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Kategorien-Archiv: Poesie

Neue Gedichte: Am Fluss & Hinter der blauen Tür

25 Dienstag Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

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Schattenfänger

Der Tag neigt sich
halb im Schatten
seh ich dich mein Glück
noch im Verborgenen
kleiner Schornsteinfeger
Schattenfänger

du hast ein Auge
auf mich geworfen
mein Herz wandert
ruhelos umher
nichts ist wie vorher mehr

siehst du mich mit einem
oder beiden Augen an
entspringt das Glück
dem Schatten oder Licht

fall ich in die Leere
unterm Kleeblatt
unter dem es vibriert
oder nicht

LV
24.02.2020

_____________________________

Haltlos

Der Sturmwind schlug
der alten Weide
mitten ins Herz
riss einen mächtigen Ast voller Zweige
heraus wie ein Armstumpf ragt der Rest
in die Luft
feinfaserig gehalten

erschüttert steh ich vor
den wehrlos verdrehten Zweigen
die Taube hat ihren Platz verloren
rotweisse Absperrbänder liegen
unter dem Baum lose auf der Erde
umkreisen die Gefahrenstelle

LV
13.02.2020

Am Fluss

Die Nacht hat ein Auge
auf mich seit du fort bist
der Tag lässt mich kalt
der Ruf der Wildgänse
in der Dämmerung
begleitet mich zum Fluss

wo Flügel schlagen
Männchen Weibchen jagen
Vogelschreie und Lachen
Bierflaschen kreisen
Rauchschwaden aufsteigen
es nach verbranntem Fleisch riecht

LV
2017

______________________________

Hinter der blauen Tür

Du streichst über mich
wie die Sonne über die letzten Schneereste
weiße Wolken segeln am Himmel
Blau umfing uns
hinter dieser Tür

auf warmem Grund
lagst du vor mir
ein großer Fisch
der kurz ausruht
ich strich Tropfen
von deiner Stirn
du hieltst meinen Arm

bevor wir in Küssen ertranken

LV
14.01.2017

_________________________________

Im Ungefähren

Wir brauchen nur zugreifen
von deiner zu meiner Insel springen
warum tun wir es nicht

Halten uns auf im Ungefähren
unstillbaren Verlangen
kommen nirgends an

Willst du die Blüten inmitten der Brennesseln
winde sie aus dem Blätterdickicht
ihrer verborgenen Wünsche

LV
11.09.2017

______________________________________

Kleiner Falter

Sah einen dunklen Fleck
dann das Flatterding an der Wand
reglos hing es über der Landkarte
meiner Träume
der Laptop schlief schon
eine Nacht oder länger

lautlos wie unsere Liebe
verflogen mit der Zeit
oder fliegen wir mit ihr
über uns hinaus
bist du bereit auch
unter meine Flügel zu sehen

wenn sie sich nicht mehr öffnen
dachte ich als der Falter am nächsten Tag
immer noch an der Wand saß
scheute mich ihn zu berühren
herabfallen
zerfallen in Nichts zu sehen

gefangen in Schwarz
hob ich sacht seine Flügel an
der Falter flog sofort auf
flimmerte mich an und verschwand

Mein Schattenfalter fliegt draußen
sein Platz ist sonnengelb
doch vermisse ich ihn

LV
15.04.2017

_______________________________

Lichtquell

Deine Hand findet
meine
wir legen uns
ins Wasser das feuerrot sprudelnde
sammeln Lichtfunken

im schaukelnden Boot deiner Hände
überlassen uns der Quelle
endlich angekommen
stillen unseren Durst

LV
13.01.2017

_________________________________

Verlangen nach Me(h)er

Traumwandler der Meere
schillernd in allen Farben
ziehen ihre Bahnen
hinter Glas
ein Augenschmaus
landen sie nicht auf dem Teller
wie ihre Artgenossen

taucht der Blick immer tiefer
mit all den Wunderwesen
in die Gefilde schwereloser Bewegung
endloser Schwerelosigkeit
zwischen Schlinggewächsen
und Korallenriffen
fließendes Verlangen
nach Me(h)er

sehe einen großen blauen Fisch
neben ihm einen kleinen
hin und her schnellen
und denke an das Märchen
vom Fischer und seiner Frau
der alles und nichts gefiel

die Fische stoßen aneinander
und an ihr Gehäuse
du wärst gern ein Fisch
angezogen vom Wasser
doch du willst auch fliegen
sagst du beim Gehen

LV
02.10.2016

____________________________

Blütentanz

Bei dir vergesse ich
den Lärm der Welt
verlier mich ganz
an die Klänge
in mir
sie springen zu dir

du spielst mir nichts vor
spielst nur für dich
bis sich unsere Blicke
fangen
hin und her treiben
in einem Meer aus Tönen

fliege ich und sehe
die tanzenden Blütenblätter
vom Baum fallen
der seine Zweige wie Arme ausbreitet
und rede mir ein
das alles wäre kein Traum

LV
01.05.2016

________________________________

Traumland

Sie drehen sich im Kreise
mit ihnen gehen Träume auf die Reise
Fliegen mit wehenden Mähnen
durch die Zeit
einmal zurück mit pochendem Herzen
ins Kinderland
und nach vorn verwegen-verlegen
wo es verschwand

und die Karusselpferde träumen
einmal nicht im Kreise
sondern mit wildem Getrappel
querfeldein davon zu ziehen

