10. Sächsisches Theatertreffen in Dresden: Von „Peer Gynt“ bis zum „Fall der Götter“


Foto/Rolf Arnold: Szene aus „Peer Gynt“, mit dem das Schauspielhaus Leipzig am 6. Mai, um 19 Uhr im Schauspielhaus Dresden zu Gast ist.
Foto/Dirk Rückschloß: Szene aus Jaques Brel – eine Hommage, zu sehen am 3. Mai, um 20 Uhr im Kleinen Haus III.

Begegnung mit neuen Spielformen

Zu sehen sind 19 Inszenierungen an fünf Tagen auf drei Bühnen. Begleitet von einem  Rahmenprogramm mit „Creative Forum“ und Podiumsdiskussion zum Thema: „Das Theater und das Digitale“.

Gleich zu Beginn des Monats, vom 2. bis 6. Mai, findet das 10. Sächsische Theatertreffen in den Spielstätten des Staatsschauspiels Dresden, der Staatsoperette Dresden und im tjg. theater junge generation u. a. mit zahlreichen Gastspielen sächsischer Bühnen statt. Alle ausführlichen Informationen dazu stehen unter http://www.saechsisches-theatertreffen.de.

Insgesamt werden 19 verschiedene Inszenierungen zu sehen sein, davon 13 Gastspiele.

Mit den Uraufführungen TYPISCH JENNY! (11.05.), CIRCUS SARRASANI. THE GREATEST SHOW ON EARTH (26.05.), I LOVE DICK (27.05.) sowie der Premiere VON DER LANGEN REISE AUF EINER HEUTE ÜBERHAUPT NICHT MEHR LANGEN STRECKE (18.05.) ergänzen wir unser Repertoire. Vorgestellt werden die fünf Produktionen am 13.05. in einer Matinee im Schauspielhaus.

Am Staatsschauspiel Dresden zu Gast sind im Mai das Schauspielhaus Zürich mit DER ZERBROCHNE KRUG (12.05.+13.05.), Christian Friedels SEARCHING FOR WILLIAM (21.05.) sowie Slamevents mit dem POETRYSLAM „DEAD VS ALIVE“ #3.

Vom 25.05. bis 27.05. veranstaltet das Montagscafé auf dem Postplatz ein NEW DRESDEN FESTIVAL mit Live-Musik, Workshops, gemeinsamen Kochen und Essen u.v.m.

Außerdem wird am 20.05. die 100. HAMLET-Vorstellung im Schauspielhaus gefeiert!

Karten gibt es aktuell noch für die Vorstellungen „LoveMusik“ (Musikalische Komödie Leipzig)  in der Staatsoperette am 3.5., „Romeo und Julia“ (Theater Freiberg/Döbeln) am 4.5. im Kleinen Haus, „Das große Heft“ (Staatsschauspiel Dresden) am 4.5.im Schauspielhaus, „Der Fall der Götter“ (Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen) am 5.5. im Kleinen Haus, „Am Boden“ (Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau) am 6.5. im Kleinen Haus sowie für „Peer Gynt“ (Schauspiel Leipzig) sowie der anschließenden Preisverleihung der Jury am 6.5. im Schauspielhaus.

Karten und das den Besuch mehrerer Vorstellungen rabattierende Festivalticket sind an den Vorverkaufskassen der gastgebenden Theater erhältlich.

Theater und das Digitale

Schwerpunkt des diesjährigen Rahmenprogramms wird das Thema „Theater und das Digitale“ sein. Die tjg.-Premiere „No Entry/Kein Zutritt“ (3. Mai, 10 Uhr, Kraftwerk Mitte), ein Arbeitstreffen im tjg. theater junge generation im Rahmen eines „Creative Forum“ und eine Podiumsdiskussion (6.5.) in Kooperation mit MDR Kultur laden alle Künstler*innen, Kulturexpert*innen und Interessierte zum entsprechenden Austausch darüber ein, inwiefern sich das „analoge“ Medium Theater und das Digitale gegenseitig bedingen und welche Inhalte und Ästhetiken, Strukturen und Formen es im Umgang damit zu entwickeln gilt.

