit 2011 lebt Rania El-Chanati in Paris und Dresden. Ihr Stück „Der Bruch“ wird auch in Frankreich aufgeführt. Es kam auch in die Vorauswahl des Wettbewerbs „Concours Déclics jeunes“, den jährlich die Fondation de France veranstaltet. Im Sommer entscheidet die Jury über die Gewinnerprojekte.

Text (lv)

 

 

 

 

 

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Premiere „Der Vetter aus Dingsda“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

29 Donnerstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar

Der geheimnisvolle Fremde

Die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke entführt heiter-ironisch in exotische Traumgefilde. Am 31. März, um 19 Uhr hat sie Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Uraufgeführt 1921 in Berlin zählt «Der Vetter aus Dingsda» mit seinen lyrischen Liedern, temperamentvollen Ensembles und humorvollen Tanzweisen zu den großen Erfolgsoperetten der «Goldenen Zwanziger Jahre» und wie immer geht es um die Liebe. Für die reiche Erbin Julia haben ihre beiden Vormunde verschiedene Heiratskandidaten vorgesehen, damit das Geld in der Familie bleiben möge. Doch Julia hat ihre eigenen Pläne: Sie wartet auf ihren Traummann, den Vetter Roderich, dem sie einst Treue geschworen hat, als dieser sie vor vielen Jahren verließ – Richtung «Dingsda» in den indischen Kolonien.

Spontan gibt sich August, von einem der Vormunde aus der Ferne herbeizitiert und sofort in Julia verliebt, als dieser Roderich aus! Nun ist bei Julia die Freude groß, doch nur solange, bis der echte Roderich aus Indien erscheint …

Natürlich werden zum guten Schluss wie üblich (fast) alle glücklich! Und glücklich macht auch die Musik, denn die Melodien der Operette erweisen sich als bekannte Ohrwürmer oder wissen sich als solche unmittelbar zu empfehlen.

«Onkel und Tante, ja das sind Verwandte, die fallen einem Mädchen auf‘s Gemüt» – hört man Julias Freundin Hannchen schimpfen. Der Valse Boston «Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront» soll Julias Küsse nach Indien tragen, und August übt sich in Verstellungskünsten mit dem Lied «Ich bin nur ein armer Wandergesell‘ …» oder dem exotisch angehauchten Foxtrott «Sieben Jahre lebt‘ ich in Batavia».

Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen (musikalische Leitung: Jan Michael Horstmann) in dieser Inszenierung von Manuel Schöbel, Intendant der LB.

Text: Petra Grubitzsch, Landesbühnen

Weitere Termine

2.4., 19:00, 6.4., 19.30 Uhr, Hauptbühne;
8.4., 16:00 Uhr, Theater Meißen;
20.4., 19:30 Uhr, B.Elster/Theater;
27.4., 19:30 Uhr, Kulturhaus Freital;
29.4., 18 Uhr, Kulturzentrum Großenhain 

www.landesbuehnen-sachsen.de 

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Premiere „Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?“ im Boulevardtheater

26 Montag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Foto: Robert Jentzsch

Ein Feuerwerk der Lebensfreude

Die Musikkomödie „Azzurro“ feiert mit viel Herz, Humor und gefühlreichen Italo-Hits von Adriano Celentano bis Zucchero La Dolce Vita, pure südliche Lebenslust.

Der Winzer Adriano ist alles andere als ein Frauenheld. Er ist Junggeselle, stachlig wie eine Distel und macht den besten Wein im Dorf. Eine echte Herausforderung für Mama Felicita und die schöne Ornella, den Widerspenstigen für sich zu gewinnen. Mit viel Herz, Humor und heißen Hits entführt die Musikkomödie „Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?“ von Michael Kuhn ins Land von Pizza, Pasta und Amore. Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater.