LV
28.10.2018

______________________________

Weißer Traum

Zuerst ein Klang
wie Tropfen
die leis anklopfen
aufs Fensterbrett fallen

abgelöst von weißem
Rieseln das mich
lautlos ergreift

die Kälte wegwischt
mit sanfter Zuckerbäckerhand
Dunkles ins Gegenteil verkehrt

Spuren im Schnee hinterlässt
und Flocken wirbeln in mir

LV
02.02.2019

_________________________

Schweben

Ein Gesicht am anderen
im Sog der Sonne
ausKroKusswiesen
wächst die Lust

Ein Kind schickt Seifenblasen
auf die Reise
flirrendes Schweben
jede von ihnen birgt
einen Traum
der lautlos zerschellt
an einem Körper
oder am nächsten Baum

an einem Zweig voller Knospen
vor meinen Augen
das Bersten pulsiert in mir

LV
14.04.2018

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„Die Live Butterfly Show“ – Lesung mit Jan Wagner im Stadtmuseum Dresden

19 Mittwoch Feb 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie

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Kalifornische Sonette und ein kleiner Krähenhymnus

Der Berliner Dichter und Preisträger der Leipziger Buchmesse 2015, Jan Wagner liest aus seinem neuen Gedichtband „Live Butterfly Show“ am 20. Februar, um 19 Uhr im Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2 (Eingang Landhausstraße).

Man kann sich Jan Wagner als zeitgenössischen Klassiker vorstellen. Seitdem dem Berliner Dichter und Übersetzer im Jahr 2015 für seinen Gedichtband „Regentonnenvariationen“ der Preis der Leipziger Buchmesse zugesprochen wurde, wuchert sein mittlerweile berühmtes Gedicht „giersch“, „mit dem begehren schon im namen“, in den Köpfen von Lesern, Kritikern und Lyrikerkollegen. Selten hat ein kleines Sonett mit angedeuteten Reimen und hinters Licht führender Heimeligkeit derart die Geister geschieden. Schön, wenn Poesie so etwas kann!

Lyrische Anverwandlungen von Rettich und Weißkohl, „kalifornische sonette“, ein „kleiner krähenhymnus“ oder ein „lob des kamels“ bevölkern auch die „Live Butterfly Show“, Wagners neuesten Gedichtband, mit dem der gebürtige Hamburger morgen im Dresdner Stadtmuseum zu erleben ist. Es finden sich darin die ausgeklügelten Beschwörungen der Dingwelt, die man bereits zu kennen meint: Neunaugen als „glitschige urzeitwesen aus ocker / und schlamm“ oder Weißdorn als ein „lokal /begrenzter schneefall, der nicht / aufhört, nicht aufhört“.

Genauso segelt Wagner durch die abendländische Tradition von Jonas im Walfisch bis Horaz, widmet dem Maler John Constable und Dornröschen aus dem Märchen Sestinen und steht dann wieder unvermittelt „am ganges“.

Aber welcher Dichter, bitteschön, hat schon einmal über einen „einstellungstag im meerjungfrauenmuseum“ geschrieben? Der von der irischen Westküste stammende Matthew Sweeney, dessen Gedichte Wagner übersetzt hat, bemerkte einmal, dass man in maritimen Dingen und in puncto Akkuratesse bei Jan Wagner an der richtigen Adresse sei. Sein Hang zu sprachlicher Präzision, zu historischen Blitzlichtern, zum Fortschreiben von Traditionen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das dem kürzlich verstorbenen Sweeney gewidmete „glasauge“ uns anstarrt, „wie um zu sagen: bleibt und seht“. Und was sehen wir? Einen dem Trunke ergebenen „onkel“ etwa, der „an seinen hosenträgern“ hereinschwebt „wie ein prächtiger fesselballon“. Wir sehen „die kapitäne“, die „in unserer straße an land“ gingen und „ankerten in der witwenbucht“.

Unbedingt hervorzuheben ist auch Wagners feiner, ins Absurde spielende Humor, der allerdings ohne Reim kaum zu haben ist: „vergib mir“, heißt es im Titelgedicht, in dem vielleicht sogar von Schmetterlingen die Rede ist, „daß ich aufging in der schar / von eilenden, geblendeten, touristen, / undankbare blüte, die ich war“.   Patrick Wilden, DNN 19.2.2020

Eine Kooperation der Literarischen Arena e.V. mit der Evangelischen Akademie Meißen und den Museen der Stadt Dresden.

Eine Veranstaltungs-Empfehlung von Jörg Scholz-Nollau

-- 
Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden

Inh.: Jörg Scholz-Nollau

Tel. 0351-8033914
Fax 0351-8033915
www.buchlesen.de
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Neue Gedichte: Im Gräserrauschen überwintern meine Träume

14 Dienstag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Lebensart, Poesie

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Zweisam

Als die Knospe aufsprang
teilte sie sich zweisam
öffneten sich die Blütenkelche
aus einem Stängel

Flimmerrot und Blütenstaub
fließt in mein gespaltenes Herz
die Blüten schaukeln
bei jeder Bewegung
wenn ich näherkomme
als würden sie gleich
herabfallen

LV
24.1.2019

Sonntagmorgen

Der Himmel voller
rosa Tupfen
die mich wach küssen
fern von dir
segle ich mit den Wolken
die wie Möwen auffliegen
ihre Flügel ausstrecken
nach mir

im Dickicht der Bettdecke
vergraben sehe ich
ihnen zu
wie die Wolkenflügel höher
und höher steigen
fliege ihnen nach

LV
20.10.2019

Leuchten

Ein einzelnes Ahornblatt liegt
auf dem Weg
abseits vom Blättermeer
reckt es seine orangeroten Spitzen

mir entgegen
ich hebe das Blatt auf
sein Leuchten
das ich lange vermisste
in meinen
und deinen Augen

LV
23.11.2019

Traum

Im Traum sah
ich dich
zurückgekehrt
von einer langen Reise
umarmten wir
uns lange

doch am Tisch saß
der Schatten eines anderen
ich schwankte
zwischen ihnen

LV
26.11.2019

Blättertanz

Die alte Weide trägt
ihr schönstes Blätterkleid
ein gelbes Schimmern und Wogen
der Zweige im Tanz
mit dem Wind

fliegen ihre Blätter
wie Segel
mit den Schreien der Vögel
grauen Wattewolken
golden eingefärbt am Horizont
wiegt die Weide
ihre dunkle Krone
müde von den Stürmen
ein Vogel setzt sich ins Geäst