Alle zwei Jahre kommen die sächsischen Stadt-, Staats- und Landestheater mit aktuellen Inszenierungen zum Sächsischen Theatertreffen zusammen. Fünf Tage lang erhält das Publikum hier Einblick in die ästhetischen Vielfalt, die Qualität und den Gegenwartsbezug des Theatergeschehens im Freistaat Sachsen.  Ein Rahmenprogramm nimmt zugleich Zukunftsfragen und Perspektiven der hiesigen Theaterlandschaft in den Blick. In Diskussionen, Kolloquien und Workshops gibt es Gelegenheit für Gespräche zwischen Theaterschaffenden und Publikum.
Zum mittlerweile dritten Male wird eine prominent besetzte Fachjury im Mai besondere Leistungen aus dem Kreis der gezeigten Arbeiten mit dem Sächsischen Theaterpreis würdigen.

Text: Gertrud Aringer/Staatsschauspiel Dresden

Weitere Informationen zum 10. Sächsischen Theatertreffen unter www.saechsisches-theatertreffen.de

Tanzabend Boléro an den Landesbühnen Sachsen

Schlaflos durch die Nacht mit Ravel

Leise, sinnlich, traumversunken bis kraftvoll-ekstatisch steigern sich die Musik und Tanzszenen im dreiteiligen Tanzabend „Boléro“ mit Musik von Maurice Ravel im Wechsel von Licht und Schatten, Ruhe und Bewegung. Bei der Premiere am Sonnabend gab es dafür viel Beifall an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. 

Verlockend schwirren Lichter hin und her, zeichnen sich Körperumrisse ab, treten Tänzerinnen und Tänzer aus dem Dunklen hervor. Leise, sinnlich, rätselhaft und gefühlreich funkelnd wie die Musik sind auch die Tanzszenen in „Boléro“. Der dreiteilige Tanzabend von Igor Kirov, Michele Merola und Carlos Matos mit Musik von Maurice Ravel hatte am Sonnabend Premiere an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Zu erleben waren drei in Optik, Stilistik und Stimmung sehr verschiedene, reizvolle Stücke in dieser Hommage an den bedeutendsten französischen Komponisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts neben Claude Debussy. Dazu lud der Chef der Tanzcompagnie der Landesbühnen zwei international namhafte und preisgekrönte Choreografen aus Mazedonien und Italien ein. Wie Traumgestalten umkreisen sich Körper zu zweit und in der Gruppe, heben sich Arme wie Flügel vom Boden. Bewegen sich zwei Tänzerinnen in roten Kleidern und fünf Tänzer in weißen Hosen und freiem Oberkörper auf der Suche nach Nähe und Halt. Lichter wandern mit ihnen hin und her in diesem sehr assoziativen, faszinierenden Spiel mit Licht und Schatten, Stille und Bewegung in der Choreografie „Shadows“ von Igor Kirov zu ruhigen, warmen Klavier- und Geigenklängen einer hebräischen  Melodie, dem „Kaddich“.

Opulent voller herabhängender Blumenkelche, die sich immer tiefer neigen und leuchtender Blütenblätter am Boden ist die Bühne im zweiten Tanzstück. In mal weit ausholenden, kraftvollen und mal wehmütig versunkenen Bewegungen agiert das Tänzerensemble in schwarz-roten Kostümen in einer Mischung des bekannten Klavierstücks „Pavane zum Gedächtnis einer Infantin“ und elektronischen Klängen von Adrien Casalis in der Choreografie „Lacrima“ (Träne), begleitet von ächzenden Geräuschen wie von einem Urgeist und der tropfend, unaufhaltsam verrinnenden Zeit. Als abschließender, spannungsvoller Höhepunkt dann der berühmte Boléro, von Carlos Matos überraschend anders in Szene gesetzt.

