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Kategorien-Archiv: Theater

Premiere „Der Bruch“ im projekttheater: Wie entsteht Gewalt, was verhindert sie?

04 Mittwoch Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Theater

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Auf der Suche nach dem eigenen Weg

In ihrem ersten eigenen Stück „Der Bruch“ erzählt die in Paris und Dresden lebende Künstlerin Rania El-Chanati in symbolreich und sinnlich fesselnden Bildern über  kulturelle Identität und Konflikte. Heute am 4..4., um 20 Uhr noch einmal im projekttheater Dresden.

Auf einer grauen Wand ein Stück Himmel. Ein junge Frau boxt mit Fäusten gegen einen Panzer. Immer und immer wieder. Mit dem Finger fährt sie zärtlich auf der Leinwand entlang über die Landschaft, das weiße Häusermeer im hell gleißenden Licht. Sie sieht die Bilder mit den Trümmerbergen der Häuser, mittendrin Helfer in orangenen Westen, die unermüdlich nach Verschütteten suchen. Hier kann sie nicht bleiben. Doch die Bilder der Zerstörung, das Leben der Menschen dort, die ihr nah und fremd zugleich sind, die Stimmen, Geräusche, das Leid und die Sehnsüchte begleiten sie überall hin. Wie entsteht Gewalt, was verhindert sie? Wie sieht kulturelle Identität aus, wenn man nicht nur eine Heimat hat? Davon erzählt in symbolreich, sinnlich fesselnden Bildern und kraftvoll-ergreifender Körpersprache Rania El-Chanati.

Mit ihrem ersten eigenen Stück ist die in Paris und Dresden lebende Künstlerin mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits derzeit im projekttheater in Dresden zu Gast. Nach der gestrigen Premiere mit Zuschauern vor allem aus dem Freundeskreis und ihrer Familie ist ihre Bildercollage mit Liverperformance heute abend (4.4., 20 Uhr) noch einmal zu erleben. Nach der Vorstellung freut sich die Künstlerin auf Gespräche mit den Zuschauern. Rania El-Chanati spielt allein, barfuß, mit einem Rollkoffer als fiktivem Partner, an dem sie sich festhält, sich anlehnt, erschöpft vom langen Fußmarsch durch die glühende Landschaft bis zum Meer. Und der ihre Sachen aufbewahrt. Ein weißes Tuch, in das sie sich hüllt zum Schutz vor Wind und Kälte, das sie über den Kopf zieht und ihren Körper gänzlich verhüllt, aus dem sie sich befreit und rote Handschuhe überzieht, die sie verheißungsvoll in die Höhe reckt zu pulsierenden Trommelklängen. Ihr Gesicht erscheint auf ihren Körper, auf die äußere Hülle projiiziert, dahinter ihr Schatten, der für das rätselhafte, andere Ich steht, das nicht weiß wohin, das sieht, wahrnimmt und aus der Ferne fremde, unverständliche Sprachlaute hört. Begleitet von bunten Lichtern tanzt, schwenkt, schwebt sie einen Moment mit ihrem Koffer selbstvergessen, frei von allen Zwängen.

Sieht Bilder von übermütig hoch auf den Häusertrümmern spielenden, kletternden und über sie hinweg springenden Kindern und Jugendlichen. Doch ihre Unbeschwertheit erreicht sie nicht. Vorbei das Lachen der jungen Frau, die sich die roten Lippen nachzieht auf der Leinwand. Die Musik bricht ab als die junge Frau einen tickenden Gegenstand unter ihrer schwarzen Jacke verbirgt.

Die Bilder sind offen, interpretierbar für die Zuschauer gehalten. Jedes erzählt eine Geschichte. Vor dem Hintergrund des sehr komplexen, vielschichtigen Nahostkonflikts mit alltäglicher Gewalt wegen immer neu aufflammender Grenz- und Gebietsstreitigkeiten im Grenzgebiet von Israel und Palästina, fehlenden Perspektiven für junge Leute und patriarchalen Strukturen einer dominierenden Männergesellschaft. Es geht um Rollenbilder, Einsamkeit und Gefangensein von Frauen und einen Weg daraus für sich zu finden. „Wenn da keiner gegensteuert, verselbstständigt sich das auch mit der Gewalt“, sagt Rania El-Chanati. Das Stück sei ein Versuch, diese Themen zu visualisieren. Sie kennt das zwiespältige Gefühl der Suche nach Zugehörigkeit von ihren Reisen. Durch ihren arabischen Namen und Aussehen sei ihre deutsche Herkunft nicht gleich ersichtlich und bei den Palästinensern sei sie keine von ihnen und spreche auch kein Arabisch. „Ich frage mich, was palästinensische Identität eigentlich ist und finde darauf keine Antwort.“