LV
28.11.2019

Lichterblumen

Nachts erblühen
am Fenster gegenüber
die Lichterblumen
mit Herzklopfen
sehe ich sie
kein Geld der Welt
strahlt heller

ein Mann schaut aus dem Fenster
ob die Lichtergirlande hält
sehe sein Spiegelbild
hinter dem Glas
als ich aufwache
ist er fort

LV
2.12.2019

Die eine Rose
(Für meinen Vater)

Im Wintergarten steht die Zeit still
im wispernden Gräserrauschen
aus wärmeren Tagen
ranken wogen überwintern
meine Träume

sieht mich die eine Rose an
rot etwas verblasst
die du in mein Herz pflanztest
nach langer Zeit
es schien als wachsen
wir uns entgegen
ungeachtet der Dornen
die unsichtbar stachen

in der Rose seh
ich dich noch immer
die dunklen Geister
aus Kindertagen sind verbannt
in Asche verwandelt
dem Fluss übergeben
Wildenten flogen auf
der Mond steht hoch
über den Blätterschatten

am Morgen geht
die erste Blüte
am Weihnachtskaktus auf

LV
16./17.12.2019)

Tannen (Traum) Paar

Vor dem Wintergartenfenster
stehen zwei hochgewachsene Tannen
wie ein Paar
halten sie sich
an den Zweigen
wiegen ihre spitzen Häupter
schauen zu mir herein
aus dem Dunkel ins Licht
das sich im Fensterglas spiegelt
verdoppelt in die Nacht
hinaus strahlt zu den Tannen

ihr stilles Dasein
ihr filigranes Umfangen
in naher Weite himmeloffen
berühren mich

die Schatten verlieren ihre Schwärze
mit den wogenden roten Blüten
in meinen Händen am Weihnachtskaktus

LV
25./26.12.2019

Amaryllis
(Für meine Schwester)

Zuerst wagt sich ein kleiner Spross
aus der Erde
den Blicken verborgen
im Inneren
was dort wächst und werden will
begossen und behütet
in der Hülle
regt sich das erträumte Neue

über Nacht öffnet
sich die erste Blüte
eine Handvoll Liebe

LV
29.12.2019

Tanzende Schatten

Wenn du wiederkommst
tanzen wir wieder Tango
die Musik greift mir ans Herz
das Feuer deiner Schritte
steckt mich an

für einen Augenblick
vergessen die Schatten
die in mir nachhallen
in den Füßen
die gern leicht wären

wie ein Falter
der sacht auffliegt
und sich niederlässt
wie es ihm gefällt
der Gedanke wärmt mich
im Licht der Wintersonne

LV
29.12.2019

Lichtblick

Im Garten die hohen Bäume
breiten ihre dunklen Äste aus
als wollten sie auch einen Lichtstrahl
erhaschen
von dem grünen Zwerg
der auf der Wiese steht
ganz allein
vor sich hin funkelt
in der stillen Nacht
und mir sein schönstes
Lächeln schenkt

LV
29.12.2019

Abschied vom alten Jahr

Die Sonne kam noch einmal zurück
einen Augenblick schienen im Licht
hinter dem kahlen Geäst die Schatten blasser
und die hellen Momente des Jahres noch heller
als wollten sie mich noch einmal
umarmen

eingehüllt in weiche Wattewolken
die erhaben stehen über den Silvesterknallern
die hohl
wie die Poltergeister die sie zünden
zwischen den Häusern widerhallen
egal wen es trifft
denke an das kleine fellige Wesen
leblos am Straßenrand
das nirgends einen Ort fand vor dem Getöse

nicht um dunkle Geister zu vertreiben
das alte Jahr geht von selbst
was bleibt liegt an uns
ich zähle das Leben nicht mehr nach Jahren
fließe mit dem Augenblick
und der Ode an die Freude im Herzen

LV
31.12.2019

Himmelslicht

Der Himmel ein flammendes Band
als verbrenne die Sonne
in sicherer Entfernung
ein ergreifendes Schauspiel
fliegen die Blicke mit dem schwarzen
Vogelschwarm ins Feuerrot
vor dem Silvesterabend

in der Nacht fällt eine Himmelslaterne
alles Licht auslöschend auf ein Zoohaus
das lichterloh brennt drinnen eingeschlossen
die Tiere fast alle sterben
Menschenaffen, kleinere Affen,
seltene Vögel und Flughunde
Keiner dachte an sie
andere trauten sich nicht den Tieren
die Türen ins Freie zu öffnen
man kann ja nie wissen

ihre Blicke lassen mich nicht los
Massa der Gorillamann der sein ganzes Leben
im Zoo saß mit diesen tiefen dunklen Augen
fragend forschend und fassungslos
die sanfte Orangmutter Lea und ihr
wuscheliges Kind Suria
der verschmitzt grinsende Schimpanse Charly
und all die namenlosen Tiere

das Entsetzen ist groß nach dem Brand
im Affenhaus was würden die Tiere sagen
ihr Menschen habt den Schlüssel
zu euch selber verloren
sucht im Außen nach immer mehr
greift nach den Sternen
überseht euer inneres Licht

die Feuer greifen um sich
weltweit
Geld heilt keine Wunden

habt ihr vergessen was es heißt
Mensch zu sein

LV
6.1.2020

Bilder im Kopf

Ich trage Bilder
in Gedanken
im Herzen
mit mir herum
ungezügelt nicht
lieb gezüngelt
frei heraus

sie halten verhalten
sich in und außerhalb von Bilderrahmen
anderer
denken sehen
fliegen
über alle Grenzen
in die Welt
hinaus