Eine Frau wälzt sich im Bett ihr Kissen umschlingend schlaflos hin und her, minutenlang bevor die Musik einsetzt. Daraufhin kommen weitere Männer und Frauen in Sportanzügen im Takt der intensiv pulsierenden, sich steigernden Trommelklänge unter ihrem Bett hervor, die sie wie Quälgeister umlagern, auf weiteren Bettgestellen hin und her springen, herunter fallen, über den Boden schlängeln, auf den Betten hochkant balancieren bis sie schließlich mit explodierendem Erlösungston alle erschöpft umfallen auf die Matratzen in dieser humorvollen Parodie auf die rastlose Leistungsgesellschaft, die kaum noch Zeit für innige Momente lässt. Reichlich Beifall für einen feinfühlig facettenreichen Tanzabend.

Text (lv)

Premiere „Boléro“ an den Landesbühnen Sachsen

Explosion der Sinne

„Boléro“ – der dreiteilige Tanzabend von Igor Kirov, Michele Merola und Carlos Matos mit Musik von Maurice Ravel feiert am 28. April, um 19 Uhr in den Landesbühnen Sachsen in Radebeul im Rahmen der Dresdner Tanzwoche Premiere.

Dieser Tanzabend ist Maurice Ravel gewidmet, einem Komponisten, der sich durch Experimentierfreudigkeit und schillernde Vielseitigkeit auszeichnet und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als bedeutendster französischer Tonschöpfer neben Claude Debussy galt. Unter anderem steht mit der «Pavane pur une infante défunte» eines der bekannten Frühwerke Ravels auf dem Programm, ein Werk, das 1899 während seines Studiums bei Gabriel Fauré als Klavierstück entstand und 1910 von ihm selbst orchestriert wurde. Dieses Musikstück wird von einem reizvollen Kontrast geprägt: So spielt das Werk mit der Vorstellung, wie sich eine kleine spanische Prinzessin von einem Gemälde des Künstlers Velázques im 16. Jahrhundert bei Hofe wohl bewegt haben mag. Auf diese Weise kokettiert die geschmeidige und elegante Komposition mit dem Thema der Trauer, das dem feierlich schreitenden Hoftanz innewohnt.

Und natürlich darf an einem Ravel-Abend der Boléro nicht fehlen, Ravels populärste Komposition schon zu Lebzeiten. Das Besondere des Werkes, ge­schrieben 1828 für die Ballettkompanie der Tänzerin Ida Rubinstein, ist der gänzliche Verzicht Ravels auf thematische Arbeit. Ein lang gezogenes zweiteiliges, ebenfalls von spanischer Musik inspiriertes Thema erscheint unverändert in 18 Variationen. Das einzige Element der Abwechslung, so Ravel, bringt das orchestrale Crescendo, das sich – intensiviert durch eine harmonische Rückung nach E-Dur – schließlich explosionsartig in einem Akkord der Grundtonart C-Dur löst.

CHOREOGRAFIE : CARLOS MATOS, IGOR KIROV UND MICHELE MEROLA

AUSSTATTUNG : KERSTIN LAUBE

Nächste Aufführungen:

04.05.,  19:30 Uhr, Döbeln/Theater; 06.05., 19:00 Uhr, 19.5., 10.30 Uhr,  Hauptbühne/Radebeul;
21.05., 19:30 Uhr, Freiberg/Theater; 27.05., 18:00 Uhr, Großenhain Kulturzentrum

02.06. und 09.06., 19:30 Uhr, Hauptbühne

Text: Petra Grubitzsch/LB

Landesbühnen Sachsen GmbH, Meißner Str. 152, 01445 Radebeul, Tel. 0351/8954-0, Kasse : Tel. 0351/8954 214; Fax. 0351/ 8954 213; http://www.landesbuehnen-sachsen.de 