Text + Fotos (lv)

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Premiere „Erniedrigte und Beleidigte“ von Dostojewski im Schauspielhaus Dresden

02 Montag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Fotos: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

„Habt Ihr noch was?!“

Leidenschaftliches, spielbesessenes Theater, das schmerzhaft-komisch die Abgründe der menschlichen Seele auslotet, erntete ebenso viele Bravo- wie Buhrufe bei der Premiere von Dostojewskis Stück „Erniedrigte und Beleidigte“ unter Regie von Sebastian Hartmann im Schauspielhaus Dresden.

Wozu die Aufregung?! Die Inszenierung „Erniedrigte und Beleidigte“ nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski unter Regie einschließlich Bühnenbild von Sebastian Hartmann polarisiert, bekam ebenso viele Bravo- wie Buh! Geld zurück!-Rufe nach der Premiere am Gründonnerstag im Schauspielhaus Dresden. Im Stücktitel klingt schon an, dass da einiger Zündstoff dahinter steht. Ja, es geht heftig zur Sache. Fiebrig, pulsierend, grell, zäh. Ein (Alb)traum und doch Wirklichkeit. Verliebte gebärden sich wie Verrückte. Wer zu verquer auftritt, zu laut lamentiert, wird schnurstracks auf die Krankentrage verfrachtet, zum Schweigen gebracht und weggefahren.

Leidenschaftliches, spielbesessenes Theater, drei Stunden lang, mit großartigen Schauspielerinnen und Schauspielern, die so scheint es gar nicht aufhören wollen, sich zwischendurch auch selbst fragen, was diese oder jene Szene eigentlich soll, dass man die ganze Geschichte endlich auch mal erzählen müsste – was kurz vor Ende sehr russisch wehmütig-ironisch auch passiert bis zum abschließenden: „Habt Ihr noch was?!“. Doch da haben sie längst alles ausgereizt an theatralen Mitteln, was Körper, Stimme und Sprache hergeben (unter Verwendung einer heruntergerasselten Hamburger Poetikvorlesung von Wolfram Lotz, fast ein Sinnbild für das Ringen von Kunst und Sprache um Gehör heutzutage! Auch angesichts allgegenwärtiger Reizüberflutung). Danach hat man keine Lust auf Wein oder Gespräche mehr. Man fühlt sich wie benommen von der Fülle an Eindrücken, dem Gefühlschaos auf der Bühne, dem wilden Gezappel der Körper, die in Schmerz, Ekstase, dahin geschleuderten Geistesergüssen und Verzweiflung sich ergehen.

Das ist nicht leicht auszuhalten, dermaßen zwischen nebulöser Leere mit umher geisternden, dunklen Gestalten, groteskem Wahnwitz und tieftrauriger Melancholie und Verzweiflung, untermalt von sanfter Cello- und Klaviermusik und dröhnenden Bässen, hin und her gerissen als Zuschauer, den Spiegel vorgehalten zu bekommen über die Abgründe der menschlichen Seele. Die Gier nach Macht, Erfolg, Heirat ohne Liebe nur aus materiellen Beweggründen, Gleichgültigkeit gegenüber anderem Leid, Angst vor dem Tod, dem Nichts und dagegen Anspielen, im Dunklen einer Dachkammer den einen, winzigen Sonnenstrahl sehen, der wieder Licht in die Seele bringt, neue Gedanken anstößt… Wunderbar dazu das nach und nach entstehende, vielschichtig übermalte Leinwandbild mit seinen Schwarz-Weiß-Schattierungen von Tilo Baumgärtel mit einem staunend-fragenden Kindergesicht in der Mitte, das Treiben der Erwachsenen beobachtend, zugleich ihre Erinnerungen, Ängste und Träume verkörpernd.

Man fühlt sich streckenweise so allein gelassen und ratlos wie die im dichten Nebel umher irrenden Figuren auf der Bühne mit der bruchstückhaft erzählten, aufgesplitterten, erst gegen Ende einigermaßen verständlichen Geschichte. Nichts ist eindeutig, alles möglich und ungewiss. Das zeigt dieser intensive, schmerzhaft schöne und zwiegespaltene Theaterabend, der garantiert keinen kaltlässt, eindrucksvoll.