Vor beschaulicher südlicher Kulisse unter azurblauem Himmel geht es turbulent zu. Die Inszenierung von Olaf Becker spielt liebevoll ironisch mit Klischees über Italiener und die Liebe frei nach dem bekannten Kinospielfilm “Der gezähmte Widerspenstige“ mit Adriano Celentano und Ornella Muti. Der Eisverkäufer Dino de Angelo spielt Mandoline und Gitarre (Andreas Goldmann) und hat für jede Szene und Stimmung die passende Melodie parat. Zugleich verkörpert er gewitzt leibhaftig La Dolce Vita,  das pralle Leben. Die Musik ist zum Dahinschmelzen mit Italo-Hits von Adriano Celentano, Al Bano und Romina Power, Eros Ramazotti, Gipsy Kings, Maria Callas, Andrea Bocelli bis Gianna Nannini.

Das zündet sofort, versprüht reichlich südliche Leichtigkeit, Leidenschaft und gute Laune, die sich sogleich mitreißend aufs Publikum überträgt. Mama Felicita (Karina Schwarz) betrachtet alle als große Familie und hält forsch-temperamentvoll die Fäden zusammen. Sie zählt auf, was Bella Italia alles zu bieten hat, von gutem Essen, viel Lust auf Liebe bis zu Vino und Mafia, die sei ein echter Exportschlager… Ihren Sohn Fabrizio spielt ein waschechter Italiener (Joyello Sabatelli), mal mit Haarknoten und offener Mähne, der abwechselnd flirtet und streitet über die bessere Pizza und Pasta mit der kessen Gloria (Katharina Eirich), der Restaurantbesitzerin von nebenan. Der abweisende, sture Eigenbrötler Adriano (Andreas Köhler) weckt allen Ehrgeiz und weibliche Waffen von Mama Felicita, und sie steht der aufreizend-lebenslustigen Ornella (Dorothee Krüger) mit Rat und Tat zur Seite. Und sie werfen Münzen in den Brunnen, damit Glück und Liebe sprudeln.

Köstlich die dem Film nachempfundenen Szenen, wenn Adriano die Weintrauben im Fass stampft, befeuert von der Musik mit Hüftschwung und damit dem Wein eine besondere Fußnote verleiht. Wenn er Ornella in wilder Fahrt im Bett über die Bühne rollt, am verlassenen Kopfkissen ihren Duft schnuppert. Oder demonstrativ Holz hackt mit ganzer Manneskraft, während Ornella nicht mit ihren Reizen geizt.  Ob er überhaupt irgendeinen Menschen brauche?!, fragt ihn Ornella fast aufgebend. „Nein! Aber ich will dich!“, stellt Adriano klar. Frauen wollten doch einen Mann, der sie will und nicht braucht. Er sei keiner dieser modernen Männer, die Anerkennung bei Frauen suchen, abhängig sind. Zum Schluss sprudelt die Fontäne im Brunnen, feiern drei Paare Hochzeit. Reichlich Beifall für einen Theaterabend voller Lebensfreude, aus dem man fröhlich beschwingt mit aufkommenden Frühlingsgefühlen geht.

(lv)

http://www.boulevardtheater.de

 

 

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Premiere The Black Rider im Kulturkraftwerk Mitte

13 Dienstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Musik, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Foto: Marco Prill

Spiel mit dem Feuer

Das Musical „The Black Rider – The Casting of the Magic Buletts“ von William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson für Zuschauer ab 13 Jahre feiert spartenübergreifend in einer Kooperation der Staatoperette Dresden und dem Theater Junge Generation am 16. März, um 19.30 Uhr Premiere im Kulturkraftwerk Mitte.

           
Seelenheil gegen Volltreffer: Wilhelm lässt sich mit dem Teufel ein! Um sein Käthchen heiraten zu dürfen, muss er ihrem Vater Bertram beweisen, dass er ein „echter Kerl“ ist. Der sucht nicht nur einen Schwiegersohn, sondern auch einen Nachfolger für die Försterei und diese bekommt nur, wer erfolgreich den Probeschuss auf eine fliegende Taube absolviert. Leider hat Wilhelm bisher eher durch geistige Leistungen geglänzt als durch Zielgenauigkeit mit dem Gewehr. In seiner Not ist dem jungen Mann jedes Mittel recht und als ein mysteriöser Geselle namens Stelzfuß ihm treffsichere Kugeln verschafft, ist das tragische Ende vorprogrammiert.