Ausstellung „Akt mit Takt“ im Kunstkeller


Foto: Klaus Ender  „Schaumgeborgen“unvnhüllt

Klaus Ender, Jahrgang 1939, zeigt in Teilen sein aktfotografisches Lebenswerk, das nicht nur ganz wesentlich vom ostdeutschen Alltag geformt ist, sondern zugleich prägend für die Aktfotografie in der DDR war. Er veröffentlichte viele seiner Arbeiten im „Magazin“ und initiierte 1975 in Potsdam die erste größere aktfotografische Ausstellung im Osten (Akt und Landschaft). Hier gab es in der Kunst generell ein großes Bedürfnis nach Schönheit und Ästhetik, als Gegenpol zum meist grauen DDR-Alltag. Im Bereich der Aktfotokunst trafen Enders Fotografien genau auf dieses Bedürfnis und spiegelten es als Merkmal dieser Zeit der deutschen Geschichte.

Unbefangenheit und große Natürlichkeit prägen die Arbeiten, die diese Ausstellung noch einmal in das Bewusstsein des Betrachters lenken will. Sein fotografisches Schaffen war begleitet von Buchveröffentlichungen und zahlreichen Ausstellungen auch im Ausland. Die hohe Wertschätzung seines Lebenswerkes fand Ausdruck in vielen Preisverleihungen.

Text: Volkmar Fritzsche/Kunstkeller

Vernissage: Dienstag, 24. April, 20 Uhr

Performance: Solvig Frey und Antje H.

Ausstellungsdauer: 24. April bis 9. August 2018

Geöffnet: di 15 – 21.30; mi + do 16.30-18.30 Uhr und nach tel. Absprache

Blick in die Ausstellung: ab 22. April : www.kunstkeller-dresden.de/aktuell.htm

Konzert mit Juan José Mosalini & Tangoorchester im Kulturpalast

 

Alle Gefühlsfarben des Tango

Mit intensiv ausdrucksreichem Spiel voller Hingabe, Kraft und Eleganz begeisterten der argentinische Altmeister am Bandoneon, Juan José Mosalini und sein großes Tangoorchester am Sonntagabend im gut gefüllten Kulturpalast.

Die Bühne ist in rotes Licht getaucht. Die Töne schweben und schwingen, flirren und flirten hin und her. Mal leise verhalten, sehnsuchtsvoll, verträumt, verlockend, mal kraftvoll treibend, energiegeladen und spannungsvoll. Mal sanft fließend, mal federnd, fordernd, leidenschaftlich und dramatisch. Warme und dunkle, leichte und schwermütige, langsame und schnelle Klänge im steten Wechsel. Alle Facetten und Gefühlsfarben des Tango waren zu erleben beim Konzert von Juan José Mosalini und seinem großen Tangoorchester, zu dem ihn die Dresdner Philharmonie in den Kulturpalast eingeladen hatte. Mosalini verkörpert die Seele des Tango Argentino und gilt als weltbester Tangomusiker. Mit der Musik seiner Heimat, die er 1977 nach dem Militärputsch wie viele andere Künstler und Intellektuelle verließ und ins Exil nach Paris ging, reist er bereits seit über 40 Jahren um die Welt.

Mit ihrem intensiv innigen, klang- und ausdrucksreichen Zusammenspiel verzauberten Mosalini und sein Orchester zwei Stunden das Publikum. In ihrer Großformation wie in den 1940 und `50er Jahren in Argentinien üblich, ließen sie die Hoch-Zeit des Tango  aufleben mit Klassikern von Astor Piazolla, Osvaldo Ruggiero, Raúl Garello, Leopoldo Federico und Néstor Marconi.

Mosalini lauscht selbstversunken, mit dem Kopf nah am Bandoneon, als ziehe er die Töne nicht dort heraus, sondern tief aus seinem Inneren.

Mehr Text folgt.

Text + Fotos (lv)

 

Theatralischer Start in die Gartensaison im Theater Junge Generation


Foto: (lv)

Fräulein Brehms Tierleben

Ein frühlingsbunter Theatertag für die ganze Familie.