Text (lv)

Nächste Vorstellungen:

2.4. und 21.4, 19.30 Uhr; 8.4., 19 Uhr und 29.4., 16 Uhr

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Rania El-Chanati mit ihrem ersten Stück „Der Bruch“ im projekttheater

02 Montag Apr 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Film, Theater

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Die Künstlerin Rania El-Chanati. Die Abendsonne wärmt nicht, Kälte und Angst begleiten die Frau mit der schwarzen Haarsträhne vorm Gesicht. Wo wird ihr Weg hinführen? Fotos: privat

Ausbrechen aus der Gewaltspirale

Die Bildercollage mit Liveperformance der in Paris und Dresden lebenden, jungen Künstlerin mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits lädt ein zum Nachdenken über Heimatverlust, kulturelle Identität und Raum, diese zu leben. Zu sehen am 3. und 4. April, um 20 Uhr  mit anschließender Gesprächsmöglichkeit im projekttheater.

Eine rote Hand erhebt sich abwehrend vor grell blendendem Licht auf dem Titelplakat. Auf einem weiteren Bild hält eine junge Frau eine schwarze Haarsträhne schützend vors Gesicht, in der anderen Hand einen Rollkoffer vor glühender Landschaft. Es sind Aufnahmen aus dem Stück „Der Bruch“ von Rania El-Chanati. Mit ihrem ersten eigenen Theaterprojekt kommt die in Paris lebende Künstlerin am 3. und 4. April, um 20 Uhr im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ ins projekttheater in Dresden.

In dieser Bildercollage mit Liveperformance, in der sich Film- und Theatersprache ausdrucksreich verbinden, werden die Zwänge und Wünsche einer jungen Frau mit Blick auf ihren eigenen familiären Hintergrund und die großen Themen des Nahostkonflikts dargestellt. Es geht um die Auseinandersetzung mit der Spirale von Angst, Wut und Gewalt, die gerade zu Ostern am Karfreitag wieder eskalierte bei  Massenprotesten von Palästinensern im israelischen Grenzgebiet. Gibt es einen Ausweg aus der Gewalt?, fragt das Stück.

„Mein Theaterprojekt möchte das Publikum für die Ursachen der Konflikte sensibilisieren und zum Nachdenken über Themen wie kulturelle Identität und Raum, um sie zu leben, anregen“, sagt Rania El-Chanati. „Da das Stück sich einer fiktiven Sprache bedient, bekommen die Bilder einen universellen Charakter. Jede Situation kann sich somit in jedem Teil der Welt abspielen.“

Rania El-Chanati ist im Harz geboren und in Dresden aufgewachsen, mit palästinensischen Wurzeln väterlicherseits. Die Welt des Theaters lernte sie von klein an kennen durch ihre Mutter, die Schauspielerin Annette Richter. Sie führt Regie bei diesem Stück. Theater und Film sind für Tochter Rania sowohl „magische als auch politische Orte, die die geistige Interaktion mit dem Publikum ermöglichen.“

Sie verwendet vor allem symbolische Bilder, zum Teil eigene Aufnahmen und schon vorhandene Dokumentarfotos, darunter eins vom berühmten Street Art-Künstler Banksy. Alltagsobjekte werden im Spiel verfremdet und bekommen so eine politische Bedeutung. Nach dem Abitur verbrachte Rania El-Chanati eineinhalb Jahre im Libanon und in Frankreich. Sie besitzt einen deutsch-französischen Bachelor in “Interkulturelle Europa- und Amerikastudien“, ein Diplom in „Kulturelle Mediation“ und einen Master in Filmwissenschaften. Parallel zu ihrem Studium an der Universität Sorbonne hat sie eine Schauspielausbildung am Method Acting Center in Paris absolviert und an verschiedenen Workshops der Schauspielschule Cours Florent teilgenommen.

Seit 2011 lebt Rania El-Chanati in Paris und Dresden. Ihr Stück „Der Bruch“ wird auch in Frankreich aufgeführt. Es kam auch in die Vorauswahl des Wettbewerbs „Concours Déclics jeunes“, den jährlich die Fondation de France veranstaltet. Im Sommer entscheidet die Jury über die Gewinnerprojekte.

