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Kategorien-Archiv: Theater

7. Lange Nacht der Dresdner Theater

08 Donnerstag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Ein Abend voller Theater! 

Insgesamt 150 Vorstellungen locken auf 30 Bühnen. Der Vorverkaufsstart für die Lange Nacht der Dresdner Theater 2018 ist am 9. März im Schauspielhaus.

Für die 7. Lange Nacht der Dresdner Theater, die in diesem Jahr am 7. April stattfinden wird, beginnt der zentrale Vorverkauf am 9. März um 10.00 Uhr im Foyer des Schauspielhauses am Postplatz. Zur 7. Langen Nacht der Dresdner Theater gibt es ein mit rund 70 unterschiedlichen Angeboten und insgesamt 150 Vorstellungen auf 30 Bühnen noch mal erweitertes Programm zwischen Schauspiel, Kabarett, Puppentheater, Oper, Performance, Comedy und vielem mehr, darunter auch verschiedene Angebote für Kinder und Familien. Es beginnt um 16 Uhr.

Mit jeweils rund 9.000 verkauften Bändchen erfreut sich die Lange Nacht eines dauerhaft regen und stabilen Zuspruchs. Die meisten Angebote waren in den letzten Jahren am Abend selbst restlos ausverkauft. Um allen Besuchern möglichst viele Angebote zu ermöglichen, geht wie gewohnt die Hälfte der Karten in den Vorverkauf, die andere Hälfte ist dann an den jeweiligen Abendkassen ab einer halben Stunde vor Vorstellungsbeginn erhältlich. Das als Eintrittskarte dienende Armband gilt zugleich als Fahrausweis für die DVB/VVO ab 7. April, 14.00 Uhr bis 8. April, 4.00 Uhr.

Die beteiligten Theater freuen sich auf ein neugieriges Publikum!

Online sind Tickets unter www.saxticket.de erhältlich. Der komplette Spielplan und alle weiteren Informationen zur Langen Nacht der Dresdner Theater finden Sie unter: www.lange-nacht-der-dresdner-theater.de

Text: Gertrud Aringer, Presse-und Öffentlichkeitsarbeit
Staatsschauspiel Dresden
Theaterstraße 2, 01067 Dresden

Telefon +49 351 4913 755

www.staatsschauspiel-dresden.de

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Premiere „Ein Sommernachtstraum“ an den Landesbühnen Sachsen Radebeul

05 Montag Mär 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Verwirrspiel der Gefühle

Die Komödie „Ein Sommernachtstraum“ von William Shakespeare hat am 10. März, um 19 Uhr Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

In Shakespeares bekanntestem und erotischstem Stück liegen im raschen Wechsel der Emotionen Verzückung und Verzweiflung, Ernst und Komik dicht beieinander.

Mit Eifer und fest überzeugt von ihrem schauspielerischen Talent planen Athener Handwerker die Aufführung einer «tieftragischen Komödie» auf der Hochzeit Theseus‘, des Herzogs von Athen, mit Hippolyta, der besiegten Amazonenkönigin. Die Vorfreude Theseus‘ wird von der Beschwerde eines Athener Bürgers getrübt, der sich bei dem Machthaber über seine Tochter Hermia beklagt, weil sie gegen den väterlichen Willen Lysander heiraten will und nicht den ihr zugedachten Demetrius. Dafür droht ihr nach dem Athener Gesetz die Todesstrafe. Um sich zu retten, sucht sie mit ihrem Geliebten Zuflucht in einem Wald, nichtahnend, dass sie in das Reich des Elfenkönigs Oberon und seiner Frau Titania geraten sind.

Die beiden werden von Demetrius verfolgt, der Hermia nicht freigeben will. Helena, von ihm verlassen und sich nach ihm verzehrend, eilt ihnen nach. Zwischen Oberon und Titania tobt ein wilder Streit der Eifersucht. Aus Rache manipuliert der Elfenkönig seine schlafende Frau mit einem besonderen Blütensaft, der glühendes Verlangen nach der erstbesten Kreatur entfacht, die das Auge erblickt. Das ist ausgerechnet der großspurigste der Athener Handwerker – Zettel, dem der Elf Puck einen Eselskopf angezaubert hat. Auch unter den beiden jungen Paaren aus Athen stiftet Puck schwere Verwirrung. Verblendet bedrängen Lysander und Demetrius nun Helena mit der gleichen Leidenschaft, die vorher Hermia galt. Die Gefühle sind nicht mehr steuerbar …

INSZENIERUNG: PETER KUBE; AUSSTATTUNG: BARBARA BLASCHKE

Darsteller

Theseus – Matthias Henkel; Hippolyta– Sophie Lüpfert; Egeus– Michael Heuser; Lysander – Felix Lydike; Demetrius – Johannes Krobbach; Hermia– Luca Lehnert; Helena– Julia Rani; Oberon – Grian Duesberg; Titania– Sandra Maria Huimann; Ein Elf!Spinnweb – Anke Teickner; Puck – Tom Hantschel; Bohnenblüte – Sophie Lüpfert;    Peter Squenz (Thisbe)- Michael Berndt-Canana; Zettel (Pyramus)- Holger Uwe Thews;  Schnauz (Wand) – Moritz Gabriel; Schnock (Löwe)- Jürgen Haase