LV
15.11.2019

Feuervogel

Nach den grauschweren Tagen
als der rettende Regen fiel
zu spät für die Tiere im Zoo
in der Silvesterfeuernacht
und den brennenden Wäldern Australiens
kehrt ahnungslos die Sonne zurück

ein großer Feuervogel
schwingt sich hinauf
in den Abendhimmel
sein Gefieder glänzt
in tausend Farben
über dem Fluss

LV
13.1.2020

Traum eines Tannenbaums

Ein kleiner Tannenbaum
leuchtet im Vorgarten
hinter dem Magnolienstrauch
in funkelndem Zwiegespräch
und träumt vom Frühling

doch schon nach Neujahr
war er verschwunden
lächelt sein Licht
mir nicht mehr zu
hinter kahlem Gezweig

LV
13.1.2020

Texte + Fotos (lv)

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Lesung mit dem Dichter Pablo Jofré aus „Abecedar“ im Landhaus/Stadtmuseum Dresden

13 Montag Jan 2020

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

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Das Geheimnis der Wörter-Zimmer

Im Rahmen der Reihe Literarische Alphabete liest der Dichter Pablo Jofré (Madrid und Berlin)  aus seinem Gedichtband A b e c e d a r am 14. Januar, 19.30 Uhr im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Städtische Galerie), Wilsdruffer Straße 2.

„Abecedar“ ist ein Gedichtband im Format eines Wörterbuches, von A wie „Abgrund“ oder „Aufwachen“ bis Z wie „Zuchtperle“ reichen die Themen in diesem Buch. Inspirieren ließ sich der Autor dabei von Gustave Flauberts 1911 erschienenem „Wörterbuch der Gemeinplätze“.

„Das Staunen wurde größer. Mit jedem erneuten Blick in die verlässlichen Wörter-Zimmer, aus denen sich dieses Abecedar fügt“, schreibt der Dichter José F. A. Oliver in seinem begeisterten Nachwort zu dem Band.

Pablo Jofré, geboren 1974 in Santiago de Chile, studierte Literatur, Anthropologie, Journalismus, Deutsch, Englisch und Französisch in Chile, Spanien und Deutschland und ist ein notorischer Reisender mit Wohnsitz in Berlin. „Abecedario“ erschien zuerst 2012, es folgte der Band „Usted“ 2013, eine Hommage an La Maladie de la mort von Marguerite Duras, sowie „Extranjería“ 2017. Gemeinsam mit dem Berliner Musiker Andi Meißner spielt der Autor in dem Duo Jofre Meissner Project, zu dessen Repertoire Gedichte von Extranjería, Abecedario und Usted gehören.

Text: Patrick Beck

Literaturforum Dresden e.V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden.
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Landeshauptstadt Dresden und dem Amt für Kultur- und Denkmalschutz.
Anreise: Linien 1, 2, 3, 4, 7, 12, 62, 75 Pirnaischer Platz
Die Lesung ist barrierefrei zugänglich.

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Ausstellung „Zeige dem Engel die Welt“ von Ju Sobing in der Stadtgalerie Radebeul

09 Montag Dez 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Poesie

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Baummuse und Rapswurzelvolk

Zum Träumen, Besinnen und Nachdenken lädt die Ausstellung „Zeige dem Engel die Welt“ mit Malerei, Grafik und Objekten von Ju Sobing in der Stadtgalerie Radebeul ein.

Eine wundersame Gestalt in einem Papierkleid, aus deren Kopf Zweige wie Antennen, Fühler wachsen, steht im Eingangsraum der Stadtgalerie Radebeul. Die „Baummuse“ ist umhüllt von Zeitungsseiten und übersät mit Gedichtversen in schwarzer Tusche, die Natur und Menschsein in aller Fülle, Schönheit und Abgründen zeigen. Hinter ihr an der Wand wirbeln Farben und Formen heftig durcheinander in der Collage-Serie „Chaoszeit“ aus dem Jahr 2014, daneben leuchtend farbig über schwarzen Umrissen
der „Sommertanz“.

Zum Träumen, Innehalten, Besinnen und Nachdenken lädt die Ausstellung von Ju Sobing “Zeige dem Engel die Welt“ zum 75. Geburtstag der Radebeuler Künstlerin ein. Zu sehen sind Malerei, Grafik und Objekte von Mitte der 90er Jahre bis heute.
Da mischen sich Traumhaft-Surreales, Konkretes, Abstraktes, Ernstes, Poetisches und leise Komisches, Bilder und Sprache auf den Leinwänden, oft Mischtechniken, übermalten Collagen, Zeichnungen und Dingen. Da erhebt sich ein knorrig-lustiges, kleines „Rapswurzelvolk“ auf Steinsockeln, aus Wurzeln und Seidenpapier gestaltet, auf dem Fensterbrett. Blickt man in den Collagen, die farb- und kontrastreich Lebensmomente spiegeln, in Gesichter von Menschen, kleinen, großen, jungen, alten, unbekannten und Politikern.

Licht und Schatten, Glück und Leid, Hunger, Gewalt und lautes Schweigen liegen nah beieinander in diesen Bildern aus aller Welt, zusammengesetzt aus  Zeitungsausschnitten, die die „Unerreichbarkeit des Paradieses“ vor Augen führen und zugleich ein achtsames Erinnern daran sind. In einer Ecke liegt ein Stapel alter Zeitungen und Bücher als gesammelte „Zeitpäckchen“. Die wunderbare Collage „Tundra“ in grünen und erdigen Tönen, als Malgrund dient eine vergilbte Schulwandkarte, mit einem durch die weite Steppe im Rentierschlitten fahrenden Paar entführt in eine Welt, wo noch die Natur den Lauf des Lebens bestimmt. Am Treppenaufgang zum oberen Galerieraum wirft die Künstlerin ihre reichhaltigen Ideen- und Gedankennetze aus, die an einer Pinnwand festgehalten als „Kleine Zeitsammlung“ voller Skizzen, Notizzettel mit Künstlerzitaten und Lebensweisheiten und einem Artikel über „Die Sprache des Sehens“ zum Werk von Andreas Feininger ebenso spannend wie anregend sind für den Betrachter.