Text (lv)

 

 

 

 

 

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Premiere „Der Vetter aus Dingsda“ an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

29 Donnerstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Der geheimnisvolle Fremde

Die Operette „Der Vetter aus Dingsda“ von Eduard Künneke entführt heiter-ironisch in exotische Traumgefilde. Am 31. März, um 19 Uhr hat sie Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Uraufgeführt 1921 in Berlin zählt «Der Vetter aus Dingsda» mit seinen lyrischen Liedern, temperamentvollen Ensembles und humorvollen Tanzweisen zu den großen Erfolgsoperetten der «Goldenen Zwanziger Jahre» und wie immer geht es um die Liebe. Für die reiche Erbin Julia haben ihre beiden Vormunde verschiedene Heiratskandidaten vorgesehen, damit das Geld in der Familie bleiben möge. Doch Julia hat ihre eigenen Pläne: Sie wartet auf ihren Traummann, den Vetter Roderich, dem sie einst Treue geschworen hat, als dieser sie vor vielen Jahren verließ – Richtung «Dingsda» in den indischen Kolonien.

Spontan gibt sich August, von einem der Vormunde aus der Ferne herbeizitiert und sofort in Julia verliebt, als dieser Roderich aus! Nun ist bei Julia die Freude groß, doch nur solange, bis der echte Roderich aus Indien erscheint …

Natürlich werden zum guten Schluss wie üblich (fast) alle glücklich! Und glücklich macht auch die Musik, denn die Melodien der Operette erweisen sich als bekannte Ohrwürmer oder wissen sich als solche unmittelbar zu empfehlen.

«Onkel und Tante, ja das sind Verwandte, die fallen einem Mädchen auf‘s Gemüt» – hört man Julias Freundin Hannchen schimpfen. Der Valse Boston «Strahlender Mond, der am Himmelszelt thront» soll Julias Küsse nach Indien tragen, und August übt sich in Verstellungskünsten mit dem Lied «Ich bin nur ein armer Wandergesell‘ …» oder dem exotisch angehauchten Foxtrott «Sieben Jahre lebt‘ ich in Batavia».

Es spielt die Elbland Philharmonie Sachsen (musikalische Leitung: Jan Michael Horstmann) in dieser Inszenierung von Manuel Schöbel, Intendant der LB.

Text: Petra Grubitzsch, Landesbühnen

Weitere Termine

2.4., 19:00, 6.4., 19.30 Uhr, Hauptbühne;
8.4., 16:00 Uhr, Theater Meißen;
20.4., 19:30 Uhr, B.Elster/Theater;
27.4., 19:30 Uhr, Kulturhaus Freital;
29.4., 18 Uhr, Kulturzentrum Großenhain 

www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Premiere „Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?“ im Boulevardtheater

26 Montag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Foto: Robert Jentzsch

Ein Feuerwerk der Lebensfreude

Die Musikkomödie „Azzurro“ feiert mit viel Herz, Humor und gefühlreichen Italo-Hits von Adriano Celentano bis Zucchero La Dolce Vita, pure südliche Lebenslust.

Der Winzer Adriano ist alles andere als ein Frauenheld. Er ist Junggeselle, stachlig wie eine Distel und macht den besten Wein im Dorf. Eine echte Herausforderung für Mama Felicita und die schöne Ornella, den Widerspenstigen für sich zu gewinnen. Mit viel Herz, Humor und heißen Hits entführt die Musikkomödie „Azzurro – Wie zähme ich einen Italiener?“ von Michael Kuhn ins Land von Pizza, Pasta und Amore. Die Premiere war am Sonntagabend im Boulevardtheater.

Vor beschaulicher südlicher Kulisse unter azurblauem Himmel geht es turbulent zu. Die Inszenierung von Olaf Becker spielt liebevoll ironisch mit Klischees über Italiener und die Liebe frei nach dem bekannten Kinospielfilm “Der gezähmte Widerspenstige“ mit Adriano Celentano und Ornella Muti. Der Eisverkäufer Dino de Angelo spielt Mandoline und Gitarre (Andreas Goldmann) und hat für jede Szene und Stimmung die passende Melodie parat. Zugleich verkörpert er gewitzt leibhaftig La Dolce Vita,  das pralle Leben. Die Musik ist zum Dahinschmelzen mit Italo-Hits von Adriano Celentano, Al Bano und Romina Power, Eros Ramazotti, Gipsy Kings, Maria Callas, Andrea Bocelli bis Gianna Nannini.