Termine

10.03., 11.3., 18.3., 19 Uhr; Hauptbühne Radebeul
14.03., 19.30 Uhr, Hoyerswerda Lausitzhalle
17.03., 19 Uhr, Neustadt  Neustadthalle
23.03., 19 Uhr, Freital Kulturhaus
25.03., 18 Uhr, Großenhain Kulturzentrum
01.04., 19 Uhr; 7.4., 19.30 Uhr, Hauptbühne Radebeul
21.04., 19.30 Uhr,  Meissen Theater
03.05., 19.30 Uhr Hauptbühne Radebeul

Text: Petra Grubitzsch, LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Premiere „Der gute Mensch von Sezuan“ im Schauspielhaus Dresden

25 Sonntag Feb 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Fotos: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

Reibungsvolles Doppelspiel um Geld und Liebe

Vom Spagat zwischen Gut sein zu sich selbst und anderen erzählt bilderstark, prägnant, voller traurigkomischer Momente die Inszenierung im Schauspielhaus Dresden.

„Lass es dir gut gehen! Vor allem sei gut!“ Dieser Rat der Götter erweist sich als ebenso verlockend wie tückisch für die Prostituierte Shen Te. Alle Hoffnung ruht auf ihr im Stück “Der gute Mensch von Sezuan“ von Bertolt Brecht. Die Premiere war am Sonnabend im Schauspielhaus Dresden.

Gespielt wurde die Stückfassung von 1943 mit Musik von Paul Dessau. Der Ursprung dieser Parabel liegt in Dresden. Hierhin waren Bertolt Brecht, Arnold Bronnen und Alfred Döblin 1926 zu einer Dichterlesung eingeladen, nach der Brechts Gedicht „Matinee in Dresden“ entstand. Die rüde Ablehnung von Seiten des Dresdner Publikums war Anlass für das spätere Stück, in dem witzig-sarkastisch die drei Götter auf der Suche nach dem Guten stellvertretend für die drei Dichter stehen. Vor dem schwarzen Bühnenvorhang läuft der burschikose Wasserverkäufer Wang (Anton Petzold) auf und ab und fragt die Zuschauer, woran man denn die Götter erkennt?

Wenig später prasseln Geldstücke von oben herunter auf die Bühne, doch es klingt mehr wie Kettenrasseln als ein Segen. Mittendrin steht in rotem Kleid die Prostituierte Shen Te, zart und willensstark zugleich (Betty Freudenberg), die den Göttern als Einzige Obdach gewährte und von der göttlichen Belohnung einen kleinen Tabakladen kauft. Den trägt Shen Te als helle Kiste mit sich herum, um die sich Arme und Obdachlose, Männer, Frauen und Kinder mit Wäschebündeln drängen, gierig hinein langen, um benebelt von Zigaretten und Opium einen Moment ihre Sorgen zu vergessen. Doch ihre Gastfreundschaft und Güte werden von der Kundschaft schamlos ausgenutzt und treiben sie fast in den Ruin. Um zu überleben, erfindet Shen Te den skrupellosen Vetter Shui Ta, der im übergroßen Anzug hart durchgreift und das Geschäftliche regelt. Daraus entzündet sich ein spannendes wie reibungsvolles Doppelspiel und innerer Widerstreit der Hauptheldin zwischen Gutsein und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer, zwischen Liebe und Geld, Mitgefühl und Eigennutz auf der kalt, metallenen Bühne, die immer mehr in Schräglage gerät.

Zu erleben war bilderstarkes, großartiges Schauspielertheater mit prägnanten, rauen und kantigen Figuren in Brechtscher Manier, körperintensiv, voller absurder, traurigkomischer, berührender Momente in dieser Inszenierung von Nora Schlocker. Wenn der lebensmüde Flieger Yang Sun (Matthias Reichwald) mit Seilschlinge auf dem Dach steht, Shen Te ihn rettet, eine Wasserflasche reicht. Beide auf der grauen Fläche mit ausgebreiteten Armen wie Liebende einen Augenblick zu schweben scheinen. Wie Geld verführt zeigt Yang Sun wenig später, als er die adrette Hausbesitzerin im pinkfarbenen Kleid Mi Tzü (Deleila Piasko) gierig umschlingt und kopfüber schüttelt bis alle Münzen aus ihrem Dekolletée herausgefallen sind. Oder wenn Shen Tes Vetter im glänzenden Gewand wie ein Geldheiliger auf dem Gipfel der Macht thront, bis die Bettelarmen ihn herunterstürzen. Die Götter agieren als unsichtbarer, salbungsvoll säuselnder und Durchhalteparolen rufender Chor (Kammerchor Pesterwitz). Die Frage nach einem guten Schluss aus dem Schlamassel gibt Shen Te ans Publikum weiter. Viel Beifall.