Ins ausdrucksreiche „Eigenland“ von Jo Sobing führt zeichen- und wortspielreich ein von der Decke bis zum Boden reichendes, leuchtend rotes Wandbild. „Wenn die Worte verschwinden, verschwinden auch die Bilder“, heißt es da. Und: „Das Zeitrad dreht sich/Du siehst seine Spur in deinem Antlitz – Aufgebrochenes Erdreich zeigt dir/die Wunden die nicht mehr verheilen Verletzungen/Aufgelöste Zeichen des Herzens und Gewinn“, so ihr Blick auf Veränderungen und Vergänglichkeit und Bleibendes. Ju Sobing ist seit 1989 freischaffend tätig als Bildende Künstlerin und Autorin. Sie lebt und arbeitet in Radebeul und in Sorbolongo/Italien.

„Frei von Meinungen und Tendenzen arbeite ich, umkreise meine Themen mit spielerischem Ernst. Bilde, baue, zerstöre, überarbeite, lasse die Natur zuweilen mitarbeiten“, sagt Ju Sobing über ihre Arbeiten. “Kunst heißt umkreisen von Leben und Sterben in allen Facetten.“ Die Ausstellung ist noch bis 15. Dezember in der Stadtgalerie Radebeul zu sehen.

Text + Foto (lv)

Geöffnet:  Di., Mi, Do., So. von 14 bis 18 Uhr

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Lesung „Reisewarnung für Länder Meere Eisberge“ mit Tom Schulz im Stadtmuseum Dresden

21 Montag Okt 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

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Eine große Rhapsodie auf Maschinen und Menschen der Neuzeit

Am 22. Oktober 2019, 19 Uhr veranstaltet die Literarische Arena e. V. gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Meißen und den Städtischen Museen Dresden eine Lesung mit dem Berliner Autor Tom Schulz. Titel: „Reisewarnung für Länder Meere Eisberge“

Je mehr man von Tom Schulz’ bizarren und allzu treffenden Paraphrasen auf die Jetztzeit liest, desto mehr stellt sich ein Gefühl ein, der Wahrheit auf der Spur zu sein, und im Gegenlicht, sozusagen als Sekundärprodukt, so etwas wie Poesie. „Reisewarnung für Länder Meere Eisberge“ heißt der Band, den der Berliner Dichter am Dienstag [22. Oktober 2019] im Dresdner Stadtmuseum vorstellt. Es ist selten, dass ein Gedichtband schon im Titel eine Warnung enthält, zumal Eisberge nur als Vorstellung auftauchen. Aber man weiß ja spätestens seit der Titanic, dass der größte Teil von ihnen nicht zu sehen ist.

Um es gleich vorweg zu sagen: Es geht hier nicht ums Reisen. „Die Maschinen sind volljährig, wenn sie mit dem Träumen / aufgehört haben“, beginnt eines der vielen weitausholenden Gedichte im Kapitel „Schwarze Ampeln“. „Die Maschinen sind pensionspflichtige Serienmodelle“, sie „bewegen sich in einem Leben zwischen Kontostand / Kredit und Tilgungsrate“ oder „sie stehen längs geparkt auf dem Mittelstreifen“. Es sind Tatsachenbehauptungen aus einer großen Rhapsodie aufs Zeitalter jener Maschinen, zu denen im neuzeitlichen Verständnis auch die Menschen gehören. „Tom, bitte empören sie sich mit uns“, empfiehlt der Messengerdienst. „Ich empöre mich, der Himmel ist blau, nicht schwarz.“

„Eine Invasion ohne Luftbrücke, 150 Millionen / gegen uns.“ „Das Auge der Feuerqualle“ gehört zu den strenger komponierten Kapiteln des Buches, wie auch das Langgedicht über Syrakus, „Ein Tag im Leben“ eines scheinbar erfolgreichen Schriftstellers, der die Gegensätze im schmunzelnd-lapidaren Ton etwa wie folgt zusammenfasst: „Ich stehe in der Hundescheiße von Sizilien. / Ich weiß, dass Artemis die Quelle hierher brachte.“

Orte am Meer bevölkern fast das ganze Buch. Es sind Sehnsuchtsorte wie die „Beinhäuser von São João“ in Porto: „Ich liebe die Stadt am Fluss, die Stadt am Meer“ – fast scheint es, als wolle die Stimme, die da spricht, Beklommenheit vertreiben. „Es gibt Tote, die ganz und gar unsichtbar erscheinen.“ Das gilt auch für die beiden Venedig-Kapitel, denen man ein wenig den freien Autor in einer seiner Residenzen anmerkt, wo „Adriatisches Licht“ oder der Konjunktiv den schwankenden Untergrund befestigen sollen: „Wäre ich Lord Byron, würde ich vom Anblick der Blumen leben können“. Auf der griechischen Insel Leros gibt es nicht nur eine Begegnung mit Ahmed aus dem „Asylbewerberheim“, sondern auch mit Jannis Ritsos, der dort viele Jahre seiner Gefangenschaft absaß. „Wir laufen durch die Morgensonne. Wir hören das Gedicht.“ Das Parlando der Texte bekommt hier plötzlich eine gewisse Eindringlichkeit. „Das Gedicht sagt, es glaube an Liebe und Tod.“

Es ist ganz offensichtlich, dass Tom Schulz nicht um des Reisens willen den Mittelmeerraum, die Kanarischen Inseln und Lateinamerika bereist. Die „Reisewarnung“ ist eine Art von dichter Beschreibung, die den Dichter-Ethnologen zu sich selbst führt: „Ich bin ein Passagier / ich reise kreuz und quer.“ Das wird vielleicht am eindrücklichsten an den Orten, die der eigenen Oberlausitzer Herkunft am nächsten liegen. „Alles ist schiefgegangen“, beginnt der „Ausflug ins Elbsandsteingebirge“, das kann auch am Schluss kein „Unsere Heimat“-Pastiche wieder geradesingen: „Ende, Lied aus.“

Text: Patrick Wilden

Tom Schulz: Reisewarnung für Länder Meere Eisberge. Gedichte, Hanser Berlin 2019. 128 Seiten, 19 Euro, ISBN 978-3-446-26201-0.