Das zündet sofort, versprüht reichlich südliche Leichtigkeit, Leidenschaft und gute Laune, die sich sogleich mitreißend aufs Publikum überträgt. Mama Felicita (Karina Schwarz) betrachtet alle als große Familie und hält forsch-temperamentvoll die Fäden zusammen. Sie zählt auf, was Bella Italia alles zu bieten hat, von gutem Essen, viel Lust auf Liebe bis zu Vino und Mafia, die sei ein echter Exportschlager… Ihren Sohn Fabrizio spielt ein waschechter Italiener (Joyello Sabatelli), mal mit Haarknoten und offener Mähne, der abwechselnd flirtet und streitet über die bessere Pizza und Pasta mit der kessen Gloria (Katharina Eirich), der Restaurantbesitzerin von nebenan. Der abweisende, sture Eigenbrötler Adriano (Andreas Köhler) weckt allen Ehrgeiz und weibliche Waffen von Mama Felicita, und sie steht der aufreizend-lebenslustigen Ornella (Dorothee Krüger) mit Rat und Tat zur Seite. Und sie werfen Münzen in den Brunnen, damit Glück und Liebe sprudeln.

Köstlich die dem Film nachempfundenen Szenen, wenn Adriano die Weintrauben im Fass stampft, befeuert von der Musik mit Hüftschwung und damit dem Wein eine besondere Fußnote verleiht. Wenn er Ornella in wilder Fahrt im Bett über die Bühne rollt, am verlassenen Kopfkissen ihren Duft schnuppert. Oder demonstrativ Holz hackt mit ganzer Manneskraft, während Ornella nicht mit ihren Reizen geizt.  Ob er überhaupt irgendeinen Menschen brauche?!, fragt ihn Ornella fast aufgebend. „Nein! Aber ich will dich!“, stellt Adriano klar. Frauen wollten doch einen Mann, der sie will und nicht braucht. Er sei keiner dieser modernen Männer, die Anerkennung bei Frauen suchen, abhängig sind. Zum Schluss sprudelt die Fontäne im Brunnen, feiern drei Paare Hochzeit. Reichlich Beifall für einen Theaterabend voller Lebensfreude, aus dem man fröhlich beschwingt mit aufkommenden Frühlingsgefühlen geht.

(lv)

http://www.boulevardtheater.de

 

 

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Premiere The Black Rider im Kulturkraftwerk Mitte

13 Dienstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Musik, Theater

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Foto: Marco Prill

Spiel mit dem Feuer

Das Musical „The Black Rider – The Casting of the Magic Buletts“ von William S. Burroughs, Tom Waits und Robert Wilson für Zuschauer ab 13 Jahre feiert spartenübergreifend in einer Kooperation der Staatoperette Dresden und dem Theater Junge Generation am 16. März, um 19.30 Uhr Premiere im Kulturkraftwerk Mitte.

           
Seelenheil gegen Volltreffer: Wilhelm lässt sich mit dem Teufel ein! Um sein Käthchen heiraten zu dürfen, muss er ihrem Vater Bertram beweisen, dass er ein „echter Kerl“ ist. Der sucht nicht nur einen Schwiegersohn, sondern auch einen Nachfolger für die Försterei und diese bekommt nur, wer erfolgreich den Probeschuss auf eine fliegende Taube absolviert. Leider hat Wilhelm bisher eher durch geistige Leistungen geglänzt als durch Zielgenauigkeit mit dem Gewehr. In seiner Not ist dem jungen Mann jedes Mittel recht und als ein mysteriöser Geselle namens Stelzfuß ihm treffsichere Kugeln verschafft, ist das tragische Ende vorprogrammiert.

Eine Koproduktion der Staatsoperette Dresden und dem tjg. theater junge generation.

Die beiden Nachbartheater Staatsoperette Dresden und tjg. theater junge generation vereinen in dieser Inszenierung ihre besonderen Kompetenzen: Musical und Theater für ein junges Publikum treffen aufeinander, SängerInnen und SchauspielerInnen stehen gemeinsam auf der Bühne und mit Jos van Kan inszeniert ein Regisseur, der sowohl im Kinder-und Jugendtheater als auch im Musiktheater zu Hause ist.