Text (lv)

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Premiere „Das große Heft“ im Schauspielhaus Dresden

13 Dienstag Feb 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

≈ 2 Kommentare


Mit aller Härte den Schmerz besiegen. In einer Welt voller Gewalt.
Fotos: Sebastian Hoppe/Staatsschauspiel Dresden

Emotionaler Überlebenskampf

Über eine Kindheit im Krieg und was dieser mit den Menschen macht, erzählt berührend, bewegungsreich und lautstark bis zur Schmerzgrenze die Inszenierung „Das große Heft“ im Schauspielhaus Dresden.

Das Ganze wirkt wie ein Albtraum. Doch das ist es nicht. Diese Geschichte ist verdammt wahr, wie Worte zu Wärme oder Schlägen werden können. Zwei Jungen, Zwillinge (Johannes Nussbaum und Moritz Kienemann), in schwarzen Turnhemden und kurzen Hosen ziehen aus, um dem Krieg zu entkommen. Auf der großen, rauchverhangenen Drehbühne wirken sie wie verloren und laufen halb geduckt, mit gekreuzten Schritten auf und ab, kreuz und quer. Der Vater ist an der Front, seit langem keine Nachricht mehr. Ihre Mutter schickt sie fort aus der großen Stadt, sie wird Tag und Nacht bombardiert, aufs Land, zur Großmutter.

Ein harter, entbehrungsreicher, nackter Überlebenskampf beginnt, den die Jungen akribisch, erschreckend sachlich in ihren Notizen – Beobachtungen der Ereignisse, gewonnene Erkenntnisse und Abhärtungsübungen zum Überleben – dokumentieren. Die Inszenierung „Das große Heft“ über eine Kindheit im Krieg und was dieser mit den Menschen macht nach dem Roman der ungarischen Autorin Àgota Kristóf, übersetzt aus dem Französischen von Eva Moldenhauer, in der Bühnenfassung von Ulrich Rasche, der auch Regie und Bühnengestaltung innehatte, und Alexander Weise hatte am Sonntagabend im Schauspielhaus Dresden Premiere. Kurz vor dem Gedenktag des 13. Februar, der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Die buchstäblich lautstarke, dreieinhalbstündige Aufführung – an den Eingängen lagen vorsorglich Ohropax lärmmildernd bereit – verlangt Akteuren wie Zuschauern ungeheuer viel ab bis zur Schmerzgrenze. Die dröhnenden, hämmernden, wummernden Klänge (Samples, Sound-Art: Nico van Wersch) setzen einem ebenso zu wie die düsteren, detailreichen Schilderungen körperlicher, seelischer und sexueller Grausamkeiten, die mehrere im Publikum bereits in der ersten Hälfte des Abends veranlassten zu gehen. Die Wucht der Worte trifft manchmal stärker als Bilder es vermögen, da sie noch direkter sind.

Heftig und intensiv, aufwühlend, beklemmend, bebend, fesselnd, faszinierend, verstörend und erschütternd treffen die Schönheit, Poesie und Gewalt von Sprache,  rhythmisch starkes, eindringliches Chorisches Theater und kraftvoll sinnliches Körpertheater aufeinander, begleitet von spannungsvollen, auf und ab schwellenden, sanften und harten Klängen auf Cello, Geige, Bass und Drums von Musikern vor und auf der Bühne. Insgesamt 16 überwiegend junge Schauspieler agieren mit den Zwillingen, mal in schwarzen Sachen wie Schatten Toter, Trauernder und Anklagender, mal wilde Meute und mit  freiem Oberkörper, übergroß, verwegen und muskelgestählt in einer Reihe marschierend, im heißen Badedampf schwelgend und später im Gasnebel verschwindend, ringen sie mit- und gegeneinander auf zwei Drehbühnen im Halbdunkel und grellen Scheinwerferlicht und auf eine Videoleinwand projiziert.

Die Einträge im Großen Heft über das Gesehene und Erlebte steigern sich immer drastischer von banal bis äußerst brutal, von Gemüse im Garten und Holz im Wald holen, schmutzstarrend, stinkend, schimpfend, immer roher werdend. Erst schauen die Zwillinge der Großmutter zu, wie sie ein Huhn tötet, dann tun sie es selbst und bald töten und quälen sie auch andere Tiere einfach so, Frösche, Schmetterlinge und eine Katze. Sie sehen zu, wie das Mädchen Hasenscharte sich mit einem Hund vergnügt, da sie keiner mag, später wird sie von Soldaten zu Tode vergewaltigt. Und der Schuster, der ihnen all seine Schuhe schenkte, wird in seiner Werkstatt mit seinem eigenen Werkzeug ermordet. Die Großmutter liegt mit blutender Stirn von einem Gewehrkolben im Garten. Es passierte als sie rausging vor die Tür, um den Menschenzug zu sehen, Frauen, Kinder, Alte, ohne ersichtlichen Grund von Soldaten zusammen getrieben und geschlagen, später vom Bahnhof aus fortgebracht in Viehwaggons in Vernichtungslager. Vor Schreck rollen die gesammelten Äpfel aus der Schürze der Großmutter auf die Straße, mitten in die Menge. Sie haben blind drauflos geschlagen, erzählt sie, trotzdem haben ein paar von ihnen welche essen können, von ihren Äpfeln! Triumphiert sie.