Der kommende Familiensonntag (22. April, 10-14 Uhr) im tjg. theater junge generation im Kraftwerk Mitte steht ganz im Zeichen der beginnenden Gartensaison. Gemeinsam mit dem Umweltzentrum, dem riesa efau und der VG Verbrauchergemeinschaft wird vor dem Theater gemeinsam eine große Kisten-Sitzlandschaft bepflanzt, während im Foyer bunte Gartenbilder gedruckt, Wildpflanzen bestimmt, gesät und getauscht werden können und man erfahren kann, womit man sich aus dem eigenen Garten selbst verpflegen kann. Auf Einladung des Umweltzentrums ist um 11 Uhr auf der Kleinen Bühne ein Gastspiel von Fräulein Brehms Tierleben zu sehen: Die Inszenierung „Hymenoptera – Die wilden Bienen“ für Kinder ab acht weckt die Neugier auf diese wilden, bunten, kriminellen und ausgesprochenen fleißigen Gartenbewohner. Die Karten für diese Vorstellung sind am Tag selbst im Foyer zu erwerben.

Wie an allen Nachbarschaftstagen kann man auch an diesem Sonntag einen Blick hinter die Kulissen des Theaters werfen. Dazu bietet das tjg. Familienführungen für alle ab 6 Jahren jeweils um 11:00 Uhr und um 13:00 Uhr an. Die Führungen dauern ca. 60 Minuten.

Text: Norbert Seidel/TJG 

www.tjg-dresden.de

tjg. theater junge generation
Kinder- und Jugendtheater Dresden
~ theatre for children and young audiences
Kraftwerk Mitte 1
~ 01067 Dresden
Postanschrift
~ Postfach 12 00 20 ~ 01001 Dresden
Tickets und Info +49 351 3 20 42 777
~ tjg-dresden.de

Die nächsten Premieren:

Sa 21. Apr ~
Kleider machen Kaiser UA ~ Schauspiel ~ 6+
Fr 01. Jun ~
Die feuerrote Blume ~ spartenübergreifend ~ 6+ ~ eine Koproduktion mit dem Zoo Dresden
Sa 09. Jun ~
Drei miese, fiese Kerle ~ Puppentheater ~ 4+

BilderAlbum: Ausstellung „Fatima – Augenblicke in Dresden“ im Kulturrathaus

Alltags-Bilder aus einer neuen Welt

Eine Ausstellung im Kulturrathaus bringt in Zeichnungen und Geschichten von Kindern und Jugendlichen aus syrischen Flüchtlingsfamilien ihre Situation näher.

Kinder malen ihre Welt. Wovon sie träumen, was sie bedrückt, wie sie ihr neues Zuhause sehen und sich ihre Zukunft vorstellen. In den Bilderrahmen mit den farbenfrohen und fantasievollen Zeichnungen erzählen sie auch ihre berührenden Geschichten. Von ihrem Leben in Syrien, das eines Tages der Krieg jäh veränderte.
Ein paar wenige Andenken, wie Familien- und Schulfotos, Bilderbücher, ein silberner Löffel konnten sie aus ihrem alten Leben herüberretten. Zu sehen in einer Vitrine inmitten der Momentaufnahmen aus ihrem jetzigen Alltag.

Die ersten Bilder der Kinder und Jugendliche hingen auf einer Wäscheleine in einem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Dresden. Dort entstand auch die Idee zu diesem interkulturellen Projekt, das 2015 startete und vom Kulturamt der Stadt gefördert wird. „Das Erste, was wir hatten waren Papier und Stifte. So haben wir angefangen zu malen“, sagte Heike Jack, die Initiatorin zur Ausstellungseröffnung „Fatima – AugenBlicke in Dresden“ im Kulturrathaus, Königstraße 15. In der ersten Etage im Foyer sind nun die Ergebnisse des zweiten Malworkshops von Heike Jack und ihrer Agentur Kulturperlen in Zusammenarbeit mit der Galerie Holger John, wo im September 2015 die erste Ausstellung mit Bildern aus dem Flüchtlingscamp stattfand, zu sehen. Er hat begleitend zur Ausstellung auch ein Ausmalheft mit lustigen Stadtlandschaften zum Mitnehmen gezeichnet, die Kinder und Erwachsene auch gleich mit Farbe füllten zur Eröffnung. „Paradiesisch musizieren“ konnten sie zusammen mit Musiker Paul Hoorn (ehemals „Das Blaue Einhorn“).