Text: Norbert Seidel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit TJG

http://www.tjg-dresden.de

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Ausstellung „Die andere Seite“ in den Landesbühnen Sachsen Radebeul

13 Dienstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Theater

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Ausstellungseröffnung im Glashaus der Landesbühnen

Natur im Theater

Die Ausstellung „Die andere Seite“ zeigt urwüchsige Werke von 15 Künstlern an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Eine urige Holzfigur schwebt von der Decke. Üppiges Grün sprießt vor den hohen Glasfenstern im oberen Theaterfoyer. Eine „Landschaft mit Fisch“ im Himmelsblau und skurrilen Baumgestalten hängt dort von Franziska Kunath. Die Malerin ist auch die
Initiatorin der Ausstellung „Die andere Seite“, die am Sonnabend an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul vor der Premiere „Ein Sommernachtstraum“ eröffnete.

Bevor sich der Vorhang zu dieser zauberhaft komischen Liebeskomödie Shakespeares hob, konnten die Besucher in urwüchsig-traumversonnene Bilderlandschaften eintauchen. Zu sehen sind 71 Arbeiten, Malerei, Zeichnungen, Grafik und Objekte, von 15 Künstlerinnen und Künstlern. Die meisten Werke entstanden bei einem Plein-air 2017 auf dem Gehöft von Franziska Kunath in Röhrsdorf, auf der anderen Elbseite, inmitten der Landschaft der Lommatzscher Pflege. Hierher lud sie zum Malen und Zeichnen im Freien ein, zu einer Auszeit vom Großstadtalltag und von den Zwängen des Broterwerbs, zu Begegnung und Austausch in und mit der Natur und gemeinsamen künstlerischen Schaffen.

In flimmernden Grüntönen hat Cornelia Konheiser „Waldstücke“ und farbspiegelnde „Teichrosen“ festgehalten. Fast an Wolkenschafe erinnern zwei Gouache- und Kreidezeichnungen von Nadja Göschel. Den wildromantischen Garten der Gastgeberin hast Sylvia Fenk in einer Kaltnadelradierung eingefangen. Archaisch-erdverbunden und luftig weit sind drei mit Kohle gezeichnete Landschaften von Maja Nagel. In zarten Pastelltönen leuchtet eine „Schneelandschaft am Morgen“ in einem Ölbild von Maria Mednikova. Tiefe Ruhe strahlt eine Radierung von Hans-Jürgen Reichelt aus. Eine Wiese mit knorrigen Bäumen, Ziege und altem Bauernhaus. „Der Nachlass des böhmischen Korbmachers Joseph K.“ füllt einen Bilderrahmen.

„Der Schauspieldirektor der Landesbühnen, Peter Kube sah Arbeiten der am Plenair beteiligten Künstler vorher in einer anderen Ausstellung in der Stadtgalerie Radebeul und fand, sie würden gut passen in unser Haus“, sagte Stefan Wiel, Ausstattungsleiter der Landesbühnen, zur Ausstellungseröffnung am Sonnabend. Teil 2 der Ausstellung „Die andere Seite“ bringt nun auch ein Stück Natur ins Theater. Zu sehen noch bis 31. Mai im Besucherfoyer der Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Text + Fotos (lv)

Das nächste Künstler-plenair findet vom 28.5. bis 1.6. in Röhrsdorf statt.
Kunstoffenes Wochenende: 8. bis 10.6.
Ausstellungseröffnung: 8.6., 19.30 Uhr (Laudatio Thomas Gerlach; Musik: Blechemission); Geöffnet bis 24.6. auf Anfrage (Tel.: 01577 – 29 66 008)

Dieses Projekt sucht noch Förderer und Sponsoren.

http://www.franziska-kunath.de

 

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7. Lange Nacht der Dresdner Theater

08 Donnerstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Ein Abend voller Theater! 

Insgesamt 150 Vorstellungen locken auf 30 Bühnen. Der Vorverkaufsstart für die Lange Nacht der Dresdner Theater 2018 ist am 9. März im Schauspielhaus.

Für die 7. Lange Nacht der Dresdner Theater, die in diesem Jahr am 7. April stattfinden wird, beginnt der zentrale Vorverkauf am 9. März um 10.00 Uhr im Foyer des Schauspielhauses am Postplatz. Zur 7. Langen Nacht der Dresdner Theater gibt es ein mit rund 70 unterschiedlichen Angeboten und insgesamt 150 Vorstellungen auf 30 Bühnen noch mal erweitertes Programm zwischen Schauspiel, Kabarett, Puppentheater, Oper, Performance, Comedy und vielem mehr, darunter auch verschiedene Angebote für Kinder und Familien. Es beginnt um 16 Uhr.