Das Wort lieben kommt nicht vor in der Erzählung der Zwillinge. „Denn lieben ist kein sicheres Wort, es fehlt ihm an Genauigkeit und Sachlichkeit. ,Nüsse lieben`und ,unsere Mutter lieben`kann nicht dasselbe bedeuten.“ Dem Offizier, der sie fragt, ob sie sich gern weh tun, antworten sie: „Nein. Wir wollen nur den Schmerz besiegen. Den Hunger, die Kälte, Alles!“

Am Ende ihrer langen Reise werden die Zwillinge sich trennen. Einer wird über die Grenze, über den leblosen Körper des Vaters steigend, hinüber in das andere Land gehen. Der andere bleibt und kehrt zurück in Großmutters Haus. In dem nichts mehr ist wie es war.

Viel Beifall und Bravos für einen einige Überwindung kostenden, jedoch reichlich bewegenden Theaterabend, den man nicht so schnell vergisst.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

 

 

 

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Premiere „Maria Stuart“ im Schauspielhaus Dresden

06 Dienstag Feb 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Fotos (2): Sebastian Hoppe

Die Fesseln der Macht

Die eine trachtet der anderen nach dem Leben und dem Thron. Männer und Frauen begehren, benutzen und bedienen sich gegenseitig. Ein spannendes Spiel um Machtstrukturen und ihre Verstrickungen – ausweglos!?

Die einen sehen sie als neue Königin. Die anderen fordern ihre Hinrichtung. Ein hochspannendes Stück über Macht und ihre Abgründe ist das Drama „Maria Stuart“ von Friedrich Schiller. Was kann man noch glauben, wenn die Grenzen von Freund und Feind, Recht und Willkür in einer Gesellschaft nicht mehr klar zu unterscheiden sind?

Das hinterfragt eindringlich in ebenso berührenden wie beklemmenden Bildern und packendem Spiel zweier starker, historischer Frauenfiguren die Inszenierung unter Regie von Thomas Dannemann im Schauspielhaus Dresden. Aus dem kargen Bühnenbild mit schwarzer, beengender Schräge tritt Maria Stuart (Anja Lais) hervor. Die schottische Königin suchte als Vertriebene Schutz in England bei Königin Elisabeth, ihrer Cousine. Doch die ließ Maria als Anführerin aufständischer Katholiken,die ihren rechtmäßigen Anspruch auf den Thron durchsetzen wollen, festnehmen. Schillers Drama schildert die Tage vor Marias Hinrichtung und er erfindet ein Treffen der beiden Kontrahentinnen.

Die Gefangene Maria Stuart steht im orangenen Overall mit Halskrause vor Elisabeth, aber nicht gramgebeugt, sondern stolz, selbstbewusst, zornig, aufbegehrend, verletzlich und verzweifelt. Fordert sie Gerechtigkeit und einen fairen Prozess und hofft bis zuletzt auf ihre Freilassung, da sie unschuldig sei. Nacheinander erscheinen Männer in Anzügen, die Maria Stuart befragen, ihr drohen, sie verhöhnen.

Das Geschehen begleiten surrende, schneidende, bedrohliche Klänge aus dem Hintergrund. Manchmal hört man laut den Atem der Gefangenen aus der Tiefe. Während auf der spiegelglatten, schrägen Bühne die Berater und Zuflüsterer die Königin Elisabeth (beeindruckend in ihrem Zwiespalt von Herrschen und eigenem Gewissen: Fanny Staffa) umkreisen und selbst nach der Macht gieren. Hasserfüllt fordert Baron von Burleigh (Torsten Ranft) die Todesstrafe für die Stuart als „Stifterin des Unheils“. Robert Dudley, Graf von Leicester (Ahmad Mesgarha) ist als Vertrauter und Liebhaber der Königin und einst auch von Maria Stuart zwischen beiden Frauen hin und hergerissen und verrät letztere, um seine eigene Haut zu retten. Mortimer (Lukas Rüppel) unternimmt alles, um sie zu befreien.

Ergreifend die Begegnung von Elisabeth und Maria im Gefängnis, ihr Ringen um Aufrichtigkeit und Menschlichkeit und Absage an Gewalt. Ein bewegendes und zeitlos aktuelles Stück über Machtstrukturen und –missbrauch, auch vor dem Hintergrund der derzeitigen Me-Too-Debatte, und wie Männer und Frauen bis in ihre Beziehungen hinein damit umgehen. Viel Beifall.

