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Kategorien-Archiv: Poesie

Im BücherReich: Entdeckungen auf der Leipziger Buchmesse

22 Freitag Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Literatur, Poesie, Projekte

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Reges Interesse am Eröffnungstag der Leipziger Buchmesse am Donnerstag. Ins BücherReich zog es auch erfreulich viele junge Leute (auch außerhalb der Manga-Comicmesse) quer durch die fünf Messehallen. Noch bis zum Sonntag, den 24. März (von 10 – 18 Uhr) lockt ein pralles, breitgefächertes Programm für kleine und große Besucher. Die neuesten Bücher, Literatur aus Tschechien, dem Buchmesse-Gastland 2019 mit vielen interessanten Autorinnen und Autoren, eine Ausstellung ehrt Milan Kundera und neue innovative Buchlese- und Gestaltungsmöglichkeiten und vieles mehr sind zu erleben. Da wird das Buch buchstäblich zum Erlebnis!

Text + Fotos (lv)


Witzige Poesie & dekadente Wortkaskaden. Felix Kaden bringt nicht nur fantasievoll gestaltete Bücher von Autoren aus der Poetry Slam-Szene mit seinem Tinx-Verlag heraus. Er holt auch die Bühne ins Buch. Dank erweiterter Realität kann man sich seine Bühnentexte mit Hilfe einer App per Handy auch im virtuellen Raum von ihm vortragen lassen. Wie`s geht, führt er gern vor an seinem Gemeinschafts-Stand zusammen mit dem Umland-Verlag, die fröhlichbunte, witzige Kinderbücher vorstellen, deren Figuren lustig anzuschauen, handgehäkelt Gestalt annehmen (F 113, Halle 5).

http://www.facebook.com/tinxverlag
http://www.umland-verlag.de


Poetry Slammer und Verleger Felix Kaden vom Tinx Verlag. Bild re.: Papp-Häuser, die zusammenklappbar ins Bücherregal passen, zum Selber bemalen, Dekorieren, Spielen und Geschichten erfinden stellt die Grafikdesignerin Antje Stumpe alias „Pappka“ am Stand von MuseKind auf der Büchermesse vor. http://www.pappka.de


Blick auf die Anwärter für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019
Geht nicht zimperlich mit selbsternannten „Weltrettern“ um, die sich in ihrem Gutsein sonnen: Anke Stelling erzählte und las aus ihrem neuen Buch „Schäfchen im Trockenen“ (Verbrecher Verlag) im MDR Kultur-Studio, vorher gab es ein Gespräch mit Jaroslav Rudis aus seinem witzig-berührenden Roman „Winterbergs letzte Reise“ (Luchterhand Verlag) (im Bild re. beim Bücher signieren). Beide nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse, Belletristik.
Die Buchpreis-Jury kürte dann die zornigen Schäfchen zum Gewinner.
Spannender Ort für Lesungen & Gespräche: Café Europa, Halle 4, Stand E401:
Sa., 23.3., 11 – 12 Uhr, Sylva Fischerová, Martina Lisa, Tereza Semotamová, Reiner Neubert, Daniele Pusch. Die Weltuhr klemmt. Neue Texte aus Tschechien. 14 -15 Uhr,
Radka Denemarková, Tomás Kafka, Irena Brezná. Die Sezession: Tschechien und Slowakei. Bild re: am Nationalstand des Gastlandes Tschechien, in Form eines Bücherschiffes: Halle 4, D401: So., 24.3.10., 10.15 – 11 Uhr, Tomás Glanc. Literatur der Beunruhigung – ein ausgewiesener Russlandexperte, Kulturwissenschaftler und Ausstellungskurator. Lesung. 11.15 – 11.45 Uhr, Jaromír Typlt. Oder Schnurstracks. Der Autor arbeitet am liebsten an der Grenze von Wort und Bild, Wort und Klang, Wort und Performance.


Eigene Zeitung auf der Buchmesse, täglich neu: Ahoj Leipzig 2019 Zeitung  1 – Literatur im Ausnahmezustand und eine Ausstellung über Leben und Werk des großen tschechischen Schriftstellers Milan Kundera, der dieses Jahr seinen 90. Geburtstag feiert.


Wort & Sehlust in der Ausstellung über Milan Kundera. Bild re.: Über Männer und Macht, Politik und Wirklichkeit denkt sehr witzig-ironisch, klug und unterhaltsam Sophie Passmann in ihrem Buch „Alte weiße Männer im Schlichtungsversuch“ (KiWi Verlag) nach.


Farbenfrohe Bilder mit Witz & Tiefgang: die Radebeuler Künstlerin Dorothee Kuhbandner zeigt an ihrem Stand im Bereich Druckgrafik & Künstlerbücher ihre neuesten Werke. Picture upcycling – alte Zeichnungen neu komponiert – und mit originellen Sprüchen garniert. Noch bis Sonntag


Schön war`s im BücherReich. Blick aus der großen Glashalle. Noch beim Sichten, Sortieren und Lesen der vielen Literatur-Journale, Frühjahrsprogramme der Verlage und neuen Lieblingsbücher.

Weitere Infos zum Programm unter www.leipziger-buchmesse.de

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Neue Lyrik: Lesung mit dem Alfred-Kerr-Preisträger Michael Braun & dem Dichter Volker Sielaff

16 Samstag Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Poesie, Projekte

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Buchladen, Lesebühne und Treffpunkt: die Buchhandlung „LeseZeichen“ in der Äußeren Neustadt. Foto (lv)

„Aus Mangel an Beweisen“

Eine Lesung mit Lyrik aus dem Zeitraum 2008 bis 2018 mit Michael Braun und Volker Sielaff und ein Gespräch über Poesie (Moderation: Patrick wilden) gibt es am 19. März, um 20 Uhr in der Buchhandlung „LeseZeichen“ auf der Prießnitzstraße 56 in der Äußeren Neustadt.