Mit jeweils rund 9.000 verkauften Bändchen erfreut sich die Lange Nacht eines dauerhaft regen und stabilen Zuspruchs. Die meisten Angebote waren in den letzten Jahren am Abend selbst restlos ausverkauft. Um allen Besuchern möglichst viele Angebote zu ermöglichen, geht wie gewohnt die Hälfte der Karten in den Vorverkauf, die andere Hälfte ist dann an den jeweiligen Abendkassen ab einer halben Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Das als Eintrittskarte dienende Armband gilt zugleich als Fahrausweis für die DVB/VVO ab 7. April, 14.00 Uhr bis 8. April, 4.00 Uhr.

Die beteiligten Theater freuen sich auf ein neugieriges Publikum!

Online sind Tickets unter www.saxticket.de erhältlich. Der komplette Spielplan und alle weiteren Informationen zur Langen Nacht der Dresdner Theater finden Sie unter: www.lange-nacht-der-dresdner-theater.de

Text: Gertrud Aringer, Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden

Telefon +49 351 4913 755

www.staatsschauspiel-dresden.de

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Premiere „Ein Sommernachtstraum“ an den Landesbühnen Sachsen Radebeul

05 Montag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Verwirrspiel der Gefühle

Die Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare hat am 10. März, um 19 Uhr Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

In Shakespeares bekanntestem und erotischstem Stück liegen im raschen Wechsel der Emotionen Verzückung und Verzweiflung, Ernst und Komik dicht beieinander.

Mit Eifer und fest überzeugt von ihrem schauspielerischen Talent planen Athener Handwerker die Aufführung einer «tieftragischen Komödie» auf der Hochzeit Theseus‘, des Herzogs von Athen, mit Hippolyta, der besiegten Amazonenkönigin. Die Vorfreude Theseus‘ wird von der Beschwerde eines Athener Bürgers getrübt, der sich bei dem Machthaber über seine Tochter Hermia beklagt, weil sie gegen den väterlichen Willen Lysander heiraten will und nicht den ihr zugedachten Demetrius. Dafür droht ihr nach dem Athener Gesetz die Todesstrafe. Um sich zu retten, sucht sie mit ihrem Geliebten Zuflucht in einem Wald, nichtahnend, dass sie in das Reich des Elfenkönigs Oberon und seiner Frau Titania geraten sind.

Die beiden werden von Demetrius verfolgt, der Hermia nicht freigeben will. Helena, von ihm verlassen und sich nach ihm verzehrend, eilt ihnen nach. Zwischen Oberon und Titania tobt ein wilder Streit der Eifersucht. Aus Rache manipuliert der Elfenkönig seine schlafende Frau mit einem besonderen Blütensaft, der glühendes Verlangen nach der erstbesten Kreatur entfacht, die das Auge erblickt. Das ist ausgerechnet der großspurigste der Athener Handwerker – Zettel, dem der Elf Puck einen Eselskopf angezaubert hat. Auch unter den beiden jungen Paaren aus Athen stiftet Puck schwere Verwirrung. Verblendet bedrängen Lysander und Demetrius nun Helena mit der gleichen Leidenschaft, die vorher Hermia galt. Die Gefühle sind nicht mehr steuerbar …

INSZENIERUNG: PETER KUBE; AUSSTATTUNG: BARBARA BLASCHKE

Darsteller

Theseus – Matthias Henkel; Hippolyta– Sophie Lüpfert; Egeus– Michael Heuser; Lysander – Felix Lydike; Demetrius – Johannes Krobbach; Hermia– Luca Lehnert; Helena– Julia Rani; Oberon – Grian Duesberg; Titania– Sandra Maria Huimann; Ein Elf!Spinnweb – Anke Teickner; Puck – Tom Hantschel; Bohnenblüte – Sophie Lüpfert;    Peter Squenz (Thisbe)- Michael Berndt-Canana; Zettel (Pyramus)- Holger Uwe Thews;  Schnauz (Wand) – Moritz Gabriel; Schnock (Löwe)- Jürgen Haase

Termine

10.03., 11.3., 18.3., 19 Uhr; Hauptbühne Radebeul
14.03., 19.30 Uhr, Hoyerswerda Lausitzhalle
17.03., 19 Uhr, Neustadt  Neustadthalle
23.03., 19 Uhr, Freital Kulturhaus
25.03., 18 Uhr, Großenhain Kulturzentrum
01.04., 19 Uhr; 7.4., 19.30 Uhr, Hauptbühne Radebeul
21.04., 19.30 Uhr,  Meissen Theater
03.05., 19.30 Uhr Hauptbühne Radebeul