Eine Koproduktion der Staatsoperette Dresden und dem tjg. theater junge generation.

Die beiden Nachbartheater Staatsoperette Dresden und tjg. theater junge generation vereinen in dieser Inszenierung ihre besonderen Kompetenzen: Musical und Theater für ein junges Publikum treffen aufeinander, SängerInnen und SchauspielerInnen stehen gemeinsam auf der Bühne und mit Jos van Kan inszeniert ein Regisseur, der sowohl im Kinder-und Jugendtheater als auch im Musiktheater zu Hause ist.

Text: Norbert Seidel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit TJG

http://www.tjg-dresden.de

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook

Ausstellung „Die andere Seite“ in den Landesbühnen Sachsen Radebeul

13 Dienstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Theater

≈ Hinterlasse einen Kommentar


Ausstellungseröffnung im Glashaus der Landesbühnen

Natur im Theater

Die Ausstellung „Die andere Seite“ zeigt urwüchsige Werke von 15 Künstlern an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Eine urige Holzfigur schwebt von der Decke. Üppiges Grün sprießt vor den hohen Glasfenstern im oberen Theaterfoyer. Eine „Landschaft mit Fisch“ im Himmelsblau und skurrilen Baumgestalten hängt dort von Franziska Kunath. Die Malerin ist auch die
Initiatorin der Ausstellung „Die andere Seite“, die am Sonnabend an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul vor der Premiere „Ein Sommernachtstraum“ eröffnete.

Bevor sich der Vorhang zu dieser zauberhaft komischen Liebeskomödie Shakespeares hob, konnten die Besucher in urwüchsig-traumversonnene Bilderlandschaften eintauchen. Zu sehen sind 71 Arbeiten, Malerei, Zeichnungen, Grafik und Objekte, von 15 Künstlerinnen und Künstlern. Die meisten Werke entstanden bei einem Plein-air 2017 auf dem Gehöft von Franziska Kunath in Röhrsdorf, auf der anderen Elbseite, inmitten der Landschaft der Lommatzscher Pflege. Hierher lud sie zum Malen und Zeichnen im Freien ein, zu einer Auszeit vom Großstadtalltag und von den Zwängen des Broterwerbs, zu Begegnung und Austausch in und mit der Natur und gemeinsamen künstlerischen Schaffen.

In flimmernden Grüntönen hat Cornelia Konheiser „Waldstücke“ und farbspiegelnde „Teichrosen“ festgehalten. Fast an Wolkenschafe erinnern zwei Gouache- und Kreidezeichnungen von Nadja Göschel. Den wildromantischen Garten der Gastgeberin hast Sylvia Fenk in einer Kaltnadelradierung eingefangen. Archaisch-erdverbunden und luftig weit sind drei mit Kohle gezeichnete Landschaften von Maja Nagel. In zarten Pastelltönen leuchtet eine „Schneelandschaft am Morgen“ in einem Ölbild von Maria Mednikova. Tiefe Ruhe strahlt eine Radierung von Hans-Jürgen Reichelt aus. Eine Wiese mit knorrigen Bäumen, Ziege und altem Bauernhaus. „Der Nachlass des böhmischen Korbmachers Joseph K.“ füllt einen Bilderrahmen.