Seit nunmehr 40 Jahren begleitet das Tandem Michael Braun und Hans Thill die Szene der zeitgenössischen Poesie im deutschsprachigen Raum. Drei bahnbrechende Anthologien sind, in der Tradition von Walter Höllerers legendärer Lyriksammlung „Transit“, mittlerweile erschienen. Und jede nahm ein Jahrzehnt ins Blickfeld, versammelte, was es an maßgeblichen Stimmen in diesem Zeitraum gab: „Das verlorene Alphabet“ (1998), „Lied aus reinem Nichts“ (2010) und jetzt „Aus Mangel an Beweisen“ (2019).

„Selten hat man so geballt die ungemeine Vielstimmigkeit der deutschsprachigen Dichterszene bestaunen können“, schreibt die „Berliner Zeitung“ über Braun / Thills „Aus Mangel an Beweisen“. „Diese Anthologie konfrontiert das Radikalste und das Konservativste, Avantgarde da, Formstrenge dort“, meinen die Blogger vom gedichteblog.

Michael Braun, einer der beiden namhaften Herausgeber und vielen bekannt als Kritiker von Deutschlandfunk und Neuer Zürcher Zeitung, hochdekoriert mit dem „Alfred Kerr Preis“ für Literaturkritik, stellt das gewichtige Buch nun in Dresden vor. An seiner Seite wird Volker Sielaff eigene und ausgewählte Gedichte aus der Anthologie lesen. Patrick Wilden wird beide in ein Gespräch über die Üppigkeit der modernen Poesie, die Tiefen und Untiefen der Literaturkritik und manches Andere ziehen.

Eine Veranstaltung der Buchhandlung LeseZeichen mit dem Literaturforum Dresden.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei!

Text: Jörg Scholz-Nollau/Buchhandlung LeseZeichen

http://www.buchlesen.de

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Zum Frauentag 2019: „Wir wollen lieber fliegen als kriechen“ – Grafik von Angela Hampel

08 Freitag Mär 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie

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Macht Euch die Welt, wie sie Euch gefällt!

„Zerreiß deine Pläne. Sei klug und halte dich an Wunder.
Sie sind lange schon verzeichnet im großen Plan.
Jage die Ängste fort
und die Angst vor den Ängsten.“

(aus dem Gedichtband von Mascha Kaléko: „Sei klug und halte dich an Wunder“, dtv)

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Literatur-Café Ahoj im Tschechischen Zentrum in Berlin eröffnet

25 Montag Feb 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Genießen, Lebensart, Literatur, Musik, Poesie

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Prager Kaffeehauskultur an der Spree

Im Vorfeld der Leipziger Buchmesse mit Tschechien als Gastland eröffnet das Literatur-Café Ahoj im Tschechischen Zentrum in Berlin.

Aus Anlass des tschechischen Gastlandauftritts bei der Leipziger Buchmesse 2019 eröffnet das Tschechische Zentrum Berlin das Literatur-Café Ahoj: Vom 28.2. bis 3.4. wird dort Prager Kaffeehauskultur zu erleben sein, die von je her den leidenschaftlichen Austausch über Literatur, Kunst und Musik beflügelt hat.

In der Galerie des Tschechischen Zentrums bietet das Literatur-Café Ahoj böhmisches Backwerk und mährischen Wein. Ein Pop up Buchladen stellt die neu erschienenen tschechischen Werke aus, die Wände werden tschechische und slowakische Illustrationskunstwerke zieren. Abends, ab 19 Uhr, treten Autorinnen und Autoren zu Lesungen und Gesprächen auf, finden Konzerte oder Filmvorführungen statt. Der Eintritt ist frei.

Zur Eröffnung des Literatur-Cafés Ahoj am 28. Februar, um 19 Uhr in der Galerie des Tschechischen Zentrums Berlin, Wilhelmstraße 44/Eingang Mohrenstraße  treten die Graphic-Novel-Autoren Jan Novák und Jaromír 99 auf und stellen ihr soeben erschienenes Werk „Tschechenkrieg“ vor. Im Anschluss folgt ein Konzert von J99&DnR, dem neuen Projekt der Musiker Jaromír 99 (Gesang, Vocoder), Dušan Neuwerth (Gitarre, Gesang) und Zdeněk Jurčík (Percussion, Keyboard, Vocoder).

Bis zum 3. April finden folgende weitere Veranstaltungen im Literatur-Café Ahoj! statt:

Mo., 4.3.2019, 19 Uhr

DokuMontag mit dem Debütfilm Švéd v žigulíku / The Russian Job

CZ 2017, 63 Min, OmeU, Regie: Petr Horký
Ein schwedischer Manager wird angeheuert, um einen ehemaligen Vorzeigebetrieb der Sowjetunion zu retten. Der Debütfilm von Petr Horký erhielt den Pavel Koutecký Preis 2018.

Di., 5.3.2019, 19 Uhr

Deutsch-tschechische Poetry Slam Show mit Jaromir Konecny und Freunden
Jaromir Konecny (D, CZ), Kirsten Fuchs (D) und Anatol Svahilec (CZ) führen deutschen und tschechischen Wortwitz vor.