Einige der Kinder und Familien aus Syrien begleitet Heike Jack bis heute. Fatima, das Mädchen, das der Ausstellung ihren Namen gab, ist mit ihrem Vater hierher gekommen. „Bis heute ist es nicht gelungen, ihre Mutter und drei Geschwister aus der Türkei nachzuholen aus verschiedenen Gründen, es fehlen noch Dokumente“, so Heike Jack. In Fotografien hat sie festgehalten, wie die am Mal-Projekt beteiligten Kinder und Jugendlichen sich in den letzten drei Jahren verändert haben. Zeit ist vergangen, die Fragen in den Augen der Kinder bleiben, zeigen die Aufnahmen. Sie wünscht sich, dass auch viele Schulklassen diese Ausstellung besuchen, sich Begegnungen und Austausch mit den syrischen Kindern und Jugendlichen und ihren Familien und Dresdnern entwickeln.

Die Ausstellung „Fatima – AugenBlicke in Dresden“ ist noch bis 8. Juni zu sehen.

Geöffnet: Mo – Do 9 – 18 Uhr, Fr 8 – 16 Uhr

Text + Fotos (lv)


Holger John stellte seine Galerie in der Rähnitzgasse als Malatelier für
die Kinder zur Verfügung. Die Initiatorin des interkulturellen Projekts, Heike Jack (Inhaberin der Agentur Kulturperlen) begleitet einige syrische Familien bis heute.

Premiere „Die Troerinnen“ im projekttheater


Foto: LB

Wie Männer und Frauen Krieg führen

„Die Troerinnen“, Mission Accomplished von Jean Paul Sartre (ab 14) hat heute (20.4., 19.30 Uhr) Premiere im projekttheater Dresden. Weitere Aufführungen sind am 28.4., 19.30 Uhr und 6.5., 19 Uhr auf der Studiobühne der Landesbühnen Sachsen.

Zehn lange Jahre tobte der Trojanische Krieg. Durch die List des Odysseus ist die als uneinnehmbar geltende Stadt Troja zerstört und liegt in Schutt und Asche. Die überlebenden Frauen sind Gefangene und werden verlost. Als Sklavinnen für Haus, Hof und Bett werden sie von den Griechen in die Fremde verschleppt. Doch dabei belassen es die «Sieger» nicht – sie ermorden ein Kind, damit es in ungewisser Zukunft nicht zur Bedrohung werden kann.

Mit ihrer, nach «Salome», zweiten Inszenierung «Die Troerinnen – Mission accomplished» stellt Sandra Maria Huimann erneut einen antiken Stoff ins Zentrum. Der Einbezug journalistischer Kriegsberichte, investigativer Hintergrundberichterstattung und Dokumentationen über heutige Kriegsführung setzt die antike Geschichte in aktuellen Zusammenhang. So werden die Konflikte in «Die Troerinnen» noch einmal neu befragt, zugleich bekommt die universelle menschliche Frage nach der moralischen Verantwortung des Einzelnen in Extremsituationen eine neue Dimension.

Was für eine Rolle spielen Frauen in Kriegssituationen? Wie werden sie seit Menschheitsgedenken instrumentalisiert, benutzt und wann werden sie zu AkteurInnen? Inwiefern werden rituelle, archaische Verhaltensmuster sowie Clan- und Stammesstrukturen gerade im Krieg wieder sichtbar? Und welche Rolle spielen die heutigen Medien in der Reflektion von Kriegssituationen?