Text: Petra Grubitzsch, LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Premiere „Der gute Mensch von Sezuan“ im Schauspielhaus Dresden

25 Sonntag Feb 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Fotos: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

Reibungsvolles Doppelspiel um Geld und Liebe

Vom Spagat zwischen Gut sein zu sich selbst und anderen erzählt bilderstark, prägnant, voller traurigkomischer Momente die Inszenierung im Schauspielhaus Dresden.

„Lass es dir gut gehen! Vor allem sei gut!“ Dieser Rat der Götter erweist sich als ebenso verlockend wie tückisch für die Prostituierte Shen Te. Alle Hoffnung ruht auf ihr im Stück “Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht. Die Premiere war am Sonnabend im Schauspielhaus Dresden.

Gespielt wurde die Stückfassung von 1943 mit Musik von Paul Dessau. Der Ursprung dieser Parabel liegt in Dresden. Hierhin waren Bertolt Brecht, Arnold Bronnen und Alfred Döblin 1926 zu einer Dichterlesung eingeladen, nach der Brechts Gedicht „Matinee in Dresden“ entstand. Die rüde Ablehnung von Seiten des Dresdner Publikums war Anlass für das spätere Stück, in dem witzig-sarkastisch die drei Götter auf der Suche nach dem Guten stellvertretend für die drei Dichter stehen. Vor dem schwarzen Bühnenvorhang läuft der burschikose Wasserverkäufer Wang (Anton Petzold) auf und ab und fragt die Zuschauer, woran man denn die Götter erkennt?

Wenig später prasseln Geldstücke von oben herunter auf die Bühne, doch es klingt mehr wie Kettenrasseln als ein Segen. Mittendrin steht in rotem Kleid die Prostituierte Shen Te, zart und willensstark zugleich (Betty Freudenberg), die den Göttern als Einzige Obdach gewährte und von der göttlichen Belohnung einen kleinen Tabakladen kauft. Den trägt Shen Te als helle Kiste mit sich herum, um die sich Arme und Obdachlose, Männer, Frauen und Kinder mit Wäschebündeln drängen, gierig hinein langen, um benebelt von Zigaretten und Opium einen Moment ihre Sorgen zu vergessen. Doch ihre Gastfreundschaft und Güte werden von der Kundschaft schamlos ausgenutzt und treiben sie fast in den Ruin. Um zu überleben, erfindet Shen Te den skrupellosen Vetter Shui Ta, der im übergroßen Anzug hart durchgreift und das Geschäftliche regelt. Daraus entzündet sich ein spannendes wie reibungsvolles Doppelspiel und innerer Widerstreit der Hauptheldin zwischen Gutsein und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer, zwischen Liebe und Geld, Mitgefühl und Eigennutz auf der kalt, metallenen Bühne, die immer mehr in Schräglage gerät.

Zu erleben war bilderstarkes, großartiges Schauspielertheater mit prägnanten, rauen und kantigen Figuren in Brechtscher Manier, körperintensiv, voller absurder, traurigkomischer, berührender Momente in dieser Inszenierung von Nora Schlocker. Wenn der lebensmüde Flieger Yang Sun (Matthias Reichwald) mit Seilschlinge auf dem Dach steht, Shen Te ihn rettet, eine Wasserflasche reicht. Beide auf der grauen Fläche mit ausgebreiteten Armen wie Liebende einen Augenblick zu schweben scheinen. Wie Geld verführt zeigt Yang Sun wenig später, als er die adrette Hausbesitzerin im pinkfarbenen Kleid Mi Tzü (Deleila Piasko) gierig umschlingt und kopfüber schüttelt bis alle Münzen aus ihrem Dekolletée herausgefallen sind. Oder wenn Shen Tes Vetter im glänzenden Gewand wie ein Geldheiliger auf dem Gipfel der Macht thront, bis die Bettelarmen ihn herunterstürzen. Die Götter agieren als unsichtbarer, salbungsvoll säuselnder und Durchhalteparolen rufender Chor (Kammerchor Pesterwitz). Die Frage nach einem guten Schluss aus dem Schlamassel gibt Shen Te ans Publikum weiter. Viel Beifall.

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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