Do., 7.3.2019, 19 Uhr

Poesie und Musik: Zuzana Lazarová, Ondřej Cikán und Polanský wtf Langmann

Deutsch-tschechische Lesung von Gedichten, begleitet von einer progressiven musikalischen Performance.

Mi., 13.3.2019, 19 Uhr

Tschechien erlesen: Kateřina Tučková – Gerta. Das deutsche Mädchen

Die bewegende Geschichte einer deutschen Familie aus Brünn. Lesung und Gespräch mit der Romanautorin (tsch. und dt.) in Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa.

Mo., 18.3.2019, 19 Uhr

DokuMontag mit dem Film Der Prinz und der Dybbuk

PL/D 2017, 82 Min., OmU, Regie: Elwira Niewiera & Piotr Rosołowski
Der Pole Michał Waszyński, der nach 1945 in Italien lebte und sich „Prinz” bzw. Michael Waszyński nannte, produzierte einige der größten Hollywood-Filme. Aber wer war er wirklich? Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin. In Kooperation mit dem Polnischen Institut Berlin.

Di., 19.3.2019, 19 Uhr

Buchpremiere Prag – eine literarische Einladung
Die Stadt Prag wird durch die Augen ihrer Autorinnen und Autoren vorgestellt. Es spricht Herausgeberin Petra Knápková, es liest der Schauspieler Denis Abrahams. In Kooperation mit dem Wagenbach Verlag Berlin.

Mo., 25.3.2019, 19 Uhr

Tschechien erlesen: Jiří Hájíček – Dann blühen die Gräser

Lesung und Gespräch (tsch. und dt.) mit dem Romanautor, der sich auch bestens auf das kleine Format der Erzählung versteht. In Kooperation mit dem Verlag Větrné mlýny.

Mi., 27.3.2019, 19 Uhr

Vom Verse schmuggeln. Ein Übersetzergespräch
Kathrin Janka (Parsteinsee), Mirko Kraetsch (Berlin), Martina Lisa (Leipzig) und Pavel Novotný (Liberec) sprechen über die kreative Arbeit beim Projekt VERSschmuggel und die besonderen Herausforderungen beim Übersetzen von Poesie. In Kooperation mit dem Haus für Poesie Berlin.

Fr., 29.3.2019, 20 Uhr

WWW – wilhelmstr./ electronic

Konzert mit grüblerischen, unglücklichen, aber poetischen Liedtexten voller Wortspiele und einem ganz speziellen Sound zwischen Hip Hop und Electro.

Mo., 1.4.2019, 19 Uhr
Tschechien erlesen: Jaroslav Rudiš & Martin Becker
Jaroslav Rudiš moderiert Martin Becker. Martin Becker moderiert Jaroslav Rudiš. Und beide lesen aus ihren Büchern „Winterbergs letzte Reise“ und „Warten auf Kafka“.

Mi., 3.4.2019, 19 Uhr

Finissage mit Jaromír Typlt und Ivan Palacký – Šlahouny ve větve/ Ranken in Zweige

Performance des Dichters und Kunsttheoretikers Jaromír Typlt und des Musikers und Architekten Ivan Palacký mit Poesie und Klangkunst.

Geöffnet hat das Literatur-Café Ahoj vom 1.3. bis 3.4. Montag bis Samstag, 12-18 Uhr, bei Abendveranstaltungen ab 12 Uhr durchgehend.

Das Literatur-Café Ahoj wird aus Anlass des Gastlandauftritts Tschechiens bei der Leipziger Buchmesse 2019 vom Tschechischen Zentrum Berlin veranstaltet. Mit freundlicher Unterstützung vom Kaffeehaus manacoffee, Festival LUSTR, dem Weinhandel HRDINA&dcera, der Buchhandlung Bücher am Nonnendamm sowie dem Grafik Designer Martin Hrdina.

Text: Susanne Meierhenrich/Pressebüro Leipziger Buchmesse

Weitere Informationen

http://berlin.czechcentres.cz/programm/event-details/cafe-ahoj/

www.ahojleipzig2019.de

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Auf Entdeckungsreise im Lügenmuseum Radebeul

21 Donnerstag Feb 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Bildende Kunst, Genießen, Poesie, Projekte

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Kinder entdecken das Lügenmuseum, während einer Sonderschau: „Der Wegwerfgesellschaft auf der Spur“ mit Kunstobjekten aus Recyclingmaterialien.
Foto: André Wirsig

Fabelhafte Wunderwelt

Auf Entdeckungsreise könne kleine und große Besucher während der Winterferien sogar täglich im Lügenmuseum Radebeul gehen. Die Aktion mit Rundgang durch die zwölf Räume inklusive Lügentee dauert bis 3. Februar.

Niemand hat die Absicht, ein Museum zu eröffnen.
Das Lügenmuseum existiert.
Wenn es keine Lüge ist, ist es ein real existierendes Museum.
Freilich weiß keiner so genau, worum es eigentlich geht.
Werden da Lügen ausgestellt?
Es geht wohl eher darum, Nichts zu vermitteln. Es könnte auch Nichtsmuseum heißen, denn Niemand hat die Absicht, ein Museum zu eröffnen. Das Nichts wiederum ist ein Kriterium zeitgenössischer Kunst, siehe John Cage. Und alles ist ersetzbar, nur Überflüssiges nicht.

Es handelt sich um ein Künstlermuseum. Ob das klar wird oder auch nicht, spielt hier keine Rolle. Künstler konstruieren andere Museen: Maschinen zur Belustigung, anarchische Apparate im ironischen Leerlauf. Sie können die sanfte Berührung der Poesie am starren Reglement des Museumswesens vorbei schlüpfen lassen. Und so verweist der poetische Lügner auf die Ursprünge der Poesie, und dies gehört zu seiner Raffinesse.