VERANSTALTUNG am Donnerstag, 22. Oktober 2019, 19:30 Uhr im Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Straße 2 (Eingang Landhausstraße), 01097 Dresden. Haltestelle: Pirnaischer Platz.

Eine Kooperation der Literarischen Arena e.V. mit der Evangelischen Akademie Meißen und den Museen der Stadt Dresden.

Axel Helbig
Literarische Arena e. V.
Redaktion OSTRAGEHEGE

Buchhandlung LeseZeichen
Priessnitzstrasse 56
01099 Dresden
Inh.: Jörg Scholz-Nollau 
www.buchlesen.de
info@buchlesen.de

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VersSchmuggel – Deutsch-Tschechische Poesie im Literaturhaus Dresden

20 Sonntag Okt 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Projekte

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Poesie auf Reisen

Freunde der Gegenwartslyrik können sich auf eine besondere Veranstaltung freuen. „VERSschmuggel/Prekladiste“ heisst ein deutsch-tschechisches Kooperationsprojekt, das am 23. Oktober, um 19 Uhr im Erich Kästner Haus für Literatur Dresden/Villa Augustin am Albertplatz zu Gast ist. Und es gibt einen kleinen Ausblick auf den Dresdner Lyrikpreis 2020.

Der deutsch-tschechische VERSschmuggel wird moderiert von Jonás Hájek. Im Sommer 2018 trafen sich sechs tschechische und sechs deutsche Dichter*innen beim poesiefestival berlin zur Übersetzungswerkstatt VERSschmuggel. Die zweisprachige, in beiden Ländern erscheinende Anthologie versammelt alle Gedichte und Ergebnisse der gegenseitigen Übersetzungsarbeit, bei der renommierte Literaturübersetzer*innen jeweils ein Dichterpaar begleitet haben.

In Kooperation mit dem Haus für Poesie Berlin lesen am 23. Oktober im Erich Kästner Haus für Literatur Pavel Novotný, Lena Dorn und Léonce W. Lupette. Pavel Novotný arbeitet mit Montage- und Collage-Techniken und experimentiert in Radiokompositionen mit den auditiven Möglichkeiten der Dichtung. Lena Dorn lebt als Bohemistin, Übersetzerin und Autorin in Leipzig. Der deutsch-französische Lyriker und Übersetzer Léonce W. Lupette lebt und arbeitet in Buenos Aires sowie Frankfurt am Main.

VERSschmuggel ist ein künstlerisches und kommunikatives Abenteuer, ein Umschlagplatz für kulturelle Übergänge und lyrische Traditionen.

Text:
Erich Kästner Haus für Literatur e.V.
Villa Augustin/Antonstr. 1
01097 Dresden , Tel.: (0351) 804 50 87

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Jugendträume & auf Strohballen im Paradiso & Aus dem Nest in die Welt geflattert – Wandertheater-Preis für Adhok aus Frankreich

29 Sonntag Sept 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie, Tanz, Theater

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Vom Abenteuer Erwachsenwerden: Was passiert, wenn man das schützende Nest verlässt? Da heißt es, Flügel ausbreiten und den Kopf aus dem Nest nehmen! Davon erzählt humorvoll das Tanztheater-Stück „Das Nest“ von Adhok aus Frankreich, dem diesjährigen Gewinner des Publikumspreises beim Internationalen Wandertheaterfestival. Foto: Adhok

Jugendträume neu aufleben lassen

In Radebeul feierten zehntausende Einheimische und Gäste den sächsischen Wein und das internationale Theater. Zum 29. Herbst- und Weinfest mit XXIV. Internationalem Wandertheaterfestival kamen vom 27. bis 27. Septenber etwa 50.000 Besucher nach Altkötzschenbroda, erinnerten sich an die Visionen ihrer Jugend und feierten drei Tage lang ein friedliches und ausgelassenes Fest. Schauspieler, Musiker und Winzer verbanden Wein- und Kulturgenuss und sorgten für einen Ort zum Träumen.

Unter dem diesjährigen Motto „JugendTräume“ wurden drei Tage lang Zukunftshoffnung, junge Liebe und die unstillbare Neugier auf die Welt ins Rampenlicht gestellt. Am Festwochenende zeigten 17 Theatergruppen und Solokünstler aus insgesamt zehn Nationen eindrucksvolle und humorvolle Inszenierungen. Die 70 Aufführungen im Rahmen des Wandertheaterfestivals waren sehr gut besucht. Schon weit vor Beginn bildeten sich Warteschlangen vor den Eingängen und Bühnen.

Gewinner des diesjährigen Publikumspreises ist die Compagnie Adhok aus Frankreich. Mit ihrem europaweit gefeierten Tanztheaterstück „Das Nest“ begeisterten sie auch die Zuschauer in Radebeul mit dem Abenteuer des Erwachsenwerdens. Die jungen Künstler zeigten hoffnungsvoll und humorvoll, was passiert, wenn man das schützende Netz verlässt, welche Herausforderungen dabei warten und wie man sich dennoch einen Platz in der Welt erobert.