„Der Schauspieldirektor der Landesbühnen, Peter Kube sah Arbeiten der am Plenair beteiligten Künstler vorher in einer anderen Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul und fand, sie würden gut passen in unser Haus“, sagte Stefan Wiel, Ausstattungsleiter der Landesbühnen, zur Ausstellungseröffnung am Sonnabend. Teil 2 der Ausstellung „Die andere Seite“ bringt nun auch ein Stück Natur ins Theater. Zu sehen noch bis 31. Mai im Besucherfoyer der Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Text + Fotos (lv)

Das nächste Künstler-plenair findet vom 28.5. bis 1.6. in Röhrsdorf statt.
Kunstoffenes Wochenende: 8. bis 10.6.
Ausstellungseröffnung: 8.6., 19.30 Uhr (Laudatio Thomas Gerlach; Musik: Blechemission); Geöffnet bis 24.6. auf Anfrage (Tel.: 01577 – 29 66 008)

Dieses Projekt sucht noch Förderer und Sponsoren.

http://www.franziska-kunath.de

 

Teilen mit:

  • Auf X teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) X
  • Auf Facebook teilen (Wird in neuem Fenster geöffnet) Facebook
← Ältere Beiträge
Neuere Beiträge →

Neueste Kommentare

Avatar von Peter WinklerPeter Winkler bei Gruppenausstellung „Kuns…
Avatar von mystic4c08bdbb50mystic4c08bdbb50 bei Die Katzenbücher sind da…
Avatar von Radelnder UhuRadelnder Uhu bei Atelierbesuch bei Jochen Fiedl…
Avatar von Reinhard HeinrichReinhard Heinrich bei Premiere „Der Raub der S…
Avatar von Sonic DimensionsSonic Dimensions bei Heiß umkämpft. Die Wahrheit. A…

Archiv

  • Oktober 2026
  • September 2026
  • August 2026
  • Juli 2026
  • Juni 2026
  • Mai 2026
  • März 2026
  • Februar 2026
  • Januar 2026
  • Dezember 2025
  • November 2025
  • Oktober 2025
  • September 2025
  • August 2025
  • Juli 2025
  • Juni 2025
  • April 2025
  • März 2025
  • Februar 2025
  • Januar 2025
  • Dezember 2024
  • November 2024
  • Oktober 2024
  • September 2024
  • August 2024
  • Juli 2024
  • Juni 2024
  • Mai 2024
  • April 2024
  • März 2024
  • Februar 2024
  • Januar 2024
  • Dezember 2023
  • November 2023
  • Oktober 2023
  • September 2023
  • August 2023
  • Juli 2023
  • Juni 2023
  • Mai 2023
  • April 2023
  • März 2023
  • Februar 2023
  • Januar 2023
  • Dezember 2022
  • November 2022
  • Oktober 2022
  • September 2022
  • August 2022
  • Juli 2022
  • Juni 2022
  • Mai 2022
  • April 2022
  • März 2022
  • Februar 2022
  • Januar 2022
  • Dezember 2021
  • November 2021
  • Oktober 2021
  • September 2021
  • August 2021
  • Juli 2021
  • Juni 2021
  • Mai 2021
  • April 2021
  • März 2021
  • Februar 2021
  • Januar 2021
  • Dezember 2020
  • November 2020
  • Oktober 2020
  • September 2020
  • August 2020
  • Juli 2020
  • Juni 2020
  • Mai 2020
  • April 2020
  • März 2020
  • Februar 2020
  • Januar 2020
  • Dezember 2019
  • November 2019
  • Oktober 2019
  • September 2019
  • August 2019
  • Juli 2019
  • Juni 2019
  • Mai 2019
  • April 2019
  • März 2019
  • Februar 2019
  • Januar 2019
  • Dezember 2018
  • November 2018
  • Oktober 2018
  • September 2018
  • August 2018
  • Juli 2018
  • Juni 2018
  • Mai 2018
  • April 2018
  • März 2018
  • Februar 2018
  • Januar 2018
  • Dezember 2017
  • November 2017
  • Oktober 2017
  • September 2017
  • August 2017
  • Juli 2017
  • Juni 2017
  • Mai 2017
  • April 2017
  • März 2017
  • Februar 2017
  • Januar 2017
  • Dezember 2016
  • November 2016
  • Oktober 2016
  • September 2016
  • August 2016
  • Juli 2016
  • Juni 2016
  • Mai 2016
  • April 2016
  • März 2016
  • Februar 2016
  • Dezember 2015