Wenn man im Lügenmuseum lügt, spricht man dann die Wahrheit?
Besucher erhalten eine Einführung, einen Lügentee, einen Rundgang durch zwölf Räume. Entführt werden sie in eine fabelhafte Welt, die an Wunderkammern oder Kuriositätenkabinette anknüpfen.
Man muss es eben gesehen haben, es ist amüsant, zweifelsohne unterhaltsam, empfehlenswert für Familien und auch für Leute, die sonst nicht unbedingt in Museen gehen.

Das Leben ohne Lügenmuseum ist möglich, aber sinnlos.
Richard v. Gigantikow

Text: Reinhard Zabka
Handy 0176 – 99 02 56 52
Lügenmuseum, Kötzschenbrodaer Strasse 39, 10445 Radebeul
Geöffnet: Winterferien täglich 13-18 Uhr, Samstag und Sonntag, in den Ferien und an Feiertagen 13 – 18 Uhr

http://www.luegenmuseum.de info@luegenmuseum.de

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Neue Lyrik: Steinwüste & Am Fluss

17 Donnerstag Jan 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Poesie

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Steinwüste

VIII – Fortsetzung des Gedicht-Zyklus „Am Fluss“ *

Von allen verlassen überdauerten
sie noch das alte Jahr
nun reißt ein gefräßiger Greifarm
die letzten Reste
der alten Speicherhallen am Hafen
aus dunklen Dämmerträumen
erbarmt sich ihrer die seit hundert Jahren
dort standen nicht einfallen wollten

die ihnen neues Leben einverleiben wollten
standen allein
letzten Sommer flatterten noch grünweiße Jalousien
vor einem der Fenster nebenan am City Beach
wurde nächtelang gefeiert
nun starren Fensterrahmen ins Leere
in den Dachnischen der Hallen brüten keine Vögel mehr
der Greifarm gräbt tief ins Innere
zurück bleibt eine Steinwüste
bizarr aufgerichtete Innereien
der Geruch von Holzgebälk Staub und Ziegelsteinen

mittendrin ein mächtiger alter Baum
mit schwarzem Geäst sieht alles mit an
wird er bleiben im Baugewirr graublaue Wasserlachen
ausgerissene Grünsprösslinge winden sich aus Schuttbergen
empor dazwischen ein Stück himmelblauer Zaunsrest
der Bücherscheune hebe es auf mit ein paar Steinen

eine weiß blättrige Gestalt Göttin des Zerfalls
oder Zufalls des nie ganz vertreibbaren Schönen
erhebt sich von einem gelben Steinsrest der früheren Speicher
aus den Trümmern schauen zwei metallene Wächter
wiegen ihre rostigen Baggerschaufelköpfe

L.V.
16.1.2019



Fundstücke

Texte + Fotos (lv)

Am Fluss

I
Blaue Inseln
kreiseln im Wolkenmeer
auf und ab tauchende Schwalben

über allen Wassern
führt mein Weg
zu Dir

der Fluss verschiebt
die Grenzen
hinter den Sandsackwällen

findet alles
Zeit

L.V.
4.6.2013

Überfließen

II
Der Fluss steigt
an Land
fließt über
vor Glück

breitet sein nasses Kleid
auf der Wiese zum Trocknen
mitten im Entengeschnatter
aufgeschreckter Menschen

schaukeln Stämme mit Raben
im Wasser
auf den Bänken im Fluss
sitzt keiner

Laternen und Verkehrsschilder
nur noch Zier
bis der Fluss ermattet
zurückkehrt in sein
Bett

L.V.
4.6.2013

Nach dem Regen

III
Los lassen
wir hinter uns

den grauen Glanz
der Regentage

zurückgeworfen
ins Licht

federleichte Laken
am Himmel

verwehen im
nächsten Moment

Lassen wir uns nicht mehr
zurück im rinnenden
Rauschen

L.V.
5.6.2013

Begegnung

IV
Wir stehen am Fluss
versperrt der Weg
am Ufer

Sehen uns an
kein Blick ertrinkt
im andern
segeln umeinander

Jeder auf seiner Insel
gehst du weiter
fließen wir uns
entgegen

L.V.
5.6.2013

Gebändigt

V
Unter mir
der tosende Strom
aufgewühlt
unterm Brückenbogen

aufgebrochen
zu anderen Ufern
bricht sich Bahn
in der Erinnerung

gebändigt
besänftigt
im Nachhall
verebbter Glut

L.V.
9.6.2013

Flussmelodie

VI
Mit dem uferlichten Tag
fängt der Flug der Schwalben

mein Sehnen nicht auf

flüstert der Fluss
sein Lied
trocknet ein Klavier
tonlos am Straßenrand

L.V.
17.6.2013

Wolkenmeer

VII
Auf blau strahlendem Parkett
drehen sich die Wolkentänzer
schließen Wetten ab
mit dem Fluss

wie nah sie noch
heranrücken können
mit vollen Segeln
im Baurausch

Goldgräber am noch schlamm
verklebten Ufer hängen
Lamettagrasbüschel
Mülltütenfetzen in den Bäumen
am Wasser ein verlorener Regenschirm

ein staubiges Sofa mit
Blick auf den glänzenden Wasserspiegel
sonst alles wie immer
in der Abenddämmerung versinkt
die goldene Kugel im Strom