Zahlreiche Besucher drängten sich hinter der Friedenskirche, um die Show von Dado, dem stillen Clown aus Kanada und Gewinner des Publikumspreises 2018, zu sehen. Sehr begehrt waren auch wieder die Plätze im Hoftheater. Dort vereinte Multitalent Kerol in „Welcome to my Head“ Jonglage und Comedy und meisterte zur Begeisterung des Publikums mehrstimmiges Beatboxen. Die Landesbühnen Sachsen präsentierten Auszüge aus dem Musical „Hair“ und erhielten viel Applaus dafür. Ein weiterer Höhepunkt des Wandertheaterfestivals war die Aufführung „Take Off“ von der französischen Cie. Tac O Tac, die auf Stelzen und mit überirdischer Akrobatik das Universum eroberte. Die italienisch-argentinische Band España Circo Este sorgte am Kuffenhaus für ausgelassen tanzende Besuchermassen.

Das Duo Olga Show begeisterte mit ihrer einmaligen Kombination aus
Violin&Drums seine Zuhörer auf dem Kirchplatz. Gewürztraminer aus Österreich und Hańba aus Polen lockten mit ihrer energiegeladenen Bühnenshow auf die Tanzfläche und luden zum ausgelassenen Feiern ein. Ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Radebeuler Herbst- und Weinfestes ist das Theaterkarussell von Georg Traber. Auch in diesem Jahr erfreuten sich die Fahrten wieder besonders hoher Nachfrage und Beliebtheit bei Groß und Klein. Zur orientalisch-keltischen Musik von Adaya und Reto Ammann drehte sich das muskelkraftbetriebene Nostalgiekarussell und ließ den Festtrubel im Herzen des historischen Dorfangers zu einem bunten Schleier verschwimmen.

Entspannung und Gemütlichkeit fanden die Besucher zwischen den Bäumen auf der Streuobstwiese. Inmitten der Installation „Paradiso“ der chilenischen Künstler Muriel Cornejo und César Olhagaray konnten sie sich auf Strohballen eine Auszeit gönnen und ihre Jugendträume neu aufleben lassen. Auf der Elbwiese erbauten Richard von Gigantikow und sein internationales Künstlerteam in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum. Mit Labyläum erschufen sie ein hölzernes Paralleluniversum, welches zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution labyrinthische Erinnerungen an ein fernes Land DDR aufgriff. Die Besucher wandelten mit Kerzen auf den verworrenen Pfaden des Labyläum und fanden Antworten auf selten gestellte Fragen. Das Finale Grande am Sonntagabend krönt traditionell das Festwochenende. Am nächtlichen Elbufer wird vor dem Holzlabyrinth der Publikumspreis für die beliebteste Theaterinszenierung verliehen.

Text: Sandra Rösler/Kulturamt Radebeul

Mehr Informationen
http://www.weinfest-radebeul.de
http://www.facebook.com/weinfestradebeul

Das Herbst- und Weinfest mit Internationalem Wandertheaterfestival findet jährlich Ende September im historischen Stadtteil Radebeul Altkötzschenbroda statt. Die Komposition aus Weinfest und internationalem Wandertheater ist weltweit einzigartig und lockt jedes Jahr etwa 50.000 Besucher nach Altkötzschenbroda. Das Fest wird von der Stadt Radebeul organisiert.

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BilderAlbum: Verrückte Träume & ErlebnisLabyrinth mit auferstandener DDR beim Herbst- und Weinfest in Radebeul

29 Sonntag Sept 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Musik, Poesie, Tanz, Theater

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Verrückte Träume. Stelzenläufer als Astronauten auf dem Dorfanger. Mehrdimensionale Tänzerinnen in und vor dem Fernseher. Schillernde Selbstdarsteller und ein Mann mit superlangen Armen zum Umarmen. Der argentinische Clown und Puppenspieler Roberto White verzauberte mit seinen „Special Creatures“ mit viel Witz, Charme und Situationskomik die Zuschauer im vollbesetzten Kleinen Hoftheater. Unglaublich komisch, poetisch und berührend, wie er Wesen zum Leben erweckt, aus einfachen Dingen wie Tischtennisbällen, Luftballons und weißem Papier werden Samurais, Stars und liebenswerte Gestalten, die mit ihm auf Entdeckungsreise gehen, mit denen er kämpft, lacht und Tango tanzt – mein Favorit um den Publikumspreis des diesjährigen Internationalen Wandertheaterfestivals beim Herbst- und Weinfest in Radebeul-Altkötzschenbroda. Roberto White spielt heute, am 29.9. noch einmal um 16.30 und 18 Uhr im Kleinen Hoftheater. Toll auch die Straßenkünstler der Cie. Tac O Tac, die JuWie Dance Company und die Gruppe Liebe Knall Yoga All. Fantasiereich-komische „JugendTräume“ eben, so wie das Motto beim diesjährigen Weinfest.

Willkommen in der Ehemaligen! Kleine und große Besucher können außerdem in einem Erlebnis- und Erinnerungslabyrinth auf den Spuren des DDR-Alltags wandeln, wie es sich drinnen und draußen anfühlt und ihre Eindrücke dalassen auf Fragebögen. Noch bis heute, Sonntagabend stehen die Tore des „Labyläums“ anlässlich 30 Jahre Mauerfall und 20 Jahre Labyrinth am Elbufer offen. Erbaut hat es der Künstler Richard von Gigantikow mit seinem Team. Um 20 Uhr beginnt dann das Große Feuer-, Musik- und Theaterspaktakel zum Abschluss des Herbst- und Weinfestes & die Verleihung des Wandertheater-Preises auf der Elbwiese in Radebeul-Altkötzschenbroda.

Text + Fotos (lv)

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Fest der Poesie beim Palais Sommer

30 Dienstag Jul 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Literatur, Poesie

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Poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance

Zum Lauschen und Genießen sind Lyrik-Liebhaber am 31. Juli, um 20 Uhr auf der Wiese vor der Freilichtbühne am Japanischen Palais eingeladen. Eine Veranstaltung des Literaturforum Dresden in Kooperation mit dem Palais Sommer.