Text (lv)

http://www.staatsschauspiel-dresden.de

 

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Mondsüchtig mit „Frau Luna“ in der Staatsoperette Dresden im Kulturkraftwerk

04 Sonntag Feb 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Foto: Stefan Floss/Staatsoperette Dresden

Turbulente Traumreise zum Mond

Mit viel Humor, Fantasie und mitreißenden Evergreens nimmt die Revue-Operette von Paul Lincke das Publikum mit in eine ferne, nicht weniger verrückte Welt als auf der Erde.

Einmal zum Mond fliegen. Über den Wolken grenzenlose Freiheit spüren. Und als großer Erfinder berühmt werden. Davon träumt der junge Mechaniker Fritz Steppke. Von seiner Traumreise zum Mond erzählt überaus komisch mit viel Herz, Berliner Schnauze und bekannten Evergreens die Revue-Operette “Frau Luna“ von Paul Lincke. Mit der Premiere eröffnete auch die Spielstätte der Staatsoperette Dresden wieder, nach immensem Wasserschaden und neu angeschaffter Bühnentechnik, am Sonnabend im Kulturkraftwerk Mitte.

Das selbst entworfene Raumschiff von Steppke (frech-unbekümmert: Jannik Harneit) steht startklar auf dem Dach über dem Mansardenzimmer. Eines Nachts hebt er ab, im schnieken rosa Raumanzug, zusammen mit seinen zwei ebenso abenteuerlustigen Freunden, dem Schneider Lämmermeier (Marcus Günzel) und dem kalauernden und sächselnden, früheren Steuerbeamten Pannecke (Elmar Andree). Mit dem Mondflug wollen sie dem grauem Alltag und Mietschulden entkommen, außerdem will Steppke seiner, von seinen luftigen Plänen wenig erfreuten, Verlobten Marie (Annika Gerhards) imponieren. Doch die energische Vermieterin Frau Pusebach (köstlich schrullig: Sabine Brohm) folgt ihnen, will ihnen ihre Flausen austreiben und rettet sie aus manch misslicher Lage.

Auf dem Mond sorgen sie für reichlich Trubel. Die drei Freunde umschwirren kichernde, alles blitzeblank putzende und tanzende Mondelfen und federleichte, turtelnde Wölkchendamen. Doch nicht alle sind begeistert von den plötzlich auftauchenden Erdlingen. Und der äußere Glanz trügt. Hier oben ist es schon überfüllt und gibt es eine Obergrenze. Empfangen werden die Reisenden von Mondwachmännern mit auf sie gerichteten Waffen und kurz darauf als fremde Eindringlinge festgenommen von Theophil (Andreas Sauerzapf), dem galant-gerissenen Haushofmeister mit Wiener Akzent und selbsternannten „Mister Universum“. Wären da nicht die auf die Erdmenschen neugierigen Frauen, allen voran Frau Luna (kess zuerst als Mann im Mond und als schillernde Verführerin stimmlich wie optisch: Maria Perlt) sowie Stella, ihre lebenserfahrene, charmante Zofe (Ingeborg Schöpf) und der gewitzte, sehr agile Mondgroom (Mime Rainer König), der zwischen den Erdlingen und den Mondbewohnern hin und her eilt. Nicht nur Steppke ist überrascht, dass der Mann im Mond eine Frau ist! Frau Luna kennt sich überdies aus mit den Träumen und Sehnsüchten der Erdlinge. Schließlich bescheint, beschützt und belauscht sie jede Nacht Liebende und Entzweite…

Romantik und Realität, Traum und Albtraum liegen nah beieinander in dieser flott, fantasiereich und humorvoll inszenierten Reise zum Mond des Wiener Regisseurs Andy Hallwaxx, die im zweiten Teil noch an Schwung und Spannung gewann, mit wunderbaren Stimmen, großartigem Orchester und mitreißenden Schlagern wie „Das ist die Berliner Luft…“ oder „Schenk mir ein kleines bissel Liebe“ (musikalische Leitung: Christian Garbosnik). Begeisterter Beifall vom Publikum für einen zauberhaften Abend.

Text (lv)

http://www.staatsoperette.de

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Die „Vermessung der Welt“ an den Landesbühnen Sachsen

27 Samstag Jan 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Reise durch Geist und Raum
mit zwei Genies

Das Stück „Die Vermessung der Welt“ nach dem Roman von Daniel Kehlmann ist in der Bühnenfassung von Dirk Engler am 28. Januar wieder an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul zu sehen.

Zum Deutschen Naturforscherkongress 1828 in Berlin treffen sich zwei Wissenschaftler, die kaum unterschiedlicher sein könnten: Alexander von Humboldt, Forscher, Abenteurer und «zweiter Entdecker Amerikas», und Carl Friedrich Gauß, Mathematiker, Astronom und Misanthrop. Und doch haben beide ein Ziel und eine Passion: die Vermessung der Welt.