L.V.
18.6.2013

* Die Texte I – VII entstanden während des zweiten großen Hochwassers an der Elbe in Dresden 2013, das erste war 2002 und ich wurde aus meiner damaligen Wohnung in der Leipziger Straße ca. 14 Tage evakuiert.
Text VII entstand am 16.1.2019, abends, nach dem Abriss der letzten Speicherhalle in Elbnähe, an der Leipziger Straße. An Stelle der alten Hallen wird das Großbauprojekt Hafencity (Investor USD – Unser Schönes Dresden) mit mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshäusern vorbereitet. Die ersten Neubauten stehen schon. Fragen des Hochwasserschutzes im Überschwemmungsgebiet der Elbe sind bis heute nicht ausreichend geklärt. (lv)

Vor dem Abriss: die Speicherhalle vom Puro Beach am Elberadweg in Dresden-Pieschen. Vorn die Baustelle mit dem ersten Gebäude der Hafencity. Die Aufnahmen entstanden im Juli 2018.

Holunder und Brombeerhecke ranken an der alten Steinmauer der Speicherhalle. Werden sie diesen Sommer noch erleben?
Die Speicherhallen mit Blick zur Elbseite vor dem Abriss. Und das ehemalige Gebäudeensemble an der Leipziger Straße.

 

 

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„…paar eckige Runden drehn!“ Biermann meets Jazz in der Schauburg

13 Sonntag Jan 2019

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Kultur, Lebensart, Musik, Poesie

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„Wer sich nicht in Gefahr begibt, der kommt drin um!“

Träume und Lieder, die Sandstein überdauern, über ein zerrissenes Land und den „Preußischen Ikarus“ sang Wolf Biermann bei seinem ausverkauften Konzert
„… paar eckige Runden drehn! – Biermann meets Jazz“ am Freitagabend im Filmtheater Schauburg in Dresden. Ein Abend innerhalb der Veranstaltungsreihe „Musik zwischen den Welten“.

Zuerst allein mit Gitarre, später auch am Klavier, abwechselnd singend mit seiner Frau Pamela und begleitet von einem furiosen, kraft- und spannungsreichen Klangfeuerwerk mit seinem „Neuen Zentralquartett“  brachte der 1976 vom SED-Regime aus der DDR ausgebürgerte Sänger frühe und neue Lieder mit auf die Bühne. Die Band sei ein “Ost-West-Verein“. Seine Frau ist Hamburgerin. Mit seinen Jazzerfreunden, Ulrich Gumpert am Piano und Günter Baby Sommer am Schlagwerk konnte er zu DDR-Zeiten nie spielen, um so mehr genossen sie ihren gemeinsamen Auftritt, verstärkt durch den Posaunisten Christoph Thewes aus Trier, wo auch Marx herstammte und Henrik Walsdorf am Saxofon.

Biermann begann mit zwei Liedern, die er als junger Mann schrieb. Er sang über „die kleine Kammer unterm Dach, das Laken weiß und frisch, in Bukow zur Süßkirschenzeit. Die Bäume gehören der LPG, Volkseigentum streng bewacht, besonders in der Nacht.“ Das andere von 1972, damals wohnte er in der Chausseestraße in Berlin, führt in den Park auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, auf dem Brecht und viele andere große Künstler begraben liegen. „Wie nah sind uns manche Toten und wie tot sind uns manche, die leben“, fragt er sich dort. Wer keine Angst habe, sei ein Idiot. Die Frage sei nur: Hab ich die Angst oder die Angst mich. Das kenne jeder, der lebendig lebt.

„Wer sich nicht in Gefahr begibt, der kommt drin um“, weiß Biermann aus eigener Erfahrung. Er habe kein Heimweh nach früher, keins nach alten Kümmernissen. Die Muttersprache kann kein Vaterland ihm rauben. Doch das Gefühl des Zerrissenseins in diesem Land ist geblieben, die Wunden wollen nicht zugehen unter dem Dreckverband, das könnten die Dresdner wahrscheinlich noch tiefer verstehen als anderswo, so Biermann mit Blick auf Pegida. Doch es gehen inzwischen auch immer mehr anders Bewegte, die für ein buntes, weltoffenes Dresden eintreten, auf die Straße, allein Zehntausend zum Jahrestag von Pegida. Ihnen widmet Günter Baby Sommer eine eigene, bunte, gospelbluesjazzige Hymne für das andere Dresden.

Nahe geht auch Biermanns Lied über den „Preußischen Ikarus“, den gusseisernen Adler am Geländer über der Spree. „Der fliegt nicht hoch und stürzt nicht ab. Macht keinen Wind und macht nicht schlapp, am Geländer über der Spree“, heißt es darin. Auf der neuen CD fehlt die zweite Strophe aus diesem Lied, wie man aber erst nach den Studioaufnahmen bemerkte, erzählt Biermann. Sie geht so: „Der Stacheldraht wächst langsam ein ins Fleisch und Hirn…“  “Ihr wisst ja wie es in der Diktatur ist, wie sie die Menschen beschädigt. Im Westen würde ich das Zeug nicht ohne diese Strophe verkaufen!“, sagt er zu den Zuschauern wie zu guten alten Bekannten. Und freut sich, dass „kein Altersheim“ vor ihm sitzt, sondern gemischtes Publikum. „Von mir aus gesehen seid ihr alle junges Gemüse!“, ruft er ihnen gelassen zu.

“Lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit“, gibt Wolf Biermann den Zuhörern mit auf den Weg. Herzlicher, langer Beifall für eine lebende Legende, einen Quer- und Unruhegeist, den man nach über zwei Stunden ergreifend zeitloser Lieder ungern gehen ließ, weil er unbequeme Wahrheiten ausspricht voller Ironie und Unverzagtheit und damit Mut macht. Biermann kam wieder als „blutjunger Greis, ein Weiser, der wenig weiß“, der aber nie seine Lebensfreude verlor und nie klein beigibt. Der weiter schreibt und singt, auch wenn die Stimme brüchig und nicht mehr ganz so verwegen klingt und er sich manchmal am Klavier festhält. Zu sagen gibt es noch viel, genug Zündstoff auch in der Welt. „Es sind nicht die Ketten, die Bomben, es ist der Mensch, der den Menschen bedroht“, singt er am Klavier zusammen mit seiner Frau Pamela. Hinterher signierte er dicht umringt von Fans seine Bücher und CD`s auf der Bühne.

Text + Fotos (lv)

Weitere Konzert-Tipps unter http://www.mzdw.de

 

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Mein schönstes WeihnachtsGeschenk: die erste Gedicht-Veröffentlichung in einem Buch

26 Mittwoch Dez 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, In eigener Sache, Poesie

≈ Ein Kommentar


Ich freue mich sehr. Mein Gedicht „Was zählt“ erschien gerade im Jahrbuch für das Neue Gedicht der Frankfurter Bibliothek, 2019. Zusammen mit vielen anderen schönen Gedichten, redaktionell betreut und herausgegeben von der Brentano-Gesellschaft.

Irgendwann im Frühjahr hatte ich an einem Gedichtwettbewerb der „Frankfurter Bibliothek“ im Internet teilgenommen, es durfte nur eins eingereicht werden und 20 Zeilen nicht überschreiten.

Hatte es schon fast wieder vergessen, als kurz vor Weihnachten ein Brief kam mit der frohen Kunde, dass mein Gedicht aufgenommen ist in den neuen Band der „Frankfurter Bibliothek“, der am Sitz des Dichters Johann Wolfgang von Goethe erscheint und immerhin das umfangreichste Lyrik-Standardwerk der deutschsprachigen Buchhandelsgeschichte ist (mit Gedichten von über 1 000 Autoren auf fast 400 Seiten). Das Werk ist meist bereits im Januar vergriffen, steht auch  in Verlagsregalen und an großen Leseorten wie der Bibliothek des Kongresses in Washington, in der französischen Nationalbibliothek in Paris und in der Wiener Staatsbibliothek.

Nicht nur Hochliteratur ist in dieser Gedicht-Sammlung zu finden, so die Herausgeber, sondern auch Gebrauchslyrik, Gelegenheitsdichtung und Poesie, die den Alltag der Gegenwart darstellt. Ein sozioliterarisches Konzept, das es schon im Biedermeier gab und dessen Publikationen heute gesuchte Quellenwerke seien.

Im kommenden Jahr können wieder Texte für die „Frankfurter Bibliothek“ des zeitgenössischen Gedichts eingereicht werden, übers Internet (http://gedichtwettbewerb.brentano-gesellschaft.de ) oder auf dem Postweg (Redaktion der „Frankfurter Bibliothek“, Brentano-Gesellschaft, Mainstraße 143, 63065 Offenbach) Einsendeschluss ist der 1. Oktober 2019. Klasse A frei wählbar, Klasse B „Die Jahreszeit“, Klasse C „Ein Gefühl“, Klasse D „Heimat“.

Weitere Infos unter:
http://www.brentano-gesellschaft.de
http://www.august-von-goethe-literaturverlag.de

Hier noch mal mein Gedicht.

Was zählt

Ein Mädchen und ein Junge
Sie sind neu hier
sehen mich an
mit diesen großen dunklen Augen
in denen eine Welt verborgen
die ich nicht kenne

ihr Blick verrät
Sie haben schon viel gesehen
was ich nur ahne
in der Tiefe ihrer Augen vergraben
lässt es mich nicht los

übe mit ihnen Rechnen
obwohl ich Mathe nie mochte
zählen Zahlen
und frage mich
was aus ihnen wird

Lilli Vostry
2018

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BilderAlbum: Wiedersehen mit Circus Monaco

07 Sonntag Okt 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Fotografie, Genießen, Kultur, Lebensart, Poesie

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Zauberhaftes Miteinander von Mensch und Tier

Faszinierende Tiere im Freien und in der Manege kann man derzeit erleben beim Gastspiel des Circus Monaco am Elbufer in Dresden-Pieschen. Mit Blick auf die imposante Altstadtkulisse tummeln sich dort unmittelbar am Elberadweg auf der Wiese vor dem rotweißen Zirkuszelt, gemütlich Grashalme und Heu kauend, zwei Kamele, das weiße Hörnertier Kaya, außerdem Lamas, Ponys und ein Esel im Freigehege. Dahinter stehen die Wohnwagen, das rollende Zuhause der Zirkusleute mit Satellitenschüssel im Gras für guten Empfang der großen, weiten Welt und einem überdachten, offenen Zelt für die Tiere. Eine urwüchsige Oase des Miteinanders von Mensch und Tier, wie man sie heutzutage nur noch selten antrifft.

Die Tiere verlieren auch in der Manege nichts von ihrer natürlichen Anmut, Erhabenheit und Größe. Sie werden sacht und vertraut geführt. Dafür gibt`s für die Kamele besondere Leckerli wie Möhren. Die Ponys treten aufrecht stehend an den Manegenrand und „begrüßen“ die Zuschauer und viele kleine und große Hände recken sich ihnen zum Streicheln hin ebenso wie dem weißen Hörnertier Kaya mit dem sanften Blick und den spitzen Hörnern.