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 133 anderen Abonnenten an

Meine Community

  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Closed Account
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Schnippelboy
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Xeniana
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von PicKate
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Manuela Mordhorst
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von jeanp
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von buchkomet
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Reni
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von sant marc air
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt
  • Avatar von Unbekannt

Bitte helft uns

Liebe Leser, Wenn Euch die Beiträge gefallen und Ihr unsere Arbeit (Autoren, Künstler, Webdesigner) unterstützen wollt, könnt Ihr auf folgendes Spendenkonto überweisen für das weitere Gedeihen dieses Gartens der Künste. Vielen Dank! Konto der Inhaberin des Blogs: Lilli Vostry/Text-Atelier DE 88 8707 0024 0525 231700

Über uns

Willkommen in diesem reichhaltigen Garten der Künste – Hier blüht Euch was! Hier wächst vieles, Schönes und Dorniges, Auffälliges und Verborgenes, Seltenes und Seltsames nebeneinander. Hier erfahrt Ihr das Neueste aus der Dresdner Kultur- und Kunstszene in aller Eigenart und Vielfalt. Sitzt man auf der Gartenbank mit namhaften und weniger bekannten Kulturmenschen und Menschen mit Ideen und Visionen aus anderen Lebensbereichen. Zeigen Künstler beim Atelier-Besuch ihre neuesten Werke, bevor sie in der Ausstellung hängen und erzählen, welche Bilder sie nie ausstellen würden. Wird Neues aus der Bühnen- und Bücherwelt vorgestellt, Augen- und Ohrenschmaus weitergegeben. Es gibt ein Traumtagebuch, für die Bilder der Nacht und Lebensträume. Es ist Platz für Poesie und Kurzprosa, Reisereportagen, Beiträge über das Leben mit anderen Kulturen, über Lebensart und Zwischenmenschliches. Es werden WortRaritäten gesammelt und Wort-Rätsel mit geheimnisvollem Inhalt gelüftet. Und nun: Schaut Euch um, entdeckt, genießt und lasst Euch anregen von der Fülle an Kulturgewächsen. Und vor allem: Bleibt schön neugierig und empfehlt meinwortgarten weiter.
Follow meinwortgarten.com on WordPress.com

Aktuelles Allgemein Auf der Gartenbank mit... Bildende Kunst Eine Sonnenblume für... Film Fotografie Genießen Im Atelier bei... In eigener Sache Kabarett Keine für Alle ! - Lara Finesse Kolumne Kultur Kurzgeschichten Lebensart Literatur Musik Natur Poesie Projekte Reportagen Satire Spendenkonto Tanz Tauschmarkt/Ideenbörse Theater Tiere Unterwegs Zwischenmenschliches

Blogstatistik

  • 210.350 Treffer
Lilli Vostry

Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

Vollständiges Profil anzeigen →

Meta

  • Konto erstellen
  • Anmelden
  • Feed der Einträge
  • Kommentare-Feed
  • WordPress.com

Aktuelles Allgemein Auf der Gartenbank mit... Bildende Kunst Eine Sonnenblume für... Film Fotografie Genießen Im Atelier bei... In eigener Sache Kabarett Keine für Alle ! - Lara Finesse Kolumne Kultur Kurzgeschichten Lebensart Literatur Musik Natur Poesie Projekte Reportagen Satire Spendenkonto Tanz Tauschmarkt/Ideenbörse Theater Tiere Unterwegs Zwischenmenschliches

Kulturkalender, Bildende Kunst, Theater, Literatur, Musik, Unterwegs, Genießen, Traumtagebuch, KünstlerPorträts, Interviews, Kolumne, Comics, Virtuelles Erzählcafé „Lebendige Beziehungen“