INSZENIERUNG:  Sandra Maria Huimann
Musikalische Leitung: Jörg Schittkowski; Sandra Maria Huimann
AUSSTATTUNG IRINA STEINER

Besetzung

HEKUBA – ANKE TEICKNER;  KASSANDRA – SOPHIE LÜPFERT; ANDROMACHE – JULIA RANI; HELENA-  SANDRA MARIA HUIMANN; EINE FRAU – TINE JOSH; MENELAOS – MICHAEL BERNDT-CANANÁ; TALTHYBIOS – MORITZ GABRIEL

Sandra Maria Huimann: Schauspiel und Regie

Die gebürtige Wienerin Sandra Maria Huimann übernimmt mit den „Troerinnen“ ihre 2. Regiearbeit an den Landesbühnen Sachsen. 2015 inszenierte sie „Salome-Ein ElectroDrama“ für das projekttheater dresden. Sie absolvierte das Konservatorium Wien ( Schauspiel) und schloss mit dem Bachelor ab. Seit der Spielzeit 2009 ist sie als Schauspielerin im Ensemble der LANDESBÜHNEN SACHSEN/ Dresden engagiert. Sie spielt hier Rollen wie Titania imShakespeares „Sommernachtstraum“,Buhlschafft im“Jedermann“,     Betty Dullfeed in „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“; Esmeralda im „Glöckner von Notre Dame“ und Sophie in „Willkommen“.

Konzerttermine

​Sie ist die Frontfrau der Dresdner Band MACHINE DE BEAUVOIR

Text: Petra Grubitzsch/LB

Ausstellung „(Un)sichtbar“ von Designstudenten im Kulturkraftwerk Mitte


Designstudentinnen mit ihren Arbeiten zum Stück


Probenfoto aus „Kleider machen Kaiser“

Zwischen offensichtlich und unsichtbar

Die Designstudenden der FH Dresden zeigen ihre Kreationen zum Stück „Kleider machen Kaiser“ (Premiere: 21.4., 16 Uhr) im Foyer des Theaters Junge Generation im Kulturkraftwerk Mitte. Noch bis 25. April.

Weniger Schein, mehr Sein: Die Mode- und Grafikdesignstudenten des vierten Semesters der Fachhochschule Dresden – University of Applied Sciences (FHD) interpretieren in der Ausstellung „(UN)sichtbar“ das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. Gestern fand die Vernissage im Foyer des Theaters Junge Generation (TJG) im Kraftwerk -Mitte statt. Passend dazu feiert dort das Schauspiel „Kleider machen Kaiser“ am Samstag, dem 21. April Premiere. Die Werke der Studenten dienen dabei als Rahmenprogramm zur TJG-Produktion. Die ungewöhnliche Ausstellung kann noch bis zum 25. April während der Öffnungszeiten des Theaters besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ werden dem Kaiser prächtige Zauberkleider mit dem Hinweis verkauft, dass sie nur von intelligenten Menschen gesehen werden können. Betrüger jubeln ihm aber einen leeren Kleiderbügel unter und aus Scham und Eitelkeit erwähnt er nicht, dass selbst er die Kleider nicht sehen kann und auch sein Volk gibt vor, die scheinbar schönen Stoffe wahrnehmen zu können. Der Schwindel fliegt erst auf, als ein Kind bei einer Parade offenkundig sagt, dass der Kaiser gerade nackt vor ihnen steht.

Die 15 Grafik- und Modedesignstudenten haben sich in den letzten zwei Semestern in den Fächern „Künstlerisches Projekt“ und „Experimentelles Projekt“ bei Prof. Martina Jess, Dekanin der Fakultät Design der Fachhochschule Dresden, mit dem berühmten Märchen auseinandergesetzt. „Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern“, sagte einst schon Heinrich Heine. Die Ausstellung „(UN)sichtbar“ übt Kritik am gesellschaftlichen Druck zur Perfektion und feiert die Einzigartigkeit der menschlichen Anomalien. Denn zwischen „offensichtlich“ und „unsichtbar“ entscheidet meist nur der Blickwinkel und ein Hauch Empathie.