Der ehemalige Student der Geologie und Mineralogie an der Bergakademie Freiberg, Humboldt, erforscht mit großer Akribie alles, was ihm begegnet. Er kämpft sich durch Urwald und Steppe, kostet Gifte, befährt den Orinoco, besteigt Vulkane, begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Gauß hingegen verlässt einen Ort, an den er sich gewöhnt hat, nur unter Strafandrohung und kommt so sein Leben lang nicht über das Planquadrat Braunschweig/Göttingen hinaus. In seinem Kopf wird der Raum, den er nie gesehen hat, berechenbar. Er, der nicht ohne Frau leben kann, springt selbst in seiner Hochzeitsnacht aus dem Bett, um eine Formel zu Ende zu bringen. Gauß dringt in Sphären vor, wo sich im Unendlichen die Parallelen berühren und entdeckt fünfzig Jahre vor Einstein durch abstrakte Betrachtungsweise, dass der Raum gekrümmt sein muss.

Mit Fantasie und viel Humor beschreibt Kehlmann das Leben dieser beiden Genies und ihr Ringen um Erkenntnis mitsamt ihren Sehnsüchten und Schwächen, zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Was beide zu einer Einheit werden lässt, ist die spannende Frage nach dem Verhältnis von Geist und Raum, das sie auf jeweils eigene Art definieren und leben. Ein weltumspannendes Abenteuer, das die große Welt in poetischer Verdichtung auf die Bühne bringt!

Inszenierung: Lutz Hillmann; Ausstattung: Miroslaw Nowotny

Darsteller:

Daguerre – Anke Teickner; Humboldts Assistent, Büttner, Lampe, Wahrsager, Eingeborenen, Missionar, Stimme, Vogt – Tom Hantschel; Alexander von Humboldt  – Michael Berndt-Cananá; Bonpland – Jens Bache; Gauss – Grian Duesberg; Eugen, Eingeborener 2  – Johannes Krobbach; Alle Frauenrollen, Herzog, Der Bärtige, Eingeborener 3  – Julia Vincze

Text: Petra Grubitzsch/LB

Nächste Termine

28.1., 19 Uhr; 24.3., 19.30 Uhr, LB Radebeul
3.2. und 16.3., 19.30 Uhr, Gastspiel Vermessung der Welt, Bautzen/Volkstheater
4.3., 15 Uhr, Gastspiel Vermessung der Welt  Bad Elster/König-Albert-Theater

Auskünfte und Kartenverkauf:  Kasse der Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/ 89 54 214, Fax 0351/ 89 54 213, www.landesbuehnen-sachsen.de

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Premiere Tschick als Road-Oper an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul

22 Montag Jan 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Eine verrückt schöne Abenteuerreise

Witzig-abgedreht und fantasievoll inszeniert mit schräger Klangfülle kam Wolfgang Herrndorfs Bestsellerroman Tschick nun auch als Road-Oper an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul heraus.

Bunt, flippig und verrückt wie das Leben selbst. So kommt „Tschick“, die Geschichte um zwei jugendliche Außenseiter auf großer Abenteuerreise daher. Die Road-Oper von Ludger Vollmer in der Librettofassung von Tiina Hartmann nach dem Bestsellerroman von Wolfgang Herrndorf hatte am Freitagabend Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Zuvor eroberten die Buchhelden schon kurz nach dem Erscheinen der Roadstory 2010 auch erfolgreich als Theaterstück von Robert Koall die Bühne im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden und zuletzt die Kinoleinwand in einer Verfilmung von Fatih Akin 2016.

Die Oper von Ludger Vollmer unter Regie von Sebastian Ritschel ist aufregend, witzig-abgedreht und fantasievoll, voller schräger Klänge in Szene gesetzt. Im Bühnenbild prallen bunte Graffiti, Sprüche und Totenschädel und noble Etikette aufeinander. Das Fenster mit dem Protzvorhang öffnet und schließt sich, hinter dem allerhand seltsame, skurrile Typen erscheinen, denen die zwei Ausreißer auf ihrer Tour im geklauten Lada begegnen. Tschick (Michael Zehe), der umtriebige, junge russische Spätaussiedler und der luxusverwahrloste Maik (Johannes Leuschner), vernachlässigt und verprügelt vom Vater (komisch-absurd: Hagen Erkrath), einem Immobilienspekulanten im Kampf gegen Naturschützer und überfordert mit der alkoholkranken Mutter (Stephanie Krone), brechen in den Sommerferien, ohne Handy oder Landkarte, auf in Richtung Süden. Alles erscheint ihnen größer, schöner und dreht sich um sie, wenn sie mitten durch große, flirrende Farbstrudel an den Bühnenwänden in ihrem Autoscooter-Gefährt von einem Abenteuer ins nächste düsen, welche Träume, Übermut, Ängste und Nachdenken über den Lebenssinn in schnellem Wechsel auslösen.