Im Programm des kleinen Familienzirkus wechseln Artistik und Tierdarbietungen. Da kommen Romantik, Abenteuer, Spaß und Spannung nicht zu kurz, begleitet von stimmungsvoller Zirkusmusik. Mit Schwung und Grazie zeigen eine Tänzerin mit wirbelnden Hula-Reifen, eine balancierende Seil- und eine Trapezartistin im Reifen unter der Zirkuskuppel frei schwebend ihre Künste.

Temperamentvoll geht es zu in einer Westernszene mit lassoschwingenden Cowboys und präzisen Messerwerfern. Ein Indianerjunge geht mit einer kleinen weißen Schlange herum, die die Zuschauer anfassen dürfen. Zu orientalischen Klängen tanzen Bauchtänzerinnen und ein Feuerschlucker sorgt für feurige Stimmung.

Spaßmacher Beppo versucht sich auch als Akrobat und vollführt lustige Seilsprünge mit Zuschauern.

Und im Finale darf der Zirkusnachwuchs, die Kinder der Artisten in Kostüm mit in die Manege, wo der Kleinste noch ausrutscht und die Mädchen schon kess die Reifen schwingen und tanzen.

Die Zirkusleute machen alles selbst. Hier ist alles noch echt und pures Erlebnis. Die Artisten stehen auch am Einlass und als Platzanweiser, bieten flimmernde Leuchtstäbe an, bauen die Requisiten auf und ab, spielen sich die Bälle zu, führen Kinder auf Ponys in der Pause oder fotografieren sie auf dem Kamel. Die Artistinnen stehen mit Glitzer Make up auch am Verkaufsstand mit Zuckerwatte und Popcorn.

Hinterher sammeln die Zirkusleute Futterspenden für die Tiere. Eine kleine Artistin steht mit Hut vor dem Zelt, in dem Münzen landen für den Erhalt der Zirkusschule in Berlin.

Zum Staunen, Träumen, Schmunzeln und Innehalten vom Alltagstrubel lädt der kleine Familienzirkus kleine und große Besucher noch bis 14. Oktober an diesem Platz ein. Vorstellungen sind wochentags 16 Uhr und am Sonntag 11 Uhr. Am 8., 9. und 10.10. ist spielfrei.

Mit der Besucherresonanz ist Mario Sperlich, der Juniordirektor des Circus Monaco „ganz zufrieden.“ „Dafür, dass wir erst 3 Tage vorher Werbung machten, waren die Vorstellungen gut besucht.“ Den Tieren gefiel es sichtbar gut an ihrem Platz am Elbufer in Pieschen. Sie waren viel im Freien und genossen die Sonnenstrahlen. Aber auch die Zuwendung, gereichtes frisches Gras von kleinen und großen Besuchern und Streicheleinheiten. Dresden sei auch seine Lieblingsstadt, sagt Mario Sperlich, der mit dem Circus Monaco schon zum dritten Mal hier war.

Die Tiere seien es gewohnt, mit den Zirkusleuten weiterzuziehen. Sie kennen das Zelt mit den vertrauten Geräuschen, ihr Zuhause und Futterquelle. „Eine artgerechte Tierhaltung gibt es nicht, auch nicht in freier Wildbahn. Der Mensch ist überall“, sagt Mario Sperlich. „Wir versuchen bestmöglich mit den Tieren umzugehen und zusammen zu leben.“ Zurzeit steht das Zelt vom Circus Monaco im Stadtzentrum von Gera, ein Weihnachtscircus-Gastspiel führt sie nach Braunschweig und danach eine Tour in den Süden nach Italien. „Vielleicht kommen wir im Frühjahr wieder nach Dresden“, so der Juniordirektor vom Circus Monaco. Schön wär`s.

http://www.circus-monaco.de

Text + Fotos (lv)

Siehe auch den Beitrag „Bühne frei für Circus Monaco“ mit Bildern und Gedichten auf diesem Blog.


Wunderbare Begegnung: meinwortgarten.com-Inhaberin Lilli Vostry mit Hörnertier Kaya.

Unverwundbar

Du stehst auf der Wiese
hinter dem rotweißen Zelt
weißt nichts von mir
ich nichts von dir
und doch bin ich hier

im Zelt der Mann mit dem Feuer
zeigt seine unbrennbare Haut
speit eine Feuerwolke wie ein Drache
unter starkem Applaus

in der Manege steht das Hörnertier
in milchweißem Glanz
alle wollen es streicheln
draußen steht es allein

den Kopf in frischem Heu
ein sanfter Blick aus tiefschwarzen Augen
fließt zu mir herüber
die spitzen Hörner kann es
nicht ablegen

Lilli Vostry
(7.10.2018)

Tier-Oase und Treffpunkt für kleine und große Besucher


Zum Abschluss gab es als besondere Leckerli Popcorn
Abschied von Dresden: Tierpfleger Tommy und Juniordirektor vom Circus Monaco, Mario Sperlich.

Text + Fotos (lv)

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BilderAlbum: Im Wunderreich der Fantasie beim Herbst- und Weinfest Radebeul & Internationalem Wandertheater-Festival

01 Montag Okt 2018

Posted by Lilli Vostry in Aktuelles, Lebensart, Poesie, Projekte, Theater

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Dicht umlagert: das Theaterkarrussel von Georg Traber & der Clownsband The Bombastics erfreute mit beschwingten Klängen.
Die Erde spüren: Mit je einem Rohr zum Sehen und Hören konnten kleine und große Besucher die Erdkugel nach paradiesischen Orten absuchen vor der Aufführung „Perpetuum Mobile“ des Wandertheaters Ton & Kirschen am Sonnabend vor vollen Rängen auf der Streuobstwiese.