Palais.Poesie ist Kult und nicht mehr wegzudenken aus dem sommerlichen Kulturkalender in Dresden. Ein kleines Fest der Poesie im Barockgarten des Japanischen Palais und ein Höhepunkt des alljährlichen, eintrittfreien Palais Sommers (mit Veranstaltungen wie Konzerten, Freiluftkino und Yoga im Freien) noch bis 25. August zu erleben). Ein poetisches Sommervergnügen aus Lesung und Performance, bei dem namhafte und junge Dichter den wandelnden, sitzenden oder liegenden Zuhörern im Park des Japanischen Palais ihre neuesten Gedichte vortragen. In den Pausen erklingt Live-Musik von Central Boom and Space mit Winterberg (electronics) und Mario Faust (Trompete und Sitar). Die Palais.Poesie 2019 wird moderiert von Volker Sielaff.

Auf der Open-Air-Bühne des Palais-Sommers lesen in diesem Jahr:

Lydia Daher,
1980 als Kind deutsch-libanesischer Eltern in Berlin geboren, ist Lyrikerin, Musikerin, Performerin und Produzentin. Sie experimentiert und kollaboriertinterdisziplinär und hat Auftritte auf Literatur- und Musikfestivals, in Clubs und Theaterhäusern. Höchste Zeit also für einen Auftritt beim Palaissommer! Das ARD-Magazin „druckfrisch“ über Daher: „Großer Pop! Große Poesie!“ Der Spiegel konstatiert: „Smarte, angriffslustige Verse!“ Und das Musikmagazin „Rolling Stone“ bescheinigt ihr ein „nicht im Kopf auszuhaltendes lyrisches Talent“. Frech, unverschämt und sinnlich sind die teils gesungen vorgetragenen Verse der Lydia Daher.

Lütfiye Güzel,
1972 in Duisburg geboren. Da sie 2018 der absolute Publikumsliebling des Festivals war, kommt sie in diesem Jahr noch einmal. Seit 2014 veröffentlicht die Autorin Novellen, Gedichte und Selbstgespräche unter ihrem eigenen Label, Go-Güzel-Publishing. Soeben ist dort ihr „Dreh-Buch“ erschienen: „Eine Regieanweisung und Kamerafahrt ins Unsagbare.“ Lütfiye Güzel leitet Poetry-Workshops an Schulen und Museen und schreibt im Vier-Wochen-Takt Essays für WDR 3. Mit Texten wie „Oh, no!“ und „hey! Anti-roman“ terrorisiert sie den grauen Alltag, melancholisch und ohne Umwege. Ihre Texte sind brutal direkt, auf Literaturagenten hat sie „keinen Bock“. 2014 erhielt sie den Fakir Baykurt Kulturpreis der Stadt Duisburg, 2017 den Literaturpreis Ruhr.

Uwe Kolbe,
1957 in Ostberlin als Sohn eines Binnenschiffers geboren, ist zweifellos einer der bedeutendsten Autoren deutscher Sprache. Franz Fühmann war in den Siebzigern erster Mentor, Kolbes Gedichtband „Hineingeboren“, 1980 im Aufbau-Verlag erschienen, wurde zur literarischen Sensation, denn Kolbe hatte, mit der radikalen Subjektiviät seiner Verse, das Lebensgefühl einerganzen Generation getroffen. Dem Debüt folgten zahlreiche weitereGedichtbände, u.a. „Bornholm II“ (1986), „Vaterlandkanal“ (1990), „Vineta“ (1998), „Lietzenlieder“ (2012) und „Die sichtbaren Dinge“ (2019). Zusammen mit Bernd Wagner und Lothar Trolle hat Uwe Kolbe in den 80er Jahren die Untergrundzeitschrift „mikado“ herausgegeben, 1988 Übersiedlung nachHamburg, 1989 als Gastdozent in Austin / Texas. Auf seiner langen Veröffentlichungsliste stehen neben Gedichtbänden auch zahlreiche Romane und Sachbücher, so „Die Lüge“ (2014), ein Buch, das, so Michael Braun, „alle Heldenlegenden von ästhetischer Dissidenz in der DDR gründlich entzaubert“. Seit einem Jahr lebt Uwe Kolbe in Dresden.

Ulf Großmann,
1968 in Freiberg geboren, war viele Jahre Redakteur der Literatur- und Kunstzeitschrift „Ostragehege“, er debütierte 2017 mit dem Erzählungsband „Bescherung“. In diesem Jahr ist im Elif-Verlag sein Gedichtband „Nachtränder“ erschienen, dessen Verse sich durch eine „beharrliche Wahrhaftigkeit“ (Armin Steigenberger im Onlinemagazin „Signaturen“) auszeichnen. Als „versehrte Stimmen vom Rand, aus dem Abseits, jenseits farbiger, sauerstoffreicher Wohlfühl-, Reise- und Wellnesszonen“ bezeichnet die Lyrikerin Kerstin Becker in ihrem Nachwort zum Buch die Gedichte des Autors Ulf Großmann. Texte, die man auf sich wirken lassen, deren Bitterkeit man sich als Leser stellen muss. Ulf Großmann wurde auch als Herausgeber der Anthologie „Skeptische Zärtlichkeit – Junge deutschsprachige Lyrik“(zusammen mit Axel Helbig) bekannt. 2017 erhielt er den Kammweg-Förderpreis. Großmann lebt und arbeitet in Dresden.

Text: Literaturforum Dresden


Ulf Großmann I Foto: privat

Uwe Kolbe I Foto: Dirk Skiba

Lütfiye Güzel I Foto: 7brands

Lydia Daher I Foto: Gerald von Foris

Weitere Programm-Infos unter:

http://www.palaissommer.de

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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