Sie treffen eine Gruppe gebeugte, farblose Rentner im Gleichschritt, eine schrecklich nette Großfamilie und einen hartgesottenen alten Kämpfer und das frech-selbstbewusste Punkmädchen Isa (Kirsten Labonte), das auf einer Müllkippe haust und den Jungs hilft, neues Benzin zu besorgen. Sie streiten, lachen, tanzen durch die Nacht in ferne Galaxien und betrachten das Marsinsektenkino am Sternenhimmel. Die Musik ist mal wild, grell, laut, dissonant und temporeich, dann wieder leise lyrisch, wehmütig und steigert sich im Laufe des Abends rockig-punkig und verlangt dem Publikum ebenso wie den Sängern und Musikern der Elblandphilharmonie Sachsen (Leitung: Hans-Peter Preu) viel ab hinsichtlich diesem Klangmix und dem schnoddrig deftigen Jugendslang. Begleitet wird die Reise von einem mitreißend singenden und agierenden Jugend-Chor und dem Opernchor der Landesbühnen, der akustisch allerdings streckenweise schwer zu verstehen ist. Eine spannende Inszenierung mit Anspruch, die polarisiert. Nicht alle Zuschauer blieben bis zum Schluss. Dennoch gab es viel Beifall vor allem für die jungen Hauptdarsteller.

Text (lv)

http://www.landesbuehnen-sachsen.de

 

 

 

 

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Tschick

16 Dienstag Jan 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Musik, Theater

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Das Abenteuer Leben

Die Road-Oper Tschick von Ludger Vollmer, Libretto von Tiina Hartmann nach dem Kult-Roman von Wolfgang Herrndorf hat am 19. Januar, um 19.30 Uhr Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Können Jugendliche in unserer karriereorientierten, rational durchgeplanten und in fast jeder Beziehung geregelten Welt jenseits der Computerspiele noch wirkliche Abenteuer erleben?

Ja, können sie. Für den Jugendchor des Gymnasiums Coswig (24 Kinder und Jugendlichen von der 1.-12. Klasse) wird es im Januar 2018 ganz spannend. Sie singen in der neuen Oper „Tschick“ nach dem Roman von Wolfgang Herrndorf mit. Sie stehen neben dem Opernchor der Landesbühnen und den Opernsängerinnen und –Opernsängern auf der Bühne. Begleitet wird ihr Gesang von der Elblandphilharmonie Sachsen.

2010 erschien die Roadstory «Tschick». Der millionenfach gelesene Bestsellerroman von Wolfgang Herrndorf, der sich lebensphilosophischen Grund- und Sinnfragen junger Menschen auf unkonventionelle Weise nähert, beantwortet die Frage mit Ja!

Zwei 14-jährige Außenseiter aus problematischen Familienverhältnissen, der umtriebige «Iwan» Tschick und der luxusverwahrloste Maik(gesungen von  Michael Zehe und  Johannes Leuschner), beschließen Ende der 8. Klasse, die großen Ferien gemeinsam zu verbringen: Ohne Orientierungshilfen wie Handys oder Karten starten sie von Berlin aus mit einem gestohlenen Lada Richtung Süden und erfahren die Welt und sich selbst auf völlig neue Art und Weise …

Und da den beiden Helden auf ihrer außergewöhnlichen Reise alles «größer» erscheint als bisher, die Farben satter, die Menschen netter und alle Emotionen stärker, ist es nur folgerichtig, dass sich – nach der Schauspieladaption des Buches 2011 und der Verfilmung durch Fatih Akin 2016 – jetzt auch das Musiktheater des Stoffes annimmt. Ludger Vollmer, einem erfahrenen Komponisten auf dem Gebiet «Jugendoper», der auch in seinem neuesten Werk wieder einen Jugendchor mitwirken lässt, ist es beeindruckend gelungen, diesem gesteigerten Erleben von Realität musikalischen Ausdruck zu verleihen. Und natürlich wendet sich die Oper «Tschick» mit ihren vielen lyrischen Glücksmomenten zwischen rasanten Fahrten auf der Autobahn oder auf der Flucht vor der Polizei nicht nur an ein junges Publikum! Am Dirigentenpult steht Hans-Peter Preu und Regie führt Sebastian Ritschel.

Text: Petra Grubitzsch/LB

ES SPIELT DIE ELBLAND PHILHARMONIE SACHSEN
MUSIKALISCHE LEITUNG : HANS –PETER PREU

INSZENIERUNG UND AUSSTATTUNG:  SEBASTIAN RITSCHEL

Darsteller:

Tschick – Michael Zehe; Maik – Johannes Leuschner; Vater – Hagen Erkrath; Mutter – Stephanie Krone; Isa – Kirsten Labonte; Friedemann – Iris Stefanie Maier; Mutter Friedemann – Christiane Günther, Julia Böhme, Gundula Ehret; Jonas Friedemann – Tabea-Drechsler-Reckmann; Elisabeth Friedemann – Manuela Neumann; Florentina Friedemann – Ekaterina Iankovskaia; Horst Fricke – Kay Frenzel; Richter Burgmüller – Paul Gukhoe Song; Krankenschwester – Christiane Günther, Julia Böhme, Gundula Ehret; Taxifahrer – Michael König; Lehrer – Kazuhisa Kurumada; Mona – Anna Erxleben; Lutz Heckel – Stefan Glause; Vater Heckel – Fred Bonitz; Schulze – Stefan Glause