.
Kleine Verschnaufpause für Adam & Eva auf ihrer fantastisch-bilderreichen Reise um die Welt auf der Suche nach dem verlorenen Paradies, das verriegelt ist. Ist es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen?, versuchen sie herauszufinden und geraten von einem (Alb)Traum in den nächsten…


Ein Clown als Feuerwehrmann.


Traumwandler halten Ausschau nach dem Ort ihrer Träume…


Zum Träumen, Innehalten und Umher wandeln lud auch die Installation „Traumtänzer“ von Muriel Cornejo und César Olhagaray in der Lounge auf den Streuobstwiesen mit bereit stehenden Strohbetten ein. Dazu gab es flirrend warme Songs mit dem Vollblutmusiker Jorge da Rocha u.a.


Nicht zu übersehen: Der lustige Stelzenläufer mit seinem gefiederten Begleiter, „Hahnrich von Hahnentritt“, ein Antwerpener Zwergbarthahn, der sich gern über seine samtig schwarzen Federn streicheln ließ von den Kindern. Und sich wunderte über manche ihrer Fragen: Z.B. „ob er Eier legt oder beißt?!“ Sein Besitzer Andreas Hummel wohnt in der Lausitz und hat auf seinem Hof in Drebkau/OT Laubst einen „Saal der Wunder“ – in dem Anwesen können Besucher die Natur, Landschaft, Kunst und Kultur und den Saal der vielen Möglichkeiten erleben und genießen. Es gibt ein Café, eine Galerie mit Ausstellungen, offene Bühne und tibetanische Küche. Sonntags ab 14.30 Uhr ist Familientag mit Zauberzirkus, Clownerie und Geschichten von wundersamen Orten. Mehr dazu unter http://www.SADEWU.de


Feurige Balkanfolk-Klänge auf dem Dorfanger von Altkötzschenbroda
„Ach Mensch“: Mit gefühlreich-energiegeladener Stimme sang Miss Rochester (Silvana Mehnert) mit Band auf dem Weinfest eigene Songs, u.a. über zeitlose Liebe, „Every Fair“ (ein Shakespeare-Sonett 18), ein besorgtes Erde-Lied und eine „Ode an die Sterne“. Ihr nächstes Konzert gibt sie am 13. Oktober im Boulevardtheater Dresden.


Labyrinthischer Skulpturengarten Labymenta


Fröhliche Klänge vor wundersamer Kulisse mit Gabriel Jaginiak am Akkordeon.


Wünsche & Wunder. Viele ausgefüllte Fragebogen stiegen beim feurigen Finale mit den Flammen in den Himmel am Sonntagabend zum Abschluss des Herbst- und Weinfestes
& Internationalem Wandertheaterfestival 2018.

Im Labyrinth der Träume

Wein und Wundersames, Musik, Theater, Tanz, Fröhliches und Nachdenkliches gab es reichlich und nah beieinander beim 28. Herbst- und Weinfest Radebeul mit Internationalem Wandertheaterfestival.

Unter dem Motto „Viva la Fantasia!“ feierten dieses Jahr bei strahlendem Sonnenschein wieder rund 50 000 Besucher drei Tage lang laut Veranstalter, dem Amt für Kultur und Tourismus Radebeul, ein frohes und friedliches Fest. Im Festgelände auf dem Dorfanger in Altkötzschenbroda konnten sie eintauchen in eine bunte fantastische Welt mit Straßentheater, Clownerie, feurig-mitreißenden und verträumten Klängen und Stimmungen zwischen Weindorf auf dem Dorfanger und Streuobstwiesen.

18 Theatergruppen und Solokünstler aus zehn Ländern zeigten ihre Inszenierungen.
Der Gewinner des diesjährigen Publikumspreises beim Wandertheaterfestival heißt „Dado“ aus Kanada. Mit seiner Inszenierung „Classic“ begeisterte der stille Clown die Zuschauer mit seiner unvergleichlichen Situationskomik, wurde gestern abend nach der Preisverleihung bekanntgegeben. Als symphatischer, buckliger Onkel habe er feinfühlig mit kleinsten Gefühlsregungen und skurrilen Utensilien  wie Gummihandschuh-Dudelsäcken die Herzen des Publikums erobert.

Auf eine fantasie- und bilderreiche, witzig-skurrile wie traurig-komische Reise um die Welt auf der Suche nach dem verlorenen Paradies nahm die Zuschauer die Inszenierung „Perpetuum Mobile“ vom Wandertheater „Ton & Kirschen“ am Samstag abend vor vollen Rängen mit.

Mehr Text folgt.

Text + Fotos (lv)


Streuobstwiesenäpfel

 

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Lilli Vostry

Ich bin als Freie Journalistin (Wort/Foto) seit 1992 in Dresden tätig. Schreibe für Tageszeitungen und Monatsmagazine vor allem Beiträge über Bildende Kunst, Theater, soziale Projekte und Zwischenmenschliches. Außerdem Lyrik und Kurzprosa. Bisher vier BilderGedichtKalender zusammen mit Künstlern veröffentlicht. Fernstudium Literarisches Schreiben im Herbst 2022 erfolgreich abgeschlossen, Schriftstellerdiplom. Kindheitstraum erfüllt. Fotografiere gern Menschen, Landschaften, besondere Momente.

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