In den Werken der angehenden Grafik- und Modedesigner treffen klassische Darstellungsmethoden auf moderne Materialien und Medien. „Inspiriert von den metaphorischen und psychologischen Aspekten haben die Studenten das Märchen neu interpretiert und in die Gegenwart übersetzt. Sie hinterfragen zum Beispiel das heutige Konsumverhalten“, erläutert Jess. Die Grafikdesignstudenten haben unter anderem eine plastische Eigeninterpretation des nackten Kaisers erschaffen, welche mit bedeckter Transparenz und einem Anzug aus Nacktheit neugierig macht. Die Modedesignstudenten entwickelten Kleider aus Holz und anderen interessanten Materialkombinationen. „Sogar ein Blog wurde von den Studenten eingerichtet, welcher die Menschen aufrief, ihre Makel zu fotografieren und einzuschicken“, verrät Jess.

Die Ausstellung findet als Zusammenarbeit mit dem Theater Junge Generation (TJG) statt. Dort feiert am Samstag, dem 21. April um 16 Uhr das Schauspiel „Kleider machen Kaiser“ unter der Regie von Susanne Zaun auf der Studiobühne Premiere. Die Ausstellung „(UN)sichtbar“ hat noch bis zum 25. April während der Öffnungszeiten des Theaters jeweils montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 16 bis 18.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Weitere Infos: http://www.fh-dresden.eu und http://www.tjg-dresden.de/home.html

Über die FHD:

Die Fachhochschule Dresden ist als staatlich anerkannte Hochschule eine moderne, internationale Einrichtung, die ihre Studierenden praxisnah fordert und fördert. Interessenten können aus dreizehn verschiedenen Bachelor-Studiengängen wählen. Dazu gehören die drei Designstudienrichtungen „Modedesign“, „Grafikdesign Screen/Printmedia“ und „Medieninformatik/Mediendesign“ sowie die fünf  Management-Studiengänge „Business Administration“, Logistikmanagement“, „Tourismus & Event Management“, „Pflege- & Gesundheitsmanagement“ und „Soziale Arbeit & Sozialmanagement“. Die Verknüpfung von Studium und Arbeit hat an der FHD einen besonderen Stellenwert. So können Berufstätige alle Management-Studiengänge auch berufsbegleitend studieren.

Text + Fotos: meeco Communication Services

Konzert mit dem Tango-Orchester von Juan José Mosalini im Kulturpalast

Mit Leidenschaft & Seele

Auf Einladung der Dresdner Philharmonie wird der argentinische Bandoneonist Juan José Mosalini, der als weltbester Tangomusiker gefeiert wird, mit seinem Orchester ein Feuerwerk der Klänge entfachen bei seinem Gastspiel am 22. April, um 20 Uhr im Kulturpalast Dresden.  

Juan José Mosalini und sein großes Tango-Orchester

Kritiker und Tango-Enthusiasten bezeichnen ihn als den weltbesten Tangomusiker, den man heute noch live erleben kann: Juan José Mosalini. Der argentinische Bandoneonist kann auf eine 50-jährige Karriere zurückblicken, in deren Verlauf er mit den bedeutendsten Orchestern und Solisten Argentiniens zusammen gespielt hat. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere setzte er seinen Herzenswunsch in die Tat um: eine Tango Großformation, wie sie in den 40er und 50er Jahren in Argentinien üblich war.

Weniger Nostalgie steht im Mittelpunkt, sondern das Auflebenlassen der Hoch-Zeit des Tangos. Mosalinis Tangoorchester – vier Bandoneons, vier Geigen, eine Bratsche, ein Kontrabass und ein Flügel – besticht durch messerscharfe Intonation, federnd elegante Phrasierung und ein mitreißendes Rhythmusgefühl.

Gran Orquesta de Tango
Juan José Mosalini | Bandoneón
Carmela Delgado, Jean-Baptiste Henry, Lysandre Donoso | Bandoneón
Sébastien Couranjou | Solo-Violine Cecile Bourcier, Juliette Wittenda, Anne Le Pape | Violine Nicolas Peyrat | Viola
Leonardo Teruggi | Kontrabass
Diego Aubia | Klavier

Text + Foto: Barbara Temnow/Kulturpalast

www.dresdnerphilharmonie.de