Termine

21.1., 19:00 Uhr,  25. + 30.1.,  11:00 Uhr,  2.2., 19:30  Uhr, Hauptbühne/LB
16.3., 19:00 Uhr,  Freital/Kulturhaus
3.5., 10:30 Uhr, Kleines Haus, Dresden

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse: Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

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Premiere „Fluchtwege“ an den Landesbühnen Sachsen

06 Samstag Jan 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Theater

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Neues Leben in der Ferne

Das Stück „Fluchwege“ (Warrior Square) von Nick Wood für Zuschauer ab 14 Jahre, inszeniert von Esther Undisz, hat am 7. Januar, um 19 Uhr Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Die vorgesehene Premiere im Kino Königstein am 6.1.2018 findet nicht statt. Dort wird es zu späterer Zeit Vormittagsvorstellungen für Schüler geben. Die Termine werden noch bekanntgegeben.

An einem ganz normalen Tag kommt die Lehrerin zu den Geschwistern Riva (Julia Rani) und Andrea (Johannes Krobbach) und flüstert ihnen zu, unverzüglich nach Hause zu gehen. Ohne nachzufragen, ohne sich umzuschauen. Kurze Zeit später muss die Familie aus dem Land fliehen. In diesem totalitären Regime sind sie nicht mehr sicher. Der Onkel ist schon tot. Der Vater kommt bei der Flucht ums Leben.

Und nun, in dem fremden Land Deutschland angekommen, sehen sich Riva und Andrea plötzlich mit anderen Vorurteilen und Unsicherheiten konfrontiert. Es gilt eine neue Sprache zu lernen, ein neues Leben zu beginnen – das alte hat der Mutter die Sprache geraubt. Doch Bruder und Schwester reagieren unterschiedlich auf die unbekannte Situation: sie möchte lernen und ankommen, er verschließt sich in seiner Wut. Am Ende müssen die Geschwister jedoch gemeinsam dieses andere, neue Leben beginnen und hoffen auf den entscheidenden Brief von der Asylbehörde.

In seinem Stück «Fluchtwege» lässt der britische Autor Nick Wood die Geschwister Riva und Andrea im Rückblick ihre Geschichte von Flucht, Heimatverlust und Ankommen in der Fremde erzählen. Zwei DarstellerInnen wechseln fließend zwischen Spiel und Erzählung, verschiedenen Rollen und Perspektiven. Und aktueller denn je lässt dieses Theaterstück uns spüren: vor allem die Kinder sind es, die unter den Kriegen dieser Welt zu leiden haben und die die Chance auf ein friedliches Leben haben sollten.

Gisela Kahl, Chefdramaturgin :
„Das Stück „Warrior Square“  von Nick Wood erlebte unter dem Titel „Fluchtwege“ 2001 am Hans Otto Theater Potsdam seine Deutsche Erstaufführung und wurde 2003 mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet. Obwohl das Stück bereits aus den 1990er Jahren stammt, hat es – leider – bis heute nichts an Aktualität eingebüßt. Beeindruckend und sensibel stellt es Fragen danach, warum Menschen, in dem Fall sehr junge Menschen, zur Flucht gezwungen werden und wie es ihnen dabei geht –  in Zeiten, in denen die Flüchtlingsströme Europa erreichen, wo die Stimmen derer immer lauter werden, die sagen, man solle höhere Zäune und Mauern bauen, in Zeiten, in denen Asylantenheime brennen, die Polizei und die Behörden überfordert scheinen und ,besorgte Menschen` auf die Straße gehen.

In Zeiten, in denen aber auch die Hilfsbereitschaft groß ist in denen sich Menschen und Gesellschaften um Lösungen bemühen. In diesen Zeiten möchten wir auch durch das Stück „Fluchtwege“ (neben anderen im Spielplan zu diesem Thema aufgeführten Stücken und zahlreichen Aktionen wie z.B. “Kochen kunterbunt“) besonders jungen Menschen einen Einblick in die Realität von Flüchtlingen geben. Warum müssen Menschen aus ihrem Land fliehen? Was geschieht auf der Flucht? Welche Ängste und Strapazen begegnen diesen Menschen auf ihrer Reise? Wie ist das Leben im Asylantenheim? Wie ist das Leben in einem fremden Land und verstehen sich alle Flüchtlinge untereinander immer gut? Wie finden die Flüchtlinge hier neue Freunde? Was können wir tun?“

INSZENIERUNG ESTHER UNDISZ
AUSSTATTUNG IRINA STEINER

Es spielen: RIVA- Julia Rani und ANDREA –Johannes Krobbach

Text: Petra Grubitzsch/LB

Termine:

8.1.2018, 10:00 Uhr, 12.1.2018, 10:00 +1930 Uhr, Studiobühne LB
16.03.2018, 10:00 Uhr, Böhlen/Kulturhaus  

www.landesbuehnen-sachsen.de

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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