Kultur Musik Tiere

TOP-BEITRÄGE & SEITEN

  • Die Sprache des Steins: Ausstellung zum Abschluss des Internationalen Bildhauer-Symposiums auf dem Campus der Fachhochschule Dresden
  • Restaurace "Babicka" eröffnet mit tschechisch-böhmischer Küche in Pirna
  • BilderAlbum: Bilder & Klänge für alle im KlanGLaboR
  • "Mut schöpfen": Kurzgeschichte & Dialog-Szene "Wenn aus Liebe Gewalt wird"
  • Premiere "Leonce und Lena" nach Georg Büchner auf der Bürgerbühne im Kleinen Haus
  • Ausstellung "Mittendrin" von Peter Pit Müller & André Uhlig im Sächsischen Weinbaumuseum Hoflößnitz
  • Premiere "Die Laborantin" von Ella Road im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden
  • Premiere "Einige fühlen den Regen, andere werden nass" & Festivaltag mit Stücken von Jugendlichen im Theater Junge Generation
  • Ausstellung "Gotthardt Kuehl. Ein Lichtblick für Dresden" auf Schloss Burgk Freital
  • Ein Abend für Thomas Brasch im Minckwitzschen Weinberghaus in Radebeul

Top-Beiträge & Seiten

  • Ostereier verzieren: Sorbische Volkskunst für die Nachwelt bewahren
  • Premiere "Der Raub der Sabinerinnen" in der Comödie Dresden
  • Zirkus um Wildtiere: MDR-Reportage: "Zoff in der Manege - (k)ein Herz für Tiere?"
  • Atelierbesuch bei Kathrin Stadthaus: "Ich fühle mich überall zuhause"
  • Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung
  • Medea: Bitter-komische Rache einer Außerirdischen im Schauspielhaus Dresden
  • Premiere "Die Troerinnen" im projekttheater
  • Vorlesetag virtuell: Das Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" in 13 Sprachen unter dem Motto "Europa und die Welt"
  • Ausstellung "Mit allen Sinnen" von Michael Hofmann in der Galerie Kunst & Eros
  • Heusers Büchertheke - Lesung aus Juli Zehs Roman "Unterleuten"

Aktuelle Beiträge

  • Neue Katzen-Lyrik: Im Lichtzimmer
  • Neue Lyrik: Kerzenflamme & Alles aus Liebe
  • Neue Lyrik: Kindheitswege. Zwischen Gestern & Heute
  • Neue Gedichte vom Meer in HerbstFarben
  • Opera en miniature: „Abu Hassan“ – Musiktheater mit Puppen im Schloss Lauenstein
  • Letzte Gelegenheit in die fantastische Welt im Lügenmuseum Radebeul einzutauchen
  • „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“ – Vielleicht bringt die 25. Vorstellung Glück!
  • Klangwanderung & Konzert mit Agnes Ponizil & Anne Kathrin Wagler an zwei Klavieren beim Musiksommer Bärenstein
  • Start in die neue Spielsaison im Mittelsächsischen Theater: José Luis Gutiérrez dirigiert das Orchester mit viel Schwung
  • Wunderreiche Welt & unbequeme Wahrheiten: dem Lügenmuseum Radebeul droht die Räumung

Bloggen auf WordPress.com.

Datenschutz & Cookies: Diese Website verwendet Cookies. Wenn du die Website weiterhin nutzt, stimmst du der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen, beispielsweise zur Kontrolle von Cookies, findest du hier: Cookie-Richtlinie
  • Abonnieren Abonniert
    meinwortgarten.com
    Schließe dich 133 anderen Abonnenten an

    Hast du ein WordPress.com-Konto? Melde dich jetzt an.

  • meinwortgarten.com
    Website im Reader anzeigen
    Abonnements verwaltenRegistrierenAnmelden
    Melde diesen Inhalt
    Diese Leiste einklappen
Kommentare werden geladen …